Aktuelles

forschen, produzieren, leben, heilen, bilden / 05.11.2019
Mein 9. November

30 Jahre Mauerfall (Abb: MDC)
30 Jahre Mauerfall (Abb: MDC)

Dreißig Jahre nach der gewaltfreien Revolution und dem Fall der Mauer veröffentlicht das MDC Augenzeugenberichte, Erinnerungen und Reflexionen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es ist ein Stück Geschichtsschreibung von unten.

Der Molekularbiologe, Bioethiker und Bürgerrechtler Jens Reich schreibt einen Essay über die „doppeldeutige Revolution 1989“; ein Fahrer erinnert sich an seine Flucht als 19-Jähriger über die ungarisch-österreichische Grenze und die MDC-Vorständin blättert in ihrem Tagebuch vom Herbst 89. Eine ehemalige Institutsdirektorin berichtet von Skepsis und Sorgen nach dem Mauerfall, ein Hirnforscher aus Heidelberg schildert seinen Aufbruch nach Berlin und eine Tierärztin erlebte jene aufregende Nacht auf der Berliner Sonnenallee. Ein Physiker erzählt von seinen Montagsdemos als Student in Leipzig, eine Wissenschaftlerin aus Kiew schreibt über den Wert der Freiheit, ein Biologe berichtet von den Hemmnissen in der DDR-Forschung, der Stasi und den Fehlern beim Zusammenwachsen von Ost und West in der Wissenschaftswelt. Der MDC-Gründungsdirektor Detlev Ganten stellt sich den Fragen, was nach dem Mauerfall gelungen ist und was nicht.

Aus den vormaligen Akademien der Wissenschaften der DDR ging im Jahr 1992 das MDC hervor. Das Projekt zeigt, dass in Berlin-Buch nach 1989 ein Stück deutsch-deutsche Geschichte geschrieben wurde und noch immer wird. Begonnen hat das Zeitzeugenprojekt mit einem Aufruf an alle Beschäftigten. Die Frage lautete: Was bedeutet Ihnen der 9. November 1989 heute und wie erinnern Sie sich an das Jahr 1989? Herausgekommen ist ein Stück Erinnerungskultur.

Augenzeugenberichte, Erinnerungen und Reflexionen zur gewaltfreien Revolution 1989
Insgesamt 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nicht nur aus Ost- und Westdeutschland, sondern aus vielen verschiedenen Ländern, kommen zu Wort. Hier erzählen Forscherinnen und Forscher, Referentinnen und Assistenten, Vorstände, Angestellte aus Verwaltung und Infrastruktur, Personalräte, Tierhausbeschäftigte, Laborkräfte, ehemalige und langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Geschichte zum 9. November 1989 und was der Mauerfall für sie persönlich bedeutet.

Alle Beiträge und Interviews auf Deutsch und Englisch sind hier zu finden: www.mdc-berlin.de/de/9november

heilen / 05.11.2019
Umfassende und interdisziplinäre Expertise bei Hodenkrebs

Prof. Dr. med. Mark Schrader im Austausch mit Fachkollegen. (Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken)
Prof. Dr. med. Mark Schrader im Austausch mit Fachkollegen. (Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken)

Hodenkrebs gehört zu den seltenen Krebskrankheiten bei Männern. Die Betroffenen sind zumeist jung. Besonders Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren sind von Hodenkrebs betroffen. Eine frühe Diagnose und eine auf die Erkrankung abgestimmte Therapie erhöhen die insgesamt sehr guten Heilungs- und Überlebenschancen von Hodenkrebspatienten. Die Versorgungskompetenz der Urologie im Helios Klinikum Berlin-Buch reicht von der persönlichen Risikoberatung, der Zweitmeinung, der operativen Primärtherapie, der Chemotherapie bis zur komplexen Residualtumorresektion. Zudem ist in Berlin-Buch die Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation bei Hodentumoren etabliert.

„Die Entscheidung für die notwendige Therapie erfolgt interdisziplinär, um die optimale und individualisierte Krebstherapie festzulegen“, sagt Prof. Dr. med. Mark Schrader, Chefarzt des Fachbereichs Urologie sowie Leiter des Hodenkrebszentrums und Prostatazentrums im Helios Klinikum Berlin-Buch. Der hochqualifizierte Experte für Uroonkolgie betreut mit großer Erfahrung und Einfühlungsvermögen die ganzheitliche Behandlung von Patienten mit Erkrankungen der Nieren, Harnwege und männlichen Fortpflanzungsorgane. Zudem ist Prof. Schrader Initiator und Leiter des 2006 gegründeten Projekts „Nationales Zweitmeinungsnetzwerk Hodentumoren“, das für eine bessere Versorgung und Therapie bei Hodenkrebs sorgt.

Zweitmeinung bei Hodenkrebs
Da Hodenkrebs eine seltene Erkrankung ist, sind die Erfahrungen in den meisten Praxen und Kliniken eher gering. Die Behandlungserfahrung der Ärzte hat jedoch einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg der Therapie. Um effektiver entscheiden zu können, welche Therapie die richtige ist, kann sich der behandelnde Arzt nach Diagnosestellung über das „Zweitmeinungsnetzwerk Hodentumoren“ online unterstützen lassen und eine Zweitmeinung einholen. „2017 wurde so für jeden dritten Patienten mit Erstdiagnose Hodenkrebs eine Zweitmeinung über unser Netzwerk in Deutschland erstellt“, sagt Prof. Schrader.
Das Einholen einer Zweitmeinung führt bei etwa 40 Prozent der Fälle zu einer Änderung des Therapiekonzepts. Dem behandelnden Arzt wird dadurch die Sicherheit gegeben, dass der erstellte Behandlungsplan richtig ist. Der Fachbereich Urologie des Helios Klinikums Berlin-Buch ist eines der nationalen Zweitmeinungszentren für Hodentumoren. Das Zentrum ist hoch spezialisiert und berät Fachkollegen und Patienten. Pro Jahr erreichen mehr als 300 Zweitmeinungsanfragen die Experten im Zentrum Berlin-Buch.
Mehr zum „non profit“ Projekt „Zweitmeinung bei Hodentumoren“

Über die Internetseite www.zm-hodentumor.de können Urologen anonymisiert Patientendaten an einen Hodentumorspezialisten übermitteln und erhalten in der Regel innerhalb von 48 Stunden eine Zweitmeinung mit einer Behandlungsempfehlung. Unabhängig von der Versicherung können Ärzte das Portal für Patienten nutzen und für die Patienten fallen keine Kosten an. Das Projekt wurde zunächst durch die Deutsche Krebshilfe und die „Gert und Susanna Meyer Stiftung“ sowie aktuell durch die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., die aQua-Institut GmbH und die Techniker Krankenkasse finanziert.

„Die bisherigen Ergebnisse unserer Arbeit zeigen, dass eine gemeinsam mit Zweitmeinungszentren erfolgte Therapieplanung zu einer signifikanten Verbesserung für Patienten führt. Wenn noch mehr Ärzte die vereinte Expertise der Urologie-Spezialisten in Deutschland nutzen, wird die Versorgungsqualität bei Hodentumoren nachhaltig verbessert werden“, so Prof. Schrader.

Krebs-Infotag am 09. November
Am Samstag, 09. November sprechen Spezialisten von 9 bis 15 Uhr im Helios Klinikum Berlin-Buch in Seminaren mit Interessierten über moderne Krebsmedizin. Der TV-Mediziner Dr. Carsten Lekutat moderiert eine Expertenrunde zur fachübergreifenden Krebsbehandlung. Interessierte können sich über die Website anmelden, aber auch spontane Teilnehmer sind willkommen: www.helios-gesundheit.de/krebs-weiter-leben

 

 

 

leben, bilden / 30.10.2019
Nichtoffener Realisierungswettbewerb fürs Bildungs- und Integrationszentrum Buch entschieden

Gewonnen hat ein vielseitiges und einladendes Gebäudekonzept (© Bewerbergemeinschaft: Architektur: karlundp Architekten, München Landschaftsarchitektur: TOPOS - Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin)
Gewonnen hat ein vielseitiges und einladendes Gebäudekonzept (© Bewerbergemeinschaft: Architektur: karlundp Architekten, München Landschaftsarchitektur: TOPOS - Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin)

Der im Juli 2019 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen ausgelobte Wettbewerb für den Neubau des Bildungs- und Integrationszentrum Buch (BIZ) in Berlin Pankow ist entschieden. Mit dem Wettbewerb sollte ein Entwurf für den Neubau des BIZ sowie die Gestaltung der Freianlagen auf dem Grundstück Groscurthstraße 21-33 in Berlin Buch gefunden werden, der sowohl gestalterisch als auch funktional überzeugt und einen Mehrwert für die Bewohner Buchs schafft.
 
Insgesamt reichten 18 Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten ein breites Spektrum an Lösungsvorschlägen für die anspruchsvolle Aufgabe ein, die von der Jury intensiv diskutiert wurden. Unter dem Vorsitz des Berliner Architekten Patrik Dierks entschied das Preisgericht nach ausführlicher Diskussion wie folgt:
 
1. Preis
Architektur:         karlundp, München
Verfasser/in:         Ludwig Karl
Landschaftsarchitektur:    TOPOS - Stadtplanung Landschaftsplanung Stadtforschung, Berlin
Verfasser/in:        Stephan Andreas Buddatsch
 
2. Preis
Architektur:        riegler riewe architekten, Berlin
Verfasser/in:        Roger Riewe
Landschaftsarchitektur:    Mettler Landschaftsarchitektur, Berlin
Verfasser/in:        Rita Mettler
 
3. Preis
Architektur:        Adept ApS, Kopenhagen
Verfasser/in:        Anders Lonka, Martin Laursen, Marti Krogh
Landschaftsarchitektur:    Topotek 1, Berlin
Verfasser/in:        Lorenz Dexler, Martin Rein-Cano
 
Eine Anerkennung
Architektur:        DMSW Architekten + Susanne Raupach, Berlin
Verfasser/in:        Philipp Wehage, Susanne Raupach
Landschaftsarchitektur:    hochC Landschaftsarchitekten, Berlin
Verfasser/in:        Lioba Lissner
 
Eine Anerkennung
Architektur:        Studio Andreas Heller Architects & Designers, Hamburg
Verfasser/in:         Andreas Heller
Landschaftsarchitektur:    Bruun & Möllers, Hamburg
Verfasser/in:        Bertel Bruun
 
Das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Referat Architektur, Stadtgestaltung, Wettbewerbe, hatte den nichtoffenen Realisierungswettbewerb im Auftrag des Bezirksamtes Pankow durchgeführt und koordiniert.
 
Bezirksbürgermeister Sören Benn: „Der ausgewählte Entwurf konnte unter einer Vielzahl hoch interessanter Entwürfe überzeugen. Markant ohne aufzutrumpfen und mit hoher Funktionalität gelingt eine Lern-und Begegnungslandschaft im Innen und Außen, die das Potential in sich birgt, der Nordberliner Stadtgesellschaft einen Ort der Begegnung, des Wissens und Wohlfühlens zu geben. Individuelle Lebensgestaltung findet hier ebenso ihren Raum, wie das nachbarschaftliche Miteinander. Die gelungene Verortung mit ihrer verbindenden Außengestaltung schafft ein neues lebendiges Zentrum Buchs.“
 
Manfred Kühne, Abteilungsleiter Städtebau und Projekte bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, zeigt sich als Mitglied des Preisgerichts erfreut über die Entscheidung: „Mit dem prämierten Siegerentwurf wurde einstimmig ein vielseitiges und einladendes Gebäudekonzept ausgewählt, dass die gemeinsame Arbeit der Bildungs- und Integrationsträger fördert und das gestalterisch besonders gut in die vielfältige Bebauung von Buch passt.“
 
Buch ist einer der am stärksten wachsenden Ortsteile Berlins. Das BIZ richtet sich als kooperativer Bildungsstandort mit einem breitgefächerten Angebot von Bildungsmaßnahmen und Integrationsangeboten an die Anwohnerschaft und speziell an die umliegenden Wohngebiete.
 
Die in Buch vorhandenen Angebote der Stadtteilbibliothek und der Musikschule sollen verlagert und ausgeweitet werden. Weiterhin soll im BIZ ein neuer Unterrichtsstandort der Volkshochschule entstehen und kulturelle sowie lokalhistorische Angebote gemacht werden. Für Kinder im Grundschulalter bietet eine Außenstelle des Gläsernen Labors der Campus Berlin-Buch GmbH eine attraktive naturwissenschaftliche Forschungsmöglichkeit. Außerdem sollen zwei multifunktionale Veranstaltungsräume und ein Bistro mit Außensitzplätzen angeboten entstehen.
 
Das Projekt wird mit 15,1 Millionen Euro aus Mitteln des Sondervermögens Infrastruktur der Wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds (SIWANA) IV finanziert. Aus dem Stadtumbau-Programm, einem Städtebauförderprogramm des Bundes und der Länder, werden weitere 1,5 Millionen Euro an Fördermitteln bereitgestellt.
 
Alle 18 eingereichten Wettbewerbsarbeiten werden ab dem 20. November 2019 im Hermann-Helmholtz-Gebäude des Max-Delbrück-Centrums in Berlin Buch (Robert-Rössle-Straße 10, 13125 Berlin-Buch) täglich von 9:00 – 17:00 öffentlich ausgestellt.

 

Produzenten, Firmen / 29.10.2019
Die Zukunft der Gesundheit: Mehr als 60 Ideen zur medizinischen Translation

Ohne Forschung keine neuen Therapien, ohne neue Ideen keine Zukunft der Medizin: Doch wie gelingt der Sprung aus dem Labor ans Krankenbett? Welche Schritte sind notwendig, damit aus einem erfolgreichen Experiment ein Produkt wird, das Patient*innen hilft? Die Antwort lautet Translation, und sie ist das Thema der vierten Ausgabe des „Future Medicine Science Match“, das am 7. November 2019 im Kosmos in Berlin stattfindet. Professor Christof von Kalle vom Berlin Institute of Health (BIH) ist für das wissenschaftliche Programm der Konferenz verantwortlich, die das BIH gemeinsam mit dem Tagesspiegel veranstaltet.

„Ob ein neues Medikament, bessere Diagnostik oder ein innovatives Gerät: Davor steht immer eine gute Idee, die in die Anwendung übertragen werden muss“, erklärt Christof von Kalle, BIH Chair für Klinisch-Translationale Wissenschaften am Berlin Institute of Health (BIH). „Und dieser Weg ist oft mühsam und langwierig, dafür ist es umso toller, wenn er gelingt!“ 

Von der Intimarzt-APP bis zu lebendigen Krebsmedikamenten
Die rund 60 Kurzvorträge von nur 3 Minuten handeln von erfolgreichen Translationsbeispielen – und solchen, die es werden wollen: In der Session zu „Smart Data and Translation“ stellt ein Mediziner seine APP „Intimarzt“ zur Diagnose von Geschlechtskrankheiten vor, mit der man intime Fotoaufnahmen anonym an einen Facharzt zur Diagnose schicken kann. „Das ist wichtig, denn häufig warten Betroffene aus Scham viel zu lang mit dem Arztbesuch, und dann sind möglicherweise drastische Eingriffe nötig“, erklärt Dr. Titus Brinker vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg seine Entwicklung. Auch seine zweite APP „AppDoc“ erspart den Nutzer*innen etwa 70% der persönlichen Arztbesuche, indem sie Fotos von betroffenen Hautregionen an Fachärzte in Heidelberg schickt, die – wissenschaftlich überprüft – in 90% der Fälle die richtige „Fern“Diagnose stellen.

