Aktuelles

leben / 27.03.2026
Siegerentwurf für das Neue Stadtquartier Elisabeth-Aue

Visualisierung: Hosoya Schaefer Architects AG / AgenceTer.de GmbH Landschaftsarchitekten
Visualisierung: Hosoya Schaefer Architects AG / AgenceTer.de GmbH Landschaftsarchitekten

Das im November 2025 gestartete kooperative Werkstattverfahren für das Neue Stadtquartier Elisabeth-Aue ist am 26. März 2026 erfolgreich abgeschlossen worden. Die Jury hat aus vier Entwürfen den städtebaulichen Entwurf von Hosoya Schaefer Architects AG mit AgenceTer.de GmbH Landschaftsarchitekten ausgewählt, der bildet die Grundlage für die weiteren Planungsschritte. 

Auf der rund 73 ha großen landeseigenen Fläche der Elisabeth-Aue soll ein gemischtes, ökologisches und nachhaltiges Stadtquartier der kurzen Wege entstehen. Geplant sind 5.000 neue Wohnungen sowie ergänzend Dienstleistungen, Einzelhandel, Büros, Schulen sowie weitere soziale und kulturelle Einrichtungen. Um einen qualifizierten städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwurf für die Entwicklung des Neuen Stadtquartiers zu erarbeiten, wurde ein städtebaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb nach RPW durchgeführt. Der anonyme Wettbewerb wurde gemeinsam von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und der Entwicklungsgesellschaft Elisabeth-Aue GmbH ausgelobt. Zwölf Planungsteams aus Deutschland und Europa haben sich beteiligt. Unter dem Vorsitz von Herr Prof. Kunibert Wachten bewertete das Preisgericht die zwölf eingereichten Wettbewerbsarbeiten und prämierte vier Entwürfe, die weiter vertieft werden sollen.

In der anschließenden kooperativen Werkstatt ab November 2025 wurden die vier Entwürfe basierend auf den Hinweisen der Jury und der Öffentlichkeit weiterentwickelt und konkretisiert.

Die Arbeiten wurden abschließend von der Jury vergleichend bewertet. Man hat sich für den Entwurf des Büros Hosoya Schaefer Architects AG mit AgenceTer.de GmbH Landschaftsarchitekten entschieden (siehe Lageplan und Fußgängerperspektive). Dieses Konzept zeigt besonders überzeugende Antworten zu den vielfältigen Anforderungen des Standorts auf und zeichnet sich durch eine hohe städtebauliche Qualität aus. Der Entwurf überzeugt durch vier grüne Anger-Kieze, die mit einem großzügigen Park verbunden sind. Damit wird im neuen Stadtquartier eine hohe Wohnqualität geschaffen.

Neben dem ausgewählten Entwurf, gab es weitere Entwürfe, die durch die Jury gewürdigt wurden.

Sie haben wertvolle Impulse für die Entwicklung des Standorts geliefert. Die Entwürfe sind von folgenden Teams erstellt worden:

  • CITYFÖRSTER architecture+urbanism PartGmbB, arbos landscape GmbH, ARGUS Stadt und Verkehr Partnerschaft mbB
  • Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten mbH, capattistaubach urbane landschaften Landschaftsarchitekt und Architekten PartGmbH
  • 03 Arch. GmbH, Kuehn Malvezzi Projects GmbH, ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner Partnerschaftsgesellschaft mbB

Prof. Petra Kahlfeldt, Senatsbaudirektorin und Staatssekretärin für Stadtentwicklung:

„Ich freue mich sehr, dass mit dem ausgewählten Entwurf eine überzeugende Grundlage für die weitere Entwicklung der Elisabeth-Aue vorliegt. Der Siegerentwurf überzeugt mit einem qualitativ hochwertigen städtebaulichen und landschaftsplanerischen Konzept und meistert die planerischen Herausforderungen des Neuen Stadtquartiers. Das mehrstufige Verfahren hat besonders qualitätsvolle Beiträge hervorgebracht und es hat mir gezeigt, welches Potenzial in der Elisabeth-Aue liegt.“

Prof. Dipl-Ing. Kunibert Wachten, Vorsitzender der Jury:

„Alle vier Entwürfe haben sich intensiv mit der anspruchsvollen Aufgabenstellung auseinandergesetzt und individuell überzeugende städtebauliche und freiraumplanerische Lösungen für diese besondere Lage am Stadtrand entwickelt. Mit dem ausgewählten Siegerentwurf verfügen die Auslobenden nun über eine gestalterisch qualitativ hochwertige und technisch wie wirtschaftlich belastbare Grundlage für die nächsten Schritte in der Planung eines zukunftsweisenden Stadtquartiers.“

Kathrin Drogosch, Geschäftsführerin Entwicklungsgesellschaft Elisabeth-Aue GmbH:

 „Mit dem ausgewählten Siegerentwurf liegt eine hervorragende Grundlage für die Realisierung von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum vor. Es entsteht ein gemischtes, grünes und innovatives Stadtquartier eingebettet in eine besondere landschaftliche Kulisse.“

Öffentliche Veranstaltung und Präsentation des Siegerentwurfs

Zur Abschlussveranstaltung und Präsentation des Siegerentwurfs am 14.04.2026 ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen.  In der Veranstaltung wird das Planungsteam den Siegerentwurf vorstellen. Zudem wird ein Ausblick auf die weiteren Schritte im Planungsprozess gegeben. Fragen und Anregungen aus der Stadtgesellschaft sind ausdrücklich erwünscht.

Wann: 14.04.2026, 18:00-20:30 Uhr (Einlass ab 17:00 Uhr)

Wo:      SchuleEins, Berliner Straße 120, 13187 Berlin (Eingang über Hadlichstraße)

Die Veranstaltung ist kosten- und barrierefrei. Wegen begrenzter Plätze kann der Einlass kann nur mit Anmeldung garantiert werden: https://eveeno.com/elisabethaue.

 

produzieren / 26.03.2026
Eckert & Ziegler: Erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 mit positivem Ausblick

Die Eckert & Ziegler SE (ISIN DE0005659700, TecDAX) erreichte im Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 312,0 Mio. € eine neue Rekordmarke. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um rund 16 Mio. € (+5%). Das EBIT vor Sondereinflüssen aus fortgeführten Geschäftsbereichen (bereinigtes EBIT) legte gegenüber dem Vorjahr um knapp 12 Mio. € auf 77,7 Mio. € zu (+18%). Der Jahresüberschuss stieg um rund 15 Mio. € (+46%) auf 48,8 Mio €; dies entspricht einem Ergebnis pro Aktie von 0,78 € (Vj. splitbereinigt 0,53 €).

Im Segment Medical erhöhte sich der Umsatz um 22,6 Mio. € oder 15% auf 171,3 Mio. €. Nach wie vor bleibt das Geschäft mit pharmazeutischen Radioisotopen der wichtigste Umsatzbringer.

Das Segment Isotope Products erzielte mit 150,1 Mio. € einen um 7,9 Mio. € (-5%) gesunkenen Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Grund hierfür sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum temporäre Verschiebungen hin zu margenschwächeren Produkten. Darüber hinaus führte die Cyberattacke in 2025 zu projektbezogenen Verzögerungen.

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Vorstand mit einem bereinigten EBIT von rund 80 Mio. €. Die dazugehörige Umsatzerwartung beläuft sich auf rund 320 Mio. €. Voraussetzungen für die Prognose ist ein gewichteter Durchschnittskurs von 1,20 USD pro Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte und das Lizenzgeschäft entspräche dies einem Wachstum von 9% im Umsatz und 21% im Ergebnis (bereinigtes EBIT).

Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung eine Dividende in Höhe von 0,22 € (Vj. splitbereinigt 0,17 €) je dividendenberechtigter Aktie vorschlagen. 

Den vollständigen Jahresabschluss 2025 finden Sie hier: https://www.ezag.com/fy2025de/

Überblick:

Geschäftsjahr 2025:

  • Umsatz: 312,0 Mio. € (VJ: 295,8 Mio. €)
  • bereinigtes EBIT: 77,7 Mio. € (VJ: 65,9 Mio. €)
  • Nettogewinn: 48,8 Mio. € (VJ: 33,3 Mio. €)

Jahresprognose 2026:

  • Umsatz von rund 320 Mio. €
  • bereinigtes EBIT von rund 80 Mio. €

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler SE gehört mit über 1.000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
Wir helfen zu heilen.

www.ezag.de

forschen, produzieren, heilen / 23.03.2026
Einstein Center for Early Disease Interception eröffnet

Foto: Pablo Castagnola/Einstein Stiftung
Foto: Pablo Castagnola/Einstein Stiftung

Sie wollen Krankheiten erkennen, bevor Symptome entstehen: Im Einstein Center for Early Disease Interception bündeln Forschende von zwölf Berliner Institutionen ihre Expertise, um neue Wege der Prävention zu erschließen und schneller in die Anwendung zu bringen. Mit einem feierlichen Auftakt nimmt es heute seine Arbeit auf.

Gemeinsame Pressemitteilung von Max Delbrück Center, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin Institute of Health in der Charité, Technische Universität Berlin

Dass sich eine ernste Erkrankung anbahnt, bleibt oft jahrelang unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, sind Organschäden bereits angerichtet und nur begrenzt rückgängig zu machen. Manchmal fehlt jeder Hebel, um den weiteren Verlauf zu stoppen. 

Forschende aus zwölf führenden Berliner Institutionen wollen das ändern und Prävention neu denken. Mithilfe neuester Technologien – darunter Entwicklungen aus Berlin – wollen sie verstehen, was ganz am Anfang einer Erkrankung in den Zellen unseres Körpers geschieht. Dieses Wissen schafft die Grundlagen, um deutlich früher einzugreifen: in einem Stadium, in dem erst einzelne Zellen betroffen sind und die Krankheit noch steuerbar ist.

Die Forschenden bündeln ihre Expertise im ​„Einstein Center for Early Disease Interception“ (EC-EDI). Es wird heute feierlich mit Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft am Berliner Institut für medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center in Mitte eröffnet. Die Einstein Stiftung Berlin fördert das Einstein-Zentrum mit insgesamt sechs Millionen Euro und unterstützt das EC-EDI bei der Rekrutierung junger internationaler Talente mit weiteren Mitteln, die das Land Berlin bereitstellt. Das Zentrum baut auf einer zweijährigen Vormodulphase auf. 

Ein dynamisches Netzwerk für Schlüsseltechnologien

In den nächsten sechs Jahren werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Entwicklung, Integration und Anwendung der Schlüsseltechnologien vorantreiben. Dazu gehören zum Beispiel Einzelzell-Multiomik-Technologien und räumliche Biologie, patient*innenspezifische Organoide, 3D-Bioprinting sowie Modellierungen von Mechanismen und Krankheitsverläufen auf der Basis von künstlicher Intelligenz. Es soll außerdem eine Plattform für die institutionenübergreifende Zusammenarbeit entstehen, um Forschungsergebnisse gemeinsam mit Unternehmen und Investor*innen schneller in die Klinik zu bringen und gleichzeitig gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert für Berlin zu schaffen. Im Fokus stehen zunächst Atemwegs- und neurologische Erkrankungen, wie beispielsweise entzündliche Lungenerkrankungen, Tuberkulose, Alzheimer und Multiple Sklerose.

Im EC-EDI arbeiten unter anderem die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), das Max Delbrück Center, die Technische Universität Berlin, die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin sowie weitere außeruniversitäre Einrichtungen wie das Museum für Naturkunde und Max-Planck-Institute zusammen. 

Die vier Sprecher*innen zur Eröffnung

Professor Nikolaus Rajewsky (Hauptansprechperson; Direktor des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie des Max Delbrück Center und Professor an der Charité):

„Wir treiben eine molekulare Prävention und Intervention voran – und wollen sie möglichst schnell in die Klinik bringen. Große Fortschritte entstehen weder allein in der Klinik noch ausschließlich im Labor oder am Computer. Das Einstein-Zentrum schafft daher eine gemeinsame, offene Plattform mit klaren Regeln und kurzen Wegen. Kliniker*innen, Grundlagenforscher*innen und Datenwissenschaftler*innen arbeiten institutionenübergreifend, auch mit Unternehmen und Investor*innen, zusammen. Das macht uns schneller und trägt hoffentlich dazu bei, Berlin als international renommierten Standort und Akteur in diesem Gebiet weiterzuentwickeln.“

Professor Leif Erik Sander (Projektleiter; Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin an der Charité und Arbeitsgruppenleiter am BIH):

„Herkömmliche Methoden können oft die frühen Vorzeichen sich anbahnender Erkrankungen nicht erfassen. Zudem verstehen wir auch gar nicht immer, was eigentlich molekular schiefläuft und wie man kausal eingreifen könnte, um die Krankheiten zu stoppen. Hier setzt ​‚Early Disease Interception‘ an: Mithilfe hochauflösender Technologien wollen wir verstehen, was die Weichen falsch stellt, und Möglichkeiten schaffen, diese Weichen sehr früh wieder umzustellen. Der Zug soll quasi zurück aufs gesunde Gleis. Aus unseren Erkenntnissen wollen wir innovative Lösungen, beispielsweise neue diagnostische Tests und Medikamente, entwickeln. So entsteht aus Forschung medizinischer Fortschritt und Wertschöpfung – und das stärkt den Innovations- und Wirtschaftsstandort Berlin.“ 

Dr. Janine Altmüller (Leiterin der Core Unit Genomics am Berlin Institute of Health in der Charité, BIH):

„Neue Methoden sind der Schlüssel zur Vision des Einstein-Zentrums: Noch nie zuvor war es möglich, charakteristische Merkmale wie Nukleinsäuren oder Proteine einzelner Zellen in ihrem natürlichen Gewebeverband so präzise und hochauflösend zu untersuchen. Selbst kleinste Veränderungen, die am Beginn einer Erkrankung stehen, können heute digitalisiert zum Beispiel mithilfe von KI besser entschlüsselt und besser verstanden werden. Dieses Wissen ist entscheidend, um gezielte Interventionen zu entwickeln. Im Einstein-Zentrum arbeiten Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam an diesem Ziel und beschleunigen so die Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Anwendung.“

Professor Jens Kurreck (Geschäftsführender Direktor des Instituts für Biotechnologie, Technische Universität Berlin): 

„Das Einstein Center for Early Disease Interception eröffnet eine einzigartige Plattform für die enge Zusammenarbeit führender Berliner Forschungseinrichtungen und ermöglicht es, an verschiedenen humanen Modellen frühe Mechanismen der Krankheitsentstehung besser zu verstehen. Besonders wichtig ist dabei, jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Rahmen dieses Konsortiums Zugang zu modernsten Technologien zu bieten und ihnen optimale Bedingungen für den Aufbau ihrer wissenschaftlichen Karrieren zu schaffen.“
 

Weiterführende Informationen

forschen, produzieren, heilen / 19.03.2026
Internationale Zusammenarbeit bei klinischen Studien intensivieren

Foto: Campus Berlin-Buch GmbH
Foto: Campus Berlin-Buch GmbH

Im Rahmen der Australian Clinical Trials Initiative (ACTI) besuchten heute australische Unternehmen und Vertreter der Australien Government’s Trade and Invest Commission den Wissenschafts- und Biotechcampus Berlin-Buch. Die Initiative wirbt für Australien als attraktiven Standort für klinische Studien.

Dr. Christina Quensel, CEO der Campus Berlin-Buch GmbH, begrüßte die Gäste und informierte auf einem Rundgang über das Ökosystem des Campus aus biomedizinischer Grundlagen- und klinischer Forschung, Life Science Start-ups und Biotechnologie-Unternehmen, die hier in einem der führenden Biotechparks in Europa arbeiten.

Die Delegation erhielt einen Einblick in zwei wissenschaftliche Core Facilities: das Proteomic Lab des Berlin Institute of Health in der Charité und die Kryo-Elektronenmikroskopie, eine kooperative wissenschaftliche Infrastruktur der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Max Delbrück Center und des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie.

Im Gründerzentrum BerlinBioCube besuchten die australischen Gäste die Start-ups CheckImmune GmbH, einer CRO, und T-knife GmbH, ein pharmazeutisches Unternehmen, das hochinnovative Krebstherapien entwickelt.

Bei einem Networking Lunch tauschte sich die Delegation intensiv mit Geschäftsführenden und Akteuren des BiotechParks Berlin-Buch aus.

Herzlichen Dank an unsere Gäste!

Minesh Lalla, Senior Business Development Manager at Peter MacCallum Cancer Centre (CTS)
Jason Erasmus, Business Development Manager at Beyond Drug Development (CRO)
Tim Vale, Business Development Manager at Resolian Bioanalytics (Lab)
Karl Boehle, Senior Business Development Manager, Austrade
Pallavi Mishra, South Australia Trade & Investment Manager, Austrade
George Zafiris MBA, Prime Financial Group (R&D Tax Advisors)
Bellberry (Ethics)

Im Anschluss ging es für die Delegation weiter zu Berlin Partner für Technologie und Wirtschaft, die in Kooperation mit Austrade zu einem exklusiven Seminar zu Möglichkeiten der deutsch-australischen Zusammenarbeit bei klinischen Studien eingeladen hatten. Die Veranstaltung beleuchtete, wie das australische Ökosystem für klinische Studien aufgebaut ist und welche wesentlichen Stärken und Effizienzvorteile es bietet. Eingeladen waren Führungskräfte aus den Bereichen Forschung und Entwicklung in der Pharma- und Biotech-Branche, Entscheidungsträger für klinische Abläufe und Studienstrategien, Auftragsforschungsinstitute (CROs) und Anbieter klinischer Dienstleistungen, Führungskräfte aus Hochschulen, Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen sowie Akteure aus Politik und dem Innovations-Ökosystem.

forschen / 17.03.2026
Körperfett fördert Entzündungen im Darm

© Anja Kühl, Charité
© Anja Kühl, Charité

Fettgewebe rund um den Darm verstärkt die Entzündungen bei Morbus Crohn. Das berichten Forschende des Max Delbrück Center und der Charité – Universitätsmedizin Berlin im ​„Journal of Clinical Investigation“. Außerdem erklären sie, wie Mutationen in Immunzellen zu der Krankheit beitragen können.

Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Darms, von der weltweit Millionen von Menschen betroffen sind. Ein auffälliges Merkmal der Krankheit ist das ​„schleichende Fett“: Fettgewebe, das sich um entzündete Darmabschnitte legt. Forschende vermuten seit langem, dass dieses Gewebe den Krankheitsverlauf beeinflussen kann. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind bislang aber unklar.

Wissenschaftler*innen der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berliner Instituts für Medizinische Systembiologie am Max Delbrück Center (MDC-BIMSB) berichten jetzt gemeinsam mit weiteren Kolleg*innen im ​„Journal of Clinical Investigation“, dass das Fettgewebe Signale aussendet, die letztendlich die Darmbarriere bei Morbus Crohn schädigen. Zudem zeigen sie, dass im Laufe des Lebens erworbene Mutationen im Erbgut von Immunzellen die Krankheit begünstigen können. 

„Es ist schon lange bekannt, dass ein Zusammenhang zwischen Adipositas und Morbus Crohn besteht“, sagt Professorin Ashley Sanders, die Leiterin der Arbeitsgruppe ​„Genominstabilität und somatischer Mosaizismus“ am MDC-BIMSB und eine der Letztautor*innen der Studie. ​„Es ist zwar durchaus bekannt, dass Fettgewebe molekulare Signale aussendet, die Entzündungen begünstigen. In unserer Studie beschreiben wir aber den Zusammenhang zwischen diesen aus dem Fettgewebe stammenden Signalen und Entzündungen im Darm wirklich im Detail.“

Mäuse ohne Fettgewebe

Die Forschenden führten zunächst Versuche an einem Mausmodell für generalisierte Lipodystrophie durch – einer sehr seltenen Erkrankung, bei der den Betroffenen unter anderem Fettgewebe fehlt. Setzte das Team die Mäuse einer chemischen Substanz aus, die normalerweise Darmentzündungen verursacht, stellten sie fest, dass die Mäuse mit Lipodystrophie widerstandsfähiger waren als ihre Artgenossen. Ihre Darmbarriere blieb stabil und sie wiesen geringere Mengen an entzündungsfördernden Immunzellen auf. Insbesondere die Zahl der Th1- und Th17-T-Zellen – das sind spezialisierte Immunzellen, die Abwehrreaktionen koordinieren – war reduziert.

Transplantierten die Wissenschaftler*innen den Lipodystrophie-Mäusen Fettgewebe, waren die Tiere anfälliger für die chemisch ausgelöste Darmentzündung. Allerdings war dieser Effekt nur dann zu beobachten, wenn das transplantierte Fett Leptin produzieren konnte. Das deutet darauf hin, dass Leptin zumindest bei Mäusen eine zentrale Rolle bei der Regulierung des Immunsystems spielt.

„Diese Ergebnisse haben wir zwar erwartet, da frühere Forschungen bereits gezeigt hatten, dass Fettgewebe ein aktives Immunorgan ist“, sagt die Charité-Professorin Britta Siegmund, die ebenfalls eine Letztautorin der Studie ist. ​„Sie unterstreichen aber, dass Signale aus dem Fettgewebe entzündliche Reaktionen im Darm erheblich verstärken können.“

Rätselhafte klinische Befunde

Allerdings schienen die Ergebnisse im Widerspruch zu den Befunden eines klinischen Falls an der Charité zu stehen: Dort gab es eine erkrankte Person mit erworbener generalisierter Lipodystrophie, die zudem an Morbus Crohn erkrankt war, obwohl sie überhaupt kein Fettgewebe besaß. ​„Das war merkwürdig und wir wollten verstehen, warum dieser Mensch die Krankheit entwickelt hatte“, sagt Siegmund.

Mithilfe der Einzelzellsequenzierung untersuchte die Arbeitsgruppe von Sanders Immunzellen aus dem Blut und dem Darmgewebe der betroffenen Person. Das Team stieß auf eine ungewöhnlich große Gruppe von Zellen, die eine Mutation in einem Gen namens NRAS aufwiesen. Das Gen trägt zur Regulierung des Zellwachstums und des Zellüberlebens bei.

Der Befund deutete darauf hin, dass sich diese Zellen aus einer einzigen Zelle in einem Prozess, der als klonale Expansion bezeichnet wird, vermehrt hatten. Solche mutierten Zellen entstehen spontan und werden nicht vererbt. Zellen mit einem veränderten NRAS-Gen leben länger und teilen sich häufiger, als sie sollten – was möglicherweise zu chronischen Entzündungen führt.

„Die Mutation hat wahrscheinlich dazu beigetragen, dass die entzündungsfördernden T‑Zellen längere Zeit überleben und sich vermehren konnten“, erklärt Sanders. Diese anhaltende Vermehrung könnte die beobachteten systemischen und intestinalen Entzündungen begünstigt haben. ​„Darüber hinaus zeigen unsere Ergebnisse, wie leistungsfähig Einzelzell-Genomtechnologien sein können, um verborgene genetische Veränderungen in einzelnen Immunzellen aufzudecken“, fügt die Forscherin hinzu.

Für eine personalisierte Therapie

Neben entzündungsfördernden Signalen produziert das Fettgewebe weitere Botenstoffe – zum Beispiel Adipokine, zu denen auch das Leptin gehört, das vor allem für seine regulierende Wirkung auf Appetit und Stoffwechsel bekannt ist. In der Studie erhielt die Person mit Lipodystrophie eine synthetische Form von Leptin, um einen ebenfalls vorhandenen Typ-2-Diabetes zu behandeln. Das Hormon verbesserte zwar die Stoffwechselgesundheit, verstärkte jedoch gleichzeitig die entzündungsfördernde Signalübertragung und erhöhte die Anzahl der Th17-Immunzellen.

„Diese Erkenntnis verdeutlicht, wie Adipokine wie Leptin und Mutationen in Immunzellen zusammenwirken und so chronische Entzündungskrankheiten beeinflussen“, sagt Professor Carl Weidinger von der Charité, ein weiterer Letztautor der Studie. Das Zusammenspiel von Stoffwechsel- und genetischen Faktoren könne möglicherweise erklären, warum sich Morbus Crohn bei verschiedenen Menschen unterschiedlich äußere, fügt Weidinger hinzu. ​„Wenn wir diese Wechselwirkungen verstehen, können wir hoffentlich präzisere, personalisierte Behandlungsansätze entwickeln.“

Text: Gunjan Sinha

Weitere Informationen

Genome Instability and Somatic Mosaicism

Genominstabilität und somatischer Mosaisizmus 

Literatur
Marilena Letizia, Toka Omar, Patrick Weidner et al. (2026): ​„Characterization of intestinal immune responses in generalized human and murine lipodystrophy“. Journal of Clinical Investigation, DOI: 10.1172/JCI192322

Bild
Das Bild zeigt Darmgewebe aus einem Mausmodell für die erworbene generalisierte Lipodystrophie. Das Gewebe blieb auch nach der Behandlung mit einer Chemikalie, die normalerweise eine Darmentzündung auslöst, intakt.

© Anja Kühl, Charité

leben / 16.03.2026
Bebauungsplan 3-89 für das Neue Stadtquartier Elisabeth-Aue in Pankow - Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen ihre Stellungnahme abzugeben

Umriss des Bebauungsplan 3-89. Quelle: SenStadt
Umriss des Bebauungsplan 3-89. Quelle: SenStadt

Vom 16.März bis einschließlich 20. April 2026 findet die öffentliche Auslegung zum Entwurf des Bebauungsplans 3-89 (Elisabeth-Aue, Teilprojekt 1) im Bezirk Pankow, Ortsteil Blankenfelde, statt. Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist der letzte formelle Schritt vor den abschließenden Abstimmungen in den parlamentarischen Gremien und dem Festsetzungsbeschluss.

Das Neue Stadtquartier Elisabeth-Aue gehört zu den großen Wohnungsbauvorhaben Berlins. Es ist eines der insgesamt 24 Neuen Stadtquartiere, in denen stadtweit bezahlbarer Wohnraum und soziale Infrastruktur wie Kitas und Schulen geschaffen wird. Das Projekt wird nach Fertigstellung von den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften HOWOGE und Gesobau mitpreisgebunden vermietet. Etwa 870 Wohnungen, eine Oberschule mit entsprechenden Sport,- Frei- und sonstigen Flächen, öffentliche Grünflächen sowie öffentliche Straßenverkehrsflächen werden auf der Teilfläche 1 (B-Plan 3-89) entstehen und sorgen so für ein attraktives neues Zuhause in Berlin.

Vom 16.03.2026 bis einschließlich 20.04.2026 kann der Entwurf des Bebauungsplans 3-89 im Internet eingesehen werden, um sich über Ziele, Zwecke und Auswirkungen der Planung zu informieren und eine Stellungnahme abzugeben.

Zusätzlich zur Veröffentlichung im Internet werden die nach § 3 Abs. 2 Satz 1 BauGB zu veröffentlichenden Unterlagen in Form einer öffentlichen Auslegung in dem genannten Zeitraum von Montag bis Donnerstag 09:00 bis 17:00 Uhr, Freitag 09:00 bis 16:00 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter 90173-3856/-4233 oder nach Terminvereinbarung per E-Mail (3-89@senstadt.berlin.de) in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Württembergische Straße 6, 10707 Berlin, Raum 006 zur Verfügung gestellt.

Ebenfalls einsehbar sind die Unterlagen in dem genannten Zeitraum von Montag bis Freitag 09:00 bis 18:00 Uhr im Bezirksamt Pankow in der Storkower Str. 97, 10407 Berlin, im Erdgeschoss im Foyer zur rechten Seite.

Die während der Auslegungsfrist abgegebenen Stellungnah­men werden mit den anderen öffentlichen und privaten Belangen abgewogen.

Information und Beteiligung ist über folgenden Link möglich: https://be.beteiligung.diplanung.de/plan/3-89  & https://www.berlin.de/sen/stadtentwicklung/neue-stadtquartiere/elisabeth-aue/

forschen, heilen / 13.03.2026
Wie Krebs-Immuntherapien das Herz beeinflussen

Checkpoint-Inhibitoren helfen zwar gegen Krebs, erhöhen aber das Risiko für Herzleiden. Wie sich die Therapie sicherer gestalten lässt, untersucht ein interdisziplinäres Team, zu dem auch Forschende des Max Delbrück Center gehören. Die Hector Stiftung unterstützt das Projekt mit 1,3 Millionen Euro. 

In der Krebstherapie haben Checkpoint-Inhibitoren seit ein paar Jahren ihren festen Platz. Die Antikörper stacheln das Immunsystem dazu an, vehementer gegen entartete Zellen vorzugehen. Vor allem Patient*innen mit schwarzem Hautkrebs, aber auch Lungen‑, Nieren- oder Blasenkrebs profitieren von der Immuntherapie oft mehr als von anderen Behandlungsoptionen.

Gut fürs Herz sind die Medikamente allerdings nicht. ​„Wir gehen davon aus, dass Krebspatientinnen und ‑patienten durch eine Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen wie die Koronare Herzkrankheit haben“, sagt der Kardio-Onkologe Professor Lorenz Lehmann vom Universitätsklinikum Heidelberg. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team möchte Lehmann herausfinden, welche biologischen Mechanismen diese Nebenwirkungen hervorrufen – um die Therapie langfristig schonender fürs Herz zu machen.

Zu dem Konsortium namens ATHERIC-CARE (Atherosclerosis Risk in Cancer Patients after Immune Checkpoint-Inhibitor Therapy – Assessment and Exploration) gehören Dr. Isabel Poschke vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, Dr. Henrike Maatz vom Max Delbrück Center in Berlin-Buch, Professorin Sylvia Saalfeld von der Universität Kiel und Professor Oliver Müller vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel. Seit dem 1. Februar 2026 fördert die Hector Stiftung die Arbeit des multizentrischen Teams drei Jahre lang mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. 

Entzündete Herzkranzgefäße 

Die Koronare Herzkrankheit ist eine Atherosklerose der Herzkranzgefäße. Blutfette und andere Substanzen aus dem Blut lagern sich dabei an den inneren Gefäßwänden ab und lösen dort chronische Entzündungen aus. Mit der Zeit verengen sich die Blutgefäße immer mehr, wodurch es zu Herzschwäche oder einem Herzinfarkt kommen kann. ATHERIC-CARE geht vor allem der Frage nach, wie Checkpoint-Inhibitoren diesen Entzündungsmechanismus aktivieren oder beschleunigen.

Die Wissenschaftler*innen untersuchen zum Beispiel anhand von DNA-Analysen, welche Immunzellen die Atherosklerose vorantreiben. In Tierexperimenten erforschen sie die Entzündungsmechanismen von Beginn an und mithilfe des maschinellen Lernens werten sie computertomographische Aufnahmen von Betroffenen aus. Denn diese Bilder spüren nicht nur im klinischen Alltag Metastasen auf, sondern können durch den Einsatz von KI auch Veränderungen an den Herzkranzgefäßen sichtbar machen.

„Unsere Aufgabe wird es sein, herauszufinden, welche Gene in den Zellen der Herzkranzgefäße und im umliegenden Gewebe aktiv werden – was also genau auf molekularer Ebene in den verschiedenen Zelltypen passiert“, sagt Henrike Maatz. Die Forscherin aus der Arbeitsgruppe ​„Genetik und Genomik von Herz-Kreislauferkrankungen“ von Professor Norbert Hübner am Max Delbrück Center wird dafür vor allem zwei Verfahren anwenden: die Einzelkern-RNA-Sequenzierung (single-nucleus RNA-sequencing, kurz snRNA-sec) und die Räumliche Transkriptomik (Spatial Transcriptomics). 

Forschung für mehr Lebensqualität 

„Wir möchten so zum Beispiel die Interaktion der Immunzellen mit den Endothelzellen, die die Blutgefäße von innen auskleiden, genauer charakterisieren“, erläutert Maatz. ​„Unser Ziel ist es, zu verstehen, wie die Immuntherapie T‑Zell-vermittelte Entzündungen in Blutgefäßen fördert, die instabile Gefäßablagerungen und Atherosklerose begünstigen können.“ Mithilfe der Räumlichen Transkriptomik wolle sie unter anderem herausfinden, wie die Immunzellen in den Plaques verteilt sind. Für ihre geplanten Arbeiten wird die Forscherin von der Hector Stiftung rund 286.000 Euro erhalten.

„Indem wir die Ergebnisse, die in den verschiedenen Forschungsbereichen des Konsortiums erzielt werden, zusammenführen, wollen wir Biomarker und Strategien identifizieren, die die Immuntherapie sicherer machen – und damit auch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern“, fasst der Projektleiter Lehmann die Ziele von ATHERIC-CARE zusammen.

Auf die bevorstehende Kooperation freut sich Maatz: ​„Gemeinsam werden wir natürlich viel mehr erreichen, als eine einzelne Arbeitsgruppe es tun könnte“, sagt sie. ​„Und mit Lorenz Lehmann haben wir auch schon in anderen Projekten sehr erfolgreich zusammengearbeitet.“  

Weitere Informationen 

Hübner Lab

Genetics and Genomics of Cardiovascular Diseases 

Hector Stiftung 

heilen / 12.03.2026
Darmkrebsmonat März: Risikofaktor rotes Fleisch? Was Sie über Darmkrebs wissen sollten

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Im Helios Klinikum Berlin-Buch werden jedes Jahr über 100 Patient:innen mit Darmkrebs operiert und behandelt. Anlässlich des Darmkrebsmonats März informiert Prof. Dr. med. Roger Wahba, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Onkologischen Chirurgie am Helios Klinikum Berlin-Buch, über die Bewertung von rotem und verarbeitetem Fleisch als Risikofaktor und ordnet die Erkenntnisse im Kontext der Darmkrebsprävention ein. 

Bereits 2015 hat die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), rotes Fleisch als wahrscheinlich krebserregend (Gruppe 2A) und Fleischwaren als krebserregend (Gruppe 1) eingestuft. Unter rotem Fleisch versteht man das Muskelfleisch von Säugetieren wie Rind, Schwein oder Lamm. Als Fleischwaren gelten hingegen alle Produkte, in welchen Fleisch durch Pökeln, Räuchern, Salzen oder andere Verfahren verarbeitet und haltbar gemacht wurden, wie etwa Wurst, Schinken oder getrocknetes Fleisch.

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Epidemiologische Auswertungen deuten darauf hin, dass der regelmäßige Konsum von verarbeitetem Fleisch mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko verbunden ist: Der tägliche Verzehr von 50 Gramm verarbeitetem Fleisch erhöht das Risiko für Darmkrebs um 18 Prozent. Für rotes Fleisch wurde bei einer täglichen Aufnahme von 100 Gramm ein Anstieg des Darmkrebsrisikos um 17 Prozent festgestellt (Lancet Oncology 2015; doi: 10.1016/S1470-2045(15)00444-1). Das bestätigt auch Prof. Dr. med. Roger Wahba, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Onkologischen Chirurgie am Helios Klinikum Berlin-Buch: „Es zeigt sich, dass der Verzehr von rotem und vor allem verarbeitetem Fleisch mit einer erhöhten Inzidenz von Darmkrebs in Zusammenhang steht. Das ist insbesondere auf die sekundären krebserzeugenden Stoffe zurückzuführen“. Diese entstehen hauptsächlich bei der Zubereitung unter hohen Temperaturen, wie beim Braten oder Grillen von Fleisch und Fleischwaren, aber auch bei der industriellen Verarbeitung.

Wichtig ist: Bei dieser Einschätzung handelt es sich um eine Risikobewertung auf Bevölkerungsebene. Ein eindeutiger Ursache-Wirkungs-Nachweis für den Einzelfall lässt sich daraus nicht ableiten. Gleichwohl zeigt sich, dass in Gesellschaften mit traditionell hohem Fleischkonsum die Darmkrebsinzidenz höher ist als in Regionen mit überwiegend pflanzenbasierter Ernährung. Auch Ernährungsempfehlungen wie die Ernährungspyramide tragen dieser Einschätzung zunehmend Rechnung. Orientierung bietet eine pflanzenbetonte Kost: Ein großer Anteil der täglichen Ernährung sollte aus Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten bestehen.

Im Helios Klinikum Berlin-Buch behandelt das Team der Allgemein-, Viszeral- und Onkologischen Chirurgie hoch spezialisiert Patient:innen mit Darmkrebserkrankungen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auch auf der Behandlung des Darmkrebses gerade auch ohne Operation. Für Darmkrebspatient:innen empfiehlt das Team eine ballaststoffreiche, pflanzenbasierte Ernährung; vor, während und nach einer Darmkrebsoperation. „Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass ein gesunder Lebensstil und eine Umstellung der Ernährung hin zu mehr pflanzlichen Lebensmitteln mit einer günstigeren Prognose assoziiert sein kann“, so Prof. Dr. med. Roger Wahba. 

