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heilen, bilden / 28.05.2020
Helios Klinikum Berlin-Buch gibt in Schulen Hygienetipps für Kids

Nadin Frankenstein und Anne-Kathrin Paape geben Tipps für die richtige Händehygiene in Schulen (Thomas Oberländer | Helios Kliniken)
Nadin Frankenstein und Anne-Kathrin Paape geben Tipps für die richtige Händehygiene in Schulen (Thomas Oberländer | Helios Kliniken)

Hygiene will gelernt sein

Basismaßnahmen der Hygiene im Alltag dienen der Gesunderhaltung und Gesundheitsförderung. Doch nun in Zeiten von Corona bekommt die Einhaltung gewisser Hygienemaßnahmen noch einmal eine ganz besondere Gewichtung. Darum hat es sich das Helios Klinikum Berlin-Buch zur Aufgabe gemacht, bereits die Jüngeren in richtiger Händehygiene zu schulen und bietet Hygienekurse in Grundschulen an.

COVID-19 hält Deutschland immer noch im Griff, doch nach und nach werden die Corona-Auflagen gelockert. Mittlerweile sind auch die Berliner und Brandenburger Kinder wieder in die Schulen zurückgekehrt, zumindest tageweise. Angesichts der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie werden dort die vorhandenen Hygienepläne durch Musterhygienepläne der Senatsverwaltung ergänzt, die eine Reihe von Regeln vorlegt, die helfen sollen, die Infektionsgefahr einzudämmen.

Die Pläne machen detaillierte Angaben zum Thema Sauberkeit in Zeiten der Corona-Krise: Schülerinnen und Schüler sollen sich regelmäßig die Hände mit Seife waschen, etwa vor und nach dem Essen, vor dem Aufsetzen und nach dem Abnehmen einer Schutzmaske, nach der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder nach Kontakt mit Treppengeländern und Türgriffen.

In der richtigen Umsetzung dieser vorgegebenen Hygienemaßnahmen werden die Grundschüler aller Klassenstufen nun ganz gezielt von Expertinnen unterstützt. Zwei Pflegekräfte aus dem Helios Klinikum Berlin-Buch, Nadin Frankenstein und Anne-Kathrin Paape, geben Tipps und Schulungen für die richtige Hygiene in Zeiten von Corona in Schulen vor Ort.

„Viele Infektionen im Alltag lassen sich durch einfache Hygieneregeln vermeiden. Wir wollen mit hilfreichen Tipps und Schulungen die Gesundheitserziehung von Kindern unterstützen, gerade jetzt auch zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus und zur Organisation des (Schul-)Alltags. Der Vorteil bei Kindern ist, dass sie in diesem Alter besonders nachhaltig solche Verhaltensweisen erlernen und diese dann ritualisieren“, sagt Nadin Frankenstein.

Hygiene - ein Kinderspiel

„Die Kinder in der Grundschule sollen nahezu spielerisch lernen, warum es so wichtig ist, Hygiene einzuhalten. Wir haben bereits mehrere Schulen besucht und den Schülerinnen und Schülern wichtige Hintergrundinformationen zur Notwendigkeit der Umsetzung von Hygienemaßnahmen vermittelt. Der Fokus liegt vor allem darauf, den Kindern zu zeigen, wie sie sich richtig und effizient die Hände waschen. Die Kinder können dann im Nachgang das Ergebnis unter der Schwarzlichtlampe kontrollieren. Alle Kinder waren sehr begeistert und wollten einmal selbst ihre Finger unter der Lampe leuchten sehen“, berichtet Anne-Kathrin Paape. Die Resonanz war durchweg positiv und Schüler sowie Lehrer sehr dankbar für den Hygienekurs direkt vor Ort.

Verantwortung und Engagement

„In diesen Zeiten sehen wir es ganz besonders als unsere gesellschaftliche Verantwortung an, bereits die Jüngsten bei einem so wichtigen Thema, wie dem der Hygiene, zu schulen. Wir engagieren uns mit dem Ziel, den Schulkindern, ihren Eltern und auch Pädagogen fachliche und zielgruppengerechte Informationen und Empfehlungen zur richtigen Händehygiene zur Verfügung zu stellen um sie umfänglich vor einer Infektion zu schützen“, sagt Daniel Amrein, Geschäftsführer im Helios Klinikum Berlin-Buch.

Wir kommen auch an Ihre Schule

Wenn Sie Interesse haben, dass unsere Expertinnen auch an Ihre Schule kommen und die Schüler in richtiger Händehygiene schulen, dann melden Sie sich gerne.

Kontakt:

Nadin Frankenstein
nadin.frankenstein@helios-gesundheit.de
Tel.: (030) 9401 – 15545

Anne-Kathrin Paape
anne-kathrin.paape@helios-gesundheit.de
Tel.: (030) 9401- 15544

Gut zu wissen:

Auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. gibt es ständig aktualisierte und nützliche Tipps und Hinweise: https://www.dgkj.de/

www.helios-gesundheit.de

bilden / 27.05.2020
Atommodelle selbst gedruckt

Foto: Gläsernes Labor
Foto: Gläsernes Labor

Im Gläsernen Labor können Jugendliche in den Sommerferien Modelle von Atomen und Molekülen entwerfen und im 3D-Druck realisieren.

Die Corona-Pandemie ließ es im Gläsernen Labor recht still werden – wie an vielen Orten in Berlin. inzwischen rufen wieder Lehrer an, es kommen erste, wenn auch verkleinerten Gruppen. In der vorangehenden Phase haben die Mitarbeiterinnen des Schülerlabors eine neue Chemie-Projektwoche für die Sommerferien vorbereitet, in der sich Schülerinnen und Schüler aus der Mittelstufe mit 3D-Druck auseinandersetzen können. Ganz klar kommt Chemie zum Einsatz, wenn dreidimensional gedruckt wird. Die Projektwoche bietet deshalb spannende Experimente zu Kunststoffen und Biopolymeren. Was aber soll dreidimensional gedruckt werden? Hier kommen chemische Modelle ins Spiel. Thema ist daher auch, wie Atome und Moleküle aufgebaut sind und wie aus Molekülen Atome werden.

Mit der freien Software „Thinkercad“ können die Jugendlichen Atome und Moleküle schließlich selbst entwerfen. Sie lernen, den 3D-Drucker mit einem G-Code – oder auch DIN-Code – zu programmieren und Stützstrukturen zu entwickeln. Am Ende wird gedruckt und es entsteht ein Molekülbaukasten.

„Wir sind begeistert von den Möglichkeiten des 3D-Drucks und freuen uns schon jetzt auf die Projektwoche. Eindrücklicher kann man das Thema nicht vermitteln, und wir sind sicher, dass es allen Beteiligten Spaß machen wird“, so Projektleiterin Dr. Bärbel Görhardt.

Bis wieder regelmäßig Schulklassen die Labore beleben, informiert das Gläserne Labor auf seiner Webseite regelmäßig über spannende Experimente und Lernangebote für zu Hause.

Die Idee für die Projektwoche entstand in einem Lab2Venture-Projekt mit Schülerinnen und Schülern des Robert-Havemann-Gymnasiums. Die 3D-Drucker konnten mit Unterstützung der Bayer Schulstiftung für das Schülerlabor erworben werden.

 

www.glaesernes-labor.de/de/projektwoche

heilen / 26.05.2020
Übergewichtige Menschen sind anfälliger für das Coronavirus

Eine Adipositas kann Betroffenen auch in der Corona-Krise zum Verhängnis werden, wie neueste Studien beweisen. Demnach sind übergewichtige Menschen anfälliger für schwere Verläufe bei einer COVID19-Infektion als normalgewichtige Menschen.
 
„Übergewicht und Adipositas stellen ein schwerwiegendes Gesundheitsrisiko dar, vor allem bedingt durch die daraus resultierenden Folgeerkrankungen. Von den Begleiterkrankungen der Adipositas führen besonders Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen zu einer Störung der Immunabwehr“, betont Dr. med. Anke Rosenthal, ärztliche Leitung und Geschäftsführung des Medizinischen Versorgungszentrums Ernährungsmedizin.
 
Dr. med. Oliver Stumpf, Chefarzt der Abteilung für Adipositas und metabolische Chirurgie im Helios Klinikum Berlin-Buch, ergänzt: „Wie wir mittlerweile wissen, sind vor allem Vorerkrankungen bei Patienten ein Grund dafür, dass COVID-19 einen schweren Verlauf annimmt.“
 
Zwei aktuelle Studien, eine aus Frankreich und eine aus den USA, weisen nun darauf hin, dass besonders eine Vorerkrankung das Risiko für schwere Verläufe bei einer COVID19-Infektion erhöht – die Adipositas.
 
Schweregrad der Erkrankung bedingt durch COVID-19 steigt mit dem BMI
 
In der französischen Studie (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/oby.22831) werteten Forscher die medizinischen Daten aller 124 Covid-19-Patienten aus, die vom 27. Februar bis 5. April 2020 in die Intensivstation des Universitätsklinikums Lille eingewiesen wurden. Dabei verglichen sie, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und der Notwendigkeit einer künstlichen Beatmung mittels Intubation gab.
Es zeigte sich, dass die Notwendigkeit für eine Beatmung graduell mit dem BMI anstieg. Bei Menschen mit einem BMI von mehr als 35 erreichte sie einen Anteil von 90 Prozent. Die Daten der Studie demonstrieren einen deutlichen Zusammenhang von Adipositas und der Schwere von COVID-19.
 
Eine bislang noch nicht zugängliche New Yorker Studie untermauert dieses Ergebnis. Forscher des "NYU Langone Medical Center" untersuchten 4100 COVID-19-Patienten im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 1. April. Dabei prüften sie, welche Vorerkrankungen zu einem schweren Krankheitsverlauf bei COVID-19 führen.
"Die chronische Erkrankung, die am stärksten mit einer schweren COVID-19-Infektion im Zusammenhang steht, ist Adipositas – und zwar in einem substanziell höheren Risikoverhältnis als jede Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankung", betonen die Autoren der Studie in einem Interview mit "welt.de" (https://www.welt.de/gesundheit/plus207638459/Fettleibigkeit-Corona-Kranke-haben-zu-hohem-Prozentsatz-Uebergewicht.html). 40 Prozent der Patienten, die stationär behandelt werden mussten, waren adipös. Etwa die Hälfte davon musste aufgrund des Krankheitsverlaufs künstlich beatmet werden.
 
Gut zu wissen:
Die erfahrenen Adipositas-Spezialisten des größten Adipositaszentrums Deutschlands unterstützen auch in der Corona-Krise schwer übergewichtige Menschen individuell beim Abnehmen und helfen, das reduzierte Gewicht zu halten. Mehr Informationen rund um Adipositas und Sprechzeiten unter: https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch/unser-angebot/unsere-fachbereiche/adipositas-und-metabolische-medizin/

 

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch

leben / 22.05.2020
Nina Tsonkidis ist neue Integrationsbeauftragte von Pankow


Die neue Integrationsbeauftragte des Bezirkes Pankow, Nina Tsonkidis, hat jetzt im Rathaus ihre Arbeit aufgenommen, nachdem zunächst eine Anhörung der örtlichen Migrant_innenorganisationen stattfand. Tsonkidis ist gebürtige Berlinerin aus einer griechisch-kroatischen Familie und hat Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin und Thessaloniki studiert. Sie übernimmt das Amt von Katarina Niewiedzial, die im Mai 2019 als neue Beauftragte für Migration und Integration in den Senat wechselte. Bis April 2020 hatte die Koordinatorin für Flüchtlingsfragen, Birgit Gust, diese Stelle kommissarisch inne.

Die im Stab des Bezirksbürgermeisters angesiedelte Integrationsbeauftragte ist Ansprechpartnerin und Sprachrohr für Menschen mit Migrationsgeschichte im Bezirk, ebenso wie für soziale Vereine, Verbände und Ehrenamtliche, die sich für die Belange von zugewanderten Menschen einsetzen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Verbesserung der beruflichen, gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Teilhabe und Partizipation.

Nach dem Studium entschied sich Nina Tsonkidis für den Weg in den öffentlichen Dienst und sammelte Berufserfahrung in zwei Berliner Behörden im Bereich Flucht und Migration. Sie machte die Erfahrung, dass ihr privat von Vielfalt geprägtes Umfeld sich auf beruflicher Ebene nicht widerspiegelt. Durch die fehlende Sichtbarkeit von Diversität in der Berliner Verwaltung befand sie sich plötzlich in einer Minderheitenrolle. Diese Erfahrung war einschneidend und wegweisend. Neben der Abbildung der tatsächlichen Struktur der Gesellschaft und der zentralen Außenwirkung von Vielfalt im öffentlichen Dienst bilden Begegnung und Austausch die Grundlage um Ressentiments zu überwinden.

„Die ungezwungene Begegnung im beruflichen Alltag und der Austausch über den üblichen Smalltalk hinaus, ist wichtig, um Vielfalt als etwas Natürliches und Bereicherndes zu erleben.“, sagt Nina Tsonkidis. Sie wird an die erfolgreiche Integrationsarbeit im Bezirk anknüpfen und ihre eigenen Akzente in enger Zusammenarbeit mit ihrem Team und den lokalen Akteur_innen setzen. Dazu werden in den kommenden Wochen viele Kennlerngespräche stattfinden.

Die Integrationsbeauftragte ist zu erreichen im Rathaus Pankow, Breite Straße 24A-26, 13187 Berlin, Raum 2.53, Tel.: (030) 90295-2524, E-Mail: Nina.Tsonkidis@ba-pankow.berlin.de, Internet: https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/ .
 

forschen / 19.05.2020
Chlamydien-Alarm in der Zelle

THP-1 (GBP1 knock-out) Makrophagen infiziert mit Chlamydien. Die Zellkerne der Immunzellen sind blau und die Chlamydien rot dargestellt. © Audrey Xavier, MDC
THP-1 (GBP1 knock-out) Makrophagen infiziert mit Chlamydien. Die Zellkerne der Immunzellen sind blau und die Chlamydien rot dargestellt. © Audrey Xavier, MDC

Bei einer Infektion mit Chlamydien reagiert die Zelle mit einer Entzündungsreaktion. Welche Rolle dabei das Enzym GBP1 spielt, haben Wissenschaftler*innen des MDC in Experimenten mit Zellkulturen erforscht und die Ergebnisse in Cell Reports veröffentlicht.

