News

Ihre Auswahl

forschen, heilen / 23.05.2024
700.000 Euro für Präeklampsieforschung

Foto: Florian Herse, Max Delbrück Center
Foto: Florian Herse, Max Delbrück Center

Präeklampsie ist eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Florian Herse vom Max Delbrück Center und Martin Gauster von der Medizinischen Universität Graz erforschen, welche Rolle Hofbauerzellen dabei spielen. Dafür erhalten sie einen D-A-CH-Grant in Höhe von 700.000 Euro.

Zwei Prozent aller Schwangeren in Europa erkranken an einer Präeklampsie. Dabei entwickeln sich bei der werdenden Mutter nach der 20. Schwangerschaftswoche plötzlich Bluthochdruck und Organschäden. Durch den hohen Druck in den Blutgefäßen können diese beschädigt werden – sowohl die Blutgefäße der Mutter als auch die in der Plazenta. Dadurch erhält das ungeborene Kind nicht mehr genügend Nährstoffe und Sauerstoff. Mögliche Folgen sind Wachstumsstörungen, Spätschäden sowie Fehl- oder Totgeburten. Außerdem ist das Risiko der Mutter für spätere Herz-Kreislauferkrankungen stark erhöht.

Ursachen und Mechanismen der Erkrankung sind noch weitgehend unklar. Als sicher gilt, dass die Plazenta und speziell deren Hofbauerzellen wesentlich daran beteiligt sind. Hofbauerzellen gehören zu den Makrophagen – weiße Blutzellen, die durch den Körper zirkulieren und Krankheitserreger beseitigen. „Studien an Tiermodellen zeigen, dass die klinischen Symptome sofort verschwinden, sobald die Plazenta entfernt ist“, erklärt PD Dr. Florian Herse. Er forscht in der Arbeitsgruppe „Hypertonie vermittelte Endorganschäden“ von Professor Dominik N. Müller und Professor Ralf Dechend am Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung des Max Delbrück Center und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Gemeinsam mit Professor Martin Gauster von der Medizinischen Universität Graz will Florian Herse die Entwicklung dieser Makrophagen und ihre Fehlregulation bei Präeklampsie weiter untersuchen. Die beiden Forscher kooperieren seit zehn Jahren und erhalten demnächst bereits zum zweiten Mal einen D-A-CH-Grant. Das Förderverfahren ermöglicht grenzüberschreitende Forschungsanträge zwischen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und ihren Partnerorganisationen FWF, dem Fonds für wissenschaftliche Forschung Österreichs, sowie dem Schweizerischen Nationalfond SNSF. Von den insgesamt 700.000 Euro fließen 372.000 Euro ans Max Delbrück Center.

Was die Funktion der Plazenta beeinträchtigt

Martin Gauster und sein Team haben ein Durchfluss-Kulturmodell für Plazentagewebe entwickelt, mit dem verschiedene Gesundheitszustände während der Schwangerschaft simuliert werden können. Mit Hilfe von Einzelzell-Sequenzierungen und mikroskopie-geleiteter Proteomanalysen untersucht und vergleicht Florian Herse in Berlin zusammen mit der Forschungsgruppe von Dr. Fabian Coscia die räumliche und zeitliche Dynamik der Makrophagen-Entwicklung in gesundem und erkranktem Plazentagewebe.

Hofbauerzellen zirkulieren nicht frei durch die Blutgefäße, sondern bleiben im fetalen Bereich der Plazenta. Dort scheinen sie zu verhindern, dass Krankheitserreger aus dem Blut der Mutter auf das Ungeborene übergehen. Bei Schwangerschaften, in denen es zu einer schweren Präeklampsie kommt, ist die Anzahl dieser Zellen verringert. „Wir vermuten, dass sie dadurch die Struktur der Gefäße und des umgebenden Gewebes verändern und so die Funktion der Plazenta beeinträchtigt wird“, sagt Florian Herse. „Deshalb wollen wir uns nun das Zusammenspiel der Makrophagen mit den Blutgefäßen genauer ansehen.“

Weiterführende Informationen

Foto:

Plazentazotte: Umrandet ist sie von grünen Trophoblasten –  das sind die äußeren Zellschichten der Keimblase, die am vierten Tag nach der Befruchtung aus der mehrfach geteilten Eizelle entsteht. Die fetalen Gefäße sind rot, die Hofbauerzellen orange. (Foto: Florian Herse, Max Delbrück Center)

Quelle: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (Max Delbrück Center)

Alle News im Überblick

News Buch Berlin

Zweite Beteiligungsveranstaltung zum Klimaschutzkonzept am 8. Juli im BVV-Saal

Das Bezirksamt Pankow erarbeitet ein integriertes Klimaschutzkonzept und bindet bei der Erstellung alle Interessierten aktiv ein. Die Leitstelle Klimaschutz lädt daher zur zweiten Beteiligungsveransta...

weiter ...

Neuartiges Krebs-Therapeutikum mit Komponenten aus der Grundlagenforschung am FMP geht in klinische Phase

Wegweisende Innovationen von Forschenden des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) lieferten die Basis für die Entwicklung eines Antikörper-Wirkstoff-Konjugats (ADCs) durch da...

weiter ...

Lange Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch: Die faszinierende Welt der Biomedizin entdecken

In Buch dreht sich alles um die Medizin der Zukunft. Lernen Sie unsere Forschung zur Langen Nacht der Wissenschaften am 22. Juni kennen – mit einem spannenden Programm für die ganze Familie. Spazieren...

weiter ...

Termine Buch Berlin

22.06.2024, 10:00
Mehrgenerationenhaus Panketal: Sommerfest

Kleines Sommerfest für Freunde, Helfer, Gäste, Besucher und alle Interessierten

weitere Informationen

22.06.2024, 14:00
Panketal: 17. Schlendermeile

Stände, Bühnenprogramm und ein gastronomisches Angebot laden zum Bummeln und Plaudern ein

weitere Informationen

22.06.2024, 16:00 / Campus Berlin-Buch
Herzlich willkommen zur Langen Nacht der Wissenschaften am 22. Juni in Buch!

Forschung erleben, wenn die Einrichtungen des Campus Berlin-Buch zur Langen Nacht der Wissenschaften am 22. Juni 2024 ihre Türen öffnen. Es erwartet Sie ein Programm für die ganze Familie mit Mitmacha...

weitere Informationen

Sponsoren der Website: