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leben / 29.05.2017
Am Tag der Städtebauförderung auf den Spuren der Geschichte

 Trotz Neubau, Sanierung und Umnutzung – Berlin ist noch immer auch eine Stadt mit verborgenen Seiten und verwunschenen Orten. Prof. Dr. Kant, ehemaliger ärztlicher Direktor und Zeitzeuge bei der Führung durch das Gebäude des ehemaligen Regierungskrankenhauses der DDR, kann sich die Aufregung um den Ort nicht ganz erklären, schließlich wurde das Krankenhaus nach der Wende für alle geöffnet und bis 2008 vom Helios-Krankenhauskonzern genutzt. Dennoch waren die Führungen zum Tag der Städtebauförderung völlig überbucht. 133 Interessierte, darunter viele ehemalige Mitarbeiter und Bucher Bewohner, erkundeten mit Taschenlampen bewaffnet das Haus und wollten wissen, was aus dem Gelände wird. Dies erfuhren sie gleich zu Beginn von Christoph Speckmann, Fachbereichsleiter Stadterneuerung im Stadtentwicklungsamt Pankow.

Zurzeit werden die Abrisskosten für das Gebäude ermittelt, außerdem wird geprüft, ob hier Wohnungsbau möglich ist. Doch dies braucht seine Zeit. Nach dem Auszug der Helios-Klinik fand sich jahrelang kein Interessent und so wuchert üppiges Grün die ehemals gepflegten Außenanlagen zu. Die Bausubstanz ist noch gut erhalten, versichert der zweite Zeitzeuge, der damalige Bauleiter Herr Scholz.

Davon können sich die Gäste überzeugen, auch wenn im Inneren wenig erhalten blieb. Kunstwerke sind verschwunden, doch das Tor des bekannten Metallkünstlers Achim Kühn ist zum Glück noch erhalten. Neben dem für Erich Honecker reservierten Zimmer, reicht die Besichtigungstour vom Foyer über den Speisesaal, den OP-Trakt bis zur Schwimmhalle, wo eine kleine Ausstellung zum Stadtumbau in Buch aufgebaut ist. Die Hallenwand ziert ein Kunstwerk von Frank Glaser (Foto). Im trockenen Becken prangt ein riesiger Blutfleck, hier ist der Nervenkitzel plötzlich greifbar. Es ist Filmblut eines Krimi-Drehs für das Fernsehen. Für Herrn Wieck, den Gebäudebetreuer, ist das Alltag, er betreut mehrmals im Monat Filmteams, die diesen Ort lieben.

Text und Foto: Anka Stahl

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

www.stadtentwicklung.berlin.de

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