Chlamydien-Infektionen gehören zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten in Deutschland. Damit die Bakterien im Körper überleben, brauchen sie eine Wirtszelle, in der sie sich vermehren können. Das sind oft Schleimhautzellen, wie es sie in menschlichen Harn- oder Geschlechtsorganen gibt. Dort kapern sie den wirtseigenen zellulären Metabolismus. Dabei bleiben die Eindringlinge entweder unentdeckt oder molekulare Signale alarmieren das angeborene Immunsystem. Dieses erkennt die Chlamydien als fremd und löst eine Entzündung aus, um so die Bakterien zu vernichten.

Bei den Verteidigungsmechanismen gegen Chlamydien oder andere Erreger spielt das menschliche „Guanylate binding protein 1“ (GBP1) eine wichtige Rolle: Forscherinnen und Forscher wissen bereits, dass dieses Enzym einerseits die Vermehrung der Eindringlinge verlangsamen kann und zum anderen die Entzündung in Gang bringt, indem es bestimmte Signalwege anschaltet. Wie genau diese Prozesse ablaufen, ist jedoch noch unbekannt. Nun hat ein Team um Professor Oliver Daumke am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) im Journal Cell Reports mehr über die Rolle einzelner Stoffwechselprodukte des untersuchten Enzyms herausgefunden. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Infektionsforschung haben die Forschenden aufgedeckt, welche Signalwege und Proteinkomplexe die Stoffwechselprodukte daraufhin aktivieren.

GMP ist wichtig für die Immunabwehr

Das untersuchte Enzym GBP1 wirkt wie ein Katalysator und kann die Spaltung von biochemischen Verbindungen beschleunigen. „Durch eine Reaktion mit Wasser setzt es GTP in zwei Schritten zu GMP um“, sagt Daumke. „GTP ist ein weitverbreitetes zelluläres Molekül, das als Baustein für RNA dient und in Signalprozessen gebraucht wird.“

Um zu verstehen, was diese Spaltung in der Zelle bewirkt, veränderte Audrey Xavier, Doktorandin in Daumkes Arbeitsgruppe und Erstautorin der Studie, das katalysierende Enzym. Entweder funktionierte es dann gar nicht mehr oder es konnte nur noch den ersten Teilschritt der Spaltung ausführen. Die verschiedenen Varianten des Enzyms brachte sie dann in menschliche Immunzellen ein und infizierte sie mit Chlamydien. Nur in jenen Zellen, wo die Spaltung vollständig möglich war, konnte die Forscherin anschließend typische Entzündungsreaktionen messen. „Das zeigt, dass GMP für diesen Prozess entscheidend ist“, sagt Xavier. Für das verlangsamte Wachstum der Chlamydien scheint GMP dagegen nicht verantwortlich zu sein. „Wie genau GBP1 das Bakterienwachstum hemmt, wissen wir leider noch immer nicht“, sagt die Doktorandin.

Den Signalweg blockieren

Xavier konnte sogar nachvollziehen, welchen Signalweg GMP in infizierten Zellen anschaltet. Es gebe diverse Proteinkomplexe, die Entzündungsreaktion in der Zelle auslösen können, erklärt die Forscherin. GMP werde zu Harnsäure abgebaut und aktiviere so den bekanntesten von ihnen – das NLRP3-Inflammasom.

Diesen Harnsäure-Signalweg konnte sie mit einem bereits zugelassenen Medikament stilllegen, das Patient*innen normalerweise gegen Gicht einnehmen. Bei dieser Erkrankung fallen die Entzündungsreaktionen ganz besonders stark aus. Das Forschungsteam beobachtete, dass der Wirkstoff Allopurinol die entzündungsspezifischen Symptome in den mit Chlamydien infizierten Zellen bremste. „Allopurinol hilft also, die Entzündung abzuschwächen – möglicherweise auch bei Patient*innen, die Chlamydien haben“, überlegt Xavier und betont: Ob dies wirklich als ergänzende Therapie bei einer solchen Infektion sinnvoll sei, beispielweise in Kombination mit einem Antibiotikum, müsse in zukünftigen klinischen Studien aber erst noch getestet werden.

Quelle: https://www.mdc-berlin.de/de/news/news/chlamydien-zelle-enzym-gbp1-allopurinol

www.mdc-berlin.de

leben, bilden / 19.05.2020
Förderung von Projekten der Jugend- und Jugendsozialarbeit

Anträge auf Zuwendungen durch das Bezirksamt für das Haushaltsjahr 2021 stellen

Träger der freien Jugendhilfe können für Projekte der Jugend-, Jugendsozialarbeit und Familienförderung in Pankow ab sofort ihre Anträge auf Zuwendungen durch das Bezirksamt Pankow im Haushaltsjahr 2021 stellen. Die Antragsunterlagen müssen bis Freitag, den 19. Juni 2020 bei der Abteilung Jugend, Wirtschaft und Soziales, Jugendamt, Fachdienst 1, Berliner Allee 252-260, 13088 Berlin, eingegangen sein.

Neben dem Antrag sind ein Finanzierungs- und Haushaltsplan, eine Jahresplanung, Konzeption, Stellenplan und der aktuelle Freistellungsbescheid des Finanzamtes sowie ggf. die Satzung und der Vereinsregisterauszug einzureichen.

Weitere Informationen bei Sylvia Petersohn unter Tel.: 030 90295-7276.

bilden / 18.05.2020
Lab2Venture goes green: Projekt Bienenfutter am Gläsernen Labor

Foto: Gläsernes Labor
Foto: Gläsernes Labor


Schülerfirma plant und setzt insektenfreundliche Bepflanzung am Gebäude des Schülerlabors auf dem Campus Berlin-Buch um.

Schülerinnen und Schüler der 7. & 8. Klasse der Hagenbeckschule aus Berlin-Weißensee wurden vom Gläsernen Labor für das Lab2venture-Projekt Bienenfutter beauftragt, die Neugestaltung der Beetbepflanzung rund um das Gebäude auf dem Campus Berlin-Buch vorzunehmen. Maßgabe war, insektenfördernde Pflanzen zu finden, die zum jeweiligen Standort bezüglich Lichtverhältnissen und Bodenansprüchen passen. Die Blühphasen der Pflanzen sollen eine möglichst große Zeitspanne umfassen, damit die Insekten bereits im zeitigen Frühjahr und auch noch im Spätherbst Nahrungsmöglichkeiten finden. Nach einer Bodenanalyse durch die Schülerinnen und Schüler im Labor wurde entschieden, den Boden komplett auszutauschen. Im Anschluss wurden circa 140 neue Pflanzen nach einem Pflanzplan der Schülerinnen und Schüler eingesetzt. Dabei wurden bevorzugt mehrjährige Stauden, wie Sonnenhut, Korkadenblume, Astern, und verschiedene Kräuter verwendet. Tatkräftig unterstützt wurde das Projekt auch von Jugendlichen, die ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr im Gläsernen Labor absolvieren.

Über die Hagenbeckschule
Als Sekundarschule mit dem Profil „Biologische Vielfalt“ für die Klassen 7 bis 10 kann die Hagenbeckschule viele erfolgreiche Projekte vorweisen. So ist sie viermal in Folge als „Umweltschule in Europa - Internationale Nachhaltigkeitsschule“ ausgezeichnet worden. Angefangen von einem Nachhaltigkeitskonzept für die ganze Schule - entwickelt von einer eigenen Schülerfirma – bis zu einem insektenfreundlichen Schulgarten; die Schüler*innen werden in allen Bereichen für den Umweltschutz maßgeblich sensibilisiert. https://hagenbeck-schule.de/

Über Lab2Venture goes green
Bei „Lab2Venture goes green“ erhalten Berliner und Brandenburger Jugendliche der 8. bis 12. Klasse echte Projektaufträge von grünen Unternehmen oder Bildungseinrichtungen. Ziel ist es, systematische Nachhaltigkeitszusammenhänge mit Schülerinnen und Schülern zu erarbeiten. Darüber hinaus möchte das Projekt den Forschergeist der Jugendlichen wecken, um innovative Ideen zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben anzustoßen sowie Impulse für eine grüne Berufsorientierung zu geben. https://www.lab2venturegoesgreen.de/
Gefördert wird das Projekt „Lab2Venture goes green“ durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Diese unterstützt somit nachhaltiges Unternehmertum. https://www.dbu.de/

https://www.glaesernes-labor.de/de/news/lab2ventures-bienenfutter

www.glaesernes-labor.de

forschen / 14.05.2020
Unterstützung der SARS-CoV-2 Diagnostik

Die digitale Plattform LabHive will notwendige Ressourcen an Diagnostikzentren vermitteln, um mehr Tests auf SARS-CoV-2 zu ermöglichen. Tobias Opialla vom MDC ist einer von 15 Freiwilligen, die das Projekt seit dem #WirvsVirus Hackathon der Bundesregierung mitentwickeln.

Ein interdisziplinäres Team aus 15 Wissenschaftler*innen, Mediziner*innen, Webentwickler*innen und Sicherheitsexpert*innen will mit der digitalen Plattform LabHive die Testkapazitäten von SARS-CoV-2 bündeln und Engpässe in Diagnostikzentren ausgleichen. Qualifizierte Freiwillige können auf LabHive ihre Arbeitskraft oder Forschungslabore ihre Reagenzien und Laborgeräte zur Verfügung stellen. Diagnostikzentren haben auf diese Angebote Zugriff und können bei Bedarf Unterstützung in Anspruch nehmen.

„In vielen universitären oder außeruniversitären Forschungslaboren ist durch die Corona-Krise der wissenschaftliche Betrieb eingeschränkt“, sagt Dr. Tobias Opialla vom Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB), einer Einrichtung des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). „LabHive vermittelt Ressourcen wie Personal, Reagenzien oder Laborgeräte, die sonst womöglich ungenutzt bleiben würden.“ Wie alle Beteiligten arbeitet Opialla ehrenamtlich an der Entwicklung und Umsetzung der Plattform.

Die Idee zu diesem Projekt entstand beim #WirVsVirus-Hackathon der Bundesregierung und wird aktuell durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Partner ist die Björn Steiger Stiftung.

Weiterführende Informationen
·         zur Plattform LabHive
·         Interview mit Tobias Opialla

Dr. Tobias Opialla
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
Berliner Institut für Medizinische Systembiologie (BIMSB)
Wissenschaftler in der Proteomics und Metabolomics Plattform
+49 30 9406 1330
Tobias.Opialla@mdc-berlin.de

Christina Anders
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
Redakteurin, Abteilung Kommunikation
+49-30 9406 2118
christina.anders@mdc-berlin.de oder presse@mdc-berlin.de
 

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH ) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de

produzieren / 12.05.2020
Erstes Quartal stabil trotz Ölpreiseinbruch und Corona-Aufwand. Starke Zuwächse bei Radiopharmazeutika

Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700, TecDAX), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat das erste Quartal 2020 mit Umsätzen von 44 Mio. EUR und einem Ergebnis von 0,98 EUR pro Aktie trotz Sonderbelastungen aus Corona und dem Ölpreisverfall in etwa auf dem Niveau des Vorjahresquartals abschließen können. Während die Umsätze um rund 1 Mio. EUR oder 2% anstiegen, lag der Jahresüberschuss um 0,16 EUR oder 14% unter dem Vergleichswert des Vorjahres.

Ausschlaggebend für das stabile Ergebnis waren weiterhin stark wachsende Umsätze und Erträge mit radiopharmazeutischen Produkten und Dienstleistungen im Segment Medical. Während die Verkaufserlöse hier gegenüber dem Vorjahr um 26% oder 4,2 Mio. EUR auf knapp 21 Mio. EUR zulegten, stieg der Nettogewinn der Sparte sogar um 28% und erreichte 3,5 Mio. EUR oder 0,62 EUR pro Aktie.

Gegenläufig dazu entwickelten sich erwartungsgemäß Umsätze und Erträge im Geschäft mit industriellen Komponenten. Konnte das Industriesegment im Vorjahr noch 0,59 EUR pro Aktie zum Ergebnis beitragen, erzielte es im ersten Quartal 2020 nur einen Jahresüberschuss von 1,3 Mio. EUR oder 0,26 EUR pro Aktie. An erster Stelle schlugen hier Währungsverluste von knapp 1 Mio. EUR oder minus 0,19 EUR pro Aktie ins Kontor, die Ende März aufgrund der Abwertung des brasilianischen Reals verbucht werden mussten. Im Februar war der Wechselkurs des lateinamerikanischen Staates im Zuge der Corona-Pandemie innerhalb von vier Wochen gegenüber dem Euro um rund 20% eingebrochen. Belastet wurde das Quartalsergebnis des Industriesegments zudem durch einen im Vergleich zum Vorjahr 12%igen Umsatzrückgang auf 24 Mio. Euro, bei denen sich der jüngste Ölpreisverfall und, wie erwartet, ein damit zusammenhängender Einbruch der Nachfrage nach messtechnischen Komponenten bemerkbar machte.

Mit den Ergebnissen des ersten Quartals sieht der Vorstand einen Boden erreicht, der in etwa das zweite Quartal prägen wird. Er bestätigt deshalb seine Gewinnprognose von 3,50 EUR pro Aktie für das Gesamtjahr 2020 und belässt es bei der Dividendenempfehlung von 1,70 EUR pro Aktie, die der Hauptversammlung am 10.6.2020 vorgelegt wird.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier:
http://www.ezag.com/fileadmin/user_upload/ezag/investors-financial-reports/deutsch/euz120d.pdf

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit über 800 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
 

 

www.ezag.com

heilen / 11.05.2020
Azubi Live-Chat im Helios Klinikum Berlin-Buch

Die Auszubildende Anica teilt am 14.05. im Azubi Live-Chat ihre Ausbildungserfahrungen. (Foto: Helios Klinikum Berlin-Buch)
Die Auszubildende Anica teilt am 14.05. im Azubi Live-Chat ihre Ausbildungserfahrungen. (Foto: Helios Klinikum Berlin-Buch)

In einer ersten digitalen Azubi-Klinikführung mit Live-Chat bekommen unsere neugestarteten Azubis und Interessierte die Möglichkeit, ihre zukünftige Lehrstätte per Liveschalte zu erkunden und ihre Fragen zum Thema Pflegeausbildung im Helios Klinikum Berlin-Buch direkt an die Experten zu richten.

