Dr. Elisa Kieback und Dr. Jeanette Libera-Körner bringen „T-knife“ voran

 

T-knife, so lautet der Name eines Start-ups, das 2017 aus dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) ausgegründet wurde. Die Gründer sind Prof. Thomas Blankenstein, Dr. Elisa Kieback und Holger Specht. T-knife hat seinen Sitz auf dem Campus Berlin-Buch und entwickelt Therapien, die Krebs mit Hilfe des Immunsystems der Patienten bekämpfen können. In langjähriger Arbeit ist es dem Forschungsteam um Prof. Thomas Blankenstein gelungen, menschliche T Zellen gentechnisch so zu verändern, dass ihre Rezeptoren bestimmte Tumorzellen gezielt aufspüren und zerstören können. Mit Hilfe dieser patentierten Technologie soll die erste T-Zellrezeptor-Gentherapie in Deutschland realisiert werden.

 

Dr. Elisa Kieback ist Molekularbiologin und beschäftigte sich seit 2004 am MDC als Doktorandin und später als Postdoc mit Gentherapie, speziell mit T-Zelltherapie von Krebs. Ab 2016 koordinierte sie in der Arbeitsgruppe von Prof. Blankenstein die Vorbereitung einer ersten klinischen Studie mit genmodifizerten T-Zellen. Die Studie soll die Sicherheit und Effektivität der modifizierten T-Zellen an Patienten mit Knochenmarkkrebs, dem Multiplen Myelom, testen. Dr. Kieback lernte die Voraussetzungen der Anwendung im Detail kennen, von der Phase der Präklinik über die Herstellung bis hin zu regulatorischen Fragen. Entscheidend war, dass die Technologie so weit entwickelt war, dass man sie kommerziell und klinisch verwerten konnte. Zu dieser Zeit gab es bereits erste Patientenstudien mit anderen Gentherapien, parallel hatte sich auch ein Markt für solche Ansätze entwickelt. Eine Ausgründung wurde geplant.

 

Dieser Schritt wurde eng begleitet von der Abteilung Technologietransfer am MDC. Dr. Jeannette Libera-Körner ist eine der Technologiemanagerinnen. Als Biophysikerin hat sie zwanzig Jahre Erfahrungen in der Industrie gesammelt und selbst bereits erfolgreich Arzneimittel an den Markt gebracht. Von der Produktentwicklung bis hin zu Produktion und Vertrieb sind ihr alle Bereiche vertraut. Am MDC sorgt sie dafür, dass Entdeckungen rechtzeitig patentiert werden, sondiert gemeinsam mit den Wissenschaftlern, inwieweit Technologien am MDC weiterentwickelt werden können, ob eine Verwertung durch Ausgründung realistisch ist oder ob ein Industriepartner ins Boot geholt werden sollte. Im Fall des Teams von Prof. Blankenstein galt es, den Wissenschaftlern Weiterbildungsmöglichkeiten für das Gründungsszenario zu eröffnen, sie auf Konferenzen wie die Falling Walls in Berlin oder die BIO Europe aufmerksam zu machen und Kontakte zu Investoren zu vermitteln. Elisa Kieback schätzte diese Unterstützung sehr. Auf der BIO Europe fand sie einen der Investoren für T-knife, und das ist nur ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Büro für Technologietransfer. Für die Gründung war unternehmerisches Wissen erforderlich, parallel lief die Vorbereitung der klinischen Studie weiter - in dieser Zeit gut geleitet zu werden, war mehr als wertvoll. Inzwischen sind Investoren gefunden, und Elisa Kieback ist Geschäftsführerin von T-knife. Die Firma ist in Verhandlungen für umfangreiche Lizenzrechte vom MDC, unter anderem für eine Technologieplattform zur Generierung von krebsspezifischen Rezeptoren, für diverse Rezeptoren und die Rechte an der klinischen Studie der Phase I/IIa.
Wenn sich die Therapie als sicher und wirksam erweist, bedeutet dies für die Krebstherapie einen enormen Schritt nach vorn – der vor etwa 20 Jahren in einem Labor am MDC seinen Anfang nahm.