Neben der Ernährung ist auch das Alter ein wesentlicher Risikofaktor: Mit zunehmendem Alter steigt die Darmkrebsinzidenz an, besonders zwischen 70 bis 80 Jahren. Langjährige Ernährungs- und Lebensstilgewohnheiten könnten hierzu beitragen. Ob und in welchem Ausmaß der Wandel hin zur stärker pflanzenbasierten Ernährung künftig die Zahl der Neuerkrankungen an Darmkrebs beeinflusst, wird sich erst mit zeitlichem Abstand zeigen.
Gleichzeitig ist Darmkrebsprävention auch für junge Menschen relevant. „Diese können gerade im Sinne der Primärprävention mit der Anpassung ihrer Ernährung, regelmäßiger Bewegung und dem Wahrnehmen von Vorsorgeuntersuchungen ihr persönliches Risiko aktiv beeinflussen“, betont Prof. Dr. med. Wahba. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, baut das Helios Klinikum Berlin-Buch künftig sein Angebot für jüngere Menschen aus und plant spezielle Informations- und Vorsorgeformate.

Zusätzlich kann die Reduktion des Konsums von rotem und verarbeitetem Fleisch nicht nur gesundheitliche Vorteile bieten, sondern auch zur Verringerung der Treibhausgasemissionen beitragen. Auch diese Dimension sollte im Sinne der Nachhaltigkeit nicht vernachlässigt werden und behält ihre Relevanz über den Darmkrebsmonat März hinaus.

Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Hauttumorzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert. Zudem ist die Gefäßmedizin in Berlin-Buch dreifach durch die Fachgesellschaften der DGG (Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin), der DGA (deutsche Gesellschaft für Angiologie) und der DEGIR (deutsche Gesellschaft für interventionelle Radiologie) als Gefäßzentrum zertifiziert.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.
Fresenius Helios ist der führende private Gesundheitsdienstleister in Europa und versorgt mit rund 140 Kliniken und zahlreichen ambulanten Einrichtungen jährlich rund 27 Millionen Menschen. Zusammen mit Fresenius Kabi, Anbieter von Gesundheitsprodukten für kritisch und chronisch Kranke, gehört Fresenius Helios zum Gesundheitskonzern Fresenius. Mit seinen rund 130.000 Mitarbeitenden der Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika erzielte Fresenius Helios 2025 einen Gesamtumsatz von mehr als 13,5 Milliarden Euro. 
In Deutschland betreibt Helios mehr als 80 Kliniken, rund 200 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 30 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 80.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 8,1 Milliarden Euro. Helios steht mit 35 eigenen Bildungszentren für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. 
Quirónsalud verfügt über 57 Kliniken, davon sieben in Lateinamerika, rund 130 ambulante Gesundheitszentren sowie über 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 22 Millionen Patient:innen behandelt, davon mehr als 20 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von mehr als 5,4 Milliarden Euro.

 

leben / 11.03.2026
Jetzt FEIN-Mittel für ehrenamtliche Arbeit beantragen - 78.900 Euro stehen zur Verfügung

Ehrenamtliche Initiativen und Projekte, die bei der Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur des Bezirks Pankow helfen wollen, können ab sofort finanzielle Unterstützung beim Bezirksamt beantragen. Dem Bezirk stehen hierfür 78.900 Euro aus Mitteln der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen im Rahmen des Projekts Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften (FEIN) zur Verfügung. Die Verteilung dieser Mittel für die einzelnen Bereiche der öffentlichen Infrastruktur (Grünflächen, Jugendclubs, Schulen etc.) hat das Bezirksamt jetzt beschlossen.

Anträge können bis 10. April 2026 eingereicht werden

Gefördert werden die Aufwertung und Verbesserung von Schulen, Sportflächen, Kitas, Jugendclubs, öffentlichen Spielplätzen, Senioren- und Stadtteilzentren, Nachbarschaftstreffs, Selbsthilfekontaktstellen, öffentlichen Straßen und Plätzen sowie Grünflächen. Formlose Anträge können per Post bis einschließlich Freitag, den 10. April 2026 bei den Abteilungen oder im Büro der Bezirksbürgermeisterin im Rathaus Pankow, Breite Straße 24A-26, 13187 Berlin, oder per E-Mail: bzbmstab@ba-pankow.berlin.deeingereicht werden.

Was wird gefördert?

Gefördert werden vorrangig Renovierungen, Reparaturen, Pflanzungen und ähnliche Arbeiten, für die notwendige Sachmittel benötigt werden. Die Mittel müssen unter Angabe von Zweck, Art, Umfang, Zeitrahmen und Kosten beantragt werden. Zur zügigen Bearbeitung sind unbedingt die IBAN und BIC der Mittelempfänger sowie die Telefonnummer, unter der diese tagsüber zu erreichen sind, mitzuteilen.

Weitere Informationen zum Projekt Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften (FEIN):

https://www.berlin.de/ba-pankow/ueber-den-bezirk/ehrenamtliches-engagement/artikel.708426.php

heilen / 10.03.2026
Qualität entscheidet: Helios Kliniken im Cluster Berlin-Brandenburg liefern medizinische Spitzenergebnisse

Die Helios Kliniken im Cluster Berlin-Brandenburg liefern medizinische Spitzenergebnisse. (Foto: Thomas Oberländer, Helios Kliniken)
Die Helios Kliniken im Cluster Berlin-Brandenburg liefern medizinische Spitzenergebnisse. (Foto: Thomas Oberländer, Helios Kliniken)

Helios kann mit seiner medizinischen Qualität überzeugen. Die nun für 2025 veröffentlichten Qualitätszahlen zeigen: Patient:innen erhalten bei Helios eine Versorgung auf höchstem Niveau. 
 
Welches Krankenhaus bietet die beste Behandlung für mich oder meine Angehörigen? Entscheidend für die Antwort sind verlässliche und transparente Informationen über die Qualität medizinischer Leistungen. Ergebnisqualität ist für Helios seit über 25 Jahren gelebter Standard und folgt dem Dreiklang: flächendeckend und konsequent messen, veröffentlichen, verbessern. Der Anspruch: Für jedes medizinische Ziel will Helios besser sein als der Bundesdurchschnitt.

Wie sieht es aus im Helios Cluster Berlin-Brandenburg?

„Helios geht seinen Weg der Spezialisierung in Clustern und der transparenten Veröffentlichung von Qualitätsdaten konsequent weiter. Im Cluster Berlin-Brandenburg (Berlin-Buch, Emil von Behring, Bad Saarow) konnten wir 2025 alle medizinischen Ziele mit wenigen Ausnahmen erreichen. Dieses Ergebnis erstreckt sich über nahezu alle relevanten Fachbereiche und belegt die hohe Qualität der medizinischen Versorgung ebenso wie die Wirksamkeit der clusterbasierten Spezialisierungsstrategie“, sagt Cluster-Lead Carmen Bier.

Im standortübergreifenden Helios Cluster Berlin-Brandenburg wird eine medizinische Betreuung auf höchstem Niveau geboten. In allen Fachbereichen, dazu zählen beispielsweise die Kardiologie, die Onkologie und die Chirurgie, verbindet sich medizinische Expertise mit technologischer Exzellenz. Hochqualifizierte Spezialist:innen arbeiten interdisziplinär zusammen und gewährleisten so eine ganzheitliche Versorgung, die konsequent auf die Bedürfnisse der Patient:innen ausgerichtet ist. 

Die Qualitätsergebnisse von Helios liegen seit Jahren bei rund 90 Prozent. 2025 erreichten sie mit knapp 92 Prozent sogar einen neuen Höchststand. Auch für die Zukunft nimmt sich Helios in Sachen Qualitätssteuerung einiges vor. Die klassische Messung blickt zurück. Künftig geht es stärker darum, klinische Daten näher am Behandlungsgeschehen zu nutzen und Risiken früher zu erkennen. Die Ergebnisqualität bleibt der Maßstab und wird daher immer weiter um digitale Unterstützung im laufenden Prozess ergänzt.

Über das Cluster Berlin-Brandenburg 

Mit dem Clusteransatz verbessert Helios durch Bündelung von Kompetenz und Intensivierung des Netzwerkes die medizinische Qualität zum Wohle der Patient:innen. Zum Cluster Berlin-Brandenburg gehören das Helios Klinikum Berlin-Buch, das Helios Klinikum Emil von Behring und das Helios Klinikum Bad Saarow.

Weitere Informationen und Details im Internet unter www.helios-gesundheit.de/qualitaet


Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Hauttumorzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert. Zudem ist die Gefäßmedizin in Berlin-Buch dreifach durch die Fachgesellschaften der DGG (Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin), der DGA (deutsche Gesellschaft für Angiologie) und der DEGIR (deutsche Gesellschaft für interventionelle Radiologie) als Gefäßzentrum zertifiziert.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Das Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf gehört zu den führenden medizinischen Einrichtungen der Region und bietet ein breites Spektrum an hochspezialisierter Medizin. Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie versorgt jährlich zahlreiche Patientinnen und Patienten mit modernsten Behandlungsmethoden und steht für eine qualitativ hochwertige, innovative und patientenorientierte Versorgung.

Das Helios Klinikum Bad Saarow ist ein Krankenhaus der qualifizierten Regelversorgung und gehört mit 629 Betten zu den modernsten und größten Kliniken der Region. 19 Fachabteilungen, drei Institute, eine Zentrale Notaufnahme, ein Zentrallabor und verschiedene zertifizierte Zentren ermöglichen ein umfassendes Spektrum modernster Diagnostik und innovativer Therapien. Insgesamt arbeiten am Klinikstandort und in den am Klinikum angeschlossenen medizinischen Einrichtungen etwa 1.300 Mitarbeiter:innen. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane nimmt das Klinikum an der Lehre und Ausbildung von Medizinstudenten teil.

Fresenius Helios ist der führende private Gesundheitsdienstleister in Europa und versorgt mit rund 140 Kliniken und zahlreichen ambulanten Einrichtungen jährlich rund 27 Millionen Menschen. Zusammen mit Fresenius Kabi, Anbieter von Gesundheitsprodukten für kritisch und chronisch Kranke, gehört Fresenius Helios zum Gesundheitskonzern Fresenius. Mit seinen rund 130.000 Mitarbeitenden der Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika erzielte Fresenius Helios 2025 einen Gesamtumsatz von mehr als 13,5 Milliarden Euro. 
In Deutschland betreibt Helios mehr als 80 Kliniken, rund 200 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 30 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 80.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 8,1 Milliarden Euro. Helios steht mit 35 eigenen Bildungszentren für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. 

Quirónsalud verfügt über 57 Kliniken, davon sieben in Lateinamerika, rund 130 ambulante Gesundheitszentren sowie über 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 22 Millionen Patient:innen behandelt, davon mehr als 20 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 50.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von mehr als 5,4 Milliarden Euro.

forschen / 07.03.2026
Bär: Gleichstellung in der Forschung ist wichtiger Innovationsmotor

© Felix Petermann, Max Delbrück Center
© Felix Petermann, Max Delbrück Center

Anlässlich des Weltfrauentags sprach Bundesforschungsministerin Dorothee Bär heute im Max Delbrück Center für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft am Standort Berlin-Mitte mit Forscherinnen über Gleichstellung in Wissenschaft und Forschung.

Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Bär:

„Gleichstellung ist eine Notwendigkeit für die Innovations- und Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Sie ist ein zentraler Innovationsmotor. Wir können es uns nicht leisten, auf die Hälfte der klügsten Köpfe zu verzichten, wenn wir die großen Themen und Megatrends unserer Zeit erfolgreich angehen wollen. Sei es die Digitalisierung, die Weltraumforschung, die Medizin der Zukunft oder die Schlüsseltechnologien. Daher unterstützt das Bundesforschungsministerium gemeinsam mit den Ländern die Gleichstellung an Hochschulen mit dem Professorinnenprogramm 2030 sowie die Sichtbarkeit von Forscherinnen mit der Förderrichtlinie ‚Innovative Frauen im Fokus‘. Um das gesellschaftliche Bewusstsein für die Berücksichtigung von Geschlechteraspekten in der Forschung weiter zu stärken, konzipieren wir aktuell einen wissenschaftlichen Bundespreis für Geschlechterforschung, der noch in diesem Jahr ausgerufen werden soll.“

Dazu erklärt Professorin Maike Sander, wissenschaftliche Vorständin und Vorstandsvorsitzende des Max Delbrück Center:

„Die Entdeckungen am Max Delbrück Center schaffen die Grundlagen für die Medizin der Zukunft. Dafür brauchen wir Talente, die sich für Innovationen begeistern und ihre Ideen einbringen – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft. Insgesamt sind 60 Prozent unserer Forschenden Frauen. Auch bei den Gruppenleiterinnen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, sind wir erfolgreich. Bei den unbefristeten Professuren haben wir weiter Nachholbedarf. Deshalb fördern wir Wissenschaftlerinnen gezielt, etwa über Mentoring-Programme. Wir suchen weltweit nach außergewöhnlichen Kandidatinnen und sprechen sie an. Mehr als die Hälfte unserer Gruppenleiterinnen haben wir international rekrutiert. Für sie alle wollen wir ein inspirierendes Umfeld schaffen. Wir brauchen eine Wissenschaftskultur, in der Karrieren nicht von Rollenbildern geprägt werden, sondern von Neugier, Talent und Mut. Es gibt einiges zu tun.“

Das Max Delbrück Center für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft legt mit seinen Entdeckungen den Grundstein für die Medizin von morgen. An unseren Standorten in Berlin-Buch, Berlin-Mitte, Heidelberg und Mannheim erforschen interdisziplinäre Teams die Komplexität von Krankheiten auf Systemebene – von Molekülen und Zellen bis hin zu Organen und dem gesamten Organismus. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Klinik und Industrie sowie in internationalen Netzwerken entwickeln wir innovative Ansätze für die Früherkennung, personalisierte Therapien und Prävention von Krankheiten. Das 1992 gegründete Max Delbrück Center bietet rund 1.800 Mitarbeitenden aus mehr als 70 Ländern ein vielfältiges, dynamisches und inspirierendes Arbeitsumfeld. Wir werden zu 90 Prozent durch den Bund und zu 10 Prozent durch das Land Berlin finanziert.

Foto: Von links nach rechts: Maike Sander, Katja Simon, Dorothee Bär und Ashley Sanders in einem Labor.

Maike Sander ist wissenschaftliche Direktorin des Max Delbrück Centers. Katja Simon ist Leiterin des wissenschaftlichen Talentmanagements, Dorothee Bär ist Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Ashley Sanders ist wissenschaftliche Gruppenleiterin.

© Felix Petermann, Max Delbrück Center

Quelle: Pressemitteilung Max Delbrück Center
Bär: Gleichstellung in der Forschung ist wichtiger Innovationsmotor

forschen, bilden / 06.03.2026
Viele Preise bei „Jugend forscht” in Berlin-Buch

Foto: Peter Himsel
Foto: Peter Himsel

Es ging um Teichwasser, Pestizide und Chili im Boden: Beim regionalen Wettbewerb von „Jugend forscht“ präsentierten 85 Schüler*innen auf dem Campus Berlin-Buch 43 Projekte. Unter dem Motto „Maximale Perspektive“ hatten sie sich mit Neugier und kreativen Ideen ganz realen Herausforderungen gestellt.

Carlo ging jeden Tag auf dem Weg zur Schule an einem Teich vorbei. Er fragte sich immer, wie sauber das Wasser darin wohl sei. Cosima wollte wissen, ob Pestizide die Populationen einer Bakterienart dezimieren, die im Boden für die Stickstofffixierung wichtig sind. Und Fin wollte herausfinden, ob Capsaicin – der Hauptwirkstoff von Chili, der auf der Zunge brennt und kribbelt – das Wachstum von Gemüse beeinflussen kann.

Es sind nur ein paar der von Neugier getriebenen Fragen, die Berliner Schüler*innen in Projekte verwandelt haben, die sie am 25. Februar 2026 beim regionalen Wissenschaftswettbewerb „Jugend forscht“ im Max Delbrück Communications Center (MDC.C) auf dem Campus Berlin-Buch präsentierten. 

Um zukunftsorientiertes Denken zu fördern, lautete das diesjährige Motto „Maximale Perspektive“. Die Schüler*innen konnten Projekte aus den Bereichen Biologie, Chemie, Physik oder Technik einreichen, die innovative Lösungen für gesellschaftliche Probleme bieten, und dabei ihr kreatives und kritisches Denken beweisen. 

Spaß und Neugier sind entscheidend

Ulrich Scheller, Leiter des Campus Berlin-Buch, eröffnete die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede. Er ermunterte die Schüler*innen, „Spaß zu haben und immer neugierig zu bleiben“. Im Laufe des Nachmittags stellten insgesamt 85 Schüler*innen im Alter zwischen 8 und 20 Jahren ihre 43 wissenschaftlichen Projekte den Jurymitgliedern und dem Publikum vor.

Carlo, ein Sechstklässler, hatte eine schwimmende Plattform mit einem Loch gebaut, durch die er das Teichwasser mit verschiedenen Sonden auf den Säuregehalt und andere Schadstoffe testen konnte. Cosima hatte herausgefunden, dass das Pestizid Glyphosat – ein gängiges Unkrautvernichtungsmittel – eine Bakterienart schädigen kann, die für die Stickstofffixierung im Boden wichtig ist. Und Fin hatte beobachtet, dass Capsaicin, wenn es dem Boden zugesetzt wird, das Wurzelwachstum von Gartenkresse hemmt.

Oft hatten persönliche Erlebnisse die Schüler*innen zu ihren Projekten inspiriert. Ein Team des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums beispielsweise hatte eine Kamerahalterung für eine Drohne gebaut, mit der sich detailliertere Bilder von Menschen aufnehmen lassen als mit vielen handelsüblichen Kameras. Die Idee dazu kam von einem Schüler, dessen Großeltern eine Überschwemmung miterlebt hatten. Die Rettungskräfte hatten die Menschen, die damals evakuiert werden mussten, nur schwer finden können.

Mehrere Schüler*innen äußerten sich bestürzt über die zunehmende Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll – was ihr Interesse geweckt hatte, biologisch abbaubare Kunststoffe zu entwickeln.

Forschung beginnt mit Fragen

Vor der Preisverleihung am Freitag, dem 27. Februar, konnten alle Interessierten an einem Experimentierkurs im Gläsernen Labor und an mehreren Führungen teilnehmen – durch Labore des Max Delbrück Center, des Leibniz-Forschungsi2nstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und des Campusunternehmens FyoniBio.

