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forschen, produzieren, heilen / 26.06.2026
Weichen stellen und Synergien fördern

Prof. Dr. Christopher Baum © Thomas Rafalzyk / Berlin Institute of Health in der Charité (BIH)
Prof. Dr. Christopher Baum © Thomas Rafalzyk / Berlin Institute of Health in der Charité (BIH)

Interview mit Prof. Dr. Christopher Baum, Vorsitzender des BIH-Direktoriums und Vorstand des Translationsforschungsbereichs der Charité

Was zeichnet das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) aus?

Eindeutig unser Fokus auf die medizinische Translation: Unsere Mission ist, Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung in neue Ansätze zur personalisierten Vorhersage, Prävention, Diagnostik und Therapie zu übertragen und umgekehrt Beobachtungen im klinischen Alltag noch zielgerichteter in Forschungsideen und Innovationen zu überführen. Ziel ist es, einen relevanten medizinischen Nutzen für Patient:innen und Bürger:innen zu erreichen.

Das BIH hat verschiedene Standorte, darunter auch in Berlin-Buch. Wie funktioniert die Kooperation an den einzelnen Standorten?

Anfangs wurden mit BIH-Mitteln an den drei großen Klinikstandorten der Charité, also Benjamin Franklin, Virchow und Mitte sowie am Standort Buch strukturelle Voraussetzungen für die translationale klinische Forschung verbessert, zum Beispiel Clinical Research Units, Biobanken und Datenräume eingerichtet. Buch ist für uns sehr wichtig als exzellentes wissenschaftliches Ökosystem und Interaktionsraum. Hier gibt es einen riesigen Schatz an hervorragender Wissenschaft mit starker Translationskultur und mit dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC) auch schon vor Gründung des BIH eine eigene Translationseinrichtung. In Buch bestand bereits eine Kooperationswelt, die durch die Präsenz des BIH am Standort ergänzt wurde. Den Auftrag des BIH sehe ich darin, Lücken zu schließen und den Spirit in Richtung produkt- und nutzenorientierter Wissenschaft zu stärken. Idealerweise sind wir in der gesamten Wertschöpfungskette verknüpft und schauen dann, wie wir gemeinsam mehr erreichen können. Ein Beispiel wäre das Spin-off MyoPax von Max Delbrück Center und Charité, dessen Ausgründung wir über unser SPARK-BIH-Programm gefördert und begleitet haben.

Wie verhält es sich mit der privilegierten Partnerschaft mit dem Max Delbrück Center?

Zu Beginn bestand diese Partnerschaft vor allem in den Fokusbereichen vaskuläre Biomedizin und Single-Cell-Analytik. Inzwischen sind die Forschungsthemen erweitert worden. Privilegierte Partnerschaft heißt für mich, dass man sich strategisch abstimmt und idealerweise Infrastrukturen, wissenschaftliche Themen und auch Personalfragen so gestaltet, dass eine größtmögliche Synergie entsteht, ohne die jeweilige Autonomie der Einrichtungen infrage zu stellen. Wir gestalten eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

Ein schönes Beispiel ist die Ganzgenomsequenzierung, die wir gemeinsam in die Regeldiagnostik überführt haben. Das wäre ohne die bioinformatische Expertise, die in Synergie von MDC und BIH entwickelt wurde, nicht möglich gewesen. In der Umsetzung war dann die enge Anbindung an die Diagnostikbereiche der Charité, an das Zentrum für seltene Erkrankungen

Charité und BIH haben einen gemeinsamen Technologietransfer. Wie könnte man die Brücke zum Geschäftswissen der vielen Unternehmen im Biotechpark bauen? Denn letztlich brauchen wir Innovationen am Markt.

Unsere Mission ist primär, Patientennutzen zu entfalten, nicht nur bei einzelnen Betroffenen als Beweis des Prinzips, sondern möglichst skalierbar und standortunabhängig. Marktfähigkeit ist für mich nur ein Indikator für Nutzen; dazu kommt die Herausforderung, dass ein Produkt nicht zu teuer sein darf, weil sonst das solidarische Gesundheitssystem an seine Grenzen stößt. Gen- und Zelltherapien sind dafür ein Beispiel. Kosteneffizienz wird also auch zum Innovationstreiber. In Buch gibt es enorm viele Expert:innen, die grundlegende Technologien weiterentwickeln oder solche hervorgebracht haben. Diese frühen Innovationen, die das Potenzial haben, Plattformtechnologien zu werden, müssen wir noch mehr in den Fokus rücken. Dazu gehören beispielsweise neue Gen-VektorFamilien oder grundlegend neue Arten von Immuntherapien.

Mit dem GeneNovate Investors‘ Day als einer Maßnahme der Nationalen Strategie für gen- und zellbasierte Therapien hat das BIH deutschlandweit Ressourcen gebündelt. Wie ist es gelungen, dies nach Berlin zu holen?

Wir haben mit vielfältigen Akteuren überlegt, wie wir Investorenformate für die regulatorisch und technologisch unter besonderen Herausforderungen stehende Gen- und Zelltherapie besser etablieren können. Beim ersten GeneNovate Investors‘ Day 2025 war die Nachfrage von internationalen Investor:innen, Start-ups und Politik weitaus höher als erwartet – sicher auch, weil wir dort forschungs- und wirtschaftspolitische Fragen diskutiert haben, darunter die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Investor:innen. Die präsentierenden Start-ups mussten sich erstmals nicht gegen Defense-Tech oder andere Bereiche von Biotech behaupten.

Wo sehen Sie den stärksten Hebel, um Ausgründungen aus dem BIH weiter zu verstärken und zu beschleunigen?

Ausgründungen sind ein wichtiger Indikator, darüber hinaus sehen wir uns auch in anderen Dimensionen als Ökosystemspieler. Charité, MDC und BIH haben gemeinsam großes Potenzial, werthaltige Firmen und neue Produktideen hervorzubringen, und dabei sollten wir uns noch mehr gegenseitig unterstützen. Captain T Cell und der Anschub von T-knife wurden beispielsweise vom BIH gefördert. Da wir den Auftrag haben, auch national zu agieren, entwickeln wir gemeinsam mit anderen Playern in Deutschland Formate, um bundesweit innovationsorientierte Akteure und Projekte zu fördern. Im Rahmen der Nationalen Strategie für gen- und zellbasierte Therapien haben wir zum Beispiel ein Programm für Postdocs aufgelegt, mit dem wir an Standorten wie München oder Mainz Entrepreneurship-Trainings gestalten. Dieses Jahr haben wir 200 Teilnehmende an neun Standorten und rechnen in den nächsten fünf Jahren mit mindestens 1.000 Trainees. Das Programm soll helfen, Innovationen besser in die Validierung, in klinische Studien und damit natürlich in den Markt zu bekommen sowie eine überregional vernetzte Community aufzubauen.

Das Agieren über Grenzen hinweg hat große Vorteile. Wichtig ist sicher auch der Schulterschluss zu erfahrenen Unternehmen, so dass Gründungsprojekte eine schnellere Lernkurve bekommen.

Genau, es ist vor allem sehr wichtig, dass wir dies zusammen mit anderen Standorten in Deutschland und auch in Europa angehen. Produkte im Gesundheitsbereich müssen von Anfang an im internationalen Markt konkurrenzfähig sein und dort verschiedene Marktanforderungen erfüllen.

Wir streben an, dass wir Berlin mit Standorten wie München, Heidelberg, Kopenhagen, Leuven, Barcelona, London oder Paris verknüpfen, damit Start-ups durch eine Reihe strukturierter Angebote Impulse aus verschieden Ökosystemen aufnehmen, sowie Märkte und Wachstumschancen eruieren. Das kann ein im eigenen Saft verharrendes Ökosystem nie bieten.

Start-ups müssen relativ schnell die richtigen Partner finden, etwa für die Analytik oder um klinische Studien anzugehen, und das funktioniert am besten in einem kuratierten Netzwerk.

Start-ups agieren häufig aus der eigenen, anfangs segmentalen Betrachtung ihrer Welten. Das war einer der Gründe, warum wir jetzt einen Online-Atlas für Gen- und Zelltherapie aufgelegt haben, um Kontakte zu erleichtern. Darin kartieren wir die Akteure über alle Gebiete hinweg: Forschung, Entwicklung, Good Laboratory Practice und Good Manufacturing Practice, Start-ups, Industrie, Investoren, Patientenvertretungen – eine Heatmap der Akteure in Deutschland zu diesem Thema, unter anderem als Grundlage für produktspezifische Vernetzung. Translation braucht den Weg heraus aus den vertrauten Nischen.

Seit einem Jahr gibt es den BIH Clinical Incubator (CLIC). Welchen Schwerpunkt hat dieser?

Wir sehen den Bedarf bei akademischen Projekten, die kurz vor der Gründung sind und zunächst Raum und fachlichen Input für den nächsten Schritt brauchen. Inhaltlich geht es hier nicht nur um Gen- und Zelltherapie, sondern allgemein um personalisierte, regenerative Therapieansätze.

Auch CLIC versteht sich als Mitgestalter des Ökosystems. In ein paar Jahren wird der Inkubator dann in engem Wechsel mit dem Berliner Zentrum für Gen- und Zelltherapie (BC GCT) wirken.

Mit BioLabs haben Sie einen sehr guten Partner gefunden, der Start-ups auch die Möglichkeit zu internationalen Gastaufenthalten in anderen BioLabs geben kann.

Ja, mit Paris haben wir bereits eine sehr gute Wechselwirkung, München und Heidelberg sind im Aufbau. Aber es gibt auch andere Player wie das Innovation Institute der Novo Nordisk Stiftung. Über das ARC SHEBA Medical Center in Tel Aviv (ARC steht für Accelerate Redesign Collaborate) erschließen wir gerade weitere Räume.

Weitere wichtige Impulsgeber für unser Innovationsgeschehen sind unter anderem Spark Stanford und die European University Hospital Alliance (EUHA), über die wir mit anderen Innovationszentren der Universitätsmedizin verbunden sind.

Wo steht Berlin in fünf Jahren?

Es wird uns hoffentlich gelungen sein, ein Ökosystem aufzubauen, in dem die Akteure sichtbar die Synergie entfalten, die wir erreichen möchten. Ein Ökosystem, das mit klar verteilten Domänen Freiräume für Synergien zwischen den Einrichtungen lässt. Wir wollen Berlin als starken Partner in starken Netzwerken entwickeln und nicht gegen andere, sondern mit anderen zum Erfolg zu führen. Unser Ziel ist ein konzertanter Ansatz. Da ist es vielleicht ein schönes Beispiel, dass die Charité gerade eine Kooperation mit den Berliner Philharmonikern beginnt

Interview: Dr. Christina Quensel / Campus Berlin-Buch GmbH

Das Interview erschien zuerst im Standortjournal buchinside 2/2026.

produzieren / 24.06.2026
Alithea Bio feiert auf der VivaTech 2026 einen doppelten Erfolg für einen Durchbruch in der präklinischen Sicherheit

Fanny Giannou, Geschäftsführerin von Alithea Bio, nimmt auf der VivaTech 2026 in Paris den „Tech for Change Award“ und den Publikumspreis entgegen.
Fanny Giannou, Geschäftsführerin von Alithea Bio, nimmt auf der VivaTech 2026 in Paris den „Tech for Change Award“ und den Publikumspreis entgegen.

PARIS / BERLIN / FREIBURG — 23.6.2026

Das Deep-Tech-Biotech-Start-up Alithea Bio hat auf der VivaTech 2026, Europas größter Start-up- und Tech-Veranstaltung, einen spektakulären Doppelsieg errungen und sowohl den begehrten „Tech for Change“-Jurypreis als auch den Publikumspreis gewonnen.

In der Vergangenheit scheiterten vielversprechende Krebstherapien und Impfstoffe in klinischen Studien am Menschen aufgrund unvorhergesehener Toxizitäten und unerwünschter Immunreaktionen, die in Standardmodellen nicht berücksichtigt wurden. Die firmeneigene Plattform von Alithea Bio, HLA-Compass AI, löst diesen milliardenschweren Engpass in der präklinischen Entwicklung, indem sie komplexe Interaktionen der humanen Leukozyten-Antigene (HLA) abbildet. Im Gegensatz zu rein digitalen KI-Start-ups nutzt Alithea Bio ein einzigartiges Hybridmodell – eine Kombination aus einem eigenen aktiven Labor und einer fortschrittlichen Rechenengine –, um Toxizitätsrisiken lange bevor ein Wirkstoff in klinische Studien am Menschen eintritt, genau vorherzusagen und herauszufiltern.

Die kommerzielle Dynamik des Unternehmens steht im Einklang mit seinem wissenschaftlichen Durchbruch. Alithea Bio, das sich bislang vollständig aus eigenen Mitteln finanziert hat, hat 22 Millionen eigene Datenpunkte gesammelt und im Jahr 2025 durch aktive Partnerschaften zur präklinischen Validierung mit weltweit führenden Pharmaunternehmen einen Umsatz von 1,6 Mio. € erzielt.

„Dass wir bei der VivaTech sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis gewonnen haben, ist eine unglaubliche Bestätigung unserer Mission, unserer Wirkung und unseres skalierbaren Geschäftsmodells. Zu viele lebensrettende Therapien scheitern in späten Entwicklungsphasen, weil herkömmliche präklinische Modelle die Toxizität beim Menschen nicht vorhersagen können. Bei HLA-Compass geht es nicht nur darum, Pharmaunternehmen Millionen durch gescheiterte Studien zu sparen, sondern auch darum, sicherzustellen, dass nur die sichersten und präzisesten Wirkstoffe in klinische Studien am Menschen gelangen. Sowohl das Publikum als auch die Jury haben eine klare Botschaft gesendet: Die Branche ist bereit für diesen Wandel“, sagt Fanny Giannou, CEO von Alithea Bio.

Die doppelte Auszeichnung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt der globalen Expansion von Alithea Bio. Das Unternehmen baut derzeit seine strategischen Partnerschaften mit weltweit führenden Pharmaunternehmen aus und startet eine institutionelle Seed-Finanzierungsrunde, um seine bewährten Daten-Service-Fähigkeiten in eine hochskalierbare Softwareplattform zu überführen und gleichzeitig seine Präsenz auf dem US-Markt auszubauen.

Weitere Informationen zu Alithea Bio und der HLA-Compass-Plattform finden Sie unter www.alithea-bio.com oder wenden Sie sich an news@alithea-bio.com.

Über Alithea Bio

Alithea Bio ist ein in Freiburg und Berlin ansässiges Biotechnologieunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Sicherheit und Vorhersagbarkeit in der präklinischen Onkologie und bei Impfstofftherapeutika grundlegend zu verändern. Durch den Einsatz fortschrittlicher prädiktiver Modellierung, die auf einer hybriden Daten-Engine aus Laborversuchen und KI mit 22 Millionen Knoten basiert, ermöglicht Alithea Bio pharmazeutischen Entwicklern, Toxizitätsrisiken bereits in der präklinischen Phase zu erkennen und zu mindern. So wird sichergestellt, dass sicherere und wirksamere Therapien erfolgreich die klinischen Phasen durchlaufen und Patienten weltweit zugutekommen.

Medienkontakt
Fanny Giannou
Geschäftsführerin, Alithea Bio
news@alithea-bio.com

Quelle: Pressemitteilung von Alithea Bio

produzieren / 24.06.2026
Hauptversammlung der Eckert & Ziegler SE beschließt deutlich höhere Dividende

Die ordentliche Hauptversammlung der Eckert & Ziegler SE (ISIN DE0005659700) hat heute den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat angenommen und eine Dividende von 0,22 € je Aktie (Vj. 0,17 €) für das Geschäftsjahr 2025 beschlossen. Wie in den Vorjahren fand die Hauptversammlung als Präsenzveranstaltung am Sitz der Eckert & Ziegler SE in Berlin statt. Insgesamt waren dabei 55,37 % des Grundkapitals der Gesellschaft vertreten. Die Hauptversammlung sprach den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Eckert & Ziegler SE für das Geschäftsjahr 2025 das Vertrauen aus und stimmte sämtlichen Punkten der Tagesordnung mit großer Mehrheit zu.

Die detaillierten Abstimmungsergebnisse der Hauptversammlung sowie die Präsentation des Vorstandsvorsitzenden sind auf der Webseite der Eckert & Ziegler SE veröffentlicht:
https://www.ezag.com/de/investoren/hauptversammlung/

Über Eckert & Ziegler
Die Eckert & Ziegler SE gehört mit über 1.000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
Wir helfen zu heilen.
 

forschen / 23.06.2026
ERC Advanced Grants für zwei Berliner Forscher

Gaetano Gargiulo and Uwe Ohler
Gaetano Gargiulo and Uwe Ohler

Uwe Ohler und Gaetano Gargiulo haben einen der begehrten ERC Advanced Grants erhalten. Mit einem Budget von je 2,5 Millionen Euro können sie in den kommenden fünf Jahren Fragen zur Steuerung der Proteinsynthese und zu den Schwachstellen kindlicher Hirntumore nachgehen.

Die Advanced Grants des European Research Councils (ERC) zählen zu den wichtigsten Forschungsförderungen in Europa. Gleich zwei Wissenschaftler des Max Delbrück Center in Berlin haben die begehrte Auszeichnung in diesem Jahr erhalten: Professor Uwe Ohler, Leiter der Arbeitsgruppe ​„Bioinformatik der Genregulation“, und Dr. Gaetano Gargiulo, Leiter der Arbeitsgruppe ​„Molekulare Onkologie“. 