Dr. Henrike Maatz vom Max-Delbrück-Centrum in Berlin spricht in der Session „Single Cells and Translation“ über das ehrgeizige Projekt, das menschliche Herz Zelle für Zelle zu analysieren. „Davon erhoffen wir uns ganz neue Einblicke in die Funktion des gesunden und des kranken Herzens“, erklärt die Biologin. „So können wir auch die Wirkungen und Nebenwirkungen von Medikamenten viel genauer abschätzen und vorhersagen.“ Auch in der Session „Translational Cancer Research“ geht es um Projekte der Krebsforschung, die bereits nah an oder sogar schon in der Anwendung beim Patienten sind: Es geht um präzise Diagnostik, etwa die Genanalyse von Krebszellen, die eine maßgeschneiderte personalisierte Krebstherapie erst ermöglichen, um das Mikrobiom, das den Verlauf einer Krebserkrankung beeinflussen kann oder um neue  Möglichkeiten, Resistenzen von Krebszellen zu brechen.

Die Keynote Lecture hält der Immuntherapie-Pionier Michel Sadelain vom Memorial Sloan Kettering Institute in New York, der mit CAR-T-Zellen eine neue Ära der Krebsmedizin eingeläutet hat. Er berichtet über Erfolge bei scheinbar austherapierten Krebspatient*innen, über die Herausforderungen, eine für jeden Patienten und jede Patientin maßgeschneiderte Therapie durch die Zulassungsbehörden zu navigieren und über den hohen Preis einer solchen Innovation. „The makings of a living drug“ lautet der Titel seines Vortrags.

Die Politik muss die Translation unterstützen
„Die Politik ist gefordert, wenn es um Translation geht“, ist Professor Axel Radlach Pries, der Vorstandsvorsitzende des BIH (interim) überzeugt. Er hat deshalb Verteter*innen aus der Bundes- und Europapolitik eingeladen, um darüber zu diskutieren, welchen Wert die translationale medizinische Forschung für Europa hat und wie die Politik dies unterstützen kann. 

Komplettiert wird die Konferenz durch Grußworte der Parlamentarischen Staatssekretäre Thomas Rachel (Bundesforschungsministerium) und Dr. Thomas Gebhart (Bundesgesundheitsministerium).

Future Medicine 2019 ist bereits die vierte Konferenz zur Zukunft der Medizin, die das BIH gemeinsam mit dem Tagesspiegel und in Kooperation mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin durchführt. Sie findet jährlich am 7. November im Rahmen der Berlin Science Week statt.

Journalist*innen sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Gerne vermitteln wir Ihnen Interviewgespräche mit den Wissenschaftler*innen. 

Future Medicine Science Match 2019
Donnerstag, 7. November 2019
Eröffnung der Konferenz: 09:00 Uhr (Einlass: 08:00 Uhr)
KOSMOS Berlin
, Karl-Marx-Alle 131 A, 10243 Berlin

Den aktuellen Stand des Programms finden Sie online.

Über das Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Forschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Das BIH wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und zu zehn Prozent vom Land Berlin gefördert. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

25.10.2019
Erste dynamische Bilder zeigen Funktion von Rhomboid-Proteasen

Untersuchung der Rhomboidprotease GlpG mit Hilfe von Festkörper-NMR. | Abb.: Barth van Rossum, FMP
Untersuchung der Rhomboidprotease GlpG mit Hilfe von Festkörper-NMR. | Abb.: Barth van Rossum, FMP

Rhomboid-Proteasen sind klinisch relevante Zellmembran-Proteine, die bei verschiedenen Krankheiten eine Rolle spielen. Mittels Festkörper-NMR-Spektroskopie haben Forscher vom Berliner Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) nun erstmals Rhomboid-Proteasen in einer natürlichen Lipidumgebung bei der Arbeit zuschauen können. Die erlangten dynamischen Bilder legen die Grundlagen, um neue Medikamente zu entwickeln, beispielsweise gegen Parkinson oder Malaria. Im Journal of the American Chemical Society sind soeben die Ergebnisse der wegweisenden Arbeit erschienen.

In unseren Zellen arbeiten rund um die Uhr Zehntausende Proteine. Ein Teil dieser fleißigen Arbeiter sitzt in der Zellmembran; so auch die Familie der sogenannten Rhomboid-Proteasen. Da diese Intramembran-Proteasen an vielen biologischen Prozessen beteiligt sind und auch bei Krankheiten wie Parkinson, Diabetes, Krebs und Malaria eine Rolle spielen, sind sie klinisch höchst relevant.Bislang konnten Rhomboid-Proteasen mit der Röntgenkristallografie sichtbar gemacht werden. Diese Untersuchungen liefern allerdings nur statische Bilder aus einer künstlichen Umgebung, weshalb offen blieb, was in der Zellmembran passiert, wenn die Proteine ihre Hauptaufgabe verrichten, nämlich andere Membranproteine zu schneiden und damit eine Signalkaskade auszulösen.

Das vermutete Tor, das sich öffnet, gibt es tatsächlich
Diesen äußerst komplexen Prozess hat die Arbeitsgruppe von Prof. Adam Lange vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) nun zum ersten Mal mit der Festkörper-NMR-Spektroskopie sichtbar machen können, und zwar in einer weitgehend natürlichen Umgebung. Die Forscher konnten beobachten, wie sich welche Teile der Rhomboid-Protease bewegen und dass sich zum Schneiden anderer Proteine kurzzeitig ein Gate öffnet, damit das zu schneidende Protein zum aktiven Zentrum der Protease gelangen kann.

Arbeit legt Grundlagen für neue Medikamente
Das Projekt wurde im Rahmen des Exzellenz Clusters UniSysCat durchgeführt und legt die Grundlagen, um Rhomboid-Proteasen noch besser zu charakterisieren. Mehr noch: Das gewonnene Wissen ist hilfreich für Untersuchungen, wie man die klinisch relevanten Membranproteine pharmakologisch beeinflussen kann. Auch Lange und seine Mitarbeiter wollen jetzt nach Substanzen suchen, um fehlgeleitete Rhomboid-Proteasen zu hemmen.

Publikation:
Chaowei Shi*, Carl Öster*, Claudia Bohg, Longmei Li, Sascha Lange, Veniamin Chevelkov, Adam Lange. Structure and Dynamics of the Rhomboid Protease GlpG in Liposomes Studied by Solid-State NMR, Journal of the American Chemical Society, October 2019; DOI: 10.1021/jacs.9b08952         

*equally contributing first authors.

Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

23.10.2019
Campus Buch radelt am meisten

DER WANDERPOKAL GING AN DEN CAMPUS BUCH: (V.L.) SPORTSENATOR ANDREAS GEISE, PROF. HEIKE GRASSMANN, MDC, DR. CHRISTINA QUENSEL, CBB, EVA-MARIA SCHEEL, ADFC, UND ANDREA GREBE, VIVANTES, FÜR DIE INITIATIVE MEHRWERT
DER WANDERPOKAL GING AN DEN CAMPUS BUCH: (V.L.) SPORTSENATOR ANDREAS GEISE, PROF. HEIKE GRASSMANN, MDC, DR. CHRISTINA QUENSEL, CBB, EVA-MARIA SCHEEL, ADFC, UND ANDREA GREBE, VIVANTES, FÜR DIE INITIATIVE MEHRWERT

Genau 359 Menschen, die auf dem Campus Buch arbeiten, traten im August und September kräftig in die Pedale: Bei der Aktion „Wer radelt am meisten“ wetteiferten sie mit Teilnehmenden aus zwölf weiteren Berliner Unternehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institutionen und Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch schafften dabei gemeinsam 192.477 Kilometer und belegen in der Gesamtbewertung in diesem Jahr den ersten Platz. Auf Platz zwei und drei folgen die Berliner Wasserbetriebe und das Vivantes Netzwerk für Gesundheit. Bei der Punktevergabe für den „mehrwert-Berlin-Pokal“ zählen sowohl die gefahrenen Kilometer als auch die Anzahl der teilnehmenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Team „Shut-Up-Legs“ mit Rainer Leben, Jessica Feldmann und Holger Gerhardt vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) belegt in der Kategorie „Team“ den dritten Platz.

Heute überreichte Andreas Geisel, Senator für Inneres und Sport, die Preise in den drei Kategorien „bestes Unternehmen“, „bestes Team“ und „bester Fahrer/beste Fahrerin“ im Olympiastadion. Professor Heike Graßmann, Administrative Vorständin des MDC in der Helmholtz-Gemeinschaft gratuliert den Preisträgerinnen und Preisträgern: „Fahrradfahren ist umweltfreundlich und trägt zu einem gesunden Lebensstil bei. Herzlichen Glückwunsch an all unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei Wind und Wetter aufs Fahrrad gestiegen sind.“ Dr. Christina Quensel, Geschäftsführerin der Campus Berlin-Buch GmbH, und Graßmann nahmen den Siegerpokal für den Campus gemeinsam entgegen. „Über den ersten Platz, den die Beschäftigten der Einrichtungen und Unternehmen des Campus gemeinsam errungen haben, freuen wir uns sehr. ‚Wer radelt am meisten‘ begeistert jedes Mal aufs Neue und passt wunderbar zu unserem Campus, der seit letztem Jahr EU-weit als fahrradfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert ist“, so Dr. Quensel.

Über die Aktion „Wer radelt am meisten“
Insgesamt nahmen 1.945 Beschäftigte von 13 kommunalen Berliner Unternehmen der Initiative mehrwert Berlin am Wettbewerb „Wer radelt am meisten?“ teil und radelten umgerechnet 27,5 Mal um den Äquator. Ziel der Aktion ist es, durch Bewegung die Gesundheit von Beschäftigten sowie eine umweltfreundliche Mobilität zu fördern. Die Rad-Aktion fand 2019 bereits zum achten Mal statt und wurde unter dem Dach der Initiative mehrwert Berlin, einem Zusammenschluss der öffentlichen Unternehmen, organisiert. Teilnehmende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählten im August und September alle Rad-Kilometer, die sie auf dem Weg zur Arbeit, am Wochenende oder auf dem Ergometer im Fitnessstudio gesammelt hatten. Das waren im Schnitt rund 580 Kilometer pro Person. Die Platzierungen der Unternehmen werden nach einer Formel ermittelt, welche die Teilnehmerquote in Abhängigkeit der Unternehmensgröße und die durchschnittlich pro Person gefahrenen Kilometer berücksichtigt.

Zum Campus Berlin-Buch gehören neben dem MDC auch das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), die Hochschulambulanzen der Charité – Universitätsmedizin Berlin, das von MDC und Charité betriebene Experimental and Clinical Research Center (ECRC) sowie der BiotechPark mit 62 Unternehmen.

Weiterführende Informationen

Webseite der Initiative mehrwert Berlin

Webseite des Fahrradwettbewerbs „Wer radelt am meisten“

Website Campus Berlin-Buch

Gemeinsame Mitteilung von MDC und Campus

forschen / 15.10.2019
Nachweis erbracht: Genmutation in Chloridkanal löst Hyperaldosteronismus aus

Kalzium-Messungen: Sind die Zellen blau, ist die Kalzium-Konzentration niedrig. Grüne und rote Zellen haben eine erhöhte Kalzium-Konzentration, was die Produktion von Aldosteron zur Folge hat. (Bildautorin: Audrey H. Soria)
Kalzium-Messungen: Sind die Zellen blau, ist die Kalzium-Konzentration niedrig. Grüne und rote Zellen haben eine erhöhte Kalzium-Konzentration, was die Produktion von Aldosteron zur Folge hat. (Bildautorin: Audrey H. Soria)

Hyperaldosteronismus ist eine Erkrankung der Nebennieren, die aufgrund einer Überproduktion des Hormons Aldosteron zu Bluthochdruck und oft auch zu Nierenschäden führt. Dass mehrere betroffene Patienten eine genetische Mutationen im ClC-2 Chloridkanal in sich tragen, wurde erst kürzlich aufgedeckt. Dass diese Mutationen tatsächlich auch Krankheitsauslöser sind und wie die veränderten Kanäle die Krankheit verursachen, das konnten jetzt Forscher von dem Berliner Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und dem Max-Delbrück-Centrum (MDC) erstmals anhand eines neuen In-vivo-Modells zeigen. Mit der Arbeit haben die Forscher nicht nur einen wichtigen Krankheitsmechanismus Schritt für Schritt entschlüsselt, sondern auch Grundlagen für die weitere Erforschung des komplexen Krankheitsbildes gelegt. Die Ergebnisse sind soeben im Fachjournal „Nature Communications“ erschienen.

Unser Blutdruck wird unter anderem von Hormonen reguliert. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt dabei das Steroidhormon Aldosteron. Es wird in den Nebennieren gebildet und ist an der Regulation des Wasser- und Salzhaushalts des Körpers beteiligt. Beim Hyperaldosteronismus produzieren die Nebennieren zu viel Aldosteron, wodurch Natrium im Körper zurückgehalten und vermehrt Kalium ausgeschieden wird. Die Folge ist ein krankhaft erhöhter Blutdruck, weshalb man auch von sekundärem Bluthochdruck spricht. Auch die Nieren nehmen oft Schaden.

Bis vor kurzem wusste man wenig über die pathologischen Mechanismen der auch als Conn-Syndrom bezeichneten Erkrankung. Im Jahr 2018 konnten die Pariser Wissenschaftler um Dr. Maria-Christina Zennaro in Zusammenarbeit mit den Berliner Kollegen vom FMP und MDC sowie eine weitere Gruppe aus Deutschland und den USA um Professorin Ute Scholl vom Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin erstmals nachweisen, dass bei betroffenen Patienten eine Mutation im Gen für den ClC-2-Chloridkanal vorliegt. Sechs verschiedene Mutationen wurden bislang beschrieben (publiziert in Nature Genetics 2018). Unklar war allerdings der kausale Zusammenhang zwischen Genmutation und Überproduktion von Aldosteron. Diese Lücke haben nun die Forscher von FMP und MDC geschlossen.

Kausalität zwischen Mutation und Krankheit bewiesen

Das Team um Prof. Thomas Jentsch, der die erste Chloridkanalfamile, zu der auch ClC-2 gehört, vor fast 30 Jahren als Erster entdeckt hatte, untersuchte die beschriebenen Mutationen zunächst in vitro. Dabei fanden die Forscher, dass alle bisher bekannten, vermeintlich Hyperladosteronismus verursachenden ClC-2-Mutationen den Chloridstrom des Kanals drastisch erhöhen.

Um den Beweis zu erbringen, dass die Erhöhung des Chloridstroms von ClC-2 zu Hyperaldosteronismus führt, haben die Forscher anschließend ein Mausmodell entwickelt, das ClC-2 über eine andere, „künstliche“ Mutation aktiviert. Die genetisch veränderten Mäuse wiesen enorm erhöhte Chloridströme in den Aldosteron-absondernden Zellen auf, was unter anderem zu einem starken, pathologischen Anstieg der Aldosteron-Konzentration im Blut der Nager führte. Daraus resultierte – genau wie bei Patienten – ein krankhaft erhöhter Blutdruck und sekundär eine verringerte Renin-Aktivität, ein Hormon, das normalerweise die Aldosteronproduktion erhöht. Somit konnten die Forscher den Nachweis erbringen, dass die Mutation ursächlich an der Krankheitsentstehung beteiligt ist.

