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forschen, heilen, bilden / 24.09.2026
125 Jahre Blutgruppensystem – Zellbiologie erforschen im Gläsernen Labor

Foto: Katharina Bohm
Foto: Katharina Bohm

1901 legte der Mediziner Karl Landsteiner den Grundstein für die moderne Transfusionsmedizin. Sein Blutgruppensystem wird im Schülerlabor auf dem Campus Berlin-Buch anschaulich erklärt – durch die Bestimmung der eigenen Blutgruppe

Für seine wissenschaftliche Entdeckung der verschiedenen Blutgruppen A, B und 0 an der Universität Wien, die er 1901 veröffentlichte, erhielt der Mediziner Karl Landsteiner den Nobelpreis. Dieses System ermöglichte später erstmals sichere Bluttransfusionen, ohne Folgeerkrankungen oder sogar Lebensgefahr.

In einem umfassenden Experiment trennte er Blut von Probanden in die Bestandteile Serum und Blutkörperchen auf und mischte anschließend die roten Blutkörperchen mit unterschiedlichen Seren. In einigen Proben verklumpte das Blut, in anderen nicht. Aus diesem Agglutination genannten Phänomen leitete er die Einteilung der Blutgruppen ab. Dieses System wurde knapp 40 Jahre danach um den Rhesusfaktor ergänzt, an dessen Entdeckung Karl Landsteiner ebenfalls beteiligt war.

Bedeutung für die Medizin vermitteln

Im Schülerlabor des Gläsernen Labors wird das Thema regelmäßig aufgegriffen: Die Blutgruppenbestimmung ist Teil von Kursen für die Sekundarstufe im Bereich Zellbiologie zu den Themen Immunabwehr, Herz-Kreislauf und Rauchen und wird auch in einem Kurs der Grundstufe durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie wichtig Blutgruppen in der Medizin sind, welche Bedeutung sie in der Immunologie haben und wie Labordiagnostik funktioniert. Mit dem Einverständnis ihrer Eltern finden sie in den Kursen auch heraus, welche Blutgruppe sie selbst haben.

„Für Bluttransfusionen ist es entscheidend, die AB0-Blutgruppe und den Rhesusfaktor zu kennen. Wir erklären, warum besonders der Rhesusfaktor eine wichtige Rolle spielt – zum Beispiel bei Bluttransfusionen oder besonders während einer Schwangerschaft“, sagt Biologin Claudia Jacob, die das Gläserne Labor leitet.
Auch der Einfluss der Genetik wird anschaulich vermittelt: „Für viele Jugendliche ist die Vererbung der Blutgruppen ein faszinierendes Beispiel, wie genetische Merkmale von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben werden. Dass zum Beispiel ein Elternpaar mit Blutgruppe A ein Kind mit Blutgruppe 0 haben können, überrascht viele zunächst – ist genetisch aber durchaus möglich“, so Claudia Jacob.

Das Blutgruppensystem ABO

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) besitzen Oberflächenstrukturen, sogenannte Antigene. Menschen mit Blutgruppe A haben A-Antigene, Menschen mit B B-Antigene. Bei Blutgruppe AB sind beide Antigene vorhanden, während Blutgruppe 0 keines dieser beiden Antigene besitzt.

Im Blutplasma befinden sich wiederum Antikörper gegen die Antigene, die auf den eigenen Erythrozyten fehlen. Menschen mit Blutgruppe A besitzen daher Anti-B-Antikörper, Menschen mit B Anti-A-Antikörper. Bei Blutgruppe 0 sind keine Antikörper vorhanden, bei AB in der Regel keine Anti-A- oder Anti-B-Antikörper.

Antikörper erkennen passende fremde Antigene und können an diese binden. Deshalb ist die Bestimmung der Blutgruppe vor einer Bluttransfusion besonders wichtig: Treffen Antikörper des Empfängers auf die entsprechenden fremden Antigene der übertragenen Erythrozyten, kann es zu einer Verklumpung (Agglutination) und anschließenden Zerstörung der roten Blutkörperchen kommen. Eine solche Reaktion kann lebensgefährlich sein.

Quelle: Campus Berlin-Buch GmbH

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