Mit dem Preis unterstützt der ERC ambitionierte Projekte herausragender Wissenschaftler*innen, die bereits wichtige Erfolge auf ihrem Gebiet erzielt haben. Fünf Jahre lang erhalten sie insgesamt bis zu 2,5 Millionen Euro, um ihre vielversprechenden Ideen verfolgen zu können. Insgesamt hatten sich dieses Mal 3.329 Forschende aus ganz Europa beworben, 319 waren erfolgreich.

RNA gezielt entwerfen

 

 

Ohler hat den Grant für sein Projekt TRANS-DECODE erhalten. Gemeinsam mit seinem Team möchte er herausfinden, wie unsere Zellen die Translation steuern – den Vorgang, bei dem die Zellen anhand der Boten-RNA, den Abschriften unseres Erbguts, die benötigten Proteine herstellen. ​„Viele genetisch bedingte Krankheiten entstehen nicht, weil ein Gen verändert ist, das für ein Protein kodiert, sondern weil es zu Fehlern bei der Translation kommt“, erläutert Ohler. ​„Wir wollen diesen fein abgestimmten Prozess, bei dem regulatorische Abschnitte auf der Boten-RNA eine wichtige Rolle spielen, besser verstehen und molekulare Werkzeuge entwickeln, um bei Krankheiten gezielt in ihn einzugreifen.“

Um die Steuerungsmechanismen der Translation zu entschlüsseln, kombiniert der Bioinformatiker maschinelles Lernen, eine Form der KI, mit modernen molekularbiologischen Methoden. Mit ihnen können Ohler und seine Kolleg*innen zum Beispiel die Aktivität Tausender regulatorischer RNA-Abschnitte gleichzeitig messen, diese Steuerungselemente gezielt verändern und Momentaufnahmen aller in einer Zelle produzierten Proteine erstellen. 

Welche Steuerungselemente sich in der Boten-RNA verstecken und welche Folgen ihre Manipulation für die Translation hat, analysiert das Team mithilfe erklärbarer KI (explainable AI, kurz XAI). ​„Mit XAI stellen wir sicher, dass die Vorhersagen der Modelle für uns transparent und nachvollziehbar bleiben“, erklärt Ohler. Für ihre Experimente nutzen die Forschenden sowohl menschliche Zellen als auch Zebrafische, die ihnen als Wirbeltiermodell dienen.

„Mit TRANS-DECODE möchten wir nicht nur die molekulare Logik der Translation Schritt für Schritt entschlüsseln. Wir wollen auch neue Wege finden, um Fehler in den regulatorischen RNA-Abschnitten bei menschlichen Erkrankungen zu korrigieren“, sagt Ohler. ​„Unser langfristiges Ziel ist das gezielte Design von RNA, sowohl für die Therapie als auch für synthetisch-biologische Zwecke, etwa in der Impfstoffentwicklung.“

Avatare von Hirntumoren

Gargiulo wird mit dem Advanced Grant sein Projekt MOIRA verfolgen, das darauf abzielt, besonders realitätsnahe Modelle kindlicher Hirntumore zu erstellen. Anhand solcher Tumor-Avatare möchten er und sein Team verstehen, wie sich diese Krebsformen entwickeln und mit welchen Strategien sie behandelbar sind. Dazu wollen die Forschenden die Verwandlung von einer gesunden heranreifenden Hirnzelle zu einer Tumorzelle in einem Hirnorganoid, einer Art Miniaturorgan, detailliert nachbilden.

Für Gargiulo ist es bereits die vierte ERC-Auszeichnung. Im Jahr 2016 erhielt der Forscher einen Starting Grant, mit dem er begann, Modelle von Hirntumoren zu erschaffen. Mit zwei ​„Proof of Concept“-Grants 2022 und 2024 entwickelte er gemeinsam mit seinem Team eine neue Technologie, das synthetische genetische Tracing. Die Methode nutzt künstliche DNA-Moleküle, Reportergene genannt, um bestimmte Aktivitäten einzelner Zellen innerhalb von Geweben sichtbar zu machen.

Für MOIRA werden beide Forschungsfelder nun zusammengeführt: Gargiulo und seine Kolleg*innen wollen Reportergene entwickeln, die sich einschalten, sobald eine Zelle ein tumorähnliches Programm aktiviert. ​„In menschlichen Hirnorganoiden werden sie uns helfen, herauszufinden, welche Zellen Merkmale von Hirntumoren aufweisen, welchem Hirntumortyp sie ähneln und wann die Veränderungen auftreten“, erklärt Gargiulo. Sein Team plant, die Zellen aufzureinigen und mit ihnen Modelle zu entwickeln, die Schritt für Schritt einem echten Tumor immer ähnlicher werden. Das Projekt vereint synthetische Biologie mit Organoidforschung und KI-gestützter Validierung.

„Mit MOIRA wollen wir genau rekonstruieren, wie kindliche Hirntumore entstehen“, erklärt Gargiulo. ​„Wenn es uns gelingt, originalgetreue Avatare von ihnen zu erstellen, können wir wirklich behaupten, dass wir dem Verständnis für diese Krebsarten einen großen Schritt näher gekommen sind. Zudem werden wir mit unseren Modellen systematisch nach Schwachstellen der Tumore suchen können, um neue therapeutische Ansatzpunkte und Wirkstoffe zu identifizieren.“ 

Text: Anke Brodmerkel

Weitere Informationen

AG Ohler

Bioinformatik der Genregulation 

AG Gargiulo

Molekulare Onkologie

 

Foto links: Gaetano Gargiulo © David Ausserhofer, Max Delbrück Center

Foto rechts: Uwe Ohler © Felix Petermann, Max Delbrück Center

leben, bilden / 17.06.2026
Pankower Frauenpreis 2026 an Ursula Eva Rosito verliehen

v.l.: Dr. Oliver Jütting, Ursula Eva Rosito und Dr. Cordelia Koch (Foto: BA Pankow)
v.l.: Dr. Oliver Jütting, Ursula Eva Rosito und Dr. Cordelia Koch (Foto: BA Pankow)

Der diesjährige Pankower Frauenpreis wurde an Ursula Eva Rosito verliehen. Sie erhielt den Preis im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am Montag, dem 15. Juni 2026 im BVV-Saal im Bezirksamt Pankow. Mit diesem Preis wird ihr außergewöhnliches und unermüdliches Engagement für verschiedene marginalisierte Frauengruppen im Bezirk Buch und dessen vielfältige Herausforderungen in besonderer Weise gewürdigt.

Ursula Eva Rosito

Ursula Eva Rosito ist Soziologin und ausgebildete systemische Beraterin. Sie verantwortet seit vielen Jahren das Projekt „Frauen in Buch“ im Bürgerhaus Buch. Dort unterstützt sie Menschen bei beruflicher Neu- und Umorientierung, bei der Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie sowie in der Prävention und Intervention bei häuslicher Gewalt. Mit ihrer Arbeit eröffnet sie Zugänge zum Arbeitsmarkt, stärkt individuelle Kompetenzen und fördert gesellschaftliche Teilhabe. Besonders migrantische Frauen* profitieren von ihrem Verständnis für sprachliche, kulturelle und strukturelle Hürden in Deutschland. Durch ihre eigene Migrationsgeschichte bringt sie eine besondere Perspektive in ihre Arbeit ein und ist für FLINTA-Personen, Seniorinnen sowie Frauen und Mädchen im Sozialraum Buch eine verlässliche Ansprechpartnerin und wichtige Stütze.

„Zusammenhalt entsteht nicht von allein. Jemand muss Menschen zusammenbringen. Jemand muss zuhören. Jemand muss da sein. Ursula Eva Rosito tut genau das“, würdigte Dr. Oliver Jütting, Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Pankow, die Preisträgerin in seiner Laudatio.

Ehrung für gleichstellungspolitisches Engagement im Bezirk

Der Pankower Frauenpreis ehrt seit 2020 Einzelpersonen, Frauenprojekte, Initiativen oder Unternehmen in Pankow, die sich im Bezirk für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzen und die Geschlechterdemokratie fördern. Ausgezeichnet wird das besondere gleichstellungspolitische Engagement, welches beispielsweise auf die Einhaltung und Förderung der Rechte von Frauen und Mädchen abzielt, marginalisierte Frauengruppen unterstützt oder innovativ-nachhaltige Gleichstellungsprojekte entwickelt.

Der Preis wurde von der Bezirksverordnetenversammlung Pankow initiiert. Bisherige Preisträgerinnen sind Renate Laurentius (2020), Raja Al Khlefawi (2021), Christina „Tina“ Pfaff (2023), Malalai Murr (2024) sowie Alexandra Torres (2025). Im Jahr 2022 konnte der Preis aufgrund der Haushaltssperre im Land Berlin nicht verliehen werden.

Über die Vergabe des Pankower Frauenpreises entscheidet eine für die Dauer der laufenden Wahlperiode eingesetzte Jury. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Kontakt:
Gleichstellungsbeauftragte im Bezirksamt Pankow – Ulrike Spieler
Tel.: (030) 90295 2305, E-Mail: gleichstellung@ba-pankow.berlin.de,
www.berlin.de/ba-pankow/gleichstellung

forschen / 12.06.2026
Die neue Ausgabe des Standortjournals buchinside ist erschienen

Cover der Ausgabe 2/2026
Cover der Ausgabe 2/2026

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

unser Auftrag am Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) ist klar: Wir wollen medizinische Erkenntnisse schneller zu den Patientinnen und Patienten bringen. Translation bedeutet für uns aber noch mehr, als Forschungsergebnisse in die Anwendung zu bringen – sie ist ein wechselseitiger Prozess, in dem klinische Erfahrungen auch neue Forschung inspirieren. Dieses Zusammenspiel ermöglicht echten medizinischen Fortschritt.

Als überwiegend bundesfinanzierte Einrichtung innerhalb der Charité – Universitätsmedizin Berlin verstehen wir uns als integrativer Akteur, der Brücken baut: zwischen Disziplinen, Institutionen und Standorten. Gerade Berlin-Buch zeigt, wie wertvoll gewachsene Strukturen sind: Hier treffen exzellente Grundlagenforschung, Bioinformatik und klinische Expertise aufeinander. Solche Konstellationen sind entscheidend, um Innovationen wirksam voranzubringen. Unsere Partnerschaft mit dem Max Delbrück Center steht exemplarisch für dieses Prinzip. Strategische Abstimmung, geteilte Infrastrukturen und komplementäre Kompetenzen ermöglichen Synergien, ohne die Eigenständigkeit der Partner einzuschränken.

Gemeinsam treiben wir Themen wie molekulare Medizin, datengetriebene Forschung, neue diagnostische Verfahren und regenerative Therapien voran. Dabei verstehen wir uns als Teil eines größeren Innovationsökosystems. Wir schaffen Programme, Räume und Netzwerke, die es ermöglichen, Ideen in tragfähige Anwendungen zu überführen – von der frühen Validierung bis zur klinischen Umsetzung. Entscheidend ist, dass Innovationen nicht nur technologisch überzeugen, sondern auch skalierbar und finanzierbar sind. Nur so können sie breiten Nutzen entfalten.

Berlin hat das Potenzial, sich als internationaler Knotenpunkt für biomedizinische Innovation zu etablieren. Dafür setzen wir auf Zusammenarbeit – regional, aber vor allem auch national und international. Unser Ziel ist ein abgestimmtes Zusammenspiel starker Partner: ein konzertanter Ansatz, bei dem unterschiedliche Kompetenzen zusammenwirken und mehr erreichen als jeder für sich allein.

Diese Ausgabe der buchinside stellt neben der Arbeit des BIH auch einen neuen Schwerpunkt des Max Delbrück Center vor: Mit zwei von Helmholtz geförderten Projekten fokussiert es künftig auf Bioengineering, eine Kombination von Biomedizin, Ingenieurwesen und künstlicher Intelligenz. Auf diese Weise sollen schneller präzisere und wirksamere Therapien ermöglicht werden. Der Bioengineering-Hub wird Teil des neuen Center for AI-Accelerated Molecular Medicine am Max Delbrück Center sein.

Wie erfolgreich das Ökosystem in Buch arbeitet, zeigt der neue, vielversprechende Therapieansatz gegen Mukoviszidose, den Forschende des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie und der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt haben. Auch die Spin-offs erzielen
beachtliche Erfolge – Tubulis mit einem milliardenschweren Exit, T-knife mit einer klinischen Studie seiner „supercharged TCells“ und CELLphenomics als Teil von GSK am Zukunftsort Buch.


Prof. Dr. Christopher Baum
Vorsitzender des BIH-Direktoriums,
Vorstand des Translationsforschungsbereichs
der Charité – Universitätsmedizin Berlin
 

Zum Download der neuen Ausgabe geht es hier.

produzieren / 11.06.2026
Eckert & Ziegler und DC Pharma eröffnen kommerzielle Produktionsstätte für medizinische Isotope in Jintan

Die Eckert & Ziegler SE (ISIN DE0005659700, TecDAX) hat heute offiziell die neue Produktionsstätte für medizinische Isotope ihres Joint Ventures Qi Kang Medical Technology (Changzhou) Co., Ltd. (QKM) im Stadtbezirk Jintan von Changzhou, China, eröffnet. Mit der Eröffnung gehen Eckert & Ziegler und ihr chinesischer Partner DongCheng Pharma (DC Pharma) einen entscheidenden Schritt in Richtung einer lokalen Versorgung des wachsenden chinesischen Marktes mit medizinischen Isotopen für die Krebsdiagnostik und -therapie. Die Produktion startet mit Germanium-68 (Ge-68), dem Mutterisotop zur Gewinnung von Gallium-68 (Ga-68), einem für die bildgebende Diagnostik unverzichtbaren Isotop.

An der Eröffnungsfeier nahmen rund 60 geladene Gäste teil, darunter Vertreter beider Joint-Venture-Partner sowie der lokalen Regierung. Zur Unterstützung der Produktion hatte das Unternehmen Ende 2025 ein Zyklotron angeschafft und erfolgreich installiert. Die Anlage verfügt über 9.500 m² Nutzfläche; der Produktionsbeginn ist für Anfang 2027 geplant. In einer geplanten zweiten Phase soll der Standort zudem als erster in China die kommerzielle Produktion von Actinium-225 (Ac-225) aufnehmen, einem Schlüsselisotop für zielgerichtete Krebstherapien der nächsten Generation.

„Die Eröffnung unseres Standorts in Jintan ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Wachstumsstrategie in China und für die Position von Eckert & Ziegler als weltweiter Lieferant wichtiger Radioisotope", sagte Dr. Harald Hasselmann, Vorstandsvorsitzender der Eckert & Ziegler SE. „Mit der lokalen Produktion von Ge-68 erhalten Kliniken in ganz China eine verlässliche heimische Versorgung mit dem Mutterisotop für die Ga-68-Generatoren, auf denen moderne PET-Diagnostik aufbaut. Darin zeigt sich genau die integrierte und vielschichtige Kompetenz, welche wir über Jahrzehnte aufgebaut haben."

„Für China markiert der Standort Jintan einen Wendepunkt", sagte Zhigang Luo, Group CEO von DC Pharma. „Mit der lokalen Produktion von Ge-68 und, in der nächsten Phase, Ac-225 sichern wir chinesischen Patienten eine kontinuierliche Versorgung mit wichtigen medizinischen Isotopen und stärken die Widerstandsfähigkeit der gesamten nuklearmedizinischen Wertschöpfungskette. Gemeinsam mit Eckert & Ziegler legen wir das Fundament für eine neue Generation der Präzisionsdiagnostik und -therapie in China."

Eckert & Ziegler beliefert führende Pharmaunternehmen und Forschungseinrichtungen weltweit zuverlässig mit Gallium-68, Lutetium-177, Yttrium-90 und Actinium-225. Mit seiner Expertise in der Radioisotopenproduktion sowie in globaler Logistik und CDMO-Dienstleistungen unterstützt das Unternehmen kontinuierlich die Entwicklung und Bereitstellung innovativer Radiopharmaka.

Über Qi Kang Medical Technology (Changzhou) Co., Ltd. (QKM)
Die Qi Kang Medical Technology (Changzhou) Co., Ltd. (QKM) ist ein paritätisches Joint Venture (50:50) zwischen der Eckert & Ziegler SE und DongCheng Pharma mit Sitz im Stadtbezirk Jintan von Changzhou, China. QKM betreibt eine hochmoderne Produktionsstätte für zyklotronbasierte medizinische Isotope, darunter Germanium-68, und will in China die erste kommerzielle Produktion von Actinium-225 aufbauen. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den chinesischen Radiopharmaka-Markt mit kritischen Radioisotopen für die Krebsdiagnostik und -therapie zu versorgen.

Über Eckert & Ziegler
Die Eckert & Ziegler SE gehört mit über 1.000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
Wir helfen zu heilen.

Über DongCheng Pharma
Die 1998 gegründete Yantai Dongcheng Pharmaceutical Group Co., Ltd. (DC Pharma) mit Sitz in Yantai, China, gehört zu den führenden Pharmakonzernen des Landes und gilt als anerkannter Vorreiter der Nuklearmedizin in China. Der Konzern entwickelt, produziert und vertreibt biochemische Wirkstoffe, Fertigarzneimittel, Radiopharmazeutika und Medizinprodukte für Therapiegebiete wie Onkologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Urologie sowie Orthopädie und exportiert seine Produkte in mehr als 40 Länder. DC Pharma ist an der Börse Shenzhen notiert (002675.SZ).

