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leben / 23.06.2017
In Buch die Zukunft gestalten

  

 

 

 

 

 

 

 


Die SPD-Politiker Klaus Mindrup und Raed Saleh trafen sich mit Bucher Akteuren zum gemeinsamen Dialog

Am Technologie- und Gesundheitsstandort Buch sollen in den kommenden Jahren neue Wohngebiete und Flächen für forschungsnahes Gewerbe entstehen. Dieses potenzielle Wachstum lenkt den Blick auf notwendige und innovative Lösungen für die Infrastruktur. Vieles wurde bereits mit staatlichen und privaten Mitteln auf den Weg gebracht: Kitas, Freizeiteinrichtungen und ein Teil der Schulen wurden mit Mitteln des Förderprogramms Stadtumbau saniert. Private Investoren haben drei der großen historischen Klinikareale in attraktive Wohnanlagen umgewandelt. Der dritte Bauabschnitt der Schlosspark-Passage steht vor dem Start. Welche Schritte sind nun erforderlich, um die weitere Entwicklung von Buch zu ermöglichen? Am 16. Juni diskutierten der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, diese Frage mit Akteuren aus der Wirtschaft und Wissenschaft sowie Bucher Bürgern. 

Soziale Infrastruktur im Fokus

Bis zu 2.500 Wohnungen könnten in Buch noch entstehen, die Zahl der Familien wird weiter steigen, weshalb eine der dringenden Fragen ist, mit welchen Fördermitteln die öffentlichen Schulen weiter ertüchtigt werden können. „Die Stadtumbaumittel reichen nicht aus, um den Hauptbau der Integrierten Sekundarschule zu sanieren oder das leerstehende Schulgebäude in der Karower Chaussee als Grundschule zu ertüchtigen“, erklärte Stadtplanerin Kerstin Jahnke von der Planergemeinschaft. Das Büro zeichnet für das aktuelle Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) von Buch verantwortlich. Eines der wichtigsten Vorhaben des ISEK ist es, ein überregionales Bildungs- und Integrationszentrum zu errichten. Es soll die Bibliothek, die Volkshochschule, die Musikschule und einen Teil des Gläsernen Labors beherbergen und einen Saal für öffentliche Veranstaltungen erhalten. „Integration, das Miteinander und Bildung sind wichtige Anliegen. Dieses Bildungszentrum ist eine gesamtstädtische Aufgabe“, so Raed Saleh. Das Bezirksamt Pankow ist damit betraut, einen formellen Architekturwettbewerb für das Bildungszentrum durchzuführen, jedoch personell am Limit. „Wir können das Vorhaben leider nicht beschleunigen“, erklärte André Kima vom Pankower Stadtplanungsamt.

Wachsende Stadt – neue Wohnungen in Buch

Zu den Liegenschaften der Stadt Berlin, die als potenzielle Wohnbauflächen in Betracht kommen, gehören das frühere Regierungs- bzw. Stasi-Krankenhaus, das Waldhaus, die Brunnengalerie und Buch IV. Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, erläuterte, dass derzeit ein Flächentausch mit den Berliner Forsten geprüft würde: Die Grundstücke der ehemaligen Regierungskrankenhäuser sollen renaturiert werden, wohingegen im Wald an der Straße Am Sandhaus Bauflächen geschaffen werden sollen. Großes Interesse findet das erneute Bieterverfahren für das Waldhaus. Neben der denkmalgerechten Sanierung des Objekts sind Flächen für Neubauten vorgesehen, die zu 30 Prozent sozialem Wohnungsbau vorbehalten sind. Andrè Kima informierte darüber, dass das Bezirksamt die städtebauliche Rahmenplanung für die Brunnengalerie und Buch IV ausgeschrieben hat. Für den südlichen Teil der Brunnengalerie, der für die Erweiterung des Wissenschafts- und Technologiecampus vorbehalten ist, wird die Campusbetreibergesellschaft BBB Management GmbH in Kürze eine Ideenskizze zur Vorbereitung der Bebauungsplanung seitens des Bezirks erstellen. „Die Senatsverwaltung für Wirtschaft ist darauf bedacht, dass dort Flächen zur Ansiedlung von forschungsnahem Gewerbe erhalten bleiben und eine Direktvergabe möglich ist“, so Geschäftsführerin Dr. Christina Quensel. Auf diese Weise kann auf Ansiedlungswünsche von Unternehmen flexibel reagiert werden – ein entscheidender Standortfaktor.

Mobilität – nachhaltig und smart

Viele der internationalen Mitarbeiter des Campus und Klinikcampus wohnen in der City und pendeln täglich nach Buch. Eine ausgesprochen gute Lösung wäre es, einen Regionalbahnhalt in Buch einzurichten und dadurch die Fahrtzeit deutlich zu verkürzen oder die S-Bahn enger zu takten. „Im Rahmen des energetischen Quartierskonzepts, das wir gemeinsam mit Bucher Akteuren erarbeiten, kommt der Mobilität eine ganz entscheidende Rolle zu“, so André Kima. „Mit einem Regionalbahnhof, einem Radparkhaus, optimierten Wegeverbindungen für Radfahrende und Fußgänger sowie E-Mobility setzen wir auf umweltfreundliche Mobilität. Buch könnte durchaus Modellstandort für Insellösungen für Rad- und Elektromobilität werden.“ Dana Lafuente, Referentin des Administrativen Vorstands vom Max-Delbrück-Centrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) begrüßte diese Bestrebungen: „Die Forschungseinrichtungen des Campus sind weltweit renommiert. Wenn wir international die besten Köpfe nach Buch holen wollen, bedarf es einer modernen Infrastruktur im Ort.“ Prof. Dr. Oliver Daumke, MDC, ergänzte: „Nicht wenige Mitarbeiter arbeiten bis spät in die Nacht. Nach 23 Uhr ist es allerdings schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Campus wegzukommen. Daher ist jede Verbesserung der Anbindung willkommen.“