Chloridkanal stetig geöffnet

„Wir haben gesehen, dass der Kanal durch die Mutationen ständig geöffnet ist, wodurch die elektrische Spannung über die Zellmembran der Hormon-produzierenden Zelle stark verändert wird. Dadurch kommt es zu einem Einstrom von Kalzium, was wiederum zu einer Überproduktion von Aldosteron führt“, erläutert Dr. Corinna Göppner, die zusammen mit Dr. Ian Orozco Erstautorin der Studie ist und gerade über ClC-2 promoviert hat.

„Was sich aufgrund des mutierten Chloridkanals genau im Organismus abspielt, das haben wir an unserem Modell erstmals Schritt für Schritt in allen Details zeigen können“, so die Biologin weiter. „Insofern hat unsere Arbeit hervorragend die humangenetischen Befunde ergänzt und erweitert.“

Bestes Modell, um Hyperaldosteronismus zu erforschen

Das in Berlin-Buch entwickelte Maus-Modell ist das erste In-vivo-Modell, das die Krankheit mit all seinen Symptomen komplett abbildet, und gilt als das bisher beste seiner Art. Es ist also perfekt dafür geeignet, die pathologischen Mechanismen des Hyperaldosteronismus weiter zu erforschen und auch sekundäre Effekte wie Langzeitschäden zu identifizieren. Leichte Nierenschäden haben die Forscher bereits sehen können, aber sie erhoffen sich noch mehr davon: „Wir gehen im Moment davon aus, dass ein ständig geöffneter Chloridkanal auch Einfluss auf andere Organe haben könnte“, sagt Gruppenchef Prof. Thomas Jentsch. Hierüber wisse die Medizin derzeit leider noch wenig, dabei sei das Thema Langzeitfolgen für Patienten hoch relevant. „Unser Mausmodell kann definitiv bei der Aufklärung helfen, was wieder mal die Relevanz der Grundlagenforschung für die Klinik zeigt.“

Publikation
Corinna Göppner, Ian J. Orozco, Maja B. Hoegg-Beiler, Audrey H. Soria, Christian A. Hübner, Fabio L. Fernandes-Rosa, Sheerazed Boulkroun, Maria-Christina Zennaro, Thomas J. Jentsch. Pathogenesis of hypertension in a mouse model for human CLCN2 related hyperaldosteronism, Nature Communications 2019, 15 Oct. DOI: 10.1038/s41467-019-12113-9

Kontakt
Prof. Thomas J. Jentsch
FMP/MDC
Tel. +49 30 9406-2961
E-Mail Jentsch@fmp-berlin.de
www.fmp-berlin.de/jentsch.html
 
Öffentlichkeitsarbeit
Silke Oßwald
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Tel. +49 30 94793-104
E-Mail osswald@fmp-berlin.de  

Jana Schlütter
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
Tel. +49 30 9406-2121
E-Mail jana.schluetter@mdc-berlin.de

Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR. www.leibniz-fmp.de

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK) und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de

investieren, leben / 11.10.2019
Pankow übt erstmals Vorkaufsrecht für unbebaute Flächen aus

Der Bezirk Pankow übt das Vorkaufsrecht für zwei Flächen von zusammen mehr als 70.000 m² im Ortsteil Karow zugunsten zweier städtischer Wohnungsbaugesellschaften aus. Vollrad Kuhn (Bü90/Grüne), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste erklärt dazu:

"Ich freue mich sehr, dass wir für die innerhalb der Rahmenplanung Karow liegenden Flächen nun den Vorkauf ausüben konnten. Zum ersten Mal wurde im Land Berlin für unbebaute Flächen, die im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche dargestellt sind, von diesem Instrument Gebrauch gemacht. Wir beobachten in Pankow mit Sorge, dass der Immobilienmarkt unbebautes Bauerwartungsland in den Fokus nimmt und auf die großen Stadterweiterungsflächen drängt. Dem wollen wir etwas entgegensetzen. Die vorgekauften Wohnbauflächen möchte Pankow gemeinsam mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften entwickeln, um den Neubau von bezahlbarem, sozialverträglichem Wohnraum zu sichern. Das Land Berlin hat mit den städtischen Wohnungsbaugesellschaften eine Kooperationsvereinbarung geschlossen, in der sich diese zum Bau von 50 Prozent mietpreisgebundener Wohnungen verpflichten und die Wohnungen im freifinanzierten Teil des Neubaus zu Mieten von durchschnittlich unter 10 €/m² nettokalt anbieten werden. Damit geht die Kooperationsvereinbarung noch über die Anforderungen des Berliner Modells hinaus."

heilen / 09.10.2019
Tumore im Mund- und Rachenraum

Prof. Dr. med. Marc Bloching, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde im Helios Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)
Prof. Dr. med. Marc Bloching, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde im Helios Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Chefarzt Prof. Dr. med. Marc Bloching erklärt Symptome und Therapiemethoden

Tumore in Mund und Rachen werden oftmals zu spät erkannt. Dabei erkranken nach Angaben des Robert Koch-Instituts jährlich etwa 8000 bis 9000 Männer und 2000 bis 3000 Frauen an einem Karzinom im Mund- und Rachenraum. Prof. Dr. med. Marc Bloching, Chefarzt der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde im Helios Klinikum Berlin-Buch, hat mit uns über Risikofaktoren und neue Therapieverfahren gesprochen.

Die Symptome: Wenn aus Halsschmerzen eine Krebserkrankung wird

Am Anfang ist es nur der Hals, der ab und an unangenehm kratzt. Werden aus den scheinbar harmlosen Beschwerden jedoch starke Schmerzen, die gemeinsam mit Husten oder gar Atemnot länger als zwei bis vier Wochen anhalten, sollten Betroffene umgehend einen HNO-Arzt aufsuchen. Schließlich gibt es im Mund- und Rachenraum einige Regionen, in den sich Karzinome ansiedeln und aufgrund ihrer starken Aggressivität schnell wachsen können. So treten Mundhöhlen- und Rachenkarzinome an der Zunge, am Mundboden, am Gaumen und meistens an den Mandeln auf. Eine weitere Tumorart, die oftmals nur schwer zu erkennen ist, ist ein Karzinom, welches in Richtung Zungengrund wächst. Befinden sich die Tumore in den sogenannten prämalignen Vorstufen, sind sie noch relativ klein und können frühzeitig erkannt werden. Anzeichen für eine Krebserkrankung sind beispielsweise weiße Flecken an der Mund- und Rachenschleimhaut, die sich in Krebs verwandeln und relativ schnell wachsen können, wenn sie bösartig geworden sind.

Die Risikofaktoren: Wie entsteht Mund- und Rachenkrebs?

Mundhöhlen- und Rachenkrebs wird unter anderem durch Tabak- und Alkoholkonsum ausgelöst. Und obwohl es inzwischen weniger vor allem männliche Raucher gibt, erklärt Prof. Bloching: „Mittlerweile sind jedoch neue Risikofaktoren hinzugekommen, etwa das HP-Virus, das auch durch Oralverkehr übertragen werden kann. Dadurch kommt es sogar wieder zu einem Anstieg an Erkrankungen.“ Das HP-Virus wurde zuerst als Risikofaktor für Gebärmutterkrebs identifiziert. Prof. Bloching betont: „Wir wissen inzwischen, dass die Rate der Karzinome, die durch HP-Viren bedingt sind, ansteigt. Beim Rachenkrebs sind es bis zu 40 Prozent.“ Eine Impfung, sagt der HNO-Experte, werde daher besonders Mädchen schon länger empfohlen. Aber auch für Jungen von neun bis 14 Jahren gelte seit 2018 eine offizielle Empfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO). Die Kosten übernehmen in diesen Fällen dann die Krankenkassen. Ein weiterer Risikofaktor ist jedoch auch eine unzureichend gründliche Mundhygiene, die die Entstehung der Tumore begünstigen kann. So können sowohl die Zahnfleisch- und Mundgesundheit, chronische Entzündungen als auch die Zahl der kariösen Zähne bei einer Tumorentstehung von Bedeutung sein. „Es gibt auch bestimmte Risikofaktoren in der Arbeitswelt“, fügt Prof. Bloching hinzu, „Diese sind teilweise noch nicht anerkannt, wir haben aber Hinweise, dass Chemikalien und bestimmte Kaltschneideöle und Lösungsmittel das Risiko einer Erkrankung erhöhen.“

Therapie und Nachsorge: Individuelle Behandlungen für mehr Wohlbefinden

Während ein Karzinom im Mund- und Rachenraum in einem frühen Stadium meist operativ entfernt wird, müssen fortgeschrittene Tumore im Normalfall multimodal behandelt werden. Die Behandlung umfasst dann eine OP sowie eine Radio-Chemotherapie. „Im Einzelfall kann man auch nur eine Radio-Chemotherapie einsetzen“, erklärt Marc Bloching, „Wichtig ist uns aber vor allem eine individuelle Behandlung. Denn es gibt Tumore an Stellen, die funktionell fürs Weiterleben unheimlich wichtig sind.“ Muss auf Grund eines Zungengrundkarzinoms der Zungengrund entfernt werden, so können die Patienten oft nicht mehr richtig schlucken und haben dann dauerhaft einen Luftröhrenschnitt. Einschränkungen dieser Art beeinträchtigen somit in einem hohen Maße die Lebensqualität der Betroffenen. Wurde vor einigen Jahren noch äußerst radikal operiert, so können Prof. Bloching und seine Kollegen die Sicherheitsbestände bei einer Operation heute jedoch wesentlich kleiner gestalten und Verstümmelungen vermeiden. Der Experte bestätigt: „Der Trend geht zur minimalinvasiven Chirurgie. Früher haben wir viel offen operiert, heute arbeiten wir vermehrt endoskopisch, mikroskopisch mit dem Laser oder im Einzelfall mit dem Operationsroboter. Da ist viel möglich.“ Funktionseinschränkungen wie Schluck- und Sprechbeschwerden, irreversible Geschmacksstörungen oder Mundtrockenheit lassen sich dennoch nicht ausschließen. Begleitende Maßnahmen wie beispielsweise die Spülung der Speicheldrüsen mittels eines Endoskops sind jedoch innovative medizinische Alternativen, die den Patienten den Weg zurück in ein normales Leben erleichtern können. Und auch die Nachsorge sollte nicht vernachlässigt werden, empfiehlt Prof. Bloching: „Im ersten Jahr sollte man alle vier bis sechs Wochen einen Arzt raufschauen lassen. Die meisten Rezidive kommen innerhalb von ein bis zwei Jahren. Außerdem überprüfen wir unsere Patienten auch einmal im Jahr zur Vorsorge unter Narkose, da wir wissen, dass Tabak und Alkohol nicht nur den Mund- und Rachenraum schädigen, sondern auch in anderen Regionen Karzinome entstehen können.“ Grundsätzlich rät der Experte dazu, sich nur in Zentren wie dem Helios Klinikum in Berlin-Buch behandeln zu lassen, die eine allgemeine Nachsorge durchführen und diese als ein Gütesiegel ihrer Behandlungsmethoden betrachten.

Krebs-Infotag am 09. November
Am Samstag, 09. November sprechen Spezialisten von 9 bis 15 Uhr im Helios Klinikum Berlin-Buch in Seminaren mit Interessierten über moderne Krebsmedizin. Der TV-Mediziner Dr. Carsten Lekutat moderiert eine Expertenrunde zur fachübergreifenden Krebsbehandlung. Interessierte können sich über die Website anmelden, aber auch spontane Teilnehmer sind willkommen.

www.helios-gesundheit.de/krebs-weiter-leben

 

leben, bilden / 27.09.2019
Die Gen-Schere im Planetarium

Zeiss-Grossplanetarium (Foto: © SPB, Foto: Natalie Toczek)
Zeiss-Grossplanetarium (Foto: © SPB, Foto: Natalie Toczek)

Am 1. Oktober 2019 erobern die Mikroorganismen das Zeiss-Großplanetarium: Um 16:00 Uhr spricht die Mikrobiologin Prof. Dr. Dina Grohmann von der Universität Regensburg im Planetariumssaal über die Herausforderungen, die die neue Gen-Schere CRISPR-Cas gerade für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit sich bringt. „CRISPR-Cas: Im Spannungsfeld zwischen Genchirurgie und Verantwortungsbewusstsein“ ist der Titel ihres Vortrages. Unterstützt wird Prof. Grohmann dabei von der Künstlerin Sheree Domingo, die als Brückenbauerin die Perspektive des wissenschaftlichen Laien ins Spiel bringen wird. Anschließend wird die Diskussion für Fragen aus dem Publikum geöffnet werden.

Der Vortrag ist die Auftaktveranstaltung zur Reihe „Neue Wege in der Biomedizin. Aktuelle Forschungsthemen vom Campus Berlin-Buch“ und wird in Zusammenarbeit mit „CRISPR-Whisper“ angeboten. CRISPR-Whisper ist ein Wissenschaftskommunikations-Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Der gleichnamige Online-Blog sowie die Veranstaltungen werden vom Verein Science Bridge e.V. an der Universität Kassel organisiert.

Die CRISPR-Whisper-Events haben das Ziel, den Menschen wissenschaftliche Inhalte näher zu bringen und Fragen zu beantworten. Deswegen wird auch Raum zum Diskutieren sein.

Der Besuch der Vorlesung kann als Lehrerfortbildung angerechnet werden. Gäste erhalten auf Wunsch eine Teilnahmebescheinigung. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten unter: info@planetarium.berlin

CRISPR-Cas: Im Spannungsfeld zwischen Genchirurgie und Verantwortungsbewusstsein
Dialogvortrag mit Prof. Dr. Dina Grohmann, Lehrstuhl für Mikrobiologie, Universität Regensburg, und Sheree Domingo, Zeichnerin und Illustratorin, Berlin, 1. Oktober 2019, 16:00 Uhr, Zeiss-Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin

Foto: © SPB (Foto: Natalie Toczek)

forschen / 10.09.2019
Volker Haucke in die „Academia Europaea“ aufgenommen

Prof. Volker Haucke, Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und Mitglied des Exzellenzclusters NeuroCure, ist in die renommierte „Academia Europaea“ gewählt worden.

Die „Academia Europaea“ ist eine europäische, nichtstaatliche Vereinigung, die als Akademie fungiert. Die Mitglieder sind Wissenschaftler*innen, die sich gemeinsam für die Förderung von Lernen, Bildung und Forschung einsetzen. Die „Academia Europaea“ mit Sitz in London wurde 1988 auf Initiative der britischen Royal Society und anderer nationaler Akademien in Europa gegründet. Die aktuelle Mitgliederzahl liegt bei rund 4.000, darunter führende Experten u.a. aus den Bereichen Physik und Technik, Biowissenschaften und Medizin.

