Klinik-Tradition
Der Berliner Stadtbaurat und Architekt Ludwig Hoffmann (1852-1932) hat das Bild von Buch mit seinen Krankenanstalten maßgeblich geprägt. An dieser Stelle finden Sie einen kurzen Abriss über die Krankenhausanlagen Ludwig Hoffmanns in Berlin-Buch und ihre wechselvolle Geschichte.
Alte-Leute-Heim
Ehemaliges Ludwig-Hoffmann-Krankenhaus (Örtlicher Bereich III)
Erbaut als Alte-Leute-Heim
Gebaut: 1905 bis 1908
Gelände: 10 ha
Denkmalgeschützte Gebäude: 17
Aus "Berliner Tageblatt", 1909: "Dieses Heim für alte Leute sieht gar nicht wie ein Hospital oder wie ein Siechenhaus aus. Die zwanzig hübschen Häuser, aus denen diese Stadt besteht, haben helle Mauern und hohe rote Ziegeldächer; sie sind durch grüne Rasenflächen und gelbe Kieswege voneinander getrennt. Toröffnungen und Fluchtmauern lassen das Ganze dennoch zusammenhängend und einheitlich erscheinen."
Heute dient das Areal verschiedenen Nutzungen: Im "LudwigPark" ist ein neues attraktives Quartier "Wohnen für Generationen" entstanden. Unter anderem hat dort ein RENAFAN ServiceLeben seinen Sitz.
Dr. Heim Krankenhaus
Ehemaliges Dr.-Heim-Krankenhaus
(Örtlicher Bereich V)
Erbaut als Tuberkulose-Heilstätte
Ensemble geplant von Hoffmann
Gebaut: 1914-27 von Martin Wagner
Gelände 14,8 ha
Denkmalgeschützte Gebäude: 10
Das letzte und kleinste von Hoffmann in Buch geplante Krankenhausensemble liegt an der Hobrechtsfelder Chaussee idyllisch im Wald versteckt, 3 km von der Autobahn und 1,5 km vom S-Bahnhof Buch entfernt. Die drei großen, ehemals für TBC-Kranke errichteten Patientenhäuser, standen seit 1999 leer, das ehemalige Labor- und Pathologiegebäude sogar länger.
Im Herbst 2007 erwarb die UKB Denkmal AG das Objekt nach längerem Leerstand, um es als Wohnpark „Allées des Châteaux“ zu entwickeln. Insgesamt wurden zehn Bauten für Wohnzwecke denkmalgerecht saniert und bieten hohen Wohnkomfort. Geplant ist, das weitläufige Areal behutsam mit Stadtvillen zu ergänzen.
Genesungsheim
Krankenhausgelände Wiltbergstraße 50
Erbaut als IV. Irrenanstalt
Ensemble erbaut: 1912-1914
Fläche: 41,2 ha
Denkmalgeschützte Hoffmann-Gebäude: 32
Das von Hoffmann als IV. Irrenanstalt erbaute Areal wurde nie seiner Bestimmung übergeben. Im ersten Weltkrieg diente es als Lazarett, später war die Zahl der psychisch Kranken in Berlin nicht mehr so hoch wie ursprünglich angenommen, so dass Teile des Geländes an der Wiltbergstraße 1919 zur Kinderheilanstalt umfunktioniert wurden.
Ab 1963 bildete das Gelände das Herz des Städtischen Klinikums Buch, seit 2001 betrieben durch das HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Durch den großen Neubau des Helios-Klinikums auf dem nahen Hufeland-Campus wurde der Standort in der Wiltbergstraße nach und nach leergezogen.
2011 erwarb die Ludwig-Hoffmann-Quartier Objektgesellschaft mbH & Co KG das leerstehende denkmalgeschützte Areal vom Liegenschaftsfonds Berlin, um es zu sanieren und zu einem lebendigen städtischen Quartier zu entwickeln.
Hufelandkrankenhaus
Krankenhausgelände Karower Straße 11 (Örtlicher Bereich II)
Erbaut als III. Irrenanstalt, später Hufelandkrankenhaus
Ensemble gebaut: 1900 bis 1908
Gelände: 67,5 ha
Denkmalgeschützte Gebäude: 45
Das Gelände der ehemaligen III. Irrenanstalt war das erste Krankenhausensemble, das Hoffmann in Buch baute. Die für Hoffmann typische Pavillionbauweise verband das Angenehme mit dem Zweckmäßigen: Die psychiatrischen Patienten hatten viel Freiraum und die Übertragung von Infektionen war durch den Abstand zwischen den Häuser eingedämmt.
Auf dem "Klinikcampus" konzentrieren sich heute sämtliche Kliniken von Buch: das HELIOS Klinikum Berlin-Buch, das Immanuel Krankenhaus Berlin, die Evangelische Lungenklinik Berlin (ELK). Darüber hinaus hat die Akademie der Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. dort ihren Sitz.
Waldhaus
Waldhaus (Örtlicher Bereich IV)
Erbaut als Tuberkulose-Heilstätte
Gebaut: 1900 bis 1905
Gelände: 10,7 ha
Denkmalgeschützte Gebäude: 4
Die ehemalige Tuberkulose-Heilstätte ist wohl der imposanteste Bau Ludwig Hoffmanns in Buch. Die schlossartige Anlage mit großen Liegeflächen diente dazu, Tuberkulosekranke von der Bevölkerung zu isolieren und ihnen den gesundheitsfördernden Aufenthalt an der frischen Luft zu ermöglichen.
Seit 1992 steht das Gebäude leer. Der Liegenschaftsfonds Berlin bietet das Objekt zum Kauf an.
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