Die Pflegeauszubildenden können sich bei ihrem Praxisstart im Helios Klinikum Berlin-Buch in einer Klinikführung immer einen sehr guten Eindruck verschaffen, wie ihr künftiger Ausbildungsplatz aussieht und von welchen Erfahrungen Praxisanleiter und Auszubildende höheren Semesters berichten. Doch in Corona-Zeiten können die Azubis bei ihrem Praxisstart am 25.5 nicht in Gruppen durch das Klinikum geführt werden. Daher ruft das Klinikum eine digitale Azubi-Klinikführung mit Live-Chat auf Facebook und Instagram ins Leben.

„Mit der digitalen Klinikführung wollen wir den neuen Pflegeschülern aber natürlich auch allen anderen Interessierten einen Einblick in unser Klinikum geben und auch weiterhin bestmöglich über die praktische Pflegeausbildung bei uns im Haus informieren. Es wird zudem die Möglichkeit eines Live-Chats geben, wo Fragen direkt an die zuständigen Ansprechpartner gerichtet werden können“, sagt Sylvia Lehmann, Pflegedirektorin im Helios Klinikum Berlin-Buch.

LIVE-CHAT

Der Azubi Live-Chat findet am Donnerstag, 14.05. um 16:30 Uhr auf Facebook und Instagram statt. Praxisanleiter Axel Schulz führt per Liveschalte durch das Klinikum und das Gelände, erklärt die wichtigsten Bereiche (Wäsche, Transponderstelle etc.) und zeigt eine exemplarische Station – die Kinderchirurgie. Begleitet wird er von der Auszubildenden Anica, die bei uns bereits ihre Ausbildung macht und sehr gerne ihre bisherigen Eindrücke teilt.

Fragen und Themenideen

Wenn Sie eigene Fragen haben, stellen Sie uns diese sehr gerne schon einmal vorab und schalten gerne am 14.05. ein. Auch über Themenideen für einen Live-Chat freuen wir uns sehr.

www.helios-gesundheit.de

produzieren / 11.05.2020
US-Gesundheitsbehörde bezuschusst MYELO-Strahlenschutzpille mit 6 Mio. USD

Die Berliner MYELO Therapeutics, ein Beteiligungsunternehmen der Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG, erhält von der amerikanischen Gesundheitsbehörde in den nächsten drei Jahren 6 Mio. USD für die Weiterentwicklung seiner Strahlenschutzpille MYELO001. Das Unternehmen setzte sich damit als einer der wenigen europäischen Antragsteller erfolgreich im Wettbewerb um Mittel aus dem relativ generösen US-Katastrophenvorsorgeprogramm durch.

Mit dem Geld sollen weitere Tests und Wirksamkeitsnachweise finanziert und der Funktionsmechanismus des neuen, oral verabreichbaren Medikaments untersucht werden. Sofern die mehrjährigen Prüfungen erfolgreich ausfallen, besteht für MYELO die Chance, von den Katastrophenschutzagenturen in Amerika und anderswo wertvolle Aufträge zur Anlage von Notfallvorräten zu erhalten.

„MYELO Therapeutics gehört zu einer Reihe von strategischen Beteiligungen, mit denen Eckert & Ziegler sein Wachstum mittelfristig in neue Dimensionen voranzutreiben versucht“, erläuterte Dr. Andreas Eckert, Vorstandsvorsitzender des TecDAX-Unternehmens Eckert & Ziegler. „Die Mittel dazu hat der Vorstand in den letzten Jahren kontinuierlich erhöhen können. Zwar wäre es für konkrete Aussagen zu Umsatz- oder Ertragspotenzialen noch Jahre zu früh, der Zuschlag der amerikanischen Gesundheitsbehörde aber zeigt, dass sich Eckert & Ziegler bei der Auswahl ihrer Finanzierungsprojekte auf einem richtigen Weg befindet“.

Zu den Details der Strahlenschutzpille und der Förderzusage der amerikanischen Gesundheitsbehörde siehe die detaillierte Pressemeldung von MYELO Therapeutics: http://www.myelotherapeutics.com/news.html

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit über 800 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
 

www.ezag.de

forschen / 08.05.2020
Coronavirus-Forschung mit vereinten Kräften

Gemeinsame Pressemitteilung der Mitglieder der Deutschen COVID-19 OMICS Initiative (DeCOI)

Genomforscher*innen und -forscher schließen sich zur Deutschen COVID-19 OMICS Initiative (DeCOI) zusammen. Damit bündeln mehr als 22 Institutionen aus ganz Deutschland ihre Expertise, um einen wissenschaftlichen Beitrag zur Bewältigung der COVID-19 Pandemie zu leisten.

Wie verändert das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) seine Erbinformation? Welche weiteren Infektionen bei Patient*innen treten auf? Gibt es genetische Risikofaktoren, die eine Infektion begünstigen? Zahlreiche Genomforscher*innen sind weltweit und auch in Deutschland intensiv damit beschäftigt, ihre Expertise und Sequenzier-Infrastruktur zu bündeln, um einen wissenschaftlichen Beitrag zur Bewältigung der COVID-19 Pandemie zu leisten. Diese Aktivitäten fassen Forschungsteams nun offiziell in der Deutschen COVID-19 OMICS Initiative (DeCOI) zusammen, um die Forschung zu beschleunigen. Wissenschaftler*innen an mehr als 22 Institutionen sind aktiv an DeCOI beteiligt - und es werden kontinuierlich mehr.

Je mehr Sequenzierungen stattfinden, desto besser verstehen Wissenschaftler*innen die Variation des Virus und können Rückschlüsse auf Herkunft und unterschiedliche Formen des Virus in der Bevölkerung ziehen. Zusätzlich wollen die Forschungsteams des DeCOI bis zu 2000 Metagenome bei COVID-19 Patient*innen in Deutschland sequenzieren, um festzustellen, welche weiteren Infektionen mit COVID-19 möglicherweise auftreten.

Expertise aus unterschiedlichen Institutionen

Eine DeCOI-Gruppe am Universitätsklinikum Bonn vermutet, dass es auch genetische Risikofaktoren gibt, die die Wahrscheinlichkeit sich zu infizieren oder die Schwere der Erkrankung beeinflussen können. Um diese Faktoren aufzuspüren, müssen von tausenden Patient*innen Genome sequenziert werden. Professor. Markus Nöthen sagt: „Deshalb haben wir uns mit DeCOI frühzeitig auch mit unseren europäischen und internationalen Kollegen weltweit vernetzt.“

Ziel der funktionellen Genomik ist es, ganze Organsysteme funktionell zu charakterisieren. Häufig werden dabei mehrere molekulare Ebenen der Regulation erfasst und kombiniert (Multi-Omics-Analysen). Forschende aus ganz Deutschland nutzen diese Verfahren im Rahmen klinischer Studien, um zum Beispiel die Wirksamkeit neuer Medikamente gegen SARS-CoV-2 zu testen. „Mit Hilfe von Multi-Omics Analysen können wir schnell und umfassend bestimmen, welche biologischen Prozesse bei der Erkrankung selbst ausgelöst werden und wie diese durch Medikamente positiv beeinflusst werden können“, sagt Professor  Philip Rosenstiel von der Universität Kiel. Diese umfassenden Daten bieten zudem die Möglichkeit besser zu verstehen, warum manche Menschen schwer und andere leicht erkranken.

Vielversprechende Einsichten durch Einzelzellsequenzierungen

Mit der noch sehr jungen Einzelzell-Sequenzierung können Forscherinnen und Forscher sehen, was SARS-CoV-2 in individuellen Zellen macht, welche Signalwege es anschaltet oder welche Wirtsproteine plötzlich vermehrt produziert werden – und das bei tausenden Zellen gleichzeitig. „So werden wir zum Beispiel auf jene Signalwege aufmerksam, die wir blockieren könnten, um die Vermehrung des Virus in der Zelle zu verlangsamen“, sagt Professor Markus Landthaler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Professor Uwe Ohler ergänzt: „Um so schnell wie möglich Fortschritte zu machen, müssen wir den kontrollierten Zugang und Austausch von Patient*innen- und Virusdaten in ganz Deutschland ermöglichen. Nur so können wir die Fallzahlen erreichen, um mittels Rechnermethoden aus der Statistik und dem maschinellen Lernen Zusammenhänge für beispielsweise schwere Verläufe zu verstehen.“
DeCOI-Forschende beteiligen sich in großen internationalen Konsortien daran, die Verteilung der Rezeptoren auf den Zellen des Körpers zu bestimmen, die für den Eintritt des SARS-CoV-2 verantwortlich sind. Ziel ist es zu erforschen, welche Immunzellen in Prozesse involviert sind, die besonders bei Patient*innen mit schweren Verläufen vorkommen, um hierfür neue Therapiemöglichkeiten zu erkennen. „Viele Experten der Einzelzellgenomik sind auch Mitglieder in LifeTime, einem großen europäischen Verbund, dem mehr als 90 führende europäische Wissenschaftsinstitutionen angehören“, berichtet Professor Nikolaus Rajewsky vom MDC.
Die Genomforschung produziert immense Datenmengen, die zur Auswertung der Forschungsergebnisse computergestützt analysiert werden. „Nur wenn wir klinische Daten und Genomdaten sinnvoll miteinander verknüpfen, werden wir möglichst viel zum Verständnis von COVID-19 beitragen können“, sagt Professor Oliver Kohlbacher von der Universität Tübingen.
„Durch den Zusammenschluss zur DeCOI sollten wir in der Lage sein, parallel viel mehr Fragen gemeinsam schneller beantworten zu können“ sagt Professor Joachim Schultze vom LIMES-Institut der Universität Bonn, der die Initiative zurzeit koordiniert. „Jetzt wird es wichtig sein, dass wir DeCOI mit weiteren Initiativen eng vernetzen, um weltweit fundiertes Wissen zur Bewältigung der Krise beizutragen.“

Weiterführende Informationen
·         Pressemitteilung auf der MDC-Webseite
·         Corona-Forschung am MDC
·         Alle MDC-Nachrichten zur COVID-19-Pandemie
·         AG Landthaler
·         AG Ohler 
·         AG Rajewsky
 
Kontakte
Professor Joachim L. Schultze
Life & Medical Sciences Institute (LIMES)
West German Genome Center (WGGC)
Central Coordination Unit of the NGS Competence Network
Universität Bonn
+49 (0)228 7362 787
j.schultze@uni-bonn.de


Christina Anders Redakteurin,
Kommunikationsabteilung Max-Delbrück-Centrum
für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
+49 (0)30 9406 2118
christina.anders@mdc-berlin.de oder presse@mdc-berlin.de
 
Die Mitglieder der Deutschen COVID-19 OMICS Initiative (DeCOI)
Robert Bals (Universität des Saarlandes), Ezio Bonifacio (TU Dresden), Maria Colome-Tatche (Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt/HMGU), Andreas Diefenbach (Charité – Universitätsmedizin Berlin), Alex Dilthey (Universitätsklinik Düsseldorf), Nicole Fischer (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Konrad Förstner (ZB MED – Informationszentrum Lebenswissenschaften), Julien Gagneur (TU München), Michael Hummel (Charité), Birte Kehr (Charité), Andreas Keller (Uni des Saarlandes), Sarah Kim-Hellmuth (TU München), Oliver Kohlbacher (Universitätsklinikum Tübingen), Ingo Kurth (RWTH Aachen), Markus Landthaler (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft /MDC), Kerstin Ludwig (Universitätsklinikum Bonn/UKB), Alice McHardy (Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig), Christian Mertes (TU München), Markus Nöthen (UKB), Peter Nürnberg (Universität zu Köln), Uwe Ohler (MDC), Klaus Pfeffer (Uniklinik Düsseldorf), Nikolaus Rajewsky (MDC), Markus Ralser (Charité), Olaf Rieß (UK Tübingen), Stephan Ripke (Charité), Philip Rosenstiel (Universität Kiel), Joachim L. Schultze (Universität Bonn/DZNE), Oliver Stegle (Deutsches Krebsforschungszentrum), Fabian Theis (HMGU), Janne Vehreschild (Uni Köln), Max von Kleist (Robert Koch-Institut), Jörn Walter (Uni des Saarlandes) und Dagmar Wieczorek (Uniklinik Düsseldorf).

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH ) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de

 

produzieren / 07.05.2020
Eckert & Ziegler steigt in den TecDAX auf

Wie die Deutsche Börse meldete, wird die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700, SDAX), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, mit Wirkung zum 08.05.2020 im TecDAX geführt. Der Index umfasst, bemessen an der Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie des Handelsvolumens der Aktien, die 30 größten Technologiewerte Deutschlands.

„Wir freuen uns über die Aufnahme in den TecDAX und erwarten, dass dies unserem Unternehmen und unserer Aktie zusätzliche Aufmerksamkeit am internationalen Kapitalmarkt verleiht. Eckert & Ziegler gehört dank seines starken Wachstums nun offiziell zu den größten börsennotierten Technologieunternehmen in Deutschland“, sagte Dr. Andreas Eckert, Vorstandsvorsitzender der Eckert & Ziegler AG.

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG gehört mit über 800 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.

www.ezag.de

heilen / 07.05.2020
Arztbesuch in der Corona-Krise

Arztbesuch mit Abstandhalten: Schnelle Auskunft zu Beschwerden per Videoanruf (Foto: Thomas Oberländer | Helios Kliniken)
Arztbesuch mit Abstandhalten: Schnelle Auskunft zu Beschwerden per Videoanruf (Foto: Thomas Oberländer | Helios Kliniken)

Die Hausarztpraxis ist die erste Anlaufstelle bei Krankheiten aller Art. Doch wie verhält man sich als Patient in Zeiten von Corona richtig? Arzttermine besser nicht aufschieben, denn viele Beschwerden können nicht warten! Dr. Michael Fiedler ist Diabetologe in der Poliklinik am Helios Klinikum Berlin-Buch und hat sich mit seinem Praxis-Team sowie mit der Videosprechstunde gut auf die Corona-Situation eingestellt.
Das Telefon in der Poliklinik steht nicht still. „Zurzeit melden sich viele Patienten zur Sicherheit vor ihrem Besuch bei uns telefonisch“, berichtet Dr. Fiedler. Dabei handele es sich vor allem um Patienten, die zu Corona-Risikogruppen gehören, „also insbesondere Ältere, Patienten mit Diabetes-Erkrankung sowie Menschen mit einer chronischen Lungen- oder Herzerkrankung.“ Und genau da sieht der Diabetologe Aufklärungsbedarf und ermutigt Patienten, Arzttermine nicht aufzuschieben. „Gerade die Patienten aus den Risikogruppen benötigen eine regelmäßige Kontrolle und Behandlung durch den Haus- oder Facharzt. Jetzt nicht zum Arzt zu gehen, aus Angst sich mit dem Coronavirus anzustecken, kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben,“ sagt Dr. Fiedler.

