Aktuelles

forschen, heilen / 26.01.2021
Der Herr der Ringe

PD Dr. Anton Henssen (Foto: Linda Ambrosius)
PD Dr. Anton Henssen (Foto: Linda Ambrosius)

Gemeinsame Pressemitteilung von MDC, Charité, BIH und DKTK anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar

Für die Erforschung ringförmiger DNA und deren Bedeutung bei der Entstehung kindlicher Neuroblastome ist Anton Henssen vom ECRC mit dem Preis der Kind-Philipp-Stiftung für pädiatrisch-onkologische Forschung ausgezeichnet worden. Entscheidend dafür war eine Publikation im Fachblatt „Nature Genetics“.

Krebs ist eigentlich eine typische Alterserkrankung. Im Laufe des Lebens sammeln sich in den Zellen des Körpers Veränderungen im Erbgut an, die zunehmend schlechter repariert werden. Und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem eine Zelle aufgrund der Mutationen anfängt, unkontrolliert zu wachsen und sich zu vermehren.

Warum auch schon Kinder an Krebs erkranken, ist eine Frage, die PD Dr. Anton Henssen seit Längerem beschäftigt. Der 35-Jährige ist Wissenschaftler am Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Seit 2019 leitet er auf dem Campus Berlin-Buch die Emmy-Noether-Forschungsgruppe „Genomische Instabilität bei kindlichen Tumoren“.

Interesse an zirkulärer DNA  ist neu

Erst im vergangenen September erhielt Henssen für seine Forschung einen der begehrten Starting Grants des European Research Council (ERC). Für das Projekt „CancerCirculome“ stellt der ERC Henssen in den kommenden fünf Jahren rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. „Die Bedeutung zirkulärer DNA bei der Entstehung von Krebs rückt immer mehr in das Zentrum des wissenschaftlichen Interesses“, sagt Henssen. Das sei, als er begonnen habe, sich für das Thema zu begeistern, noch ganz anders gewesen.

„Auch deshalb freue ich mich jetzt sehr über den Preis der Kind-Philipp-Stiftung für pädiatrisch-onkologische Forschung“, sagt Henssen, der neben seiner Arbeit als Wissenschaftler auch als Kinderarzt an der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité praktiziert. „Die Auszeichnung ist hierzulande eine der bedeutendsten auf dem Gebiet der Kinderonkologie.“

Winzige Ringe bringen Erbgut durcheinander

Leider werde die Preisverleihung aufgrund der Corona-Pandemie erst irgendwann im Laufe des Jahres stattfinden, sagt Henssen. Das Preisgeld von 10.000 Euro habe ihm die Stiftung aber bereits überwiesen. „Wenn die aktuelle Krise vorüber ist, werde ich mit meiner Arbeitsgruppe, ohne die ich den Preis niemals bekommen hätte, ganz groß feiern gehen“, sagt Henssen, der auch am Clinician Scientist Program des Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité teilnimmt und darüber hinaus wissenschaftliches Mitglied im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) am Standort Berlin ist.

Mit dem Kind-Philipp-Preis wird einmal im Jahr die beste Arbeit deutschsprachiger Autor*innen zur Erforschung von Krebs bei Kindern ausgezeichnet. Prämiert hat die Stiftung dieses Mal eine Studie, die 2020 im Fachblatt „Nature Genetics“ erschienen ist. Zusammen mit Dr. Richard Koche vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, Prof. Dr. Angelika Eggert, Direktorin der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie der Charité, sowie 35 weiteren Forscher*innen hat Henssen in der Publikation gezeigt, dass kleine DNA-Ringe in Nervenzellen von Kindern das Erbgut so durcheinanderbringen können, dass sich ein Neuroblastom entwickelt.

Wachstum des Neuroblastoms beschleunigt

Das Team hatte für die Studie Gewebeproben von 93 Kindern mit einem Neuroblastom untersucht. Dabei stellte die Gruppe fest, dass zirkuläre DNA in den Tumorzellen deutlich häufiger und in größerer Komplexität zu finden ist als bis dahin angenommen. Zusätzlich konnten die Wissenschaftler*innen anhand ihrer Daten ableiten, wie sich bestimmte Abschnitte der Erbinformation aus einem Chromosom herauslösen, Ringe bilden und sich anschließend an anderer Stelle des Chromosoms wieder einbauen. „Da dabei die ursprüngliche Abfolge der Erbinformation durcheinandergebracht wird, können die betroffenen Zellen leicht entarten“, erklärt Henssen.

Gemeinsam mit seinem Team zeigte der Forscher zudem, dass bestimmte DNA-Ringe das Wachstum von Neuroblastomen beschleunigen. Deren Nachweis könnte es künftig erleichtern, den Krankheitsverlauf der Kinder besser einzuschätzen. Henssens nächstes Ziel ist es nun, das zirkuläre Erbgut genau zu sequenzieren und jene Faktoren zu identifizieren, die das Entstehen und die Vermehrung der Ringe überhaupt erst ermöglichen.

So hofft der Forscher und Arzt, seinen kleinen Patient*innen an der Charité in Zukunft noch besser als bisher helfen zu können. „Wenn wir Marker für eine bessere Diagnose und Prognose entwickeln“, sagt Henssen, „werden wir in der Lage sein, den krebskranken Kindern und ihren Eltern eine sehr viel individuellere und damit vermutlich auch effektivere Therapie anzubieten.“

Text: Anke Brodmerkel

Weiterführende Informationen

Portrait Anton Henssen: Der DNA-Künstler
Wie DNA-Ringe Krebs bei Kindern verursachen

www.mdc-berlin.de

forschen, produzieren / 26.01.2021
Wissen was wirkt: ASC Oncologie testet vor Therapiebeginn die Wirksamkeit von Krebsmedikamenten

ASC Oncology beantwortet für Patienten und Onkologen dank eines neuen Testverfahrens vor Therapiebeginn die zentrale Frage nach der Wirksamkeit von Krebsmedikamenten am individuellen Patiententumor.

Bei rund der Hälfte aller Krebspatienten weltweit versagt die verschriebene Chemotherapie. ASC Oncology stellt sich mit dem Reverse Clinical Engineering-Testverfahren dieser Herausforderung der Krebsbehandlung und trifft wissenschaftlich belastbare Aussagen über die Wahrscheinlichkeit der Wirkung sowie Nicht-Wirkung von Krebsmedikamenten am patienteneigenen Tumorgewebe. Außerhalb des Körpers, ohne Tierversuche, ohne Nebenwirkungen und vor Therapiebeginn.

Für mindestens 1000 Patienten jährlich wird es ab dem 1. Februar 2021 möglich sein, Therapieentscheidungen mithilfe von individuellen, an 3D-Organoid-Modellen ihres jeweiligen Tumors durchgeführten, Medikamententestungen zu treffen. Die Grundlage für das Reverse Clinical Engineering-Testverfahren sind 3D-Zellkulturmodelle (PD3D), sogenannte Organoide. Dabei handelt es sich um im Labor mithilfe einer Tumorprobe gezüchtete Abbilder des Ursprungstumors des Patienten. Organoide bestehen aus Zellclustern und behalten die komplexe Architektur des Ursprungstumors bei. An diesen testet ASC Oncology in Absprache mit dem behandelnden Onkologen unterschiedliche Krebsmedikamente und Wirkstoffkombinationen parallel. Erste Ergebnisse können dabei bereits nach zwei Wochen vorliegen. Eine Testung aller infrage kommender Therapieansätze dauert, je nach von der Aggressivität des Tumors abhängigen Wachstumsgeschwindigkeit der Organoide, vier bis sechs Wochen. Auf Grundlage der pathologischen und molekularbiologischen Daten kann ASC Oncology so auf wissenschaftlicher Basis mögliche wirksame Medikamente sowie Resistenzen voraussagen.

Informationen helfen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen – darum ist es unser Ziel, Patienten darin zu bestärken lebenswichtige Entscheidungen bestmöglich informiert zu treffen“, erläutert Dr. Christian Regenbrecht, Gründer von ASC Oncology und Entwickler des Reverse Clinical Engineering-Verfahrens. „ASC Oncology versteht sich dabei als Teamplayer, der den Onkologen mit dem angebotenen Testverfahren unterstützt, aber nicht ersetzt.“ Was in einigen Jahren vermutlich Routine in der Krebsbehandlung sein wird, ist durch ASC Oncology bereits 2021 für Betroffene und Onkologen anwendbar: Im Sinne der personalisierten Medizin die Behandlung von Krebs an jeden einzelnen Patienten effektiv und individuell anzupassen. Durch das Reverse Clinical Engineering-Verfahren werden Patienten die massiven Nebenwirkungen einer unnötigen Therapie erspart und wertvolle Zeit für die Behandlung gewonnen.

Um die Komplexität des Angebots zu vereinfachen, wird die Leistung in drei verschiedenen Paketen angeboten. Diese unterscheiden sich in der Anzahl der aufgearbeiteten Tumorgewebestücke, im Umfang der zu testenden Medikamente, in der Wahl einer zusätzlichen Protein-Analyse sowie einer optionalen Konservierung der Tumorzellen. Das Testverfahren wird zum Selbstkostenpreis angeboten und ist zurzeit eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Diese wird nicht von den Krankenkassen übernommen. Durch die Gründung des Cancer Rebels e.V. bietet ASC Oncology Krebserkrankten mit geringen finanziellen Mitteln unter anderem finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für die Nutzung des Testverfahrens an.

Quelle: https://www.asc-oncology.com/pm-rce-testverfahren/

produzieren, leben, heilen / 25.01.2021
Verteilung medizinischer Masken ab 26. Januar 2021

Bezirksamt Pankow startet an vier Standorten Verteilung an Bedürftige

Wegen der neuen Pflicht zum Tragen medizinischer Masken im Einzelhandel und dem Öffentlichen Personennahverkehr wurden den Bezirksämtern vom Berliner Senat entsprechende Masken zur Ausgabe an Bedürftige geliefert. Die kostenlose Verteilung der OP-Masken an Pankower Bedürftige erfolgt an den Standorten der Bürgerämter. Die Bedürftigkeit ist durch geeignete Dokumente (BerlinPass, BaFög, ALG, Grundsicherung u. ä.) zu belegen.

Die Ausgabe erfolgt zu einheitlichen Sprechzeiten: Mo.: 8 – 16, Di., Do.: 10 – 18 Uhr, Mi.: 8 – 14, Fr.: 8 – 13 Uhr.

Ausgabestellen sind die Rathäuser Pankow (Breite Str. 24a-26, 13187 Berlin), Weißensee (Berliner Allee 252-260, 13088 Berlin) Prenzlauer Berg (Fröbelstraße 17, 10405 Berlin, Haus 6) sowie das Bürgerhaus Karow/Buch (Franz-Schmidt-Str. 8-10, 13125 Berlin).

An den Standorten ist ein Wegeleitsystem eingerichtet. Es gelten die Abstands- und Hygieneregeln, eine Mund-Nasenbedeckung ist zwingend.

leben / 22.01.2021
Schließung des Tempohomes in der Siverstorpstraße

Die Containerunterkunft für Geflüchtete in der Siverstorpstraße 5-19 in Berlin-Karow schließt Ende Januar 2021. Die noch rund 200 Bewohnerinnen und Bewohner, darunter zahlreiche Familien, ziehen in der letzten Januarwoche aus dem Tempohome aus. Notwendig ist die Schließung, da der Standort als temporäre Schuldrehscheibe für geplante Schulsanierungsmaßnahmen in den Ortsteilen Karow und Buch benötigt wird.

Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten organisiert die Umzüge. Bei der Verteilung der geflüchteten Menschen auf neue Unterkünfte wird darauf geachtet, dass möglichst der Sozialraumbezug von Familien erhalten bleibt. Kindern und Jugendlichen soll es ermöglicht werden, weiterhin in ihren Kitas und Schulen zu bleiben. Ein Großteil der Menschen zieht in die beiden Gemeinschaftseinrichtungen im Lindenberger Weg und in der Wolfgang-Heinz-Straße in Buch sowie in die neu gebaute Gemeinschaftsunterkunft in der Falkenberger Straße 154 in Weißensee. 

„Mit der Schließung des Temphomes nach vierjähriger Betriebszeit endet die provisorische Unterbringung von Geflüchteten in Pankow, die in Karow mit der zur Notunterkunft umfunktionierten Sporthalle der Grundschule Am Hohen Feld im November 2015 begann. Ohne das unermüdliche Engagement der vielen Karowerinnen und Karower wären die vielen Schutzsuchenden aus Syrien, Irak, Iran oder auch Eritrea nie so gut bei uns in Pankow angekommen. Für diese nachbarschaftliche Solidarität möchte ich meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen! Nach wie vor bleibt viel zu tun, aber ich bin zuversichtlich, dass wir diese Herausforderung gemeinsam weiterhin gut meistern.“, sagt Bezirksbürgermeister Sören Benn (DIE LINKE).

forschen, bilden / 22.01.2021
„Gefahr fürs Gehirn“ – Urania-Vortrag über Alzheimer

Prof. Thomas Willnow. Foto: Pablo Castagnola, MDC
Prof. Thomas Willnow. Foto: Pablo Castagnola, MDC

Die Neurowissenschaften bilden eines der stärksten Forschungsfelder Berlins. Die Vortragsreihe Berlin Brains an der Urania zeigt die Bandbreite dieser Forschung in der Hauptstadt – in diesem Jahr unter dem Motto „Junior trifft Senior“. Thomas Willnow und Anna Löwa vom MDC eröffnen die Reihe.

Die mittlerweile siebte „Staffel“ dieser erfolgreichen Zusammenarbeit von Charité – Universitätsmedizin Berlin und Urania Berlin wird 2021 gemeinsam präsentiert vom Einstein-Zentrum für Neurowissenschaften, dem Exzellenzcluster NeuroCure, dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), dem Sonderforschungsbereich 1315 (SFB1315), dem Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) und dem Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience Berlin (BCCN Berlin).

Das diesjährige Motto lautet „Junior trifft Senior“:  Jeweils zwei Neurowissenschaftler*innen stellen gemeinsam ihre aktuelle Forschung vor. Den Anfang machen am 26. Januar um 19.30 Uhr zwei Forschende des MDC: Professor Thomas Willnow, Leiter der AG Molekulare Herz- Kreislaufforschung, und Dr. Anna Löwa von der Technologie-Plattform Organoide am Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB). Sie sprechen über „Gefahr fürs Gehirn – den Ursachen von Alzheimer auf der Spur“. Der Vortrag wird aufgezeichnet.

„Gefahr fürs Gehirn – den Ursachen von Alzheimer auf der Spur“
26. Januar 2021, 19:30 Uhr

Zum Live-Stream

Weitere Informationen
AG Willnow, Molekulare Herz-Kreislaufforschung
Technologie-Plattform Kultursysteme für Gehirn-Organoide

Quelle: Pressemitteilung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC)

bilden / 21.01.2021
Live-Schaltung aus dem Gläsernen Labor – für Winterferienkinder!

Foto: Patrick Meinhold
Foto: Patrick Meinhold

Für die Mitarbeiterinnen des Gläsernen Labors war es kürzlich selbst ein Experiment: Wie funktioniert es, wenn Kinder und ihre Familien sich von zu Hause ins Labor schalten und eine Stunde lang am Küchentisch mitexperimentieren? Nach der ersten Erprobung lässt sich sagen: Es klappt sehr gut und alle sind begeistert! Jeder Schritt wird live im Labor gezeigt, und sämtliche Fragen zum Experimentieren werden beantwortet.