Quelle: Pressemitteilung Eckert & Ziegler SE
Eckert & Ziegler und DC Pharma eröffnen kommerzielle Produktionsstätte für medizinische Isotope in Jintan

forschen / 09.06.2026
Das war die LNDW 2026!

Eine wundervolle Lange Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch. Wir danken allen Besuchenden! (Foto: Peter Himsel / Campus Berlin-Buch GmbH)
Eine wundervolle Lange Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch. Wir danken allen Besuchenden! (Foto: Peter Himsel / Campus Berlin-Buch GmbH)

Rund 30.000 Wissbegierige bei der LNDW 2026 in Berlin! Wir sagen Danke!

Am 6.6. faszinierte die Lange Nacht der Wissenschaften rund 30.000 Besuchende mit Experimenten, Wissenschaftsshows, Vorträgen, Laborführungen und vielen anderen Formaten. Ein eindrucksvoller Beleg für das enorme Interesse an und die Bedeutung der Forschung und Wissenschaft in der Stadt.

Die Senatorin Dr. Ina Czyborra zeigte sich erfreut über die positive Resonanz und das lebhafte Interesse an Wissenschaft: 

„Volle Häuser, neugierige Fragen, überraschende Aha-Momente und leuchtende Augen bis weit nach Mitternacht – die Lange Nacht der Wissenschaften war mal wieder ein voller Erfolg. Die vielen spannenden Experimente und persönlichen Begegnungen mit Forschenden zeigen einmal mehr, wie viel Begeisterung und Innovationskraft in Berlin steckt – eine echte Inspiration für alle Generationen. Besonders freut mich, dass hier oft der Funke überspringt: Denn hier werden auch Berufswünsche geboren, Talente entdeckt und die Ideen von morgen angestoßen.“

Dr. Quensel unterstreicht die Bedeutung des direkten Dialogs zwischen Forschenden und Öffentlichkeit:

„Die Lange Nacht der Wissenschaften in Berlin ist das größte Wissenschaftsfestival in ganz Deutschland. Fast 60 Einrichtungen und unzählige Forschende, v. a. junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wirken daran mit. Sie suchen den Dialog und zeigen, wie ihre Arbeit die Zukunft für uns alle prägen kann. Wissenschaft erlebbar, anfassbar und mitmachbar, für jeden eine tolle Gelegenheit, sich von der Begeisterung und Entdeckungsfreude nicht nur anstecken zu lassen, sondern auch diese mit in den Alltag zu nehmen. Ich freue mich sehr, dass das bei den Berlinerinnen und Berlinern jedes Jahr aufs Neue auf so viel Enthusiasmus trifft. Wir hatten rund 30.000 Besucher*innen – das ist nicht selbstverständlich. Wie kann besser Rückhalt für die Wissenschaft entstehen als in direkten Begegnungen?“

In allen Einrichtungen war die Lust auf Wissenschaften sowohl bei den Gästen als auch bei den Vertreterinnen und Vertretern der Einrichtungen zu spüren.  Wir freuen uns schon auf die nächste LNDW.

Fotos der Veranstaltung finden Sie hier.

Ein besonderer Dankgilt allen teilnehmenden Einrichtungen, den engagierten Wissenschaftler:innen und unseren Partnern, die die LNDW erst zu dem machen, was sie ist. 


Die nächste Lange Nacht der Wissenschaften ist für den 19. Juni 2027 vorgesehen.

 

www.langenachtderwissenschaften.de

leben, bilden / 30.05.2026
Sommerferientag mit dem Gläsernen Labor

Foto: Katharina Bohm
Foto: Katharina Bohm

Einen Tag lang Neues ausprobieren, experimentieren und gemeinsam kochen: Der Freundeskreis des Max Delbrück Center lädt Bucher Kinder auf den Campus Berlin-Buch ein

Ferien ohne Koffer? Das ist möglich im Gläsernen Labor. Gefördert durch den Freundeskreis des Max Delbrück Center, bietet das Schülerlabor ein Extraprogramm für Kinder aus dem Ort, deren Familien nicht ohne Weiteres verreisen können. Unterhaltsam experimentiert und gekocht wird zum Thema Herz- und Lungengesundheit.

Herz gegen Lunge

Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 5 – 6 sind am 10. Juli 2026 eingeladen, zum Herz-Kreislaufsystem und zur Lunge zu experimentieren. Am Vormittag geht es darum zu erfahren, wie das Herz aufgebaut ist, wie der Blutkreislauf funktioniert und wie Bewegung, gute Ernährung und Achtsamkeit den Körper fit halten. Was gute Ernährung ausmacht wird nicht nur theoretisch besprochen, sondern bei der Zubereitung des Mittagessens ausprobiert. Am Nachmittag testen die Kinder und Jugendlichen ihr Lungenvolumen, lernen, wie die Lunge funktioniert und experimentieren mit Einzellern, welche Wirkung Rauch entfaltet. Sie bauen Vapes auseinander und diskutieren, ob diese eine Alternative zur Zigarette sind.

Quelle: Gläsernes Labor
Sommerferientag mit dem Gläsernen Labor

forschen, produzieren, heilen / 29.05.2026
Wo die Medizin von morgen entsteht: Bettina Jarasch besucht den Campus Berlin-Buch

Foto: Führung über den Campus: (v.l.) Spitzenkandidatin Bettina Jarasch, Kirstin Bodensieck und  Dr. Ulrich Scheller (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)
Foto: Führung über den Campus: (v.l.) Spitzenkandidatin Bettina Jarasch, Kirstin Bodensieck und Dr. Ulrich Scheller (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)

Bettina Jarasch, die Berliner Spitzenkandidatin für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, besuchte heute den Wissenschafts- und Biotechcampus am Zukunftsort Berlin-Buch.

Erfolgreicher BiotechPark mit internationaler Strahlkraft

Im neuen Gründerzentrum BerlinBioCube informierte sich die Politikerin über die Entwicklung des Start-up-Ökosystems am Campus Berlin-Buch, das aus der engen Verflechtung von Wissenschaft und Wirtschaft entstanden ist. Dr. Christina Quensel und Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführung Campus Berlin-Buch GmbH, gaben einen Überblick über den BiotechPark mit über 70 Unternehmen, die sich auf internationalen Märkten mit molekularen Diagnostikverfahren, Medizintechnik, therapeutischen Wirkstoffen sowie Dienstleistungen für Forschung und Pharmabranche positionieren.

Frau Jarasch besuchte die Forschungsräume des Pharmaunternehmens GSK, das sich durch die Übernahme des erfolgreichen Campus-Start-ups CELLphenomics im BiotechPark angesiedelt hat. Dessen Forschung zu patientenabgeleiteten Tumor-Organoiden wird seit 2025 unter dem Dach von GSK mit größerer Wirkung fortgesetzt, um Krebspatienten schnellstmöglich mit den bestmöglichen Medikamenten zu versorgen.

Spitzenforschung für die Medizin von morgen

Anschließend führte das Programm ans Max Delbrück Center. Kirstin Bodensiek, Administrative Vorständin stellte die Mission der biomedizinischen Einrichtung vor, in der Grundlagen- und klinischer Forschung auf einzigartige Weise verbunden sind. Rund 1.600 Mitarbeitende aus 65 Nationen legen hier die Grundlagen für die Medizin von morgen. Karsten Hönig und Dr. Philipp Mertins gaben einen Einblick in das neue Demonstratorlabor am Max Delbrück Center, das als spannendes Testfeld der Helmholtz-Gemeinschaft für nachhaltigen Laborbetrieb dient.

Prof. Volker Haucke erläutere die Arbeit des benachbarten Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), das grundlegende biologische Mechanismen in Zellen und Geweben untersucht und neuartige Wirkstoffe und Wirkmechanismen zur Behandlung, Prävention oder Diagnose von Krankheiten identifiziert.

Gute Rahmenbedingungen für Innovation schaffen

Frau Jarasch zeigte sich beeindruckt vom internationalen Wissenschaftscampus, der erfolgreiche Spin-offs wie T-knife Therapeutics, TRYPTO Therapeutics oder Tubulis hervorgebracht hat. In den Gesprächen wurde erörtert, welche Rahmenbedingungen Forschende brauchen, um exzellent arbeiten zu können - nicht nur am Standort Buch, sondern überall in der Stadt. Wie kann interdisziplinäre Zusammenarbeit, die für wissenschaftlichen Fortschritt essenziell ist, vereinfacht werden - ohne bürokratische Hürden und lange Wege? Welches sind wichtige Voraussetzungen, um als Start-up zu wachsen?

Als wichtige Punkte für die Entwicklung des Campus wurden benannt: attraktiver Wohnraum am Standort, eine verbesserte Verkehrsanbindung und vereinfachte Genehmigungsverfahren für Forschung und Entwicklung.

Vielen Dank für den Besuch und das Interesse an der Entwicklung unseres Zukunftsortes!

www.campusberlinbuch.de

forschen, produzieren, heilen, bilden / 28.05.2026
Virtual Reality, Videomapping und eine begehbare Vene

Foto: Monique Wüstenhagen / Max Delbrück Center
Foto: Monique Wüstenhagen / Max Delbrück Center

VR-Exkursionen zu Mikroplastik im Gehirn, eine begehbare Vene oder das Labor als Escape-Room: Mit rund 70 Angeboten ist das Max Delbrück Center bei der Langen Nacht der Wissenschaften dabei. Die Forschenden zeigen allen Interessierten vor Ort, wie ihre Arbeit die Medizin von morgen prägen wird.

Der Countdown bis zur Langen Nacht der Wissenschaften läuft! Ab 17 Uhr öffnen am 6. Juni das Max Delbrück Center auf dem Campus Buch und das MDC-BIMSB in Mitte ihre Labore und Gebäude für Gäste jeden Alters. 

Einige Höhepunkte des Programms:

Die begehbare Vene – Die Venen transportieren sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen, meist gegen die Schwerkraft. Ähnlich wie die Arterien können sie verstopfen. Aber wie sieht eine Vene aus? Gemeinsam mit Expert*innen können Gäste ein sechs Meter langes begehbares Venenmodell erkunden und sich dabei über unsere Forschung informieren. Max Delbrück Center, Campus Buch, Foyer des MDC.C, 16:00 bis 23:00 Uhr.

Vom Modell zum Menschen – Was passiert während einer klinischen Studie? Wie schlägt man die Brücke zwischen experimenteller und klinischer Forschung? Diese Fragen beantworten Wissenschaftler*innen aus der AG Dechend / Müller allen Interessierten am Beispiel der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. An ihrem Stand können Gäste unter anderem mittels Virtual Reality das Herz erkunden. Max Delbrück Center, Foyer des MDC.C, 17:00 bis 22:00 Uhr.

Escape-Room – Wie ist es, als Molekularbiolog*in in einem Labor zu arbeiten? Wir laden Sie ins Landthaler-Labor ein und machen daraus einen Escape-Room. Bei diesem immersiven Erlebnis erfahren Gäste mehr über unsere experimentellen Methoden und arbeiten als Team zusammen, um einem unbekannten Virus seine Geheimnisse zu entlocken. Max Delbrück Center, MDC-BIMSB, Anmeldung am Infopunkt im Erdgeschoss, 17:00, 18:30, 20:00 und 21:30 Uhr (DE und EN).

Expeditionen ins Gehirn

Mikroplastik ist praktisch überall. Doch was passiert, wenn es ins Gehirn gelangt? Das ist eine von vielen Fragen, die am Max Delbrück Center mithilfe von Hirn-Organoiden, Einzelzelltechnologien und aufwendigen lichtmikroskopischen Aufnahmen bearbeitet werden. Während der Langen Nacht wird das Thema bei zwei Angeboten angerissen: 

Mini-Gehirne und Big Data – Organoide bilden die zelluläre Komplexität menschlicher Organe in der Petrischale in 3D nach: Die Organoid-Technologieplattform und die AG Rajewsky untersuchen Organoide und 3D-Zellkulturen aus Tumorgewebe mit räumlicher Transkriptomik und bioinformatischen Werkzeugen. So können sie Krankheitsmechanismen oder auch die Auswirkungen von Mikroplastik aufdecken. Max Delbrück Center, MDC-BIMSB, Anmeldung am Infopunkt im Erdgeschoss, 17:00, 19:00 und 21:30 Uhr (DE).

Eintauchen in die Lichtmikroskopie – Gäste können lichtmikroskopische Aufnahmen unter anderem zu aktueller Mikroplastik-Forschung anschauen. Und zwar nicht in 2D am Bildschirm: Vielmehr tauchen sie mit Virtual-Reality-Brillen tief in die Bilder ein und betrachten Nerven- und andere Zellen aus völlig neuen Blickwinkeln. Max Delbrück Center, MDC-BIMSB, Treppenhaus, 17:00 bis 22:30 Uhr (DE und EN). 

Spaghetti im Gehirn – Was geht in unserem Gehirn vor sich, wenn wir an Alzheimer erkranken? Die AG Birol zeigt, wie die Forschenden den Ausbruch und das Fortschreiten neurodegenerativer Erkrankungen anhand von Gehirn-Organoiden besser verstehen wollen – und dabei mitunter auf Spaghetti-ähnliche Proteine stoßen. Gäste haben die Möglichkeit, Neuronen unter dem Mikroskop zu betrachten und deren Aktivität mit eigenen Augen zu verfolgen. Max Delbrück Center, MDC-BIMSB, Anmeldung am Infopunkt im Erdgeschoss, 17:30 und 19:00 Uhr (EN).

Unter dem Sternenhimmel

Pubquiz mit Tom & Darren – Das vielfältige Quiz zum Mitmachen: Gäste spielen in kleinen Teams miteinander und stellen sich Fragen zu Alltags‑, Allgemein- und Spezialwissen. Max Delbrück Center, Campus Buch, Wiese am blauen Bären, 22:15 bis 23:15 Uhr (DE).

Kunst und Kultur über den Dächern Berlins – Wer zwischendurch auf andere Gedanken kommen will, ist auf der Dachterrasse des MDC-BIMSB richtig: Von 20 bis 22 Uhr legt dort DJ d0erte elektronische Musik auf. Und von 21 bis 23 Uhr zeigt Alexandra Huchet (onetwothreesun) ihre abstrakte Videomapping-Kunst, auch mit wissenschaftlichen Bildern. Max Delbrück Center, MDC-BIMSB, Dachterrasse, 20:00 bis 23:00 Uhr.

Tickets: Der Berlin-weite Eintritt kostet 7,50 Euro. Kinder unter sechs Jahren haben wie immer freien Eintritt. 

Standorte: Campus Berlin-Buch, Robert-Rössle-Straße 10, 13125 Berlin. MDC-BIMSB, Hannoversche Straße 28, 10115 Berlin.

Weitere Informationen

27.05.2026
Spaß mit Experimenten, Labor zum Anfassen und Staunen bei der Zaubershow für Kinder

An verschiedenen Stationen sammeln Kinder Stempel für das Forscherdiplom. (Foto: Monique Wüstenhagen/Campus Berlin-Buch GmbH(
An verschiedenen Stationen sammeln Kinder Stempel für das Forscherdiplom. (Foto: Monique Wüstenhagen/Campus Berlin-Buch GmbH(

Faszination Naturwissenschaften: Zur Langen Nacht der Wissenschaften am 6. Juni lädt das Gläserne Labor auf dem Campus Berlin-Buch gemeinsam mit dem Forschergarten, Partnerschulen und Stiftungen Familien mit Kindern zum Mitmachen ein.

Was bedeutet eigentlich Vortexen und wie funktioniert eine Pipette? Wer gern einmal Labortechniken ausprobieren möchte, ist im Open Lab herzlich willkommen. In Experimentierkursen und Mitmachexperimenten erfahren die Teilnehmenden unter anderem, wie das Immunsystem funktioniert, wie sich die seltene Schmetterlingskrankheit anfühlt, welche Chemie in Geheimtinte steckt, wann sich Schiffe versenken lassen und wie es den Flimmerhärchen der Lunge beim Rauchen geht. Zwei Experimentalshows werden das Publikum verzaubern, ganz neu ist Oliver Grammels anziehende Zauberei mit Physik.

