Dr. Christian Regenbrecht und Dr. Jens Hoffmann
entwickeln 3D-Zellkulturmodelle

In der Petrischale hergestellte 3D-Zellkulturen von Patiententumoren – dieses neuartige Verfahren könnte die Krebsforschung revolutionieren und helfen, Krebspatienten eine optimierte und personalisierte Behandlungsmethode zu empfehlen. Grundlage ist ein kleiner Teil eines operativ entfernten Tumors. Am genetisch exakt bestimmten 3D-Zellkulturmodell des Tumors lassen sich gezielt Wirkstoffe wie Chemotherapeutika oder neue Arzneimittel testen. Um dieses neuartige Verfahren zu etablieren und zu verfeinern, haben der Biologe und Charité-Mitarbeiter Dr. Christian Regenbrecht und der Pharmakologe Dr. Jens Hoffmann ein Unternehmen gegründet.

Der Name, cpo - cellular phenomics & oncology Berlin-Buch GmbH,ähnelt bewusst dem der Firma, die Dr. Hoffmann im gleichen Haus leitet: EPO – Experimentelle Pharmakologie und Onkologie Berlin-Buch GmbH. EPO ist seit langem auf individuelle Tumormodelle spezialisiert und unterstützt mit ihren Dienstleistungen sowohl die Grundlagen- als auch die angewandte Forschung.
Im Rahmen von gemeinsamen EU-Forschungsprojekten, wie OncoTrack, das neue Biomarker für das Kolonkarzinom erforscht, tauschen sich beide Wissenschaftler bereits seit einigen Jahren fachlich aus. Dr. Hoffmann ermutigte Dr. Regenbrecht, den Schritt zur Unternehmensgründung zu wagen. Die 3D-Zellkulturen von cpo simulieren den komplexen Aufbau eines Tumors so gut, dass sie einem in vivo-Modell fast ebenbürtig sind. Das ist interessant für Pharma- und Biotechnologieunternehmen –weltweit. Bevor ein neues Medikament in vivo getestet wird, können Vorstudien am 3D-Zellkulturmodell erfolgen. Das verkürzt die präklinische Testphase und verringert die Kosten. Am Ausgangsmaterial können im Prinzip beliebig viele chemische Substanzen getestet werden.

Zum ersten Mal in der Geschichte ist es möglich, solche Zellkulturen innerhalb kürzester Zeit zu etablieren und molekularbiologisch zu charakterisieren. Deshalb will cpo mit dem Wissen über den individuellen Tumor künftig Onkologen systematisch dabei helfen, eine wirksame Therapie für den Spender zu finden.

In zunächst drei EU-Forschungsprojekten entwickelt Dr. Regenbrecht mit Dr. Hoffmann in den kommenden Jahren neue Modelle, die noch differenziertere Aussagen erlauben. Sie sollen Komponenten wie Blutgefäßvorläuferzellen oder Immunzellen beinhalten. Damit ließe sich zum Beispiel erkennen, welchen Einfluss die Blutgefäße auf das Tumorwachstum haben.