Das Lernen mit Spaß macht auch in den Winterferien keine Pause, es gibt nun erstmals ein digitales Ferienangebot. Natürlich nicht den ganzen Tag, wie es sonst bei den Forscherferien üblich ist, sondern drei Stunden lang. Dabei geht es unter anderem um das Sehen, das Hören und die Frage, was das Dach des Münchner Olympiastadiums mit Seifenblasen zu tun hat. Chemiedetektive kommen selbstverständlich auf ihre Kosten, und Fans des Planeten Mars lernen, wie man eine Atmosphäre herstellt.

„Das Programm wechselt täglich, und wir hoffen, dass für jeden etwas dabei ist. Damit die Bewegung nicht zu kurz kommt, ist auch jeden Tag eine kleine Sporteinheit dabei“, so Dr. Bärbel Görhardt, Kursleiterin im Gläsernen Labor.

Für den Kurs „Den Mars bewohnbar machen!“ bekommen die Teilnehmer*innen einige Materialien nach Hause geschickt. Ansonsten stellen die Materiallisten keine großen Anforderungen – vieles ist im Haushalt vorhanden.

https://www.forscherferien-berlin.de/de/ferien/winter21_1

heilen / 21.01.2021
Arztgespräch trotz Lockdown

Medizinische Beratung, Rezept oder Krankschreibung sind mit der Videosprechstunde möglich (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)
Medizinische Beratung, Rezept oder Krankschreibung sind mit der Videosprechstunde möglich (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Der Lockdown wird verlängert und der Alltag bleibt weiter eingeschränkt, damit wir gemeinsam die Pandemie eindämmen. Dennoch sollte dabei die eigene Gesundheit nicht vernachlässigt werden. Die Online-Sprechstunde der Helios Kliniken ermöglicht weiterhin den Arztbesuch, ganz bequem von zu Hause aus.

Arztbesuch nicht aufschieben - Beschwerden abklären

Akute und länger anhaltende Beschwerden aufgrund der Sorge um eine Ansteckung mit dem Coronavirus, eingeschränkter Mobilität oder veränderter Sprechzeiten der Arztpraxen auszusitzen, ist keine Lösung. „Wer aus Angst vor Corona oder aus organisatorischen Gründen nicht zum Arzt geht, der irrt. Akute aber auch anhaltende gesundheitliche Beschwerden bedürfen einer Abklärung und Behandlung. Werden Krankheiten verspätet entdeckt und therapiert, kann dies schwerwiegende Folgen haben“, warnt Dr. med. Christine Marx, Medizinische Regionalgeschäftsführerin der Helios Region Ost.

So belegen nun erste Studien den Rückgang an Behandlungen aufgrund des Lockdowns. Eine repräsentative Studie der Helios Kliniken für den sensiblen Bereich der Krebsmedizin zeigt aktuell, dass während des ersten Corona-Lockdowns und kurze Zeit danach zehn bis 20 Prozent weniger Krebsbehandlungen durchgeführt wurden. Doch nicht nur für Risikogruppen kann ein Arztbesuch per Videoanruf  interessant sein.

Keine Angst vor der Videosprechstunde

Die Helios Kliniken bieten seit einigen Monaten einen besonderen Service für Patienten: die digitale Sprechstunde. „Ganz unabhängig vom Gesundheitszustand oder Wohnort können Patientinnen und Patienten unser Ärzte-Team konsultieren. Man spart den Anfahrtsweg mit potenziellen Kontakten sowie Wartezeit und kann schnell Auskunft zu seinen Beschwerden bekommen,“ sagt Daniel Amrein, Geschäftsführer im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Auch wenig technikaffine Patienten brauchen keine Angst vor dem digitalen Verfahren zu haben: Zur Online-Sprechstunde braucht man nur ein Handy, Tablet oder Computer mit Kamera und Verbindung zum Internet. Außerdem sollte man wie gewohnt die Krankenkassenkarte zur Hand haben. Rezepte und Krankschreibungen, die in der Videosprechstunde ausgestellt werden, erreichen die Patienten anschließend per Post.

Videosprechstunde der Poliklinik am Helios Klinikum Berlin-Buch

Die Poliklinik mit ihren 16 Fachbereichen und mehr als 70 Ärzten bietet medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. Hohe Qualifikation sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Über die Website der Poliklinik kann ein Termin zur Online-Sprechstunde vereinbart werden:

https://www.helios-gesundheit.de/ambulant/berlin-buch-poliklinik-am-helios-klinikum-berlin-buch-fachaerzte/ueber-die-poliklinik/anmeldung-videosprechstunde/

bilden / 18.01.2021
Pankower Stadtbibliotheken bis vorerst 31. Januar 2021 weiter geschlossen

Pankower Stadtbibliotheken bis vorerst 31. Januar 2021 weiter geschlossen

Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation bleiben die Pankower Stadtbibliotheken weiterhin bis einschließlich 31. Januar 2021 geschlossen. Am 28. Januar wird die Entwicklung der gemeldeten Fallzahlen/Infektionen erneut geprüft. Sollte eine Verbesserung der Lage erkennbar sein, werden die Bibliotheken zum 1. Februar mehrheitlich wieder öffnen. Bei einem weiterhin konstanten Fallbild oder einer Verschlechterung werden die Bibliotheken im Rahmen des Lockdowns zunächst weiterhin geschlossen bleiben.

Die zurzeit ausgeliehenen Medien werden automatisch verlängert, so dass keine Mahngebühren anfallen werden. Die digitalen Angebote des VÖBB stehen auch während der Schließung zur Verfügung: https://voebb.de/digitale-angebote.

Weitere Informationen: www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow

leben / 12.01.2021
Planung unserer Region - Beteiligung noch bis 17. Januar möglich

Buch grenzt direkt an den Barnim (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)
Buch grenzt direkt an den Barnim (Foto: Campus Berlin-Buch GmbH)

Die Nachbarländer Berlin und Brandenburg wollen ihre Zusammenarbeit auf mehreren Feldern wie beispielsweise Verkehr oder Klimaschutz ausweiten. Am Plan für den “Strategischen Gesamtrahmen Hauptstadtregion” können sich die Bürger beider Bundesländer seit dem 11. Dezember beteiligen [mein.berlin.de].

In den Kategorien “Siedlungsentwicklung und Wohnungsmarkt”, “Mobilität”, “Wirtschaft, Fachkräfte, Energie und Klimaschutz”, “Bürgerschaftliches Engagement, Medien und Demokratieförderung”, “Natürliche Lebensgrundlagen und Lebensqualität”, “Digitale Transformation”, “Wissenschaft, Forschung, Kultur und Bildung” sowie “Weltoffenheit, internationale Vernetzung und Zusammenarbeit mit Polen” können Bürger ihre Ideen einbringen oder Vorschläge kommentieren.

Hier können sich auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Buch beteiligen. Buch wird auch öfter als das Tor zum Barnim genannt, kurz hinter unseren Häusern fängt das Land Brandenburg an. Es wirkt sich direkt auf Buch aus, wenn in Bernau ein neues Parkhaus gebaut wird. Viele Brandenburger nutzen die Einkaufsmöglichkeiten in Buch, wie z.B. Kaufland. Ein 10-Minuten-Takt auf der S 2 wird seit Jahren gefordert. Und so gibt es viele Beispiele, wo es uns nur gemeinsam mit Brandenburg gelingen wird, eine passende Infrastruktur zu schaffen. Neue Buslinien könnten die Neubaugebiete von Buch, die S-Bahn-Stationen und die Ortsteile von Panketal verbinden. Die ersten Politiker haben sich mit Blick auf die Wahlen im nächsten Jahr dazu geäußert, dass man die Randbezirke stärker beachten muss.

Haben Sie auch Ideen, was in Buch geschehen soll und was Berlin und Brandenburg voranbringt? Noch bis zum 17. Januar können Sie sich online mit Ideen und Anregungen einbringen!

In welchen Bereichen soll die schon bestehende Zusammenarbeit zwischen den Ländern Berlin und Brandenburg intensiviert werden? Welche Themen sind besonders wichtig? Welche Projekte sollten umgesetzt werden? Welche Voraussetzungen müssen dafür geschaffen werden?

Hier geht es zur Online-Beteiligung:
Öffentliche Beteiligung zum „Strategischen Gesamtrahmen Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg”

Mehr zum geplanten Gesamtrahmen Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg
rbb24/Bürgerbeteiligung Regionalplanung

produzieren, heilen / 12.01.2021
Eckert & Ziegler: Seed-Implantation bei Prostatakrebs erhält Kostenerstattung bei ambulanter Versorgung

Die Seed-Implantation bei Prostatakrebs soll nun auch als ambulante Behandlung von den gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland erstattet werden. Dies entschied der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) mit Wirkung zum 08.01.2021.

Die Seed-Implantation oder sogenannte LDR-Brachytherapie ist ein organerhaltendes, minimalinvasives Bestrahlungsverfahren. Dabei werden unter optimaler Schonung des umliegenden Gewebes millimeterkleine, schwach radioaktive Titanröhrchen in die Prostata eingebracht. Im Vergleich zu anderen Therapieoptionen, wie Entfernung der Prostata oder äußere Strahlentherapie, weist die Brachytherapie ein anderes, häufig für den Patienten vorteilhafteres Nebenwirkungsprofil auf.

„Wir freuen uns, dass die Behandlungskosten einer Seed-Brachytherapie bei Prostatakrebs nun sowohl stationär als auch ambulant von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden sollen,“ erklärt Dr. Harald Hasselmann, Mitglied des Vorstands der Eckert & Ziegler AG und verantwortlich für das Segment Medical. „In seiner zusammenfassenden Bewertung erkennt der G-BA den Nutzen der Methode als hinreichend belegt sowie deren medizinische Notwendigkeit als gegeben an.“

„Im Ergebnis der Betrachtung von Nutzen und medizinischer Notwenigkeit lässt sich mit der Brachytherapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom ein PSA-basiertes rezidivfreies Überleben erreichen, das mit anderen kurativen Therapien (radikale Prostatektomie, perkutane Strahlentherapie) vergleichbar ist. Das Nebenwirkungsprofil der LDR-Brachytherapie zeigt Vorteile im Hinblick auf Erhalt der Kontinenz und Sexualfunktion sowie Darmfunktion,“ resümiert der G-BA in seiner Gesamtbewertung der interstitiellen Brachytherapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom mit niedrigem Risikoprofil.

In Europa gibt es jährlich rund 473.000 Prostatakrebs-Neuerkrankungen (Globocan, 2020). Die stationäre Seed-Brachytherapie ist in Deutschland seit 2004 im Abrechnungskatalog der Krankenkassen enthalten. Eckert & Ziegler BEBIG ist europäischer Marktführer für Seeds und produziert diese am Standort Berlin.

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit über 800 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.

Quelle: www.ezag.de

forschen / 12.01.2021
Schneller, kontrastreicher, informativer: Neuer Kontrastmechanismus verbessert Xenon-MRT

Visualisierung: Barth van Rossum
Visualisierung: Barth van Rossum

Die Xenon-Magnetresonanztomographie erlaubt tiefe Einblicke ins Körperinnere und eröffnet neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Therapie von Krankheiten. Physiker vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin konnten die Detektionsmethode mit dem Edelgas Xenon nun entscheidend verbessern. An zwei Molekülen getestet und mit einigen neuen technischen Tricks ist es gelungen, aus einer einzigen Daten-Aufnahme in wenigen Sekunden mehr Bildinformationen zu gewinnen, als es bislang möglich war. Zudem wird für den neuen Kontrastmechanismus weniger Kontrastmittel und kein Gadolinium benötigt, dessen mögliche Unverträglichkeit weiterhin diskutiert wird. Die Methode ist ca. 850-mal sensitiver als vergleichbare Kontrastmittel konventioneller MRT mit Wassermolekülen. Die Ergebnisse der Arbeit sind soeben im Fachjournal „Chemical Science“ erschienen.

Krankhafte Prozesse im Körper aufspüren, die sich den herkömmlichen bildgebenden Verfahren entziehen – dieses Potenzial verspricht die Xenon-Magnetresonanztomographie. Anders als bei der konventionellen MRT werden hierbei keine Wassermoleküle, sondern das ungiftige Edelgas Xenon detektiert, das aufgrund seiner besonderen Magnetisierung eine extrem hohe Signalstärke im MRT besitzt. Darüber hinaus besitzt die Xenon-Bildgebung auch analytisches Potenzial, da Moleküle, die mit Xenon interagieren, als Wirkstoffträger dienen können und nun mit MRT sowohl lokalisiert als auch charakterisiert werden können.

Physiker vom FMP arbeiten seit Jahren daran, die Xenon-MRT weiter zu perfektionieren, so dass sie zum Beispiel in der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen eingesetzt werden kann. Nach der Entdeckung mehrerer Moleküle, die das Edelgas Xenon sehr gut binden und so hoch kontrastreiche Bilder aus dem Körperinneren liefern können, ist dem Team um Dr. Leif Schröder nun ein weiterer Erfolg gelungen.
„Wir haben einen weiteren Kontrastmechanismus zugänglich gemacht, der in kürzerer Zeit wesentlich mehr Bildinformationen generiert als die bisherige Methode“, erläutert Leif Schröder. „Dabei ist die sogenannte Relaxivität viel höher, das heißt, wir brauchen wesentlich weniger Kontrastmittel als konventionelle Methoden, um Bildkontrast zu erzeugen, was ja gerade für die medizinische Anwendung von großem Vorteil ist.“

Ein kurzer Kontakt reicht für den T2-Kontrast

Konkret ging es in der jetzt im Fachmagazin „Chemical Science“ publizierten Arbeit um den T2-Kontrast – neben T1 einer der beiden Kontrast-Parameter in der Kernspintomographie - und wie er sich durch die beiden Moleküle cryptophane-A monoacid (CrA-ma) und cucurbit[6]uril (CB6) beeinflussen lässt. Diese Fragestellung wurde zuvor noch nicht untersucht, obwohl die beiden metallfreien Moleküle als hochpotente Kandidaten für die Xenon-MRT gelten.

Wie Leif Schröder und sein Kollege Martin Kunth zeigen konnten, kommt es allein durch den kurzen Kontakt zwischen Xenon und dem Molekül zu einer Signaländerung. Eine einzige Aufnahme (Single-Shot) mit trickreicher, fortlaufender Beobachtung des Signals genügt, um den T2-Kontrast für eine ganze Bildserie darstellen zu können. Zuvor waren mindestens zwei Messungen für ein einzelnes Bild nötig – eine bei angeschaltetem und eine bei ausgeschaltetem Signal und es vergingen jeweils mindestens rund 30 Sekunden, bis ein Bild codiert wurde. Der neue Kontrastmechanismus schafft dies mit einem Single-Shot in ca. 7 Sekunden.