Dr. Ulrich Scheller, ebenfalls Geschäftsführer der BBB Management GmbH, wies daraufhin, dass in Buch 6.500 Menschen in der Gesundheitswirtschaft arbeiten. „Der Wirtschaftserweiterung kommt eine große Bedeutung zu. Wenn wir für Buch als Standort werben und der Autobahnanschluss an den Berliner Ring ausbleibt, müssen wir andere Lösungen zur Verbesserung der verkehrlichen Anbindung Buchs schaffen.“ Um den Regionalbahnhof zu realisieren, sollte die Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs durch den Bezirk gesichert werden. Andererseits würden im Bahnhofsumfeld Flächen für ein Mietradsystem benötigt, denn für die in Buch Beschäftigten soll ein solches für den Weg zwischen Bahnhof und Campus geschaffen werden. „Eine Fläche für die Räder in Nähe des S-Bahnhofs zu finden, erweist sich aktuell als schwierig. Es ist aber wichtig, kurzfristig kleine sichtbare Erfolge zu erzielen“, erklärt Dr. Scheller.

Auch die lange Bauzeit der Hauptverkehrsader durch Buch, der Wiltbergstraße, wurde kritisiert. „Entlang der Schlosspark-Passage könnte durchaus bis spät in den Abend gebaut werden, da keine Anwohner belästigt werden“, schlug Peter Scholz, Projektmanager von Widerker, vor. Die Geschäfte in der Schlosspark-Passage erlitten durch die Bauarbeiten starke Einbußen. Sobald die Wiltbergstraße erneuert sei, würden zudem die Bauarbeiten an der S-Bahnbrücke den Verkehr entlang der Straße erneut behindern. Klaus Mindrup zog das Pilotprojekt AVUS-Sanierung heran, das dank einer Prämie ein Jahr früher fertiggestellt wurde: „Vielleicht könnte man in Buch eine vergleichbare Lösung finden.“ Nicht zuletzt wurde das Thema des zum Teil erheblichen Lärms durch Güterverkehr erörtert, auf das eine Bürgerinitiative aufmerksam macht und für das sich auch Klaus Mindrup einsetzt.

Um die nachhaltige Mobilität vor Ort zu stärken, stellten Mindrup und Saleh in Aussicht, den Antrag der SPD vom 13. Mai 2017, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, um die Belange von Buch zu ergänzen. Raed Saleh bekräftigte, dass es sinnvoll sei, bestehende Strukturen zu nutzen. Zudem setzt sich Klaus Mindrup mit einer Pressetour für einen Fahrradhighway vom Bürgerpark in Pankow nach Buch ein: Am 24. Juni, kurz vor dem Start der Langen Nacht der Wissenschaften, wird er zusammen mit Vertretern des ADFC diese Strecke mit dem Rad abfahren.

Zwei Schulen, drei Kitas und eine Turnhalle?

Mit dem Ludwig Hoffmann Quartier ist in Buch etwas Besonderes entstanden: Investor Andreas Dahlke hat nicht nur rund 30 historische Klinikbauten in Wohnhäuser umgewandelt, sondern auch zwei Schulen und drei Kitas errichtet. Ein Großteil der 700 Wohnungen ist bereits fertiggestellt. Was noch fehlt, sind Sportanlagen und eine Turnhalle, die den Bildungseinrichtungen und lokalen Vereinen zur Verfügung stehen würden. „Wir sind für die soziale Infrastruktur ohne Fördermittel mit privaten Investitionen in Vorleistung gegangen, aber für die Turnhalle brauchen wir ganz klar finanzielle Unterstützung“, so Dahlke. Er bot an, das Grundstück zur Verfügung zu stellen und die Halle schlüsselfertig zu übergeben. „Wäre es nicht möglich, hier ein Modellprojekt in Kooperation mit dem Land Berlin zu initiieren?“

Der erfahrene Investor regte an, mit Partnern wie der Deutschen Wohnen und der BIM bereits auf Teilgrundstücken an der Straße Am Sandhaus zwei- bis dreihundert Wohnungen mit Kita zu errichten. „Bis ein Gesamtkonzept für das gesamte nordwestliche Areal bis zur Hobrechtsfelder Chaussee erstellt ist, vergeht viel Zeit“, so Andreas Dahlke. Raed Saleh räumte ein, dass die Genehmigungsverfahren in den letzten Jahren erschwert wurden, so dass ein Zeitraum von zwei bis drei Jahren bis zur Genehmigung einzukalkulieren sei. Herr Kima erklärte, dass Genehmigungsverfahren für derartige Projekte in Buch im Bezirksamt soweit wie möglich Priorität genießen würden. „Buch ist einer der Berliner Transformations- und Wachstumsräume“, so Kima abschließend. 


Foto:
Wie soll Buch zukünftig aussehen? Klaus Mindrup, Bundestagsabgeordneter der SPD und Raed Saleh, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus im Dialog vor Ort. (Foto: Christine Minkewitz, BBB Management GmbH)

Quelle: BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch

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