Am Nachmittag vergab die Jury die Preise, darunter Geld, Abonnements für wissenschaftliche Zeitschriften und Besuche von Ausstellungen – in zwei separaten Altersgruppen „Jugend forscht Junior“ und „Jugend forscht“ sowie in verschiedenen Kategorien: Biologie, Chemie, Physik, Technik. Außerdem wurde ein Sonderpreis in der Kategorie Interdisziplinär vergeben. Die Erstplatzierten haben sich für den Landeswettbewerb an der Technischen Universität Berlin qualifiziert.

Darüber hinaus gab es mehrere Sonderpreise in allen naturwissenschaftlichen Kategorien und Extra-Kategorien wie Umwelttechnik und Engagement. Gesponsert hatten diese Preise unter anderem das Max Delbrück Center, das FMP, das Experimental and Clinical Research Center (ECRC), das Gläserne Labor und der Campus Berlin-Buch.

„Wir freuen uns sehr, dass wir die Begeisterung junger Menschen für die Wissenschaft wecken können“, sagte Kirsten Bodensiek, die Administrative Vorständin des Max Delbrück Center, während der Feierstunde zu den Schüler*innen. „Wissenschaft beginnt nicht mit Antworten, sondern mit klugen Fragen. Mit euren Projekten leistet ihr einen Beitrag zur Wissenschaft von morgen.“

„Es ist wirklich toll, euch jedes Jahr hier zu sehen“, fügte Dr. Henning Otto, Wissenschaftlicher Referent am FMP, hinzu. „Ihr seid einfach großartig! Wenn ihr eine Karriere in der Wissenschaft anstrebt, dann wählt einen Ort wie diesen – einen wunderbaren Campus mit ganz vielen neugierigen Menschen.“

Die Preisträger:

Biologie

Preisstifterin ist die Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

3. Platz: Marie Thürling, Frieda Kliche, Charlotte Lange
Hans-und-Hilde-Coppi-Gymnasium
„Wie verändert sich der Vitamingehalt von Obst durch verschiedene Verarbeitungen?“

3. Platz: Marek Ebert
Käthe-Kollwitz-Gymnasium
„Hydroponik von Anfang an“

2. Platz: Klas Koesling 
Rosa-Luxemburg-Gymnasium
„Verwendung von Kaffeeabfällen zur Herstellung von hochwertigen Tierfutterbestandteilen“

1. Platz: Cosima Höer, Moritz Pasternak
Freie Universität Berlin, Primo-Levi-Gymnasium
„Stickstofffixierende Bodenbakterien – Haben Pestizide und Dünger einen Einfluss?“

Biologie Jugend forscht Junior

3. Platz: Carlo Kühn
Primo-Levi-Gymnasium
„Untersuchung des Kreuzpfuhls“

1. Platz: Leif Neuberger, Oskar Kubitschko, Julian Dietrich
Lessing-Gymnasium
„Stopp den Schimmel – Naturfarben im Test“

Der 2. Platz wurde nicht vergeben.

Chemie

Preisstifter ist der Fonds der Chemischen Industrie im Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI).

3. Platz: Cedric Neuberger
Lessing-Gymnasium
„Atemkalk ­– Unser Klimaretter?“

2. Platz: Pepe Fynn Jost, Sarah Herrmann, Anna Skrabania
Primo-Levi-Gymnasium 
„Eigenbau eines Gaschromatographen“

1. Platz: Giulia-Matilda Oettel
Lessing-Gymnasium
„Self-Healignin – Entwicklung eines faserverstärkenden Thermoplasts auf Ligninbasis“

Chemie Jugend forscht Junior 

1. Platz: Lina Ebert
Heinrich-Roller-Grundschule
„Der Curry-Fleck muss weg!“

Physik

Preisstifterin ist die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

3. Platz: Vico Grollmus, Maria Anufrieva 
Primo-Levi-Gymnasium
„3D-gedrucktes Interferometer für Schülerexperimente“

2. Platz: Magnus Vogel
Robert-Havemann-Gymnasium
„Aufbau, Kalibrierung und Nutzung eines 3m-Radioteleskops“

1. Platz: Kari Linnea Geisinger
Herder-Gymnasium
„Der Teebeutel-Oszillator“

Physik Jugend forscht Junior

1. Platz: Lino Phielipeit, Simon Wiese
Primo-Levi-Gymnasium
„Tischtennis Reloaded“

Technologie

Preisstifter ist der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI).

3. Platz: Rasmus Wilke
Käthe-Kollwitz-Gymnasium 
„Autonomes Messboot zur Erfassung von Gewässerdaten“

2. Platz: Tony Nguyen 
Käthe-Kollwitz-Gymnasium
„FokusPilot – Lernruhe mit Eigensteuerung“

1. Platz: Conrad Speiser
Rosa-Luxemburg-Gymnasium
„Firebug – Bionischer Infrarotsensor zur intelligenten Branderkennung“

1. Platz / Interdisziplinär: Siddharta Kollar, Iulia Dinu
Käthe-Kollwitz-Gymnasium 
„Sentr: die automatisierte Lösung für Warenlogistik im Supermarkt“

Technologie Jugend forscht Junior

2. Platz: Ryan Bartsch, Rodja Cichos 
Primo-Levi-Gymnasium
„Micro-mouse“

Der 1. Platz wurde nicht vergeben.

Quelle: Max Delbrück Center
Viele Preise bei „Jugend forscht” in Berlin-Buch

investieren, produzieren / 03.03.2026
T-knife Therapeutics Announces Authorization of Clinical Trial Application for TK-6302, A Multi-Armored, CRISPR based T cell Therapy for Solid Tumors

Phase 1 ATLAS trial to evaluate TK-6302 in patients with advanced PRAME-positive solid tumors authorized for initiation

SAN FRANCISCO and BERLIN, March 03, 2026 - T-knife Therapeutics, Inc., a biopharmaceutical company developing next-generation T cell therapies to fight cancer, today announced the authorization of its Clinical Trial Application (CTA) to begin the Phase 1 ATLAS trial of TK-6302 in Europe. TK-6302 is a multi-armored PRAME-targeted T cell therapy specifically engineered to overcome the challenges associated with treating solid tumor cancers. The ATLAS trial, which is poised to begin this year, is an adaptive, first-in-human, open-label, Phase 1 trial of TK-6302 in patients with advanced PRAME-positive solid tumors.

“We are proud to achieve this important milestone, which enables the initiation of the Phase 1 ATLAS clinical trial and our transition to becoming a clinical-stage company,” stated Thomas M. Soloway, President and Chief Executive Officer of T-knife. “TK-6302 is a highly differentiated therapy, engineered for greater potency against PRAME, a clinically validated target with attractive commercial potential. PRAME is highly prevalent across multiple high unmet-need solid tumor indications, including squamous non-small cell lung, ovarian, endometrial, skin, and triple-negative breast cancers. Today’s announcement reflects the dedication, expertise, and urgency our team brings to transforming innovative science into life-changing therapies.”

Peggy Sotiropoulou, Ph.D., Chief Scientific Officer of T-knife, added, “The CTA was supported by a comprehensive and compelling preclinical data package demonstrating TK-6302’s best-in-class anti-tumor efficacy. By bolstering T-cell fitness and persistence while overcoming challenging tumor mediated immune barriers, TK-6302 has the potential to deliver meaningful clinical benefit, including deep, durable responses across a range of solid tumor cancers. Bringing a first-of-its-kind multi-armored, CRISPR gene-edited T cell therapy into the clinic underscores our commitment to pushing scientific boundaries in the service of delivering transformative therapies to patients.”

About TK-6302
TK-6302 is a PRAME-targeted T cell therapy that has been “supercharged” by the inclusion of multiple armoring innovations: a high affinity PRAME targeting receptor to enhance cytotoxicity; a costimulatory CD8 coreceptor to engage CD4 T cells and enhance T cell fitness and persistence; and a FAS-based checkpoint converter designed to boost engraftment and promote T cell survival in the hostile tumor micro-environment. Preclinical data with TK-6302 demonstrated sustained serial killing and cytokine secretion in a model mirroring the inhibitory ligand expression in PRAME-expressing tumors. In a complex 3-dimensional (3D) spheroid tumor model, TK-6302 eliminated multiple rounds of tumors and demonstrated superior anti-tumor activity compared to controls. TK-6302 is manufactured with a non-viral gene editing process for improved T cell receptor expression, and it has been successfully manufactured at-scale using the clinical process.

About T-knife Therapeutics
T-knife is a biopharmaceutical company dedicated to developing T cell therapies to deliver broad, deep and durable responses to solid tumor cancer patients. The company’s unique approach leverages its proprietary platforms and synthetic biology capabilities to design the next-generation of supercharged T cells with best-in-class potential.

T-knife was founded by leading T cell and immunology experts utilizing technology developed at the Max Delbrück Center for Molecular Medicine together with Charité – Universitätsmedizin Berlin, is led by an experienced management team, and is supported by a leading group of international investors, including Andera Partners, EQT Life Sciences, RA Capital Management and Versant Ventures. For additional information, please visit the company’s website at www.t-knife.com.

www.t-knife.com

forschen / 25.02.2026
Darmmikroben steuern übers Gehirn unser Herz

© Bhakti Zakarauskas-Seth, AG Sawamiphak, Max Delbrück Center
© Bhakti Zakarauskas-Seth, AG Sawamiphak, Max Delbrück Center

Ein Stoffwechselprodukt von Bakterien in unserem Darm steuert über Zellen des Gehirns die Herzfunktion. Die bisher unbekannte Darm-Hirn-Herz-Achse stellt ein Team des Max Delbrück Center in „Circulation Research“ vor. Sie weist einen Weg zu möglichen Therapien für Bluthochdruck und Herzinsuffizienz.

Millionen von Menschen weltweit leiden an Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz. Ursache ist in vielen Fällen eine diastolische Dysfunktion – hervorgerufen durch einen zunehmend steifen Herzmuskel, der nur noch schwer entspannen und sich dabei vollständig mit Blut befüllen kann. Warum das Herz versteift, ist bisher nicht im Detail verstanden.

Ein Team um Dr. Suphansa Sawamiphak, Leiterin der Arbeitsgruppe „Kardiovaskulär-Hämatopoetische Interaktion“ am Max Delbrück Center, hat jetzt herausgefunden, dass Darmbakterien eine entscheidende Rolle in diesem Krankheitsprozess spielen könnten. In Experimenten mit Zebrafischen als Modell entdeckten die Forschenden, dass bestimmte Mikroben im Darm aus der Aminosäure Tryptophan ein kleines Molekül namens Indol-3-Essigsäure (IES) produzieren. IES wirkt auf Neuronen im Gehirn, die wiederum das Herz steuern. Sawamiphak und ihre Kolleg*innen stellen diesen direkten Draht zwischen Bakterien, Hirn und Herz im Fachblatt „Circulation Research“ vor.

„Wir waren überrascht, dass ein einzelner bakterieller Metabolit gleichzeitig das zentrale Nervensystem, das Herz und zudem wichtige Hormonsysteme beeinflussen kann“, sagt die Erstautorin der Studie, Bhakti Zakarauskas-Seth aus Sawamiphaks Team. „Das zeigt, dass das Gehirn als zentrale Schaltstelle in der Kommunikation zwischen Darm und Herz fungieren kann.“

Bluthochdruck durch überaktive Neuronen

Um zu verstehen, wie Darmbakterien das Herz beeinflussen könnten, konzentrierten sich die Forschenden auf eine Gruppe von Neuronen im Hypothalamus von Zebrafischlarven, die bestimmte Neuropeptide, die Hypocretine (Hcrt), herstellen. Diese Botenstoffe, auch bekannt als Orexine, regulieren im Körper viele unwillkürliche Funktionen, etwa das Schlaf- und Hunger, aber auch die Herzaktivität. Sank bei den Zebrafischlarven der IES-Spiegel, wurden die Hcrt-Neuronen überaktiv. Dies verstärkte ihre sympathischen Nervensignale an das Herz, wodurch der Herzmuskel versteifte und seine Fähigkeit, sich vollständig zu entspannen, nachließ.

Wenn die Wissenschaftler*innen den Larven IES verabreichten, normalisierte sich die neuronale Aktivität. Die Herzfunktion und der Blutdruck verbesserten sich und sogar verwandte Hormone wie Renin und Angiotensinogen kehrten zu gesünderen Werten zurück.

Im nächsten Schritt untersuchten Zakarauskas-Seth und ihre Kolleg*innen Daten einer Gruppe von Patient*innen. Denn auch wir Menschen besitzen Hcrt-Neuronen. Die Forschenden stellten fest, dass die IES-Werte bei Patient*innen mit Bluthochdruck reduziert waren. Bemerkenswert war, dass sie einen geschlechtsspezifischen Effekt beobachteten: Frauen mit Bluthochdruck wiesen in ihren Serumproben signifikant niedrigere IES-Werte auf als Männer, die an Hypertonie litten.

Zur Prävention und Therapie

Die diastolische Dysfunktion ist sehr verbreitet – fast die Hälfte aller Menschen über 70 Jahren weisen zumindest leichte Symptome auf. Sie ist die Ursache der Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF), an der mehr als 50 Prozent der Patient*innen mit Herzschwäche leiden.

Für diese Menschen eröffnen die Ergebnisse ihrer Arbeit mehrere Möglichkeiten, sagt Zakarauskas-Seth: „Der IES-Spiegel könnte als Biomarker dienen, um Patientinnen und Patienten mit einem hohen Risiko für Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz zu identifizieren. Und therapeutisch könnten gesteigerte IES-Konzentrationen – etwa durch die Ernährung, Probiotika oder Nahrungsergänzungsmittel – eine neue Strategie sein, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen oder zu behandeln.“

Dass ein einzelnes bakterielles Stoffwechselprodukt das zentrale Nervensystem, das Herz und das Hormonsystem beeinflussen könne, sei eine wichtige Botschaft, fügt Zakarauskas-Seth hinzu. „Der Körper funktioniert nicht in isolierten Kompartimenten: Die Darmgesundheit, das mikrobielle Gleichgewicht und die Ernährung wirken sich direkt darauf aus, wie gut das Herz funktioniert.“ Die Forschenden wollen ihre Ergebnisse jetzt zunächst in anderen Tiermodellen validieren. Um herauszufinden, welchen Nutzen Patient*innen aus einem gesteigerten IES-Spiegel tatsächlich ziehen können, werden zudem klinische Studien erforderlich sein.

Bild: Rückenansicht einer Zebrafischlarve: Aktive Nervenzellen sind grün, Hypocretine herstellende Neurone und ihre Ausläufer rot dargestellt. © Bhakti Zakarauskas-Seth, AG Sawamiphak, Max Delbrück Center

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft legt mit seinen Entdeckungen von heute den Grundstein für die Medizin von morgen. An den Standorten in Berlin-Buch, Berlin-Mitte, Heidelberg und Mannheim arbeiten unsere Forschenden interdisziplinär zusammen, um die Komplexität unterschiedlicher Krankheiten auf Systemebene zu entschlüsseln – von Molekülen und Zellen über Organe bis hin zum gesamten Organismus. In wissenschaftlichen, klinischen und industriellen Partnerschaften sowie in globalen Netzwerken arbeiten wir gemeinsam daran, biologische Erkenntnisse in praxisnahe Anwendungen zu überführen – mit dem Ziel, Frühindikatoren für Krankheiten zu identifizieren, personalisierte Behandlungen zu entwickeln und letztlich Krankheiten vorzubeugen. Das Max Delbrück Center wurde 1992 gegründet und vereint heute eine vielfältige Belegschaft mit rund 1.800 Menschen aus mehr als 70 Ländern. Wir werden zu 90 Prozent durch den Bund und zu 10 Prozent durch das Land Berlin finanziert.

Quelle: Pressemitteilung Max Delbrück Center
Darmmikroben steuern übers Gehirn unser Herz

forschen / 24.02.2026
Unterschiedliche Rollen für zwei ähnliche Enzyme

© Erika Uddström, Hörnberg Lab, Max Delbrück Center
© Erika Uddström, Hörnberg Lab, Max Delbrück Center

Zwei eng verwandte Enzyme, MNK1 und MNK2, spielen im Gehirn sehr unterschiedliche Rollen und regulieren jeweils ein anderes Verhalten. Wie Forschende vom Max Delbrück Center in „Molecular Psychiatry“ erläutern, kann dieses Wissen helfen, präzisere Therapien für neurologische Erkrankungen zu entwickeln.

Strukturell sehen sie ähnlich aus: MNK1 und MNK2 gehören zur selben Enzymfamilie und sind vor allem dafür bekannt, dass sie die Proteinproduktion der Zellen regulieren. Aufgrund ihrer herausragenden Rolle bei dieser wichtigen Zellfunktion stehen sie als potenzielle Ziele für Wirkstoffe gegen neurologische Erkrankungen und chronische Schmerzen im Rampenlicht. Doch was wäre, wenn ein Medikament nur auf eines dieser Enzyme abzielen würde?

Eine Antwort auf diese Frage möchte ein Team um Rosalba Olga Proce, Doktorandin in der Arbeitsgruppe „Molekulare und zelluläre Grundlagen des Verhaltens“ von Dr. Hanna Hörnberg am Max Delbrück Center, finden. In einer jetzt im Fachblatt „Molecular Psychiatry“ vorgestellten Studie haben die Forschenden untersucht, ob die beiden Enzyme – Kinasen genannt – im Gehirn unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Die Wissenschaftler*innen stellten deutliche Unterschiede fest: Mäuse ohne MNK1 zeigten weniger Interesse an neuen Objekten als andere Artgenossen und konnten sich später zudem nur schlecht an sie erinnern. Mäuse ohne MNK2 besaßen diese Auffälligkeiten nicht, hatten aber ein gesteigertes Interesse an sozialen Kontakten. 

„Die Verhaltensunterschiede, die wir beobachtet haben, deuten darauf hin, dass jede dieser Kinasen im Gehirn eine spezielle Funktion hat“, sagt Proce. „Bei der Entwicklung von Medikamenten könnte es daher sinnvoll sein, die beiden Enzyme einzeln anzusprechen.“

Mäuseverhalten und molekulare Daten

Um herauszufinden, wie es zu den Verhaltensänderungen kommt, nutzten die Wissenschaftler*innen gentechnisch veränderte Mäuse, bei denen entweder das MNK1- oder das MNK2-Gen ausgeschaltet war. Die Ergebnisse ihrer Verhaltenstests verglichen sie im Anschluss mit groß angelegten molekularen Analysen des Hirngewebes.

Das Team konzentrierte sich insbesondere auf die Großhirnrinde und die Synapsen – die Kontaktstellen, über die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Mit verschiedenen Methoden, der Proteomik, Transkriptomik und Phosphoproteomik, analysierten die Forschenden in beiden Mäusegruppen die Proteinkonzentrationen, die Genexpression und die Proteinphosphorylierungsmuster.

