News 2016

heilen / 28.12.2016
Internationales Expertenseminar für Kinderärzte, die Frühchen betreuen

Die Initiative EurUS.brain ist eine Gruppe europäischer Neonatologen, die spezialisiert sind in der Sonographie des Gehirns bei Früh- und Neugeborenen. Ziel der EurUS.brain Ultraschall‐Kurse ist es, erweitertes Wissen von Anatomie und Pathologie bei Früh- und Neugeborenen auf Expertenniveau zu vermitteln. Zwei Kurse fanden in diesem Jahr in Madrid und Genua statt, der dritte Kurs kürzlich im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Geleitet hat ihn Dr. med. Sandra Horsch, Oberärztin der Bucher Neonatologie, die auch Gründungsmitglied der EurUS.brain ist.
 
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt eines von zehn Babys als Frühgeburt zur Welt. Als Frühchen gelten Kinder, wenn sie vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Dank des rasanten medizinischen Fortschritts sind die Chancen für das Überleben und eine gesunde Entwicklung auch von sehr kleinen Frühgeborenen in den letzten Jahren stetig gestiegen. Hirnblutungen und die sich anschließenden Veränderungen sind die wichtigsten Komplikationen der extremen Frühgeburtlichkeit. „Je zeitiger sie erkannt werden, desto eher kann der Neonatologe gegensteuern und helfen“, sagt Prof. Dr. med. Lothar Schweigerer, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch und Leiter des Perinatalzentrums. Dieser Bereich seiner Klinik versorgt jährlich zirka 70 Frühgeborene unter 1.500 Gramm im Perinatalzentrum mit der höchsten Versorgungsstufe (Level 1). „Durch neue Entwicklungen wird der Schädel-Ultraschall für die Frühgeborenenmediziner immer wichtiger. Das mit dem Kurs vermittelte Wissen verbessert weiter die Versorgung unserer kleinsten Patienten“, ist sich der Chefarzt sicher. 


Der mehrmals im Jahr europaweit stattfindende, zweitägige Kurs richtet sich an Ärzte, die bereits Erfahrungen mit dem Ultraschall (Sonographie) haben. Er wird von der ESN (European Society of  Neonatology) zertifiziert. „Das erworbene spezielle Fachwissen geben wir in den Kliniken weiter“, berichtet Dr. med. Sandra Horsch. „Den Kurs in Berlin-Buch nutzen wir, um nachfolgend Neonatologen aus dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch und in Zukunft auch anderen HELIOS Kliniken deutschlandweit auf hohem internationalen Niveau weiter auszubilden“, sagt die Fachärztin.
Kursschwerpunkt sind die sogenannten „Hands-on Sitzungen“: Sie geben jedem Teilnehmer direkt am Patientenbett auf der Neonatologie Gelegenheit zu intensiven Gesprächen mit den internationalen Tutoren. „Das Erlernen der praktischen Fähigkeiten steht im Mittelpunkt und ist zugleich Voraussetzung zum Erhalt des Zertifikats“, sagt Dr. Horsch.

Die Teilnehmer erhalten bereits gut zwei Monate vor Kursbeginn ihr Lehrmaterial. „Jeder der drei bis vier Teilnehmer hat den Inhalt des sehr detaillierten und umfangreichen Lehrmaterials genau studiert, hier beim Kurs einen 15-minütigen Vortrag gehalten oder einen interessanten Fall aus der Neurosonographie des Früh- und Neugeborenen vorgestellt“, berichtet sie. Am ersten Kurstag werden außerdem neueste internationale Entwicklungen und Erfahrungen in der Neurosonographie des Früh- und Neugeborenen ausgetauscht.
 