„Das ist ein extremer Zeitvorteil im Vergleich zur alten Methode“, sagt Martin Kunth. Ein weiterer Vorteil des neuen Mechanismus ist, dass keine weiteren Referenzaufnahmen oder umstrittene Metallkomplexe nötig sind, um den T2-Kontrast zu erzeugen. Zudem lassen sich nun aus einem einzigen fortlaufenden Signal über 1.000 Bilder mit fortschreitendem Kontrast rekonstruieren. Bei der herkömmlichen Methode waren es maximal 30 Bilder, die alle einzeln aufgenommen werden mussten, also ein ungleich höherer Aufwand. „Im Grunde ist das eine sehr einfache Messung, wir brauchen nur einen Datensatz, um eine informationsreiche Bilderserie mit einer sehr viel besseren räumlichen Auflösung zu bekommen“, betont der Physiker.

Daten mit hoher Aussagekraft

Die einfache Messung ist an eine komplexe Datenverarbeitung gekoppelt, die ebenfalls neuartig ist. Die von den FMP-Forschern programmierte Software kann mehr als nur relative Signalvergleiche – wo ist es heller, wo dunkler - sondern für bestimmte physikalische Parameter erstmals auch absolute Zahlen errechnen. Die Zahlen beschreiben die exakte Austauschrate zwischen Xenon und den Molekülen und lassen zum Beispiel Rückschlüsse auf die Stabilität eines Moleküls als Wirkstoffträger zu.

„Wirkstofftransporter müssen eine gewisse Stabilität besitzen, damit sie das Medikament nicht zu früh, aber auch nicht zu spät abgeben. Diese Eigenschaft können wir jetzt ebenso messen wie die Aktivierungsenergie, die für die Bindung im Wirkstoffträger benötigt wird“, beschreibt Martin Kunth eine der vielen neuen Anwendungsmöglichkeiten.

„Zusammengefasst können wir mit unserem neuen Verfahren sowohl die klinische Bildgebung verbessern als auch pharmakologische oder chemisch-analytische Fragestellungen beantworten“, ergänzt Leif Schröder. „Damit haben wir die Xenon-MRT einen entscheidenden Schritt vorangebracht, von dem nun alle Forscher und Kliniker, die damit arbeiten, profitieren werden.“

Publikation
Kunth M., Schröder L.; Binding Site Exchange Kinetics revealed through Efficient Spin-Spin Dephasing of Hyperpolarized 129Xe, Chemical Science 2021, 12, 158-169, DOI: 10.1039/D0SC04835F

 

www.leibniz-fmp.de

forschen, heilen / 11.01.2021
Mit scharfer Waffe gegen Lymphome

Die gegen CXCR5 gerichteten CAR-T-Zellen (grün) greifen Lymphom-Zellen (rot) innerhalb des Stroma-Zellnetzwerks im B-Zell-Follikel an (hellblau). (Foto: AG Höpken)
Die gegen CXCR5 gerichteten CAR-T-Zellen (grün) greifen Lymphom-Zellen (rot) innerhalb des Stroma-Zellnetzwerks im B-Zell-Follikel an (hellblau). (Foto: AG Höpken)

Forschende des MDC haben eine neue Variante der CAR-T-Zell-Therapie entwickelt. Im Fachblatt „Nature Communications“ zeigt das Team, dass sich das Verfahren vor allem bei follikulären Lymphomen und chronisch-lymphatischer Leukämie, der häufigsten Form von Blutkrebs, als sehr effektiv erweist.

In Krebszellen sieht die Körperabwehr für gewöhnlich keine Gefahr. Um diesen mitunter tödlichen Irrtum zu korrigieren, verfolgen Forschende eine raffinierte Idee: Man entnehme Krebspatient*innen ein paar Immunzellen und rüste sie im Labor derart auf, dass sie bestimmte Oberflächeneiweiße der entarteten Zellen erkennen. Anschließend vermehrt man die Immunzellen und injiziert sie zurück ins Blut – auf dass sie sich im Körper auf die Reise begeben, alle Krebszellen aufspüren und zielgerichtet attackieren. 

Tatsächlich gibt es bereits erste zugelassene Behandlungen, die auf dieser Idee basieren: CAR-T-Zellen kommen in Europa seit dem Jahr 2018 insbesondere bei Patient*innen mit B-Zell-Lymphomen zum Einsatz, denen die gängigen Krebstherapien nicht geholfen haben. 

T-Zellen sind die Polizeistreife des Immunsystems. Die Abkürzung CAR steht für „chimärer Antigenrezeptor“ – die Streife ist also mit einer neuen, im Labor konstruierten Spezialantenne ausgerüstet, die auf ein Oberflächeneiweiß der Krebszellen ausgerichtet ist. Dank dieser Antenne können wenige T-Zellen eine Vielzahl an Krebszellen überführen und unschädlich machen. Idealerweise patrouillieren die CAR-T-Zellen über Wochen, Monate oder gar Jahre im Körper und kontrollieren so das Tumorwachstum. 

Eine Art Wegweiser für B-Zellen
Bislang war die Antenne der CAR-T-Zellen vorrangig gegen das Protein CD19 gerichtet, das B-Zellen – die ebenfalls zu den Immunzellen gehören – auf ihrer Oberfläche tragen. Allerdings schlägt diese Form der Therapie längst nicht bei allen Patient*innen an. Ein Team um Dr. Uta Höpken, die Leiterin der Arbeitsgruppe „Mikroumgebung als Regulator bei Autoimmunität und Krebs“ am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), hat jetzt eine Variante entwickelt, mit der die T-Zellen im Labor für ein anderes Erkennungsmerkmal sensibilisiert werden: das Oberflächeneiweiß CXCR5 der B-Zellen.

„CXCR5 wurde vor mehr als 20 Jahren am MDC erstmals beschrieben und fast ebenso lang forsche ich selbst an diesem Protein“, sagt Höpken. „Umso mehr freue ich mich, dass es uns jetzt tatsächlich gelungen ist, CXCR5 zu nutzen, um Non-Hodgkin-Lymphome wie das follikuläre und das Mantelzell-Lymphom sowie chronische Leukämien im Labor effektiv zu bekämpfen.“ Bei dem Protein handelt es sich um einen Rezeptor, mit dessen Hilfe reife B-Zellen vom Knochenmark – wo sie gebildet werden – in die Organe des Immunsystems, etwa in die Lymphknoten und die Milz, gelangen. „Ohne den Rezeptor würden die B-Zellen ihren Zielort, die B-Zell-Follikel dieser lymphatischen Organe, nicht finden“, erläutert Höpken.

Ein gut geeignetes Ziel
„Alle reifen B-Zellen, auch die entarteten, tragen diesen Rezeptor auf ihrer Oberfläche. Deshalb schien er uns gut geeignet zu sein, um Tumore der B-Zellen aufzuspüren – so dass gegen CXCR5 gerichtete CAR-T-Zellen den Krebs attackieren können“, sagt Janina Pfeilschifter, Doktorandin in Höpkens Team. Sie und Dr. Mario Bunse aus der gleichen Arbeitsgruppe sind Erstautor*innen der im Fachblatt „Nature Communications“ erschienenen Publikation. „In unserer Studie haben wir durch Experimente mit menschlichen Krebszellen und zwei Mausmodellen gezeigt, dass diese Immuntherapie sicher und sehr wirksam ist“, sagt Pfeilschifter.

Vor allem für Patient*innen mit einem follikulären Lymphom oder chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) könnte sich der neue Ansatz gut eignen. „An beiden Krebsarten sind neben den B-Zellen auch follikuläre T-Helferzellen beteiligt, die CXCR5 ebenfalls auf ihrer Oberfläche tragen“, erklärt Bunse. Die auf das Erkennungsmerkmal spezialisierte Antenne, den CXCR5-CAR, hat Dr. Julia Bluhm generiert – in ihrer Zeit als Doktorandin in der MDC-Arbeitsgruppe „Translationale Tumorimmunologie“, die der Mediziner Dr. Armin Rehm leitet. Er und Höpken sind die korrespondierenden Autor*innen der Studie.

Erste Erfolge in der Kulturschale
Pfeilschifter und Bunse zeigten zunächst, dass verschiedene menschliche Zellen, etwa aus Blutgefäßen, dem Darm und dem Gehirn, den Rezeptor CXCR5 nicht auf ihrer Oberfläche tragen und daher in der Kulturschale auch nicht von den mit CXCR5-CAR ausgerüsteten T-Zellen attackiert werden. „Das ist wichtig, damit es bei einer Therapie nicht zu unerwarteten Organschäden kommt“, erläutert Pfeilschifter. Dagegen zeigten Experimente mit menschlichen Tumorzelllinien, dass entartete B-Zellen aus ganz unterschiedlichen Formen von B-Non-Hodgkin-Lymphomen den Rezeptor allesamt aufweisen.

Professor Jörg Westermann von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin am Campus Virchow-Klinikum stellte dem Team darüber hinaus Tumorzellen von Patient*innen mit CLL oder B-Non-Hodgkin-Lymphomen zur Verfügung. „Auch dort konnten wir CXCR5 auf allen B-Lymphomzellen und follikulären T-Helferzellen nachweisen“, sagt Pfeilschifter. Brachten sie und Bunse die Tumorzellen in der Kulturschale mit den CXCR5-CAR-T-Zellen zusammen, waren nach 48 Stunden fast alle entarteten B- und T-Helferzellen aus der Gewebeprobe verschwunden.

Mäuse mit Leukämie konnten geheilt werden
Auch an zwei Mausmodellen haben die Forscher*innen das neue Verfahren getestet. „Krebskranke bekommen die CAR-T-Zellen ja über eine Infusion ins Blut. Wir brauchen also Tierversuche, um zu zeigen, dass die Zellen ihren Einsatzort – die Nischen, die sich der Krebs gesucht hat – finden, sich dort vermehren und erfolgreich ihren Dienst verrichten“, sagt Höpken. 

Bei den Modellen handelte es sich zum einen um Tiere mit einem stark unterdrückten Immunsystem, die daher mit menschlichen CAR-T-Zellen behandelt werden konnten, ohne dass es zu Abstoßungsreaktionen kam. „Zum anderen haben wir speziell für die aktuelle Studie ein reines Mausmodell für die CLL entwickelt“, berichtet Bunse. „Diesen Tieren haben wir per Infusion Mäuse-CAR-T-Zellen gegen CXCR5 verabreicht und konnten so reife B-Zellen und T-Helferzellen, auch die entarteten, aus den B-Zell-Follikeln der lymphatischen Organe eliminieren.“ 

Zu schweren Nebenwirkungen sei es bei den Mäusen nicht gekommen. „Aus der Erfahrung mit Krebskranken weiß man zwar, dass eine CAR-T-Zell-Therapie das Infektionsrisiko ein paar Monate lang erhöht“, sagt Rehm. Doch diese Nebenwirkung sei in der Praxis fast immer gut beherrschbar.

Eine klinische Studie ist schon geplant
„So eine Publikation stemmt kein Labor allein. Sie ist nur dank einer erfolgreichen Zusammenarbeit vieler Kolleginnen und Kollegen am MDC und der Charité entstanden“, betont Höpken. Für sie ist die Studie der erste Schritt zu einem „lebenden Medikament“ - ähnlich wie andere zelluläre Immuntherapien, die am MDC entwickelt werden. „Wir kooperieren bereits mit zwei Krebsmedizinern der Charité und bereiten momentan mit ihnen gemeinsam eine klinische Phase-1/2-Studie vor“, ergänzt Höpkens Kollege Rehm. Beide hoffen, dass schon sehr bald die ersten Patient*innen von ihrer neuen CAR-T-Zell-Therapie profitieren.

Weiterführende Informationen

AG Höpken

AG Rehm

Literatur

Mario Bunse, Janina Pfeilschifter et al. (2021): „CXCR5 CAR-T cells simultaneously target B cell non-Hodgkin’s lymphoma and tumor-supportive follicular T helper cells“. Nature Communications, DOI: 10.1038/s41467-020-20488-3. 

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Benannt ist es nach dem deutsch-amerikanischen Biophysiker Max Delbrück, der 1969 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um Krankheitsursachen auf den Grund zu gehen und damit eine bessere und wirksamere Krankheitsdiagnose, -prävention und -behandlung zu ermöglichen. An dieser Zielsetzung arbeitet das MDC gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH). Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit weiteren nationalen Partnern wie dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung und mit zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC sind über 1.600 Mitarbeiter*innen und Gäste aus fast 60 Ländern tätig, davon knapp 1.300 in der wissenschaftlichen Forschung. Finanziert wird das MDC zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin. Es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de    

leben, bilden / 08.01.2021
Die Bibliotheken der Stadtbibliothek Pankow bleiben weiter zu

Neubewertung der Lage am 14. Januar 2021

Wegen der aktuellen Pandemiesituation und dem gemeinsamen Ziel von Bundesregierung und Ministerpräsidenten, die Kontaktmöglichkeiten und Wege in der Öffentlichkeit zu reduzieren, bleiben die Stadtbibliotheken Pankows zunächst bis einschließlich 17. Januar 2021 geschlossen. Am 14. Januar 2021 wird die Entwicklung der gemeldeten Fallzahlen/Infektionen erneut geprüft. Sollte eine Verbesserung der Lage erkennbar sein, werden die Bibliotheken zum 18. Januar 2021 mehrheitlich wieder öffnen. Bei einem weiterhin konstanten Fallbild oder einer Verschlechterung werden die Bibliotheken im Rahmen des Volllockdowns zunächst weiterhin geschlossen bleiben.

Die zurzeit ausgeliehenen Medien werden automatisch verlängert, so dass keine Mahngebühren anfallen werden. Die Digitalen Angebote des VÖBB stehen auch während der Schließung zur Verfügung: https://voebb.de/digitale-angebote.

08.01.2021
Neue Klimaschutzbeauftragte im Bezirk Pankow

Angelika Haaser tritt die neue Stabsstelle für Klimaschutz beim Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn an (Foto: Bezirksamt Pankow)
Angelika Haaser tritt die neue Stabsstelle für Klimaschutz beim Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn an (Foto: Bezirksamt Pankow)

Leitstelle im Bezirksamt Pankow mit Angelika Haaser eingerichtet

Angelika Haaser ist neue Beauftrage für das Themenfeld Klima im Bezirksamt Pankow. Als neu geschaffene Stabstelle beim Bezirksbürgermeister soll sie den Klimaschutz in der Bezirksverwaltung bereichsübergreifend verankern und weiter ausbauen. 2019 hatte die Pankower Bezirksverordnetenversammlung per Beschluss den Klimanotstand für den Bezirk erklärt und unter anderem die Einrichtung einer solchen Stelle angeregt. Die Umsetzung des Berliner Energiewendegesetzes und das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramms 2030 soll nachhaltig vorangetrieben werden.

Zur Förderung des Klimaschutzes und zur nachhaltigen Entwicklung des Bezirkes gilt es, Klimaschutzziele zu erarbeiten sowie bezirkliche Klimaschutzmaßnahmen zu definieren und zu realisieren. Als Ansprechpartnerin für diese Belange in der Bezirksverwaltung begleitet Angelika Haaser künftig Ausschusssitzungen, erarbeitet klimarelevante Beschlussvorlagen und ist bei Entscheidungen zu Stadtentwicklung und Bauvorhaben beteiligt. Zudem wird sie für die Pankower Bevölkerung klimaschutzrelevante Maßnahmen koordinieren und eine Leitstelle aufbauen, die perspektivisch um einen Klimaschutzmanager erweitert werden soll.