Wie sie berichten, wiesen Mäuse ohne MNK1 eine Fülle ribosomaler Proteine auf, die eine zentrale Rolle bei der Translation spielen – der Produktion von Proteinen anhand der Boten-RNA. Bei Mäusen ohne MNK2 waren hingegen die Expression und die Phosphorylierung von Proteinen beeinträchtigt, die an der Signalübertragung an den Synapsen beteiligt sind.

Vor allem aber stellte das Team fest, dass die molekularen Unterschiede zwischen den beiden Enzymen in den Synapsen sehr viel ausgeprägter waren als in Proben aus dem gesamten Gehirn. „Das hat uns überrascht“, sagt Hörnberg. „Denn diese Beobachtung deutet darauf hin, dass die Kinasen im Zellkörper womöglich andere Funktionen haben als in den Synapsen.“

Für präziser wirkende Medikamente

Anstatt unspezifisch beide Kinasen zu hemmen, könnten künftige Therapien selektiv auf das eine oder das andere Enzym abzielen, um präzisere Wirkungen zu erhalten, fügt Hörnberg hinzu.

Sie und ihre Kolleg*innen wollen jetzt weitere Moleküle identifizieren, mit denen MNK1 und MNK2 interagieren. Außerdem planen sie, genauer zu untersuchen, wie die beiden Kinasen die Translation von Boten-RNA in Proteine im Verlauf der synaptischen Plastizität regulieren – wenn also die Verbindungen zwischen Nervenzellen mit der Zeit stärker oder schwächer werden. Die synaptische Plastizität ist der grundlegende Mechanismus, über den das Gedächtnis und das Lernen funktionieren, und der es dem Gehirn ermöglicht, sich aufgrund von Erfahrungen neu zu vernetzen.

Ziel der Forschenden ist es nun, im Detail zu verstehen, wie die Zellen ihre Proteinsynthese an den Synapsen regulieren. So hoffen sie die Grundlage für präzisere Interventionen bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen zu schaffen.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft legt mit seinen Entdeckungen von heute den Grundstein für die Medizin von morgen. An den Standorten in Berlin-Buch, Berlin-Mitte, Heidelberg und Mannheim arbeiten unsere Forschenden interdisziplinär zusammen, um die Komplexität unterschiedlicher Krankheiten auf Systemebene zu entschlüsseln – von Molekülen und Zellen über Organe bis hin zum gesamten Organismus. In wissenschaftlichen, klinischen und industriellen Partnerschaften sowie in globalen Netzwerken arbeiten wir gemeinsam daran, biologische Erkenntnisse in praxisnahe Anwendungen zu überführen – mit dem Ziel, Frühindikatoren für Krankheiten zu identifizieren, personalisierte Behandlungen zu entwickeln und letztlich Krankheiten vorzubeugen. Das Max Delbrück Center wurde 1992 gegründet und vereint heute eine vielfältige Belegschaft mit rund 1.800 Menschen aus mehr als 70 Ländern. Wir werden zu 90 Prozent durch den Bund und zu 10 Prozent durch das Land Berlin finanziert.

Bild:  Schnitt eines Mausgehirngewebes, der zeigt, dass die Boten-RNA für MNK1 (Magenta) und die MNK2-Kinase (Türkis) – wichtige Enzyme, die die Produktion von Proteinen regulieren – beide in exzitatorischen Neuronen (Grün) im Kortex exprimiert werden.

© Erika Uddström, Hörnberg Lab, Max Delbrück Center

Quelle: Pressemitteilung Max Delbrück Center
Unterschiedliche Rollen für zwei ähnliche Enzyme

forschen, produzieren, heilen / 18.02.2026
Weichen stellen, um Innovationskraft zu sichern

Begrüßung im Gründerzentrum BerlinBioCube (Foto: IHK Berlin/Konstantin Gastmann)
Begrüßung im Gründerzentrum BerlinBioCube (Foto: IHK Berlin/Konstantin Gastmann)

Landespolitik besuchte den Campus Berlin-Buch anlässlich der IHK-Roadshow zum Gesundheitsstandort Berlin 2030


Auf Einladung der IHK Berlin informierten sich am 17. Februar Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin auf dem Campus Berlin-Buch über Innovationsbedingungen in der Gesundheitswirtschaft und darüber, wie Berlin als international führender Gesundheitsstandort bis 2030 gestärkt werden kann.

In ihrem aktuellen Positionspapier „Gesundheitsstandort Berlin 2030“ sieht die IHK als Kernthemen, um die Innovationskraft Berlins zu stärken, u.a. eine schnellere Umsetzung von Forschung in marktfähige Lösungen, einen verlässlichen Zugang zu Daten und Räumen, eine reibungslose Infrastruktur- und Kapitalnutzung sowie eine dauerhafte Integration internationaler Fachkräfte.

Innovationstreiber und Motor der Gesundheitsbranche: Campus Berlin-Buch

Dr. Christina Quensel, Geschäftsführerin der Campus Berlin-Buch GmbH und Prof. Dr. Maike Sander, Wissenschaftliche Vorständin des Max Delbrück Center, begrüßten die Gäste im Gründerzentrum BerlinBioCube und stellten Buch als Berliner Zukunftsort vor.

In Berlin-Buch arbeiten rund 6.500 Menschen in der Gesundheitswirtschaft, davon rund 3.000 auf dem Wissenschafts- und Biotechcampus. Exzellente biomedizinische Forschungseinrichtungen und einer der größten Biotechparks bilden ein starkes Ökosystem für Innovationen. Bedeutende Spin-offs wie T-knife, Captain T Cell oder Tubulis haben ihren Ursprung in der hiesigen Forschung. Der Campus hat das Potenzial, gemeinsam mit neuen Firmen, weiteren Forschungsinstituten oder Pharma-Partnern Innovationssysteme und Hubs weiter auszubauen. Benachbarte Flächen sind bereits für Neuansiedlungen und wachsende Biotech-Firmen reserviert. „Start-ups benötigen die Interaktion mit anderen Start-ups, sie benötigen schnell Partner und Zugang zu Hochtechnologien – all dies bietet unser Standort“, so Dr. Quensel.

Neue Hubs in Berlin wie das Bayer Co.Lab oder das CLIC begrüßt Dr. Quensel als komplementäre Entwicklungen, die die Innovationskraft der Stadt stärken.

Standortbedingungen verbessern – in Buch und berlinweit

Als wichtige Entwicklungsthemen für den Standort wurden eine bessere Verkehrsanbindung und der Bau von Wohnungen für Mitarbeitende benannt.

Dr. Andreas Hüser, Geschäftsführer von CheckImmune, einer Ausgründung aus der Charité, gab in den Räumen seines Start-ups einen Einblick in Herausforderungen, mit denen sich Gründer in den Life Sciences in Berlin konfrontiert sehen. „Wir benötigen in unserer Stadt einen Wandel. Wer gründen möchte, sollte Unterstützung von allen Beteiligten bekommen. Damit wir Sogwirkung in ganz Europa und darüber hinaus entwickeln, brauchen wir für unsere Innovationen hochqualifizierte Sparringpartner in den Regulierungsbehörden und eine deutlich schlankere Bürokratie. Behörden sollten sich als Unterstützer verstehen.“ Dr. Verena Schöwel, CEO und Mitgründerin des Campus-Spin-offs MyoPax ergänzte: „Das Warten auf Genehmigungen kostet Start-ups Geld, weil inhaltlicher Fortschritt in dieser Phase blockiert ist.“

Diskutiert wurde eine mögliche Orientierung an Best-Practise-Lösungen anderer Bundesländer, die weniger komplizierte Zulassungsbedingungen haben.

Potenzial sieht Dr. Hüser auch darin, Netzwerke mit VC-Investoren zu intensivieren, um Life-Science-Innovationen stärker als Teil von DeepTech ins Rampenlicht zu rücken. Es gäbe in Berlin mit seiner hochkarätigen Forschungslandschaft und dem wachsenden Mindset für Gründungen alle Voraussetzungen dafür.

Dr. Quensel betonte, dass Deutschland hervorragende Förderbedingungen für die Entwicklung wissenschaftlicher Innovationen böte, aber privates Kapital unabdingbar sei, um neue Medikamente auf den Markt zu bringen: „Eine künftige bessere Gesundheitsversorgung darf nicht am Geld scheitern.“

Hidden Champion mit globaler Perspektive

Im Anschluss besuchten die Abgeordneten die Konzernzentrale der Eckert & Ziegler SE auf dem Campus. Der Vorstandsvorsitzende, Dr. Harald Hasselmann, stellte das global agierende Unternehmen mit Schwerpunkt Radiopharmazie vor, das in 30 Jahren weltweit Standorte aufgebaut hat und über 1.000 Mitarbeitende hat.

Dr. Hasselmann zeigte noch einmal auf, wie bedeutsam eine verbesserte Anbindung für den Standort ist und unterstrich die Wichtigkeit von schnelleren Bearbeitungszyklen bei Genehmigungen.

Anhand des von IHK Berlin, Gesundheitsstadt Berlin und VBKI entwickelten Positionspapiers wurden im Anschluss politische Rahmenbedingungen diskutiert für eine schlankere Regulatorik, für eine Strategie zur einheitlichen Erfassung und Nutzung von Gesundheitsdaten für die Forschung sowie die Bindung von Tech-Talenten. 

Lars Mölbitz, IHK Berlin, betonte: „Das Positionspapier zeigt ganz praktisch, welche Hürden den Berliner Gesundheitsstandort bremsen und wie sich diese Hürden überwinden lassen. Der Abbau dieser Hürden kann die Gesundheitswirtschaft Berlins deutlich voranbringen.“

 

Link zum Positionspapier: https://www.ihk.de/berlin/gesundheitsstandort-2030

forschen / 18.02.2026
Mit neuen Materialien zu besseren MRT-Bildern

Tiefer liegende Gewebe oder kleine anatomische Details lassen sich im MRT oft nur ungenau darstellen. Forschende des Max Delbrück Center stellen in „Advanced Materials“ eine Hochfrequenz-Antenne vor, die die Bildqualität erhöht und die Scan-Dauer verkürzen kann – auch bei schon bestehenden Geräten.

Die Magnetresonanztomographie (MRT) zählt zu den wichtigsten bildgebenden Werkzeugen in der medizinischen Diagnostik. Manche Gewebe im Inneren des Körpers – zum Beispiel die anatomisch feinen Strukturen des Auges, der Augenhöhle und des Gehirns – lassen sich bisher allerdings nur unscharf abbilden. Das liegt in der Regel nicht am Scanner selbst, sondern an der Hardware, die Signale im Radiofrequenzbereich sendet und empfängt.

Forschende um Nandita Saha, Doktorandin in der Arbeitsgruppe „Experimentelle Ultrahochfeld-MR“ von Professor Thoralf Niendorf, und Kolleg*innen des Universitätsklinikums Rostock haben jetzt aus neuartigen Materialien eine MRT-Antenne entwickelt, die diese Einschränkungen überwindet: Sie liefert schärfere Bilder in kürzerer Zeit und lässt sich auch in schon bestehenden MRT-Geräten einsetzen. Das Team hat sie in der Fachzeitschrift „Advanced Materials“ vorgestellt.

„Mit den von uns entwickelten Metamaterialien konnten wir die im MRT entstehenden Hochfrequenzfelder effizienter lenken und zeigen, wie moderne Physik die medizinische Bildgebung verbessern kann“, sagt Niendorf, der Hauptautor der Studie. „Unsere Arbeit weist einen Weg zu schnelleren, klareren MRT-Scans, von denen Patientinnen und Patienten mit den unterschiedlichsten Erkrankungen profitieren können.“

Antennen aus künstlich hergestellten Werkstoffen

Eine MRT funktioniert, indem das Gerät Radiofrequenzsignale (RF-Signale) in den Körper sendet und gleichzeitig erfasst, wie das Gewebe in einem starken Magnetfeld darauf reagiert. Je klarer das Signal ist, desto besser wird das Bild. Herkömmliche MRT-Antennen, auch RF-Spulen genannt, haben jedoch oft Schwierigkeiten, Signale aus tiefen oder anatomisch komplexen Regionen zu empfangen. Dies führt zu längeren Scan-Zeiten oder detailärmeren Bildern.

Gelöst hat das Team um Niendorf dieses Problem, indem es die RF-Spule mit elektromagnetischen Metamaterialien neu konstruiert hat. Dabei handelt es sich um künstlich hergestellte Werkstoffe, die mit elektromagnetischen Wellen auf eine Weise interagieren, wie es natürliche Materialien nicht tun. Durch die Integration der Metamaterialien in die MRT-Antenne haben die Forschenden eine neue Art von RF-Hardware entwickelt, die die Signalstärke aus dem Zielgewebe erhöht, die Bildschärfe verbessert und eine schnellere Datenerfassung ermöglicht.

Entscheidend für die klinische Praxis ist zudem, dass die Antenne in bestehende MRT-Systeme passt, sodass keine neue Infrastruktur erforderlich wird. Validiert haben die Wissenschaftler*innen ihre Technologie anhand von MRT-Bildern des Auges, der Augenhöhle und des Gehirns bei einer Gruppe von Freiwilligen. Niendorf und sein Team arbeiteten dabei eng mit Forschenden des Universitätsklinikums Rostock zusammen und kombinierten so Expertise in MRT-Physik mit klinischer Ophthalmologie und translationaler Bildgebung.

Die Forschenden konnten zeigen, dass ihr System für den routinemäßigen klinischen Einsatz geeignet ist. „Wir sehen eine klare Relevanz für Anwendungen in der Augenheilkunde. Die neue Technologie ermöglicht anatomisch detaillierte MRT-Bilder des Auges mit hoher räumlicher Auflösung und Weichteilkontrast“, sagt Professor Oliver Stachs, Koautor der Publikation von der Universitätsmedizin Rostock. „Sie öffnet die Sicht auf (patho)physiologische Prozesse, die bislang weitgehend unzugänglich waren.“

„Unser Ziel war es, die MRT-Hardware ausgehend von der modernen Physik des Antennendesigns neu zu überdenken“, erläutert Saha. Das jetzt entwickelte System lasse sich auch so einstellen, dass empfindliche Körperbereiche während der MRT-Aufnahme geschützt werden – etwa um eine unerwünschte Erwärmung in der Nähe medizinischer Implantate zu reduzieren, fügt die Forscherin hinzu. Darüber hinaus könne man es nutzen, um die RF-Energie für MRT-gesteuerte Therapien von Krebserkrankungen stärker zu fokussieren, zum Beispiel zur gezielten therapeutischen Erwärmung von Tumoren, der Hyperthermie, oder um erkranktes Gewebe mittels Hitzeablation zu zerstören.

Bessere Diagnosen, kürzere Scans

Für Patient*innen können MRT-Untersuchungen unangenehm und zeitaufwändig sein, vor allem wenn Aufnahmen wiederholt werden müssen, weil wichtige Details schwer zu erkennen sind. Klarere Bilder bedeuten, dass Ärzt*innen Diagnosen mit größerer Sicherheit stellen können. Schnellere Untersuchungen haben zur Folge, dass Patient*innen weniger Zeit im Scanner verbringen müssen, was Stress und Unbehagen reduzieren kann – insbesondere bei Kindern, älteren Erwachsenen und Menschen, für die MRT-Untersuchungen wegen der Enge der Röhre und des Lärms, die das Verfahren mit sich bringt, eine Herausforderung darstellen.

Da die neue Antenne leicht und kompakt ist, lässt sie sich zudem so gestalten, dass sie sich besser an bestimmte Körperteile anpasst, was den Komfort noch weiter erhöht. Niendorf und seine Kolleg*innen planen bereits größere Studien an mehreren Krankenhäusern und passen das Design der Antenne für andere Organe wie Herz und Nieren an.

Die neue Technologie könne, leicht modifiziert, sogar MRT-Systeme unterstützen, die den Stoffwechsel oder den Transport von Medikamenten im Körper sichtbar machen, sagt Niendorf. Auch spezielle MRT-Scans, die Natrium- oder Fluorkonzentrationen im Körper räumlich abbilden, könnten dem Forscher zufolge von der Antenne aus Metamaterialien profitieren – und klarere Signale sowie bessere Bilder liefern.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft legt mit seinen Entdeckungen von heute den Grundstein für die Medizin von morgen. An den Standorten in Berlin-Buch, Berlin-Mitte, Heidelberg und Mannheim arbeiten unsere Forschenden interdisziplinär zusammen, um die Komplexität unterschiedlicher Krankheiten auf Systemebene zu entschlüsseln – von Molekülen und Zellen über Organe bis hin zum gesamten Organismus. In wissenschaftlichen, klinischen und industriellen Partnerschaften sowie in globalen Netzwerken arbeiten wir gemeinsam daran, biologische Erkenntnisse in praxisnahe Anwendungen zu überführen – mit dem Ziel, Frühindikatoren für Krankheiten zu identifizieren, personalisierte Behandlungen zu entwickeln und letztlich Krankheiten vorzubeugen. Das Max Delbrück Center wurde 1992 gegründet und vereint heute eine vielfältige Belegschaft mit rund 1.800 Menschen aus mehr als 70 Ländern. Wir werden zu 90 Prozent durch den Bund und zu 10 Prozent durch das Land Berlin finanziert.

Quelle: Max Delbrück Center
Mit neuen Materialien zu besseren MRT-Bildern

forschen / 06.02.2026
Professur für Leif Si-Hun Ludwig

Leif Ludwig im Labor © Felix Petermann, Max Delbrück Center
Leif Ludwig im Labor © Felix Petermann, Max Delbrück Center

Leif Si-Hun Ludwig erhält eine Heisenberg-Professur für Stammzelldynamiken und Mitochondriale Genomik am Berlin Institute of Health at Charité (BIH). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die prestigeträchtige Position.

Seit gut fünf Jahren leitet Professor Leif Si-Hun Ludwig die Emmy Noether-Arbeitsgruppe „Stammzelldynamiken und Mitochondriale Genomik“ am Berlin Institute of Health at Charité (BIH) und am Max Delbrück Center. Am 1. Februar 2026 hat der Wissenschaftler eine gleichnamige Heisenberg-Professur am BIH angetreten, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert. Nach der fünfjährigen Förderlaufzeit wird das BIH die Professur verstetigen.