Volker Haucke promovierte 1997 am Biozentrum der Universität Basel, Schweiz, mit Studien zur mitochondrialen Biogenese in der Gruppe von Gottfried (Jeff) Schatz. Nach seiner Postdoc-Zeit als Fellow der EMBO und des Human Frontier Science Program (HFSP) in der Gruppe von Pietro De Camilli an der Yale University School of Medicine gründete er sein eigenes Labor an der Universität Göttingen als Mitglied des EMBO Young Investigator Programms. Im Jahr 2003 wurde er zum ordentlichen Professor für Biochemie an der Freien Universität Berlin ernannt. Seit 2012 ist Volker Haucke Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie und Professor für Molekulare Pharmakologie an der Freien Universität Berlin sowie Mitglied im Exzellenzcluster NeuroCure.

Gemeinsam mit seinem Team untersucht Volker Haucke die molekularen Mechanismen der Endozytose und der endolysosomalen Membrandynamik sowie ihre Rolle bei der Zellsignalisierung und Neurotransmission. Ziel seiner Arbeit ist es, neue Strategien für akute chemische und pharmakologische Störungen zu entwickeln.

Volker Haucke wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach für seine Arbeiten ausgezeichnet, so u.a. mit dem Avanti Award der American Society for Biochemistry & Molecular Biology und dem Feldberg Preis 2020.

Weitere Informationen zur Academia Europaea: https://www.ae-info.org/ 

Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

www.fmp-berlin.de

investieren / 04.09.2019
Forschung für ein langes Leben

Um von Nacktmullen zu lernen und so neue Therapien gegen Herzleiden und Schlaganfall zu entwickeln, erhält die MDC-Forscherin Jane Reznick einen ERC Starting Grant.
Um von Nacktmullen zu lernen und so neue Therapien gegen Herzleiden und Schlaganfall zu entwickeln, erhält die MDC-Forscherin Jane Reznick einen ERC Starting Grant.

Um von Nacktmullen zu lernen und so neue Therapien gegen Herzleiden und Schlaganfall zu entwickeln, erhält die MDC-Forscherin Jane Reznick einen ERC Starting Grant. Sie baut eine eigene Arbeitsgruppe auf und wird fünf Jahre lang mit 1,55 Millionen Euro gefördert.

Nacktmulle sind faszinierende Wesen. Die ostafrikanischen Nager werden für ein Tier ihrer Größe nahezu unfassbar alt und erkranken in ihrem meist mehr als drei Jahrzehnte währenden Leben praktisch nie an Herzleiden oder Krebs. Zudem können sie fast zwanzig Minuten ohne Sauerstoff auskommen, ohne dass ihr Gehirn dabei Schaden nimmt. Das Hirn einer Maus beispielsweise ist schon nach einer Minute Sauerstoffentzug irreparabel zerstört. Und auch der Mensch schafft es ohne ausgefeiltes Training meist nicht länger als zwei, drei Minuten, die Luft anzuhalten.

Die Strategien zu verstehen, mit deren Hilfe sich die Nacktmulle im Laufe der Evolution ihre beeindruckenden Eigenschaften zugelegt haben, ist eines der wichtigsten Ziele der australischen Wissenschaftlerin Dr. Jane Reznick, die seit 2011 in der MDC-Arbeitsgruppe „Molekulare Physiologie der somatosensorischen Wahrnehmung“ von Professor Gary Lewin den Stoffwechsel der Nager erforscht. Reznick hofft, dass eines Tages auch der Mensch von ihren Studien profitiert.

Starthilfe für den Aufbau einer Arbeitsgruppe

Große Aufmerksamkeit erregte insbesondere eine vor zwei Jahren im Fachblatt „Science“ erschienene Publikation von Reznick. Gemeinsam mit einem internationalen Team aus 25 Kolleginnen und Kollegen, darunter viele vom MDC, hatte die Wissenschaftlerin damals herausgefunden, mit welchen Stoffwechseltricks Nacktmulle einem länger anhaltenden Sauerstoffmangel trotzen. Dieser kommt in der Natur durchaus häufiger vor: Die Tiere leben in den trockenen Steppen Ostafrikas in weit verzweigten, unterirdischen Höhlen und schlafen dort in der Regel alle auf einem Haufen. Für die unteren Tiere wird die Luft dann schon mal knapp.

Für ihre auf dieser Studie aufbauenden innovativen Forschungspläne wird die 37-jährige Molekularbiologin jetzt mit einem der begehrten Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, kurz ERC) belohnt. Mit ihm sollen junge und vielversprechende Forscherinnen und Forscher unterstützt werden, die eine unabhängige Karriere beginnen und dazu eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen möchten. In den kommenden fünf Jahren stellt der ERC Reznick zu diesem Zweck insgesamt 1,55 Millionen Euro zur Verfügung. Um eine eigene Arbeitsgruppe zu gründen, wird sie das MDC verlassen.

Dank Fruchtzucker schlägt das Herz auch ohne Sauerstoff

„Sauerstoffmangel im Körper oder einzelnen Organen, auch Hypoxie genannt, ist ein entscheidender Faktor bei vielen Herz-Kreislauf-Problemen, zum Beispiel bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen“, sagt Reznick. Auch in bösartigen Tumoren ist die Hypoxie oft ein charakteristisches Merkmal. „Wenn wir die metabolischen Anpassungen der Nacktmulle besser verstehen, können wir vielleicht erklären, warum die Tiere so gut vor kardiovaskulären Erkrankungen und Krebs geschützt sind – und vielleicht auch aus diesem Grund so alt werden können“, sagt Reznick.

In ihrer Studie von 2017 konnte die Forscherin bereits zeigen, dass Nacktmulle bei Sauerstoffmangel ihren Stoffwechsel umstellen. Als Energielieferant dient den Tieren dann nicht länger Traubenzucker (Glukose), sondern Fruchtzucker (Fruktose). Diese Fähigkeit kennt man bislang von keinem anderen Tier, geschweige denn vom Menschen. Die meisten Säuger können Fruktose nur in zwei Organen, der Leber und der Niere, verwerten.

Darüber hinaus hat Reznick untersucht, welche Gene bei dem Wechsel vom Glukose- zum Fruktose-Stoffwechsel in den Nacktmullen besonders aktiv werden. „Einer meiner nächsten Schritte soll es nun sein, diese Gene auch in Mäusen anzuschalten“, sagt sie. „Und meine Hoffnung ist, dass dann auch diese Tiere besser vor den gefährlichen Folgen eines Sauerstoffmangels geschützt sind.“ Denn dann würden sich womöglich auch vergleichbare Therapien für den Menschen entwickeln lassen.

Schutz vor den Folgen eines Herzinfarkts

Reznick hält es durchaus für denkbar, dass es eines Tages gelingen könnte, den menschlichen Energiestoffwechsel im Herz und im Gehirn auf Fruktose umzustellen. „Vielleicht existiert ein solcher Mechanismus bereits und er ist nur stillgelegt“, spekuliert die Forscherin. „Dann könnte man ihn vermutlich gezielt zum Leben erwecken.“ Auf diese Weise würden sich die oft dramatischen Folgen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls eventuell verhindern lassen. „Beide Ereignisse gehen ja mit einer mangelnden Versorgung des betroffenen Organs mit Sauerstoff – und folglich Energie – einher“, erläutert Reznick.

Der Wechsel vom Glukose- zum Fruktose-Stoffwechsel ist nur eine Strategie des Nacktmulls, die Reznick entdeckt hat. „Wir kennen inzwischen noch weitere metabolische Tricks, mit denen das Tier reagiert, wenn der Sauerstoff knapp wird“, sagt die Wissenschaftlerin. „Und offenbar tragen auch sie dazu bei, dass die Mulle so gesund sind und lange leben.“ In den kommenden Jahren will Reznick daher ergründen, welche Gene bei diesen Strategien aktiv sind und welche Signalwege angeschaltet werden. „Womöglich sind mehrere solcher Mechanismen auch beim Menschen vorhanden und nur stillgelegt“, sagt sie. „Könnten wir sie anschalten, ließe sich so vermutlich einer Vielzahl kardiovaskulärer Erkrankungen vorbeugen – die derzeit mit steigendem Alter ja leider zunehmen.“

Den ERC hat die Forscherin mit ihren Plänen jedenfalls überzeugen können. „Der Nacktmull, der weltweit bisher nur in sehr wenigen Laboren erforscht wird, ist bestimmt in der Lage, uns zu einem besseren Verständnis für die metabolischen Anpassungen zu verhelfen, mit deren Hilfe ein Lebewesen Sauerstoffmangel für einen gewissen Zeitraum unbeschadet übersteht“, sagt sie. „Mit Mäusen oder anderen Modellorganismen, die keine den Mullen vergleichbare Tricks auf Lager haben, wäre das sicherlich nicht möglich.“

ERC Starting Grants für vielversprechende Wissenschaft

ERC Starting Grants werden an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler jeder Nationalität vergeben, die seit ihrer Promotion (oder einem gleichwertigen Abschluss) zwei bis sieben Jahre Erfahrung gesammelt haben und über eine vielversprechende wissenschaftliche Erfolgsbilanz verfügen. Die Forschung muss in einer öffentlichen oder privaten Forschungseinrichtung mit Sitz in einem der EU-Mitgliedstaaten oder assoziierten Länder durchgeführt werden. Die Förderung (maximal 2,5 Million Euro pro Zuschuss, davon bis zu 1 Million Euro zur Deckung außergewöhnlicher Kosten) ist für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren vorgesehen. In diesem Jahr erhalten 408 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die begehrte Förderung.
 

Foto: Dr. Jane Reznick. (Foto: Felix Petermann, MDC)

mdc-berlin.de

leben, bilden / 02.09.2019
Eröffnung Sportfläche der Marianne-Buggenhagen-Schule

Schulsportfest am 17. September 2019

Pünktlich zum Schuljahr 2019/2020 wurde die Sanierung der Sportfläche der Marianne-Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte, Ernst-Busch-Str. 27 in Buch fertiggestellt. Zum diesjährigen Sportfest der Schule am Dienstag, dem 17. September 2019 wird die Anlage um 8.00 Uhr durch Dr. Torsten Kühne (CDU), Pankower Stadtrat für Schule, Sport, Facility Management und Gesundheit, feierlich eröffnet.\n

Neben dem Schulsport der Marianne-Buggenhagen-Schule und drei weiteren Schulen aus dem näheren Umfeld, wird die Sportanlage von zwei Sportvereinen genutzt. Die intensiv genutzte Sportfläche war nach 17 Jahren stark verschlissen und entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Es wurden diverse Beschädigungen und Unebenheiten auf dem Kunststoffrasen festgestellt, die im schlimmsten Fall eine gesundheitliche Gefährdung dargestellt hätten. Es musste also schnell gehandelt werden. Mit Mitteln aus dem Förderprogramm Stadtumbau konnte die Sportanlage nun grundlegend saniert, den besonderen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen der Klassen 1 bis 10 angepasst und für den Vereinssport wieder attraktiv gemacht werden.

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Nach der Sanierung gibt es jetzt zwei Weitsprunggruben, eine Kugelstoßanlage mit neuem Tennenbelag, ein neues Kleinspielfeld für Basketball, vier Feldhockeytore und ein neues Kunstrasenspielfeld. Die Sportanlage ist behindertengerecht umgestaltet - so sind z. B. die Kugelstoßkreise mit zusätzlichen Hülsen für die Halterungen von Rollstühlen ausgestattet und die Basketballständer sowie die Volleyballanlage höhenverstellbar.

forschen, heilen / 30.08.2019
MDC zum Abschied von Charité-Chef Karl Max Einhäupl und Amtsübernahme von Heyo Kroemer: Faire Zusammenarbeit

Zum Abschied von Karl Max Einhäupl als Vorstandschef der Berliner Charité würdigt Thomas Sommer, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC (komm.), die Verdienste Einhäupls und lobt die gute und faire Zusammenarbeit. Dem neuen Charité-Chef Heyo Kroemer wünscht Sommer eine glückliche Hand und viel Erfolg.

„Karl Max Einhäupl hat viel für die Charité, für Berlin und vor allem für die Patientinnen und Patienten getan“, erklärt Sommer zum Abschied Einhäupls. „Einhäupl hat die Charité geprägt. Unter enormem Spardruck hat er das Klinikum modernisiert und das internationale Renommee der Charité gestärkt. Das ist sein großes Verdienst“, sagt Sommer. Zudem lobt Sommer die fruchtbare Zusammenarbeit und den guten Austausch zwischen Charité und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in den vergangenen Jahren. „Unsere Kooperation war und ist auf ein stets ein gutes, kollegiales und respektvolles Miteinander begründet – das verdanken wir auch Karl Max Einhäupls fairer und unkomplizierter Art und seinem großen persönlichen Einsatz. Mit ihm geht es immer um das gemeinsame Ziel: den medizinischen Fortschritt. Dafür sagen wir Herrn Prof. Einhäupl von ganzem Herzen Dank“, sagt Sommer weiter.

Einhäupl übergibt nach elf Jahren sein Amt als Vorstandvorsitzender zum 1. September 2019 an Heyo Kroemer, bislang Chef der Göttinger Universitätsmedizin. Dem künftigen neuen Vorstandschef der Charité wünscht Sommer viel Erfolg und eine glückliche Hand. „Die Charité gehört zu den bekanntesten Krankenhäusern Europas, wenn nicht der Welt. Sie kann sich glücklich schätzen, diesen erfahrenen Manager an der Spitze zu haben. Ich gratuliere Heyo Kroemer, mit dem ich früher bereits gut zusammengearbeitet habe, und wünsche ihm einen guten Start und viel Erfolg bei den bevorstehenden Herausforderungen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagt Sommer.

Hintergrund zur Kooperation von Charité und MDC

Das MDC und die Charité arbeiten auf vielfältige Weise zusammen. So ist die Charité wichtiger universitärer Partner für die translationale Forschung des MDC; sie vereinigt die medizinischen Fakultäten der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin (HU). MDC-Professoren lehren an beiden Universitäten. Gemeinsam mit dem MDC und der Charité gründete die HU 2013 das Integrative Research Institute (IRI) for the Life Sciences. Es verfolgt die biomedizinische Spitzenforschung mit einem interdisziplinären und interinstitutionellen Ansatz.

Seit dem Jahr 2007 betreiben das MDC und die Charité gemeinsam das Experimental and Clinical Research Center (ECRC), ein Zentrum für translationale Medizin auf dem Campus Buch. Am ECRC arbeiten Grundlagenforscher und Kliniker in gemeinsamen Projekten eng zusammen.  Außerdem wurde ein Ausbildungsprogramm für junge Kliniker eingerichtet, die in einem der MDC-Labors qualifiziert werden möchten. Das ECRC beherbergt auch spezialisierte ambulante Kliniken der Charité. In den Hochschulambulanzen und Sprechstunden auf dem Campus Berlin-Buch arbeiten Forscher des MDC und Kliniker eng zusammen.

Im Juli 2019 hat die Charité zusammen mit den drei anderen großen Berliner Universitäten im Exzellenzwettbewerb des Bundes den Elitestatus errungen. An der „Berlin University Alliance“ ist auch das MDC beteiligt. Es ist Teil der Exzellenzcluster Neurocure und Math+, außerdem wirkt das Zentrum an diversen Graduiertenschulen mit.

MDC und die Charité haben in den vergangenen Jahren gemeinsam das Fundament für das Berliner Instituts für Gesundheit (BIH) gelegt. Das BIH wird künftig als dritte Säule neben Fakultät und Klinikum in die Charité integriert. Das MDC soll privilegierter Partner des BIH werden. Auf dem Forschungscampus Berlin-Buch entsteht in direkter Nachbarschaft zum MDC aktuell ein neues Gebäude, das ein zentraler Standort für das BIH sein wird. Der Neubau trägt den Namen der 1935 vertriebenen Berliner Kinderärztin Käthe Beutler.

