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heilen / 26.06.2017
Deutschlands Onko-Team 2017

  

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Team der Station 205 b der Evangelischen Lungenklinik ist „Deutschlands Onko-Team 2017“

Die Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK) und der Krebsverband Baden-Württemberg e.V. haben im Juni die Auszeichnung „Deutschlands Onko-Team 2017“ vergeben. Diese würdigt die Arbeit und das Engagement eines onkologischen Teams. Für die Auszeichnung hatten sich 15 onkologische Pflegeteams  beworben. Auf den ersten Platz gelangte das Team der Station 205 b von der Evangelischen Lungenklinik Berlin als „Deutschlands Onko-Team 2017“.

Die Auszeichnung soll dazu motivieren, die Kriterien erfolgreicher Zusammenarbeit zu erkennen und wertzuschätzen. Teamarbeit in der Onkologie fördern heißt, die Versorgungsqualität krebskranker Menschen zu steigern. Der Wettbewerb richtet sich an alle Pflegeteams, die krebskranke Menschen betreuen und behandeln. Die Gutachterkommission bestand aus Vertretern der KOK, des Baden-Württembergischen Krebsverbandes e.V. und Patientenorganisationen.

Auf der Station 205 b werden vorwiegend onkologische Patienten betreut; ein Behandlungsschwerpunkt ist Palliative Care. Das Stationsteam lässt sich immer wieder Besonderes einfallen, um die Patienten ganz individuell bestmöglich zu pflegen und zum Beispiel Wünsche von Palliativpatienten zu erfüllen. Gleichzeitig steht aber ausdrücklich auch das Wohlergehen der Mitarbeiter im Fokus. (Mehr über das Team, siehe unten.*)
Weiterführende Informationen: www.pgdiakonie.de/evangelische-lungenklinik-berlin/kliniken-einrichtungen/lungenkrebszentrum

Als Gewinner der Ausschreibung „Deutschlands Onko-Team 2017“ wurden am 12. Juni 2017 in Heidelberg ausgezeichnet:
1. Platz: Team Station 205 b, Evangelische Lungenklinik Berlin Buch  
2. Platz: Team Brustzentrum Mittelthüringen, DRK-Krankenhauses Sömmerda
3. Platz: Team Onkologisches Zentrum, Diakonissen-Stiftungskrankenhaus Speyer

Die Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK) wurde im Januar 1987 in Frankfurt/Main gegründet. Sie ist eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. Die Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege setzt sich dafür ein, dass

  • die Qualität der pflegerischen Betreuung krebskranker Menschen auf einem hohen Niveau liegt.
  • die Vernetzung von Pflegewissenschaft und -forschung mit der onkologischen Praxis in Deutschland voranschreitet.
  • die Zusammenarbeit aller Personen, die sich praktisch, wissenschaftlich oder pädagogisch mit der Pflege krebskranker Menschen befassen, gefördert wird.
  • die Mehrheit der onkologisch Pflegenden fortgebildet ist.
  • die Bedeutung onkologischer Pflege im therapeutischen Team herausgestellt wird.
  • die Arbeit der KOK in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.


* Das Gewinnerteam stellt sich vor: „Wir sind die 205 B!“

Als eines der internistischen Teams der Evangelischen Lungenklinik Berlin liegt der Schwerpunkt unserer Station bei der Versorgung von onkologischen und palliativen Patienten. Seit vier Jahren haben wir uns enorm weiterentwickelt, einhergehend mit Personalveränderungen und einer adäquaten Arbeitsstruktur, die Abläufen Sinnhaftigkeit verleiht und das Wohlergehen von uns als Mitarbeitern auch nicht aus dem Auge verliert. Beispielhaft benennen möchten wir, dass wir uns als Therapieteam für unsere Patienten gemeinsam verstehen. Gemeinsam heißt, alle Berufsgruppen, die auf unserer Station für unsere Patienten da sind.

Verschiedene Berufsgruppen ergänzen sich im Team
Neben den Gesundheits- und Krankenpflegenden gehören auch Altenpflegerinnen und ein Gesundheits- und Krankenpflegehelfender dazu. Diese Vielfalt macht es möglich, den Bedürfnissen der Patienten und den Erfordernissen in der qualitativen Patientenbetreuung noch gerechter zu werden. So sind die Altenpflegerinnen mit ihrer gezielten Ausbildung hinsichtlich der Behandlungspflege und ihrem besonderem Blick für das Erkennen von Zusammenhängen in der Pflegeplanung inzwischen nicht mehr weg zu denken. Unser Gesundheits- und Krankenpflegehelfer ist z. B. als „zweiter Mann“ im Nachtdienst eine unglaubliche Unterstützung. Zudem selbstverständlich die Ärzte, unsere Physiotherapeutinnen, Sozialdienst-Kolleginnen, Servicemitarbeiterinnen, die Stationsassistentin, psychosozialen Begleiterinnen, unsere FSJlerin, die im Herbst die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege beginnt. Um die Voraussetzungen für kreative Lösungen zu haben, ist unser Qualifikationsmix mitentscheidend. Somit haben wir die Fachpflege Onkologie, mehrere Kollegen haben den Praxisanleiter und eine Palliative Care Basis und Aufbau-Weiterbildung, wir haben eine Wundexpertin, Pain Nurses, beide Führungskräfte haben Leitungskurse absolviert und mehrere Kollegen haben den 40-Stunden-Hygienekurs.
Alle engagieren sich zudem in hausinternen Arbeitsgruppen, wie Lokale Prozessbegleiter, um die Pflegequalität weiter zu entwickeln, z. B. werden Verfahrensanweisungen gemäß den Expertenstandards aktualisiert; Hygienebeauftragte, Schmerztherapie, Wunde usw. Regelmäßig werden interne und externe Fortbildungen besucht wie z. B. die Aromaöl-Workshops an denen bislang acht Kollegen teilnahmen.