Videosprechstunde nutzen
Seit Monatsbeginn bietet die Poliklinik einen besonderen Service für Patienten: die digitale Sprechstunde. Nicht nur für die Corona-Risikogruppen ist der Arztbesuch per Videoanruf besonders interessant. „Ganz unabhängig vom Gesundheitszustand oder Wohnort können uns Patienten konsultieren. Man spart den Anfahrtsweg sowie Wartezeit und kann schnell Auskunft zu seinen Beschwerden bekommen,“ sagt Dr. Fiedler.
Auch wenig technikaffine Patienten brauchen keine Angst vor dem digitalen Verfahren zu haben: Zur Online-Sprechstunde braucht man nur ein Handy, Tablet oder Computer mit Kamera und Verbindung zum Internet. Außerdem sollte man wie gewohnt die Krankenkassenkarte oder bei Privatpatienten den Personalausweis zur Hand haben. Rezepte und Krankschreibungen, die in der Videosprechstunde ausgestellt werden, erreichen die Patienten anschließend per Post.

Keine Angst vor der Ansteckung
„In der Poliklinik am Helios Klinikum Berlin-Buch sind wir gut mit Schutzmaterialien wie Mund-Nasen-Schutz, Masken oder Schutzkittel ausgestattet. Da wir zur Helios Kliniken Gruppe gehören, ist die Versorgung mit Schutzausrüstung gesichert. Für den Fall, dass wir Patienten mit einer COVID-19-Infektion hier ambulant versorgen müssen, sind wir bestens vorbereitet.“
Neben den gebotenen Schutzmaßnahmen mit Sicherheitsabstand im Wartebereich und hygienischer Händedesinfektion agieren Dr. Fiedler und seine medizinischen Fachangestellten pragmatisch: „Patienten aus Risikogruppen bestellen wir nach telefonischer Rücksprache meist separat ein oder bieten die Videosprechstunde an. So können wir Sicherheit herstellen und eine Versorgung auch weiterhin ermöglichen“, sagt der Diabetologe. Generell müsse kein Patient Bedenken haben, einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen.
Beschwerden nicht aussitzen
Er warnt zudem davor, länger anhaltende Beschwerden aufgrund der Sorgen um eine Ansteckung mit dem Coronavirus auszusitzen. „Wer nicht zum Arzt geht, weil dort auch Patienten mit einer Covid-19-Infektion behandelt werden könnten, der irrt. Akute aber auch anhaltende gesundheitliche Beschwerden bedürfen einer Abklärung,“ sagt Dr. Fiedler.
Gerade chronische Erkrankungen, wie Diabetes oder Bluthochdruck, können unbehandelt schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
 
Videosprechstunden in der Poliklinik am Helios Klinikum Berlin-Buch
Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin

Vereinbarung über das Kontaktformular

Oder telefonisch in den Sprechstunden
 

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heilen / 07.05.2020
Schlaganfall: Reagieren statt abwarten

Akutversorgung beim Schlaganfall in der Angiographie - Team Prof. Dr. med. Marius Hartmann (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)
Akutversorgung beim Schlaganfall in der Angiographie - Team Prof. Dr. med. Marius Hartmann (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

Am 10. Mai ist der bundesweite Tag gegen den Schlaganfall. Um das Leben von Patienten zu retten, zählt im Ernstfall jede Sekunde. Aus Angst vor COVID-19 nehmen viele Betroffene Symptome und Warnzeichen derzeit jedoch nicht ernst und zögern, den Notruf zu wählen. Eine Entwicklung, die Mediziner mit großer Sorge beobachten.
 
Keine Zeit verlieren: die Symptome eines Schlaganfalls
 
Erleiden Betroffene einen Schlaganfall, wird ihr Gehirn infolge einer Durchblutungsstörung oder einer Blutung plötzlich nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Dies hat zur Folge, dass bereits nach wenigen Minuten Nervenzellen absterben, die sich im Anschluss nicht mehr regenerieren. In diesem Fall zählt für die Patienten jede Sekunde.
 
„Je früher wir Schlaganfall-Patienten medizinisch versorgen, desto eher können wir dauerhafte Schäden vermeiden. Wer Symptome oder Warnzeichen des Körpers ignoriert, der riskiert das eigene Leben“, bestätigt Prof. Dr. Christian Wrede, Chefarzt der Notfallmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch.
 
Zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls zählen die einseitige Lähmung einer gesamten Körperhälfte, ebenso wie die plötzliche Lähmung eines Arms, eines Beins oder einer Hand. Aber auch ein einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein oder dem Gesicht, ein einseitig herabhängender Mundwinkel oder eine gelähmte Gesichtshälfte deuten auf einen Schlaganfall hin. Weitere Warnzeichen sind Seh-, Sprech- und Schluckstörungen, doppeltes oder nur eingeschränktes Sehen, ein unsicherer Gang und Schwindelgefühl sowie plötzliche, starke Kopfschmerzen, die mit Übelkeit einhergehen. Sobald eines dieser Symptome auftritt, sollten Betroffene oder deren Angehörige nicht lange zögern, sondern schnellstmöglich die Nummer des Notrufs 112 wählen.
 
Gut zu wissen: die Risikofaktoren für einen Schlaganfall

„Zu den bekanntesten Risikofaktoren, die einen Schlaganfall begünstigen, zählen hoher Blutdruck, eine ungesunde Ernährung, Rauchen, Stress und Bewegungsmangel. Im Gegensatz zu Alter und Geschlecht, die ebenfalls zu den Risikofaktoren zählen, kann man einzelne Faktoren durch Medikamente oder gesunde Lebensführung und Ernährung positiv beeinflussen und das eigene Schlaganfall-Risiko somit um bis zu 70 Prozent reduzieren“, erklärt Prof. Dr. med. Georg Hagemann, Chefarzt der Neurologie im Helios Klinikum Berlin-Buch. Und weiter: „Auch, wenn der Schlaganfall insbesondere ältere Menschen ab 60 Jahren betrifft, sollten alle auf Warnzeichen ihres Körpers achten und auch nur vorübergehende Funktionsstörungen ernst nehmen. “ So sind Männer, die einen Schlaganfall erleiden, im Durchschnitt 68 Jahre alt, während Frauen mit im Durchschnitt 75 Jahren etwas älter, dafür aber auch stärker betroffen sind. Von den durchschnittlich 270.000 Schlaganfall-Patienten pro Jahr sind 55 Prozent Frauen. Es können aber auch jüngere Menschen betroffen sein. Risiken ergeben sich hier durch Gefäß- oder Bindegewebserkrankungen oder z.B. während einer Schwangerschaft oder die Einnahme von hormonellen Verhütungsmethoden wie der Anti-Baby-Pille insbesondere in der Kombination mit Rauchen.
 
Die sichere und schnelle Erstversorgung im Helios Klinikum Berlin-Buch – auch in Corona-Zeiten
 

Stellen Betroffene eine nur vorübergehende Lähmung oder eine kurze Sprach- oder Sehstörung fest, so sollten sie auch in diesem Fall unbedingt den Notruf verständigen. Denn auch kurzzeitige Aussetzer wie diese können die Vorboten eines Schlaganfalls sein und werden als „TIA“ eingestuft, also als eine transitorische ischämische Attacke, die einem Schlaganfall vorausgeht. Um den Ernstfall abzuwenden, werden betroffene Patienten auf der sogenannten „Stroke Unit“, der Schlaganfallspezialstation, sofort medizinisch versorgt. Eine Maßnahme, die Leben retten kann – auch in Zeiten der Corona-Krise.
 
„Die Sorge, sich im Krankenhaus mit Corona anzustecken, können wir nachvollziehen. Wir versichern unseren Patienten jedoch, dass die Untersuchungen sowie die stationäre Behandlung von Menschen, die sich mit Corona infiziert haben oder unter dem Verdacht stehen, an dem Virus erkrankt zu sein, räumlich getrennt von anderen Patienten erfolgt. Wir treffen strengste Vorkehrungen, um unsere Patienten zu schützen und zugleich jeden einzelnen bestmöglich versorgen zu können“, betont Prof. Dr. Wrede.
Und so ist auch im Bucher Helios Klinikum die Notfallversorgung nach wie vor rund um die Uhr gewährleistet.
 
Stets in Bereitschaft: die Stroke-Unit im Bucher Klinikum
 
Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. Die überregional zertifizierte Stroke Unit, angeschlossen an die Neurologie des Helios Klinikums Buch, bietet dank hochmoderner Diagnostik, jahrelanger Expertise und der Erfahrung eines hochqualifizierten interdisziplinären Ärzteteams die besten Voraussetzungen, um Schlaganfall-Patienten schnell und bestmöglich zu versorgen. Je nach Schwere des Schlaganfalls werden die Betroffenen auf der Spezial-Station individuell behandelt und therapeutisch betreut. Ein interdisziplinäres Team kümmert sich um die notwendige Versorgung eines jeden Patienten und begleitet diesen bei der Akuttherapie, der individuellen medizinischen Rehabilitation sowie bei der Planung anschließender Therapie- und Betreuungsmaßnahmen.
 
Immer im Fokus: die bestmögliche Genesung der Patienten

In der Notfallsituation ist das wichtigste Ziel einer Schlaganfall-Therapie, die Durchblutung im Hirn durch die Öffnung der verschlossenen Arterie wiederherzustellen. In einigen Fällen kann ein Medikament verabreicht werden, welches das Gefäß öffnet. Die entsprechende Behandlung nennt sich Lyse-Therapie. Unter bestimmten Voraussetzungen wird im Helios Klinikum in Buch auch das moderne Verfahren der sogenannten Thrombektomie angewandt, im Zuge dessen Gerinnsel, die das Gefäß verschließen, mit einem Katheter entfernt werden. Dieser Eingriff erfolgt meist unter Narkose. Durch die in den letzten Jahren deutlich verbesserte Technik dieser endovaskulären Gefäßeröffnung bei Patienten mit schweren, akuten Schlaganfällen ist es heute möglich, Blutgerinnsel oft vollständig aus dem Hirngefäß zu entfernen, was dann zu einer dramatischen Besserung der Symptome führt. Die Notfall-Thrombektomie wird im Helios Klinikum in Buch rund um die Uhr gewährleistet, sodass Patienten auch in der Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen unverzüglich behandelt werden können.
 
Symptome richtig deuten mit dem FAST-Test
 
„Bemerken Angehörige, Freunde oder Bekannte Schlaganfall-Anzeichen bei einer anderen Person, so können sie mit Hilfe des FAST-Tests feststellen, ob der Betroffene einen Schlaganfall
erlitten hat. Ist eine der Test-Komponenten auffällig, oder sind sie unsicher sollte sofort ein Notarzt verständigt werden“, erklärt Prof. Hagemann.
 
Der FAST-Test besteht aus vier Komponenten:

 

  • Face (Gesicht): Bitten Sie den Betroffenen um ein Lächeln. Verzieht sich das Gesicht einseitig, deutet das auf eine Gesichtslähmung hin.
  • Arm (Arme): Bitten Sie den Betroffenen, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu halten. Sinkt der Arm ab oder dreht sich die Hand weist dies auf eine Lähmung hin.
  • Speech (Sprache): Bitten Sie den Betroffenen, einen einfachen Satz nachzusprechen. Gelingt dies nicht oder nur undeutlich, ist dies als Warnsignal zu werten.
  • Time (Zeit): Verlieren Sie keine Zeit und rufen Sie sofort den Notruf!

 
Im Ernstfall zählt somit jede Sekunde – darauf möchten auch wir im Rahmen des bundesweiten Tages gegen den Schlaganfall am 10. Mai noch einmal verstärkt aufmerksam machen und auch in Zeiten von „social distancing“ an Betroffene und deren Angehörige appellieren, Warnzeichen ernst zu nehmen, schnell zu reagieren und damit (das eigene) Leben zu retten.

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forschen / 06.05.2020
Phagen-Kapsid gegen Influenza: Passgenauer Inhibitor verhindert virale Infektion

Phagenhülle dockt an und inhibiert das Influenza-Virus (Visualisierung Barth van Rossum)
Phagenhülle dockt an und inhibiert das Influenza-Virus (Visualisierung Barth van Rossum)

Ein neuer Ansatz macht Hoffnung auf neue Therapieoptionen gegen die saisonale Influenza und Vogelgrippe: Berliner Forscher haben auf Basis einer leeren und damit nicht-infektiösen Hülle eines Phagen-Virus ein chemisch modifiziertes Phagen-Kapsid entwickelt, das den Influenzaviren sprichwörtlich die Luft zum Atmen nimmt. Durch passgenaue Bindungsstellen werden die Influenzaviren so von den Phagen-Kapsiden umhüllt, dass sie die Lungenzellen praktisch nicht mehr infizieren können. Das belegen präklinische Tests, unter anderem an menschlichem Lungengewebe. An der bahnbrechenden Arbeit waren Forscher des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP), der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin (TU), der Humboldt Universität (HU), des Robert Koch-Instituts (RKI) und der Charité-Universitätsmedizin Berlin beteiligt. Im Fachmagazin „Nature Nanotechnology“ sind die vielversprechenden Ergebnisse jetzt publiziert, deren hoffnungsvolles Potenzial unmittelbar in der Coronavirus-Forschung genutzt werden.