Foto: Karl Max Einhäupl (Foto: Peter Himsel / MDC)\n


Kontakt:

Jutta Kramm
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
Leiterin der Abteilung Kommunikation
030-9406-2140
jutta.kramm@mdc-berlin.de

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

forschen / 28.08.2019
Neuer Signalweg für das mTor-abhängige Zellwachstum entdeckt

Die Aktivierung des mTor-Komplexes 1 in der Zelle ist zentral für viele lebenswichtige Vorgänge im Körper, zum Beispiel für das Zellwachstum und den Stoffwechsel. Ist dieser Signalweg jedoch überaktiv, können Krankheiten wie diabetische Insulinresistenz oder Krebs resultieren. Ein Team um den Forscher Volker Haucke (Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie und Freie Universität Berlin) hat nun herausgefunden, wie eine bestimmte Lipid-Kinase reguliert wird, die entscheidend für die Inaktivierung des mTor-Komplexes 1 ist und damit einen neuen Angriffspunkt zur Behandlung von Diabetes und Krebs darstellt. Die Ergebnisse sind soeben in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Cell Biology“ erschienen.

Signalwege in Körperzellen sind enorm komplex: Damit ein bestimmter Mechanismus ausgelöst wird, müssen mehrere „Schalter“ in einer festgelegten Reihenfolge „umgelegt“ werden. Diese „Schalter“ zu finden, kann jedoch knifflig sein, weil an der zellulären Signalübermittlung zahlreiche Substanzen und Stoffkomplexe beteiligt sind, deren Rolle nicht immer einfach zu identifizieren ist. So war lange unbekannt, wie der mTor-Komplex 1 in der Zelle deaktiviert werden kann. Diesen „Schalter“ hatten Forschende des FMP bereits 2017 identifizieren können: Eine bestimmte Lipid-Kinase (PI3KC2ß) fungiert als natürliche Bremse für das Protein mTor und sorgt dafür, dass der mTor-Komplex 1 abgeschaltet wird, etwa wenn bestimmte hormonelle Signale wie Insulin ausbleiben.

Alexander Wallroth aus der Arbeitsgruppe von Volker Haucke hat nun genauer untersucht, wie diese Lipid-Kinase reguliert wird. „Wir haben die Lipidkinase auf verschiedene Weise manipuliert und uns angeschaut, welche Effekte das auf die Aktivität von mTOR und auf das Zellwachstum hat“, so der Biologe. Dabei fanden die Forschenden einen Mechanismus, wie die Lipid-Kinase PI3KC2ß inaktiviert wird. Eine wichtige Rolle spielt dabei eine weitere Kinase, die Protein-Kinase N (PKN). Sie hemmt die Lipid-Kinase PI3KC2ß und sorgt dadurch indirekt für die Aktivierung von mTOR. Die Proteinkinase N wird über Wachstumsfaktoren reguliert: Wachstumsfaktoren stimulieren an der Zellmembran den mTor-Komplex 2, den zweiten Protein-Komplex, in dem mTor in der Zelle vorliegt. Dieser wiederum aktiviert die PKN, die ihrerseits die Lipid-Kinase deaktiviert.

„Damit haben wir zwei weitere Komponenten gefunden, die pharmaklogisch angegriffen werden könnten“, erklärt Alexander Wallroth. Schafft man es nämlich, PKN zu hemmen, wird die Lipid-Kinase PI3KC2ß aktiviert und schlussendlich mTOR-abhängiges Zellwachstum unterbunden. Wird der Signalweg über Wachstumsfaktoren, den mTor-Komplex 2 und, schließlich, PKN hingegen aktiviert, bleibt die Lipid-Kinase inaktiv und der mTOR-Komplex 1 kann das Zellwachstum befördern. Inhibitoren, die PKN hemmen könnten, kennt man bereits. Diese sind allerdings nicht sehr spezifisch und blockieren auch viele andere lebenswichtige Vorgänge in der Zelle, so dass sie im lebenden Gewebe derzeit noch nicht eingesetzt werden können.

„Interessant an unseren Ergebnissen ist insbesondere, dass wir einen zellbiologischen Signalweg gefunden haben, der die mTor-Komplexe 1 und 2 miteinander verbindet. Schaltet man z.B. 2 aus, wirkt sich das auch auf 1 aus“, sagt Alexander Wallroth. So konnten die Forschenden in der vorangegangenen Arbeit zeigen, dass die Lipid-Kinase PI3KC2ß direkt auf den mTor-Komplex 1 einwirkt, wenn sie aktiviert ist. Wird nun durch mTor-Komplex 2 die PKN aktiviert und damit die Lipid-Kinase deaktiviert, wirkt sich das auch auf den mTor-Komplex 1 aus. Über den mTor-Komplex 2 war im Verhältnis zu Komplex 1 bisher weniger bekannt. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen nun, dass mTOR Komplex 2 die Aktivität des wichtigen Komplex 1 mitsteuert. „Das gibt weiteren Forschungen zu medizinischen Eingriffsmöglichkeiten bei verschiedenen Krankheiten wie Insulinresistenz oder Krebs neuen Spielraum“, betont Alexander Wallroth.\n

 

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Abbildung: Links: Protein-Kinase N (PKN) ist aktiv und inhibitiert PI3KC2ß (grün eingefärbt). Rechts: PKN fehlt. Das führt dazu, dass PI3KC2ß die Lokalisation in der Zelle ändert und aktiv ist. | Alexander Wallroth, FMP

Quelle:
Marat, A.L., Wallroth, A., Lo, W., Müller, R., Norata, G.D., Falsaca, M., Schultz, C., Haucke, V. (2017) mTORC1 activity repression by late endosomal phosphatidylinositol 3,4 bisphosphate. Science, Ausgabe vom 2. Juni 2017

Wallroth, A., Koch, P. A., Marat, A. L., Krause, E., Haucke, V. (2019). Protein kinase N controls a lysosomal lipid switch to facilitate nutrient signalling via mTORC1. Nature Cell Biology, Ausgabe September 2019

Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

 

leben / 28.08.2019
„Pankow bekennt Farbe! Gegen Rassismus. Für Menschenrechte“

Am 7. und 8. September 2019 feiert Pankow zum 50. Mal das Fest an der Panke. Der Marktplatz von Pankow, die Ossietzkystraße und die Breite Straße sind ab Samstag 10 Uhr bis Sonntag 20 Uhr für zahlreiche Schausteller, Fahrgeschäfte, Kinderattraktionen und Kunsthandwerk gesperrt. Erstmals präsentieren sich die Pankower Migrant*innenorganisationen, die Frauenprojekte und Willkommensinitiativen gemeinsam mit dem Bezirksamt Pankow an einem großen gelben Gemeinschaftsstand unter dem Motto „Pankow bekennt Farbe! Gegen Rassismus. Für Menschenrechte.“\n

Die Vereine stellen ihre Arbeit vor und bieten viele Mitmach-Aktionen für Kinder und Erwachsene. Zudem wird in diesem Jahr auch erstmals das Bühnenprogramm PANKOW TANZT auf der Hauptbühne von migrantischen Künstler*innen mitgestaltet. Auch die neue Bezirksfahne für Vielfalt wird auf dem Fest zu sehen sein. Sie ist im März 2019 in Zusammenarbeit mit dem Künstlerinnen-Kollektiv migrantas entstanden.

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„Ich freue mich sehr darüber, dass zu dem 50. Jubiläum das traditionelle Pankower Fest noch bunter wird als sonst und wir damit klar Haltung zeigen für ein vielfältiges und solidarisches Pankow!“, sagt Bezirksbürgermeister Sören Benn (DIE LINKE). Gemeinsam mit Gästen aus den Pankower Partnerstädten Kolberg (Polen) und Ashkelon (Israel) eröffnet er das Panke-Fest am Samstag um 14 Uhr.

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Den Auftakt des Wochenendes bildet am Vorabend die große Fest-Veranstaltung zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaften mit geladenen internationalen Gästen. Weitere Infos beim Büro der Integrationsbeauftragten, Frau Birgit Gust, Birgit.Gust@ba-pankow.berlin.de, Tel.: 030-90295 2431.

investieren, produzieren / 27.08.2019
Eckert & Ziegler: zusätzliche Produktionskapazitäten für Gallium-68-Generatoren von Aufsichtsbehörden freigegeben

Die Eckert & Ziegler AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat im Rahmen eines mehrwöchigen Audits sowohl vom Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales als auch von der amerikanischen Bundesgesundheitsbehörde Food and Drug Administration (FDA) die Herstellungserlaubnis für zusätzliche Produktionslinien für Ge-68/Ga-68-Generatoren (GalliaPharm®) erhalten. Beide Abnahmen erfolgten ohne wesentliche Auflagen oder Vorbehalte. Die zusätzlichen Kapazitäten stehen ab sofort zur Verfügung.

Aufgrund von Lieferengpässen im Sommer 2018 hatte Eckert & Ziegler im letzten Jahr bereits in seine Produktionskapazitäten für den in der Präzisionsonkologie stark nachgefragten Grundstoff Ga-68 investiert und eine Kapazitätserweiterung angekündigt. Die Herstellungserlaubnis wurde jetzt plangemäß am 23.8.2019 von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) und zuvor vom Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales erteilt.

„Wir freuen uns, diesen Meilenstein hinter uns gebracht zu haben und fühlen uns jetzt für den Nachfrageschub gerüstet, der sich schon im kommenden Jahr mit einem erfolgreichen Abschluss diverser klinischer Entwicklungen ergeben könnte. Im Moment befindet sich ein halbes Dutzend radiopharmazeutischer Substanzen von internationalen Pharmaunternehmen in fortgeschrittenen klinischen Prüfungen, darunter auch für große Indikationen wie Prostatakrebs,“ erklärt Dr. Lutz Helmke, Mitglied des Vorstands der Eckert & Ziegler AG und verantwortlich für das Segment Radiopharma.

Bei Ge-68/Ga-68-Generatoren handelt es sich um Radionuklidgeneratoren, die das für die Positronenemissionstomographie (PET) wichtige Nuklid Gallium-68 verfügbar machen. Vor Ort in der Klinik kann das Radionuklid an ein diagnostisch nutzbares Biomolekül gekoppelt und das anwendungsfertige Arzneimittel für die PET-Diagnostik eingesetzt werden. Klinische Anwendung finden Gallium-68 markierte Diagnostika vorwiegend in der Präzisionsonkologie, bei der das Radiopharmazeutikum dem Patienten injiziert wird und im Körper direkt zu den Tumorzellen geführt wird.

Die Besonderheit der Gallium-68-basierten Technologie besteht darin, dass im Unterschied zu Fluor-18 oder Kohlenstoff-11 basierten Diagnostika hier kein teures Zyklotron erforderlich ist, was in den nuklearmedizinischen Kliniken und Praxen Kosten senkt und Flexibilität erhöht.

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit rund 800 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im SDAX der Deutschen Börse gelistet.

leben, bilden / 26.08.2019
Theodor Fontane in Berlin-Buch

Szenische Führungen zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019
 
Schülerinnen und Schüler der Ev. Schule Buch präsentieren am Sonntag, dem 8. September 2019, anlässlich des Tages des offenen Denkmals, die Ergebnisse ihrer Beschäftigung mit dem Besuch des Schriftstellers Theodor Fontane 1860 im Dorfe Buch, im Rahmen einer Projektwoche vom 26. bis zum 30. August 2019.\n

Beginn der szenischen Führungen am Aufführungstag ist jeweils 13 und 15 Uhr, Treffpunkt: Alt Buch (Eingang Schlosspark). Ausgangspunkt für das Projekt ist ein Fontanetext aus dem Band "Spreeland", seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Jahrgangsstufe werden sich mit den verschiedenen Stationen der Reisebeschreibungen Fontanes – darunter der Besuch des Parks und die Übernachtung im damaligen Schlosskrug – auseinandersetzen, der Geschichte Buchs und seiner Bewohnerschaft nachspüren und sich auf historische Spurensuche begeben. Neben dem Literaten Theodor Fontane, treten im Verlaufe der szenischen Führungen Persönlichkeiten auf, die die Entwicklung durch den Auf- und Ausbau des Dorfes mit Gutshof, Schloss, Park und Kirchbau geprägt haben. Für die Präsentation entstehen im Verlaufe der Projektwoche Ausstattung und Requisite.

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Eine Veranstaltung des Museums Pankow in Kooperation mit der Ev. Schule Buch, mit Unterstützung von Denk mal an Berlin e.V. und der Jugendkunstschule Pankow.

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Eine vorherige Anmeldung ist erwünscht: museumsek@ba-pankow.berlin.de

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Der Eintritt ist frei.

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Weitere Infos unter: 030 90295 3917.

leben, bilden / 23.08.2019
Jugendjury - Neue Ideen für ein besseres Pankow

 Die Jugendjury Pankow 2019 „Läuft bei euch?“, gefördert durch den Jugend-Demokratiefonds Berlin und das Jugendamt Pankow, unterstützt junge Menschen im Alter von 12 bis 21 Jahren finanziell bei der Umsetzung von Projektideen. Es stehen bis zu 1.000 EUR für jedes Projekt zur Verfügung. Wie viel Geld es am Ende gibt, entscheiden die Jugendlichen selbst. Sie stellen gleichzeitig die Jury dar. Am Tag der Jurysitzung werden alle eingereichten Projektideen vorgestellt und die Jurymitglieder beraten sich über die finanzielle Zuwendung.\n

Rona Tietje, Jugendstadträtin im Bezirksamt Pankow, sieht in der Jugendjury eine Möglichkeit, junge Menschen bei der Umsetzung eigener Ideen zu unterstützen und Beteiligungsprozesse erfahrbar zu machen. „Die Jugendjury ermöglicht es Kindern und Jugendlichen, ihre eigenen Projekte zu entwickeln - von der ersten Skizze bis zur Realisierung. Über die Förderung entscheiden sie selbst. Auf diese Weise erleben und gestalten sie Partizipation und Demokratie ganz direkt. Ich freue mich, wenn auch in dieser Runde wieder viele kreative Ideen von den Kindern und Jugendlichen aus Pankow eingereicht werden.“

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Nach der erfolgreichen ersten Runde der Jugendjury am 06.04.2019 konnten neun Projekte gefördert werden. Die Fördersumme von insgesamt 6.002 EUR wurde von den Jurymitgliedern der Projekte folgendermaßen verteilt:

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•    Fempowerment-Wochenende – 724 EUR
•    Was bin ich? – 650 EUR
•    Wanderlust – 977 EUR
•    Meet your European Politician – 867 EUR
•    Breakdance für coole Mädchen – 500 EUR
•    Kochbuch – 400 EUR
•    Raus aus der Stadt rein in die Natur – 797 EUR
•    Einen Raum zum Tanzen – 580 EUR
•    Pausenraum für Schüler*innen – 507 EUR

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Die Projektnamen geben bereits einen Hinweis darauf, was die jungen Menschen dazu bewegt, ein eigenes Projekt durchzuführen und Geld dafür zu beantragen. Es geht beispielsweise um die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Sexualität, darum Erfahrungen in und mit der Natur zu sammeln sowie um künstlerische Aktivitäten. Eine ausführliche Beschreibung der Projekte folgt wie immer in der abschließenden Dokumentation der Jugendjury, die voraussichtlich im Januar 2020 erscheint und über den Projektträger interAufTact e.V. erhältlich ist sowie auf der Homepagehttp://jugendjury-pankow.blogspot.com/ einsehbar sein wird.
In diesem Jahr gibt es noch zweimal die Möglichkeit der Projektförderung. Die zweite Jugendjury Runde findet am 31. August 2019 im Jugendclub M24 (Mühlenstraße 24) um 11 Uhr statt. Die dritte Jugendjury Runde findet in der gleichen Lokalität am 28. September 2019 statt. Einsendeschluss hierfür ist der 20.September 2019.