International anerkannter Experte beim Kurs im HELIOS Klinikum Berlin‐Buch war Prof. Dr. med. Mickael Tanter aus Paris. Er ist Entwickler des ersten „ultrafast ultrasound“ – einer revolutionären Ultraschalltechnik, die in neuer Dimension die detaillierte Darstellung des Gefäßsystems im Gehirn und funktionelle Studien zulässt. Zu den Vortragenden gehörten Prof. Dr. med. Rahib Chaoui, Pränatalmediziner aus Berlin, und Prof. med. Pierre Gressens, Kinderneurologe und Experte für perinatale Hirnschädigungen, der zurzeit  in Paris und London tätig ist. EurUS.brain wird geführt durch Prof. Dr. med. Paul Govaert, Experte in der Neuroneonatologie und neonatalen Neurosonographie, Autor des Buches „An Atlas of Neonatal Brain Sonography“. Er ist derzeit tätig in der Sophia Universitätskinderklinik in Rotterdam/Niederlande, dem ZNA Middelheim Antwerpen/Belgien und dem Universitätskrankenhaus in Brüssel/Belgien. Die nächsten drei internationalen Kurse sind für 2017 in Oxford, Leiden und Stockholm geplant.
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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Über die HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Foto: Prof. Dr. med. Paul Govaert, international anerkannter Experte in der Neuroneonatologie und neonatalen Neurosonographie (Niederlande/Belgien), gibt sein Wissen an Teilnehmer beim Ultraschall-Spezialkurs der EurUS.brain für Neonatologen im HELIOS Klinikum Berlin-Buch weiter.
(Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Susanne Hansch)


leben, heilen / 19.12.2016
Hoffnung für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs

Ein neues Verfahren kombiniert jetzt eine exakte Diagnostik und Therapie. Die sogenannte Lu-177 PSMA-Therapie macht sich dabei zunutze, dass Metastasen oder ein bösartiger Tumor das prostataspezifische Membranantigen, kurz PSMA, anreichern, während gesundes Gewebe geschont wird. „Indem wir Gallium 68 an PSMA koppeln, erhalten wir in der Positronen Emissions Tomographie und der Computertomographie – kombiniert PET/CT – genaue Bilder aus dem Körper. Im Ergebnis können wir sehen, ob ein Tumor in der Prostata oder Metastasen vorhanden sind und wie intensiv das PSMA angereichert wird“, sagt Prof. Dr. Prof. Stefan Dresel, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. \n

Anschließend wird das PSMA mit einer anderen radioaktiven Substanz gekoppelt: Lutetium 177. „Als Beta-Strahler bestrahlt und zerstört Lutetium den Tumor und die Metastasen vor Ort, quasi von innen heraus‘“, erklärt Professor Dresel. Die Therapie wird in mehreren Zyklen im Abstand von acht Wochen durchgeführt. „In der Regel werden nach zwei bis drei Therapien schon sehr gute Effekte erzielt, was mit einem deutlichen Abfall des Tumormarkers einhergeht. Bei einzelnen Patienten ist sogar ein völliges Verschwinden dokumentiert.“ Parallel sieht man in der Bildgebung bei jenen Patienten, die Knochenmetastasen, Lymphknotenmetastasen oder ein Lokalrezidiv in der Prostata haben, auch einen deutlichen Rückgang dieser Tumorherde.

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Geeignet ist die Therapie vor allem für Patienten mit Prostatakarzinom im fortgeschrittenen Stadium, die bereits Standardtherapien wie antihormonelle Therapie, Chemo- und Strahlentherapie abgeschlossen haben. Die Nebenwirkungen sind gering, die Therapie ist sehr gut verträglich.

Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Über die HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Foto: Prof. Dr. med. Stefan Dresel bei der PET/CT-Diagnostik, die ein wichtiges und unverzichtbares Verfahren bei vielen medizinischen Fragestellungen geworden ist. (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Nuklearmedizin
Chefarzt: Prof. Dr. med. Stefan Dresel
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon:  (030) 94 01-534 00
E-Mail: stefan.dresel@helios-kliniken.de

investieren, leben, erkunden / 16.12.2016
Neues vom Ludwig Hoffmann Quartier

Wer von der Hobrechtsfelder Chaussee in die Wiltbergstraße abbiegt und Richtung S-Bahnhof Buch fährt, kann schon seit geraumer Zeit ein erblühendes Viertel wahrnehmen. Der größte Teil der Gebäude des früheren Genesungsheims ist denkmalgerecht saniert, rund 430 der entstehenden 800 Wohnungen sind bereits bezogen. Morgens bringen viele Eltern ihre Kinder zur Montessori-Gemeinschaftsschule oder zur Evangelischen Schule, andere steuern die beiden Kitas an. Nicht wenige Schülerinnen und Schüler haben den besten Schulweg, den man sich wünschen kann, weil ihre Familien direkt im Ludwig Hoffmann Quartier wohnen. Ins neue Viertel ist Leben eingezogen, und es sind noch etliche Entwicklungen geplant, wie Andreas Dahlke, Geschäftsführer der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG, Ende November auf dem Bucher Bürgerforum vorstellte.\n

Servicewohnen für Senioren

Gleich am Haupteingang hat der Verein Kindeswohl e.V. ein weiteres Domizil im Quartier erhalten. Im früheren Direktorenhaus werden Kinder und Jugendliche unterkommen, deren familiäre Situation es temporär nicht erlaubt, dass sie zu Hause wohnen. Das Haus 44 wird künftig einem „Servicewohnen für Senioren“ vorbehalten sein. Das neue Konzept sieht individuelle Wohnungen für Senioren, Gemeinschaftsräume und einen Ansprechpartner bzw. „Kümmerer“ vor. Im Jahr 2018 ist die Vermietung geplant. Bis 2018 soll auch eine neue Dreifelder-Halle entstehen, die den Schulen, Vereinen und den Bucher Bürgern offen stehen wird. „Im Gebäude der Sporthalle ist aktuell die Mensa der Evangelischen Schule, ein Sportraum und eine Sauna geplant“, so Andreas Dahlke.

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Neue Kita und eine Tanzschule

Im Haus 34d soll eine dritte Kita entstehen. Betreiber ist der Träger Vielfarb Social gGmbH. Zusammen mit den anderen beiden Kitas würde die Zahl der Kindergartenplätze im Ludwig Hoffmann Quartier auf 300 anwachsen. Das Haus 34 a, der neuere, am Wald gelegene Teil der ehemaligen Franz-Volhard-Klinik, wird zum Wohnhaus umgebaut. Was dagegen aus dem interessanten Bau von Bauhausschüler Franz Ehrlich wird (Haus 34), ist noch unklar. „Wir sind im Augenblick noch auf der Suche nach einem Nutzungskonzept, das sich auch wirtschaftlich trägt“, erklärte Anne Kretschmar, Mitarbeiterin der SITUS. Langgestreckte Flure, Atrien und Innenhöfe lassen viele Ideen wach werden. „Wir hoffen, neben Büroflächen auch Flächen für Kreativschaffende zur Verfügung zu stellen“, so Anne Kretschmar. Mit der großzügigen Terrasse würde sich der Eingangsbereich der früheren Klinik auch für ein Café eignen. Ein solches Gesamtkonzept würde das Quartier beleben, sind sich die Entwickler sicher, und auch die Bewohner würden es begrüßen. „Wir wünschen uns so etwas wie ein Café, wo man sich treffen kann“, erklärte einer Anwesenden auf dem Bürgerforum.

Das ehemalige große Festhaus wird ebenfalls dazu beitragen, das Quartier weiter zu beleben. Neben neuen Büros, die in den früheren Werkstätten Platz finden werden, sollen die drei Säle wieder genutzt werden. Einer der kleineren Säle wird die MARINA Tanzschule beherbergen, die ab Januar 2017 ein breitgefächertes Kursangebot zur Verfügung stellt. Der zweite kleine Saal kann für private Feste gemietet werden. „Der große Saal würde sich auch gut für Tonaufnahmen eignen“, so Andreas Dahlke.

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Neubau von Wohnhäusern

Auf dem Gelände entstehen, abgestimmt mit dem Denkmalschutz und der Baubehörde, noch ca. 17 neue Häuser. „Der Bauvorbescheid liegt bereits vor. Wir planen eine große Bandbreite an Wohnungen, von 30 bis 120 Quadratmetern. Um von vornherein auch für Leute mit geringerem Einkommen bauen zu können, streben wir an, etwa 25 Prozent der Wohnungen vom Senat fördern zu lassen“, erklärte Projektentwickler Dahlke.

Das Ludwig Hoffmann Quartier ist längst Bestandteil Buchs und engagiert sich für den Ortsteil. Gemeinsam mit weiteren Partnern führte es etliche Veranstaltungen für die Integration der Geflüchteten, die im Refugium Buch untergebracht sind, durch.

Vor einiger Zeit haben sich Bewohner des Quartiers zu einem Verein „Kultur im Quartier“ zusammengeschlossen. Dieser hat in diesem Jahr zum Beispiel maßgeblich den kommenden Adventsmarkt im Ludwig Hoffmann Quartier vorbereitet.

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Einladung zum Adventsmarkt am 17. Dezember

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Alle Interessierten, alle Bucherinnen und Bucher, sind herzlich zum kleinen, feinen Adventsmarkt mit Kunst, Kunsthandwerk, Musik, Lesung für Kinder, Jugendfeuerwehr und Kulinarischem eingeladen:

 Adventsmarkt am 17. Dezember 2016, 15 - 22 Uhr
im Ludwig Hoffmann Quartier
Wiltbergstraße 90
Haus 34
13125 Berlin

Mehr dazu erfahren Sie hier:
www.l-h-q.de/adventsmarkt-im-ludwig-hoffmann-quartier

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Foto: Nach mehreren Jahren auf dem Campus-Gelände haben die Bronzeskulpturen “Mutter mit Kind” (im Bild) und “Geschwisterpaar II” von Gerhard Rommel ihren Weg zurück ins Ludwig Hoffmann Quartier gefunden. Die Skulpturen schmücken nun den Eingangsbereich des Areals.

forschen / 13.12.2016
Neuer Wirkstoff lindert neuropathischen Schmerz

Bei Menschen, die an Nervenverletzungen oder Erkrankungen wie der diabetischen Neuropathie leiden, kann die leichteste Berührung heftigen Schmerz auslösen. Ein Forschungsteam am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat nun einen Weg gefunden, wie sich der Schmerz bei Mäusen durch Injizieren eines neu gefundenen chemischen Wirkstoffs in die Haut unterdrücken lässt. Die Substanz hemmt einen Ionenkanal im Nervensystem, der verantwortlich ist für die Wahrnehmung leichten mechanischen Drucks. Nach Verletzungen führt eine Aktivierung dieses Kanals auch zu Schmerzen. Die neue Substanz lässt diese Art von neuropathischen Schmerz verschwinden. Die Methode könnte auch beim Menschen funktionieren.

Die Injektion eines Anästhetikums, wie beim Zahnarzt, betäubt das umliegende Gewebe. Oft ist dies auch der einzige Behandlungsansatz für Menschen, die an einer schmerzhaften Überempfindlichkeit leiden, wie sie häufig bei Nervenschädigungen auftritt. Anästhetika, die alle Funktionen mechanorezeptiver Nervenendigungen blockieren, unterdrücken zwar die Schmerzen – sie bewirken aber auch, dass andere, wichtige Reizwahrnehmungen unterdrückt werden.\n

Schmerzhafte mechanische Reize unterdrücken

Im Forscherteam von Prof. Gary Lewin an MDC und Charité haben nun die Cécile-Vogt-Stipendiatin Dr. Kate Poole, Dr. Christiane Wetzel und ihre Kollegen in Zusammenarbeit mit der Screening-Plattform EU OPENSCREEN, die vom MDC und dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gemeinsam betrieben wird, einen neuen Wirkstoff identifiziert, der neuropathische Schmerzen behandeln kann, ohne andere, wichtige Sinneswahrnehmungen zu stören.