Influenzaviren sind nach wie vor hoch gefährlich: Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben weltweit jedes Jahr bis zu 650.000 Menschen an der Grippe. Bisherige antivirale Medikamente sind nur bedingt wirksam, da sie das Grippevirus erst angreifen, wenn es die Lungenzellen bereits infiziert hat. Wünschenswert und weitaus effektiver wäre es, die Infektion von vornherein zu verhindern. Genau das verspricht der neue Ansatz aus Berlin. Das von einem multidisziplinären Forscherteam entwickelte Phagen-Kapsid hüllt Grippeviren so maßgeschneidert ein, dass sie die Zellen gar nicht erst infizieren können. „Nach bisherigen präklinischen Tests können wir sowohl saisonale Influenzaviren als auch Vogelgrippeviren mit unserer chemisch modifizierten Phagenhülle unschädlich machen“, erläutert Prof. Dr. Christian Hackenberger, Leiter der Abteilung Chemische Biologie am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und Leibniz-Humboldt Professor für Chemische Biologie an der HU Berlin. „Das ist ein großer Erfolg, der völlig neue Perspektiven für die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente bietet.“

Multiple Bindungen passen wie ein Klettband
Der neue Inhibitor macht sich eine Eigenschaft zu Nutze, den sämtliche Influenzaviren besitzen: Auf den Virus-Oberflächen befinden sich drei-bindige (trivalente) Rezeptoren, die sogenannten Hämagglutinin Proteine, die an Zuckermoleküle (Sialinsäuren) auf der Oberfläche von Zellen des Lungengewebes binden. Im Falle einer Ansteckung haken sich die Viren - ähnlich wie bei einem Klettverschluss – bei ihrem Opfer, den Lungenzellen, ein. Das Grundprinzip ist hier, dass diese Interaktionen nicht durch eine einzelne, sondern multiple Bindungen erfolgen. Es war die Oberflächenstruktur der Grippeviren, welche die Forscher vor mehr als sechs Jahren zu folgender Ausgangsfrage inspirierte: Könnte man nicht einen Inhibitor entwickeln, der passgenau an die trivalenten Rezeptoren bindet und somit die Oberfläche der Lungengewebszellen vortäuschen kann? Tatsächlich kann man das, wie man heute weiß, und zwar mit Hilfe eines harmlosen Darmbewohners: Der Q-beta-Phage besitzt perfekte Oberflächeneigenschaften und eignet sich hervorragend, um es mit Liganden – in diesem Falle Zuckermoleküle – als „Köder“ zu bestücken. Dafür reicht die leere Phagenhülle aus. „Unser multivalentes Gerüstmolekül ist nicht infektiös und besteht aus 180 identischen Proteinen, die genau den gleichen Abstand aufweisen wie die trivalenten Rezeptoren des Hämagglutinins auf der Virusoberfläche“, erklärt Dr. Daniel Lauster, ehemaliger Doktorand der AG Molekulare Biophysik (HU) und heute Postdoktorand an der Freien Universität Berlin. „Somit besitzt es ideale Ausgangsbedingungen, um das Grippevirus zu täuschen – oder genauer gesagt, um räumlich passgenau daran zu binden. Wir schalten das Grippevirus also mithilfe eines Phagen-Virus aus!“ Damit das Q-beta-Gerüst die gewünschte Aufgabe erfüllen kann, muss es erst chemisch modifiziert werden. Produziert an der TU Berlin aus E. coli-Bakterien, bringt die Arbeitsgruppe von Prof. Hackenberger am FMP und der HU Berlin mit Hilfe der Synthesechemie Zuckermoleküle an definierten Positionen der Virushülle an.

Virus wird getäuscht und eingehüllt
Dass die so aufgerüstete kugelförmige Struktur eine große Bindungsstärke und Hemmpotenzial besitzt, das wurde in etlichen Untersuchungen am Tiermodell und in Zellkulturen nachgewiesen. Das Robert Koch-Institut in Berlin ermöglichte es dieser Studie, auch das antivirale Potenzial der Phagen-Kapside gegen viele aktuelle Influenza Virusstämme und sogar gegen Vogelgrippeviren zu untersuchen. Sein therapeutisches Potenzial hat es sogar an menschlichem Lungengewebe bewiesen, wie die Forscherkollegen der Medizinischen Klinik für Infektiologie und Pneumologie der Charité zeigen konnten: Wurde das Gewebe mit Grippeviren infiziert und mit dem Phagen-Kapsid behandelt, konnten sich die Influenzaviren praktisch nicht mehr vermehren. Gestützt werden die Ergebnisse durch einen strukturellen Nachweis, den Wissenschaftler der Freien Universität Berlin aus dem Forschungszentrum für Elektronenmikroskopie (FZEM) erbringen konnten:  Hochauflösende Kryo-Elektronenmikroskopie und Kryo-Elektronentomographie zeigen direkt und vor allem räumlich, dass der Inhibitor das Virus vollständig einkapselt. Mit mathematisch-physikalischen Modellen wurde außerdem die Interaktion zwischen Influenzaviren und dem Phagen-Kapsid im Computer simuliert. „Unsere Computer-gestützten Berechnungen zeigen, dass der rational entworfene Inhibitor in der Tat an das Hämagglutinin bindet und das Influenzavirus komplett einhüllt“, bestätigt Dr. Susanne Liese von der AG Netz der Freien Universität Berlin. „Damit konnte die hohe Bindungsstärke auch mathematisch beschrieben und erklärt werden.“

Therapeutisches Potenzial muss weiter erforscht werden
Weitere präklinische Untersuchungen müssen nun folgen. Noch weiß man zum Beispiel nicht, ob das Phagen-Kapsid eine Immunantwort in Säugetieren provoziert. Bestenfalls könnte diese die Wirkung des Inhibitors noch verstärken. Möglich ist aber auch, dass eine Immunantwort die Wirksamkeit der Phagenkapside bei wiederholter Gabe herabsetzt oder dass die Grippeviren Resistenzen entwickeln. Und natürlich fehlt noch der Beweis, dass der Inhibitor auch im Menschen wirksam ist. Doch die Berliner Forscher-Allianz bescheinigt dem Ansatz großes Potenzial. „Unser rational entwickelter, dreidimensionaler, multivalenter Inhibitor weist in eine neue Richtung hin zur Entwicklung strukturell anpassbarer Influenzavirusbinder. Das wurde so noch nie in der Multivalenzforschung erreicht“, betont Prof. Hackenberger. Biologisch abbaubar, nicht toxisch und in Zellkulturstudien nicht immunogen, lasse sich dieser Ansatz prinzipiell auch auf andere Viren und möglicherweise auch auf Bakterien anwenden, meint der Chemiker. Es liegt auf der Hand, dass die Autoren eine Anwendung ihres Ansatzes auf das aktuelle Coronavirus als ihre neue Herausforderung betrachten. Die Idee dabei ist, dass ein Wirkstoff entwickelt wird, der die Bindung von Coronaviren an die im Rachenraum und den nachfolgenden Atemwegen befindlichen Wirtszellen und somit deren Infektion verhindert.

Gelebte Berlin University Alliance
Entscheidend für die Entdeckung des neuen Influenza-Inhibitors war das Zusammenwirken von Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen. Biologen, Chemiker, Physiker, Virologen, Mediziner und Bildgebungsspezialisten der drei Berliner Universitäten HU, Freie Universität Berlin und TU, dem Robert Koch- Institut, der Charité und nicht zuletzt dem FMP waren beteiligt. „Ein derart aufwändiges Projekt war meiner Ansicht nach nur in Berlin möglich, wo es wirklich zu jeder Fragestellung den passenden Experten gibt“, sagt Prof. Dr. Andreas Herrmann, Leiter Molekulare Biophysik an der HU Berlin. „Das war gelebte Berlin University Alliance“, fügt er hinzu, „und ich hoffe, dass die Folge-Studien ebenso erfolgreich sein werden.“ Das Projekt wurde im Sonderforschungsbereich 765 (Sprecher Prof. Dr. Rainer Haag, Freie Universität Berlin) der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Publikation
Daniel Lauster, Simon Klenk, Kai Ludwig, Saba Nojoumi, Sandra Behren, Lutz Adam, Marlena Stadtmüller, Sandra Saenger, Stephanie Franz, Katja Hönzke, Ling Yao, Ute Hoffmann, Markus Bardua, Alf Hamann, Martin Witzenrath, Leif E. Sander, Thorsten Wolff, Andreas C. Hocke, Stefan Hippenstiel, Sacha De Carlo, Jens Neudecker, Klaus Osterrieder, Nediljko Budisa, Roland R. Netz, Christoph Böttcher, Susanne Liese, Andreas Herrmann, Christian P. R. Hackenberger. Phage capsid nanoparticles with defined ligand arrangement block influenza virus entry. Nature Nanotechnology DOI 10.1038/s41565-020-0660-2

Quelle: https://www.leibniz-fmp.de/de/press-releases-single-view1/phagen-kapsid-gegen-influenza-passgenauer-inhibitor-verhindert-virale-infektion

www.leibniz-fmp.de

leben, bilden / 05.05.2020
Technikspenden für Bucher Schüler*innen gesucht

Spendenaufruf für Buch
Spendenaufruf für Buch

Das Selbsthilfe- und Stadtteilzentrum Buch, das BENN-Team Buch und der Bildungsverbund Buch rufen im Kontext des pankowweiten Spendenaufrufs des Bezirksamtes für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu Spenden von gut erhaltenen, internetfähigen Laptops, Tablets, sowie Druckern und Prepaid-WLAN-Sticks für Schüler*innen mit und ohne Migrations- und Fluchthintergrund aus Berlin-Buch auf.

leben / 05.05.2020
Bezirksamt Pankow: Abwicklung der Hortverträge für Einschüler nur per Post

Persönliche Vorsprache für Anmeldung der Einschüler 2020 nicht erforderlich

Auf Grund der derzeitigen Situation mit den coronabedingten Einschränkungen werden die Betreuungsverträge für den Schulhort ab sofort ausschließlich per Post verschickt. Eine persönliche Vorsprache hierfür ist nicht möglich und auch nicht erforderlich. Zunächst erhalten die Eltern zwei Exemplare des Vertrages. Beide Exemplare sind zu unterzeichnen und an das Jugendamt Pankow, Fachdienst Kindertagesbetreuung, Fröbelstraße 17, 10405 Berlin, Fax: (030) 90295-5841, zurück zu schicken. Die Verträge werden dann durch die zuständigen Dienstkräfte gestempelt, unterschrieben und ein bestätigtes Exemplar zurück gesandt. Als Anlage zum Betreuungsvertrag gibt es eine „Mitteilung über die Registrierung eines Vertrags zur ergänzenden Förderung und Betreuung“. Diese Mitteilung muss zwingend dem Schulhort vorgelegt werden, da ohne diese keine Betreuung erfolgen darf.

Bis Ende Mai sollten Eltern den Betreuungsvertrag für ihr Kind erhalten haben. Ist dies nicht der Fall, wird um Meldung per E-Mail an kindertagesbetreuung@ba-pankow.berlin.de, Tel.: (030) 90295-5863 oder über die zentrale Behördenhotline (030) 115 gebeten.

forschen / 04.05.2020
Mit Umsicht in den Basisbetrieb

Foto: Campus Berlin-Buch GmbH/Peter Himsel
Foto: Campus Berlin-Buch GmbH/Peter Himsel

Nach knapp sieben Wochen im Minimalbetrieb nehmen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums am 4. Mai 2020 ihre Forschungsarbeit in den Laboren wieder auf. Wegen der Pandemie gelten für den Basisbetrieb strenge Sicherheitsvorkehrungen.

Biomedizinische Forschung geschieht nicht nur im Labor. Während des pandemiebedingten Notbetriebs veröffentlichten die Wissenschaftler*innen des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) zahlreiche Studien, werteten Daten aus und konzipierten neue Versuchsreihen. Viele Arbeitsgruppen am MDC fokussierten sich zudem auf eine neue wissenschaftliche Herausforderung: die Erforschung von Sars-CoV-2. Sie beteiligen sich an den weltweiten Anstrengungen, das Virus besser zu verstehen und zu bekämpfen.

Ab Montag, den 4. Mai, können auch jene Wissenschaftler*innen, die nicht an der Corona-Forschung beteiligt sind, wieder in den Laboren arbeiten: Wer zwingend benötigt wird, etwa um den Erfolg einer Studie bzw. eines Experiments nicht zu gefährden oder weiter zu verzögern, kann dann wieder ans MDC kommen. Der Großteil der Beschäftigten, deren Anwesenheit nicht unbedingt benötigt wird, arbeitet weiterhin mobil zuhause.

Im Basisbetrieb gelten strenge Sicherheitsregeln und ein striktes Hygienekonzept, das den Vorschriften von Bund und Land Berlin entspricht. In den MDC-Gebäuden sind Sicherheitsabstände von zwei Metern, mindestens aber 1,5 Metern vorgeschrieben; es gilt eine Maskenpflicht außerhalb von Büros oder Laboren. Ein neues Schicht- und Wegeleitsystem entzerrt die Arbeitsabläufe und verhindert Begegnungen. Die Personenanzahl in den Laboren und Büros ist begrenzt. Für Beschäftigte, die zu Risikogruppen gehören, gelten gesonderte Regeln.

Nach wie vor untersagt sind öffentliche Vorlesungen, Präsenzseminare oder Besprechungen. Solche Veranstaltungen finden ausschließlich digital statt. Auch Dienstreisen sind nicht erlaubt.

Quelle: https://www.mdc-berlin.de/de/news/news/mit-umsicht-den-basisbetrieb

www.mdc-berlin.de

forschen / 04.05.2020
NAKO Gesundheitsstudie befragt Teilnehmer*innen zu COVID-19

Die Pandemie wird wahrscheinlich gravierende Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland haben. Welche genau das sind, will nun die NAKO Gesundheitsstudie erheben. Alle Proband*innen sind aufgefordert, an der Befragung teilzunehmen.

„Die NAKO ist die einzige deutschlandweite Kohortenstudie, die aktuelle Daten zur Gesundheit in der Bevölkerung in Deutschland unmittelbar vor und zu Beginn der Pandemie gesammelt hat“, sagt Professorin Annette Peters, NAKO-Vorstandsvorsitzende und Direktorin des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München. „Damit bietet die NAKO eine ideale Ausgangsbasis, um die Auswirkungen der Pandemie auf die Gesundheit der Bevölkerung zu untersuchen.“

Fachleute erwarten, dass die Pandemie und der Shutdown gravierende Folgen für die Gesundheit haben werden. Die Forscher*innen der NAKO Gesundheitsstudie (NAKO) starten deshalb nun die COVID-19-Befragung. Sie soll Erkenntnisse über Verbreitung, Verlauf, und Auswirkungen von COVID-19 in Deutschland liefern. Die Forschungsaktion begann in der letzten Aprilwoche; alle NAKO-Proband*innen sind zur Teilnahme aufgefordert.

Nicht nur der Infektionsstatus
Der Fragebogen setzt sich etwa zur Hälfte aus infektionsepidemiologischen Fragen zum Gesundheitszustand, zum Infektionsstatus, zu Verhaltensänderungen aufgrund der Pandemie und zu den Sozialkontakten während dieser Zeit zusammen. Weitere Fragen erfassen die psychosozialen Auswirkungen der Situation. Darunter sind mögliche Veränderungen des Erwerbsstatus, des Lebensstils und des Soziallebens sowie psychische Auswirkungen. Die Fragen sind so formuliert, dass die erhobenen Daten in direkten Bezug zu jenen Daten gesetzt werden können, die in der NAKO vor der COVID-19-Pandemie erhoben wurden.