Wie Blutzellen gebildet werden

Unser Blut erneuert sich ständig: Millionen neuer Zellen ersetzen jede Sekunde alte Blut- und Immunzellen. Sie entwickeln sich aus hämatopoetischen, also blutbildenden Stammzellen im Knochenmark und reifen über mehrere Entwicklungslinien zu roten und weißen Blutkörperchen, zu Thrombozyten sowie B- und T-Zellen heran. Während sich die Anzahl der Zellen im Blut routinemäßig in der Klinik oder beim Arztbesuch in einer Blutprobe messen lässt, ist der einzelne Beitrag der vielen Tausenden von Stammzellen zur Blutproduktion nur schwer abschätzbar.

Indem Forschende natürliche Mutationen in der menschlichen DNA untersuchen, erhalten sie fundamentale Einblicke in das Verhalten von Stammzellen, etwa um die Blutbildung aufrechtzuerhalten oder auch bei krankhaften Veränderungen. Einzelne Mutationen in unserem Erbgut mit drei Milliarden Basenpaaren zu finden, ist trotz modernster Methoden aber teuer und fehleranfällig.

Forschung an den Zellkraftwerken

Ludwig konzentriert sich in seiner Forschung auf natürliche Mutationen im mitochondrialen Genom – einem kleinen, ringförmigen DNA-Molekül in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle. Mithilfe modernster Technologien zur Einzelzell-Sequenzierung analysiert er Zehntausende von Knochenmarks- und Blutzellen gleichzeitig und macht die Aktivität der blutbildenden Stammzellen sichtbar.

Diese einzelzellbasierte Analyse natürlicher genetischer Variation erlaubt auch Aussagen über den Gesundheitszustand einzelner Zellen. Im klinischen Alltag könnte das Verfahren daher künftig helfen, den Erfolg von Stammzell-Transplantationen vorherzusagen oder Zellersatz- und Gentherapien gezielt zu verbessern.

Darüber hinaus interessiert sich Ludwig für angeborene Veränderungen im mitochondrialen Genom, die zu einer Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen des Energiestoffwechsels führen und zahlreiche Organsysteme in Mitleidenschaft ziehen. Obwohl mitochondriale Erkrankungen zu den häufigsten angeborenen genetischen Defekten zählen, sind ihre molekularen Ursachen bislang unzureichend verstanden. Ludwig erforscht, wie mitochondriale Genvarianten verschiedene Zell- und Stoffwechsel-Phänotypen beeinflussen – mit dem Ziel, eine Grundlage für neue therapeutische Ansätze zu schaffen.

„Das Heisenberg-Programm fördert herausragende Forscherinnen und Forscher. Der Erfolg von Leif S. Ludwig kam für uns daher nicht unerwartet”, sagt Professor Christopher Baum, Vorsitzender des Direktoriums des BIH und Vorstand des Translationsforschungsbereichs der Charité. „Seine exzellente Arbeit verknüpft Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Anforderungen. Leif S. Ludwig und sein Team stärken damit das translationale Netzwerk von BIH, Charité und Max Delbrück Center zum Wohle von Patientinnen und Patienten.”

forschen / 06.02.2026
Professur für Mina Gouti

Mina Gouti © Pablo Castagnola / MDC
Mina Gouti © Pablo Castagnola / MDC

Mina Gouti ist auf eine Professur an der Charité – Universitätsmedizin Berlin berufen worden. Die Ernennung stärkt ihre wegweisende Forschung zu Organoiden am Max Delbrück Center und vertieft die Zusammenarbeit mit Kliniker*innen, um gemeinsam personalisierte Medizin weiterzuentwickeln.

Dr. Mina Gouti, Leiterin der Arbeitsgruppe „Stammzell-Modellierung der Entwicklung und Erkrankung“ am Max Delbrück Center, ist zur W3-Professorin für komplexe Organoidmodelle der personalisierten Medizin an der Medizinischen Fakultät der Charité – Universitätsmedizin Berlin berufen worden. Die unbefristete Professur würdigt ihren Beitrag bei der Entwicklung fortschrittlicher Organoidsysteme, mit denen sie untersucht, wie sich bestimmte Rückenmarksneuronen und Skelettmuskelzellen während der Entwicklung räumlich und zeitlich ausbilden.

„Diese Professur ermöglicht es meinem Team, Berlins außergewöhnliches Biomedizin-Ökosystem noch besser zu nutzen und eng mit den Kliniker*innen der Charité zusammenzuarbeiten, um komplexe Organoide für die personalisierte Medizin zu entwickeln“, sagt Gouti. Diese enge Zusammenarbeit ist unerlässlich, um mit Hilfe patientenspezifischer Organoidmodelle klinisch relevante Erkenntnisse zu gewinnen.“

Die Arbeitsgruppe von Gouti hat dreidimensionale neuromuskuläre Organoide aus humanen pluripotenten Stammzellen entwickelt. Diese bilden zentrale Eigenschaften von Rückenmarksneuronen und Skelettmuskelzellen nach und dienen als leistungsfähige Plattform, um neuromuskuläre Erkrankungen wie die spinale Muskelatrophie und die Amyotrophe Lateralsklerose zu untersuchen sowie Wirkstoffe zu testen. Solche Organoide lassen sich zudem aus Zellen einzelner Patient*innen herstellen, um deren spezifische Erkrankung gezielt zu modellieren.

Die Professur steht für die gemeinsame Vision des Max Delbrück Center und der Charité, translationale Forschung zu beschleunigen, indem Kliniker*innen und Forschende enger zusammenarbeiten. „Wir haben nun die langfristige Perspektive, um komplexe, funktionale Organoide als prädikative Plattformen für die personalisierte Medizin und eine frühe Krankheitsintervention zu entwickeln“, sagt Gouti. „Unsere Forschung soll dazu beitragen, die Gesundheitsergebnisse nicht nur für Menschen mit neuromuskulären Erkrankungen zu verbessern, sondern auch für diejenigen, die ein hohes Risiko haben, diese zu entwickeln.“

Text: Gunjan Sinha

Weiterführende Informationen

forschen, produzieren / 05.02.2026
Pentixapharm veröffentlicht positive Phase II-Daten zur Pentixafor-PET-Diagnostik

Studie bestätigt PENTIXAFOR-PET als nicht-invasive Alternative zur Nebennierenvenenkatheterisierung bei primärem Aldosteronismus

  • In der Studie wurde [68Ga]Ga-Pentixafor PET/CT gut vertragen und zeigte eine hohe Spezifität sowie eine moderate Sensitivität bei der Identifikation unilateral aldosteronproduzierender Adenome im Vergleich zur Nebennierenvenenkatheterisierung (AVS) und zu den postoperativen biochemischen Ergebnissen.

  • Die Daten stärken die klinische Grundlage für die Phase-3-Entwicklung und unterstreichen die Rolle der molekularen Bildgebung bei der Therapieentscheidung für Patientinnen und Patienten mit Hypertonie und zugrunde liegendem primärem Aldosteronismus.

Die Pentixapharm Holding AG (Frankfurter Wertpapierbörse, Prime Standard: PTP), ein fortgeschrittenes klinisches Biotechnologieunternehmen mit Fokus auf innovative Radiopharmazeutika, gab heute die Veröffentlichung neuer klinischer Phase-2-Daten im Journal of Nuclear Medicine bekannt. Die Ergebnisse belegen das Potenzial von [68Ga]Ga-Pentixafor PET/CT als nicht-invasives Bildgebungsverfahren zur Subtypisierung des primären Aldosteronismus (PA), der häufigsten endokrinen Ursache für Bluthochdruck.

Die vom Prüfarzt initiierte und von der australischen philanthropischen CASS Foundation und dem australischem Medical Research Future Fund finanzierte prospektive Phase-2-Kohortenstudie wurde in Australien durchgeführt. Ziel war es, [68Ga]Ga-Pentixafor PET/CT als mögliche Alternative zur Nebennierenvenenkatheterisierung (AVS) zu bewerten, dem derzeitigen Goldstandard zur Unterscheidung zwischen unilateral aldosteronproduzierenden Nebennierenadenomen und bilateraler Erkrankung. AVS ist invasiv, ressourcenintensiv und nur in hochspezialisierten Zentren verfügbar, was eine zeitnahe und präzise Patientenselektion erschwert.

Die online veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass [68Ga]Ga-Pentixafor PET/CT im Vergleich zu AVS und postoperativen biochemischen Ergebnissen eine hohe Spezifität und eine moderate Sensitivität bei der Identifikation unilateral aldosteronproduzierender Adenome erreichte. Darüber hinaus wurde das Verfahren gut vertragen und von den Patientinnen und Patienten klar bevorzugt: 28 von 29 Studienteilnehmenden gaben PET/CT als bevorzugte diagnostische Methode an.

„Diese Daten liefern wichtige Hinweise darauf, dass die molekulare Bildgebung mit [68Ga]Ga-Pentixafor PET/CT eine präzise und patientenfreundliche Subtypisierung des primären Aldosteronismus ermöglichen kann“, sagte Dr. Elisabeth Ng vom Hudson Institute of Medical Research und der Endocrinology Unit von Monash Health, leitende Prüferin der Studie. „Die hohe Spezifität ist besonders relevant für die Identifikation von Patientinnen und Patienten, die von einer kurativen Operation profitieren können, während die klare Präferenz für PET/CT das Potenzial zur breiteren Akzeptanz und besseren Zugänglichkeit der Diagnostik unterstreicht.“

In die Studie wurden Erwachsene mit primärem Aldosteronismus und einem in der CT sichtbaren Nebennierenadenom eingeschlossen. Die diagnostische Leistungsfähigkeit wurde anhand von PET-basierten Lateralitätsindizes im Vergleich zu AVS-Ergebnissen sowie biochemischen Parametern nach Adrenalektomie bewertet. Die Ergebnisse unterstützen den klinischen Nutzen von [68Ga]Ga-Pentixafor PET/CT als nicht-invasives Entscheidungsinstrument zur Identifikation von Patientinnen und Patienten, die für eine kurative Operation infrage kommen.

„Diese veröffentlichten Daten bauen auf früheren vom Prüfarzt initiierten Studien auf, einschließlich der CASTUS-Step-1-Studie, und zeigen eine reproduzierbare diagnostische Performance über unabhängige Studien und geografische Regionen hinweg“, sagte Dirk Pleimes, CEO und CMO von Pentixapharm. „Gemeinsam stärken diese Ergebnisse die klinische Basis unseres Programms zum primären Aldosteronismus und untermauern die Bereitschaft für die Phase-3-Entwicklung. Pentixapharm treibt parallel seine klinische und regulatorische Strategie voran und steht im engen Austausch mit Prüfern, Behörden und potenziellen Partnern, um den klinischen und kommerziellen Wert unserer molekularen Bildgebungsplattform zu maximieren.“

Vor dem Hintergrund neuer therapeutischer Ansätze, darunter Aldosteronsynthase-Inhibitoren, für therapieresistente Hypertonie gewinnt eine präzise und skalierbare Subtypisierung des primären Aldosteronismus zunehmend an Bedeutung. Nicht-invasive Bildgebungslösungen könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen, um Therapieentscheidungen zu optimieren und Behandlungsergebnisse zu verbessern.

Der vollständige Artikel mit dem Titel „Identification of Aldosterone-Producing Adrenal Adenomas Using [68Ga]Ga-Pentixafor PET/CT in an Australian Cohort“ ist im Journal of Nuclear Medicine verfügbar.
 

Über [68Ga]Ga-PentixaFor bei therapieresistenter Hypertonie und primärem Aldosteronismus

[68Ga]Ga-PentixaFor ist ein neuartiges gallium-68-markiertes Radiodiagnostikum zur selektiven Visualisierung des Chemokinrezeptors CXCR4 mittels hochauflösender PET/CT-Bildgebung. Klinische Erfahrungen mit [68Ga]Ga-PentixaFor PET/CT bei rund 1.600 Patientinnen und Patienten in verschiedenen Indikationen belegen die Fähigkeit zur nicht-invasiven Darstellung der CXCR4-Expression in vivo.

Neuere Forschungsergebnisse zeigen eine starke CXCR4-Überexpression in aldosteronproduzierenden Nebennierentumoren – ein charakteristisches Merkmal des unilateralen primären Aldosteronismus. Diese Erkrankung ist eine häufige, historisch jedoch unterdiagnostizierte Ursache sekundärer Hypertonie, da die zuverlässige Unterscheidung zwischen unilateraler und bilateraler Erkrankung mit bestehenden Methoden schwierig ist. Während die unilaterale Form in der Regel chirurgisch behandelt wird, erfordert die bilaterale Erkrankung eine lebenslange medikamentöse Therapie. Durch die Visualisierung der CXCR4-Expression in aldosteronproduzierendem Gewebe kann [dGa]Ga-PentixaFor eine präzisere Subtypisierung ermöglichen und so zu gezielteren Therapieentscheidungen beitragen.

Über die prospektive Phase-2-Pilotstudie

Die prospektive Pilotstudie schloss Erwachsene mit primärem Aldosteronismus und einem im CT sichtbaren Nebennierenadenom ein und evaluierte [68Ga]Ga-PentixaFor PET/CT als nicht-invasive nuklearmedizinische Alternative zur AVS. Bewertet wurden diagnostische Genauigkeit und Akzeptanz im Vergleich zu AVS in einer multiethnischen Population. PentixaFor wurde von der Pentixapharm AG bereitgestellt. Die Studie wurde vorab online im Journal of Nuclear Medicine (JNM) veröffentlicht, einer führenden peer-reviewten Fachzeitschrift für molekulare Bildgebung, PET/CT und Theranostik.

Über Pentixapharm

Pentixapharm ist ein biotechnologisches Unternehmen im fortgeschrittenen klinischen Entwicklungsstadium, das die Grenzen der Radiopharmazeutika erweitert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin entwickelt präzisionsmedizinische Diagnostika und Therapeutika in den Bereichen Onkologie und Kardiologie mit dem Ziel, die Patientenversorgung nachhaltig zu verbessern.

Die klinische Pipeline von Pentixapharm basiert auf CXCR4-gerichteten PET/CT-Programmen, darunter ein Phase-3-reifer Kandidat zur verbesserten Diagnostik von Patientinnen und Patienten mit primärem Aldosteronismus und arterieller Hypertonie. Dieser Ansatz soll eine gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen des Bluthochdrucks ermöglichen. Darüber hinaus umfasst die CXCR4-Plattform wegweisende therapeutische Programme für hämatologische Krebserkrankungen.

Ergänzend entwickelt Pentixapharm eine Antikörper-Plattform der nächsten Generation gegen CD24, einen neuartigen Immun-Checkpoint-Marker, der in mehreren schwer behandelbaren Tumorarten überexprimiert ist. Gestützt auf ein starkes geistiges Eigentum rund um CXCR4 und CD24 sowie eine verlässliche Isotopen-Lieferkette ist Pentixapharm gut positioniert, um einen nachhaltigen medizinischen Nutzen für Patientinnen und Patienten zu schaffen und langfristiges Wachstum in einem der dynamischsten Bereiche der Präzisionsmedizin zu erzielen.

produzieren / 29.01.2026
Eckert & Ziegler liefert wie geplant und erzielt 2025 erneut Rekordjahr

Geschäftsjahr 2025 (vorläufig):

  • Umsatz: rund 312 Mio. € (VJ: 295,8 Mio. €)
  • EBIT vor Sondereinflüssen: rund 78 Mio. € (VJ: 65,9 Mio. €)
  • Nettogewinn: rund 48 Mio. € (VJ: 33,3 Mio. €)

Die Eckert & Ziegler SE (ISIN DE0005659700, TecDAX) hat nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen für das GJ 2025 einen Konzernumsatz von rd. 312 Mio. € und ein bereinigtes EBIT von rd. 78 Mio. € erzielt. Der Umsatz liegt rd. 5%, das bereinigte EBIT sogar rd. 18% über dem Wert des Vorjahres. Der Nettogewinn (aus fortgeführten und nicht fortgeführten Geschäftsbereichen), über den an dieser Stelle nur noch vergleichend berichtet wird, steigt auf rd. 48 Mio. EUR (VJ: 33,3 Mio. €).

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 wird am 26. März 2026 gemeinsam mit dem vollständigen, testierten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht.

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler SE gehört mit über 1.000 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Nuklearmedizin und Strahlentherapie. Das Unternehmen bietet weltweit an seinen Standorten Dienstleistungen und Produkte im Bereich der Radiopharmazie an, von der frühen Entwicklung bis hin zur Kommerzialisierung. Die Eckert & Ziegler Aktie (ISIN DE0005659700) ist im TecDAX der Deutschen Börse gelistet.
Wir helfen zu heilen.

 

investieren / 29.01.2026
OMEICOS Therapeutics Announces Positive Phase 2 Study Outcome Demonstrating OMT-28’s Potential in Primary Mitochondrial Diseases (PMD)

Trial Results Support Transition into Late-Stage Development with Program Expected to be Phase 2b/3-ready in H2 2026

OMEICOS, a clinical-stage biopharmaceutical company developing first-in-class small molecule therapeutics for mitochondrial and inflammatory disorders, announced the successful conclusion of its multi-centre, open-label Phase 2a PMD-OPTION Study evaluating its lead program OMT-28 in patients with Primary Mitochondrial Disease (PMD). The study results demonstrate OMT-28’s therapeutic potential to improve the physical condition in PMD based on significant recovery of the impaired mitochondrial fitness in the responding patients. The study further underscored the excellent safety and tolerability profile of OMT-28, which has now been evaluated in more than 220 individuals. OMEICOS is preparing for a potentially pivotal Phase 2b/3 study in PMD patients with myopathy and/or cardiomyopathy across EU and US sites and expects to be ready to initiate this study later this year, subject to the completion of partnering discussions.

PMD represents a heterogeneous group of conditions including the more prevalent subtypes MELAS, non-MELAS, and MIDD. PMD patients suffer from debilitating and life-threatening health consequences, such as severely limited physical stamina and disease-related changes in the heart and skeletal muscles, as well as associated neurological disorders. OMT-28, an orally available biased modulator, targets the GPCR-receptor S1PR1 (Sphingosine-1-Phosphate Receptor 1 thereby driving downstream activation of the mitochondrial sirtuin family members SIRT1 and SIRT3. By targeting S1PR1 and activating SIRT1/SIRT3, OMT-28 combines immunomodulation with mitochondrial protection—a dual mechanism to tackle inflammation and energy deficits in primary mitochondrial diseases.

