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heilen,forschen / 04.07.2017
BIH fördert acht zukunftsweisende Innovationsprojekte für eine bessere Patientenversorgung

Acht medizinische und pharmazeutische Projekte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) erhalten eine Förderung durch den BIH Technology Transfer Fund 2017. Ausgewählt wurden Projekte, die neben ihrer hohen wissenschaftlichen Qualität in den Bereichen Pharmazie, Diagnostik und Medizinprodukte ein großes kommerzielles Innovationspotenzial aufweisen und damit zu einer besseren Patientenversorgung beitragen sowie neue Therapiemöglichkeiten eröffnen.

Die Qualität der Projekte wurde danach beurteilt, inwieweit mit den Fördermitteln ein entscheidender Entwicklungs- und Validierungsschritt in Hinblick auf zukünftige Wirtschaftlichkeit erreicht werden kann. Bereits während des Begutachtungsprozesses hatten die Antragstellenden die Möglichkeit, ihre Projektvorhaben intensiv mit externen Expertinnen und Experten zu diskutieren. Folgende Projekte aus den Bereichen Pharmazie, Diagnostik und Medizinprodukte werden durch den BIH Technology Transfer Fund 2017 gefördert:

BIH Technology Transfer Fund 2017 für pharmazeutische oder diagnostische Produkte

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Matthias Taupitz (Charité) entwickelt ein orales Medikament auf Basis von Maghämit-Nanopartikeln für die Behandlung der Hyperphosphatämie, die beispielsweise bei chronischer Niereninsuffizienz auftritt. Im nächsten Schritt sollen präklinische in vivo Targetstudien zur Identifizierung des neuartigen Wirkmechanismus durchgeführt werden.

Prof. Dr. Ulrike Stein (Experimental and Clinical Research Center, Charité und MDC) arbeitet an einer neuartigen Kombinationstherapie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs, die ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Metastasen haben. Zukünftig soll die synergistische Wirkung zweier Wirkstoffe zur Verhinderung einer Metastasierung im Tiermodell getestet werden.

Das Team um Dr. Altuna Akalin (MDC) und seine Kooperationspartner Dr. Adelheid Kratzer und Prof. Dr. Ulf Landmesser (beide Charité) planen eine Proof-of-Concept Studie für ein neuartiges Diagnostikum unter Verwendung von frei zirkulierender DNA. Mit der vorgeschlagenen Technologie soll es möglich sein, Erkrankungen, beispielsweise im kardiovaskulären Bereich, auf Basis von dieser DNA aus Blut einfach und kostengünstig diagnostizieren zu können.

Dr. Karl Skriner (Charité) hat ein diagnostisches Verfahren zur Früherkennung und entsprechend früheren Behandlung der rheumatoiden Arthritis entwickelt. Im nächsten Schritt sollen die Komponenten des Tests bei einem zertifizierten Hersteller nach den geltenden Richtlinien für In-Vitro-Diagnostik produzieren werden. Anschließend soll der Test an klinischem Probenmaterial validiert werden, um das Produkt CE-zertifizieren zu können.

BIH Technology Transfer Fund 2017 für Medizinprodukte

In seinem Projekt zu einer seltenen, aber meist tödlich verlaufenden Autoimmunkrankheit plant Dr. Stephen Marino (Experimental and Clinical Research Center, Charité), gezielt die ursächlichen Auto-Antikörper aus dem Blut betroffener Patientinnen und Patienten durch Blutwäsche zu entfernen. Er plant, Prototypen von Adsorbersäulen herzustellen, die hinsichtlich ihrer Effizienz zur Blutreinigung an vorhandenen Patientenmaterialen getestet werden.

Um die große Gruppe der Dialysepatientinnen und -patienten geht es in dem Projekt von Prof. Dr. Markus van der Giet (Charité). In diesem soll die erweiterte Nutzung einer bereits zugelassenen Adsorptionssäule zur Adsorption von Urämietoxin Serum Amyloid A aus dem Blut von Dialysepatientinnen und -patienten nachgewiesen werden. Diese Toxine sind unter anderem für eine starke Erhöhung des kardiovaskulären Risikos von Dialysepatienten verantwortlich.

Eine Anschlussförderung zu dem bereits 2015 durch den BIH Technology Transfer Fund geförderten Projekt wurde Dr. Michael Notter (Charité) für das neue CAIROS 4.0 eHealth System für erhöhte Patientensicherheit bei Infusionstherapien bewilligt. Nach der Herstellung und initialen Validierung des Prototypen und der Software aus den Fondsmitteln 2015 ist eine erste klinische Evaluierung an der Charité geplant.

Ein neuartiges Dentalimplantat basierend auf dem Hochleistungswerkstoff Polyetheretherketon, wird von dem Werkstoffwissenschaftler Prof. Dr. Wolf-Dieter Müller und dem Oralchirurgen Dr. Andreas Schwitalla (beide Charité) weiterentwickelt. Die Forschenden wollen die beste Oberflächenmodifikation für die Osseointegration im Schafsmodell identifizieren.

Neue Technologietransfer-Einheit „Berlin Health Innovations“

Ab 2018 wird die Förderlinie Technology Transfer Fund in der Validierungsförderung der neuen Technologietransfer-Einheit „Berlin Health Innovations“ integriert. Berlin Health Innovations hat zum Ziel, die Umsetzung neuer biomedizinische Erkenntnisse und Entwicklungen des BIH und der Charité in medizinische Produkte und Dienstleistungen zu beschleunigen, die den Behandlungserfolg steigern und so zum Nutzen von Patientinnen und Patienten und Gesellschaft beitragen.

Quelle: Berliner Institut für Gesundheitsforschung / Berlin Institute of Health (BIH)

bihealth.de

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