Den COVID-19-Fragebogen haben NAKO-Expertengruppen mit breiter Expertise für Infektionskrankheiten und chronische Erkrankungen entwickelt. Er kann online oder in Papierform ausgefüllt werden und ist den NAKO-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern vorbehalten. Wer die Online-Variante nutzen möchte, bekommt per E-Mail die Zugangsdaten. Sollte sich die E-Mail-Adresse geändert haben oder wenn die Teilnehmer*innen bislang keine E-Mail angegeben haben, bitten die zuständigen Studienzentren um eine Mitteilung. Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen stellt die NAKO-Geschäftsstelle den Fragebogen zudem gerne für den Einsatz in anderen Studien zur Verfügung.

„Aufgrund der Pandemie musste auch unser Studienzentrum den Betrieb vorübergehend einstellen“, sagt Professor Tobias Pischon, der Leiter des am MDC angesiedelten NAKO-Studienzentrums Berlin-Nord und NAKO-Vorstandsmitglied. „Doch natürlich wollen wir wissen, wie es unseren Proband*innen geht. Unser Netzwerk und die Fragebögen, die wir in diesen Tagen versenden, bieten zudem die Chance, die langfristigen Folgen dieser Pandemie zu verfolgen.“

Weiterführende Informationen
Corona-Forschung am MDC
NAKO-Studienzentrum Berlin-Nord
Webseite der NAKO Gesundheitsstudie


Die NAKO Gesundheitsstudie ist ein von 27 Einrichtungen getragenes, interdisziplinäres Forschungsvorhaben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Helmholtz-Gemeinschaft, den Universitäten, der Leibniz-Gemeinschaft und anderen Forschungsinstituten in Deutschland haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Die Studie wird vom Verein NAKO e.V. deutschlandweit in 18 regionalen Studienzentren durchgeführt. Finanziert wird Sie aus öffentlichen Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Helmholtz-Gemeinschaft und der beteiligten Bundesländer.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Quelle: https://www.mdc-berlin.de/de/news/press/nako-gesundheitsstudie-befragt-teilnehmerinnen-zu-covid-19

 

www.mdc-berlin.de

leben / 30.04.2020
Sprechstunden im Jugendamt ab 4. Mai 2020 nur mit Termin

Mund-Nasen-Schutz und eigenes Schreibgerät empfohlen

Aufgrund der Infektionsgefahr durch das Corona-Virus werden im Jugendamt Pankow ab dem 4. Mai 2020 persönliche Vorsprachen ausschließlich durch vorherige Terminvergaben organisiert. Alle nötigen Kontakte zur Terminvergabe gibt es auf der Internetseite des Jugendamtes unter https://www.berlin.de/jugendamt-pankow/

Die Erreichbarkeit des Jugendamtes ist zudem über Telefon und E-Mail sichergestellt. Anträge / Unterlagen oder sonstige jugendamtsbezogene Anliegen können per Mail, Telefax, Post, Hausbriefkasten und Telefon an das Jugendamt übermittelt werden.

Die bezirkliche Hotline Kinderschutz des Jugendamtes Pankow ist selbstverständlich weiterhin regulär besetzt und von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Bei einem persönlichen Termin im Jugendamt wird um Beachtung der Abstandsregelung von mind. 1,5 m und ein Erscheinen mit begrenzten Anzahl von Personen gebeten. Das Tragen eines Mund- Nasen-Schutzes ein eigenes Schreibgerät wird dringend empfohlen.

Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen und Familienzentren sind weiterhin für den Publikumsverkehr bis 10.05.2020 geschlossen. Die Einrichtungen prüfen derzeit, welche einzelnen Angebote voraussichtlich ab dem 11.05.2020 unter Wahrung von hygienischen Schutzmaßnahmen möglich sind. Welches Angebot, mit welchen Auflagen stattfinden kann, können Sie dann auf der jeweiligen Website der Einrichtungen finden bzw. dort telefonisch erfragen.

Das Bucher Bürgerhaus öffnet voraussichtlich ab dem 04.05.2020 in eingeschränktem Maß und unter Wahrung der notwendigen hygienischen Schutzmaßnahmen an einzelnen Tagen. Es wird darum gebeten hierzu die Aushänge am Bucher Bürgerhaus und im Schaukasten zu beachten.

leben / 30.04.2020
Temporärer Fahrradstreifen auf der Danziger Straße

Umsetzung ab Dienstag, dem 5. Mai 2020
 
In der Danziger Straße wird ab Dienstag, dem 5. Mai 2020 im Bereich zwischen der Prenzlauer Allee und der Danziger Straße 142 beidseitig ein temporärer Fahrradstreifen eingerichtet. Die Maßnahme soll voraussichtlich in der KW 20 abgeschlossen sein. Der größte Teil der für die Ausführung erforderlichen Mittel wurde von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zur Verfügung gestellt.

Vollrad Kuhn (Bü 90/Grüne), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste, sagt dazu: "Ich freue mich, dass wir damit auch in Pankow eine erste Maßnahme umsetzen konnten, um kurzfristig auf die veränderten Rahmenbedingungen im Straßenverkehr zu reagieren und den Radverkehr zu stärken. Mein herzlicher Dank gilt meinem Team im Straßen- und Grünflächenamt und insbesondere unseren beiden Radverkehrsplanern, die dieses Projekt trotz der massiven coronabedingten Einschränkungen erledigen konnten, obwohl sie parallel auch intensiv weiter an der Umsetzung unseres bereits vor Corona verabschiedeten Konzeptes für insgesamt 20 Fahrradstraßen arbeiten.“

Neben der Danziger Straße prüft das Straßen- und Grünflächenamt Pankow noch die Umsetzung eines weiteren temporären Radstreifens, der in der Schönhauser Allee im Bereich zwischen Schwedter Straße und Torstraße verlaufen soll.

Weitere Optionen wie auf der Schönhauser Allee im Bereich zwischen Sredzistraße und Wichertstraße waren ebenfalls intensiv geprüft worden. Die Rahmenbedingungen vor Ort wurden hierbei jedoch für die Umsetzung einer temporären Radverkehrsanlage, die aufgrund der Kürze der Zeit ohne weitreichende Umplanungen realisierbar sein muss, von der Senatsverkehrsverwaltung kritisch beurteilt, so dass sie im Ergebnis verworfen wurden.

 

forschen / 30.04.2020
Der Netzwerker

Dr. James Poulet (Foto: David Ausserhofer/ Copyright: MDC)
Dr. James Poulet (Foto: David Ausserhofer/ Copyright: MDC)

Der Neurowissenschaftler Dr. James Poulet wurde zum 1. April 2020 auf die W3-Professur für „Systems Neuroscience“ an der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) berufen.

Wer mit der Hand über eine Eisfläche fährt, spürt Kälte und Glätte zugleich. „Für uns ist es ganz alltäglich, dass viele Sinneswahrnehmungen eine Einheit bilden. Trotzdem wissen wir nicht viel darüber, wie genau sie miteinander verbunden werden“, sagt James Poulet. Der britische Neurowissenschaftler leitet seit 2009 die Arbeitsgruppe „Neurale Netzwerke und Verhalten“ am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und ist Teil des Exzellenzclusters NeuroCure. Gemeinsam mit seinem Team erforscht er, wie das Gehirn Tastsinn und Temperatur integriert. Nun wurde der 44-jährige Poulet auf die W3-Professur für „Systems Neuroscience“ an der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit dem MDC berufen.

„James Poulet gehört den besten Forschern Europas auf dem Gebiet der systemischen Neurowissenschaft. Wir gratulieren ihm sehr herzlich zu diesem Erfolg“, sagt Professor Thomas Sommer, Wissenschaftlicher Vorstand (komm.) des MDC. Systemische Neurowissenschaftler erforschen, wie die Aktivitäten einzelner Neuronen in neuronalen Schaltkreisen verarbeitet werden und dies wiederum zu einem ganz bestimmten, messbaren Verhalten führt. Poulet habe für diese Zwecke eine Reihe sehr anspruchsvoller und innovativer Methoden inklusive optischer Verfahren kombiniert, sagt Sommer. Er kooperiere zudem sehr erfolgreich mit Forscher*innen im In- und Ausland, in Berlin unter anderem mit den MDC-Gruppen der Professor*innen Gary Lewin, Carmen Birchmeier und Helmut Kettenmann sowie den NeuroCure-Gruppen der Professoren Benjamin Judkewitz und Dietmar Schmitz.

Start per Videokonferenz – dank Corona
„Ich freue mich natürlich extrem über die Professur und bin sehr geehrt“, sagt Poulet. Auch wenn deren Beginn aufgrund der Corona-Krise nicht ganz so verlaufen wäre, wie er es sich ursprünglich vorgestellt habe. „Ich traf den Dekan der Charité, Professor Axel Radlach Pries, am 30. März, um meinen endgültigen Vertrag zu unterzeichnen“, berichtet Poulet. „Wir schüttelten uns nicht die Hand und hielten in unserem kurzen Gespräch über die Wissenschaft immer mindestens zwei Meter Abstand ein.“ Sein erster Tag als Professor habe mit einem Laborgruppentreffen in Form einer Videokonferenz begonnen, gefolgt vom Heimunterricht mit seinen drei Kindern. „Seither folgen die Tage alle einem ähnlichen Muster aus Videokonferenzen, Schreiben und Heimunterricht“, sagt er.

Poulet hat an der University of Bristol Biologie studiert und an der University of Cambridge promoviert. Danach folgten Postdoc-Phasen in Cambridge und an der EPFL (École Polytechnique Fédérale) in Lausanne in der Schweiz. Im Jahr 2009 wurde Poulet als Nachwuchsgruppenleiter an das MDC rekrutiert. Seither forscht er gemeinsam mit seinem Team im Rahmen des an der Charité angesiedelten Exzellenzclusters NeuroCure. Mit den Ergebnissen seiner Grundlagenforschung konnte Poulet bereits zweimal auch den Europäischen Forschungsrat (European Research Council, kurz ERC) überzeugen. Im Jahr 2010 erhielt er den mit 1,5 Millionen Euro dotierten „Starting Grant“ des ERC für Nachwuchswissenschaftler. 2017 wurde er mit einem „Consolidator Grant“ ausgezeichnet, der ihm 2 Millionen Euro für seine Forschung bereitstellte.

Überraschung beim Wärmeempfinden
„Unser langfristiges Ziel ist es, neuronale Mechanismen der sensorischen Verarbeitung und Wahrnehmung zu identifizieren. Unser besonderes Interesse gilt den Funktionen des Thalamus und des Neokortex, zwei Hirnregionen, die als Zentren der Sinneswahrnehmung gelten“, sagt Poulet. Der Wissenschaftler experimentiert dazu überwiegend mit Mäusen, deren Vorderpfoten ähnliche Funktionen wie die Hände des Menschen haben. Sie dienen nicht nur der Fortbewegung, sondern die Tiere greifen damit auch nach Dingen und spüren sie. Vor allem aber sitzen in der Haut der Vorderpfote Nervenenden, sehr ähnlich denen beim Menschen, die verschiedene Sinnesreize wie Berührung, Temperatur und Schmerz an das Gehirn weiterleiten. Poulet und sein Team beobachten die einzelnen Neuronen in ihren intakten Netzwerken, während die Mäuse Aufgaben lösen, bei denen es auf die Sinneswahrnehmung ankommt. Außerdem nutzen die Forscher*innen oft genetisch veränderte Neuronen, um zu verstehen, wie das Gehirn eine Sinneswahrnehmung generiert.

In seiner jüngsten Publikation Ende März hat Poulet mit Professor Gary Lewin vom MDC kooperiert. Gemeinsam konnten sie zum Beispiel zeigen, dass das Wärmeempfinden bei den Tieren anders funktioniert als gedacht. Wie er und sein Team im Fachblatt Neuron berichteten, nehmen Lebewesen Wärme wahr, indem ihr Gehirn Informationen aus einer überraschenden Quelle – den Kälterezeptoren der Haut – bezieht. Mit ihrer Studie wiederlegten die Forscherinnen und Forscher die bis dahin verbreitete Theorie, dass spezielle Nervenzellen entweder Wärme- oder Kältesignale an das Gehirn senden.

Quelle: https://www.mdc-berlin.de/de/news/news/der-netzwerker

www.mdc-berlin.de

leben / 29.04.2020
Wiedereröffnung der Pankower Spielplätze

Start ab 30. April 2020 - Benutzung unter Auflagen

Die Spielplätze im Bezirk Pankow werden nach den Corona-bedingten Schließungen nun in mehreren Wellen wieder geöffnet. Am Starttag, dem 30. April, werden rund 100 der 224 Spielplätze im Laufe des Tages von den Dienstkräften  des Straßen- und Grünflächenamtes (SGA) frisch gereinigt und unter Sicherheitsaspekten kontrolliert wieder zugängig gemacht. Vollrad Kuhn (Bü 90/Grüne), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste, lobt das Engagement seines Teams: "Die Beschäftigten aus dem SGA haben in den vergangenen Tagen einen enorm großen Einsatz gezeigt, um in zahlreichen Überstunden die Spielplätze kurzfristig wieder betriebsbereit zu machen. Ich möchte ihnen dafür meinen herzlichen Dank aussprechen".

Um die Einhaltung der aus Infektionsschutzgründen vorgeschriebenen Mindestabstände von 1,5 m sicherzustellen, wird für die Spielplätze dabei je nach Größe eine maximale Nutzeranzahl definiert und über Aushänge an den Spielplätzen kommuniziert. Zur Einhaltung der Anforderungen werden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes regelmäßige Kontrollgänge übernehmen. Ergänzend werden aktuell Initiativen und Träger angefragt, eine freiwillige Aufsichtsfunktion (ohne Haftungsübernahme) zu übernehmen.

forschen / 29.04.2020
Wie Zellen Entscheidungen treffen

Der Zebrafisch wird im Labor von Jan-Philipp Junker als Modellorganismus genutzt. © Pablo Castagnola/MDC
Der Zebrafisch wird im Labor von Jan-Philipp Junker als Modellorganismus genutzt. © Pablo Castagnola/MDC

Jan Philipp Junker erstellt Stammbäume von Zellen. Er will wissen, welche verschiedenen Wege zu einem funktionierenden Organismus führen. Vielleicht lässt sich daraus eines Tages auch ablesen, wie sich Organe regenerieren.