Sehr leichte Berührungen werden von molekularen Sensoren in der Haut detektiert, wie dem Ionenkanal namens „Piezo2“. Diese Kanäle verhalten sich wie winzige Ventile in der Membran von Nervenzellen, die sich bei Beanspruchung durch Bewegungen der Haut öffnen: sie öffnen sich, wenn die Haut leicht berührt wird. Im geöffneten Zustand passieren elektrisch geladene Teilchen das Ventil und es entsteht ein elektrisches Signal, das dann durch die Zelle verstärkt und letztlich an das Gehirn weitergeleitet wird. Das Protein STOML3 moduliert die Funktion des Ionenkanals Piezo2.
Neue Substanz wirkt auf STOML3, hemmt bestimmte mechanische Reizwahrnehmung

Die Forscher unterzogen STOML3 einem Wirkstoff-Screening, bei dem 35.000 verschiedene chemische Stoffe in groß angelegten In-Vitro-Experimenten getestet wurden. Sie fanden eine Substanz namens OB-1. OB-1 verhindert, dass sich mehrere STOML3-Proteine zusammenlagern und hemmt damit die Funktion des Proteins. Folgende elektrochemische Messungen an Zellen bestätigten: wenn das geschieht, bleibt der Ionenkanal Piezo2 geschlossen. Bei Mäusen hemmte die Chemikalie wirksam die Wahrnehmung leichter Berührungen. Unter dem Einfluss von OB-1 ließ die Empfindlichkeit der Tiere deutlich nach. Nach Abklingen der Wirkung des Wirkstoffs kehrte die normale Empfindlichkeit wieder zurück.

„Kollegen am MDC haben eine Reihe von Verhaltensexperimenten entwickelt, durch die die Mäuse sozusagen mit uns „sprechen“ konnten“, erklärt Prof. Lewin. „Es wurde jeweils eine kleine Menge der Substanz in die Pfote injiziert. Dann wurde die Pfote leicht berührt. Die Maus bekam eine Belohnung, wenn sie den Berührungsstimulus richtig erkannte.“

OB-1 hatte einen deutlichen Effekt auf Tiere mit neuropathischen Schmerzen, die durch Nervenschädigung oder Diabetes verursacht wurden. OB-1 verhinderte, dass diese Tiere Berührungsreize als schmerzhaft empfanden. Dies ist ein Hinweis darauf, dass STOML3 in der Tat den Piezo2-Kanal moduliert. Die Funktion von Piezo2 so zu dämpfen, wäre also eine Möglichkeit, die Krankheitssymptome zu behandeln.

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Ein großer Schritt zur Behandlung neuropathischer Schmerzen?

„Die Ergebnisse sind aus vielen Gründen ermutigend“, erklärt Prof. Lewin. „Wir haben damit eine neue Therapiestrategie geschaffen, und zwar aus dem Verständnis der Mechanismen, die Berührungsempfindungen in Schmerzen umwandeln. Soweit wir bisher sagen können, beeinflusst die Substanz nur eine ganz spezielle Art von Rezeptoren, die sowohl mit STOML3-Proteinen als auch mit Piezo2-Kanälen ausgestattet sind. Sie dämpft die Wahrnehmung von Schmerzreizen so, dass andere, für das Tier wichtige Signale nicht beeinträchtigt werden. Und die Wirkung ist reversibel.”

Die Weiterentwicklung des Wirkstoffs zur medizinischen Behandlung werde lange dauern, sagt Lewin, aber irgendwann werde er bereit sein für Studien an menschlichen Probanden. Wenn diese ebenso positiv reagierten, wäre das ein großer Schritt zur Behandlung einer Nervenerkrankung, welche die Lebensqualität vieler Menschen derzeit sehr stark einschränke.