„Der Klimaschutz in Pankow ist nun auch personell besetzt, ein wichtiger Hebel, das Thema in unser Verwaltungshandeln regelhaft zu integrieren“, erklärt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke). „Die neue Kollegin verantwortet keine Naturschutzbelange sondern agiert übergeordnet und wird die Leitstelle Klimaschutz zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung des Bezirkes aufbauen“, so Benn weiter.
Ein wichtiger Schritt ist die Einrichtung eines Klimaschutzbeirates. Zudem wird sie für die Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen zu klimaschutzrelevanten Themen zuständig sein und als Kompetenz- und Kontaktstelle für wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Projekte agieren.

„Als Verwaltung können wir intern mit geeigneten Maßnahmen und einem durchdachten Gesamtkonzept viel erreichen“, ist sich Angelika Haaser sicher. „Aber auch die Arbeit mit den Bürger:innen sowie den Institutionen und Gremien im Bezirk ist elementare Aufgabe auf dem gemeinsamen Weg zu Klimaneutralität“, ergänzt Haaser.

Nach ihrem Studium der Nachhaltigkeitswissenschaft (Msc.) an der Universität Lüneburg mit den Schwerpunkten Klimaschutz, Nachhaltige Energien und Nachhaltige Gemeindeentwicklung, begann Angelika Haaser ihre Arbeit für den Klimaschutz.
Seit Januar 2017 war sie bereits als Klimaschutzmanagerin in der Leitstelle Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Bezirksamt Spandau tätig. Durch die Beteiligung am European Energy Award, an Zertifizierungsverfahren oder etwas die Betreuung des Lastenrad-Projektes „fLotte kommunal“ bringt Angelika Haaser wertvolle Erfahrungen für ihre Arbeit im Bezirksamt Pankow mit.

forschen, produzieren, heilen, bilden / 08.01.2021
Podcast LNDW: Fakten, Fakes und Sensationen – zur Rolle der Wissenschaftskommunikation (Folge 8)

(v.l.) Thomas Prinzler, Torsten Lipski, Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Stefan Gotthold, Josef Zens (Foto: LNDW/LHLK2020)
(v.l.) Thomas Prinzler, Torsten Lipski, Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Stefan Gotthold, Josef Zens (Foto: LNDW/LHLK2020)

Das in der Corona-Pandemie oft bemühte Bild des Brennglases, das Stärken und Schwächen sichtbarer macht, gilt auch für die Wissenschaftskommunikation: Nüchterne Aufklärung konkurriert in der Krise mit Verschwörungserzählungen und Fake-News über das Virus, seine Herkunft und seine Folgen. In der 8. Folge des LNDW-Podcasts greifen wir daher das Motto auf, das eigentlich schon das Jubiläumsprogramm der Corona bedingt abgesagten LNDW 2020 sein sollte „Wissenschaft als Antwort auf Fake-News“.

Wie Wissenschaftskommunikation im Spannungsverhältnis zwischen Senation, Fakes und Fakten gelingt, was im Verhältnis zwischen Wissenschaftlern und Journalisten zu beachten ist und wie unterhaltsam Wissenschaft kommuniziert werden kann, darf oder soll, diskutiert Moderator Thomas Prinzler mit diesen Gästen:

Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Wissenschaftliche Direktorin desZentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), hat in ihrer Forschung viel mit autoritären Regimen zu tun und weiß daher, wie rasch Wissenschaft für politische Zwecke missbraucht werden kann. In der Sendung plädiert sie u. a. dafür, sich in der Wissenschaftskommunikation nicht nur auf die Medienarbeit zu konzentrieren, sondern auch auf eigene Veranstaltungen und Publikationen zu setzen.

Josef Zens, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und gelernter Zeitungsjournalist, ist in seiner täglichen Arbeit damit konfrontiert, den Zwiespalt zwischen dem Bedürfnis des Journalismus nach Quote und dem der Wissenschaften nach Kenntnisnahme von Fakten in Einklang zu bringen.Er wünscht sich mehr sachlichere Debatten in den Medien und weniger Diskussionen, die lediglich auf Konfrontation und Streit ausgelegt sind.

Torsten Lipski, Fachbereichsleitung Sozialkunde Lise-Meitner-Schule OSZ für Naturwissenschaften, hört auch an seiner Schule mitunter Fake-News und Verschwörungserzählungen. In der Sendung berichtet er, wie er damit im Unterricht umgeht.

Stefan Gotthold, verantwortlich für die Archenhold-Sternwarte der Stiftung Planetarium Berlin sowie kommissarischer Leiter der Bildungsabteilung der Stiftung, begeistert mit seinen Vorträgen Menschen allen Alters für die Naturwissenschaften. In der Sendung spricht er darüber, wie unterhaltsam Wissenschaft sein darf oder auch sein sollte und wie er es anstellt, komplexe naturwissenschaftliche Erkenntnisse allgemeinverständlich zu erklären.

Folge direkt anhören in der ARD Audiothek

Der Podcast wurde aufgezeichnet im Zeiss-Großplanetarium der Stiftung Planetarium Berlin.

Quelle: https://www.langenachtderwissenschaften.de/news-detail/wissenschaftskommunikation-folge-8-fakten-fakes-und-senationen

bilden / 06.01.2021
Das neue Angebot „Mach’s GenaU!“ des Schülerlabor-Netzwerks GenaU erhält Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Experimentieren im Labor. (Foto: Peter Himsel)
Experimentieren im Labor. (Foto: Peter Himsel)

Mit dabei: Das Gläserne Labor mit der AG „NATürlich“

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das neue MINT-Cluster „Mach´s GenaU!“ mit fast 320.000 Euro für die Umsetzung neuer, kostenfreier Nachmittagskurse. Dieses regionale Angebot des Berlin-Brandenburger Schülerlabor-Netzwerks GenaU wird damit vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2023 Teil des bundesweiten MINT-Aktionsplans. Das MINT-Cluster stellt naturwissenschaftlich-technische Nachmittagsangebote für Berliner und Brandenburger Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren bereit. „Mach’s GenaU!“ ist eines von 22 ausgewählten MINT-Clustern in Deutschland, die eine solche Förderung erhalten.

MINT-Cluster „Mach’s GenaU!“
Das Schülerlabor-Netzwerk GenaU (Gemeinsam für naturwissenschaftlich-technischen Unterricht) verfügt über 14 Jahre Erfahrung in der außerschulischen MINT-Bildung in Berlin und Brandenburg. Es betreibt bewusst Breitenförderung und möchte ein grundsätzliches Interesse an Naturwissenschaften und Technik fördern. Bisher legte das Netzwerk seinen Schwerpunkt vor allem auf mehrstündige Angebote für Schulklassen oder Kurse. Im Rahmen des Projektes „Mach´s GenaU!“ baut das Netzwerk seine Angebote in regelmäßigen Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag aus. Diese stehen interessierten Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis 16 Jahren offen. Um neue Zielgruppen zu erreichen, wird das Netzwerk verstärkt mit Mädchen und Schulen aus sozioökonomisch schwächeren Gebieten in Berlin und Brandenburg zusammenarbeiten.

Drei Angebote an sieben Standorten
Das MINT-Cluster „Mach‘s GenaU!“ wird zunächst drei verschiedene Arbeitsgemeinschaften an insgesamt sieben Standorten anbieten:
Die AG „GenaU-App“ des dEIN Labor an der Technischen Universität Berlin baut mit einem partizipativen Ansatz Berührungsängste in dem Zukunftsbereich der Informatik ab.

Die AG „NATürlich“ richtet sich ausschließlich an Mädchen und soll sie in ihrer Berufsorientierung unterstützen. Die Mädchen lernen in dem Angebot, das abwechselnd im NatLab der Freien Universität Berlin, im Gläsernen Labor auf dem Campus Berlin-Buch und im Mikroskopierzentrum des Museums für Naturkunde Berlin stattfindet, verschiedene Ausbildungsberufe und Studienmöglichkeiten kennen.

Der „Science-Club“ besteht aus drei festen AGs an verschiedenen Standorten, die im Austausch miteinander stehen. An diesem Angebot beteiligen sich das Schülerlabor Blick in die Materie am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, das UniLab Adlershof an der Humboldt-Universität zu Berlin und das Wettermuseum e. V. in Tauche in Brandenburg.

MINT-Cluster in Deutschland – Förderung für die 22 besten Angebote
MINT-Bildungscluster sind regionale Verbünde mit naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt, die Freizeitangebote im MINT-Bereich für Kinder und Jugendliche leichter zugänglich machen. Das BMBF wählt die besten regionalen Cluster aus und unterstützt diese finanziell. Die Cluster sind eine zentrale Maßnahme des MINT-Aktionsplans des BMBF zur Stärkung der MINT-Bildung und Fachkräftesicherung.
Weitere Infos: https://www.bildung-forschung.digital/de/mint-cluster-fuer-jugendliche-starten-3526.html

Das Schülerlabor-Netzwerk GenaU
Das Netzwerk GenaU mit Sitz an der Freien Universität Berlin verbindet 16 Schülerlabore und acht Partner aus Berlin und Brandenburg. Es wurde 2006 gegründet mit dem Ziel, mehr junge Menschen von Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Die Schülerlabore im Netzwerk sind an wissenschaftliche Einrichtungen angebunden. Hier können Schulklassen oder Oberstufenkurse eigenständig experimentieren und einen Einblick in wissenschaftliche Berufsfelder gewinnen. GenaU wird vom Berliner Senat für Bildung, Jugend und Familie gefördert.

Weitere Informationen:
Silke Vorst
Koordinatorin Schülerlabor-Netzwerk GenaU
Fabeckstraße 34/36
14195 Berlin
Tel.: 030 838 54297
E-Mail: vorst@genau-bb.de 
genau-bb,de

Zu den Mitgliedern des Netzwerks zählen:
Blick in die Materie, Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
Dein Labor, Technische Universität Berlin
DLR_School_Lab Berlin, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
GFZ-Schülerlabor, Deutsches GeoForschungsZentrum
Gläsernes Labor, Campus Berlin-Buch
mathExperience, DFG-Forschungszentrum Matheon und 3D-Labor
MicroLab, Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik und Lise-Meitner-Schule Berlin
Mikroskopierzentrum, Museum für Naturkunde Berlin
NatLab und PhysLab der Freien Universität Berlin
NaWiTex, Technische Hochschule Wildau
physik.begreifen, Deutsches Elektronen-Synchrotron, DESY
Science on Tour und Unex, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg Unilab Adlershof, Humboldt-Universität zu Berlin
Wettermuseum e. V. Lindenberg Tauche

Die Partner des Netzwerks sind:
Energiezentrum Pankow, Robert-Havemann-Gymnasium
Extavium, Das wissenschaftliche Mitmachmuseum Potsdam
Helleum, Kinderforscherzentrum in Berlin-Hellersdorf
Orbitall FEZ, Berlin-Wuhlheide
OSZ Lise Meitner Berlin
Schülerlabor Geisteswissenschaften, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Science Center Spectrum, Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin
Solar Explorer, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Quelle: Pressemitteilung GenaU

produzieren / 05.01.2021
Single Mouse Trials: mimicking clinical phase II trials in PDX models with manageable costs and efforts

The long and successful collaboration of EPO with the Charité University Hospital in Berlin recently led to the following publication:

Combination of copanlisib with cetuximab improves tumor response in cetuximab-resistant patient-derived xenografts of head and neck cancer

The article has been published in the peer-reviewed journal Oncotarget (Oncotarget, 2020, Vol. 11, (No. 41), pp: 3688-3697).

Background

Head and neck squamous cell carcinoma (HNSCC) represents the 6th most common type of cancer and despite recent advances remains an area of high unmet medical need. Around 66% of HNSCCs harbor genomic alterations in one of the major components of the phosphoinositide 3-kinase (PI3K) signaling pathway, making PI3K an attractive target.

EPO´s contribution

EPO has established a thoroughly characterized panel of more than 70 HNSCC patient-derived xenograft (PDX) models (HPV +/-). To explore the activity of the PI3K inhibitor copanlisib in monotherapy and in combination with the EGFR inhibitor cetuximab, 33 PDX models were selected out of this panel for a mouse clinical trial together with Bayer AG.

How YOUR projects could benefit from it

We successfully applied the one mouse, one tumor, one treatment trial design on our HNSCC PDX panel to establish a sound preclinical rational for the evaluation of copanlisib in combination with cetuximab in a clinical setting. This demonstrates that a large number of heterogeneous tumors can be evaluated and a clinical phase II trial can be mimicked in PDX models with manageable costs and efforts.

Mouse clinical trials in oncology drug development

Around 85% of preclinical agents entering oncology clinical trials fail to demonstrate sufficient safety or efficacy to gain regulatory approval. This high failure rate highlights the continued limitations of the predictive value of existing preclinical models and clearly shows an urgent need for experimental systems that better replicate the diversity of human tumor biology in a preclinical setting. While PDX models faithfully recapitulate human tumor biology and predict patient drug response, studies with small numbers of models have limited value in predicting potential clinical-trial response at the population level. Mouse clinical trials (MCTs) are population-based efficacy studies mimicking human trials. For these, the single mouse study design is a feasible and very cost-effective approach to reliably screen a large numbers of models with diverse genetic characteristics.

Important considerations for your study

Similar to clinical trials, rational design of MCTs requires statistical power calculation and sample size determination, thus the number of mouse models as well as the number of mice per model needs to be carefully considered. In general, the study design depends on factors such as the study aims, the efficacy of the applied drugs and the available resources. For example, when there is only a limited number of suitable PDXs, e.g., PDXs carrying a particular mutation or PDXs of a specific subtype, the number of mice per PDX could be increased to boost statistical power. Our scientific and bioinformatics team will actively support you to tailor a study design specifically for your needs based on detailed statistical and bioinformatics analyses.

Possible applications

There is a broad variety of possible applications for single mouse trials. These include exploration of new drug combinations as demonstrated by our new publication, comprehensive analysis of one tumor entity, identification of biomarkers for predicting treatment responses, screening of a large number of compounds in diverse tumor populations and many more. Please reach out to learn more!

Source: EPO Gmbh Newsletter December 2020: Single Mouse Trials

epo-berlin.com

forschen, produzieren, leben, heilen, bilden / 05.01.2021
Schätze des Campus

Jean Ipoustéguy: L‘HOMME von 1963 (Foto: David Ausserhofer/CBB)
Jean Ipoustéguy: L‘HOMME von 1963 (Foto: David Ausserhofer/CBB)

Kunstwerke, Wissenschaftsgeschichte und Botanik sollen stärker ins Blickfeld rücken

Elly Welt beschreibt in ihrem Buch über die genetische Forschung im Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Buch ein „riesiges, wunderschönes Freigelände“ mit endlosen Rasenflächen, unzähligen Bäume und Beeten voller Tulpen und Narzissen. Auch heute noch ist der Wissenschafts- und Biotechcampus ein großer Park mit Wiesen, hochgewachsenen Bäumen und waldartigen Bereichen. Seltene Bäume wie Hemlocktanne, Christusdorn oder der Japanische Schnurbaum zeugen davon, dass sich auf dem Gelände etliche Jahre auch eine Baumschule befand.