Der Zebrafisch ist ein besonderes Tier. Viele seiner Organe können sich nach einer Verletzung vollständig erholen. Im Herzen zum Beispiel entsteht zwar nach einem Infarkt starres Narbengewebe, doch im Gegensatz zum Menschen ist dies nach zwei Wochen wieder verschwunden. „Der Mensch ist nicht besonders gut darin, Organe zu regenerieren“, sagt Jan Philipp Junker, der den Zebrafisch in seinem Labor am Berliner Institut für Medizinische Systembiologie des Max-Delbrück-Centrums (MDC) als Modellorganismus nutzt. Er schaut sich zum Beispiel an, welche Mechanismen in den Zellen des Tieres aktiv sind, wenn sich ein Organ erholt. „Langfristig können wir so vielleicht langfristig Wege finden, diese Fähigkeit auch beim Menschen zu unterstützen“, sagt der Wissenschaftler.

Bis dahin ist jedoch noch viel Grundlagenforschung nötig. In seiner Arbeitsgruppe für „Quantitative Entwicklungsbiologie“ versuchen Jan Philipp Junker und sein Team tagtäglich zu verstehen, wie Zellen grundlegende Entscheidungen treffen. Sie analysieren dazu ihre Familienverhältnisse. Junker hat eine Technik namens LINNAEUS entwickelt, die 2018 im Fachjournal „Nature Biotechnology“ vorgestellt wurde. Sie erlaubt es, die Stammbäume von Zellen zu untersuchen. Er kann damit für Tausende einzelne Zellen aus einem Organismus gleichzeitig Herkunft und Zelltyp bestimmen.

Jan Philipp Junker, 39 Jahre alt, braune Brille, dunkle Locken, öffnet den Laptop in seinem Büro in Berlin-Mitte. Auf dem Bildschirm erscheint eine bunte Grafik, die mit ihren vielen binären Verzweigungen tatsächlich an den Stammbaum einer Adelsfamilie erinnert. Statt Fotos und Namen sieht man jedoch runde Tortendiagramme, die Stücke der Kuchen haben verschiedene Farben. An ihnen kann der Forscher erkennen, welche Zellen miteinander verwandt sind. Das können Zellen aus dem Gehirn, dem Darm oder dem Herz sein. Und die Herkunft der Zellen verrät ihm etwas darüber, wie die verschiedenen Stammbäume entstehen.

Wenn Zellstammbäume falsch verästeln

Er möchte wissen, welche unterschiedlichen Wege zu einem funktionierenden Organismus führen. „Wir gehen davon aus, dass Zellstammbäume flexibel sind, in welchem Maße wissen wir aber noch nicht“, sagt er. Während bei primitiveren Lebensformen wie etwa dem Fadenwurm die Stammbäume der Zellen exakt festgelegt sind, ist das bei Säugetieren wie der Maus oder dem Menschen nicht der Fall. Ihn interessiert: Wie variabel sind diese Stammbäume? Wie reagieren die Zellen auf Störungen?  

Viele Krankheiten basieren auf Störungen in den Zellstammbäumen. Das bekannteste Beispiel ist Krebs, wo die Kontrolle der Zellteilungen nicht mehr funktioniert. Aber auch Krankheiten wie Diabetes oder Autismus gehen darauf zurück, dass es zu viele oder zu wenige Zellen eines bestimmten Zelltyps gibt. Versteht man die Stammbäume und die grundlegenden Entscheidungsvorgänge in Zellen besser, können in Zukunft darauf ausgerichtete neue Therapien entwickelt werden.

Der gebürtige Stuttgarter hat an der Technischen Universität München Physik studiert und promoviert. Schon als Kind war für Junker all das besonders spannend, was man nicht direkt anfassen und sehen kann. Zunächst war es das Weltall mit seinen entlegensten Planeten. Der Biologieunterricht in der Schule packte ihn erst richtig, als es molekular wurde. „Das Verborgene, Unzugängliche hat mich schon immer sehr interessiert“, sagt er. „Es fasziniert mich, darin Muster und Systeme zu entdecken.“

Etwas das ihn nicht nur in die Naturwissenschaften führte, sondern in seiner Freizeit auch immer wieder zur Kunst. In seinem Büro hat er nicht nur ein goldenes Mikroskop im Regal stehen, über seinem Tisch hängt auch das großformatige Plakat einer Ausstellung des Künstlers Gerhard Richter. Er liest gerne Bücher von Paul Auster und George Saunders. „In der Literatur geht es schließlich auch um das Verborgene – nur eben in der menschlichen Psyche“, sagt Jan Philipp Junker.

Nicht gleich die Flinte ins Korn werfen

Seine Forschungsgruppe ist noch jung, die interne Organisation aufwendig. Er zieht am liebsten durch die Labore, um mit seinen Mitarbeitern über ihre Projekte zu diskutieren. „Das ist es, wofür ich diesen Job mache“, sagt er. Als Gruppenleiter möchte er Mentor sein, die Außenperspektive einnehmen, wenn jemand in seiner Arbeit feststeckt. Dabei helfen, zu entscheiden, ob es nötig ist, die Richtung zu wechseln.  „Nicht immer trägt das, in was man als Wissenschaftler oder Wissenschaftlerin Energie hineinsteckt, auch die gewünschten Früchte“, sagt er.

Trotzdem durchzuhalten, nicht aufzugeben, hat ihm in der Vergangenheit ebenfalls geholfen. Als er an seiner LINNAEUS-Technik arbeitete, erfuhr er, dass andere Gruppen, unter anderem aus Harvard, an dem gleichen Thema dran waren. „Das war unangenehm, aber es hat sich gelohnt, nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen“, sagt er.  Letztendlich war er genauso schnell wie die Kolleg*innen, hat mit ihnen das gleichzeitige Einreichen ihrer Paper koordiniert.

Auch sein Aufenthalt in den USA hat ihm diesbezüglich Selbstbewusstsein gegeben. Ab 2010 arbeitete er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. „Boston, dieses Zentrum der Wissenschaft, wo der Weltspezialist oft nur zwei Straßen weiter sitzt, ist natürlich sehr beeindruckend“, sagt er. „Man braucht sich aber auch nicht einschüchtern zu lassen.“ Seinem Professor am MIT folgte er 2013 ans Hubrecht Institute in die Niederlanden, entwickelte dort eine Methode namens „Tomo-seq“, die es ermöglicht, Genexpression mit räumlicher Auflösung zu bestimmen. Das heißt, nicht nur zu wissen, welche Gene aktiv sind, sondern auch, in welchen Organen oder Geweben.

Die ersten Tage im eigenen Labor

Seine eigene Forschungsgruppe am MDC hat er nun seit vier Jahren. An die ersten Tage als Leiter eines eigenen Labors kann er sich noch gut erinnern. Er war gerade aus Utrecht nach Berlin umgezogen. Zu Hause stapelten sich die Umzugskisten, sein neues Labor war noch ganz leer. Er musste erst einmal Geräte kaufen, Anträge auf Gelder stellen und vor allem: gute Wissenschaftler rekrutieren. „Das war auf einmal sehr viel Verantwortung“, sagt er. Und in der begrenzten Zeit eines Bewerbungsgesprächs das Potenzial eines zukünftigen Mitarbeiters zu erkennen, das sei gar nicht so leicht.

Mittlerweile kann er sagen: Es ist ihm gelungen. Sein Labor hat sich einen Namen gemacht. Jan Philipp Junker ist viel auf Reisen, wird als Sprecher zu internationalen Konferenzen eingeladen. Seit 2016 gehört er zu den jungen, aufstrebenden Forscher*innen, die der Europäische Forschungsrat (ERC) mit einem ERC Starting Grant  fördert.  Außerdem wurde er 2019 in das EMBO Young Investigator Programm für junge Forscherinnen und Forscher unter 40 aufgenommen. Verbunden ist damit nicht nur finanzielle Förderung, auch der Austausch zwischen europäischen Wissenschaftler*innen soll durch aktives Netzwerken vorangebracht werden.

In Berlin ist für ihn auch noch eine andere Herausforderung dazugekommen. Vor anderthalb Jahren ist er zum ersten Mal Vater geworden. „Seitdem treibt natürlich auch mich die Frage um, wie ich Beruf und Familienleben vereinbaren kann“, sagt er. Für einen aufstrebenden Wissenschaftler alles andere als einfach. Weil Kita-Plätze rar sind, war eine Betreuung im direkten Umgebung nicht zu finden, so fährt er morgens einen Umweg von zehn Kilometern, um seinen kleinen Sohn in die Kita zu bringen. „Das kostet mich viel Zeit. Aber ich sehe es als Sportprogramm und fahre mit dem Fahrrad“, sagt er. So tut er gleichzeitig etwas für Herz und Gesundheit. Ein Mensch ist schließlich kein Zebrafisch

Text: Alice Ahlers

Quelle: https://www.mdc-berlin.de/de/news/news/wie-zellen-entscheidungen-treffen

www.mdc-berlin.de

leben, bilden / 29.04.2020
Museum, Galerien und Bibliotheken öffnen schrittweise in Pankow

Erste bezirkliche Kultureinrichtungen ab 12. Mai 2020 wieder geöffnet

Die ersten bezirklichen Kultureinrichtungen in Pankow werden ab Dienstag, den 12. Mai 2020 wieder für den Publikumsbetrieb geöffnet, nachdem sämtliche Einrichtungen seit dem 13. März 2020 wegen der Verordnung des Senats zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus geschlossen waren. Ab dem 12. Mai werden zunächst folgende Einrichtungen wieder öffnen:

Galerie Pankow, Breite Str. 8 (voraussichtliche Öffnungszeiten Di-Fr 12-20 Uhr, Sa/So 14-20 Uhr) mit der Ausstellung Adonis, Vom Wort zum Bild
Galerie Parterre, Danziger Str. 101 (voraussichtliche Öffnungszeiten Mi-So 13-20 Uhr) mit der Ausstellung Carbon Dreams
Museum Pankow, Standort Prenzlauer Alle 227/228 (voraussichtliche Öffnungszeiten Di-So, 10-17 Uhr) mit der Dauerausstellung „Gegenentwürfe. Der Prenzlauer Berg vor, während und nach dem Mauerfall“, 1. Etage, R. 106/107
Sonderausstellung „Wer war Immanuel Kirch? 125 Jahre Kirchengeschichte in Prenzlauer Berg“ Hauptgebäude, 1. Etage, R. 108
Sonderausstellung „Moskau ist nicht Berlin. Schicksal eines Romans: Michail Bulgakows Der Meister und Margarita“ in der Ausstellungshalle
 
Stadtbibliotheken Pankow: Heinrich-Böll-Bibliothek, Janusz-Korcazak-Bibliothek, Bibliothek am Wasserturm, Stadtteilbibliothek Karow, Stadtteilbibliothek Buch (voraussichtliche Öffnungszeiten Di-Fr. 13-18 Uhr, Sa. 10-13 Uhr), sowie Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek (voraussichtliche Öffnungszeit Di 13-15 Uhr, Do 16-18 Uhr).
In der Wolfdietrich-Schnurre-Bibliothek ist nur die Rückgabe sowie die Abholung zuvor bestellter Medien im Eingangsbereich möglich. In den weiteren geöffneten Bibliotheken ist die eigenständige Ausleihe vor Ort in den Räumlichkeiten möglich. Andere Bibliotheksfunktionen, die mit einem Aufenthalt vor Ort verbunden sind, können leider noch nicht wieder angeboten werden.

In allen Einrichtungen gelten temporäre Regeln zum Einlass und der Abstandswahrung. Die konkreten Regelungen und tatsächlichen Öffnungszeiten werden zeitnah auf den Internetseiten der Einrichtungen veröffentlich (https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/amt-fuer-weiterbildung-und-kultur).

Die Kurt-Tucholsky-Bibliothek und die Bettina-von-Arnim-Bibliothek bleiben wie das Museum in der Heynstraße weiterhin geschlossen, da hier die Vorgaben zu Abstandsregeln und des Pandemieschutzes nicht gewährleistet werden können. Die Musikschule, die Volkshochschule sowie die Wabe und das Theater unterm Dach bleiben gemäß der gültigen Eindämmungsverordnung des Senats ebenfalls weiterhin geschlossen.

 

forschen / 28.04.2020
Ein möglicher Wirkstoff gegen Präeklampsie

Histologisches Bild einer Rattenplazenta: MDC-Forschende analysierten mit Hilfe dieses Bildes u.a. die Spiralaterien, um Rückschlüsse auf die Versorgung des Fötus zu gewinnen. © Nadine Haase, MDC
Histologisches Bild einer Rattenplazenta: MDC-Forschende analysierten mit Hilfe dieses Bildes u.a. die Spiralaterien, um Rückschlüsse auf die Versorgung des Fötus zu gewinnen. © Nadine Haase, MDC

Mit RNA-Molekülen ist es Forschenden des ECRC gelungen, eine Schwangerschaftsvergiftung zu behandeln. Bei Ratten konnten sie so typische Symptome der Präeklampsie wie den mütterlichen Bluthochdruck und die mangelnde Versorgung des Ungeborenen praktisch ohne Nebenwirkungen lindern.

Meist geht es nach der 20. Schwangerschaftswoche los: Plötzlich leiden die betroffenen Frauen an Bluthochdruck. Mit dem Urin scheiden sie ungewöhnlich viel Eiweiß aus (Proteinurie) – als Zeichen, dass die kleinen Gefäße in der Niere geschädigt werden. Zudem kann es zu lebensbedrohlichen Schädigungen der Leber und des Knochenmarks kommen. Das ungeborene Baby wird zudem nicht mehr ausreichend versorgt, wodurch sein Wachstum und seine Entwicklung gestört sein können. Rund fünf Prozent aller schwangeren Frauen in den westlichen Ländern erkranken an dieser Schwangerschaftsvergiftung, der Präeklampsie.

„Die Präeklampsie ist hierzulande die häufigste mit einer Schwangerschaft verbundene Krankheit, an der Frauen selbst bei uns heute noch vereinzelt sterben, und zudem die häufigste Ursache einer Frühgeburt, manchmal bereits zwischen der 24. und  30. Schwangerschaftswoche“, sagt Dr. Nadine Haase vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Haase ist die Erstautorin der aktuellen Studie zur Präeklampsie, die im „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlicht ist. Sie forscht in der Arbeitsgruppe „Hypertonie-vermittelter Endorganschaden“ von Professor Dominik Müller und Professor Ralf Dechend, dem Seniorautor der Publikation.