Den Patienten umsorgen – von Kosmetik bis grünem Mangoshake
Was macht uns zum Onko-Team 2017? Bei allen steht der Patient im Mittelpunkt und so ist es auch bei uns. Wir haben überlegt, wie wir konkrete Unterstützung anbieten können, die sinnvoll ist und genutzt wird. Dabei haben wir im Team geschaut, was jeder gut kann, besonders gern macht und vielleicht in den Arbeitsalltag integrierbar ist. So führt unsere Stationsleitung gezielte Beratungen für die Patienten und Angehörigen durch, leitet z. B. Angehörige an, wie sie den Patienten in der Häuslichkeit selbst versorgen (Körperpflege, Nahrung, praktische Alltagshilfen, wenn kein Lifter usw. zur Hand ist) können. Eine Kollegin, die auch Hochzeits-Make-up macht, bietet den Patienten an, sich mit dem veränderteren Hautbild auseinander zu setzen, durch dekorative Kosmetik und das Verwenden von Tüchern wieder gern in den Spiegel zu schauen.
Mit der anliefernden Küche haben wir besprochen, dass uns für hochkalorische Shakes und Smoothies einmal wöchentlich Mascarpone, Obst, Gemüse, Nüsse, Sirup, Ingwer, Haferflocken, Öl usw. extra geschickt wird und wir individuell für die Patienten Alternativkost herrichten. Das ist dann auch immer etwas Besonderes für die Patienten, besonders für die Palliativpatienten, wenn es den Grünen-Mango- oder Power-Beeren-Shake gibt.

Linedance und Collagen
Unsere Kunsttherapeutin, der Seelsorger, die psychosozialen Begleiterinnen veranstalten oft besondere Events für den einzelnen Patienten, zusammen mit Kollegen des Teams. So gab es z. B. ein Countryfest mit Cowboyhüten und Linedance, weil der Patient Fan war und der Patientenalltag mit Chemo und Strahlentherapie ihn enorm stresste. Es wurde gesungen, gelacht und getanzt, es wurden Fotos gemacht. Dann gestaltet die Kunsttherapeutin immer eine Collage zur Erinnerung. Manchmal, wenn der Patient dann schon verstorben ist, ist es eine schöne Erinnerung für die Angehörigen. Auch wenn Kinder beteiligt sind, lassen wir uns gern etwas einfallen, um die Situation erträglich zu machen. Wir sind dann auch immer sehr bewegt, besprechen unsere Emotionen im Team und achten darauf, dass wir uns nicht vergessen. Jeder hat einen Blick auf den anderen. So sind uns Teamevents auch immer wichtig, nicht nur Weihnachtsfeiern und Sommerpartys.

In Rom flanieren und in Berlin Tulpen pflanzen
Im September sind wir für einen Tag nach Rom geflogen, ein wichtiges Teamevent. An diesem Tag wurde unsere Station grundgereinigt. Im Herbst haben wir zum wiederholten Male, zusammen mit den Pflegenden aller Stationen, Blumenzwiebeln zwischen unseren Häusern gesteckt, dieses Mal zusammen mit Kindern und Enkeln, für unsere Patienten, Kollegen, Besucher. Jetzt blühen Narzissen, Tulpen, Hyazinthen, leuchten mit ihren Farben mit der Sonne um die Wette und zaubern uns allen ein Lächeln ins Gesicht. Am Gründonnerstag haben wir Osternester für die Kinder versteckt, und es gab auch wieder ein Kuchenbuffet – „Pflege steckt die Blumenzwiebel“, unser Zusammenhalt soll dadurch sichtbar sein. Und am wichtigsten: Wir lieben unseren Job! Für die Patienten zu sorgen, löst neben physischen und psychischen Stress, aber eben auch Demut und Dankbarkeit in uns aus. Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig sehen, wahrnehmen, begegnen. Diese Aktion war für unser Team wieder etwas Besonders, wir hatten sehr viel Freude daran, uns etwas auszudenken, es vorzubereiten, den Text zu verfassen und letztendlich uns originell fotografieren zu lassen. Es hat unseren Teamzusammenhalt wieder gezeigt, einige Kollegen sind extra in der Freizeit gekommen, weil es ihnen wichtig war.

Foto: Evangelische Lungenklinik Berlin-Buch: Team der Station 205 B (Foto: Regine Zehler, Evangelische Lungenklinik Berlin)

Quelle: Evangelische Lungenklinik Berlin

www.pgdiakonie.de/evangelische-lungenklinik-berlin

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