Ort der Kreativität

Kunst und Wissenschaft teilen den schöpferischen Prozess, Kunst kann Wissenschaft inspirieren – und umgekehrt. Diese Verknüpfung spielte immer eine Rolle bei der Gestaltung des Campus. Dank finanzieller Zuwendungen, Leihgaben und Schenkungen verfügt der Campus über zahlreiche Skulpturen und einen japanischen Garten mit Steinlaterne. Zur Sammlung gehören auch Gemälde und Installationen, darunter Werke von Jeanne Mammen, die zuletzt in ihrer großen Retrospektive in der Berlinischen Galerie gezeigt wurden. Mit neuen Gebäuden für die Wissenschaft wächst der Bestand an Kunst am Bau: Im MRT-Forschungsgebäude hat der Künstler Robert Patz einen groß dimensionierten Wissenschafts-Comic auf die Wände der Flure gebracht. Rätselhaft präsentiert sich die Installation „Treated Wood“ im Südosten des Campus. Die „Chiralität“ von Ulrike Mohr und das Kunst-Nest von Fritz Balthaus gehören zu den jüngsten Erwerbungen in Buch, am MDC-Standort Mitte ist es die Lichtinstallation „Splash“ von Barbara Trautmann.

Wissenschaftsgeschichte

An prominente, mit dem Campus verbundene Persönlichkeiten der Wissenschaft wird unter anderem in Form von Porträtbüsten erinnert. Darunter sind Büsten von Cécile und Oskar Vogt, Max Delbrück und Hermann von Helmholtz. Im Wissenschaftsmuseum des Campus lassen sich historische Laborausstattungen und Geräte sowie der Arbeitsplatz des bekannten Genetikers Alexej Timofeeff -Ressovsky besichtigen. Der Neurowissenschaftler Prof. Helmut Kettenmann stellte seine umfangreiche Sammlung historischer Mikroskope für eine medizinhistorische Dauerausstellung zur Verfügung, die über die Anfänge der Mikroskopie bis hin zu modernen Methoden, die am Max-Delbrück-Centrum angewendet werden, informiert.

Lebendige Vermittlung

Kunst und Wissenschaftsgeschichte sollen künftig für Besucher*innen, Gäste des Campus und auch für die Beschäftigten besser erschlossen werden. Geplant ist eine Campus-App, die eine neue, barrierefreie Beschilderung von Objekten mit digitalen, vertiefenden Inhalten verknüpft. So sollen zum Beispiel Künstler*innen die Intention und die Entstehungsgeschichte ihrer Kunstwerke in Videoclips vorstellen. Durch Beschilderung und digitale Erschließung soll auch Wissenswertes über die schützenswerte Artenvielfalt und die Biotope des Campus vermittelt werden. Beispielsweise ist geplant, Lehrpfade für Gehölze, Flechten und Pilze anzulegen und die Wildblumenwiesen zu beschildern. Letztere verdanken sich einer Kooperation mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und ermöglichen dem Gläsernen Labor, ein Insekten-Monitoring in die Bildungsarbeit zu integrieren. Mit der Campus-App soll es auch eine Tour zur Wissenschaftsgeschichte geben, die virtuell durch Videoclips zu jeder Büste und Gedenktafel unterstützt wird. Das Wissenschaftsmuseum wird um einen Raum erweitert, der eine umfangreiche Sammlung von Mikroskopen von Berliner Herstellern präsentiert. Zudem soll ein virtuelles Museum die Geschichte und heutige Nutzung der Mikroskopie erzählen. In Zukunft wird Interessierten deutlich mehr Information über diese Besonderheiten des Campus geboten – sei es bei einer individuellen Erkundung oder bei einer geführten Thementour.

www.campusberlinbuch.de

heilen / 03.01.2021
Neujahrsbaby: Theodor Jonas ist das erste Baby 2021 im Bucher Klinikum

Das Geburtenzentrum im Helios Klinikum Berlin-Buch sagt dem ersten Neujahrsbaby Theodor Jonas ein herzliches Willkommen. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Klinikum Berlin-Buch)
Das Geburtenzentrum im Helios Klinikum Berlin-Buch sagt dem ersten Neujahrsbaby Theodor Jonas ein herzliches Willkommen. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Klinikum Berlin-Buch)

Was für ein perfekter Zeitpunkt: Am 01.01.2021 um genau 0:11 Uhr erblickte der kleine Theodor Jonas im Helios Klinikum Berlin-Buch das Licht der Welt. Mit 3.890 Gramm und 54 Zentimetern erfreut sich das erste Baby, das im Bucher Geburtenzentrum am Neujahrstag zur Welt kommt, bester Gesundheit.

Genau 11 Minuten war das neue Jahr alt, als Theodor Jonas das Licht der Welt erblickte. Somit ist er das erste Baby, das am Neujahrstag 2021 im Helios Klinikum Berlin-Buch geboren wurde. „Wir heißen unser erstes Neujahrsbaby herzlich willkommen“, sagt Susanne Czihak, die betreuende Hebamme vom Team des Geburtenzentrums. Für Mama Lydia Rudolf und Papa Dan ist es das zweite Kind. Papa Dan war bei der Geburt dabei. Beide sind sehr stolz auf ihren kleinen Theodor Jonas mit seinen 3.890 Gramm und 54 Zentimetern.

Am Silvesterabend gab es im Familienkreis noch ein kleines Tischfeuerwerk für Leoni Marie, die mit ihren 2 Jahren und 10 Monaten nun eine große Schwester ist. Kurz darauf setzten die ersten Wehen ein. Um 23.30 Uhr waren die werdenden Eltern dann in Berlin-Buch im Kreißsaal. Baby Theodor Jonas hatte es ganz schön eilig. „Hebamme Susanne ist sehr erfahren und hat viel Ruhe auf mich übertragen. Es war eine wunderschöne Geburt“, berichtet sehr zufrieden die nun zweifache Mama Lydia und sagt weiter: „Einen besseren Start ins neue Jahr hätte ich mir gar nicht vorstellen können.“ Sie freut sich gemeinsam mit ihrer kleinen Familie auf das Zuhause in Französisch-Buchholz (Berlin-Pankow).

Das Helios Klinikum Berlin-Buch hat eins der größten und modernsten Geburtenzentren Deutschlands. Monatlich kommen hier mehr als 250 Babys zur Welt. „Unsere hohen Geburtenzahlen am Bucher Standort in den vergangenen Jahren belegen den guten Ruf unseres Geburtenzentrums in der Region“, betont Oberärztin Heike Renner-Lützkendorf.

Gut zu wissen: Um werdende Eltern bestmöglich über das umfangreiche, individuelle Angebot, aktuelle Maßnahmen und Regelungen in der Geburtshilfe zu informieren, bieten die Hebammen regelmäßig Kreißsaal-Live-Chats als zusätzliche Informationsquelle an. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat um 17:30 Uhr sind sie live auf Facebook und Instagram.

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch/geburtshilfe

heilen / 30.12.2020
Gute Nachricht zum Jahresende: Start der ersten Schutzimpfungen im Bucher Klinikum

Start der Corona-Schutzimpfungen im Helios Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/Helios Klinikum Berlin-Buch)
Start der Corona-Schutzimpfungen im Helios Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/Helios Klinikum Berlin-Buch)

Die ersten Dosen des Corona-Impfstoffes des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sind über das senatseigene Verteilzentrum heute Vormittag im Helios Klinikum Berlin-Buch eingetroffen. Der Impfstoff wurde durch geschultes Fachpersonal der Krankenhausapotheke vor Ort aufbereitet und eigenes medizinisches Fachpersonal verimpft.

Heute war der langersehnte Start der Corona-Schutzimpfungen im Helios Klinikum Berlin-Buch. Eine Thermobox mit den Impfdosen ist mit hohen Sicherheitsstandards über das senatseigene Verteilzentrum vormittags ins Helios Klinikum Berlin-Buch geliefert worden. Somit konnten wenig später 192 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die erste von zwei zur Immunisierung notwendigen Impfungen erhalten. Die Impfung erfolgte durch eigenes medizinisches Fachpersonal.

Prof. Dr. med. Henning T. Baberg ließ es sich als Ärztlicher Direktor im Bucher Klinikum nicht nehmen, Susanne Richter, pflegerische Abteilungsleitung im Notfallzentrum, als erste im Haus selbst zu impfen.

Aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit ist nach Maßgabe der durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erlassenen Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) sowie der Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) eine Priorisierung bestimmter Personengruppen bei der Impfung vorgesehen, die auch das Helios Klinikum Berlin-Buch beachtet. Prof. Dr. Henning. T. Baberg sagt: „Über diesen ersten Impftag bei uns im Hause habe ich mich sehr gefreut. Wir orientieren uns bei der Reihenfolge der Impfungen an die jeweils geltenden Verordnungen. Die ersten Impfkandidaten waren heute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Teams des Notfallzentrums und der Intensivstation.“ 

Im neuen Jahr werden über den Berliner Senat weitere Impfdosen erwartet. Dann geht es vorwärts mit den Schutzimpfungen für Pflegeteams und medizinisches Personal. Eine große Bereitschaft, dabei zu sein, ist beim Team im Helios Klinikum Berlin-Buch jetzt schon spürbar.

www.helios-gesundheit.de

heilen / 30.12.2020
Unser Weihnachtsbaby heißt Marten

Weihnachtsbaby Marten im Arm seiner Mama Carola Kopistecki. Auf der Wöchnerinnenstation im Helios Klinikum Berlin-Buch steht ihnen Sabrina Ludwig, Gesundheits- und Krankenpflegerin, zur Seite. (Foto: Helios/Thomas Oberländer)
Weihnachtsbaby Marten im Arm seiner Mama Carola Kopistecki. Auf der Wöchnerinnenstation im Helios Klinikum Berlin-Buch steht ihnen Sabrina Ludwig, Gesundheits- und Krankenpflegerin, zur Seite. (Foto: Helios/Thomas Oberländer)

Am 24. Dezember um 6:17 Uhr erblickte der kleine Marten im Helios Klinikum Berlin-Buch das Licht der Welt. Mit 4.200 Gramm und 55 Zentimetern erfreut sich das Weihnachtsbaby bester Gesundheit. Voller Stolz sind Mama Carola Kopistecki und Papa Nikola über ihr erstes Kind.

„Unser Geburtenzentrum heißt den kleinen Jungen herzlich willkommen“, sagt Ute Folgert, die betreuende Hebamme aus dem Geburtenzentrum im Helios Klinikum Berlin-Buch.

„Um die werdenden Eltern bestmöglich über die Geburtsmöglichkeiten in unserem Klinikum und über aktuelle Maßnahmen und Regeln in unserer Geburtshilfe zu informieren, bieten wir regelmäßig Kreißsaal Live-Chats an. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat um 17:30 Uhr sind wir live auf Facebook und Instagram. Es ist einfach toll zu sehen, dass wir mit diesem Online-Format ein Gefühl der Zuversicht weitergeben und Fragen beantworten können“, berichtet Yvonne Schildai, leitende Hebamme im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Das Helios Klinikum Berlin-Buch gehört zu den größten und modernsten Geburtenzentren Deutschlands. Im Schnitt werden hier 250 Babys pro Monat geboren. Schon über 3.000 Geburten gab es 2020 im Helios Klinikum Berlin-Buch – einem der größten Geburtenzentren Berlins. Die hohen Geburtenzahlen am Bucher Standort zeigen, welchen guten Ruf das Team vom Geburtenzentrum in der Region besitzt.

Das bestätigt auch Carola Kopistecki und sagt: „Freunde und Kolleginnen haben mir nur Gutes über das Geburtenzentrum hier in Berlin-Buch berichtet. Deshalb war für mich klar, dass unser Kind hier zur Welt kommt.“ Auch sie selbst hat die Livechats auf Instagram verfolgt. „Eine zusätzliche Frage hatte ich nicht, denn es wird alles rund ums Thema Geburt bei Helios prima dargestellt. Es lohnt sich auch, ältere Livechats anzuschauen.“ Nun freut sie sich gemeinsam mit ihrem Mann auf das Zuhause in Hohen-Neuendorf, wo schon alles für den kleinen Marten und das Weihnachtsfest vorbereitet ist.

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch/

forschen, heilen / 30.12.2020
Integration des BIH in die Charité und Privilegierte Partnerschaft mit dem MDC

kleyer.koblitz.letzel.freivogel.architekten. Gesellschaft von Architekten mbH. Berlin
kleyer.koblitz.letzel.freivogel.architekten. Gesellschaft von Architekten mbH. Berlin

Gemeinsame PRESSEMITTEILUNG von Berlin Institute of Health (BIH) und Charité – Universitätsmedizin Berlin

Zum 1. Januar 2021 wird das Berlin Institute of Health (BIH) zum Translationsforschungsbereich der Charité – Universitätsmedizin Berlin und bildet neben Klinikum und Medizinischer Fakultät deren dritte Säule. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wird Privilegierter Partner des BIH. Damit vollziehen die drei Einrichtungen den letzten Schritt in der Umsetzung der Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Land Berlin, die die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator von Berlin Michael Müller bereits im Juli 2019 unterzeichnet hatten. Der Bund engagiert sich über diese wissenschaftspolitisch neuartige Initiative erstmals strukturell in einer Einrichtung der Universitätsmedizin und erhält einen Sitz im Aufsichtsrat der Charité.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek erklärt: „Zum Jahreswechsel wird die Integration des BIH in die Charité nun endlich Wirklichkeit. Wir setzen große Hoffnung auf diese neue Struktur, die Forschung und Klinik eng miteinander verzahnt. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement bei der Umsetzung während der vergangenen Monate. Wir sind alle sehr gespannt auf die Forschungsaktivitäten. Ich wünsche dem BIH mit der Charité und dem Max-Delbrück-Centrum viel Erfolg für die gemeinsame Zusammenarbeit. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Bündnis national und international eine Strahlkraft für die translationale biomedizinische Forschung entwickeln wird.“

Der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator von Berlin Michael Müller sagt: „Die Integration des BIH in die Charité ist ein großer Gewinn für die medizinische Forschung, für den Gesundheitsstandort Berlin, und vor allem für die Patientinnen und Patienten in ganz Deutschland. Der Weg dahin war nicht immer einfach, aber das Ziel immer richtig. Deswegen möchte ich allen herzlich danken, die diesen Prozess in den vergangenen Monaten zum erfolgreichen Abschluss gebracht haben. Dass der Bund sich so stark in einer Landeseinrichtung dauerhaft engagiert und wir gemeinsam an einem Strang ziehen, ist keine Selbstverständlichkeit und ein Vertrauensbeweis für die herausragende Arbeit, die an der Charité, dem BIH und MDC geleistet wird.“

Professor Christopher Baum wird das BIH zukünftig als Vorstand des Translationsforschungsbereichs im Vorstand der Charité vertreten. Er begrüßt die Integration, denn er ist davon überzeugt, dass die translationale Medizin vom engen Austausch zwischen Krankenversorgung und Forschung lebt. „Wir gehören zusammen und bewahren zugleich unsere besondere Identität und Bestimmung. Gemeinsam handeln wir für die Patientinnen und Patienten, die neue medizinische Ansätze dringend benötigen. Beide Perspektiven, die der aktuellen Versorgungsrealität und die der Medizin der Zukunft, stimulieren unsere wissenschaftliche Arbeiten.“

Professor Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité, heißt das BIH als dritte Säule für translationale Forschung in der Charité willkommen: „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit dem BIH die Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Anwendung bei unseren Patientinnen und Patienten weiter voranzubringen und die nun möglichen Synergien zwischen Charité und BIH gewinnbringend zu nutzen. Aber nicht nur für uns ist die Integration von großer Bedeutung. Vielmehr kann diese als Blaupause für die zukünftige Kooperation von Bund und Ländern in der Forschungsförderung dienen. Ein besonderer Dank gilt Axel Pries, der dieses Projekt in den vergangenen Jahren maßgeblich und mit viel Engagement vorangebracht hat.“