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Die Anmeldungen können per E-Mail an jugendjury.pankow@gmail.com oder per Post an Jugendjury-Team, Mühlenstraße 24, 13187 Berlin, eingereicht werden, mit dem Namen/Titel des Projektes, einer kurzen Beschreibung der Projektidee, den Projektmitgliedern und der Summe.
 

heilen / 19.08.2019
Daniel Amrein wird neuer Geschäftsführer im Helios Klinikum Berlin-Buch

Daniel Amrein (34) wird am 01.09.2019 die Geschäftsleitung des Helios Klinikums Berlin-Buch übernehmen. Er folgt in dieser Position auf Dr. Sebastian Heumüller, der seit 01. Juli 2019 Regionalgeschäftsführer der Helios Region Ost mit Kliniken in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen ist. Daniel Amrein ist seit 2016 in verschiedenen Führungspositionen für Helios tätig. Aktuell leitet der gebürtige Neu-Ulmer das Helios Klinikum in Meiningen, Thüringen.

„Als größte Klinik der Helios Region Ost und einer der größten Gesundheitsversorger der Hauptstadt hat es im Helios Klinikum Berlin-Buch mittlerweile Tradition, neue Wege einzuschlagen, um die bestmögliche Gesundheitsversorgung unserer Patienten zu gewährleisten. Ich freue mich, in Daniel Amrein einen Nachfolger gefunden zu haben, der gezeigt hat, dass er Chancen für die Weiterentwicklung von Kliniken erkennt und nutzt“, erläutert Dr. Sebastian Heumüller die Entscheidung zugunsten Herrn Amreins.

„Man bekommt nicht häufig das Angebot, einen Maximalversorger mit solch einem guten Ruf zu leiten,“ begründet Daniel Amrein seinen Wechsel an die Spree. „Mich reizt die Vielfalt der Möglichkeiten hier im Helios Klinikum Berlin-Buch. Das Haus verfügt über Top-Kräfte und modernste medizinische Ausstattung in allen Bereichen. Ich freue mich auf die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Führungsteam und allen Mitarbeitern, um dieses sehr gut aufgestellte Klinikum in den kommenden Jahren stetig weiterzuentwickeln.“

 
Foto: Daniel Amrein wird neuer Klinikgeschäftsführer im Helios Klinikum Berlin-Buch. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

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Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zu Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

investieren, produzieren / 13.08.2019
Eckert & Ziegler wächst bei Umsatz und Erträgen

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie hat im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahreszeitraum den Konzernumsatz um 10% auf 89,0 Mio. EUR gesteigert. Das Ergebnis pro Aktie legte um 57% auf 2,55 EUR zu.

Den größten Wachstumsschub verzeichnete das Radiopharmasegment, das im Wesentlichen getrieben durch weiter anziehende Umsätze mit pharmazeutischen Radioisotopen seine Verkäufe um 6,3 Mio. Euro oder 41% auf 21,7 Mio. Euro steigerte. Auch das Segment Isotope Products konnte mit einem Umsatzwachstum um 5% oder 4,2 Mio. Euro auf 54,2 Mio. Euro zulegen. Das Segment Strahlentherapie musste dagegen leichte Umsatzeinbußen verzeichnen und erzielte mit 13,2 Mio. Euro etwa 8% geringere Umsätze als im Vorjahreszeitraum.

Der operative Kapitalfluss stieg um 9,1 Mio. Euro auf 14,2 Mio. Euro deutlich an. Ausschlaggebend hierfür waren das um 4,5 Mio. Euro höhere Periodenergebnis und um 1,5 Mio. Euro höhere nicht zahlungswirksame Abschreibungen. In der Summe nahm der Finanzmittelbestand zum 30.06.2019 gegenüber dem Jahresende 2018 um 2,9 Mio. Euro auf nunmehr 57,1 Mio. Euro zu.

Für das Geschäftsjahr 2019 wird ein Umsatz von etwa 180 Mio. EUR und ein Jahresüberschuss von etwa 4,00 EUR je Aktie erwartet. Die Prognosen stehen unter dem Vorbehalt eines Eurokurses von maximal 1,20 USD.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier. \n


Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit rund 800 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im SDAX der Deutschen Börse gelistet.

forschen / 13.08.2019
Gen für säureempfindlichen Ionenkanal identifiziert

Im Körper reguliert ein ausgeklügeltes Transportsystem den Salzgehalt der Zellen und deren Umgebung. Spezielle Kanäle in der Zellmembran sorgen dafür, dass Salzionen zielgerichtet in Zellen ein- oder aus Zellen ausströmen. Das Team um Professor Thomas Jentsch von FMP und MDC hat jetzt die molekularen Bausteine für einen bislang unbekannten Ionenkanal identifiziert.

Membranen, die die Zellen oder Zellorganellen umhüllen, sind normalerweise für geladene Teilchen wie Salzionen undurchlässig. Aber es gibt Schlupflöcher: Transmembran-Proteine können Kanäle bilden, die Ionen hindurch lassen. Solche Ionenkanäle öffnen oder schließen sich meist auf ein bestimmtes Signal hin, das zum Beispiel durch einen Botenstoff oder Änderungen der Membranspannung übermittelt wird. Oft sind die Kanäle auf bestimmte Ionen, zum Beispiel Chlorid, Kalium oder Natrium spezialisiert.

Ein Team um Professor Thomas Jentsch vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat nun ein neues Transmembran-Protein namens TMEM206 als neuen Chloridionenkanal identifiziert. Es zeichnet sich durch einen bislang einzigartigen Aktivierungsmechanismus aus: Sinkt der pH-Wert in der Zellumgebung, öffnet sich der Kanal und lässt Chlorid je nach Zelltyp aus der Zelle heraus oder in die Zelle hineinfließen. Diese Art von Ionenkanälen kann möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Tumoren spielen, denn bei diesen Erkrankungen kommt es zu einer Ansäuerung im betroffenen Gewebe.

Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Ausgangspunkt für die aktuellen Arbeiten war ein Ionenkanal namens ASOR (Acid-Sensitive Outwardly Rectifying anion channel). Vor mehr als zehn Jahren wurden in elektrophysiologischen Studien pH-gesteuerte Chloridströme in Zellen verschiedener Wirbeltiere entdeckt und charakterisiert. „Wie dieser Kanal in der Zellmembran aufgebaut ist, war aber bislang unbekannt. Damals war die Technik noch nicht soweit, dass ein genomweites Screening möglich gewesen wäre. Jetzt haben wir die kodierenden Gensequenzen für das Protein, das den ASOR-Kanal bildet, identifiziert“, erläutert Professor Thomas Jentsch, Leiter der Arbeitsgruppe Physiologie und Pathologie des Ionentransports am MDC und FMP.

Rund vier Jahre haben die Analysen gedauert, denn es mussten viele Methoden angepasst oder neu entwickelt werden. Zum Beispiel hat das Team ein spezielles, optisches Nachweisverfahren für die Funktion des ASOR-Kanals entwickelt, das für Hochdurchsatzverfahren geeignet ist.

Um im kompletten Erbgut nach den für den ASOR-Kanal relevanten DNA-Sequenzen zu suchen, nutzten die Forscherinnen und Forscher ein siRNA-Screening. Dabei wird systematisch Gen für Gen durch kleine RNA-Stücke stillgelegt (small interfering RNA, siRNA) und anschließend werden die funktionellen Konsequenzen analysiert.  Ob das mit diesem Verfahren gefundene Gen wirklich für den Kanal kodiert, prüften sie mithilfe der CRISPR/Cas-Technologie und mit Mutationen, die die Kanaleigenschaften veränderten. „Für uns war es äußerst hilfreich, dass die Screening-Unit am FMP mit ihren Technologie-Plattformen für diese Hochdurchsatzverfahren unsere direkten Nachbarn sind“, erläutert Jentsch. „Dort stehen zahlreiche Roboter, die die Proben pipettieren, und es gibt automatische Anlagen für die Zellkulturen.“ Die siRNA-Bank der Screening Unit beinhaltet siRNAs für alle 20.000 menschliche Gene, die alle durchgecheckt werden müssen. Zur Sicherheit erfolgen drei Durchläufe, so dass letztlich insgesamt 60.000 Einzelergebnisse gescannt und bioinformatisch ausgewertet werden mussten.

Die Identifizierung von TMEM206 ist erst der Anfang

„Die Identifizierung von TMEM206 als grundlegender Baustein des ASOR-Kanals ist ein wichtiger Durchbruch für uns. Dies ermöglicht endlich die Aufklärung der physiologischen Rollen des Kanals“, resümiert Jentsch. Chlorid-Ionen gehören zu den wichtigsten und häufigsten Elektrolyten im Körper. Ihre Konzentration kann sich zwischen Zelläußerem und dem Zytoplasma im Zellinneren sowie in den verschiedenen Organellen stark unterscheiden. Die Zellmembran bildet eine Barriere für das negativ geladene Chlorid, die sie aber mittels spezieller Membranproteine überwinden können. Die Chlorid-Ionen folgen dabei entweder einem Konzentrationsgradienten durch Kanäle oder sie können von Transportproteinen aktiv auf die andere Seite einer Membran gepumpt werden. Chlorid-Kanäle erfüllen äußerst vielfältige biologische Funktionen. Dementsprechend gibt eine große Vielzahl strukturell unterschiedlicher Chloridkanäle, die auf unterschiedliche Art und Weise reguliert werden und die Chlorid je nach Bedarf der Zelle und des Organismus transportieren.

Vieles spricht dafür, dass der ASOR-Kanal eine Rolle beim säureinduzierten Zelltod spielt. Denn der Kanal öffnet sich nur für die Chlorid-Ionen, wenn das extrazelluläre Milieu sehr sauer wird. Obwohl der Kanal in jeder Zelle vorkommt, sind nur sehr wenige Zelltypen normalerweise einem derart sauren pH ausgesetzt. Wenn der Körper krank ist, wie zum Beispiel bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt oder bei Tumoren, kann der pH aber zu diesen sauren Werten abfallen. Diese schädliche Rolle bei Krankheiten kann aber nicht erklären, warum ASOR in allen Säugetierzellen zu finden ist.

Es sind noch viele Fragen offen, sagt Jentsch. Welche Bedeutung hat ein säureinduzierter Ionenkanal, der Chlorid aus der Zelle herausströmen lässt? Warum besitzen offensichtlich alle Zellen diesen ASOR-Kanal? Und wo genau befindet sich der Kanal innerhalb der Zellen? Ist er beispielsweise auch in den Membranen der Zellorganellen mit potenziell saurem Inhalt, wie es bei den Lysosomen oder Endosomen der Fall ist, vorhanden? Um die Struktur und die physiologischen Funktionen von ASOR weiter aufzuklären, hat die Arbeitsgruppe einen Antikörper gegen TMEM206 entwickelt. Als nächstes wollen sie damit nachweisen, in welchen Zellen das Kanalprotein exprimiert wird und wo genau es innerhalb der Zellen lokalisiert ist. Die physiologische Funktion soll in Zukunft mithilfe von Mäusen, in denen das Gen für den Kanal ausgeschaltet wird, aufgeklärt werden.

Lisa Kempe

Publikation:
Florian Ullrich et al. (2019): „Identification of TMEM206 proteins as pore of PAORAC/ASOR acid-sensitive chloride channels.“ eLIFE, doi: 10.7554/eLife.49187

Abbildung: Patch-Clamp-Messung säureaktivierter Chloridströme. (Foto: Felix Petermann)

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Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de 

forschen / 09.08.2019
Ein genetischer Aufpasser für gesundes Altern

MDC-Forscherinnen und Forscher haben einen epigenetischen Mechanismus entdeckt, der anscheinend großen Einfluss auf das gesunde Altern hat. Es handelt sich um ein Protein, das die Funktionsfähigkeit der Muskulatur, die Lebenserwartung und den Spiegel eines essentiellen Zuckers kontrolliert. Wie kann ein Protein solch einen Einfluss haben?

Forscherinnen und Forscher des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie (BIMSB) des MDC haben ein Protein entdeckt, das erheblichen Einfluss auf eine gesunde Muskulatur und die Lebenserwartung hat. Wenn Tiere dieses Protein namens LIN-53 fehlt, haben sie schwerwiegende Muskelschäden und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Sie sterben früher im Vergleich zu Tieren, die dieses Protein haben.

Dr. Baris Tursun, der Leiter des Labors „Genregulation und Zelltypspezifizierung in C. elegans“ am BIMSB, und seine Kolleginnen und Kollegen haben zwei spezifische Signalwege entdeckt, über die LIN-53 in Rundwürmern (C. elegans) funktioniert. Ihre Ergebnisse, die in der Zeitschrift Aging Cell veröffentlicht wurden, legen den Grundstein für weitere Studien an der menschlichen Version des Proteins.

„Wir wollen genetische Faktoren identifizieren, die Lebens- und Gesundheitsspanne verknüpfen. Das ist ein Schlüssel zum Verständnis der menschlichen Gesundheit und von altersbedingten Erkrankungen wie beispielsweise Muskeldystrophie“, sagt Tursun.

Epigenetischer Faktor

LIN-53 ist nicht irgendein Protein, es ist ein „Histon-Chaperon“. Es bindet an Histone, also jene Moleküle, an die sich die langen DNA-Stränge eng anschmiegen, um in den Zellkern zu passen. Verändert sich ein Histon kann das letztendlich dazu führen, dass das Ablesen der Gene hoch- oder heruntergefahren wird. Das wiederum beeinflusst die Entwicklung, Funktion und Lebenserwartung eines Organismus. LIN-53 gilt als „epigenetischer Faktor“, weil das Protein durch sein Zusammenspiel mit Histonen dabei hilft, Gene zu aktivieren oder zu deaktivieren. So können vererbbare Eigenschaften auf den Nachwuchs übergehen, ohne dass dabei die zugrundeliegende DNA-Sequenz verändert wird.

Tursun und sein Team wollten verstehen, ob dieser epigenetische Faktor Einfluss darauf hat, wie lange ein Organismus lebt (Lebensspanne) und wie lange der Organismus dabei gesund ist (Gesundheitsspanne). Sie wollten außerdem herausfinden, ob Lebens- und Gesundheitsspanne unmittelbar zusammenhängen.

„Wenn wir älter werden, bemerken wir normalerweise Alterungserscheinungen, die von einem Verlust von Muskelmasse begleitet sind“, sagt Tursun. „Handelt es sich dabei um Zufälle oder gibt es da einen Zusammenhang? Falls es einen Zusammenhang gibt, wie sind diese Faktoren genau miteinander verknüpft? Unsere Studie ist eine der ersten Veröffentlichungen, die eine epigenetische Verbindung zeigt."