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Abbildung: Die elektrochemischen Messungen wurden auf einem Zellsubstrat mit elastischen Noppen (rot) durchgeführt, darauf die Zelle (grün). (Bild: Kate Poole, MDC)

leben, heilen / 13.12.2016
Höchste Qualität bei der Pflege

Mit einer glatten 1,0 wurde die Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen in Blankenburg bei der diesjährigen Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) ausgezeichnet. In allen vier geprüften Bereichen Pflege und medizinische Versorgung, Umgang mit demenzkranken Bewohnern, soziale Betreuung und Alltagsgestaltung sowie Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene erreichte die Stiftung diese Spitzennote. Auch eine parallel stattfindende Bewohnerbefragung ergab eine sehr gute Note.

Die MDK-Prüfung findet ohne vorherige Ankündigung statt. Die stellvertretende Fachbereichsleiterin Cathrin Buch über die Auszeichnung: „Die sehr gute Bewertung ist für uns eine wichtige Bestätigung unserer Arbeit. Bei uns zählen neben der hohen Fachlichkeit unserer Mitarbeitenden aber auch ein sehr herzlicher Umgang und ein enger Kontakt zu den betreuten Menschen. Die ebenfalls sehr gute Note bei der unabhängig durchgeführten Bewohnerbefragung freut uns deshalb besonders und bestätigt uns in diesem Ansatz.“

forschen, investieren, heilen / 13.12.2016
Michael Müller ist neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der Charité

Der Aufsichtsrat der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat heute erstmals unter Vorsitz des neuen Wissenschaftssenators und Regierenden Bürgermeisters Michael Müller getagt. Der Vorstand der Charité begrüßte Michael Müller herzlich in seiner neuen Funktion.

„Wir sind sehr froh, dass der Regierende Bürgermeister Michael Müller die Wissenschaft in Berlin zur Chefsache gemacht hat und in dieser Position auch der neue Vorsitzende des Charité-Aufsichtsrates ist“, sagte Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité. „Wir freuen uns auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit für eine positive Zukunft der Wissenschaft in Berlin und der Charité – als Leuchtturm der Wissenschaft, als Gesundheitseinrichtung der Spitzenmedizin und auch als wichtige Ausbilderin des medizinischen Nachwuchses.“

Der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller übernahm seine neue Aufgabe als Aufsichtsratsvorsitzender gerne: „Die Charité hat für Berlin eine herausragende Bedeutung. Sie ist ein wissenschaftliches Glanzlicht, bei der Krankenversorgung nicht wegzudenken und die zweitgrößte Arbeitgeberin der Stadt. Darüber hinaus spielt sie in vielen Bereichen eine wesentliche Rolle als sozialer Akteur. In den nächsten Jahren geht es darum, diese Position weiter auszubauen. Zentrale Themen sind die Weiterentwicklung der Herzmedizin und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung sowie die Positionierung in der Exzellenzstrategie – und selbstverständlich die Fortführung von Sanierungs- und Investitionsmaßnahmen.“

leben, heilen / 12.12.2016
Daumen hoch!

Diesen Septembertag wird Olaf Graminsky (50) nicht vergessen. Der selbstständige Bauklempner aus Altlandsberg sägte ein Brett zurecht und seinen linken Daumen gleich mit ab. Sein erster Gedanke: Wie kriege ich das Brett wieder hin? Sein zweiter: Wo ist der Daumen? Geistesgegenwärtig gab er einem Kollegen in der Nähe Bescheid, den Rettungswagen zu rufen, suchte einen Verbandskasten und seinen Daumen. „Eigentlich wollte ich die beiden Daumenteile nur entsorgen“, sagt er. Doch das Team vom Rettungsdienst sowie Dr. med. Robert Julian und Dr. med. Steffen Schirmer, beide Oberärzte im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, sahen es anders. Der Daumen war zwar schräg amputiert als auch längs durchtrennt, aber nach ihrer Meinung unbedingt den Versuch wert, diesen wieder zu replantieren.\n

„Die Daumen sind für alle Menschen und insbesondere für Handwerker extrem wichtig. Wir sahen Erfolgschancen für eine Replantation, auch wenn das Gewebe ziemlich zerstört war und wir deshalb einen Zentimeter in der Länge entfernen mussten“, sagt Dr. med. Steffen Schirmer, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit spezieller Ausbildung Handchirurgie. In einer sechsstündigen Operation setzten die beiden Ärzte und das OP-Team erst die Fingerknochen aufeinander, verknüpften dann die Sehnen, die Gefäße und die Nerven, zum Schluss die Haut.