“Improving physical performance through enhanced mitochondrial metabolism and reduced oxidative stress holds great promise in PMD. Our PMD-OPTION study results indicate a strong correlation between OMT-28 treatment, the observed positive impact on mitochondrial bioenergetics and fitness, and relevant clinical improvements in functional measures, which could translate into significant patient benefit,” said Dr. Robert Fischer, CEO/CSO of OMEICOS Therapeutics. “The profound effects on NAD⁺ and GSH levels, as well as simultaneous improvement of the NAD⁺/NADH and GSH/GSSG ratios we have seen in the responder group, are integrative indicators of electron transport chain function improvements and cellular redox homeostasis. Overall, the results offer a robust path for late-stage development.”

Study Design and Results Summary

The PMD-OPTION study enrolled a total of 29 PMD patients with mitochondrial tRNA point mutations or single mtDNA deletions across nine expert sites in Germany, Italy, and The Netherlands. The study generated strong interest among patients and key opinion leaders (KOLs), resulting in timely recruitment and a high degree of compliance with the study protocol and follow-up appointments. The study included a 12-week untreated run-in phase as an integrated control, capturing the patients’ natural history and baseline parameters for evaluating treatment results. Subsequently, all patients received a 24 mg once-daily dose of OMT-28 for a treatment period of up to 24 weeks. The study ended after a subsequent four-week follow-up period. The level of GDF-15, a prospective biomarker for reflecting cellular stress and inflammation, was used as a screening and inclusion criteria, while reduction of GDF-15 was used as a primary endpoint next to demonstrating safety and tolerability in PMD patients. The study outcome did not support the choice of GDF-15 in this setting suggesting that OMT-28 is acting downstream of the release mechanism of GDF-15.

To assess clinically meaningful improvements in the study population, the PMD-OPTION study utilized a combination of objective exercise endpoints and patient-reported outcomes. Using these measures, the study demonstrated a response rate of more than 60%. In the 12-Minute Walk Test (12 MWT) and the 5x Sit-to-Stand Test (5xSST), both accepted endpoints for pivotal studies, the entire study population showed improvements over baseline, while OMT-28 responders exhibited profound and statistically significant (12 MWT) clinical improvements compared to non-responders.

These results strongly correlated with a highly significant increase in total NAD+ levels in the responder group compared to baseline, and a clear separation between responders and non-responders in NAD+/NADH ratios over the course of the study. In patients responding to OMT-28 treatment, mean NAD+ levels were approximately 30% higher compared to baseline, bringing this crucial indicator of mitochondrial energy metabolism and redox status close to healthy ranges. Similarly, OMT-28 demonstrated a significant improvement in total GSH and GSH/GSSG ratios—key indicators of reduced oxidative stress in mitochondrial diseases—thereby reestablishing normal, healthy levels and even showing a trend toward further enhancement. Together, these results demonstrate that OMT-28’s ability to normalize both NAD⁺/NADH and GSH/GSSG ratios addresses the core pathologies of PMD—energy deficiency and oxidative stress—differentiating it from single-mechanism approaches and supporting its potential as a first-in-class therapy.

About OMEICOS

OMEICOS Therapeutics has discovered a series of metabolically robust synthetic analogues of omega-3 fatty acid-derived epoxyeicosanoids that have the potential to treat mitochondrial dysfunction, inflammatory, cardiovascular and other diseases. Epoxyeicosanoids activate cell type-specific endogenous pathways that promote organ and tissue protection. OMEICOS’ small molecules are orally available and show improved biological activity and pharmacokinetic properties compared to their natural counterparts. For more, please visit: www.omeicos.com

bilden / 29.01.2026
Ausstellung „Pankows Partnerstadt Riwne – Persönliche Berichte vom Alltag im Krieg“ eröffnet am 9. Februar im Rathaus Pankow

Die Sonderausstellung „Pankows Partnerstadt Riwne – Persönliche Berichte vom Alltag im Krieg“ wird am Montag, dem 9. Februar 2026 um 19 Uhr im Rathaus Pankow eröffnet (Breite Str. 24a-26, 13187 Berlin, Foyer 2. Etage). Grußworte sprechen Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch und der Vorsitzende des Partnerschaftsverein Berlin Pankow – Riwne, Uwe Lehmann. Über die aktuelle Situation vor Ort berichtetdie Buchhändlerin Viktoriia Novytska, eine der Protagonistinnen des Projektes.

Die Ausstellung ist an zwei Orten zu sehen: vom 10. bis 20. Februar im Rathaus und vom 21. Februar bis 14. März 2026 im Rathaus-Center.

Zur Entstehung der Ausstellung

Im März 2025 besuchten Beschäftigte des Museums Pankow die westukrainische Partnerstadt. Bereits Ende 2022 hatten der Bezirk Pankow und Riwne eine Solidaritätspartnerschaft abgeschlossen, die am 12. Juli 2024 in eine offizielle Städtepartnerschaft mündete.

Während des Aufenthalts fanden zahlreiche Begegnungen und Besichtigungen statt. Dabei entstanden Interviews mit Einwohnerinnen und Einwohnern, die trotz der täglichen Bedrohung ihren Alltag gestalten und sich für die Stadtgesellschaft einsetzen – darunter Lehrerinnen, Krankenschwestern, der Zoodirektor, Vertreter der Zivilgesellschaft, Geschäftsleute, Historiker:innen, Museums- und Theaterleiter:innen sowie Vertreter der jüdischen Gemeinschaft.

Fotos und Interviews

Im Mittelpunkt der daraus entstandenen Schau stehen zwölf großformatige Fotoporträts der ukrainischen Fotografin Anna Mischuk sowie Filmproduktionen von Christian Betz. Die Porträtierten berichten von ihrem Alltag im Krieg. Neben einer Chronik der Stadtgeschichte bieten weitere Kurzfilme Einblicke in die Geschichte und Gegenwart Riwnes. Themen sind u.a. die deutsche Besatzung 1941 bis 1944, die Gedenkstätte Sosenki, ein Reisebericht und die Entwicklung der Städtepartnerschaft zwischen Pankow und Riwne.

Mit der Ausstellung möchte das Museum Pankow über die Geschichte der Partnerstadt informieren und für die aktuelle Situation der Bewohnerschaft seit dem russischen Angriffskrieg sensibilisieren: „Fernab abstrakter Frontberichte möchten wir mit der Ausstellung zeigen, wie Menschen in unserer Partnerstadt Riwne sich trotz der täglichen Bedrohung für die Stadtgesellschaft einsetzen“, sagt der Museumsleiter Bernt Roder.

 

Laufzeit:                               10.02.2026 bis 20.02.2026

Öffnungszeiten:                    Montag bis Freitag 9.00–18.00 Uhr,
Ort:                                      Rathaus Pankow, Foyer (2. OG), Breite Str. 24a-26, 13187 Berlin

 

Laufzeit:                               21.02.2026 bis 14.03.2026

Öffnungszeiten:                    Montag bis Samstag, 11.00–13.00 u. 14.00-18 Uhr,

Ort:                                      Rathaus-Center Pankow, 1. OG, Breite Str. 20, 13187 Berlin


Der Eintritt ist frei.

Weitere Infos:

https://www.berlin.de/museum-pankow/aktuelles/ausstellungen/sonderausstellungen/artikel.1634821.php

https://www.berlin.de/museum-pankow/aktuelles/

Partner­schafts­verein Berlin Pankow – Riwne: www.pankow-riwne.de/

leben / 29.01.2026
Positive Zwischenbilanz bei Umsetzung des Aktionsplans „Kinderfreundliche Kommune“

Über die bisherige Umsetzung des aktuellen Aktionsplans im Rahmen des Vorhabens „Kinderfreundliche Kommune“ haben sich jetzt Vertreter:innen verschiedener Fachämter und des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e.V. sowie die drei sachverständigen Gutachter:innen im Rathaus Pankow ausgetauscht.

Meilensteine erreicht

Fast zwei Jahre nach der Verleihung des Siegels „Kinderfreundliche Kommune“ gaben die Sachverständigen Christa Böhme, Dominik Ringler und Claudia Kittel hilfreiche Anregungen und Hinweise zur weiteren Umsetzung des Aktionsplans. Grundlage bildete der im November eingereichte Zwischenbericht, in dem zu allen 38 Maßnahmen die Umsetzungsstände geschildert wurden. Zu zentralen Meilensteinen, die im Rahmen des Halbzeitgesprächs im Fokus standen, gehören die bis 2027 gesicherte Finanzierung des Kinder- und Jugendbüros „Mitbestimmen in Pankow“ sowie verschiedene ressortübergreifende Aktivitäten rund um die Prävention von Kinder- und Familienarmut. Besonders hervorzuheben ist die neue, mehrsprachige „Seite für junge Menschen“, die unter https://www.berlin.de/ba-pankow/junge_menschenzu finden ist. Während die bezirklichen Musikschulen mit neuen Beteiligungsaktionen und der Erstellung von Kinderschutzkonzepten die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention erfolgreich angehen, dienen Pankows erfolgreich gestaltete Jugendorte im öffentlichen Raum bereits überregional als Vorbild für andere Kommunen.

Stärkung der Jugendhilfeleistungen
Zum übergeordneten Ziel, die Teilhabe und Lebensqualität für die junge Generation dauerhaft zu verbessern, gehört auch, Leistungen im Bereich der Jugendhilfe möglichst zu stärken. Das, so Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch, gestalte sich angesichts der derzeitigen Haushaltslage als große Herausforderung. Die Bezirksverwaltung nehme jedoch den Auftrag sehr ernst, in all ihren Handlungen die UN-Kinderrechte zu berücksichtigen und den Bezirk Pankow zu einer Kinderfreundlichen Kommune zu entwickeln.

Die Umsetzungsphase für den Aktionsplan Kinderfreundliche Kommune dauert drei Jahre und endet im April 2027. Es ist möglich, anschließend einen Aktionsplan für eine zweite Umsetzungsphase zu erstellen.

Der Berliner Bezirk Pankow trägt das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ seit April 2024 und gehört somit zu den deutschlandweit über 50 Kommunen, die ihre Politik und Verwaltung auf Kinderfreundlichkeit ausrichten wollen. Seit über zehn Jahren begleitet der Verein Kinderfreundliche Kommunen Städte und Gemeinden bei der lokalen Umsetzung der Kinderrechte. Das Vorhaben basiert auf den internationalen Erfahrungen aus der Child Friendly Cities Initiative von UNICEF.

Ansprechpartner:innen:

Bezirksamt Pankow, OE Sozialraumorientierte Planungskoordination, Koordinator:in Kinderfreundliche Kommunen: kinderfreundlich@ba-pankow.berlin.de

Kinderfreundliche Kommunen e.V., Geschäftsführer Dominik Bär, E-Mail info@kinderfreundliche-kommunen.de

 

leben / 28.01.2026
Prothesenwerkstatt für Riwne: Erfolgreiche Spendenkampagne wird 2026 fortgesetzt

Prothesenwerkstatt für Riwne: Erfolgreiche Spendenkampagne wird 2026 fortgesetzt

Das im letzten Jahr gestartete Projekt zur Einrichtung einer Prothesenwerkstatt in unserer ukrainischen Partnerstadt Riwne hat Ende 2025 einen wichtigen Meilenstein erreicht: Es wurden bereits Spenden in Höhe von 18.000 Euro gesammelt. Diese Summe entspricht der erforderlichen Eigenbeteiligung, die Voraussetzung für die Förderung des Projekts durch die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) ist.

Pankows Partnerstadt erhält eine moderne Prothesenwerkstatt

Im Rahmen des Projekts wird im städtischen Krankenhaus von Riwne eine moderne Prothesenwerkstatt mit neuesten Geräten eingerichtet. In einer späteren Projektphase ist die Ausbildung von Prothesentechnikern vorgesehen, sodass in den ausgestatteten Räumlichkeiten künftig verletzte Soldaten und Zivilist:innen versorgt werden können.

Nächstes Spendenziel: 12.000 Euro

Um das Projekt weiter finanzieren zu können, wird auch in diesem Jahr zu weiteren Spenden aufgerufen. Für den Bau und die Installation der Werkstatt sowie für die Schulung des Personals werden weitere 12.000 Euro benötigt. Jede Spende – ob groß oder klein – trägt dazu bei, den Betroffenen eine Zukunft mit mehr Bewegungsfreiheit und Selbstständigkeit zu eröffnen.

Die Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch betont: „Es ist sehr erfreulich zu sehen, wie solidarisch die Pankower Bürgerinnen und Bürger sowie zahlreiche Organisationen – allen voran der Partnerschaftsverein Pankow-Riwne – mit unserer Partnerstadt sind. Mit dem Aufbau der Prothesenwerkstatt können wir ganz konkret helfen. Die Beschaffung der benötigten Ausrüstung kann nun beginnen. Herzlichen Dank für jede einzelne Spende!“

Spendenkonto:
Bezirkskasse Pankow
IBAN: DE06 1005 0000 4163 6100 01
Verwendungszweck (bitte unbedingt angeben): 253302324375 Prothesen-Projekt Riwne

Spendenbescheinigungen sind möglich. Die Überweisung einer Spende berechtigt nicht zu einer Gegenleistung.

Kontakt bei Fragen oder für weitere Informationen:
Daryna Illienko
Tel.: 030 90295-2624
E-Mail: Daryna.Illienko@ba-pankow.berlin.de

heilen / 26.01.2026
Das Helios Klinikum Berlin-Buch erhält Zertifizierung als Pankreaskrebszentrum

Das Team des zertifizierten Pankreaskrebszentrums am Helios Klinikum Berlin-Buch freut sich über die Anerkennung. / Maike Graefe, Helios Kliniken
Das Team des zertifizierten Pankreaskrebszentrums am Helios Klinikum Berlin-Buch freut sich über die Anerkennung. / Maike Graefe, Helios Kliniken

Berlin-Buch: Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist erfolgreich als Pankreaskrebszentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden. Damit unterstreicht der größte Maximalversorger im Nord-Osten der Hauptstadt seinen Anspruch auf höchste Versorgungsqualität sowie ausgeprägte interdisziplinäre Expertise in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse. Das Zertifizierte Pankreaskrebszentrum bündelt spezialisierte Kompetenzen aus allen relevanten Fachdisziplinen und bietet Patient:innen aus Berlin und der gesamten Region eine Behandlung auf höchstem medizinischem Niveau.

Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) hat das Pankreaszentrum des Helios Klinikums Berlin- Buch als zertifiziertes Pankreaskrebszentrum anerkannt. Das Zentrum bündelt Kompetenzen aus den Fachdisziplinen der Allgemein-, Viszeral- und Onkologischen Chirurgie, Inneren Medizin und Gastroenterologie, Onkologie, Strahlentherapie und Radioonkologie, Diagnostischen und Interventionellen Radiologie sowie der Nuklearmedizin. „Die erfolgreiche Zertifizierung unseres Pankreaskrebszentrums ist ein wichtiger Meilenstein für den Standort Berlin-Buch. Sie unterstreicht nicht nur unsere medizinische Expertise, sondern auch unser stetes Bestreben, moderne Therapiekonzepte frühzeitig in die klinische Versorgung zu integrieren und damit die Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patient:innen kontinuierlich weiterzuentwickeln“, betont Prof. Dr. med. Roger Wahba, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Onkologischen Chirurgie am Helios Klinikum Berlin-Buch.

Ein besonderer Schwerpunkt des neu zertifizierten Pankreaskrebszentrums liegt in der chirurgischen Versorgung. Hohe Fallzahlen, ausgewiesene onkologische Expertise und der Einsatz modernster Operationsverfahren gewährleisten eine exzellente Behandlungsqualität. Dazu zählt auch die robotergestützte Chirurgie, die hochpräzise und gleichzeitig besonders schonende Eingriffe ermöglicht und damit zu verbesserten postoperativen Ergebnissen sowie einer schnelleren Genesung beitragen kann.

Darüber hinaus eröffnet das Pankreaskrebszentrum neue therapeutische Perspektiven für Patient:innen mit lokal fortgeschrittenen, bislang inoperablen Tumoren. Erstmals kommt hier die Elektrochemotherapie zum Einsatz – ein innovatives Verfahren, bei dem gezielt gesetzte
elektrische Impulse die Aufnahme und Wirksamkeit von Chemotherapeutika im Tumorgewebe deutlich steigern.

Ein weiteres zukunftsweisendes High-Tech-Therapiekonzept befindet sich derzeit in Vorbereitung: die Brachytherapie mit endoskopisch eingebrachten radioaktiven Nanopartikeln. Ziel dieses Verfahrens ist es, lokal begrenzte Tumoren präzise von innen heraus zu behandeln und damit neue Möglichkeiten in der personalisierten Therapie von Pankreaskarzinomen zu eröffnen. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse – von gutartigen Veränderungen wie Zysten über akute und chronische Entzündungen (Pankreatitis) bis hin zu bösartigen Erkrankungen wie Pankreaskarzinomen oder neuroendokrinen Tumoren – erfordern ein hohes Maß an Expertise und eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit.

In der spezialisierten Pankreassprechstunde des Helios Klinikums Berlin-Buch werden Patient:innen von Ärzt:innen verschiedener Fachdisziplinen gemeinsam umfassend betreut. Die individuelle Therapieplanung erfolgt in mehrfach wöchentlich stattfindenden interdisziplinären Tumorkonferenzen. Modernste Operations- und Behandlungsmethoden, strukturierte Therapieabläufe sowie kurze diagnostische Wege gewährleisten ein Höchstmaß an Präzision und Sicherheit. Eine kontinuierliche endoskopische und radiologische Bereitschaft stellt zudem sicher, dass auch in Notfallsituationen rund um die Uhr jederzeit eine optimale Behandlungsmöglichkeit sichergestellt ist und Patient:innen optimal versorgt sind.

Mit der Zertifizierung des Pankreaskrebszentrums stärkt das Helios Klinikum Berlin-Buch seine Position als zentrale regionale Anlaufstelle für die Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und steht für eine innovative, qualitätsgesicherte Patientenversorgung auf höchstem Niveau.

Über das Helios Klinikum Berlin-Buch
Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in mehr als 60 Kliniken, Instituten und spezialisierten Zentren sowie einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 55.000 stationäre und über 144.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Hauttumorzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DDG“ zertifiziert.
Zudem ist die Gefäßmedizin in Berlin-Buch dreifach durch die Fachgesellschaften der DGG (Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin), der DGA (deutsche Gesellschaft für Angiologie) und der DEGIR (deutsche Gesellschaft für interventionelle Radiologie) als Gefäßzentrum zertifiziert.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.
Helios gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius und ist Europas führender privater Gesundheitsdienstleister mit rund 128.000 Mitarbeitenden. Zu Fresenius Helios gehören die Helios Gruppe in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien.

heilen / 26.01.2026
Mehr Sicherheit und Effizienz im OP

Foto: Mandy Bohm/ Helios Kliniken
Foto: Mandy Bohm/ Helios Kliniken

Digitales Narkoseprotokoll wird zum Standard im Helios Klinikum Berlin-Buch

Das Helios Klinikum Berlin-Buch geht einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung: Mit der Einführung des digitalen Narkoseprotokolls verbessert sich die Qualität der medizinischen Dokumentation deutlich. Durch die automatisierte Erfassung vitaler Parameter und eine vereinfachte Dateneingabe per Mausklick oder über voreingestellte Standards wird der Dokumentationsaufwand für das anästhesiologische Team erheblich reduziert.