 

Highlights aus dem Programm:


Open Lab: Das Labor zum Anfassen & Probieren
Sie waren noch nie in einem Forschungslabor? Dann ist diese Tour genau das Richtige: Gemeinsam mit Wissenschaftler:innen besuchen Sie eines unserer Forschungslabore und probieren typische Arbeitsschritte wie Pipettieren, Vortexen, Zentrifugieren und vieles mehr. Vor Ort können Sie mit unseren Forschenden ins Gespräch kommen, mehr über ihre Forschungsthemen und Experimente erfahren – und verstehen, warum Rückschläge im Forschungsalltag keine Seltenheit sind.
Erwin-Negelein-Haus (D79), Erdgeschoss, Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie & Gläsernes Labor, ohne Anmeldung, durchgängig geöffnet
 

→ MITMACHEXPERIMENTE

Dein Körper. Deine Fragen. Unsere Forschung.
Wie funktioniert das Immunsystem? Was passiert im Gehirn beim Lernen? Und warum sind manche Erkrankungen so selten, dass kaum jemand von ihnen gehört hat? Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) lädt Kinder, Jugendliche und ihre Familien ein, Gesundheitsforschung hautnah zu erleben. An sieben Mitmach-Stationen warten spielerische Aktionen für alle Altersgruppen. Lösen Sie alle sieben Aufgaben und freuen Sie sich über eine kleine Überraschung!
Erwin-Negelein-Haus (D79), Erdgeschoss, für Grundschulkinder, Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ), Stempelstation für Forscherdiplom, ohne Anmeldung, 17:00 bis 22:00 Uhr

 

Rauchende Wimpertierchen
Was passiert mit den Flimmerhärchen in der Lunge, wenn wir rauchen? Dies können Sie in einem anschaulichen Versuch im Gläsernen Labor herausfinden.
Max Delbrück Communications Center (MDC.C), ab 12 Jahren, Gläsernes Labor, Anmeldung am Infopunkt im MDC.C., 18:00, 19:30 Uhr

Gesundes Herz und gesunde Gefäße – gute Durchblutung!
Finde heraus, wie oft dein Herz in einer Minute schlägt, wie hoch dein Blutdruck ist und welche Menge an Sauerstoff in deinem Blut vorhanden ist. Mikroskopiere einen Blutausstrich und schau dir das schlagende Herz von Wasserflöhen an!
Experimentierhalle in der Mensa, Haus 14, für Grundschüler und deren Eltern, Partnerschule Robert-Havemann-Gymnasium, Stempelstation für Forscherdiplom, 16:00 – 22:00 Uhr

Abenteuer Mikrokosmos
Entdecke faszinierende Pflanzenwelten unter dem Mikroskop beim künstlerischen Zeichnen-Workshop mit Illustratorin und Künstlerin Yi Meng Wu.
Gläsernes Labor (A13), Dachgeschoss, ab 6 Jahren, 17:30 – 19:30 Uhr

Seltene Erkrankungen selbst erleben
Zahlreiche Erkrankungen sind für Betroffene mit großen Einschränkungen verbunden. Finden Sie hautnah heraus, wie sich die Schmetterlingskrankheit anfühlt und erfahren Sie mittels einer Simulation, wie sich die Sehleistung bei z.B. „grünem Star“, „grauem Star“ sowie Netzhautablösung verändert. Wir zeigen, mit welchen Beeinträchtigungen viele Menschen leben müssen und was es für den Alltag bedeutet.
Erwin-Negelein-Haus (D79), Erdgeschoss, Berliner Sparkassenstiftung Medizin, Stempelstation für Forscherdiplom, 17:00 bis 22:00 Uh

Schiffe versenken
Wie viel Ladung kann ein Schiff eigentlich tragen – und warum geht es nicht sofort unter? Hier testet ihr verschiedene Schiffsformen und untersucht, welche Bauweise besonders viel Gewicht aushält, bevor sie sinkt. Spielerisch experimentiert ihr mit Wasser, Gewichten und unterschiedlichen Rumpfformen – und entdeckt dabei spannende physikalische Phänomene.
Kommt vorbei, probiert es aus und werdet selbst zu kleinen Schiffbauingenieur:innen!
Experimentierhalle in der Mensa, Haus 14, für Grundschulkinder, Partnerschule Käthe-Kollwitz Gymnasium Berlin, 16:00 bis 20:00 Uhr

Das Geheimnis der wandernden Farben
Entdeckt spielerisch ein spannendes wissenschaftliches Prinzip: Durch das Zusammenspiel von Feuchtigkeit und Zucker entstehen faszinierende Muster und Farben. Experimentiert selbst und findet heraus, wie sich Zucker verhält, wenn er mit Wasser in Berührung kommt – und lasst kleine Kunstwerke entstehen.
Experimentierhalle in der Mensa, Haus 14, für Grundschulkinder, Forschergarten & Gläsernes Labor, 16:00 bis 22:00 Uhr

→ SCIENCE ENTERTAINMENT

Rettungsmission im All
Qualm, Laser, Schnee: Ein Potpourri von Experimenten erwartet Groß und Klein bei der Experimentalvorlesung des Schülerforschungszentrum Pankow am Robert-Havemann-Gymnasium.
Experimentierhalle in der Mensa, Haus 14, für die ganze Familie, ohne Anmeldung, 17:00, 19:00 Uhr

Wissen-schafft-Spaß – Mag(ie)netisch: Phantastische Physik - anziehende Zauberei
Metall bremst sich wie von selbst, Dinge schweben, Kräfte wirken ohne Berührung. Magie? …oder doch Physik? Zauberkünstler und Biochemiker Oliver Grammel bietet in seiner überraschenden und lehrreichen Show Wissenschaftsspaß für alle.
Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83), Axon 1, für die ganze Familie, ohne Anmeldung, 17:30, 19:00, 20:30 Uhr


Zum gesamten Programm des Gläsernen Labors: https://www.glaesernes-labor.de/de/lndw-2026  

forschen / 26.05.2026
Wie die Vielfalt der Blutstammzellen entsteht

Mikroskopische Aufnahme einer Knochenmarkbiopsie mit Stamm- und Vorläuferzellen in violetter Farbe. (© Dr. Jana Ihlow, Charité – Universitätsmedizin Berlin)
Mikroskopische Aufnahme einer Knochenmarkbiopsie mit Stamm- und Vorläuferzellen in violetter Farbe. (© Dr. Jana Ihlow, Charité – Universitätsmedizin Berlin)

Im Knochenmark gibt es verschiedene Stammzellen, aus denen Blut- und Immunzellen hervorgehen. Wie und wodurch sie sich voneinander unterscheiden, erläutert ein Team um Simon Haas jetzt in ​„Nature Cell Biology“. Die Erkenntnisse sollen helfen, Stammzelltherapien, etwa gegen Blutkrebs, zu verbessern.

Gemeinsame Pressemitteilung des Max Delbrück Center und des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH)

Tag für Tag produziert der Körper eine riesige Zahl von Blut- und Immunzellen, die uns gesund und am Leben halten. Sie alle entwickeln sich aus Blutstammzellen im Knochenmark. Schon lange ist bekannt, dass sich diese Stammzellen voneinander unterscheiden – zum Beispiel durch ihre Teilungsrate oder die Zelltypen, die bevorzugt aus ihnen hervorgehen. Wie genau diese Vielfalt entsteht und wofür sie wichtig ist, war bisher unklar. 

Ein Team um drei Forscher aus Heidelberg und den Berliner Biowissenschaftler Professor Simon Haas liefert jetzt in ​„Nature Cell Biology“ erstmals eine schlüssige Erklärung für das beobachtete Phänomen. Demnach existieren im Knochenmark keine festen Untergruppen von Blutstammzellen. 

Stattdessen verändern sich alle Stammzellen entlang eines vorgezeichneten Weges: von einem langsamen, hochpotenten Zustand hin zu einem schnelleren und aktiveren Zustand mit einem begrenzteren Entwicklungspotenzial. ​„Ein besseres Verständnis für das Verhalten der Stammzellen kann dazu beitragen, dass Therapien mit ihnen, zum Beispiel gegen Leukämien, effektiver werden“, sagt Haas.

Biologische Experimente und mathematische Modelle

Der Wissenschaftler leitet eine Arbeitsgruppe im gemeinsamen Forschungsfokus ​„Single-Cell-Ansätze für die personalisierte Medizin“ des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), des Max Delbrück Center und der Charité – Universitätsmedizin Berlin und ist außerdem Professor für Einzelzelltechnologien und Präzisionsmedizin am Precision Healthcare University Research Institute (PHURI) der Queen Mary University London. Sein Labor ist am Berliner Institut für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center (MDC-BIMSB) angesiedelt.

Haas ist einer von vier Letztautoren der aktuellen Studie. Gemeinsam mit Dr. Michael Milsom vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Heidelberg Institute for Stem Cell Technology (HI-STEM) war er insbesondere für den experimentellen Teil der Studie verantwortlich. Die beiden anderen Letztautoren, Dr. Dr. Daniel Hübschmann vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, vom DKFZ und der Universität Heidelberg sowie Professor Thomas Höfer vom DKFZ, haben die mathematischen Modellierungen vorgenommen, mit deren Hilfe das Team seine Erkenntnisse ebenfalls gewonnen hat.

Entwicklung entlang einer gemeinsamen Linie

„Um herauszufinden, wodurch die Vielfalt der Blutstammzellen entsteht, haben wir mehr als tausend dieser Zellen einzeln isoliert, sie jeweils mit einem fluoreszierenden Protein markiert und dann in Mäuse transplantiert“, erklärt Dr. Florian Grünschläger, ehemaliger Doktorand im Labor von Haas und einer von drei Erstautor*innen der Studie. ​„So konnten wir ihre weitere Entwicklung im Körper der Tiere nachverfolgen und beobachten, welche Blut- und Immunzellen wann und in welchen Mengen jeweils aus ihnen hervorgehen.“

Durch die Kombination hochauflösender Einzelzelltechnologien und mathematischer Modellierung entdeckten die Forschenden ein überraschendes Muster: Alle Blutstammzellen entwickeln sich entlang einer gemeinsamen Linie. Anfangs teilen und verwandeln sie sich nur langsam, mit der Zeit werden sie schneller und aktiver. Während sie diesen Weg beschreiten, ändert sich nicht nur die Geschwindigkeit der Blutbildung, sondern auch die Art der Blut- und Immunzellen, die sich vorrangig aus ihnen entwickeln. Umkehren können die Stammzellen auf ihrem Weg nicht.

Ein Wettbewerb der Blutstammzellen

„Eine zentrale Erkenntnis unserer Studie ist zudem, dass die Stammzellen nicht isoliert agieren“, sagt Dr. Esther Rodríguez Correa, eine weitere Erstautorin und ehemalige Doktorandin im Labor von Milsom. ​„Stattdessen konkurrieren langsame und schnelle Zellen miteinander, um die verschiedenen reifen Blut- und Immunzellen zu produzieren.“ Welche Zellen das im Einzelnen sind, wird zum einen vom Entwicklungsstadium der jeweiligen Stammzelle bestimmt, zum anderen aber auch vom aktuellen Bedarf.

„Der Wettbewerb der Stammzellen entscheidet zusammen mit mehreren Rückkopplungssignalen des Körpers, zum Beispiel in Form von Zytokinen, über das Endergebnis“, erklärt Haas. ​„Er stellt sicher, dass das richtige Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Blut- und Immunzellen aufrechterhalten wird und dass der Körper gleichzeitig schnell auf Stress, beispielsweise eine Infektion oder einen größeren Blutverlust, reagieren kann.“

Haas und seine Kolleg*innen gehen davon aus, dass sich viele der an Mäusen gewonnenen Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen. ​„Auf jeden Fall erklären sie zahlreiche Beobachtungen im menschlichen Blut- und Immunsystem“, sagt der Forscher. ​„Wenn wir detaillierter verstehen, wie die blutbildenden Stammzellen im Körper agieren, können wir ihr Verhalten auch in Patientinnen und Patienten besser vorhersagen und steuern“, ist sich Haas sicher. Stammzelltherapien und Knochenmarktransplantationen, die schon lange bei Leukämien und anderen Blutkrankheiten im Einsatz sind, könnten so verfeinert und wirksamer werden.

Text: Anke Brodmerkel

Weitere Informationen

Literatur

Esther Rodríguez Correa, Florian Grünschläger, Tamar Nizharadze, et al. (2026): ​„A kinetics-based model of haematopoiesis reveals extrinsic regulation of skewed lineage output from stem cells“. Nature Cell Biology, DOI: 10.1038/s41556-026 – 01958‑0

 

Bild: Mikroskopische Aufnahme einer Knochenmarkbiopsie: Zwischen den Knochenbälkchen (rosa) und den Fettzellen (weiß) sind die Stamm- und Vorläuferzellen sowie reife Blut- und Immunzellen (alle violett gefärbt) zu sehen.  (© Dr. Jana Ihlow, Charité – Universitätsmedizin Berlin)

forschen, produzieren, heilen / 22.05.2026
Berlin zeichnet herausragende Deep-Tech-Unternehmen aus – darunter MyoPax

(v.l.) Dr. Eric Metzler und Dr. Verena Schöwel von MyoPax nahmen den Deep Tech Award in der Kategorie Bio- & Healthtech entgegen. (Foto: Christoph Soeder, Deep tech Berlin)
(v.l.) Dr. Eric Metzler und Dr. Verena Schöwel von MyoPax nahmen den Deep Tech Award in der Kategorie Bio- & Healthtech entgegen. (Foto: Christoph Soeder, Deep tech Berlin)

In diesem Jahr wurde erstmalig ein Deep Tech Award in der Kategorie Bio- & Healthtech vergeben. Gewinner ist MyoPax, ein Spin-off des Max Delbrück Center und der Charité Universitätsmedizin Berlin, das seinen Ursprung auf dem Campus Berlin-Buch hat.

KI-gestützte Faktenchecks gegen Desinformation, neuartige Zelltherapien zur Regeneration von Muskelgewebe, nachhaltiger 3D-Druck oder dezentrale Satellitenkommunikation: Am Mittwochabend, 20. Mai 2026, hat die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe fünf herausragende Berliner Unternehmen mit dem Deep Tech Award ausgezeichnet. Damit würdigt sie bereits im elften Jahr in Folge technologische, forschungsbasierte Innovationen aus Berlin, die durch Anwendungsnähe und gesellschaftliche Relevanz und Mehrwert überzeugen. Die feierliche Preisverleihung mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sowie Michael Biel, Staatssekretär für Wirtschaft, fand erstmals im Rahmen der Deep Tech Momentum-Konferenz in den Wilhelm Studios in Berlin statt.

Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Wir wollen Berlin zum Innovationsstandort Nr. 1 in Europa machen. Die heute ausgezeichneten Unternehmen bringen technologische Spitzenforschung in die konkrete Anwendung und bieten Lösungen für aktuelle Herausforderungen. Damit zeigen sie eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft in Berlin steckt. Mit dem Deep Tech Award würdigen wir den Mut und die Exzellenz unserer Gründerinnen und Gründer. Durch die neue Partnerschaft mit der Deep Tech Momentum-Konferenz schaffen wir zudem eine Bühne, die Berlins klügste Köpfe noch enger mit Kooperationspartnern aus der Industrie sowie internationalen Investorinnen und Investoren vernetzt. Damit sichern wir nachhaltiges Wachstum und technologische Souveränität am Standort Berlin.“

Der Deep Tech Award ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert und wird in fünf Kategorien vergeben: „Advanced Manufacturing“, „Bio- & Healthtech“, „Künstliche Intelligenz“, „Quantentechnologien, Photonik & Mikroelektronik“ sowie „Web3 & Distributed Ledger Technologies (DLT)“. Aus über 84 Bewerbungen zeichneten Fachjurys fünf Gewinnerunternehmen aus, die jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro erhalten.
Mit der erstmaligen Einbindung des Deep Tech Awards im Rahmen der Deep Tech Momentum wird der Preis noch stärker international positioniert. Die Konferenz gilt als eine der führenden europäischen Plattformen zur Vernetzung von Deep-Tech-Startups mit Unternehmen und Investor:innen. Die neue Partnerschaft unterstreicht den Anspruch des Awards, Berlins innovativste Technologieunternehmen nicht nur zu würdigen, sondern sie zugleich noch enger mit dem europäischen Innovationsökosystem zu vernetzen. In diesem Rahmen wurde in diesem Jahr auch erstmals der Sonderpreis „Deep Tech Award for Breakthrough Momentum“ verliehen. Er richtet sich an von Deep Tech Momentum kuratierte europäische Startups, die exzellente wissenschaftliche Innovation mit außergewöhnlichem Skalierungspotenzial verbinden.

Die Gewinner:innen des Deep Tech Award 2026 auf einen Blick:

Deep Tech Star der Kategorie „Advanced Manufacturing”: Endless Industries GmbH
Endless Industries revolutioniert die Fertigung aus Faserverbundstoffen — also Materialien, bei denen Kohlenstofffaser in ein bindendes Harz eingebettet sind — durch eine 3D-Druck-Lösung. So können aufwendige und teure Herstellungsprozesse ersetzt und Abfall eingespart werden.
Website: www.endless.industries

Deep Tech Star in der Kategorie „Bio-& Healthtech”: MyoPax GmbH
Im Zentrum der Arbeit von MyoPax stehen neuartige Zelltherapien und Genkorrekturen zur Regeneration von Muskelgewebe. Damit adressiert das Unternehmen insbesondere schwere Muskelverletzungen und -erkrankungen und eröffnet Patient:innen vielversprechende neue Behandlungsperspektiven.
Website: www.myopax.com

Deep Tech Star in der Kategorie „Künstliche Intelligenz ”: Gretchen AI GmbH
Gretchen AI entwickelt modernste KI zur Erkennung von Deepfakes und Fake News und kann deren Verbreitungshistorie rekonstruieren. Damit ermöglicht das Berliner Unternehmen großen Medienhäusern bis zu sechsmal schnellere Faktenchecks bei gleichbleibender Zuverlässigkeit – ein entscheidender Beitrag zur Sicherung des öffentlichen Informationsraums.
Website: www.gretchen-ai.com

Deep Tech Star in der Kategorie „Quantentechnologien, Photonik & Mikroelektronik”: Xavveo GmbH
Xavveo entwickelt photonische Radarsensoren, die in Bereichen wie Navigation und Messtechnik neue Maßstäbe setzen, etwa bei der Umfelderkennung von Autos. Die Technologie ermöglicht eine bislang unerreichte Präzision und hat das Potenzial, bestehende Sensorlösungen in einer Vielzahl von Industrien grundlegend zu ersetzen.
Website: www.xavveo.com

Deep Tech Star in der Kategorie „Web3 & Distributed Ledger Technologies (DLT)”: Decen Space UG
Das Startup Decen Space entwickelt ein dezentrales Koordinationsnetzwerk aus Soft- und Hardwarekomponenten für die sichere und effiziente Synchronisierung von Datenströmen zwischen Satelliten und Bodenstationen. Mit dieser Lösung werden höhere Datenübertragungsraten bei deutlich geringeren Kosten ermöglicht, zudem werden für Satellitenbetreiber mehr Kontaktzeiten zu ihren Satelliten ermöglicht.
Website: www.decenspace.com

Deep Tech Star des Sonderpreises “Deep Tech Award for Breakthrough Momentum”: Six Robotics AS
Six Robotics AS ist ein norwegisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Autonomie-Software für Flotten unbemannter Luftfahrzeuge spezialisiert hat. Die Software basiert auf innovativen Schwarmintelligenz-Algorithmen und Echtzeit-Mission-Steuerungsarchitekturen, die eine hohe Autonomie und Effizienz der Fluggeräte gewährleisten. Damit ermöglicht das Unternehmen Drohnen, Missionen als intelligente Teams zu koordinieren und auszuführen. Dadurch wird der Einsatz vernetzter autonomer Systeme in modernen Verteidigungseinsätzen vorangetrieben.
Website: www.sixrobotics.com

Weitere Informationen über den Deep Tech Berlin und den Deep Tech Award finden Sie unter: www.berlin.de/deeptech/

Quelle: Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

produzieren / 22.05.2026
Eckert & Ziegler erhält erneut „Best Managed Companies Award“

Die Eckert & Ziegler SE (ISIN DE0005659700) ist zum dritten Mal in Folge Preisträger des „Best Managed Companies Award“. Mit dieser Auszeichnung würdigen Deloitte Private, UBS, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hervorragend geführte, mittelständische Unternehmen.