Professor Axel Radlach Pries, Dekan der Charité, hatte das Amt des Vorstandsvorsitzenden des BIH bis Anfang Oktober 2020 zwei Jahre lang kommissarisch inne. Er blickt mit Freude auf die zurückliegende Zeit und mit vielen Erwartungen auf die kommende Phase: „Die Integration des BIH in die Charité mit der Privilegierten Partnerschaft des MDC hat umfangreiche Abstimmungen zwischen unseren Einrichtungen erfordert. Jetzt kann die Umsetzung der Verwaltungsvereinbarung wie geplant vollzogen werden. Parallel hat das BIH neue Strukturen aufgebaut, sich wissenschaftlich sehr dynamisch entwickelt und erfolgreich herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Berlin geholt. Ich habe deshalb keinen Zweifel am zukünftigen Erfolg des BIH als dritter Säule der Charité.“

Die zweite Gründungsinstitution des BIH, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), wird ab 2021 Privilegierter Partner des BIH. Professor Thomas Sommer, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC (komm.), sagt: „Ich freue mich sehr auf die enge Zusammenarbeit. Das BIH als Brücke zwischen Grundlagenforschung und Klinik ist für uns der ideale Partner in Berlin. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen ihre Innovationskraft in der vaskulären Biomedizin, in der Einzelzellanalyse und bei den Technologieplattformen ein. MDC, BIH und Charité werden die Idee eines gemeinsamen Forschungsraumes für die Translation zum Wohl der Patientinnen und Patienten voranbringen. Unsere enge Verbindung bedeutet einen Schub für den Gesundheitsstandort Berlin.“

Aus Forschung wird Gesundheit

Das 2013 gegründete BIH hat die Mission, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in die Anwendung am Krankenbett zu übertragen und umgekehrt Beobachtungen aus dem Klinikalltag in Forschungsideen zu verwandeln. Dazu war die enge Zusammenarbeit zwischen BIH, Charité und MDC auch in der Vergangenheit schon unerlässlich. Beispielsweise betreiben Charité und BIH gemeinsam das Clinical Study Center (CSC), um die Qualität aller klinischen Studien maßgeblich zu verbessern, und haben zusammen mit anderen Partnern das BIH Charité Clinician Scientist Program aufgelegt, um eine neue Generation translational geschulter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszubilden. Auch der Technologietransfer BIH Innovations wird gemeinsam unterhalten. In der Corona-Pandemie haben BIH-Forscher*innen gemeinsam mit Wissenschaftler*innen und Ärzt*innen der Charité wertvolle Ergebnisse zum SARS-CoV-2-Virus und zur COVID-19-Erkrankung erzielt und hochrangig veröffentlicht.

„Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Charité und BIH sowie auch dem MDC ist nicht nur erprobt, sondern funktioniert auch exzellent“, sagt Prof. Kroemer. „Der erfolgreiche Antrag unserer drei Häuser für einen Standort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Berlin ist Ausdruck dessen. Jetzt geht es darum, die Rahmenbedingungen noch weiter zu optimieren, um beste Voraussetzungen für die translationale Forschung zu schaffen.“

Bundesweit die Translation fördern

Mit der Integration in die Charité verbindet der Bund den Auftrag an das BIH, auch bundesweit erfolgversprechende Translationsprojekte zu unterstützen. „Diesen Auftrag nehmen wir gerne an“, sagt Christopher Baum. „Hier sehe ich insbesondere unseren Beitrag bei den seltenen und komplexen Erkrankungen, für die wir die Möglichkeiten der Universitätsmedizin gezielt erweitern wollen.“ Außerdem will Baum die Translation zu einer exakten Wissenschaft weiterentwickeln, deren Erfolge quantitativ, reproduzierbar und objektiv messbar sind. „Das wird notwendig sein, um diejenigen Projekte zu identifizieren, die am vielversprechendsten sind, und die jeweils bestmöglichen nächsten Schritte einzuleiten.“ Das BIH Quest Center hat hier bereits entscheidende Vorarbeiten geleistet, um die Qualität der Biomedizinischen Forschung zu erhöhen.

Single Cells, Blutgefäße und Regenerative Medizin

Das BIH hat gemeinsam mit Charité und MDC drei Fokusbereiche ins Leben gerufen, in denen sich exzellente Forschungsansätze mit klinischer Expertise verbinden. Im Bereich Single Cell Technologien für die Personalisierte Medizin sollen innovative Einzelzelltechnologien für klinische Fragestellungen genutzt werden. Im Fokusbereich Translationale Vaskuläre Biomedizin geht es um die kleinsten Blutgefäße, deren Fehlfunktion für viele Volkskrankheiten verantwortlich ist. Mit der vollständigen Übernahme des BCRT, des BIH-Centrums für Regenerative Medizin, ab 2021 sowie der Kooperation mit dem Deutschen Stammzellnetzwerk GSCN wird das BIH insbesondere auf dem Gebiet der Stammzellforschung und der ATMPs, innovativer Medikamente und Medizinprodukte, forschen und erzielte Ergebnisse in die Anwendung überführen.

Mehrere Standorte für das BIH

Mit der Integration des BIH in die Charité wird sich die Anzahl der wissenschaftlichen Gruppen, die zum BIH gehören, von derzeit 43 auf 58 erhöhen, bis Ende 2021 sollen es 71 Gruppen werden. Die dann rund 400 Mitarbeiter*innen des BIH werden sich auf mehrere Standorte verteilen: Ab März sollen die Gruppen, die sich mit der Vaskulären Biomedizin beschäftigen, ins Käthe-Beutler-Haus in Berlin-Buch einziehen, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Privilegierten Partner MDC. Im dem nach einer jüdischen Kinderärztin und Forscherin benannten Gebäude arbeiten BIH- und MDC-Gruppen gemeinsam unter einem Dach. Im Ambulanz-, Translations- und Innovationszentrum ATIZ in Berlin-Mitte, das im Juli 2020 Richtfest feierte und Anfang 2022 fertig gestellt werden soll, werden die Gruppen zur Digitalen Medizin, etwa das BIH-Digital Health Center, und weitere Forschungsteams mit Expertinnen und Experten der Charité zusammenarbeiten und das gemeinsame Clinical Study Center untergebracht sein. Ebenfalls in Berlin-Mitte, im Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des MDC, ist der Fokusbereich Single Cells angesiedelt. Die wissenschaftlichen Gruppen in der Regenerativen Medizin werden vorrangig am Charité Campus Virchow-Klinikum in Berlin-Wedding in den Räumen des BCRT forschen. Der Digital Health Accelerator des BIH wird zu Beginn des Jahres 2021 neue Büros am Zirkus in Berlin-Mitte beziehen.

Hintergrundinformationen:

Ein Foto sowie eine Pressemitteilung zur Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung im Juli 2019 finden Sie hier: https://www.bihealth.org/de/aktuell/pressemitteilung-ein-neues-kapitel-fuer-das-berlin-institute-of-health

Informationen zum Käthe-Beutler-Haus in Berlin-Buch finden Sie hier:

https://www.bihealth.org/de/ueber-uns/campus-standorte/standortentwicklung/kaethe-beutler-haus

Informationen zu Käthe Beutler finden Sie hier:
https://www.mdc-berlin.de/de/news/press/kaethe-beutler-tu-etwas
Informationen zum ATIZ-Gebäude sowie einen Kurzfilm anlässlich des Richtfestes sehen Sie hier: https://www.bihealth.org/de/ueber-uns/campus-standorte/standortentwicklung/atiz
Über seine konkreten Pläne in Berlin äußert sich Christopher Baum im BIH-Podcast: https://www.bihealth.org/de/aktuelles/mediathek/bih-podcast/bih-podcast-folge-25
Über die Integration des BIH in die Charité äußert sich Christopher Baum ebenfalls im BIH-Podcast: https://www.bihealth.org/de/aktuelles/mediathek/bih-podcast/bih-podcast-folge-27
Die Webseite des BIH-Center für Regenerative Therapien finden Sie hier: https://www.bihealth.org/de/regeneration
Die Webseite des Deutschen Stammzellnetzwerks GSCN finden Sie hier: https://gscn.org/

Über das Berlin Institute of Health (BIH):

Die Mission des Berlin Institute of Health (BIH) ist die medizinische Translation: Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung werden in neue Ansätze zur personalisierten Vorhersage, Prävention, Diagnostik und Therapie übertragen, umgekehrt führen Beobachtungen im klinischen Alltag zu neuen Forschungsideen. Ziel ist es, einen relevanten medizinischen Nutzen für Patient*innen und Bürger*innen zu erreichen. Dazu etabliert das BIH ein umfassendes translationales Ökosystem, setzt auf ein organübergreifendes Verständnis von Gesundheit und Krankheit und fördert einen translationalen Kulturwandel in der biomedizinischen Forschung. Das BIH wurde 2013 gegründet und wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu zehn Prozent vom Land Berlin gefördert. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.
www.bihealth.org

Über die Charité – Universitätsmedizin Berlin
Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist mit rund 100 Kliniken und Instituten an 4 Campi sowie 3.001 Betten eine der größten Universitätskliniken Europas. Forschung, Lehre und Krankenversorgung sind hier eng miteinander vernetzt. Mit Charité-weit durchschnittlich rund 15.500 und konzernweit 18.700 Beschäftigten aus über 100 Nationen gehört die Berliner Universitätsmedizin zu den größten Arbeitgeberinnen der Hauptstadt. Dabei waren 4.553 der Beschäftigten im Pflegebereich und 4.454 im wissenschaftlichen und ärztlichen Bereich tätig. An der Charité wurden im vergangenen Jahr 154.261 voll- und teilstationäre Fälle sowie 700.819 ambulante Fälle behandelt. Im Jahr 2019 hat die Charité Gesamteinnahmen von rund 2,0 Milliarden Euro, inklusive Drittmitteleinnahmen und Investitionszuschüssen erzielt. Mit den 179,1 Millionen Euro eingeworbenen Drittmitteln erreichte die Charité einen erneuten Rekord. An der medizinischen Fakultät, die zu den größten in Deutschland gehört, werden mehr als 8.000 Studierende in Humanmedizin, Zahnmedizin sowie Gesundheitswissenschaften ausgebildet. Darüber hinaus gibt es 644 Ausbildungsplätze in 9 Gesundheitsberufen.
www.charite.de

www.bihealth.org

forschen / 21.12.2020
Die Achillesferse der Tumorstammzellen

Expandierende Krebsstammzellen (grün) in einem Darmtumor mit onkogen aktiviertem Wnt/beta-Catenin Signalweg (rot). (Bild: AG W. Birchmeier, MDC)
Expandierende Krebsstammzellen (grün) in einem Darmtumor mit onkogen aktiviertem Wnt/beta-Catenin Signalweg (rot). (Bild: AG W. Birchmeier, MDC)

Darmkrebsstammzellen haben einen wunden Punkt: das Enzym Mll1. Wird es blockiert, entstehen keine neuen Tumore im Körper. Dies hat nun ein MDC-Team um Walter Birchmeier in Nature Communications gezeigt.

Seitdem in Deutschland die Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung eingeführt wurde, sank die Zahl der jährlichen Krebsdiagnosen im fortgeschrittenen Stadium. Denn Krebsvorstufen können nun erkannt und im Rahmen der Untersuchung gleich entfernt werden. Die Sterblichkeit an Dickdarmkrebs ging dadurch zurück – bei Frauen um 26, bei Männern um 21 Prozent. Darmkrebs liegt dennoch auf Platz 4 der häufigsten Krebstodesursachen der westlichen Welt. Gleich hinter Lungen-, Prostata- und Brustkrebs. Das liegt daran, dass die langsam wachsenden Tumore sich erst im Spätstadium bemerkbar machen und deshalb häufig noch zu spät diagnostiziert werden. Die Überlebensrate bei fortgeschrittenem Darmkrebs liegt bei nur fünf Prozent.

„Die Therapiechancen sind sehr gering – auch weil selbst nach erfolgreicher Chemotherapie der Krebs wiederkommt“, sagt Johanna Grinat, Erstautorin der Studie und Doktorandin aus der Arbeitsgruppe „Signalvermittlung in Entwicklung und Krebsentstehung“. „Dann ist er häufig aggressiver als der ursprüngliche Tumor, wofür die Tumorstammzellen verantwortlich gemacht werden. Und diese haben wir uns genauer angesehen.“

Molekularer Schalter in Tumorstammzellen gefunden

Die Forschenden um Professor Walter Birchmeier haben mit Mll1 ein Protein identifiziert, das in der Maus und in menschlichen Darmkrebszellen Stammzellgene reguliert. In Mäusen haben sie genetisch die Bildung von Darmtumoren ausgelöst. Fehlt den Mäusen jedoch das Gen für Mll1, lassen sich keine Tumore induzieren. Und das scheint auch beim Menschen so zu sein: Humane Darmkrebszellkulturen, die das Team mit Tumorstammzellen angereichert hat, verloren einige Stammzelleigenschaften und verhielten sich weniger aggressiv, wenn Mll1 blockiert wurde. Zusammen mit Professor Eduard Batlle und Bioinformatikern am IRB in Barcelona zeigte die MDC-Gruppe anhand klinischer Daten, dass Darmkrebspatient*innen, deren Tumore eine große Menge des Proteins aufweisen eine schlechtere Prognose haben, als Patient*innen mit Tumoren und wenig Mll1.

Mll1 ist ein Enzym, das an der DNA sitzt und die Expression bestimmter Gene kontrolliert, epigenetisch, wie die Forschenden sagen. „Dies tut es insbesondere in den Tumor-Stammzellen, in denen der Wnt-Signalweg stark aktiviert ist. Was bedeutet, dass wir durch seine Deaktivierung spezifisch Tumorstammzellen behandeln können“, erklärt Grinat.

Der Wnt-Signalweg reguliert die Selbsterneuerung und Zellteilung von Stammzellen. Treten Mutationen auf, die zu einer aktiveren Wnt-Signalkaskade führen, werden die betroffenen Stammzellen widerstandsfähiger als gesunde Stammzellen. Sie vermehren sich unkontrolliert und bilden Tumore. Eine Chemotherapie bremst zwar ihre Zellteilung, kann aber auch den Selektionsdruck auf Tumorstammzellen erhöhen: „Sie werden therapieresistent und bilden erneut Tumore, die nun aufgrund der Mutation stärker wachsen und deshalb so aggressiv sind“, sagt Dr. Julian Heuberger. Die Regulationsmechanismen speziell von Tumorstammzellen zu verstehen, sei deshalb so wichtig. Der Postdoktorand ist ebenfalls Erstautor sowie Leiter der Studie und arbeitet jetzt an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt für Hepatologie und Gastroenterologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin. „Mit Mll1 haben wir einen molekularen Schalter gefunden, der insbesondere die Selbsterneuerung und Teilung von Tumorstammzellen der Darmkarzinome kontrolliert.“

Hoffnung auf effektivere Therapien

Der genetische Knockout eines Gens wie bei der Maus ist im Menschen nicht möglich. In Mäusen kann man die Bildung von Tumorstammzellen über die Zeit verfolgen und es stehen immer genügend Stammzellen für Experimente zur Verfügung. Aber man könnte MII1 mit einem chemischen Medikament blockieren. Für Forschungszwecke wurden bereits entsprechende kleine Moleküle entwickelt, zum Beispiel die Inhibitoren MI-2 und MM-401. Sie binden an essentielle Partnermoleküle von Mll1 und inaktivieren dadurch seine Funktion. „Auf Grundlage der Wirkweise dieser Moleküle wird es möglich sein, diese und klinisch noch wirksamere Mll1-Inhibitoren zu entwickeln und zu testen“, sagt Birchmeier, der Letztautor der Studie ist.

