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/ 14.09.2018
Neue Therapieansätze ermöglichen bessere Heilungschancen bei Brustkrebs

 Allein in Deutschland erkranken jährlich 70.000 Frauen an Brustkrebs, etwa 3.500 davon in Berlin und Brandenburg. Bei der Diagnose und Behandlung von Brustkrebs wurden in den letzten 20 Jahren deutliche Fortschritte erzielt. Aber nur 40 Prozent der Frauen gehen zu mammographischen Untersuchungen, obwohl frühes Erkennen eine der besten Methoden ist, brusterhaltend zu operieren sowie Brustkrebs zu heilen und die Sterblichkeit zu senken.

Brustzentren haben eine klar strukturierte Arbeitsweise: „Wir arbeiten eng und fachübergreifend zusammen. Gynäkologen, Onkologen, Gewebediagnostiker, Radiologen, Nuklearmediziner, Strahlentherapeuten, plastischen Chirurgen, Psychologen, Genetiker, Sozialarbeiter und spezialisierte Brustkrankenschwestern“, sagt Prof. Dr. Michael Untch, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiter des zertifizierten Brustzentrums im Helios Klinikum Berlin-Buch. Das Team kooperiert mit niedergelassenen Frauenärzten und den Mammographiescreening-Zentren in Berlin und Brandenburg. Beratungen aller Behandlungspartner für jede Patientin erfolgen im interdisziplinären Tumorboard.

Nach Brustkrebsoperationen ist häufig eine Strahlentherapie notwendig, um ein erneutes Tumorwachstum in der Brust zu verhindern. Im Bucher Brustzentrum werden dabei zwei hochwirksame Bestrahlungsverfahren erfolgreich angewendet: die intraoperative Bestrahlung mit Elektronen (IOERT) sowie die sogenannte hypofraktionierte Strahlentherapie.
„Die intraoperativen Bestrahlung mit Elektronen erfolgt rund ein bis zwei Minuten lang während der Operation genau an der Stelle, an welcher der Tumor kurz zuvor aus der Brust entfernt wurde. Der Operateur weiß genau, wo der Tumor lag und kann am besten die Region bestimmen, in der das Risiko für ein Wiederauftreten des Tumors am höchsten ist“, erläutert Prof. Dr. Robert Krempien, Chefarzt der Strahlentherapie im Helios Klinikum Berlin-Buch. Umliegende gesunde Körperstrukturen werden dabei geschützt, da die Strahlung nicht wie sonst üblich von außen durch das gesunde Gewebe zum Tumorbett geleitet werden muss. Auch die hypofraktionierte Bestrahlung kann bei vielen Patientinnen die Behandlungszeit bei einer typischen Nachbestrahlung um rund zwei Wochen gegenüber herkömmlichen Bestrahlungszeiträumen verkürzen. Dabei erfolgt die Bestrahlung der Brust jeweils mit einer etwas höheren Dosis pro Tag. Beide Verfahren reduzieren die Belastung für die Patientinnen, wie in internationalen Studien bestätigt wurde.

Bereits seit 2014 ist im Bucher Brustzentrum zudem ein Tumor-Multigentest Standard, mit dessen Hilfe sich für oder gegen eine Chemotherapie entschieden wird. „Bei etwa einem Drittel aller Frauen, die in Deutschland an Brustkrebs erkranken, kann nach dem Testergebnis eine Chemotherapie vermieden werden“, sagt Prof. Dr. Untch. Rund drei Viertel aller Patientinnen, bei denen der Brustkrebs in einem frühen Stadium durch das Mammographie-Screening entdeckt wird, haben keine befallenen Lymphknoten in der Achselhöhle. Für viele dieser Patientinnen ist der Test sehr sinnvoll – vorausgesetzt, er wird bei der Erstoperation durchgeführt. Mit dem Multigentest Endopredict werden die Aktivitäten mehrerer Gene aus dem Tumor ermittelt: Bei einem niedrigen Wert ist das Risiko einer Neuerkrankung minimal. Eine Operation mit anschließender Strahlentherapie und eine Antihormontherapie sind ausreichend; eine Chemotherapie ist nicht erforderlich. Bei einem erhöhten Wert hingegen kann der Krebs im Körper streuen, so dass Patientinnen von einer Chemotherapie profitieren.

Krebs-Infotag am 22. September
Von 9 bis 15 Uhr sprechen Spezialisten im Helios Klinikum Berlin-Buch mit Interessierten über moderne Krebsmedizin. TV-Mediziner Dr. Carsten Lekutat moderiert eine Expertenrunde zur fachübergreifenden Krebsbehandlung. Den Impulsvortrag zum Thema Naturheilverfahren hält Prof. Dr. Andreas Michalsen.
Programm unter www.helios-gesundheit.de/krebs-weiter-leben


Foto: Prof. Dr. Michael Untch, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe im Helios Klinikum Berlin-Buch, leitet seit 13 Jahren das zertifizierte Brustzentrum. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Quelle: Pressemitteilung HELIOS Klinikum Berlin-Buch

www.helios-gesundheit.de

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