„Gute Unternehmensführung ist gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten von zentraler Bedeutung. Der Best Managed Companies Award ist eine verdiente Auszeichnung für Unternehmen, die Verantwortung, Weitsicht und nachhaltiges Handeln erfolgreich miteinander verbinden“, sagt Tobias Vogel, CEO UBS Europe SE.

„Diese Auszeichnung ist für uns Anerkennung und Ansporn zugleich. Sie bestätigt, dass wir mit einer klaren Strategie im Wachstumsmarkt Nuklearmedizin auf dem richtigen Weg sind – und das gemeinsam mit einem großartigen Team weltweit,“ ergänzt Dr. Dirk W. Becker, Mitglied der Konzernleitung der Eckert & Ziegler SE, der den Unternehmenspreis im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Frankfurt am Main entgegennahm.

Im Rahmen eines mehrstufigen Bewerbungsverfahrens wurden die teilnehmenden Unternehmen auf ihre Exzellenz in den folgenden Kernbereichen bewertet: Strategie, Produktivität und Innovation, Kultur und Commitment sowie Finanzen und Governance. Voraussetzung für die Auszeichnung ist eine hohe Performance in allen vier Bereichen. Danach wurden die Preisträger von einer Jury, bestehend aus renommierten Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien ausgewählt.


Über Eckert & Ziegler
Die Eckert & Ziegler SE gehört mit über 1.000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
Wir helfen zu heilen.

leben, heilen, bilden / 21.05.2026
Die Roadshow des Helios Clusters Berlin-Brandenburg hat begonnen

Finde, was zu dir passt. Für deine Gesundheit. Für deine Karriere. (Foto: Thomas Oberländer, Helios Kliniken)
Finde, was zu dir passt. Für deine Gesundheit. Für deine Karriere. (Foto: Thomas Oberländer, Helios Kliniken)

Mit großem Interesse ist die gemeinsame Roadshow der drei Helios Kliniken des Clusters Berlin-Brandenburg, bestehend aus dem Helios Klinikum Berlin-Buch, dem Helios Klinikum Emil von Behring und dem Helios Klinikum Bad Saarow, gestartet. Mitarbeitende des Helios Klinikums Emil von Behring läuteten die Tour durch die Region ein. Im Shoppingcenter Das Schloss in Berlin-Steglitz informierten sie über medizinische Angebote sowie berufliche Perspektiven und boten Besucher:innen Mitmachaktionen wie unter anderem ein Speeddating mit dem Leitungsteam, das Zunähen von Schnitten mit dem Team der Klinik für Allgemein-, Viszeral und Minimalinvasive Chirurgie sowie eine Teddyklinik für Kinder. 
 
Im Zeitraum vom 20. Mai bis 20. Juni 2026 laden Mitarbeitende des Helios Klinikums Berlin-Buch, Helios Klinikums Emil von Behring und des Helios Klinikums Bad Saarow Interessierte in insgesamt fünf Shoppingcentern ein, Gesundheit aktiv in den eigenen Alltag zu integrieren, Vorsorge neu zu entdecken und sich über Karriere- sowie Ausbildungsmöglichkeiten bei Helios auszutauschen.

Unter dem Motto „Finde, was zu dir passt. Für deine Gesundheit. Für deine Karriere“ erwartet die Besucher:innen ein abwechslungsreiches Programm mit Einblicken in unterschiedliche medizinische Fachbereiche und den Klinikalltag. Das Informationsangebot richtet sich dabei gleichermaßen an Patient:innen, Bewerber:innen und Interessierte. Vor Ort stehen Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen für Fragen und persönliche Gespräche zur Verfügung. So etwa Pflegekräfte, Ärzt:innen, Therapeut:innen, Hebammen und Mitarbeitende aus dem Recruiting. Ergänzt wird das Angebot durch wechselnde Themenschwerpunkte und Mitmachaktionen für die ganze Familie rund um Gesundheit, Prävention und medizinische Versorgung.

Erst shoppen, dann bei Deutschlands größtem privaten Klinikbetreiber durchstarten: Die Roadshow findet stets während der Öffnungszeiten des jeweiligen Centers statt.


Die Termine im Überblick:


1.    Das Schloss in Berlin-Steglitz vom 20. bis 23. Mai 2026 mit dem Helios Klinikum Emil von Behring
2.    Rathaus Center Pankow vom 27. bis 30. Mai 2026 mit dem Helios Klinikum Berlin-Buch
3.    A10 Center Wildau vom 03. bis 06. Juni 2026 mit dem Helios Klinikum Bad Saarow
4.    Linden-Center vom 10. bis 13. Juni 2026 mit dem Helios Klinikum Berlin-Buch
5.    Stern-Center Potsdam vom 17. bis 20. Juni 2026 mit dem Helios Klinikum Emil von Behring


An ausgewählten Nachmittagen erwarten die Besucher:innen in den Centern zudem besondere Programmpunkte aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen, darunter Kinder- und Jugendmedizin, Pflege, Geburtshilfe oder moderne diagnostische und therapeutische Verfahren. Nach dem erfolgreichen Start der Roadshow in Berlin-Steglitz geht es ab dem 27. Mai 2026 mit dem Team des Helios Klinikums Berlin-Buch im Rathaus Center Pankow weiter. 


Die genauen Termine und Standorte sowie weitere Informationen werden fortlaufend auf der Landingpage der Roadshow veröffentlicht.

 

Über Helios

Helios verbessert mit dem Clusteransatz die medizinische Qualität für Patienten, indem Kompetenz gebündelt und das Netzwerk intensiviert wird. Zum Cluster Berlin-Brandenburg gehören das Helios Klinikum Berlin-Buch, das Helios Klinikum Emil von Behring und das Helios Klinikum Bad Saarow. 
Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten, mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren. Schwerpunkte sind zertifizierte Zentren für Brust-, Darm- und Hauttumore, Frühgeborene und akute Gefäßerkrankungen. Das Klinikum ist zudem als "Klinik für Diabetiker geeignet DDG" ausgezeichnet. 
Das Helios Klinikum Emil von Behring ist mit über 500 Betten eines der größten Krankenhäuser mit qualifizierter Schwerpunktversorgung im Berliner Südwesten. Insbesondere die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie steht für moderne, innovative und patientenorientierte Versorgung auf höchstem Niveau. 
Das Helios Klinikum Bad Saarow ist mit rund 630 Betten ein Krankenhaus der qualifizierten Regelversorgung und zählt zu den modernsten Kliniken der Region. Mit 19 Fachabteilungen, mehreren Instituten, einer Zentralen Notaufnahme und zertifizierten Zentren bietet es umfassende Diagnostik und Therapie. 
In Deutschland betreibt Helios mehr als 80 Kliniken, rund 200 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 30 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 80.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 8,1 Milliarden Euro. Helios steht mit 35 eigenen Bildungszentren für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Fresenius Helios ist der führende private Gesundheitsdienstleister in Europa und versorgt mit rund 140 Kliniken und zahlreichen ambulanten Einrichtungen jährlich rund 27 Millionen Menschen. Zusammen mit Fresenius Kabi, Anbieter von Gesundheitsprodukten für kritisch und chronisch Kranke, gehört Fresenius Helios zum Gesundheitskonzern Fresenius. Mit seinen rund 130.000 Mitarbeitenden der Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika erzielte Fresenius Helios 2025 einen Gesamtumsatz von mehr als 13,5 Milliarden Euro.
Quirónsalud verfügt über 57 Kliniken, davon sieben in Lateinamerika, rund 130 ambulante Gesundheitszentren sowie über 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 22 Millionen Patient:innen behandelt, davon mehr als 20 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von mehr als 5,4 Milliarden Euro.

leben / 20.05.2026
Frühlingskonzert und Ehrung für Professor Heinz Bielka

Klavierprofessorin Prof. Galina Iwanzowa-Bielka vor der Plakette
Klavierprofessorin Prof. Galina Iwanzowa-Bielka vor der Plakette

Der Freundeskreis des Max Delbrück Center lud zum klassischen Konzert auf dem Campus ein und eröffnete anschließend eine neue Galerie für Ehrenplaketten von CAMPUSart

Junge, musikalisch hochbegabte Musikerinnen und Musiker haben, unterstützt durch ihre Lehrerin, die Klavierprofessorin Prof. Galina Iwanzowa-Bielka, am 13. Mai ein weiteres Mal bei einem Konzert auf dem Campus ihr breites Repertoire klassischer Musik dargeboten. Die meisten der jungen Talente sind bereits Preisträger verschiedener internationaler Wettbewerbe.

Schon seit mehr als einem Jahrzehnt verfolgen wir die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern der beliebten Pianistin aus Buch. Wir sehen ihnen beim Großwerden zu und bestaunen ihre musikalische Entwicklung über die vielen Jahre, vom schüchternen Kind, das mit seinen kleinen Händen schon beachtlich über die Klaviertasten wirbelt, bis zu den jungen Erwachsenen, die von Jahr zu Jahr virtuoser geworden sind. Man ist gerührt und voller Begeisterung. Da der Kirchturm inzwischen fertiggestellt ist, der über die Jahre das Spendenanliegen von Prof. Heinz Bielka und seiner Frau Prof. Galina Iwanzowa war, gehen die Spenden der treuen Zuhörerschaft dieses Mal an das Ronald McDonald Haus am Helios Klinikum in Buch, zugunsten von Familien schwerkranker Kinder. Ein Teil davon soll weitere Veranstaltungen des MDC-Freundeskreises finanzieren.   

Im Anschluss an das Konzert sind die Besucher ein paar Schritte um das Haus herumgegangen, um gemeinsam mit dem Freundeskreis die erste Ehrenplakette in der geplanten Galerie für Wissenschafts-Persönlichkeiten zu enthüllen, die sich für den Campus Berlin-Buch, für Medizin und Wissenschaft sowie für unseren Stadtteil verdient gemacht haben.  

Die Galerie wurde am Walter-Friedrich-Haus (Haus 27), nahe dem Eingangsbereich mit der Freitreppe, eröffnet. Die erste Ehrenplakette ist Herrn Prof. Dr. Heinz Bielka (1929-2020) gewidmet. Professor Bielka hat von 1953 bis zu seinem Tode auf dem Campus Buch als Krebsforscher gearbeitet und sich als Chronist des Campus, von Berlin-Buch sowie durch seinen beständigen Einsatz für den Stadtteil, darunter für die Wiedererrichtung des Kirchturms der Schlosskirche, große Verdienste erworben.

Die hier entstehende Galerie ist Teil des Projektes „CAMPUSart“, das verschiedene Rundgänge zur Wissenschaftsgeschichte, zur Botanik oder auch zu Skulpturen anbietet sowie auch Ausstellungen, wie zu der Künstlerin Jeanne Mammen, eine Mikroskopausstellung und das Campusmuseum. Broschüren für diese Rundgänge findet man im Café Max im Torhaus, und auch wochentags zu den Arbeitszeiten im Infozentrum des Gläsernen Labors auf dem Campus. Alle Exponate, die im Rahmen von CAMPUSart zu sehen sind, auch die neue Plakette, sind mit einem QR-Code versehen, der dann ausführliche Informationen dazu auf das Smartphone gibt, sodass man den Rundgang oder einen einfachen Spaziergang jederzeit auch allein starten kann.

Text: Michaela Langer

Quelle: Bucher Bote
CAMPUSart

heilen, bilden / 20.05.2026
Einladung zum Tag der offenen Tür - „Room of Horror“ statt Langeweile

Wer glaubt, Gesundheitsberufe bestünden nur aus Teetrinken und Händchenhalten, sollte sich am 18. Juni warm anziehen. Die Akademie der Gesundheit e.V. öffnet am Campus Berlin-Buch ihre Tore und zeigt, dass Ausbildung auch „Room of Horror“, OP-Action und High-Tech-Simulation bedeuten kann.

Was macht eigentlich eine ATA im OP, außer cool auszusehen? Wie fühlt es sich an, mit 80 Jahren durch einen Parkour zu navigieren? Und wer gewinnt die Reanimations-Challenge? Antworten auf diese Fragen gibt es am 18. Juni 2026 von 11:00 bis 17:00 Uhr live vor Ort.
Erleben. Ausprobieren. (Vielleicht auch kurz Gruseln.)

Die Akademie, die seit 30 Jahren Profis für den Gesundheitsmarkt schmiedet, gewährt am Tag der offenen Tür einen exklusiven Blick in den Maschinenraum der modernen Ausbildung. An über 20 Mitmach-Stationen können Besucher selbst Hand anlegen:

• Chirurgie für Anfänger: Am Laparoskopie-Trainer echtes OP-Feeling schnuppern.
• Der „Room of Horror“: Pflegesimulation mal ganz anders – Fehler finden, bevor es brenzlig wird.
• Teddy-Klinik: Für die Kleinsten (und alle, die ihren Kuschelbären verarzten wollen).
• Check-up: Blutdruck- und Blutzuckermessungen für alle, die wissen wollen, ob der Power-Level noch im grünen Bereich ist.

Karrierekick inklusive

Für alle, die nicht nur zum Gucken kommen, stehen unsere Bildungsberater bereit. Ob Pflegefachkraft, Physiotherapie oder die spannenden medizinisch-technischen Berufe – wir zeigen, wie Ausbildung heute funktioniert: modern, interaktiv und garantiert ohne Staubschicht.

Der Eintritt ist frei – die Neugier ist Pflicht!

Wann: 18. Juni 2026, 11:00 – 17:00 Uhr (Schulklassen bereits ab 11:00 Uhr)

Wo: Akademie der Gesundheit e.V., Campus Berlin-Buch, Schwanebecker Chaussee 4 E-H, 13125 Berlin
 

www.gesundheit-akademie.de/tag-der-offenen-tuer

leben / 19.05.2026
Baumaßnahmen an der Park-and-Ride-Anlage Pankow-Heinersdorf abgeschlossen

Die Park-and-Ride-Anlage (P+R) am Bahnhof Pankow-Heinersdorf ist nach umfangreichen Neubau- und Sanierungsmaßnahmen wieder vollständig nutzbar. Das Straßen- und Grünflächenamt Pankow hat die Arbeiten mit einem Investitionsvolumen von rund 550.000 Euro Ende April 2026 abgeschlossen. Finanziert wurde das Projekt mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.

Im Rahmen der Maßnahme wurden zahlreiche schadhafte Bereiche der Parkflächen sowie angrenzende Gehwege grundlegend saniert. Der Neubau des Gehwegs entlang der Pasewalker Straße sowie einer neuen Gehwegvorstreckung in der Straße Am Feuchten Winkel erhöhen nicht nur die Attraktivität zur Nutzung der Park-and-Ride-Anlage, sondern tragen auch maßgeblich zur Steigerung der Verkehrssicherheit bei.

Auch die Beschilderung der Anlage wurde umfassend erneuert und optimiert. Sie erleichtert Kraftfahrern die Orientierung bei der Anfahrt zu den Stellflächen und bietet zugleich ein übersichtliches Leitsystem für Fußgänger durch eine gezielte Wegweisung zu den Zugängen des S-Bahnhofs. Dabei wird gezielt auf die Differenzierung der Barrierefreiheit der unterschiedlichen Zugänge (Treppe oder Aufzug) geachtet.

Darüber hinaus wurden die Stellplätze unterhalb der Autobahnbrücke markiert. Dadurch wird der ruhende Verkehr besser geordnet, die vorhandenen Flächen können effizienter genutzt und ungewollte Wendemanöver reduziert werden.

