Bauprojekte auf dem Campus

In den nächsten Jahren wird der Wissenschafts- und Biotechnologiecampus in erheblichem Umfang baulich erweitert. Neue Institute, Labore, ein In-vivo-Pathophysiologielabor und Gebäude für Unternehmen werden entstehen, technologische Plattformen bedürfen der Erweiterung. Insbesondere die Infrastruktur des nördlichen Areals muss angepasst und erneuert werden. Im Frühjahr 2010 wurde auf dem Campus ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Wettbewerb durchgeführt. Im Ergebnis entstand ein zukunftsweisendes Leitbild, das dem Anspruch eines führenden Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg gerecht wird.

Abb.: Entwurf der sinai - Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH

 

In-vivo-Pathophysiologielabor (IPL)


Anfang 2015 hat der Bau des In-vivo-Pathophysiologielabors (IPL) auf dem Campus Berlin-Buch begonnen. Das IPL ist ein Ersatzneubau für ein älteres Tierhaus des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und wird Platz für 4.000 Maus- und Rattenkäfige beziehungsweise etwa 12.000 Tiere bieten. In dem Gebäude werden außerdem Laborräume entstehen. Das Hauptaugenmerk bei den Tierversuchen wird im IPL auf minimal-invasiven, also wenig belastenden Methoden liegen. Dazu zählen zum Beispiel modernste bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie oder PET-Scans. In das Bauprojekt fließen 24 Millionen Euro aus Zuwendungsmitteln des Bundes und des Landes; davon zehn Millionen Euro vom MDC. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2017 geplant.

(Abb.: Doranth Post Architekten)

 

Forschungseinrichtung experimentelle Medizin (FEM)


Haupteingang FEM

Am Campus Berlin Buch entsteht im Rahmen des Bau-Masterplans der Charité - Universitätsmedizin Berlin die Forschungseinrichtung experimentelle Medizin (FEM), die ein technisch veraltetes und stark sanierungsbedürftiges Tierhaus ersetzen wird. Die Baumaßnahme schließt ein gemeinsames Infrastrukturgebäude (ISG) mit ein, das in Kooperation mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) errichtet wird. Der Neubau bietet mit 20.400 qm ausreichend Fläche für modernste und schonende Untersuchungsverfahren; insbesondere für bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). Die Fertigstellung des Neubaus ist für 2017 geplant.

(Abb.: Doranth Post Architekten)

BIH-Rechenzentrum


Für die Infrastruktur des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (Berlin Institute of Health/BIH) ist ein eigenes Rechenzentrum im südlichen Campusbereich entstanden, das 2015 in Betrieb genommen wurde. Hierfür stellte das BIH 2,1 Millionen Euro zur Verfügung. In diesem Rahmen wird der Campus auch eine redundante Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsdatennetz der öffentlichen Wissenschaftseinrichtungen in Berlin erhalten.

Biobankgebäude/Liquid-Bio-Repository


Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) hat 2016 an zwei Berliner Standorten, in Mitte und Buch, professionelle Biobanken errichtet. Sie verfügen über einen hohen Automatisierungsgrad, kontinuierliches Temperaturmonitoring, Datensicherheit und damit über eine ausgezeichnete Qualität an Proben. Diese hohe Qualität gehört zu den Schlüsselvoraussetzungen für eine international wettbewerbsfähige biomedizinische Forschung. Um molekulare Ursachen von Krankheiten erforschen zu können, benötigen die Forschenden geeignete Biomaterialien wie Blut, Urin und Gewebeproben sowie Behandlungsdaten.

Auf dem Campus Berlin-Buch werden künftig schwerpunktmäßig flüssige Proben von großen Patienten-Kohorten aufbewahrt. Am Charité Campus Virchow-Klinikum werden vor allem Biomaterialien aus der Krankenversorgung und klinischen Forschung gesammelt und gelagert. Die Proben aus beiden Standorten werden Forschungsprojekten des BIH zur Verfügung stehen. Insgesamt investierten BIH und MDC 3,8 Millionen Euro in die Errichtung des Biobankgebäudes/Liquid-Bio-Repository in Buch.

Abb.: Entwurf der Biobank auf dem Campus Berlin-Buch (HEIDE & VON BECKERATH)

BIH-Forschungsgebäude


MDC und BIH bauen am Lindenberger Weg ein neues Forschungsgebäude für Ärzte, Forscher und Patienten. Das Käthe-Beutler-Haus ist bezugsfertig ab 2020.

Auf dem Forschungscampus Buch weichen zwei Krankenhausbauten aus den Siebzigerjahren einem neuen Forschungsgebäude. Das Haus am Lindenberger Weg 80 wird den Namen der 1935 vertriebenen Berliner Kinderärztin Käthe Beutler tragen. Hier baut das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) zusammen mit dem Max-Delbrück-Centrum (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin einen neuen Standort auf.

Vor Beginn der Abrissarbeiten wurden die Kronen der drei Platanen vor dem Gelände bereits gestutzt, um sie vor größeren Schäden zu bewahren. Ab Herbst rücken Bagger an, reißen die alten Häuser ab und heben eine Baugrube aus. Das Gebäude für 135 Mitarbeiter wächst ab Februar 2018 in die Höhe. Zwei Jahre später ziehen dann Forscherinnen und Forscher sowie Ärztinnen und Ärzte ein, um sowohl klinisch zu forschen als auch Grundlagen aufzuklären.

Der öffentlich zugängliche Eingangsbereich des Käthe-Beutler-Hauses wird eine kleine Cafeteria haben, die allen Besucherinnen und Besuchern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offenstehen wird. Schon Ende 2019 wird der Bus direkt vor dem Eingang des neuen Gebäudes halten. Derzeit hält er noch auf dem Campus, um die Patientenambulanzen anzubinden.

www.mdc-berlin.de