Ein Faktor, zwei Wege

Das Team untersuchte die Rolle von LIN-53 in Caenorhabditis elegans (C. elegans), einem nur einen Millimeter langen Wurm. C. elegans wird auch als Nematode bezeichnet und ist einer der primären Modellorganismen in der Alterungsforschung, da viele seiner Gene hochgradig konserviert sind oder artenübergreifend gefunden werden.

„Es ist ein so kleiner Organismus und trotzdem sind menschliche Gewebe, Signalwege und Genregulation ähnlich. Deshalb können wir die Ergebnisse vom Nematoden auf den Menschen übertragen“, sagt Stefanie Müthel, Erstautorin der Veröffentlichung und Postdoktorandin im Labor für Myologie des Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung von Charité und MDC.

Als die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Gen für LIN-53 entfernten, bewegten sich die Würmer weniger und lebten nicht so lange wie die Vertreter, die dieses Gen noch hatten.

Das zeigt, dass LIN-53 eine wichtige Rolle für eine gesunde Muskulatur und die Lebensspanne spielt. Das Team forschte weiter und entdeckte, dass LIN-53 die Entwicklung der Muskulatur durch den molekularen Komplex NuRD und die Lebensspanne durch einen anderen Komplex, Sin3, beeinflusst. Die Tatsache, dass LIN-53 an zwei unterschiedlichen Signalwegen beteiligt ist, ist besonders faszinierend und deutet nachdrücklich auf die Bedeutung von LIN-53 als Bindeglied zwischen Lebens- und Gesundheitsspanne hin. 

„LIN-53 ist ein Teil von sieben unterschiedlichen molekularen Komplexen, die die Modifizierung und Struktur des Chromatins regulieren“, sagt Müthel. „Ich war überrascht und glücklich darüber, dass wir die Komplexe klar definieren konnten, die für die Gesundheits- und Lebensspanne von Bedeutung sind."

Der gute Zucker

Weitere Analysen lieferten eine mögliche Erklärung dafür, warum LIN-53 so leistungsfähig ist. Tiere ohne LIN-53 hatten nur geringe Werte eines Zuckers, der als Trehalose bezeichnet wird. Er besteht aus zwei Glukosemolekülen und ist für eine normale Lebensspanne bei Wirbellosen unerlässlich. Die Interaktion zwischen LIN-53 und Sin3 betraf Gene, die den Stoffwechsel regulieren, einschließlich der Produktion dieses Zuckers. Um zu verstehen, wie genau LIN-53 mit NuRD und Sin3 interagiert und die Zuckerbildung hemmt, sind weitere Studien erforderlich.

Da das Protein LIN-53 und das menschliche Protein RBBP4/7 nahezu identisch sind, können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Erkenntnisse, die sie mithilfe des mikroskopisch kleinen Wurms erlangt haben, als Wegweiser nutzen, um beim Menschen nach Antworten zu ähnlichen Fragen zu finden.

„Wir möchten alle gesund altern“, sagt Tursun. „Sobald wir die Zusammenhänge zwischen dem Altern und allen begleitenden nachteiligen Auswirkungen kennen, können wir überlegen, wie wir sie voneinander abkoppeln können.“\n

Laura Petersen


Weiterführende Informationen

Tursun Lab
https://www.mdc-berlin.de/de/tursun

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AG Spuler
https://www.mdc-berlin.de/de/spuler

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Literatur

Stefanie Müthel et al. (2019): “The conserved histone chaperone LIN-53 is required for
normal lifespan and maintenance of muscle integrity in Caenorhabditis elegans” Aging Cell, https://doi.org/10.1111/acel.13012

forschen / 09.08.2019
Doch keine Wassermoleküle im Selektivitätsfilter von Kaliumkanälen

Passieren Kaliumionen alleine den Selektivitätsfilter eines Kaliumkanals oder sitzen Wassermoleküle zwischen den Ionen? Diese Frage ist seit Jahren umstritten. Forscher um Prof. Adam Lange vom Berliner Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) haben nun zeigen können, dass keine Wassermoleküle durch den Kaliumkanal wandern. Da die Versuche erstmals an Zellmembranen unter natürlichen Bedingungen durchgeführt wurden, haben die Forscher einen starken Beweis in der Hand. Ihre Arbeit ist soeben im Fachjournal „Science Advances“ erschienen.

Unsere Zellen brauchen Kaliumionen, zum Beispiel um Nervenimpulse weiterzuleiten oder die Herzfrequenz zu steuern. Darum ist fast jede menschliche Zelle - oder genauer gesagt die Membran einer Zelle - mit Kaliumkanälen ausgestattet. Weil Kaliumkanäle eine fundamentale Bedeutung für biologische Prozesse haben und schon kleinste Veränderungen zu schweren Krankheiten führen können, werden die winzigen Eiweißmoleküle weltweit erforscht. Für die Aufklärung der Struktur von Kaliumkanälen hat ein US-Forscher im Jahr 2003 sogar den Nobelpreis für Chemie erhalten.

Kontroverse Debatte um zwei verschiedene Mechanismen
Unklar war jedoch, wie genau Kalium den Kanal passiert, um über die Zellmembran zu gelangen. Lange Zeit ging man davon aus, dass auf jedes Kaliumion ein Wassermolekül folgt und die Elemente dann aufgereiht wie an einer Kette nacheinander den engsten Teil des Kaliumkanals, den sogenannten Selektivitätsfilter, passieren. Erklärt wurde das damit, dass Kaliumionen positiv geladen sind und sich ohne die Zwischenmoleküle gegenseitig abstoßen würden. Dieser Mechanismus wurde 2014 von Göttinger Forschern um Prof. Bert de Groot jedoch in Frage gestellt: Computersimulationen zeigten, dass im Selektivitätsfilter von Kaliumkanälen gar keine Wassermoleküle vorhanden sind. Doch klar war die Sache damit noch nicht. Denn anschließend wurden weitere Arbeiten publiziert, die den älteren Mechanismus stützten und den neuen anscheinend widerlegten.

Nun haben Forscher vom Berliner Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) Klarheit in die kontroverse Debatte gebracht: Dr. Carl Öster und Kitty Hendriks aus der Arbeitsgruppe von Prof. Adam Lange konnten zusammen mit weiteren Kollegen am FMP erstmals mittels Festkörper-Kernspinresonanz (NMR)-Spektroskopie zeigen, dass Kaliumionen tatsächlich ohne Wassermoleküle durch die Kaliumkanäle wandern. Die Kaliumionen sitzen demnach direkt hintereinander und schieben sich gegenseitig von unten nach oben durch den Kaliumkanal.

Unter natürlichen Bedingungen ist der Selektivitätsfilter von Kaliumkanälen frei von Wasser
„Die Technik, die wir verwendet haben, erlaubt es, Membranproteine in echten Zellmembranen unter natürlichen Bedingungen anzuschauen, also etwa bei Raumtemperatur oder physiologischen Salzkonzentrationen“, erklärt Kitty Hendriks. „Damit konnten wir zeigen, dass unter diesen Bedingungen definitiv kein Wasser zwischen den Kaliumionen im Selektivitätsfilter zu finden ist.“

Die ersten Hinweise darauf kamen aus Computersimulationen und es gibt auch röntgenkristallografische Daten, die für die Abwesenheit von Wassermolekülen im Selektivitätsfilter von Kaliumkanälen sprechen. „Diese Untersuchungen wurden allerdings unter künstlichen Bedingungen durchgeführt“, betont Dr. Carl Öster. „Mit unseren ergänzenden Daten aus der NMR-Spektroskopie haben wir jetzt ein schwergewichtiges Argument in der Hand, dass der neuere Mechanismus der richtige ist.“

Den Nachweis, dass keine Wassermoleküle zwischen den Kaliumionen sitzen, haben die FMP-Forscher zusammen mit Kollegen vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie um Prof. Bert de Groot erbracht, deren computergestützte Molekulardynamiksimulationen ebenfalls mit in die Arbeit eingeflossen sind.

Ein Fortschritt für die Forschung
Entscheidend für die Aufklärung des Mechanismus war, dass das FMP ein weltweit führendes Zentrum für NMR-spektroskopische Untersuchungen ist und diese komplexe Technik ständig weiterentwickelt. „Vor fünf Jahren hätten wir das sicher so noch nicht zeigen können, aber jetzt sind wir so weit, dass wir diese wichtige Fragestellung gut beantworten können“, sagt Arbeitsgruppenleiter Prof. Adam Lange, dessen Schwerpunkt auf der Erforschung von Membranproteinen wie Ionenkanälen liegt. Er fügt hinzu: „Da die Abläufe in den Kaliumkanälen elementar für unsere Gesundheit sind, haben unsere Ergebnisse eine große Bedeutung, auch über die Grundlagenforschung hinaus.“

Finanziell unterstützt wurde die Arbeit durch das European Research Council im Rahmen eines ERC Grants an Prof. Lange und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG; Forschergruppe 2518).

Publikation
Carl Öster*, Kitty Hendriks*, Wojciech Kopec, Veniamin Chevelkov, Chaowei Shi, Dagmar Michl, Sascha Lange, Han Sun, Bert L. de Groot, Adam Lange. The conduction pathway of potassium channels is water free under physiological conditions, Science Advances 31. Juli 2019, DOI: 10.1126/sciadv.aaw6756


Kontakt
Prof. Adam Lange
Abteilung Molekulare Biophysik
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
alange@fmp-berlin.de
Tel. +49 30 94793-190
www.leibniz-fmp.de/lange

Filmportrait
www.leibniz-fmp.de/de/press-media/filmportraits-2017/filmportraits-2017-adam-lange.html

forschen / 09.08.2019
Krebsmedikamente im Körper sicher an das Ziel bringen

Krebserkrankungen gezielter und wirksamer behandeln – das könnte mit einer neuartigen Technologie gelingen, die Teams von Forschenden am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) entwickelt haben. Das Verfahren wandelt Proteine und Antikörper in stabile, hoch funktionale Wirkstofftransporter um, mit denen Tumorzellen aufgefunden und abgetötet werden können.

Die klassische Chemotherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen beruht auf toxischen Substanzen, die bei schnell teilenden Zellen besonders wirksam sind. Da aber auch gesundes Gewebe auf Zellteilung angewiesen ist, geht die Behandlung mit Chemotherapeutika oft mit starken Nebenwirkungen einher. Eine Dosis, die ausreicht, um den Tumor vollständig aufzulösen, wäre in vielen Fällen zu toxisch, um sie einer erkrankten Person zu verabreichen. Mit moderneren Herangehensweisen ist es heute möglich, Wirkstoffe zielgerichtet im Körper zu transportieren, zum Beispiel indem ein Wirkstoff (Drug) mit einem Antikörper verknüpft wird, der durch Veränderungen auf der Zelloberfläche Krebszellen von gesundem Gewebe unterscheiden kann. Fünf solcher Antibody-Drug-Conjugates (ADCs) sind bereits auf dem Markt.

Diese ADCs verlieren jedoch ihre „toxische Ladung“ zu einem großen Teil schon auf dem Weg zur Krebszelle. Die Substanzen werden im Blutkreislauf freigesetzt, und es können gefährliche Nebenwirkungen auftreten. Wünschenswert wäre also eine stabile Verknüpfung zwischen Wirkstoff und Antikörper. Hier setzten die Forschenden – ein Team um Professor Christian Hackenberger vom FMP und Professor Heinrich Leonhardt vom Biozentrum der LMU – an. Ihre Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift Angewandte Chemie erschienen: In gleich zwei aufeinanderfolgenden Artikeln werden die Methodenentwicklung sowie deren Anwendung auf zielgerichteten Wirkstofftransport dargestellt.

Die neuen Wirkstofftransporter ermöglichen geringere Dosen und Nebenwirkungen
„Wir haben eine neuartige Technologie entwickelt, die es ermöglicht, natürliche Proteine und Antikörper mit komplexen Molekülen wie Fluoreszenzfarbstoffen oder medizinischen Wirkstoffen zu verknüpfen, und das einfacher und stabiler als je zuvor“, berichtet Marc-André Kasper, Forscher in der Gruppe von Christian Hackenberger. Dabei stießen die Forschenden auf die herausragenden Eigenschaften ungesättigter Phosphor-(V)-Verbindungen und machten sich diese zunutze. Diese Phosphonamidate verbinden eine gewünschte Modifikation – zum Beispiel einen krebsbekämpfenden Wirkstoff – ausschließlich mit der Aminosäure Cystein in einem Protein bzw. Antikörper. Da es sich bei Cystein um eine sehr seltene natürliche Aminosäure handelt, kann die Anzahl an Modifikationen pro Protein sehr gut kontrolliert werden, was für die Herstellung von Wirkstoffkonjugaten unerlässlich ist. Außerdem lassen sich Phosphonamidate sehr einfach auch in komplexe chemische Verbindungen einbauen. „Die größte Errungenschaft der neuen Methode ist allerdings, dass die so entstandene Bindung auch während der Zirkulation im Blut stabil ist“, so Marc-André Kasper. Die heute verfügbaren ADCs können dies nicht leisten.

Um die Anwendung für den zielgerichteten Wirkstofftransport zu testen, verglichen die Forschenden ihre Technologie direkt mit dem zugelassenen ADC Adcetris®. Das Präparat wurde so exakt wie möglich mit gleichem Antikörper und Wirkstoff nachgebaut mit dem einzigen Unterschied, dass die neuartige Phosphonamidat-Verknüpfung zum Einsatz kam. Bei der Anwendung in Blutserum konnten die Forschenden beobachten, dass mit dem modifizierten Präparat über Tage hinweg deutlich weniger Wirkstoff verloren geht. Sie setzten die neue Technologie darüber hinaus im Versuch mit Mäusen zur Bekämpfung eines Hodgkin-Lymphoms ein. Das Präparat erwies sich dabei im Vergleich zum herkömmlichen Medikament als wirksamer. „Aus unseren Ergebnissen schließen wir, dass Phosphonamidat-verknüpfte Wirkstofftransporter in geringeren Dosen verabreicht und Nebenwirkungen weiter verringert werden können. Die Technologie hat somit großes Potenzial, gängige Methoden zu ersetzen, um zukünftig wirksamere und sichere ADCs zu entwickeln“, sagt FMP-Gruppenleiter Christian Hackenberger.

Im nächsten Schritt möchten sich die Forschungsgruppen weiter mit der Entwicklung von ADCs auf der Basis von Phosphonamidaten befassen. Derzeit laufen bereits präklinische Studien, die für eine Anwendung bei erkrankten Menschen unerlässlich sind. Das vielversprechende Start-up Tubulis, das im letzten Jahr mit dem Leibniz-Gründerpreis ausgezeichnet wurde, fungiert dabei als Plattform für die Weiterentwicklung bis zur Marktreife.\n

Abbildung: Mithilfe der neu entwickelten Technologie können Cysteine (SH) von Tumor-erkennenden Antikörpern (gelb) einfach mit toxischen Wirkstoffmolekülen verbunden werden. Die entstehende Bindung ist während der Zirkulation im Blut sehr stabil und ermöglicht so einen sicheren Transport zum Tumor. (Abb: Barth van Rossum, FMP)


Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

forschen / 07.08.2019
Google Maps fürs Gewebe

Moderne lichtmikroskopische Techniken liefern überaus detailreiche Einblicke in Organe. Allerdings werden dabei Terabytes an Daten produziert, die meist kaum noch zu händeln sind. Eine Software, die ein Team um den MDC-Forscher Dr. Stephan Preibisch in „Nature Methods“ vorstellt, sorgt nun für Übersicht.