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt:

„Moderne Mobilität braucht starke Verknüpfungspunkte. Mit der Sanierung der Park-and-Ride-Anlage in Pankow-Heinersdorf schaffen wir bessere Bedingungen für alle, die flexibel zwischen Auto, S-Bahn und Fußverkehr wechseln. Die Investition stärkt nicht nur die Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit vor Ort, sondern ist auch ein weiterer Schritt hin zu einem vernetzten, klimafreundlichen und alltagstauglichen Mobilitätssystem für Berlin.“

Manuela Anders-Granitzki, Bezirksstadträtin für Ordnung und Öffentlicher Raum:

„Mit der Sanierung der Park-and-Ride-Anlage verbessern wir nicht nur die Verkehrssicherheit vor Ort, sondern stärken auch die Verknüpfung verschiedener Mobilitätsangebote im Bezirk. Die neue Wegeführung, die auf Barrierefreiheit ausgerichtete Beschilderung und die bessere Ordnung der Stellflächen machen die Anlage für die Nutzer deutlich attraktiver und sicherer.“

Die P+R-Anlage Pankow-Heinersdorf ist ein zentraler Knotenpunkt für Pendler und Besucher. Die nun abgeschlossenen Arbeiten unterstreichen das Engagement von Bezirksamt und Senatsverwaltung für eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur.

leben / 18.05.2026
Pankow macht sich Klimafit! Online-Beteiligung bis 14. Juni und 2. Öffentliche Werkstatt am 4. Juni

Das Bezirksamt Pankow lädt zur weiteren Mitwirkung an der Erarbeitung des bezirklichen Klimaanpassungskonzepts (KLAK) ein.

Der Klimawandel ist auch in Pankow deutlich spürbar: Immer häufiger gibt es extreme Hitze im Sommer, lange Trockenzeiten und Starkregen. Diese Entwicklungen stellen den Bezirk und die Bürgerinnen und Bürger vor Herausforderungen. Mit dem Klimaanpassungskonzept (KLAK) sollen konkrete Lösungen entwickelt werden, um Pankow Schritt für Schritt besser auf diese Folgen vorzubereiten. Ziel ist es, grünere, kühlere und widerstandsfähige Stadträume zu schaffen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Ein wichtiger Teil des Konzepts ist die Öffentlichkeitsbeteiligung. In der ersten Phase Ende 2025 brachten die Beteiligten ihre Erfahrungen mit Hitze und Starkregen sowie Ideen und Hinweise zur Klimaanpassung ein. Jetzt geht die Beteiligung in die zweite Phase. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, die das Stadt- und Quartiersklima verbessern, für Abkühlung sorgen und vor Überschwemmungen durch Starkregen schützen. Auch in der aktuellen Phase ist eine Beteiligung sowohl bei einer Präsenzveranstaltung als auch digital möglich: 

2. Öffentliche Werkstatt am 4. Juni

Wann? Do., 04. Juni 2026, 16:00 – 18:00 Uhr

Wo? Ökomarkt am Kollwitzplatz, Wörther Straße, 10435 Berlin

Das Bezirksamt präsentiert sich mit einem Mitmach-Stand auf dem Ökomarkt am 04.06.2026. Dort können sich Interessierte über die bisherigen Ergebnisse informieren und konkrete Maßnahmenvorschläge kennenlernen. Interessierte können abstimmen, welche Vorschläge Sie für besonders wichtig halten und eigene Ideen einbringen. Alle sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen und sich zu beteiligen.

2. Online-Beteiligung vom 18. Mai bis 14. Juni

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, vom 18. Mai - 14. Juni 2026 an der Online-Beteiligung teilzunehmen um Maßnahmenvorschläge zu verorten und zu priorisieren:

https://mein.berlin.de/projekte/klimaanpassungskonzept-pankow/

Das Klimaanpassungskonzept wird durch ein interdisziplinäres Team des Büros gruppe F | Freiraum für alle GmbH im Auftrag des Bezirksamtes Pankow erarbeitet.

 

Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Umwelt- und Naturschutzamtes:

https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/umwelt-und-naturschutzamt/naturschutz/klimaanpassung-1562542.php

 


 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ulrike Plüschke

 

Bezirksamt Pankow von Berlin

Pressestelle

Rathaus Pankow

Breite Str. 24A-26

13187 Berlin

Raum 1.01

 

Tel.: 030 - 90 295 2211

E-Mail: ulrike.plueschke@ba-pankow.berlin.de

 

Schon abonniert? https://www.berlin.de/pankow-news

 

 

 

 

produzieren / 12.05.2026
Eckert & Ziegler mit erfolgreichem Jahresauftakt. Prognose 2026 bestätigt.

1. Quartal 2026:

  • Umsatz 72,9 Mio. € (VJ: 68,2 Mio. €)
  • EBIT vor Sondereinflüssen 16,0 Mio. € (VJ:16,2 Mio. €)
  • Nettogewinn 10,4 Mio. € (VJ: 9,7 Mio. €)

 Jahresprognose 2026:

  • Umsatz von rund 320 Mio. € (bestätigt)
  • EBIT vor Sondereinflüssen von rund 80 Mio. € (bestätigt) 
     

Die Eckert & Ziegler SE (ISIN DE0005659700, TecDAX) konnte ihren Umsatz im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7% auf 72,9 Mio. € steigern. Aufgrund eines etwas schwächeren Produktmix im Segment Isotope Products in den ersten zwei Monaten des Jahres sank das bereinigte Konzern-EBIT um 2% auf 16,0 Mio. €. Der Nettogewinn erhöhte sich um 7% auf 10,4 Mio. € oder 0,17€ pro Aktie.

Die Umsätze im Segment Medical lagen in den ersten drei Monaten des Jahres mit 41,5 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres (34,4 Mio. €). Nach wie vor bleibt das Geschäft mit pharmazeutischen Radioisotopen der wichtigste Umsatzbringer. Dabei sind insbesondere die Entwicklung der Umsätze mit Generatoren und im Bereich Contract Manufacturing & Development (CDMO) zu nennen.

Das Segment Isotope Products erzielte mit 31,5 Mio. € einen um 2,3 Mio. € oder etwa 7% niedrigeren Umsatz als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Auf ein starkes viertes Quartal 2025, folgte ein verhaltener Start in das Jahr, welches im März wieder deutlich an Dynamik gewann.

Die am 26. März 2026 veröffentlichte Prognose für das Geschäftsjahr 2026 bleibt unverändert. Der Vorstand rechnet weiterhin mit einem Umsatz von rund 320 Mio. € und einem bereinigtem EBIT von rund 80 Mio. €.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier: https://www.ezag.com/Q12026de
 

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler SE gehört mit über 1.000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
Wir helfen zu heilen.

www.ezag.de

forschen / 06.05.2026
Wie Entzündungszellen das Herz erneuern

Ein Zebrafischherz sechs Stunden nach einer Kryoverletzung, aufgenommen per Konfokalmikroskopie. (Bild: Janita Mintcheva, Max Delbrück Center)
Ein Zebrafischherz sechs Stunden nach einer Kryoverletzung, aufgenommen per Konfokalmikroskopie. (Bild: Janita Mintcheva, Max Delbrück Center)

Das Herz von Zebrafischen kann sich nach einer Verletzung vollständig regenerieren. Präzise Entzündungssignale von Immunzellen setzen den Prozess in Gang, berichten Forschende des Max Delbrück Center jetzt in ​„Nature Communications“. Das Wissen könnte zu neuen Therapien des Herzinfarkts führen.

Wird das menschliche Herz durch einen Infarkt geschädigt, bildet sich um die betroffenen Bereiche mit der Zeit festes Narbengewebe. Dieses verringert die Pumpkraft des Herzens und erhöht das Risiko für Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen. Das Herz von Zebrafischen hingegen kann sich nach einer Verletzung vollständig regenerieren. Forschende um Janita Mintcheva, Doktorandin in der Arbeitsgruppe ​„Quantitative Entwicklungsbiologie“ von Professor Jan Philipp Junker am Max Delbrück Center, zeigen jetzt in ​„Nature Communications“, dass eine fein abgestimmte Entzündungsreaktion den Heilungsprozess anstößt.

Mithilfe eines Verfahrens, das neu entstehende RNA in einzelnen Zellen analysiert, fand das Team heraus, dass bestimmte Immunzellen, die Makrophagen, nach einer Verletzung mit als erste reagieren: Sie senden Entzündungssignale, die die Regeneration in Gang setzen. Auslöser dieses Prozesses ist jedoch nicht nur die Entzündung an sich. Auch der genaue Zeitpunkt und die Stärke der Signale sind entscheidend: Erst sie schaffen die Voraussetzung dafür, dass das Gewebe weiter heilt.

„Bekannt war bereits, dass eine Störung dieser frühen Reaktion auf eine Verletzung des Herzens die Regeneration des Gewebes beeinträchtigt“, erklärt Mintcheva. Man habe also schon gewusst, wie entscheidend der Zeitraum für den Heilungsprozess sei. ​„Es war aber nicht klar, was genau in dieser frühen Phase geschieht“, erläutert die Forscherin.

Neue Genaktivitäten in einzelnen Zellen erkennen

Um das herauszufinden, wandten die Wissenschaftler*innen eine Methode an, die als ​„In-vivo-Einzelzell-RNA-Metabolismus-Markierung“ bezeichnet wird. Mit ihr lassen sich neu produzierte RNA-Moleküle in einzelnen Zellen lebender Tiere markieren und so die Aktivität von Genen als deren Reaktion auf eine Schädigung des Gewebes identifizieren. 

Mintcheva und ihre Kolleg*innen analysierten Tausende von Zellen aus Zebrafischherzen in den ersten sechs Stunden nach einer Verletzung. Dabei stellten die Forschenden fest, dass Makrophagen – und möglicherweise auch Neutrophile, eine andere Art von Immunzellen – zu den ersten Reagierenden gehörten und schnell in einen proinflammatorischen Zustand übergingen.

Als das Team die Entzündungsreaktionen der Makrophagen gezielt dämpfte, wuchsen die Blutgefäße schneller und mehr Herzmuskelzellen traten in eine Proliferationsphase ein – beides Prozesse, die für die Regeneration des Herzens erforderlich sind. ​„Das war völlig unerwartet“, sagt Mintcheva. ​„Frühere Studien hatten nahegelegt, dass eine Modulation der Entzündung in Zebrafischherzen, sei es durch Verstärkung oder Dämpfung, die Regeneration grundsätzlich beeinträchtigt. Jetzt konnten wir zeigen, dass die gezielte Unterdrückung der entzündlichen Signale speziell in Makrophagen die Heilung fördert – was darauf hindeutet, dass diese Zellen bei dem Prozess eine Schlüsselrolle spielen.“

Ein Fine-Tuning der Entzündung für die Herzreparatur

Die Ergebnisse zeigen, dass es vermutlich zu einfach gedacht ist, Entzündungen entweder als nützlich oder als schädlich zu betrachten. Denn offenbar ist ihre Rolle differenzierter: Zu starke oder zu schwache Entzündungen können die Regeneration beeinträchtigen, während genau abgestimmte Reaktionen sie allem Anschein nach fördern.

„Wir waren überrascht, dass sich die Herzregeneration, die bei Zebrafischen ohnehin schon sehr effizient ist, durch die gezielte Beeinflussung von Entzündungssignalen weiter verbessern lässt“, sagt Junker, der Letztautor der Studie ist. ​„Indem wir bestimmte Zelltypen gezielt ansprechen, könnten wir die Heilung des Gewebes in eine vorteilhafte Richtung lenken.“ 

Junkers Arbeitsgruppe erforscht seit vielen Jahren, wie Zebrafische ihre Organe regenerieren und wie sie sich bei dieser Fähigkeit vom Menschen unterscheiden, dessen Selbstheilungskräfte deutlich geringer sind. ​„Nun wäre es interessant zu untersuchen“, sagt Mintcheva, ​„ob wir auch bei Säugetieren die Regeneration des Herzens nach einem Infarkt fördern können, indem wir die Immunreaktionen in bestimmten Zellen kontrolliert beeinflussen.“

Text: Gunjan Sinha

Weitere Informationen

Literatur

Janita Mintcheva, Tzu-Lun Tseng, Pinelopi Goumenaki, et al. (2026): ​„In vivo single-cell RNA metabolic labeling resolves early transcriptional responders in the regenerating zebrafish heart.“ Nature Communications, DOI: 10.1038/s41467-026 – 72781‑2

leben, bilden / 06.05.2026
Kleine Partikel ganz groß

(c) SPB Pedro Becerra
(c) SPB Pedro Becerra

Die Thementage „Unsichtbare Welten“ im Zeiss Großplanetarium nahmen im April Mikroplastik in den Fokus. Mit dabei: das Max Delbrück Center und das Gläserne Labor

Zum zweiten Mal veranstaltete die Stiftung Planetarium Berlin im Zeiss Großplanetarium die Thementage Unsichtbare Welten. Statt wie sonst mit Teleskopen in den Weltraum zu blicken, erkundeten die Besucher und Besucherinnen bei dieser Veranstaltung mit Mikroskopen den Mikrokosmos. Mit dabei war wieder der Campus Buch, mit Experimentierstationen im Foyer und Live-Beiträgen im Kuppelsaal.

Plastik im Kopf?

Wir leben in einer Plastikwelt. Kein Lebensbereich kommt ohne Kunststoffe aus, zu zahlreich die Vorteile, zu vielseitig die über 16.000 Varianten. Doch nicht alles wird recycelt, ein Großteil landet in der Natur. Statt zu verrotten, wird Plastik mit der Zeit in immer kleinere Fragmente zerrieben, zerrissen und zerbrochen. Aus Makro- wird Mikroplastik. Doch es bleibt Plastik. Die winzigen Teilchen lassen sich überall finden, Untersuchungen zufolge auch in unseren Körpern. Was tun sie da? Beeinflussen die winzigen Partikel Mensch und Natur? Wenn ja, wie?

International arbeiten viele Institutionen mit Hochdruck daran, diesen drängenden Fragen zu beantworten. So wird am Max Delbrück Center erforscht, ob mikroskopische Kunststoffteile in menschliche Gehirnzellen eindringen können und was sie dort bewirken. Im Rahmen der Berlin Brains Vortragsreihe präsentierten sechs Forschende des Max Delbrück Center, Paula Leupold, Georg Braune, Ivanna Kupryianchyk-Schulz, Robert Zinzen, Yi-Ming Zhang und Florian Bartsch, ihre Arbeit im Kuppelsaal des Planetariums in aufwendigen 360° Fulldome Visualisierungen. Ihr Beitrag zeigte: Zellen können unter Laborbedingungen Partikel aufnehmen und verpacken sie in kleine Bläschen. Gesundheitliche Schäden konnten bislang nicht festgestellt werden, doch die Forschung steht noch am Anfang.

Komm und sieh selbst

Andere Fragen konnten sich Gäste unter Anleitung selbst beantworten: Wie können Plastikarten getrennt werden und wo lassen sich die mikroskopischen Fragmente finden? Das Team des MINT-Schülerlabors des Campus Buch half, vorbereitete und selbst mitgebrachte Proben professionell zu untersuchen. Die Experimentierstationen des Gläsernen Labors wurden über die drei Tage begeistert von Jung und Alt genutzt.

Dabei wurden auch Präparate für eine weitere Veranstaltung im Kuppelsaal erstellt. Bei der "Mega-Mikroskopie" führte die Leiterin des Gläsernen Labors, Claudia Jacob, gemeinsam mit dem Initiator der Veranstaltung, Jochen Müller, das Publikum in die Welt der Kunststoffe durch alle Größenordnungen, von Makro bis Nano. Als ein Highlight der Thementage mikroskopierte Jochen Müller live an zwei von Zeiss zur Verfügung gestellten Mikroskopen, wobei das Bild eindrucksvoll in die Kuppel projiziert wurde.

Gleich ob Einzelpersonen, Familien oder Schulklassen, das Interesse war groß, auch die eigenen Objekte gemeinsam auf der größten Leinwand Berlins zu bestaunen oder zu erkennen, was dort vergrößert dargestellt wurde.

Mit ihren interaktiven Angeboten konnten die teilnehmenden Einrichtungen beim Publikum das Bewusstsein für die jetzt schon offenkundigen Folgen von Mikroplastik oder die möglichen Risiken in Mensch und Natur schärfen. Neben dem Gläsernen Labors waren dies: das Freilandlabor Marzahn, die Berliner Mikroskopische Gesellschaft, die deutsche Meeresstiftung und das Bundeinstitut für Risikobewertung.

Text: Dr. Jochen Müller für die buchinside 2/26

 

forschen, produzieren, heilen, bilden / 22.04.2026
Erster gemeinsamer Career Day vernetzt Wissenschaft und Wirtschaft

© Duygu Atçeken / Max Delbrück Center
© Duygu Atçeken / Max Delbrück Center

Der Career Day des Max Delbrück Center bot jungen Forschenden in Kooperation mit dem Betreiber des Campus Berlin-Buch Einblicke in die Arbeitswelt von Start-ups und Biotechs

Der 16. April war ein dicht gepackter Tag für die Teilnehmenden des Career Days des Max Delbrück Centers mit dem Titel „Transition possible – Explore Careers Beyound R&D“. Zahlreiche Doktoranden und Postdocs erhielten Einblicke in mögliche Karrieren außerhalb der akademischen Welt.

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Biologen Lars Dittrich, der als Wissenschaftsredakteur bei MaiThink X arbeitet. Am Vormittag gab es Helmholtz-übergreifend virtuelle Vorträge zu Karrierewegen außerhalb der Forschung. Die Referenten stellten konkrete Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten und teilten ihre Erfahrungen zum Wechsel aus der Wissenschaft in andere Berufsfelder.