Gesunde Stammzellen im Darm werden dabei offenbar nicht blockiert. „Wir konnten an einem anderen System, an Speicheldrüsenkrebszellen der Maus zeigen, dass Mll1 ausschließlich bei Tumor- und nicht bei gesunden Stammzellen wirksam ist,“ sagt Birchmeier. Das mache auch Hoffnung für die Therapie weiterer Krebsarten. Denn auch Kopf-Hals-Tumoren hätten die gleiche Achillesferse, wie Tiermodelle zeigten. „Auf Basis unserer Studien an der Maus laufen an der Uni-Klinik Düsseldorf klinische Studien, um Mll1-Inhibitoren für die Therapie von Kopf-Hals-Tumoren zu bewerten.“

Sollten sie erfolgreich sein, könnten Patient*innen mit Darmkrebs zusätzlich zur Chemotherapie mit Mll1-Inhibitoren behandelt werden, also Therapien, die spezifisch Tumorstammzellen behindern. Dadurch steigen die Chancen auf eine erfolgreiche Therapie – selbst bei fortgeschrittenem Darmkrebs.

Weiterführende Informationen

Literatur

Johanna Grinat, Julian Heuberger, Walter Birchmeier et al. (2020): „The epigenetic regulator Mll1 is required for Wnt-driven intestinal tumorigenesis and cancer stemness“. Nature Communications, DOI: 10.1038/s41467-020-20222-z

www.mdc-berlin.de

forschen, produzieren, heilen, bilden / 21.12.2020
Campus Buch fördert „Jugend forscht“-Talente

Bundesweiter Wettbewerb 2021
Bundesweiter Wettbewerb 2021

Drei Einrichtungen des Campus Berlin-Buch unterstützen den 56. Regional-Wettbewerb „Jugend forscht“ erstmals als Paten

Gerade in so außergewöhnlichen Zeiten wie dieser Pandemie gilt es, junge Talente in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) mit Wettbewerben zu fördern. Der bundesweite Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ startet daher im Februar 2021 auf Regionalebene in digitaler Form.

Erstmals ist der Campus Buch einer der drei Standorte in Berlin. Als Paten richten den Wettbewerb aus: das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), die Campus Berlin-Buch GmbH und – assoziiert – das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von MDC und Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in Schule sowie Freizeit haben sich fast 9 000 Kinder und Jugendliche mit einer Projektidee angemeldet. Unter dem Motto „Lass Zukunft da“ werden sie 2021 ihre Forschungsarbeiten auf bundesweit über 120 Wettbewerben präsentieren.

Insgesamt 64 Projekte von Schülerinnen und Schülern zwischen 10 und 21 Jahren wurden dem Campus Buch zugewiesen. Aufgabe der Pateninstitutionen ist es, ein Programm für den Regionalwettbewerb auszurichten – von der Einführungsveranstaltung über die Gestaltung der Präsentationen und deren Bewertung durch die Jury bis hin zur Siegerehrung.

„Wir freuen uns, als Wissenschafts- und Biotech-Campus „Jugend forscht“ unterstützen zu können“, sagt Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der Campus Berlin-Buch GmbH. „Nachwuchsförderung in den naturwissenschaftlich-technischen Bereichen ist eine unserer wichtigen Aufgaben, die wir unter anderem mit dem Schülerlabor „Gläsernes Labor“ intensiv verfolgen.“

Über den Wettbewerb
„Jugend forscht“ ist der größte und bekannteste naturwissenschaftlich-technische Nachwuchswettbewerb Deutschlands. Er ist eine gemeinsame Initiative von Bundesregierung, der Zeitschrift „stern“, Wirtschaft, Wissenschaft und Schulen. Ziel ist es, besondere Leistungen und Begabungen von Jugendlichen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) zu fördern. In sieben Fachgebieten treten jährlich junge Forscherinnen und Forscher an. Ab Klasse 4 können talentierte Kinder in der Juniorensparte „Schüler experimentieren“ teilnehmen. Jugendliche ab 15 Jahren starten in der Sparte „Jugend forscht“. Veranstaltet wird der Wettbewerb von der Stiftung Jugend forscht e.V.
www.jugend-forscht.de

Über den Campus Berlin-Buch
Der Campus Berlin-Buch ist ein moderner Wissenschafts-, Gesundheits- und Biotechnologiepark. Alleinstellungsmerkmale sind der klare inhaltliche Fokus auf Biomedizin und das enge räumliche und inhaltliche Zusammenwirken von Forschungsinstituten, Kliniken und Biotechnologie-Unternehmen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erforschung molekularer Ursachen von Krebs,- Herzkreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen, eine interdisziplinär angelegte Grundlagenforschung zur Entwicklung neuer Therapien und Diagnoseverfahren, eine patientenorientierte Forschung und die unternehmerische Umsetzung biomedizinischer Erkenntnisse.

Dank exzellenter Wissenschaftseinrichtungen und Unternehmen im BiotechPark hat der Campus ein herausragendes Innovations- und Wachstumspotenzial. Dazu gehören als Einrichtungen der Grundlagenforschung das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), das gemeinsam von MDC und Charité – Universitätsmedizin Berlin betriebene und auf klinische Forschung spezialisierte Experimental and Clinical Research Center (ECRC) sowie das Berlin Institute of Health (BIH). Der BiotechPark Berlin-Buch gehört mit 61 Unternehmen, 800 Beschäftigten und rund 31.000 Quadratmetern Büro- und Laborfläche zu den führenden Technologieparks in Deutschland. Seit 1992 sind über 600 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln durch die EU, den Bund und das Land Berlin in den Campus Berlin-Buch investiert worden, um diese Synergien zu unterstützen.
www.campusberlinbuch.de

leben / 18.12.2020
Erfolgreiche Wunschbaumaktion 2020

Foto: Bezirksamt Pankow
Foto: Bezirksamt Pankow

Bezirksbürgermeister Sören Benn bedankt sich bei allen Beteiligten

Die Wunschbaumaktion im Rathaus Pankow war trotz der erschwerten Bedingungen ein voller Erfolg. Bezirksbürgermeister Sören Benn: "Ich möchte mich – auch im Namen meines Teams – bei allen Beteiligten für die überwältigende Teilnahme an unserer Wunschbaumaktion für die Björn-Schulz-Stiftung bedanken. An unserem Baum im Rathaus sammeln wir jedes Jahr Weihnachtswünsche von kranken Kindern und ihren Geschwistern.

In diesem Jahr haben wir den Wunschbaum mit 130 Sternen geschmückt, die innerhalb einer rekordverdächtig kurzen Zeit gepflückt wurden. Da nicht jeder einen Stern ergattern konnte, wurden Gutscheine im Wert von 500 Euro für Kinobesuche, zum Shoppen etc. zu uns gebracht, auf die die Björn-Schulz-Stiftung nun bei Bedarf immer zurückgreifen kann. Denn nicht nur an Weihnachten brauchen die kleinen und großen Patienten und deren Angehörigen ab und zu eine kleine Auszeit oder haben einen kleinen Wunsch, der mit dieser Hilfe nun leichter erfüllt werden kann.

Auf Grund der Corona-Pandemie musste die Stiftung in diesem Jahr auf einige Spenden verzichten, die sonst durch Unternehmen geleistet wurden. Dadurch entstand bei vielen Wünschen und Projekten eine Finanzierungslücke. Ich freue mich daher umso mehr, dass wir auch hier behilflich sein konnten.

Die Beschäftigten des Bezirksamtes Pankow haben in diesem Jahr keine oder nur wenig Sterne gepflückt und stattdessen einen Betrag von 1.270 Euro gesammelt. Zusammen mit der großzügigen Spende der Eltern und des Personals der Kita Sternenburg aus Wilhelmsruh in Höhe von 495 Euro kann die Stiftung hiermit nun Projekte wie die Klangschalentherapie oder die Survivor-Gruppe finanzieren. Das Angebot dieser Gruppe besteht in der Unterstützung, Nachsorge, Betreuung und Begleitung von jungen Menschen, die in Kindertagen eine lebensbedrohliche Erkrankung durchlitten haben und jetzt mit den physischen und psychischen Spätfolgen der Therapien umgehen lernen müssen. Neben den regelmäßigen Treffen mit unterschiedlichen Inhalten und Freizeitaktivitäten gehört eine jährliche mehrtägige Fahrt zum Programm. Bei allen Aktivitäten ist es ein Grundsatzgebot, dass immer auch der wichtige Raum für Gespräche untereinander bleibt! So besteht die Möglichkeit, über Erfahrungen und Ängste in Verbindung mit ihrer überstandenen Erkrankung zu sprechen, es ergeben sich neue Bewältigungsstrategien für die besondere Lebenssituation der jungen Leute.

Ein besonderer Dank geht natürlich auch wieder an die Dienstkräfte des Abschnitt 13 der Berliner Polizei. Sie haben eine unglaubliche Summe von 2.300 Euro gesammelt und können nun einer Therapiegruppe den Traum erfüllen, einen Kochabend mit einem Profikoch in einem Kochstudio erleben zu dürfen! Vielen Dank!

Ich danke allen für die großartige Unterstützung und wünsche Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Gern möchte ich diese Aktion auch im nächsten Jahr wieder starten und unterstützen und hoffe, Sie sind auch dabei."

heilen / 18.12.2020
Wir feiern die 3.000ste Geburt

Das Geburtenzentrum im Helios Klinikum Berlin-Buch heißt den kleinen Neuberliner herzlich willkommen. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)
Das Geburtenzentrum im Helios Klinikum Berlin-Buch heißt den kleinen Neuberliner herzlich willkommen. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Neuer Geburten-Rekord im Helios Klinikum Berlin-Buch

Schon über 3.000 Geburten in 2020 im Helios Klinikum Berlin-Buch – einem der größten Geburtenzentren Berlins. Der Trend der hohen Geburtenzahlen am Bucher Standort setzt sich auch in diesem Jahr fort und zeigt, welchen guten Ruf das Team vom Geburtenzentrum in der Region besitzt.

Der kleine Eric kam bei der 3.000sten Geburt dieses Jahres am 14. Dezember im Helios Klinikum Berlin-Buch um 9:33 Uhr zur Welt. Die bisherige Rekordzahl von über 3.000 Geburten aus dem Jahr 2017 konnte somit in diesem Jahr wieder erreicht werden -  sogar noch etwas früher im Monat.
Der kleine Junge maß bei der Geburt 50 Zentimeter und wog 3.030 Gramm. Mutter und Kind sind wohlauf. „Unser Geburtenzentrum heißt den kleinen Neuberliner herzlich willkommen und gratuliert der Mutter zur Geburt ihres ersten Kindes“, sagt Dr. Gian Christoph Hackenberg, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe.

„Ich freue mich sehr, dass Mutter und Kind wohlauf sind. Die Geburt war unkompliziert und sehr schön. Der Kleine kam zwar bei der 3.000sten Geburt zur Welt, war aber bereits das 3.102te Kind, das dieses Jahr bei uns im Klinikum geboren wurde“, berichtet die betreuende Hebamme Christin Knape.

„Um die werdenden Eltern bestmöglich über die Geburtsmöglichkeiten in unserem Klinikum und über aktuelle Maßnahmen und Regeln in unserer Geburtshilfe zu informieren, bieten wir einen regelmäßig stattfindenden Kreißsaal Live-Chat an. Dieser findet jeden ersten und dritten Dienstag im Monat um 17:30 Uhr live auf Facebook und Instagram statt. Es ist einfach toll zu sehen, dass wir mittels dieses Formats ein Gefühl der Zuversicht an unsere Zuschauer weitergeben können“, betont Yvonne Schildai, leitende Hebamme im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Das Helios Klinikum Berlin-Buch gehört zu den größten und modernsten Geburtenzentren Deutschlands. Im Schnitt werden hier 250 Babys pro Monat geboren. Schon im vergangenen Jahr halfen die Hebammen und Ärzte im Helios Klinikum Berlin-Buch 3.189 Babys* auf die Welt.
Prof. Dr. med. Michael Untch, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Leiter des Perinatalzentrums Level 1, ergänzt: „Wir haben natürlich mehr Babys als Geburten in unserer Statistik, weil unser Perinatalzentrum unter anderem auf die Betreuung von Mehrlingsgeburten mit Zwillingen und Drillingen spezialisiert ist.“
Bis Jahresende werden so viele Babys wie noch nie im Bucher Geburtenzentrum das Licht der Welt erblickt haben.

*ACHTUNG: "Geburten" und "Babys" sind statistisch nicht gleichzusetzen - zum Beispiel zählen Zwillinge als eine Geburt, aber als zwei Babys.


Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Hauttumorzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 110.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien. Rund 21 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2019 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,2 Milliarden Euro.
In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 123 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sieben Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,6 Millionen Patienten behandelt, davon 4,4 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland fast 69.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 51 Kliniken, 71 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15,4 Millionen Patienten behandelt, davon 14,6 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 37.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von über drei Milliarden Euro.
Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.
 

www.helios-gesundheit.de

produzieren / 17.12.2020
Glycotope announces licensing agreement with ONK Therapeutics for humanized GlycoBody targeting TA-MUC1

GlycoBody to be integrated into ONK pre-clinical program ONKT103, for solid tumors.

Glycotope GmbH, an oncology/immuno-oncology platform company built on world-leading glycobiology expertise, today announces that is has signed an agreement to license a humanized, tumor-specific antibody (GlycoBody) targeting an aberrantly glycosylated tumor associated form of MUC1 (TA-MUC1) to ONK Therapeutics Ltd. (ONK), an innovative natural killer (NK) cell therapy company.

The GlycoBody will be integrated into ONKs pre-clinical program ONKT103, for solid tumors. ONK’s unique platform approach combines the expression of a chimeric antigen receptor (CAR) and a high affinity, membrane-bound TNF related apoptosis inducing ligand variant (TRAILv).

Multiple solid tumor types express the mucin MUC1, including non-small cell lung cancer, breast cancer and ovarian cancer. MUC1 is also expressed on healthy tissues and previous attempts to target this antigen have proved problematic. By utilizing Glycotope’s antibody, ONK can tailor its CAR to target the glycosylation pattern distinct to tumor associated MUC1 (TA-MUC1) with specific recognition of the carbohydrate antigens Tn and T on MUC1. The expression of these antigens is restricted to cancer cells and by targeting them ONK hopes to increase tumor-specificity and reduce the potential for on-target off-tumor toxicity.

Henner Kollenberg, Managing Director of Glycotope GmbH commented “This is an exciting development. Our technology platform has identified the glycosylation pattern that could enable ONK to unlock the potential of TA-MUC1 as a solid tumor target with their unique dual-targeted NK cell therapy approach. This represents further validation of our platform’s ability to enable the development of highly-specific immunotherapies across a broad range of cancer indications.”