Es passiert fast wie von Zauberhand. Mithilfe ein paar chemischer Tricks und Kniffe gelingt es seit ein paar Jahren, große Gebilde wie Mäusegehirne oder menschliche Organoide durchsichtig zu machen. CLARITY heißt die vielleicht berühmteste von vielen verschiedenen Methoden des „Sample Clearings“, mit denen fast jedes beliebige Forschungsobjekt so transparent wie Wasser wird. Auf diese Weise lassen sich Einsichten in die zellulären Strukturen gewinnen, von denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler früher nur träumen konnten.

Und das ist noch nicht alles. Im Jahr 2015 wurde im Fachblatt „Science“ mit der Expansionsmikroskopie ein weiterer Zaubertrick vorgestellt. Ein Forschungsteam am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge ließ hauchdünne Schnitte von Mäusegehirnen so anschwellen, dass sich deren Volumen fast um das Fünffache vergrößerte. Dadurch ließen sich in den Proben noch mehr Details erkennen.

Das Programm schafft Ordnung im Datenchaos
„Mithilfe moderner Lichtscheibenmikroskope, die inzwischen in zahlreichen Laboren zur Verfügung stehen, können die so bearbeiteten großen Proben rasend schnell durchleuchtet werden“, sagt der Leiter der MDC-Arbeitsgruppe „Mikroskopie, Bildverarbeitung & Modellierung von Entwicklungsprozessen in Organismen“, Dr. Stephan Preibisch. „Das Problem ist allerdings, dass dabei so große Datenmengen von mehreren Terabytes entstehen, dass sich mit ihnen in vielen Fällen gar nichts mehr anfangen lässt.“

Um Ordnung in das Chaos zu bekommen, haben Preibisch und sein Team nun eine Software entwickelt, die nach Abschluss der komplexen Datenrekonstruktion ein wenig an Google Maps in 3D erinnert. „Man kann sich mit ihr sowohl einen Überblick über das große Ganze verschaffen, als auch gezielt in einzelne Strukturen hineinzoomen – immer mit der Auflösung, die gerade gewünscht ist“, erläutert Preibisch, der die Software „BigStitcher“ nennt. Vorgestellt wird das Computerprogramm, das allen interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zugänglich sein wird, jetzt im Fachblatt „Nature Methods“.

An der Entwicklung beteiligt war ein zwölfköpfiges Team aus Berlin, München, Großbritannien und den USA. Die beiden Erstautoren der Publikation sind David Hörl von der Ludwig-Maximilians-Universität München, vom Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des MDC sowie der MDC-Wissenschaftler Dr. Fabio Rojas Rusak. Gemeinsam zeigen die Forscherinnen und Forscher in ihrem Paper, dass man die per Lichtblattmikroskopie gewonnenen Daten mithilfe entsprechender Algorithmen so rekonstruieren und skalieren kann, dass dafür kein Superrechner vonnöten ist. „Unsere Software ist für jeden gängigen Computer geeignet“, sagt Preibisch. „So können die Daten auch leicht unter mehreren Forschungsteams ausgetauscht werden.“  

Auch die Qualität der Daten wird bestimmt
Begonnen hat die Entwicklung vom „BigStitcher“ im Prinzip bereits vor rund zehn Jahren. „Damals war ich noch Doktorand und machte mir viele Gedanken darüber, wie man mit sehr großen Datenmengen am besten umgehen kann“ erinnert sich Preibisch. „Die in dieser Zeit von uns erstellten Frameworks konnten wir jetzt gut nutzen, um ein sehr aktuelles Problem erfolgreich anzugehen.“ Doch natürlich seien auch viele neu erstellte Algorithmen in die Software mit eingeflossen.

Mithilfe des Programms lassen sich die zuvor durchleuchteten Proben nicht nur in beliebiger Detailgenauigkeit auf dem Bildschirm visualisieren. Der „BigStitcher“ kann noch mehr. „Die Software überprüft automatisch auch die Qualität der gewonnen Daten“, sagt Preibisch. Meist ist diese nämlich nicht an allen Stellen des Untersuchungsobjektes gleich. „Manchmal hat zum Beispiel das Clearing an einer Stelle nicht so gut funktioniert, so dass dort weniger Details erfasst werden konnten“, erklärt der MDC-Forscher.

 „Je heller eine bestimmte Region zum Beispiel des Mäusegehirns oder des menschlichen Organoids auf dem Bildschirm hinterlegt wird, desto höher und verlässlicher ist die Aussagekraft der an dieser Stelle gewonnenen Daten“, erläutert Preibisch die zusätzliche Funktion seiner Software. Und da selbst mit den besten Clearing-Methoden eine Probe nie hundertprozentig durchsichtig wird, lässt sich das per Mikroskop gewonnene Bild auf dem Bildschirm in jede beliebige Richtung drehen und wenden. So kann sie von allen Seiten begutachtet werden. „Auch das ist neu an unserer Software“, sagt Preibisch.

Jeder Interessierte kann die Software gratis downloaden
Mithilfe der Zoomfunktion lassen sich viele Fragen klären, die Biologinnen und Biologen interessieren. Wo im Gehirn findet gerade Zellteilung statt? Wo wird RNA exprimiert? Oder wo enden bestimmte Nervenbahnen? „Um all das herauszufinden, ist es erforderlich, sich zunächst einen Überblick über das ganze Untersuchungsobjekt zu verschaffen, dann aber auch mit hoher Auflösung in kleine Details hineinzoomen zu können“, erläutert Preibisch. In vielen Laboren werde daher eine Software wie „BigStitcher“ heutzutage benötigt. Vertrieben wird das Computerprogramm übrigens innerhalb des Fiji-Frameworks, wo jeder Interessierte das Plug-In kostenlos herunterladen und nutzen kann.


Abbildung: Zwei zueinander rechtwinklige, virtuelle Schnitte durch das komplette Nervensystem einer Taufliegenlarve. Das Zusammenspiel von Expansionsmikroskopie, Lichtblattmikroskopie und Datenverarbeitung erlaubt es nun, dieses komplexe Organ optisch mit Nanometerauflösung zu rekonstruieren. Diese Daten haben das Potenzial, einzelne Nervenzellen ohne aufwändige Elektronenmikroskopie zu verfolgen und damit Studien zum Verständnis von neuronaler Funktion deutlich zu beschleunigen. Jeder farblich hervorgehobene Abschnitt ist dabei ein großes 3D-Bild, das automatisch wie ein Mosaik zu einem hunderte Gigabyte großen Gesamtbild zusammengesetzt wurde. (Credit: Janelia / MDC)

https://www.mdc-berlin.de/de/news/press/google-maps-fuers-gewebe

leben, bilden / 30.07.2019
Einladung zur Eröffnung der Fotoausstellung #meinmeinkiez

Jugendliche von Gangway e.V., aus der Hufeland-Schule, der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Wolfgang-Heinz-Str., der Jugendfreizeiteinrichtung "Der Alte" und aus dem Ludwig-Hoffmann-Quartier haben bei Spaziergängen ihre Sichtweisen auf den Stadtteil Berlin-Buch fotografisch festgehalten. Darüber hinaus haben weitere Bürger*innen Bilder per Post, E-Mail oder über soziale Medien eingereicht. Dabei sind 300 Bilder vom Leben im Stadtteil Berlin-Buch entstanden. Aus diesen wurden anschließend im Rahmen eines Sommerferienworkshops 19 Motive für die Ausstellung ausgewählt.\n

Die 19 ausgewählten Bilder werden vom 1. – 18. August der Öffentlichkeit auf den Straßen Berlin-Buchs, genauer gesagt in der Walter-Friedrich-Str. 1 (Baugrundstück gegenüber von Kaufland) präsentiert. 

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Da Menschen ihren Stadtteil gleich, aber auch unterschiedlich wahrnehmen können, werden auf den Riesen-Smartphones zwei Fotografien nebeneinander gezeigt. Das Digitale wird analog und öffentlich. Täglich wird ein Screen neu plakatiert und anschließend 48h gezeigt.

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Gezeigt werden sowohl Orte, an denen sich in Berlin-Buch gerne aufgehalten wird und die den Stadtteil einzigartig machen, als auch Menschen und Tiere, die Teil das Lebens der Jugendlichen und Bürger*innen sind.

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#meinmeinkiez ist ein Fotografie-Projekt aus der Gemeinschaft für die Gemeinschaft. Das gewohnte und vertraute Umfeld vor der eigenen Haustür wird neu in den Blick, beziehungsweise vor die Linse genommen. Dabei wird Unbekanntes und Überraschendes entdeckt. Die unterschiedlichsten, alltäglichen Realitäten werden zusammengebracht. Das „andere Normale“ wird sich – hier im öffentlichen Raum – gegenseitig gezeigt.

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Beteiligte Künstler: Büro unbekannt Berlin & Stephan Thierbach

Noch unterstützen:
Freiwillige, die beim Plakatieren der ausgewählten Bilder auf die Riesen-Smartphones helfen wollen, melden sich bitte bei Franziska Myck unter 01590 45 230 57 oder f.myck@karuna-ev.de.

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Hier finden Sie den Flyer
https://www.bildungsverbund-buch.de/ausstellung-meinmeinkiez-1-18-august/

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Unterstützer von #meinmeinkiez sind:

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Büro unbekannt Berlin, Gangway e.V., Jugendfreizeiteinrichtung "Der Alte", Bildungsverbund Berlin-Buch, Unternehmensgruppe Widerkehr, Mittendorf Garten- und Landschaftsbau, HOWOGE, Jugendamt Pankow

forschen, produzieren, leben, heilen / 26.07.2019
WRAM 2019: Umweltfreundlich um die Wette

Vom 1. August bis 30. September heißt es für die Beschäftigten des Campus Berlin-Buch zum vierten Mal, in die Pedalen zu treten und Kilometer zu sammeln. Jeder kann seinen Teil beitragen, ob aus einer Forschungseinrichtung oder einem Unternehmen. In den Wettbewerb um den Pokal der Initiative mehrwert Berlin treten verschiedenste Institutionen wie die Berliner Verkehrs- und Wasserbetriebe, die Stadtreinigung, landeseigene Wohnungsunternehmen oder Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie.

Organisiert wird die Campus-Teilnahme von der Betreibergesellschaft Campus Berlin-Buch GmbH und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin. Ziel ist es, den Ausgleichssport und die umweltfreundliche Fortbewegung per Rad ebenso zu fördern wie den Teamgeist. Damit fügt sich die Teilnahme ideal in die Ziele des campusweiten Gesundheitsmanagements „CampusVital“ ein.

Für den Wettbewerb werden nicht nur die Kilometer vom Arbeitsweg gesammelt, auch Touren mit Rad oder Pedelec in der Freizeit, im Urlaub oder vom Ergometer im Fitnessstudio können mitgezählt werden. Einzige Bedingung ist der Einsatz von Muskelkraft, E-Bikes sind nicht erlaubt.

Mit der Aktion sollen sowohl jene erreicht werden, die viel Fahrrad fahren, als auch jene, die es selten benutzen. Darum sollten sich vorrangig 3er-Teams anmelden, die sich gegenseitig anspornen und bei den Kilometerleistungen unterstützen.

Information und Anmeldung für Campus-Beschäftigte: www.wer-radelt-am-meisten.de

Bei Fragen bitte eine E-Mail senden an mobility@campusberlinbuch.de.

investieren, produzieren / 23.07.2019
Halbjahreszahlen besser als erwartet: Eckert & Ziegler erhöht Gewinnprognose auf 4 Euro pro Aktie

Die Geschäftsentwicklung des Berliner Isotopenspezialisten Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700) liegt nach vorläufigen ersten Auswertungen zum 30. Juni 2019 deutlich über den Erwartungen. Wurden 2018 mit fortgeführten Geschäftsbereichen noch Umsätze von 81,0 Mio. EUR erzielt, so erhöhte sich dieser Wert zum Halbjahresstichtag 2019 um voraussichtlich 10% auf erwartete 89,0 Mio. EUR. Im gleichen Zeitraum stieg das Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen nach vorläufigen Erkenntnissen von 1,65 EUR um 56% auf nunmehr 2,59 EUR pro Aktie.

Da im Halbjahresergebnis 2019 kaum Sondereffekte enthalten sind und weiterhin fast alle Hauptproduktgruppen gut nachgefragt werden, rechnet der Vorstand damit, dass für das Geschäftsjahr 2019 das Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen die am Jahresanfang veröffentlichte Prognose übersteigt. Er erhöht deshalb den bisherigen Zielwert von 3,50 EUR auf 4,00 EUR pro Aktie.

Die vollständigen Zahlen für das erste Halbjahr werden am 13. August 2019 veröffentlicht.

Ihr Ansprechpartner bei Rückfragen:
Eckert & Ziegler AG, Karolin Riehle, Investor Relations
Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 / 94 10 84-138, karolin.riehle@ezag.de, www.ezag.de

forschen / 19.07.2019
Thomas Sommer (MDC) gratuliert Berlin University Alliance zum Gewinn des Exzellenz-Wettbewerbs

Die Berlin University Alliance war erfolgreich, im Finale konnte sie den Exzellenz-Status erneut nach Berlin holen. Thomas Sommer, Wissenschaftlicher Vorstand (komm.) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC), gratuliert dem Verbund der Berliner Universitäten.

„Die Berliner Universitäten sind exzellent und haben im Verbund den deutschen Wettbewerb für sich entschieden! Wir vom MDC gratulieren unseren Partnern, den drei Unis und der Charité, ganz herzlich. Wir freuen uns außerordentlich, dass die Spitzenforschung in Berlin nun noch weiter ausgebaut werden kann“, sagte Thomas Sommer, Wissenschaftlicher Vorstand (komm.) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC).

„Die Entscheidung ist ein wichtiges Signal für unsere Stadt. Die Wissenschaftsmetropole Berlin mit ihren exzellenten Hochschulen und ihren vielen namhaften Forschungsinstitutionen wird nun noch attraktiver. Sie kann einen Sog entwickeln für Talente und Nachwuchsforscher aus der ganzen Welt. Es zeigt sich, wie wertvoll und lohnend es ist, gut zusammenzuarbeiten und gemeinsam Kräfte zu bündeln, anstatt sich als Einzelkämpfer dem Wettbewerb zu stellen. ‚Gemeinsam Grenzen überwinden‘ war das Motto der erfolgreichen Berlin University Alliance. Es spornt uns alle, die gesamte Forschungslandschaft in Berlin, an“, sagte Sommer am Freitag in Berlin.

Das MDC gehört zu den führenden biomedizinischen Forschungszentren weltweit, etwa die Hälfte der Forscherinnen und Forscher kommen nicht aus Deutschland. Diese Expertise in der Grundlagenforschung und in der Translation fließt auf vielfältige Weise in die Berliner Universitäten und die Charité ein. Die meisten der Professorinnen und Professoren am MDC haben gleichzeitig einen Lehrstuhl an einer Berliner Universität; das MDC ist, wie das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH),Teil des Exzellenzclusters Neurocure, und es ist auch an Math+ beteiligt, außerdem wirkt das Zentrum an diversen Graduiertenschulen mit.