Am Nachmittag hatten das Max Delbrück Center und die Campus Berlin-Buch GmbH ins Gründerzentrum BerlinBioCube eingeladen. Hier stellten sich die Berlin BioScience Academy und das Innovation & Entrepreneurship Department des Max Delbrück Center vor. Anschließend gab es Laborführungen in Biotech-Unternehmen und einen Workshop zum Bewerbungsprozess.

Wege in die Biotech- und Pharmabranche

Wie erhält man fundierte Einblicke in die Biotech- und Pharmabranche, ohne Teil davon zu sein? Die Berlin BioScience Academy (BBA) bietet genau diese Möglichkeit. In ihren Kursen vermittelt sie biotechnologische und pharmakologische Prozesse bis hin zu Good Manufacturing Practise (GMP) oder Good Clinical Practise (GCP). „Wer einen Wechsel in die Industrie erwägt oder den Sprung in ein Start-up wagen möchte, erhält in der Biotech & Pharma Summer School in kürzester Zeit einen Überblick über den gesamten Prozess der Arzneimittelentwicklung, von der Idee bis zum Markt“, sagte Dr. Uwe Lohmeier, der die BBA leitet. Im Eventformat „Talk im Cube“ vernetzt die BBA regelmäßig Wissenschaft und Wirtschaft und bietet Panel-Diskussionen zu Themen wie Finanzierungsstrategien, Female Founders, CRO oder IP Strategies in Biotechnology. Auch hier bietet sich unkompliziert die Gelegenheit, mit Biotechfirmen ins Gespräch zu kommen.

Am Max Delbrück Center bietet die Abteilung Innovation & Entrepreneurship ein Sprungbrett für eine Karriere in Spin-offs. Dr. Nevine Shalaby, zeigte Fördermöglichkeiten für künftige „Sciencepreneurs“ auf, um innovative Diagnostik- oder Therapieansätze für die Anwendung zu entwickeln. Das Innovation-Office unterstützt unter anderem mit Programmen wie BOOST und PreGoBio, um Ideen und deren grundsätzliche Umsetzbarkeit zu validieren, hilft Finanzierungen einzuwerben, bietet Mentoring, stellt Kontakte zu Industrie und Investoren her und begleitet die Geschäftsentwicklung proaktiv.

Wie arbeiten Biotech-Unternehmen?

Über 50 Biotech- und Medtech-Unternehmen haben sich im BiotechPark Berlin-Buch angesiedelt, darunter zahlreiche Start-ups. Vier davon öffneten am Career Day ihre Türen, vermittelten den Teilnehmenden, wie sie arbeiten und welches ihre Mission ist. Mit T-knife, Spin-off von Max Delbrück Center und Charité, stellte sich ein junges, biopharmazeutisches Unternehmen vor, das T-Zell-Therapien der nächsten Generation zur Bekämpfung von Krebs entwickelt.

CheckImmune, Spin-off der Charité, informierte über seine Arbeit als akkreditiertes Speziallabor, das u.a. mit immunologischen Studien die klinische Entwicklung neuer Therapeutika begleitet.

In den Laboren von Biosynth erfuhren die Teilnehmenden, mit welchen Technologien polymerbasierte Hilfsstoffe für die Arzneimittelabgabe sowie Biokonjugat-Arzneimittel entwickelt und hergestellt werden. Nicht zuletzt präsentierte das Team von FyoniBio sein Spektrum an Auftragsentwicklung und klinischen Laborleistungen.

„Es sind überraschend viele verschiedene Firmen vor Ort“, so eine Teilnehmerin, die sich gut vorstellen könnte, in einer der Biotechfirmen zu arbeiten: „Die Labore im BioCube ähneln denen der Forschungseinrichtungen, und das Gebäude wirkt sehr großzügig, gerade auch durch die großen gemeinsamen Teeküchen.“ Einer der Teilnehmenden hob positiv überrascht hervor, wie divers die Alterspanne der Beschäftigten in Start-ups sein kann. Spannend war für viele zu erfahren, wie die Arbeitskultur in einem Start-up funktioniert, und dass dort andere, vielfältigere Tätigkeiten als in der reinen Wissenschaft anstehen.

Wie erfolgreich ist meine Bewerbung?

In einem gemeinsamen Workshop bot der Career Day zum Abschluss die Möglichkeit, in die Rolle einer Personalverantwortlichen zu schlüpfen. Anita Überheim, Head of Human Resources Europe der weltweit agierenden Eckert & Ziegler SE, ließ die Teilnehmenden drei anonymisierte CV und Bewerbungsanschreiben beurteilen und erläuterte anschließend, welche Aspekte bei der Auswahl zählen. Sie beschrieb, wie Personaler vorgehen, wieviel Zeit bleibt, die Bewerbungen zu erfassen, welche Skills zu nennen wichtig und welche Fehler typisch sind. Schließlich führte die Expertin mit einer Teilnehmenden ein kurzes Probevorstellungsgespräch. Bei der gemeinsamen Auswertung mit dem Publikum erläuterte sie, wie die Bewerbenden am besten kommunizieren und reagieren sollten. Neben vielen hilfreichen Tipps war eine zentrale Erkenntnis für die Nachwuchstalente: Es müssen nicht immer 90 Prozent von den gewünschten Qualifikationen erfüllt sein. Viel wichtiger sei, dass die Person ins Team passt und sich mit ihrem Potenzial noch entwickeln kann.

Der gemeinsame Career Day fand großen Anklang. „Wir freuen uns, dass wir diesen Tag mitgestalten konnten. Der Career Day gibt ganz konkrete Einblicke in die Biotechbranche und vernetzt junge Talente mit potenziellen Arbeitgebern am Standort, das ist für alle Beteiligten wertvoll“, sagt Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführender der Campus Berlin-Buch GmbH.

www.campusberlinbuch.de

forschen, heilen / 17.04.2026
Grundlegend neuer Therapieansatz gegen Mukoviszidose: Nanobody repariert Zelldefekt

Zellgängiger Nanobody (grün) bindet an defekten CFTR-Chloridkanal (strukturelle Simulation). © FMP/Barth van Rossum
Zellgängiger Nanobody (grün) bindet an defekten CFTR-Chloridkanal (strukturelle Simulation). © FMP/Barth van Rossum

Ein winziger Antikörperbaustein könnte die Behandlung von Mukoviszidose grundlegend verändern: Forschenden ist es erstmal gelungen, einen sogenannten Nanobody zu entwickeln, der direkt in menschliche Zellen eindringt und den am häufigsten fehlerhaften Chloridkanal bei Mukoviszidose reparieren kann. Der neue Therapieansatz wurde gemeinsam von Teams des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt. Erstautor:innen der Studie, die kürzlich im renommierten Fachmagazin Nature Chemical Biology veröffentlicht wurde, sind Luise Franz (FMP) und Tihomir Rubil (Charité).

Das Krankheitsbild der Mukoviszidose – auch Cystische Fibrose (kurz CF) genannt – beruht auf Gendefekten im sogenannten CFTR-Kanal. Er reguliert den Wasser- und Salztransport in der Lungenschleimhaut und sorgt für die Bildung ausreichend flüssigen Schleims. Bei etwa 90 Prozent der Mukoviszidose-Patient:innen liegt eine als F580del bezeichnete Mutation im CFTR-Kanal vor, das heißt, in seiner Proteinkette fehlt an Position 508 eine einzelne Aminosäure. Diese Veränderung führt dazu, dass CFTR falsch gefaltet und im Inneren der Zelle vorzeitig abgebaut wird, statt als Kanal in der Zellmembran der Atemwege zu arbeiten. Betroffene haben dadurch zähen Schleim in der Lunge, Erreger können nicht mehr gut abtransportiert werden. Die Folge ist eine chronische Infektion und Entzündung der Atemwege, die zu einem fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion führt – im schlimmsten Fall macht das eine Lungentransplantation nötig.

Prof. Marcus Mall, Direktor der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin an der Charité, hat mit seinem Team in den letzten Jahren maßgeblich dazu beigetragen, die Behandlung von Mukoviszidose durch eine Therapie mit drei niedermolekularen Wirkstoffen (CFTR-Modulatoren) spürbar zu verbessern: Mithilfe der Dreifachtherapie aus Elexacaftor, Tezacaftor und Ivacaftor (ETI) kann die Funktionsweise des CFTR-Kanals auf etwa 50 Prozent des normalen Werts angehoben werden. Die chronische Entzündung und Infektion der Lunge bestehen aber häufig fort, zudem gibt es Patient:innen, bei denen diese Therapie nicht wirkt oder die sie nicht vertragen. 

Ein Antikörper als Reparaturhelfer

Für diese Gruppe könnte es künftig weitere Behandlungsoptionen geben: Das Team um den Chemiker Prof. Christian Hackenberger vom Leibniz-FMP hat im Labor ein neues Molekül entwickelt, das das fehlgefaltete CFTR direkt im Zellinneren stabilisiert. Hierbei handelt es sich um einen Nanobody – ein winziger, aber stabiler Antikörperbaustein, der sich präzise an definierte Oberflächen von Proteinen anlagern kann. Dieser wird chemisch mit einem „Transportsignal“, sogenannten zellpenetrierenden Peptiden, versehen, die ihm helfen, direkt in Schleimhautzellen der Lunge einzudringen. Dort bindet der Nanobody an das defekte Kanal-Protein und hilft ihm, die richtige Form anzunehmen. 

Die Forschenden konnten zeigen, dass sich der Nanobody in Zellen, die von Mukoviszidose-Patient:innen stammten, über mindestens 24 Stunden an den mutierten CFTR-Kanal heftete. Die Zellen schädigte er dabei nicht. Funktionelle Untersuchungen belegten zudem, dass der korrigierte Kanal wieder Chlorid über die Zellmembran transportierte.

Kombination aus Dreifachtherapie und Nanobody

In Kombination mit der etablierten ETI-Dreifachtherapie zeigte der Nanobody in diesen Zellkulturen einen ausgeprägten Synergieeffekt: Während die ETI-Wirkstoffe die Funktion des defekten CFTR-Kanals im Mittel etwa zur Hälfte wiederherstellten, ließ sich die Kanal-Aktivität durch die zusätzliche Gabe des Nanobodys auf knapp 90 Prozent des Normalniveaus steigern. 

Damit zeigt die Studie, dass von außen zugegebene zellgängige Nanobodys krankheitsrelevante, fehlgefaltete Proteine im Inneren von Zellen stabilisieren und ihre Funktion wiederherstellen können. „Es handelt sich, neben dem präklinischen Machbarkeitsnachweis einer Reparatur des CFTR-Kanals, um das erste Beispiel eines funktionalen zellpermeablen Antikörpers: Bisher wurden zellgängige Nanobodys vor allem zum Sichtbarmachen intrazellulärer Zielstrukturen oder zur gezielten Abtötung von Zellen eingesetzt“, sagt Christian Hackenberger.

„Da die Nanobodys direkt im Bereich der F508del-Mutation binden, ermöglichen sie es, die Reifungsstörung der CFTR-Kanäle noch gezielter zu behandeln“, sagt Marcus Mall. „Durch diesen neuen Wirkmechanismus lässt sich die CFTR-Funktion in Kombination mit den bestehenden CFTR-Modulatoren deutlich besser korrigieren. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit diesem neuen Ansatz sogar eine vollständige Normalisierung der CFTR-Funktion möglich ist. Dies wäre ein weiterer Durchbruch für die Therapie der Mukoviszidose.“ Die Arbeit eröffnet neue Möglichkeiten, die Behandlung von Mukoviszidose weiter zu verbessern – und legt zugleich den Grundstein für breitere therapeutische Anwendungen.

Perspektiven über Mukoviszidose hinaus

Bis zu einer klinischen Anwendung des Ansatzes bei Mukoviszidose müssen jedoch noch zentrale Fragen gelöst werden, etwa eine geeignete Formulierung für eine inhalative Anwendung und eine effiziente Durchdringung des zähen CF-Schleims. Zudem ist noch unklar, wie der Nanobody im Körper wirkt und wie das Immunsystem auf eine Nanobody-Behandlung reagiert. Diese Herausforderungen werden aktuell im Sonderforschungsbereich 1449 „Dynamische Hydrogele an Biogrenzflächen“ bearbeitet, in dessen Rahmen auch die aktuellen Ergebnisse entstanden sind. 

Der Ansatz einer intrazellulären Nanobody-Therapie könnte auch über Mukoviszidose hinaus bei anderen seltenen genetischen Krankheiten hilfreich sein, bei denen Proteinfehlfaltung eine Rolle spielt und für die es bisher kaum wirksame Behandlungen gibt. 
 
Über Mukoviszidose
Mukoviszidose oder Cystische Fibrose ist eine der häufigsten tödlich verlaufenden Erbkrankheiten weltweit. In Deutschland sind bis zu 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene davon betroffen. Durch eine Störung des Salz- und Wasserhaushalts im Körper bildet sich bei Mukoviszidose-Betroffenen ein zähflüssiges Sekret, das Organe wie die Lunge und die Bauchspeicheldrüse schädigt. Das führt zu einem fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion und Atemnot, was die Lebenserwartung trotz verbesserter Behandlungsansätze noch immer deutlich senkt. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 150 bis 200 Kinder mit der seltenen Krankheit geboren. Ein Test auf Mukoviszidose ist Teil des Neugeborenen-Screenings.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von Charité und FMP
Grundlegend neuer Therapieansatz gegen Mukoviszidose: Nanobody repariert Zelldefekt

bilden / 15.04.2026
Von gesunder Ernährung bis zur Funktionsweise der Sinne

Foto: Patrick Meinold
Foto: Patrick Meinold

Das Gläserne Labor bietet 2026 in Kooperation mit der Grundschule Am Sandhaus erneut die Forscher-AG FIN an. Ermöglicht wird dies durch das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit

Die Arbeitsgemeinschaft (AG) „FiN – Fit in den Naturwissenschaften“ möchte Fünft- und Sechstklässler der Bucher Grundschule Am Sandhaus für naturwissenschaftliche Fragestellungen begeistern und ihre experimentellen Kompetenzen entwickeln. Themenschwerpunkt ist die Gesundheit von Heranwachsenden. In diesem Jahr wird die AG durch das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) gefördert.

Im ersten Teil der AG erfahren die Kinder, wie Ernährung auf die Gesundheit wirkt. Sie beschäftigen sich mit gesunder Ernährung, ermitteln mit Labormethoden den Zuckergehalt von Lebensmitteln und setzen sich mit der Volkskrankheit Diabetes auseinander. Die AG wirkt auch in den Alltag hinein, denn die Kinder führen eine Woche gemeinsam mit ihrer Familie ein Ernährungstagebuch. Bei der Auswertung geht es darum zu vermitteln, wie eine ausgewogene Ernährung aussehen sollte und wie viele positive Effekte diese haben kann. Zum Abschluss wird gemeinsam gekocht – gesund und lecker.

Danach beschäftigt sich die AG mit dem Nervensystem und den Sinnen. Experimente vermitteln anschaulich die Funktionsweise der Nerven, ihr Zusammenspiel und die Bedeutung der Sinne für die Wahrnehmung. Wie ist das Gehirn aufgebaut, wie funktionieren die Augen und das Gehör? Für gesunde Menschen sind diese Fähigkeiten selbstverständlich, doch welche Einschränkungen ergeben sich bei neurologischen Erkrankungen? Dies testen die Kinder anschaulich mittels einer Prismenbrille beim Ballspielen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die AG bereits im zweiten Jahr bei uns im Schülerlabor anbieten können. Es ist eine ganz praktische Heranführung an eine bewusstere Wahrnehmung der Gesundheit, die zugleich erklärt, was Erkrankungen auslösen kann – und wie wichtig Prävention ist“, sagt Biologin Claudia Jacob, die die AG im Gläsernen Labor leitet.

Informationen zu Arbeitsgemeinschaften im Gläsernen Labor

Webseite des DZKJ

News auf der Webseite des Gläsernen Labors
Von gesunder Ernährung bis zur Funktionsweise der Sinne

produzieren / 14.04.2026
Eckert & Ziegler: Metzler nimmt Research Coverage mit Kauf-Empfehlung und einem Kursziel von 21,00 € auf. Kurspotenzial 41%

B. Metzler seel. Sohn & Co. AG (Bankhaus Metzler) hat die Research Coverage der Eckert & Ziegler SE (ISIN DE0005659700) einem führenden Anbieter von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Messtechnik, mit Kauf-Empfehlung und einem Kursziel von 21,00 € aufgenommen. Dies entspricht einem Kurspotenzial von 40,8 % gegenüber dem Xetra-Schlusskurs von 14,92 € am 13. April 2026.

Das Bankhaus Metzler hebt damit die starke Marktpositionierung der Eckert & Ziegler SE hervor, die von der steigenden Nachfrage nach diagnostischen und therapeutischen Radioisotopen in der Nuklearmedizin profitiert.

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler SE gehört mit über 1.000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
 

Quelle: Pressemitteilung Eckert & Ziegler SE
Eckert & Ziegler SE

forschen, heilen / 13.04.2026
Erste Proteinkarte von schmerzauslösenden Neuronen

© Sampurna Chakrabarti, Max Delbrück Center
© Sampurna Chakrabarti, Max Delbrück Center

Helmholtz-Forschende haben die erste detaillierte Proteinkarte von Schmerzneuronen erstellt. Ihre in „Nature Communications“ veröffentlichte Studie hilft, die molekularen Mechanismen chronisch-entzündlicher Schmerzen besser zu verstehen und neue Zielstrukturen für Medikamente zu finden.