„Die digitale Narkosedokumentation ermöglicht uns eine präzisere und effizientere Erfassung aller relevanten Informationen während des Eingriffs. Das bedeutet nicht nur eine Zeitersparnis für unser Team, sondern auch eine höhere Patient:innensicherheit“, erklärt Dr. med. David Schwaiberger, Chefarzt Anästhesie, perioperative Medizin und Schmerztherapie im Helios Klinikum Berlin-Buch. „Wir können uns in kritischen Situationen vollständig auf unsere Patient:innen konzentrieren, ohne diese im Nachhinein aufwändig nachdokumentieren zu müssen. Außerdem stehen uns verbesserte Möglichkeiten zur Auswertung zur Verfügung, was ebenfalls positiv für die Patientensicherheit ist.“

Optimierte Prozesse

Im Gegensatz zu den bisherigen papierbasierten Protokollen bietet die digitale Lösung eine vollständige und verlustfreie Dokumentation. Vitalparameter, Laborwerte und Medikamentendosierungen werden automatisiert erfasst und direkt in das System integriert. Dies reduziert potenzielle Fehlerquellen und erleichtert die Nachverfolgbarkeit relevanter Daten. Auch die automatische Plausibilitätsprüfung trägt dazu bei, dass alle Eingaben korrekt und vollständig sind. „Das digitale System bietet uns jetzt eine nachhaltige, langfristig sicherere Lösung, die zugleich unsere interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert“, ergänzt Dr. Schwaiberger.

Schnellere Versorgung

Neben der verbesserten Datensicherheit und Nachvollziehbarkeit profitieren auch die Patient:innen: Das digitale Narkoseprotokoll ermöglicht eine schnellere und gezieltere Versorgung im OP und reduziert gleichzeitig den administrativen Aufwand. Dies wirkt sich positiv auf die Zufriedenheit des Personals und der Patient:innen aus.

Das digitale Narkoseprotokoll im Helios Klinikum Berlin-Buch basiert auf einer Software, die mit verschiedenen Geräten kompatibel ist. Durch integrierte Schnittstellen können Daten aus Überwachungsmonitoren und Laboren nahtlos übernommen werden, was den klinischen Alltag weiter erleichtert. „Wir sind überzeugt, dass wir durch diese Digitalisierung nicht nur unsere internen Abläufe optimieren, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Qualitätssicherung in der Anästhesiologie leisten. Außerdem haben wir nun die Möglichkeit die Weiterbildungsinhalte zum Facharzt für Anästhesiologie unserer Ärzt:innen in Weiterbildung adäquat zu dokumentieren“, betont Dr. Schwaiberger abschließend. Auf der Intensiv- und der Intermediate Care Station in Berlin-Buch wird das System bereits seit mehreren Jahren erfolgreich eingesetzt.

leben, bilden / 23.01.2026
Neue Kultur im Quartier

Künstlerin Anna Petzer vor dem Festhaus (Foto: Christine Minkewitz/Campus Berlin-Buch GmbH)
Künstlerin Anna Petzer vor dem Festhaus (Foto: Christine Minkewitz/Campus Berlin-Buch GmbH)

Von Klangkunst bis Blindspot-Konzerte: Anna Petzer hat Leben in das leerstehende Festhaus des Ludwig Hoffmann Quartiers gebracht. Im Interview berichtet sie über Chancen, Vernetzung, Musikförderung und kulturelle Highlights für Buch
 

Sie engagieren sich als Künstlerin seit 2023 für die nachhaltige kulturelle Nutzung des Festhauses im Ludwig Hoffmann Quartier. Was ist das Besondere an diesem Ort?

Es ist ein Kulturhaus, das als solches konzeptionell mitbedacht wurde: Im Zentrum des Krankenhaus-Geländes wurde ein Gemeinschaftshaus gebaut, damit dort Ärzte, Mitarbeitende und Patienten zusammenkommen können. Es ist einerseits ein leerer Raum, der für mich per se spannend ist, weil er gestaltet werden kann und gleichzeitig ein Kulturraum, der mit Bühne, Tanzfläche und besonderer Akustik nach künstlerischer Belebung ruft. Und schließlich ist bemerkenswert, dass es in Buch zwar kulturelle Aktivitäten und Initiativen gibt, aber kein Kulturhaus. Für mich hieß das: Hier steht ein Kulturraum leer, und da gibt es meines Erachtens einen Bedarf – wie kann das zusammengebracht und der Ort wieder lebendig gestaltet werden?

Es gab andere Ideen für das Festhaus, die sich jedoch nicht umsetzen ließen. Der Eigentümer, Andreas Dahlke, hat mir die Chance gegeben, kulturelle Angebote zu schaffen, dafür Ansprechpartnerin zu sein und zu schauen, ob sich durch die Vermietung der Säle auch eine wirtschaftliche Perspektive für eine Kultureinrichtung aufbauen lässt.

Wie sind Sie an diese Aufgabe herangegangen?

Für mich waren drei Hauptaufgaben entscheidend: die Anbindung des Hauses an die Kunstszene Berlins, kulturelle Bildungsformate zu erproben und lokale Akteur:innen mit dem Ort zu vernetzen.

Im Frühjahr 2023 holte ich Regisseurin Nora Krahl mit Probenarbeiten für eine Virtual-Reality-Oper in den Saal. Um darüber hinaus ein Gefühl für das Haus und das Quartier zu entwickeln, setzte ich zusammen mit Kolleginnen eine erste eigene Veranstaltung, das Stimme-Voice-Festival, um. Etwa 40 Teilnehmende beschäftigten sich fünf Tage lang mit Gesang, Stimme und Atem – darunter auch Pädagog:innen aus Buch und Karow.

Die Akustik des Saales ist für mich als Musikerin reizvoll. Daher habe ich zum Tag des offenen Denkmals 2024 mit dem Klangkünstler Martin Supper eine künstlerische Intervention zu Klang und Architektur realisiert, die Besuchende einlud, die Ästhetik und das akustische Potential des Kulturdenkmals zu erleben.

Daneben war mir wichtig, den Raum für soziale Initiativen zu öffnen. Der Bucher Bürgerverein war hier mit den Bürgerforen. Hier fand die Kinder- und Jugendkonferenz des Bezirks statt. Der Verein „Kultur im Quartier“ erhielt die Möglichkeit, Räume des Festhauses für Lesungen, Flohmärkte und als Kulturtreffpunkt zu nutzen.

Parallel nahm ich in Bucher Netzwerkenteil, etwa in der Planungsraumkonferenz für Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Hier hatte ich die Beteiligung an der Fête de la Musique angeregt, die 2024 erstmals in Buch stattfand.

Um die Kultur finanzieren zu können, habe ich neben der Vermietung viele Förderanträge gestellt, auch mit Partnern wie der Volkshochschule. Erfolgreich war jedoch einzig die Förderung der Blindspot-Konzerte durch die Musicboard Berlin GmbH.

Welchen Ansatz hatten diese Konzerte?

Die Konzertreihe war auf das Förderprogramm „Pop im Kiez“ angelegt. Blindspot-Konzerte, weil sie einen kulturell „blinden Fleck“ beleben. Um den Auftrittsort zu erproben, entstand ein breites Crossover-Programm.

Wir hatten zum Beispiel ein Streichquintett von renommierten klassischen Musikern da, die als „Wooden Elephant“ elektronische Alben auf analoge Instrumente übertragen. Sie spielten „Homogenic“ von Björk. Dann gab es Musik aus Lateinamerika von „Sonqo“ und „Los Pitutos“ sowie Folk und Jazz von Duo „Hjorton“, Singer-Song-Writerin „Oktober“ und Hauke Renken. „LouLou“ und „Panoptic“ verwoben Operngesang, Pop-Balladen und elektronische Musik. Und für eines der Konzerte konnte ich Hilde Kappes gewinnen, eine Ausnahmekünstlerin im Bereich der experimentellen Stimmkunst.

Welche Resonanz gab es auf die Konzerte?

In der Regel kamen rund 40 Leute. Beim Konzert von „Wooden Elephant“ war der Saal mit 100 Gästen so voll, dass es keine Stühle mehr gab. Bei weniger Publikum konnten wir durch Lichttechnik eine wohnzimmerartige Atmosphäre erzeugen. – Ich denke, insgesamt ist eine gute Wahrnehmung des Hauses entstanden, verknüpft mit Kunst und Kultur.

Wie hat die Vermietung der Säle funktioniert?

Wir haben die Räume für Events, als Drehort oder für private Feiern vermietet. Um ausreichend Einnahmen zu erzielen, müsste man sehr häufig vermieten. Immer würde etwas passieren, das mit dem Ort hier nichts zu tun hat, den Erwartungen an das Wohnquartier entgegenstünde und die Idee einer Kultureinrichtung auch nicht unterstützt. Gleichzeitig wurde die kulturelle Belebung von vielen Leuten geschätzt. Die Perspektive müsste, denke ich, eine reine Nutzung durch Kunst- und Kulturprogramm sein, welche aus dem Ort selbst wachsen darf.

Wie könnte die Zukunft als Kulturhaus gesichert werden?

Es bedürfte einer kulturpolitischen Agenda und Förderung, die es ermöglicht, Räume stabil aufzubauen und zu bespielen. Alles, was gerade wegbricht. Im Grunde müsste es jemanden geben, der diesen Kulturort in Trägerschaft mit einer kulturellen Vision übernimmt. Andreas Dahlke wäre dafür offen.
 

Interview: Christine Minkewitz/Campus Berlin-Buch GmbH

Das Interview erschien zuerst im Standortjournal buchinside 1/2026

 

21.01.2026
Kreislauffähige Verwaltung: Cradle to Cradle NGO übergibt Handlungspapier an Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch

Der Bezirk Berlin-Pankow will eine Vorreiterrolle in nachhaltiger Verwaltung und Kreislaufwirtschaft einnehmen. Dazu soll Cradle to Cradle (C2C) als ganzheitlicher kreislaufwirtschaftlicher Ansatz stärker in Verwaltungsprozesse integriert werden. Am 20. Januar 2026 wurde das Handlungspapier „Cradle to Cradle in Berlin-Pankow“ von Cradle to Cradle NGO an die Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch übergeben.

Das Handlungspapier bündelt erstmals praxisnahe Empfehlungen, die direkt an bestehende Strukturen und Prozesse der Bezirksverwaltung anknüpfen. Mit der Übergabe des Handlungspapiers setzt der Bezirk Pankow ein deutliches Zeichen: Die Transformation hin zu einer kreislauffähigen, zukunftsfähigen Verwaltung kann gelingen, wenn politische Beschlüsse, fachliche Expertise und die Erfahrung der Verwaltung zusammengeführt werden. Mit dem Handlungspapier liegt nun eine konkrete Grundlage vor, um bestehende Beschlüsse mit Leben zu füllen. Das Thema Kreislaufwirtschaft ist auch ein wichtiges Thema im Pankower Klimaschutzkonzept. So soll die Maßnahme „VW-09 Kreislauffähige Verwaltung“ das Thema im Bezirksamt verankern.

Entstehung und Hintergrund

Das Handlungspapier ist Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses. Bereits 2021 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Cradle to Cradle im Bezirk Berlin-Pankow schrittweise umzusetzen. Im selben Jahr trat Pankow dem kommunalen Netzwerk C2C Regionen bei. Im Jahr 2025 folgte eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Bezirksamt und Cradle to Cradle NGO. Mitarbeitende aus verschiedenen Fachämtern entwickelten dabei konkrete Ansätze für die Verwaltungspraxis. Die Workshops fanden überwiegend im C2C LAB in Berlin statt und bildeten die fachliche Grundlage für das nun vorliegende Handlungspapier.

Drei priorisierte Handlungsfelder

Aus den Ergebnissen der Veranstaltungsreihe leitet das Handlungspapier drei priorisierte Handlungsfelder ab:

●       Bauen: Künftig sollten Bau- und Sanierungsprojekte stärker so geplant werden, dass eingesetzte Materialien gesund, rückbaubar und wiederverwendbar sind. Gebäude werden dabei als Materiallager verstanden.

●       Beschaffung: Vorgeschlagen wird eine verbindliche Dienstanweisung, die klare Kriterien für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen festlegt.

●       Verwaltung: Empfohlen wird, C2C strategisch in bestehende ämterübergreifende Steuerungsrunden sowie in Weiterbildungsangebote für Mitarbeitende zu integrieren.

Warum Cradle to Cradle

Cradle to Cradle ist ein ganzheitlicher Ansatz, der über die klassische Kreislaufwirtschaft hinausgeht. Ziel ist nicht nur, Schäden zu reduzieren, sondern durch das Handeln positiv zu wirken und Mehrwert zu schaffen. Ziel ist ein positiver Fußabdruck. Produkte und Prozesse werden so gestaltet, dass kein Abfall entsteht, sondern Materialien in biologischen und technischen Kreisläufen zirkulieren. Eingesetzte Materialien sollen sowohl für Mensch als auch Umwelt gesund sein. Ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte werden dabei gemeinsam gedacht. Dieser Ansatz soll der Komplexität einer kommunalen Verwaltung gerecht werden und Lösungsansätze für unterschiedliche Verwaltungsbereiche bieten.

Mehrwert für die Menschen im Bezirk

Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen wirkt sich direkt auf den Alltag der Bürger:innen aus. Gesündere Gebäude verbessern etwa das Raumklima. Öffentliche Mittel werden effizienter eingesetzt durch geringere Lebenszykluskosten. Zudem stärkt der Ansatz regionale Wertschöpfung und Innovation.

 

Kontakt:

Leitstelle Klimaschutz Angelika Haaser (Klimaschutzbeauftragte)

klimaschutz@ba-pankow.berlin.de

https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/klimaschutz/artikel.1632779.php

leben / 21.01.2026
Kreislauffähige Verwaltung: Cradle to Cradle NGO übergibt Handlungspapier an Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch

Der Bezirk Berlin-Pankow will eine Vorreiterrolle in nachhaltiger Verwaltung und Kreislaufwirtschaft einnehmen. Dazu soll Cradle to Cradle (C2C) als ganzheitlicher kreislaufwirtschaftlicher Ansatz stärker in Verwaltungsprozesse integriert werden. Am 20. Januar 2026 wurde das Handlungspapier „Cradle to Cradle in Berlin-Pankow“ von Cradle to Cradle NGO an die Bezirksbürgermeisterin Dr. Cordelia Koch übergeben.

Das Handlungspapier bündelt erstmals praxisnahe Empfehlungen, die direkt an bestehende Strukturen und Prozesse der Bezirksverwaltung anknüpfen. Mit der Übergabe des Handlungspapiers setzt der Bezirk Pankow ein deutliches Zeichen: Die Transformation hin zu einer kreislauffähigen, zukunftsfähigen Verwaltung kann gelingen, wenn politische Beschlüsse, fachliche Expertise und die Erfahrung der Verwaltung zusammengeführt werden. Mit dem Handlungspapier liegt nun eine konkrete Grundlage vor, um bestehende Beschlüsse mit Leben zu füllen. Das Thema Kreislaufwirtschaft ist auch ein wichtiges Thema im Pankower Klimaschutzkonzept. So soll die Maßnahme „VW-09 Kreislauffähige Verwaltung“ das Thema im Bezirksamt verankern.

Entstehung und Hintergrund

Das Handlungspapier ist Ergebnis eines mehrjährigen Prozesses. Bereits 2021 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Cradle to Cradle im Bezirk Berlin-Pankow schrittweise umzusetzen. Im selben Jahr trat Pankow dem kommunalen Netzwerk C2C Regionen bei. Im Jahr 2025 folgte eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Bezirksamt und Cradle to Cradle NGO. Mitarbeitende aus verschiedenen Fachämtern entwickelten dabei konkrete Ansätze für die Verwaltungspraxis. Die Workshops fanden überwiegend im C2C LAB in Berlin statt und bildeten die fachliche Grundlage für das nun vorliegende Handlungspapier.

Drei priorisierte Handlungsfelder

Aus den Ergebnissen der Veranstaltungsreihe leitet das Handlungspapier drei priorisierte Handlungsfelder ab:

●       Bauen: Künftig sollten Bau- und Sanierungsprojekte stärker so geplant werden, dass eingesetzte Materialien gesund, rückbaubar und wiederverwendbar sind. Gebäude werden dabei als Materiallager verstanden.

●       Beschaffung: Vorgeschlagen wird eine verbindliche Dienstanweisung, die klare Kriterien für die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen festlegt.

●       Verwaltung: Empfohlen wird, C2C strategisch in bestehende ämterübergreifende Steuerungsrunden sowie in Weiterbildungsangebote für Mitarbeitende zu integrieren.

Warum Cradle to Cradle

Cradle to Cradle ist ein ganzheitlicher Ansatz, der über die klassische Kreislaufwirtschaft hinausgeht. Ziel ist nicht nur, Schäden zu reduzieren, sondern durch das Handeln positiv zu wirken und Mehrwert zu schaffen. Ziel ist ein positiver Fußabdruck. Produkte und Prozesse werden so gestaltet, dass kein Abfall entsteht, sondern Materialien in biologischen und technischen Kreisläufen zirkulieren. Eingesetzte Materialien sollen sowohl für Mensch als auch Umwelt gesund sein. Ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte werden dabei gemeinsam gedacht. Dieser Ansatz soll der Komplexität einer kommunalen Verwaltung gerecht werden und Lösungsansätze für unterschiedliche Verwaltungsbereiche bieten.

Mehrwert für die Menschen im Bezirk

Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen wirkt sich direkt auf den Alltag der Bürger:innen aus. Gesündere Gebäude verbessern etwa das Raumklima. Öffentliche Mittel werden effizienter eingesetzt durch geringere Lebenszykluskosten. Zudem stärkt der Ansatz regionale Wertschöpfung und Innovation.

 

Kontakt:

Leitstelle Klimaschutz Angelika Haaser (Klimaschutzbeauftragte)

klimaschutz@ba-pankow.berlin.de

https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/klimaschutz/artikel.1632779.php