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forschen, produzieren, heilen / 23.03.2026
Einstein Center for Early Disease Interception eröffnet

Foto: Pablo Castagnola/Einstein Stiftung
Foto: Pablo Castagnola/Einstein Stiftung

Sie wollen Krankheiten erkennen, bevor Symptome entstehen: Im Einstein Center for Early Disease Interception bündeln Forschende von zwölf Berliner Institutionen ihre Expertise, um neue Wege der Prävention zu erschließen und schneller in die Anwendung zu bringen. Mit einem feierlichen Auftakt nimmt es heute seine Arbeit auf.

Gemeinsame Pressemitteilung von Max Delbrück Center, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin Institute of Health in der Charité, Technische Universität Berlin

Dass sich eine ernste Erkrankung anbahnt, bleibt oft jahrelang unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, sind Organschäden bereits angerichtet und nur begrenzt rückgängig zu machen. Manchmal fehlt jeder Hebel, um den weiteren Verlauf zu stoppen. 

Forschende aus zwölf führenden Berliner Institutionen wollen das ändern und Prävention neu denken. Mithilfe neuester Technologien – darunter Entwicklungen aus Berlin – wollen sie verstehen, was ganz am Anfang einer Erkrankung in den Zellen unseres Körpers geschieht. Dieses Wissen schafft die Grundlagen, um deutlich früher einzugreifen: in einem Stadium, in dem erst einzelne Zellen betroffen sind und die Krankheit noch steuerbar ist.

Die Forschenden bündeln ihre Expertise im ​„Einstein Center for Early Disease Interception“ (EC-EDI). Es wird heute feierlich mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft am Berliner Institut für medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center in Mitte eröffnet. Die Einstein Stiftung Berlin fördert das Einstein-Zentrum mit insgesamt sechs Millionen Euro und unterstützt das EC-EDI bei der Rekrutierung junger internationaler Talente mit weiteren Mitteln, die das Land Berlin bereitstellt. Das Zentrum baut auf einer zweijährigen Vormodulphase auf. 

Ein dynamisches Netzwerk für Schlüsseltechnologien

In den nächsten sechs Jahren werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Entwicklung, Integration und Anwendung der Schlüsseltechnologien vorantreiben. Dazu gehören zum Beispiel Einzelzell-Multiomik-Technologien und räumliche Biologie, patient*innenspezifische Organoide, 3D-Bioprinting sowie Modellierungen von Mechanismen und Krankheitsverläufen auf der Basis von künstlicher Intelligenz. Es soll außerdem eine Plattform für die institutionenübergreifende Zusammenarbeit entstehen, um Forschungsergebnisse gemeinsam mit Unternehmen und Investor*innen schneller in die Klinik zu bringen und gleichzeitig gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert für Berlin zu schaffen. Im Fokus stehen zunächst Atemwegs- und neurologische Erkrankungen, wie beispielsweise entzündliche Lungenerkrankungen, Tuberkulose, Alzheimer und Multiple Sklerose.

Im EC-EDI arbeiten unter anderem die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), das Max Delbrück Center, die Technische Universität Berlin, die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin sowie weitere außeruniversitäre Einrichtungen wie das Museum für Naturkunde und Max-Planck-Institute zusammen. 

Die vier Sprecher*innen zur Eröffnung

Professor Nikolaus Rajewsky (Hauptansprechperson; Direktor des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center und Professor an der Charité):

„Wir treiben eine molekulare Prävention und Intervention voran – und wollen sie möglichst schnell in die Klinik bringen. Große Fortschritte entstehen weder allein in der Klinik noch ausschließlich im Labor oder am Computer. Das Einstein-Zentrum schafft daher eine gemeinsame, offene Plattform mit klaren Regeln und kurzen Wegen. Kliniker*innen, Grundlagenforscher*innen und Datenwissenschaftler*innen arbeiten institutionenübergreifend, auch mit Unternehmen und Investor*innen, zusammen. Das macht uns schneller und trägt hoffentlich dazu bei, Berlin als international renommierten Standort und Akteur in diesem Gebiet weiterzuentwickeln.“

Professor Leif Erik Sander (Projektleiter; Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin an der Charité und Arbeitsgruppenleiter am BIH):

„Herkömmliche Methoden können oft die frühen Vorzeichen sich anbahnender Erkrankungen nicht erfassen. Zudem verstehen wir auch gar nicht immer, was eigentlich molekular schiefläuft und wie man kausal eingreifen könnte, um die Krankheiten zu stoppen. Hier setzt ​‚Early Disease Interception‘ an: Mithilfe hochauflösender Technologien wollen wir verstehen, was die Weichen falsch stellt, und Möglichkeiten schaffen, diese Weichen sehr früh wieder umzustellen. Der Zug soll quasi zurück aufs gesunde Gleis. Aus unseren Erkenntnissen wollen wir innovative Lösungen, beispielsweise neue diagnostische Tests und Medikamente, entwickeln. So entsteht aus Forschung medizinischer Fortschritt und Wertschöpfung – und das stärkt den Innovations- und Wirtschaftsstandort Berlin.“ 

Dr. Janine Altmüller (Leiterin der Core Unit Genomics am Berlin Institute of Health in der Charité, BIH):

„Neue Methoden sind der Schlüssel zur Vision des Einstein-Zentrums: Noch nie zuvor war es möglich, charakteristische Merkmale wie Nukleinsäuren oder Proteine einzelner Zellen in ihrem natürlichen Gewebeverband so präzise und hochauflösend zu untersuchen. Selbst kleinste Veränderungen, die am Beginn einer Erkrankung stehen, können heute digitalisiert zum Beispiel mithilfe von KI besser entschlüsselt und besser verstanden werden. Dieses Wissen ist entscheidend, um gezielte Interventionen zu entwickeln. Im Einstein-Zentrum arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam an diesem Ziel und beschleunigen so die Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Anwendung.“

Professor Jens Kurreck (Geschäftsführender Direktor des Instituts für Biotechnologie, Technische Universität Berlin): 

„Das Einstein Center for Early Disease Interception eröffnet eine einzigartige Plattform für die enge Zusammenarbeit führender Berliner Forschungseinrichtungen und ermöglicht es, an verschiedenen humanen Modellen frühe Mechanismen der Krankheitsentstehung besser zu verstehen. Besonders wichtig ist dabei, jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Rahmen dieses Konsortiums Zugang zu modernsten Technologien zu bieten und ihnen optimale Bedingungen für den Aufbau ihrer wissenschaftlichen Karrieren zu schaffen.“
 

Weiterführende Informationen

Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (Max Delbrück Center)

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