Jeder fünfte Mensch weltweit leidet an chronisch-entzündlichen Schmerzen. Bisher erhältliche Schmerzmittel können diese bei zwei Dritteln der Betroffenen kaum lindern. Völlig neue Ansätze für Medikamente werden daher dringend benötigt. „Um sie entwickeln zu können, müssen wir erst einmal genau verstehen, wie die sensorischen Nervenzellen den Schmerz auf molekularer Ebene auslösen – welche Proteine also daran beteiligt sind“, sagt Professor Gary Lewin, der Leiter der Arbeitsgruppe „Molekulare Physiologie der somatosensorischen Wahrnehmung“ am Berliner Max Delbrück Center.

Um diese molekularen Prozesse zu entschlüsseln, arbeitet Lewin – der sich seit vier Jahrzehnten mit dem Thema Schmerz beschäftigt und erst kürzlich einen bis dahin unbekannten Ionenkanal entdeckt hat, der an der Schmerzwahrnehmung beteiligt ist – eng mit dem Systembiologen Dr. Fabian Coscia zusammen. Coscia leitet am Max Delbrück Center die Arbeitsgruppe „Spatial Proteomics“ und hat die Methode Deep Visual Proteomics mitentwickelt. Mit diesem Verfahren lässt sich das Proteom – also die Gesamtheit aller Proteine – spezifisch für einzelne Zelltypen und räumlich aufgelöst bestimmen.

Die Forschenden kombinierten diese Technologie mit elektrophysiologischen Methoden aus Lewins Arbeitsgruppe. Dadurch konnten sie spezifische Subtypen von Schmerzneuronen zunächst funktionell identifizieren und anschließend ihre Proteinprofile analysieren. So entstand eine hochauflösende molekulare Karte dieser Nervenzellen, die die beiden Wissenschaftler jetzt gemeinsam mit ihren Kolleg*innen im Fachblatt „Nature Communications“ vorgestellt haben. Zudem erläutern die Forschenden, wie sich mit ihrem Ansatz potenzielle neue Wirkstoffziele finden lassen, um chronische Schmerzen zu behandeln.

Erstautorin der Studie ist Dr. Sampurna Chakrabarti. Die Forscherin war Postdoc in Lewins Team und leitet inzwischen ihre eigene Arbeitsgruppe „Mechanismen der Infektion und Nozizeption“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Nozizeption ist der Fachbegriff für die Wahrnehmung von Schmerzen; die beteiligten Nervenzellen bezeichnet man als Nozizeptoren. Sie enden in schmerzempfindlichen Geweben des Körpers, zum Beispiel in der Haut, den Muskeln und Gelenken. Dort nehmen sie schmerzauslösende Signale wahr, die sie ans Gehirn weiterleiten.

Bislang unentdeckte Signalwege

Nicht alle Nozizeptoren sind gleich. „Bis jetzt waren von verschiedenen Subtypen lediglich die Transkriptome bekannt, also Informationen zur RNA“, sagt Chakrabarti. „Die eigentlichen Funktionsträger aller Zellen sind aber die Proteine, die anhand der RNA-Abschriften gebildet werden – sie haben wir uns jetzt in zwei Subtypen von Nozizeptoren erstmals genauer angeschaut.“ Mithilfe einer elektrophysiologischen Methode, der Patch-Clamp-Technik, hat das Team in Spinalganglien von Mäusen die beiden Subtypen, die als peptiderg und nicht-peptiderg bezeichnet werden und Schmerzen von unterschiedlicher Art und Dauer auslösen können, zunächst aufgespürt und genauer charakterisiert.

Um eine spezifische Proteinkarte von beiden Zelltypen zu erstellen, verwendeten die Forschenden jeweils etwa 50 solcher Neuronen. Deep Visual Proteomics kombiniert Massenspektrometrie mit Mikroskopie, künstlicher Intelligenz und Robotik. Coscia und sein Team haben die Methodik bislang vor allem für Proteomanalysen von Krebszellen genutzt. „Jetzt konnten wir erstmals zeigen, dass sich das Verfahren auch auf Nervenzellen anwenden lässt“, sagt der Forscher.

Mehr als 6.000 Proteine haben er und seine Kolleg*innen in diesen 50 Neuronen jeweils messen können. Ein Vergleich mit vorhandenen RNA-Daten zeigte, dass sich das Transkriptom und das Proteom der Zellen teilweise deutlich voneinander unterscheiden – ein Hinweis darauf, dass wichtige funktionelle Prozesse erst auf Proteinebene sichtbar werden. „Mit dieser Studie liefern wir eine bislang einzigartige molekulare Karte von schmerzauslösenden Neuronen“, sagt Coscia. „Sie ermöglicht es, in den Zellen Signalwege zu identifizieren, die bisher verborgen geblieben sind.“

Im nächsten Schritt der Studie wollten Chakrabarti und ihre Kolleg*innen verstehen, durch welche Proteine Nervenzellen sensibler werden und so zu chronischen Schmerzen beitragen. Dazu isolierten sie aus den Spinalganglien der Mäuse beide Subtypen der Nozizeptoren und setzten die Zellen in der Kulturschale über Nacht dem Nervenwachstumsfaktor NGF (Nerve Growth Factor) aus. Von ihm ist bekannt, dass er an der Entstehung chronischer Schmerzen auch beim Menschen, zum Beispiel bei Arthritis, beteiligt ist. Mithilfe von Deep Visual Proteomics konnten die Forschenden im Anschluss die Proteine, die die Zellen in Anwesenheit von NGF produziert hatten, präzise identifizieren.

Weniger empfindlich gegen Schmerzsignale

Dass NGF bei chronisch-entzündlichen Schmerzen eine wichtige Rolle spielt, entdeckte Lewin gemeinsam mit seinem Team schon vor mehr als 30 Jahren. „Bei Hunden und Katzen lassen sich Schmerzen mit Antikörpern, die NGF hemmen, mittlerweile sehr gut lindern“, sagt Lewin. „Beim Menschen haben seltene Nebenwirkungen ihren Einsatz leider verhindert“, ergänzt der Forscher. „Jetzt aber haben wir womöglich einen alternativen Weg gefunden: Er zielt auf ein nachgeschaltetes Protein ab, das für die sensibilisierende Wirkung von NGF verantwortlich ist.“

„Wir haben mehrere Proteine identifiziert, die nach der Behandlung mit NGF in einem Subtyp der Nozizeptoren vermehrt vorkamen. Die erhöhten Konzentrationen dieser Proteine könnten mit chronisch-entzündlichen Schmerzen in Verbindung stehen“, berichtet Chakrabarti. Eines der Proteine, ein Enzym namens B3GNT2, stach besonders hervor. „Wenn wir in den Zellen das dazugehörige Gen ausschalteten, ließ die entzündungsbedingte Hyperaktivität der Nozizeptoren nach“, sagt die Forscherin: „Auf einen leichten mechanischen Reiz reagierten dann weniger Zellen als zuvor.“ Mit anderen Worten: Die Neuronen wurden unempfindlicher – und würden so im Körper deutlich weniger Schmerzen auslösen.

Als Nächstes wollen die Forschenden ihre Ergebnisse, die sie mit isolierten Zellen erzielt haben, an Mäusen und menschlichen Zellen überprüfen. „Mehr als 90 Prozent aller zugelassenen Medikamente zielen mittlerweile auf Proteine ab“, sagt Coscia. „Das zeigt, wie wichtig es ist, ein besseres Verständnis für diese Moleküle zu entwickeln, um neue Zielstrukturen für effektivere Schmerzmittel und Wirkstoffe gegen andere neurologische Erkrankungen zu entdecken.“                                                          


Foto: Schnitt durch ein Spinalganglion einer Maus, in dem zwei unterschiedliche Typen von Schmerzrezeptoren in Cyan (türkis) und Magenta (pink) angefärbt sind.  © Sampurna Chakrabarti, Max Delbrück Center

Gemeinsame Pressemitteilung des Max Delbrück Center und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung

Weitere Informationen:
Lewin Lab
Molecular Physiology of Somatic Sensation 
Coscia Lab
Spatial Proteomics 

Literatur: Sampurna Chakrabarti, Anuar Makhmut, Atena Mohammadi et al. (2026): „Deep visual proteomics uncovers nociceptor diversity and pain targets“. Nature Communications, DOI:10.1038/s41467-026-71418-8

produzieren / 10.04.2026
Eckert & Ziegler sichert Zugang zu entscheidender Augentumorbehandlung durch MDR-Zertifizierung für Ru-106 Augenapplikatoren

Eckert & Ziegler BEBIG GmbH, eine Tochter der Eckert & Ziegler SE mit Fokus auf Brachytherapie-Lösungen für die Behandlung von Augentumoren sowie Prostatakrebs, hat von den zuständigen Behörden die MDR-Zertifizierung für ihre Ruthenium-106 (Ru-106) Augenapplikatoren erhalten. Eckert & Ziegler ist der einzige globale Anbieter dieser Augenapplikatoren. Daher ist dieser wichtige Meilenstein eine kritische Absicherung gegen Versorgungsengpässe.

Die Medical Device Regulation (MDR) ist eine Verordnung der Europäischen Union (EU 2017/745) mit dem Ziel, die Qualität von Medizinprodukten zu verbessern und die Patientensicherheit zu erhöhen. Die Zertifizierung garantiert die langfristige Verfügbarkeit der Ru-106 Augenapplikatoren innerhalb der EU. Dieses Medizinprodukt wird von Eckert & Ziegler bereits seit über 30 Jahren hergestellt und international angeboten. Es wird aktiv in fast 50 Ländern eingesetzt und steuert jährlich mehrere Millionen Euro Umsatz zum Ergebnis der Eckert & Ziegler Gruppe bei.

Bei der ophthalmologischen Brachytherapie wird eine kleine radioaktive Platte, welche Ru-106 enthält, genutzt, um Aderhautmelanome bei Erwachsenen oder Retinoblastome bei Kindern zu behandeln. Die Platte wird an die Augenwand in unmittelbarer Nähe zum Tumor aufgenäht. Dort verbleibt sie für mehrere Tage, bis die notwendige Strahlung abgegeben wurde. Als Alternative zur Entfernung des betroffenen Auges, bietet diese Behandlungsmethode den Patient:innen eine Chance zum Erhalt von Sehkraft und Lebensqualität.

"Der Einsatz unseres Teams für die MDR-Zertifizierung eines Nischenproduktes wie dem Ru-106 Augenapplikator demonstriert unser Engagement dafür, Patient:innen und Behandlungszentren langfristig mit dieser wichtigen Therapieform versorgen zu können", erklärte Katrin Antonenko, Geschäftsführerin der Eckert & Ziegler BEBIG GmbH. "Dieser Meilenstein steht zudem für den anhaltenden Verdienst des Produktes, das vor über drei Jahrzehnten den Weg für das nachhaltige und erfolgreiche Wachstum der Eckert & Ziegler Gruppe ebnete. Die Erfahrung aus der erfolgreichen Zulassung wird uns beim Vorantreiben weiterer Projekte zugutekommen."

Über Eckert & Ziegler
Die Eckert & Ziegler SE gehört mit über 1.000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
 

Quelle: Pressemitteilung Eckert & Ziegler SE
Eckert & Ziegler sichert Zugang zu entscheidender Augentumorbehandlung durch MDR-Zertifizierung für Ru-106 Augenapplikatoren

 

forschen / 08.04.2026
Gilead übernimmt FMP- und LMU-Spin-off Tubulis und erweitert Onkologie-Pipeline um ADC der nächsten Generation

P5-Konjugationstechnologie als molekularer Klebstoff zur Gewinnung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) gegen Krebs © Barth van Rossum
P5-Konjugationstechnologie als molekularer Klebstoff zur Gewinnung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) gegen Krebs © Barth van Rossum

Das US-amerikanische Biopharmaunternehmen Gilead hat eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme der Tubulis GmbH geschlossen. Tubulis wurde 2019 aus dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der LMU München ausgegründet und entwickelt Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) der nächsten Generation, die darauf ausgelegt sind, verschiedene Wirkstoffe selektiver an Tumore abzugeben und den Nutzen für die Patient:innen zu maximieren. Mit der Transaktion wird die Onkologie Pipeline von Gilead um mehrere innovative Programme und Plattformtechnologien erweitert, deren Ursprung teilweise in der akademischen Forschung des Leibniz Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin liegt.

Die Übernahme umfasst das führende Produkt von Tubulis, TUB‑040, ein gegen NaPi2b gerichtetes Topoisomerase‑I‑Inhibitor‑ADC, das sich derzeit in Phase-1b/2 der klinischen Entwicklung zur Behandlung von platinresistentem Eierstockkrebs und nicht‑kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) befindet. Gilead wird zudem TUB‑030 übernehmen, ein gegen 5T4 gerichtetes ADC mit vielversprechenden frühen klinischen Daten bei verschiedenen soliden Tumorarten sowie die ADC-Plattform der nächsten Generation von Tubulis und eine vielversprechende frühe Pipeline.

Dr. Dominik Schumacher, CEO und Mitgründer von Tubulis, betont die Bedeutung der Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz und industrieller Entwicklungsstärke: „Von Anfang an waren wir davon überzeugt, dass unsere Konjugationstechnologieplattformen weitreichende Auswirkungen auf den gesamten ADC-Bereich haben könnten, und die ersten Daten zu TUB-040 haben diese Überzeugung bestärkt“, sagt Dr. Dominik Schumacher, Chief Executive Officer und Mitbegründer von Tubulis. „Der Beitritt zu Gilead ermöglicht es uns, auf dieser Grundlage innerhalb einer Organisation aufzubauen, die über fundiertes wissenschaftliches Fachwissen, globale Entwicklungskapazitäten und die erforderliche Größe verfügt, um Innovationen in Medikamente für Patienten und Patientinnen weltweit umzusetzen. Durch unsere bestehende Zusammenarbeit hat Gilead bereits das Potenzial unserer Technologien erkannt, und gemeinsam sind wir gut aufgestellt, um die Entwicklung unserer ADC-Pipeline zu beschleunigen. Ich bin dem Tubulis-Team, unserem Vorstand, unseren Investoren und Partnern zutiefst dankbar für ihr Engagement und dafür, dass sie dazu beigetragen haben, diesen Meilenstein zu erreichen.“

P5-Konjugationstechnologie vom FMP

Eine Schlüsselrolle in der Produktentwicklung von Tubulis spielt die innovative P5‑Konjugationstechnologie, eine Linkerchemie, die die präzise Verknüpfung von Antikörpern mit hochpotenten Wirkstoffen ermöglicht. Entwickelt wurde sie in der Grundlagenforschung von Prof. Dr. Christian Hackenberger, einem der Mitgründer von Tubulis, und seinem Team am Leibniz‑Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP). Tubulis hat die P5‑Technologie in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Heinrich Leonhardt (Ludwig-Maximilians-Universität München), einem Mitbegründer von Tubulis, für die klinische Forschung und Anwendung weiterentwickelt. "Diese erfolgreiche Technologieentwicklung zeigt das Potential interdisziplinärer Kooperationen über Fakultäts- und Institutsgrenzen hinweg", sagt Prof. Dr. Heinrich Leonhardt. Diese Technologie bildet heute eine zentrale Plattform für die stabile und kontrollierte Wirkstoffabgabe in den ADC‑Programmen des Unternehmens. „Diese Übernahme unterstreicht nicht nur den Erfolg unserer Konjugationstechnologie und die Leistung des Tubulis Teams mit neuen ADCs die Krebstherapie zu verbessern. Sie zeigt auch wie wichtig die Grundlagenforschung an Universitäten und Forschungsinstituten für die translationale Innovation ist“, sagt Prof. Dr Christian Hackenberger. 

Nach Abschluss der Transaktion wird Tubulis als eigenständige ADC‑Forschungsorganisation innerhalb von Gilead agieren, wobei der Standort München als Drehscheibe für ADC-Innovationen dienen wird. Dabei wird auf bestehende integrierte Kompetenzen in Forschung, Produktion und klinischer Entwicklung aufgebaut, um ADCs der nächsten Generation voranzutreiben. 

Gilead wird das gesamte ausstehende Eigenkapital von Tubulis für eine Barzahlung in Höhe von 3,15 Milliarden US‑Dollar auf einer „cash-free, debt-free“-Basis sowie für bis zu 1,85 Milliarden US‑Dollar an erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen erwerben. Der Abschluss der Übernahme wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt des Ablaufs oder der Aufhebung bestimmter behördlichen Genehmigungen sowie weiterer üblicher Abschlussbedingungen.

Über Tubulis
Tubulis entwickelt maßgeschneiderte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) mit verbesserten biophysikalischen Eigenschaften. In präklinischen Modellen haben die ADCs bereits eine gezielte und dauerhafte Anreicherung im Tumor sowie langanhaltende Anti-Tumor-Wirkungen gezeigt. Die beiden am weitesten fortgeschrittenen Programme in der wachsenden Pipeline sind TUB-040 (gerichtet gegen NaPi2b) und TUB-030 (gerichtet gegen 5T4). Beide Programme werden derzeit in klinischen Studien bei Krebserkrankungen mit einem hohen medizinischen Bedarf untersucht. Weitere Informationen unter: www.tubulis.com

Quelle: Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie
Gilead übernimmt FMP- und LMU-Spin-off Tubulis und erweitert Onkologie-Pipeline um ADC der nächsten Generation