Contact Information:
Glycotope GmbH
Henner Kollenberg
Managing Director Phone: +49 30 9489 2600
E-Mail: contact@glycotope.com

Media Contact:
Chris Gardner, Chris Welsh
Consilium Strategic Communications
Phone: +44 (0) 20 3709 5700
Email: glycotope@consilium-comms.com

About Glycotope

Glycotope is a biotechnology company utilizing a proprietary technology platform to develop highly tumor-specific monoclonal antibodies called GlycoBodies. GlycoBodies bind to targets (GlycoTargets) tumor-specific carbohydrate structure dependent, enabling the development of highly-specific immunotherapies across a broad range of cancer indications. Glycotope has to date discovered in excess of 150 GlycoTargets with GlycoBodies against eight of these targets currently under development.

Each GlycoBody can be developed in an array of modalities with different modes of action such as Antibody-drug conjugates, CAR/cell therapies or bispecifics, providing a unique offering in the (immuno) oncology space. Currently six clinical and pre-clinical programs based on the GlycoBody technology are under development by Glycotope or its licensing partners. Visit www.glycotope.com.

About ONK Therapeutics www.onktherapeutics.com

ONK Therapeutics Ltd is an innovative cell therapy company dedicated to developing the next generation of ‘off-the-shelf’, dual-targeted NK cell therapies targeting solid and hematological cancers.

Its core proprietary platform is based on a dual-targeted NK cell expressing both a chimeric antigen receptor (CAR) targeting a known tumor antigen and a TNF-related apoptosis-inducing ligand variant (TRAILv) targeting the death receptor pathway (i.e. DR4 or DR5). This unique approach has the potential to enhance efficacy by addressing both intrinsic (e.g. CAR engagement of a tumor-specific antigen) and extrinsic (e.g. signaling through the death receptor pathway) apoptotic pathways and to reduce the susceptibility to possible target antigen escape through the engagement of tumor antigen-independent TRAILv.

ONK Therapeutics is headquartered in the med-tech hub of Galway, Ireland, with a wholly-owned US subsidiary, ONK Therapeutics, Inc. based at JLabs @ San Diego. Shareholders include Acorn Bioventures, ALSHC (principally Seamus Mulligan), and Enterprise Ireland.

www.glycotope.com

bilden / 15.12.2020
Der Natur auf der Spur: Experimente mit DNA, Gummibärchen und spannenden Oberflächen

Experimentieren zur Langen Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch (Foto: Peter Himsel / Campus Berlin-Buch GmbH)
Experimentieren zur Langen Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch (Foto: Peter Himsel / Campus Berlin-Buch GmbH)

Wie kann man die Home-Schooling-Phase im Januar spannender machen? Die Naturwissenschaftlerinnen im Gläsernen Labor beantworten die Frage mit einem klaren „Experimentieren!“. An drei Tagen können sich Familien von Zuhause ins Schülerlabor schalten und auf Entdeckungsreise in Biologie und Physik gehen. Experimentiert wird eine Stunde lang unter Anleitung der Expertinnen des Gläsernen Labors, die Fragen live und im Chat beantworten. Die Vorbereitung zum Mitmachen am Küchentisch ist einfach: Die meisten Dinge und Materialien sind in jedem Haushalt zu finden.

6. Januar 2021, 14 Uhr
Wundersame Wasserexperimente

Hat Wasser eine Haut!? Wenn du dich schon immer mal gefragt hast, warum Wasserläufer nicht untergehen, bist du bei diesem Termin genau richtig. Finde heraus, was es sich mit der Wasserhaut auf sich hat.
Für Kinder ab 6 Jahren.

7. Januar 2021, 14 Uhr
Die Gummibärchenwippe
Die Hebelwirkung ist keine geheimnisvolle Kraft, sondern nur Physik. Teste es mit der Gummibärchenwippe aus. Lerne den Hebelschwerpunkt kennen und balanciere Gegenstände wie von Zauberhand.
Für Kinder ab 10 Jahren.

8. Januar 2021, 14 Uhr
Was ist eigentlich die Erbinformation
Was ist eigentlich die Erbinformation? Haben das alle Tiere und Pflanzen? Mach die Erbinformation zu Hause sichtbar.
Für Kinder ab 12 Jahren, unter der Aufsicht von Erwachsenen (Einsatz von Brennspiritus).

Teilnahmegebühr pro Familie: 12 €

Anmeldung:
Bis zum 03.01.2021 kann man sich online unter www.forscherferien-berlin.de anmelden. Nach Zahlung der Teilnehmergebühr werden die Zugangsdaten für Zoom versendet.

investieren / 14.12.2020
Alrise announces acquisition of its ImSus® drug delivery technology by Ferring International Center S.A.

The drug delivery specialist Alrise Biosystems GmbH has entered into an Asset Purchase and Exclusive License Agreement with Ferring International Center S.A. for the development and commercialisation of products manufactured with Alrise’s ImSus® platform technology.

Alrise and Ferring have been working together since 2017 on the development of an injectable, controlled-release formulation of a peptide therapeutic. Based on the successful partnership Ferring has now exercised its option to enter into a definite agreement to further leverage and get exclusive access to Alrise’s process knowhow and intellectual property rights. The parties have committed not to disclose the contractual terms and conditions as well as details of the on-going product development.

“We are pleased that we were able to continue and strengthen our successful collaboration with Ferring”, stated Dr. Heiko Seemann, Alrise’s Managing Director. “This agreement paves the way to making the first product utilising our ImSus® technology platform available to patients.”

“On this occasion we would like to express our special thanks to our investors IBB Ventures and Creathor Venture for their long-standing trust and support”, Dr. Volker Rindler, Alrise’s Managing Director, added. “Our thanks also go to our consultants from tytonis b.v. and Bay Pharma GmbH for their help in various business development matters.”

About Alrise
Alrise Biosystems GmbH is a drug delivery company located in the Biotech Park Berlin-Buch and is managed by Dr. Heiko Seemann und Dr. Volker Rindler. Through application of its ImSus® technology platform Alrise develops drug-loaded micro particle formulations, which are used for injectable, controlled-release depot products. The company has been financed primarily through venture capital investments from the VC companies Creathor Venture and IBB Ventures

Quelle: Press release of Alrise Biosystems GmbH

www.alrise.de

forschen / 11.12.2020
Das Geheimnis der Muskelzelle

Bei dieser einzelnen Muskelfaser kann man deutlich eine Vielzahl von Kernen erkennen.Die Forscher*innen haben DAPI zur Färbung benutzt, es färbt die DNA im Zellkern blau (Foto: AG C. Birchmeier)
Bei dieser einzelnen Muskelfaser kann man deutlich eine Vielzahl von Kernen erkennen.Die Forscher*innen haben DAPI zur Färbung benutzt, es färbt die DNA im Zellkern blau (Foto: AG C. Birchmeier)

Eine Muskelfaser besteht aus nur einer Zelle, hat aber ganz viele Kerne. Wie sehr sich diese voneinander unterscheiden, hat ein MDC-Team um Professorin Carmen Birchmeier gezeigt. Die Studie in „Nature Communications“ kann unter anderem helfen, Muskelerkrankungen wie die Duchenne-Dystrophie besser zu verstehen.

Gewöhnlich besitzt jede Zelle genau einen Kern. Nicht so die Muskelzellen unserer Skelettmuskeln: In einem vergleichsweise riesigen Zytoplasma enthalten diese langen, faserigen Zellen Hunderte von Kernen. Inwieweit sich die Kerne einer einzelnen Muskelfaser hinsichtlich ihrer Genaktivität voneinander unterscheiden und welche Auswirkungen das auf die Funktion des Muskels hat, war bislang kaum bekannt.

Ein Team um Professorin Carmen Birchmeier, die Leiterin der Arbeitsgruppe „Entwicklungsbiologie / Signaltransduktion in Nerven und Muskelzellen“ am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat den Kernen der Muskelzelle jetzt einige ihrer Geheimnisse entlockt. Wie die Forscherinnen und Forscher im Fachblatt „Nature Communications“ berichten, haben sie die Genexpression dieser Zellkerne mit einem noch recht neuen Verfahren namens Einzelkern-RNA-Sequenzierung untersucht – und sind dabei auf eine unerwartet hohe Vielfalt genetischer Aktivität gestoßen.

Die Muskelfaser ähnelt einem ganzen Gewebe

„Eine einzelne Muskelzelle kann durch die Heterogenität ihrer Kerne fast wie ein Gewebe, das aus ganz unterschiedlichen Zelltypen besteht, agieren – und so ihren zahlreichen Aufgaben wie der Kommunikation mit Nervenzellen oder der Produktion von bestimmten Muskeleiweißen nachkommen“, erläutert einer der beiden Erstautoren der Studie, Dr. Minchul Kim, Postdoktorand in Birchmeiers Team. Kim hat die meisten experimentellen Arbeiten der Studie übernommen.

Ausgewertet wurden seine Daten ebenfalls am MDC: Die bioinformatischen Analysen haben Dr. Altuna Akalin, der Leiter der „Bioinformatics and Omics Data Science Platform“ am Berlin Institute of Medical Systems Biology (BIMSB) des MDC, und der zweite Erstautor der Studie, Dr. Vedran Franke, Postdoktorand in Akalins Team, vorgenommen. „Nur durch den permanenten Austausch zwischen den beiden experimentell und theoretisch arbeitenden Teams konnten wir zu unseren Ergebnissen und zu der auch für die Erforschung von Muskelkrankheiten wichtigen Studie kommen“, betont Birchmeier. „Neue Technologien in der Molekularbiologie wie die Einzelkern-Sequenzierung erzeugen große Datenmengen“, ergänzt Akalin. Es sei ganz zentral, bioinformatische Labore von Anfang an in den Forschungsprozess einzubeziehen. „Denn die Analyse der Daten ist genauso wichtig wie ihre Erhebung.“

Im verletzten Muskel sind Gene aktiv, die ihn wachsen lassen

Untersucht haben die Forscherinnen und Forscher zunächst die Genexpression von mehreren tausend Kernen aus gewöhnlichen Muskelfasern von Mäusen sowie von Kernen aus Muskelfasern, die sich nach einer Verletzung regenerierten. Dazu hat das Team die Kerne zunächst genetisch markiert und aus den Zellen isoliert. „Wir wollten herausfinden, ob sich die Genaktivität zwischen dem ruhenden und dem wachsenden Muskel unterscheidet“, sagt Birchmeier.

Tatsächlich fanden sie und ihr Team solche Unterschiede. Zum Beispiel konnten die Forscherinnen und Forscher beobachten, dass im sich regenerierenden Muskel erwartungsgemäß mehr Gene aktiv sind, die das Muskelwachstum anstoßen. „Was uns aber wirklich erstaunt hat, war die Tatsache, dass in beiden Sorten von Muskelfasern sehr viele unterschiedliche Typen von Kernen mit jeweils ganz eigenen Mustern der Genaktivität existieren“, sagt Birchmeier.

Das Team stieß auch auf bisher unbekannte Kerntypen

Schon vor der Studie war bekannt, dass in Kernen, die sich in der Nähe einer Nervenfaser und ihren Synapsen befinden, andere Gene aktiv sind als in den restlichen Kernen. „Wir haben nun jedoch viele neue Arten spezialisierter Kerne entdeckt, die alle ganz bestimmte Genexpressionsmuster aufweisen“, berichtet Kim. Einige dieser Kerne befinden sich gehäuft nahe zu anderen Zellen, die an die Muskelfaser angrenzen: zum Beispiel Zellen der Sehne oder des Perimysiums, einer Bindegewebshülle, die mehrere Muskelfasern in einem Bündel zusammenfasst.

 

„Andere spezialisierte Kerne steuern anscheinend den lokalen Metabolismus oder die Proteinsynthese und sind in der Muskelfaser verteilt“, sagt Kim. Was genau die in den Kernen aktiven Gene jeweils bewirken, ist allerdings noch nicht ganz klar. „Wir sind auf hunderte Gene gestoßen, die offenbar in bislang völlig unbekannten kleinen Gruppen von Kernen in der Muskelfaser angeschaltet werden“, berichtet Birchmeier.

Bei Muskelschwund gehen offenbar viele Kerntypen verloren 

In einem nächsten Schritt untersuchte das Team die Kerne aus Muskelfasern von Mäusen mit Duchenne-Dystrophie. Diese Erkrankung ist die häufigste Form des erblichen Muskelschwunds beim Menschen. Hervorgerufen wird sie durch eine Mutation auf dem X-Chromosom, weshalb vor allem Jungen von ihr betroffen sind. Den Patienten fehlt das Protein Dystrophin, das die Muskelfasern stabilisiert. Dadurch sterben die Zellen nach und nach ab.

„In den Muskelfasern unseres Mausmodells war ein Verlust vieler Zellkerntypen zu beobachten“, berichtet Birchmeier. Andere Typen waren nicht mehr in Clustern organisiert, wie es das Team zuvor gesehen hatte, sondern über die ganze Zelle verstreut. „Als ich das sah, konnte ich es zunächst gar nicht glauben“, erzählt die Forscherin. „Ich habe mein Team gebeten, die Einzelkern-Sequenzierungen sofort zu wiederholen, bevor wir diesen Befund weiter untersuchen.“ Doch die Ergebnisse blieben gleich.

Die Kerne der Mäuse ähneln denen menschlicher Patienten

„Darüber hinaus fanden wir krankheitsspezifische Subtypen von Zellkernen“, berichtet Birchmeier. Dabei handelt es sich zum einen um Kerne, die Gene nur noch in geringem Umfang ablesen und gerade absterben. In anderen Kernen sind jene Gene besonders aktiv, die beschädigte Muskelfasern reparieren. „Interessanterweise konnten wir solche vermehrten Genaktivitäten auch in Muskelbiopsien von Patienten mit Muskelerkrankungen beobachten, die uns die MDC-Arbeitsgruppe „Myologie“ von Professorin Simone Spuler zur Verfügung gestellt hat“, sagt Birchmeier. „Offenbar  versucht der Muskel, auf diese Weise den krankheitsbedingten Schäden entgegenzusteuern.“

„Mit unserer Studie präsentieren wir eine leistungsfähige Methode, um pathologische Mechanismen im Muskel zu untersuchen und den Erfolg neuer Therapieansätze zu überprüfen“, lautet das Fazit von Birchmeier. Da Funktionsstörungen des Muskels auch bei vielen anderen Krankheiten wie beispielsweise Diabetes sowie beim alters- und krebsbedingten Muskelschwund zu beobachten sind, lässt sich der Ansatz zudem dazu nutzen, auch derartige Veränderungen besser zu erforschen. „Weitere Studien mit anderen Krankheitsmodellen“, kündigt Kim an, „sind bei uns bereits in Planung.“

Weiterführende Informationen

Arbeitsgruppe von Carmen Birchmeier „Entwicklungsbiologie / Signaltransduktion in Nerven und Muskelzellen

Technologieplattform von Altuna Akalin „Bioinformatics and Omics Data Science

Literatur

Minchul Kim, Vedran Franke et al. (2020): „Single-nucleus transcriptomics reveals functional compartmentalization in syncytial skeletal muscle cells“. In Nature Communications, DOI: 10.1038/s41467-020-20064-9.

 

www.mdc-berlin.de