Bislang ist die Krankheit nicht behandelbar
Medikamente gegen die Präeklampsie gibt es bisher nicht. „Man weiß zwar, dass das körpereigene Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, das den Blutdruck sowie den Wasser- und Elektrolythaushalt reguliert, bei der Krankheit gestört ist“, sagt Haase. „Doch die bisher verfügbaren Wirkstoffe, die in dieses RAAS-System eingreifen, dürfen Schwangere nicht einnehmen. Denn sie können das Ungeborene, insbesondere deren Nierenentwicklung schädigen.“ Und andere Blutdrucksenker wie beispielsweise Methyldopa wirken bei der Präeklampsie kaum. „Oft gibt es dann keine andere Möglichkeit als eine vorzeitige Entbindung, die extrem Frühgeborene häufig gar nicht oder nur mit Behinderungen überleben“, sagt Haase.  

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Berlin, Essen, Hamburg und Jackson, Mississippi, sowie einem Team des medizinischen Forschungsunternehmens Alnylam Pharmaceuticals mit Hauptsitz in Cambridge, Massachusetts, hat sich Haase daher auf die Suche nach effektiveren Medikamenten gegen die Präeklampsie gemacht. Die Forscher*innen wollten herausfinden, ob von der Firma Alnylam entwickelte siRNA-Moleküle (small interfering RNA, auf Deutsch kleine eingreifende RNA) die Symptome der Schwangerschaftserkrankung lindern können, ohne das Ungeborene zu schädigen. „Die von uns verwendete siRNA senkt in der Leber die Produktion des Hormons Angiotensinogen, kurz Agt. Das ist eine Vorstufe des Angiotensin. Somit wirkt die siRNA regulierend auf das RAAS-System“, erläutert Haase. Alnylam hat dieses Wirkprinzip bereits erfolgreich bei anderen Erkrankungen des Menschen eingesetzt.

Zwei Tiermodelle der Präeklampsie
Haase und ihre Kolleg*innen testeten die siRNA an zwei Tiermodellen. Zum einen nutzte das Team ein Modell, bei dem die weiblichen Ratten genetisch so verändert sind, dass sie menschliches Agt herstellen. Diese Tiere kreuzten die Forscherinnen und Forscher mit männlichen Ratten, die humanes Renin produzieren. Ein solches Vorgehen führt zu einer Überaktivität des RAAS-Systems mit entsprechenden Symptomen einer Präeklampsie während der Trächtigkeit weiblicher Tiere.

Für das andere, in den USA entwickelte Modell namens RUPP (Reduced Uteroplacental Perfusion Pressure) setzten die Forscher*innen trächtigen Tieren Clips ein, mit denen der Blutfluss in der Plazenta verringert wird. Die Feten der Tiere waren dadurch unterversorgt. Zudem entwickelten die per Clip behandelten mütterlichen Ratten – ebenso wie die genetisch modifizierten Tiere – Bluthochdruck und Proteinurie, wenngleich in geringerem Ausmaß. Auch zwei klinische Biomarker PLGF und sFLT1, die bei Schwangeren zur Diagnose einer Präeklampsie bestimmt werden, waren bei den Tieren verändert.

Der Blutdruck sank, die Feten wuchsen
Für ihren Therapieversuch spritzten die Wissenschaftler*innen den Ratten die siRNA unter die Haut. Zuvor hatten sie die Moleküle chemisch so verändert, dass sie nur in der Leber wirken – also dort, wo das Hormon Agt gebildet wird. „Wie erhofft konnten wir beobachten, dass die Symptome der Präeklampsie bei den behandelten Tieren zurückgingen, und zwar in beiden Modellen“, sagt Haase. „Ihr Blutdruck sank und die Proteinurie verschwand.“ Das Verhältnis der Biomarker PLGF und sFLT-1 normalisierte sich ebenfalls. Infolgedessen wurden auch die Nachkommen im Mutterleib wieder besser versorgt.

Darüber hinaus habe man zeigen können, dass die siRNA-Moleküle tatsächlich nur in der Leber der Ratten die Herstellung des Hormons Agt blockieren, berichtet Haase. In der Plazenta war die siRNA nicht nachweisbar. Zudem untersuchten die Forscher*innen, ob sich die Behandlung der mütterlichen Tiere bei den Nachkommen auf die Entwicklung der Organe, zum Beispiel des Gehirns, der Lunge, des Herzens und der Niere, ausgewirkt hatte. „Wir fanden weder bei den ungeborenen Ratten noch bei den Tieren, die zur Welt gekommenen waren, irgendwelche negative Folgen“, sagt Haase. Die Therapie mit siRNA sei demnach anscheinend zumindest bei Tieren sicher.

Eine erste Studie mit Schwangeren
„Mit unserer Studie haben wir die erforderlichen Daten vorgelegt, um nun den nächsten Schritt in Richtung einer klinischen Studie zu gehen“, sagt Haase. Aber es bedarf auch noch weiterer Grundlagenforschung. „Die Entwicklung eines RAAS-Blockers, der die Plazenta nicht überwindet und somit das Kind auch nicht schädigt, ist eine der großen Herausforderungen in der Geburtsmedizin“, sagt der Seniorautor der Studie, Ralf Dechend. Das US-Unternehmen Alnylam plane nun einen ersten Therapieversuch mit schwangeren Frauen, bei der er als beratender Mediziner beteiligt sein werde. Haase hingegen denkt bereits über eine weitere präklinische Studie nach, bei der sie die Effekte eines Peptids – eines kleinen Eiweißmoleküls – zur Behandlung der Präeklampsie untersuchen möchte.

Literatur
Haase, Nadine et al. (2020): ”RNA interference therapeutics targeting angiotensinogen ameliorate preeclamptic phenotype in rodent models”, Journal of Clinical Investigation, DOI: 10.1172/JCI99417

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH ) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de

Quelle: https://www.mdc-berlin.de/de/news/press/ein-moeglicher-wirkstoff-gegen-praeeklampsie

www.mdc-berlin.de

leben / 24.04.2020
Straßenbäume brauchen Wasser!

Stadtrat bittet um Unterstützung bei der Bewässerung

Seit Wochen hat es in Berlin kaum noch geregnet. Eine Situation, unter der vor allem die Straßenbäume leiden. Insbesondere, da viele durch die beiden vergangenen, ebenfalls viel zu trockenen Sommer bereits vorgeschädigt sind. Vollrad Kuhn (Bü 90/Grüne), Pankower Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste, appelliert daher an die Bürger*innen: "Gerade im Frühjahr brauchen die Bäume ausreichend Feuchtigkeit, um austreiben zu können. Bitte helfen Sie uns daher (natürlich unter Einhaltung der Abstandsregeln), unsere Straßenbäume mit dem so dringend benötigten Wasser zu versorgen. Optimal wäre eine tägliche Versorgung mit zwei bis vier Eimern (20 bis 40 Liter) Wasser pro Baum. Mein herzlichster Dank gilt schon jetzt allen fleißigen Helferinnen und Helfern!".

Die Dienstkräfte des Bezirksamts sowie beauftrage externe Firmen sind bereits mit der Wässerung von Straßenbäumen und Grünanlagen beschäftigt. Sie müssen sich bei den insgesamt über 90.000 Bäumen im Bezirk aber vor allem auf die besonders gefährdeten Jungbäume konzentrieren. Unter der Trockenheit leiden jedoch auch alle anderen Bäume.

heilen / 24.04.2020
Helios entwickelt Verfahren zur Wiederaufbereitung von FFP-Masken

Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken
Fotocredit: Thomas Oberländer | Helios Kliniken

In Zeiten der Corona-Pandemie sind Schutzmaterialien, insbesondere Gesichts-Masken, weiterhin ein knappes Gut. Da die entsprechende Versorgungslage weiterhin angespannt ist, empfiehlt der Krisenstab der Bundesregierung die Wiederaufbereitung der Schutzmasken. Nun haben Experten von Helios ein sicheres Verfahren zur Wiederaufbereitung von sogenannten FFP-Masken entwickelt, die deutlich über die vom Robert Koch-Institut (RKI) vorgegebene Sicherheitsstufe hinausgeht.

Eine Atemschutzmaske setzt sich zusammen aus verschiedenen Filtermaterialien und der Maske selbst und bedeckt Nase und Mund. Die Masken schützen vor lungengängigem Staub, Rauch und Flüssigkeitsnebel (Aerosol). Das Klassifizierungssystem unterteilt sich in drei FFP Klassen, das Kürzel FFP steht dabei für „filtering face piece“.

Die Schutzklassen FFP1, FFP2 und FFP3 bieten Atemschutz für unterschiedliche Konzentrationen von Schadstoffen. FFP2- und FFP3- Masken sind hocheffektive Schutzmasken, die medizinisches und pflegerisches Personal aktuell im Umgang mit Covid-19-Patienten verwendet. Das sind spezielle Feinpartikelmasken, die dicht am Gesicht abschließen und belegbar einen Infektionsschutz für solche Arten wie die Corona-Viren bieten.

Der Krisenstab der Bundesregierung willigt in der aktuellen Versorgungskrise in die Wiederverwendung von Schutzmasken ein, für den Fall, dass nicht ausreichend Material zur Verfügung steht. Vorrangiges Ziel ist es, die Versorgung des medizinischen Personals mit FFP2 und FFP3-Masken zu gewährleisten. Vorgesehen ist, Atemschutzmasken mit Filterfunktion bis zu dreimal wiederzuverwenden. Dafür gelten eine Reihe von Sicherheitsauflagen, wie das ordnungsgemäße Personifizieren, Sammeln und Dekontaminieren der Masken durch Erhitzen.

Das jetzt entwickelte Verfahren, mit dem Helios ab dieser Woche seine Masken wiederaufbereitet, geht deutlich über die vom Robert Koch-Institut (RKI) vorgegebene Sicherheitsstufe hinaus und ermöglicht so eine Wiederverwendung ohne Personalisierung. Eine kommerzielle Nutzung des Verfahrens schließt Helios aus und stellt stattdessen die Informationen zur Verfahrensweise online. Ab sofort können bei Helios durch das Verfahren täglich 8.000 Masken aufbereitet werden.

Die im Testverfahren behandelten Masken wurden sowohl mikrobiologisch als auch strukturell in Partikelrückhalteprüfungen und in weiteren Tests von unabhängigen Laboren als neuwertig bestätigt. Der Aufbereitungsprozess wird durch ein intensives Qualitätsmanagement begleitet und permanent überprüft.

Daniel Amrein, Geschäftsführer im Helios Klinikum Berlin-Buch, bekräftigt: „Das Tragen einer Schutzmaske ist für medizinisches Personal dringend notwendig. Um Patienten behandeln und betreuen zu können, ohne sich und andere anzustecken, brauchen ärztliche und pflegerische Mitarbeiter die FFP-Masken – sonst würde eine Versorgung schwierig werden. Ich bin stolz und begrüße es sehr, dass nun ein spezielles und vor allem sicheres Wiederaufbereitungsverfahren von unserem Unternehmen entwickelt wurde. Es ermöglicht, unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen auch weiterhin genügend Schutzmasken für die tägliche Versorgung unserer Patienten zur Verfügung zu stellen und für den Kampf gegen die Pandemie zu wappnen.“

„Die Versorgungslage mit medizinischen Masken ist in Deutschland nach wie vor angespannt. Uns ist wichtig, dass nicht nur für uns, sondern für alle Anbieter im medizinischen Bereich ausreichend Schutzmaterialien vorhanden sind. Daher stellen wir das Verfahren zur Nachahmung online und unterstützen gern mit unseren Erkenntnissen", so Enrico Jensch, COO bei Helios Deutschland. Eine kommerzielle Nutzung des Verfahrens schließe Helios aus, betonte Jensch.

Das Verfahren besteht aus mehreren Schritten. So werden die Masken zunächst nach RKI-Empfehlung trocken für 35 Minuten bei 70 Grad in so genannten Reinigungs- und Desinfektionsgeräten behandelt. Anschließend erfolgt zusätzlich die Aufbereitung in Umluft-Konvektoren bei 70-75 Grad über insgesamt neun Stunden. Diese beiden Verfahren in Kombination führen zu einem Aufbereitungswert A0 von 3.000. Zum Vergleich: Nach dem durch das RKI beschriebenen Verfahren wird ein A0-Wert von 60 erreicht; dabei gilt, je höher der A0-Wert, desto größer ist die Desinfektionswirkung.

Das A0-Verfahren ist weltweit anerkannt bei der Desinfektion und Aufbereitung von medizinischen Instrumenten und Materialien. Der Einsatz eines entsprechend hohen A0-Wertes findet bei allen Desinfektionsprozessen statt, wo Medizinprodukte auf Haut oder Schleimhaut angewendet werden.

Entwickelt wurde das Verfahren durch Experten bei Helios, unterstützt durch Mitarbeiter des Unternehmens VAMED, das wie Helios zum Fresenius-Konzern gehört und die Sterilgutaufbereitung für Helios umsetzt. Beratend wurden mehrere Institute und Unternehmen einbezogen. Dazu gehören die Fresenius Medical Care Deutschland, das Krankenhaushygiene-Labor des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, das Max-Rubner-Institut in Karlsruhe sowie die Unternehmen RJL Micro & Analytic GmbH in Karlsdorf-Neuthard und die Herotron E-Beam Service GmbH in Bitterfeld-Wolfen, MMM Münchner Medizin Mechanik Group; Planegg/München und Belimed Deutschland GmbH; Mühldorf a. Inn.

www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch

leben / 23.04.2020
Bezirksamt plant schrittweise Lockerung der Einschränkungen

Nachdem der Berliner Senat in dieser Woche einige Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen hat, arbeitet das Bezirksamt Pankow an einem Plan, die Einschränkungen bei den Verwaltungsleistungen schrittweise wieder rückgängig zu machen und geschlossene Einrichtungen wieder in Betrieb zu nehmen.

"Gründlichkeit und unter den Bezirken abgestimmtes Verhalten geht aber vor Tempo", erklärt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke). Dabei soll der Publikumsverkehr in den Ämtern langsam ausgeweitet werden, allerdings werden Termine nur nach telefonischer Vereinbarung unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln möglich sein.

Eine Öffnung der seit einem Monat gesperrten Spielplätze wird es nur nach entsprechender Kontrolle und etappenweise geben. Nach einer ersten Verständigung unter den Bezirken heute im Rat der Bürgermeister will das Bezirksamt Pankow dann am Dienstag, dem 28. April 2020 einen entsprechenden Beschluss herbei führen.