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„Daumenreplantationen sind sehr selten und kompliziert. Meistens sind es die Finger, die bei Unfällen amputiert werden“, berichtet Dr. med. Robert Julian, Facharzt für Unfallchirurgie. Im Operieren unter dem Mikroskop und mit Lupenbrille sind beide Ärzte allerdings sehr geübt, denn diese Methode wird öfter angewendet, um geschädigtes Gewebe zu entfernen und Sehnen, Gefäße und Nerven neu zu verknüpfen. „Mit bloßem Auge sind unsere Operationsmaterialien nicht mal richtig zu sehen. Die Operationsfäden mit einem Zehntel Millimeter sind dünner als ein Haar“, sagt Dr. Schirmer.

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Wie wichtig ein Daumen für Alltag und Beruf ist, weiß Olaf Graminsky erst jetzt – selbst der linke Daumen, obwohl er Rechtshänder ist. „Ich merke jeden Tag, für wie viele Tätigkeiten ich diese Hand mit dem Daumen zusammen brauche. Deshalb bin ich sehr froh, dass die beiden Ärzte die Replantation geschafft und so meine Lebensqualität erhalten haben.“

Foto: Olaf Graminsky bedankt sich drei Monate nach der komplizierten und erfolgreichen Retransplantation bei Dr. med. Robert Julian (re.i.B.)  und Dr. med. Steffen Schirmer. (Foto: Susanne Hansch/HELIOS Klinikum Berlin-Buch)

forschen, produzieren / 12.12.2016
Dechema Kolloquium „Games of tag – Letting protein modifications out of the lab“

Der Campus Berlin-Buch, das Cluster Gesundheitswirtschaft HealthCapital und die DECHEMA luden am 28. November gemeinsam zum DECHEMA-Kolloquium “Games of tag – Letting protein modifications out of the lab” ein.\n

Vorträge und über 30 Poster stellten die aktuellsten Fragen aus dem Fachgebiet der Proteinmodifikation in den Mittelpunkt. Als Hauptredner konnte Prof. Dr. Alfred L. Goldberg von der Havard Medical School gewonnen werden. Er referierte zum Thema „Regulating the Proteasome: From Understanding Mechanisms to Disease Therapy”. Die insgesamt sieben Vorträge wurden von Wissenschaftlern aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen, darunter die Campusunternehmen Glycotope GmbH und Celares GmbH, bestritten.

Die DECHEMA ist ein Netzwerk für chemische Technik und Biotechnologie in Deutschland. Als gemeinnützige Fachgesellschaft vertritt sie diese Gebiete in Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die DECHEMA fördert den technisch-wissenschaftlichen Austausch von Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen, Organisationen und Generationen und bündelt das Know-How von über 5.800 Einzel- und Fördermitgliedern. Das DECHEMA-Kolloquium ist Teil einer bundesweiten Reihe und soll im nächsten Jahr fortgeführt werden.

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Foto: Prof. Dr. Alfred L. Goldberg (Foto: Berlin Partner/Berlin-Event-Foto.de)

forschen, leben, heilen / 09.12.2016
Detlev Ganten erhält Ehrenpromotion

In einem feierlichen Akt ist Prof. Dr. Detlev Ganten die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät der Charité – Universitätsmedizin Berlin verliehen worden. Mit dieser Auszeichnung werden seine weitreichenden Verdienste für die Charité und den Wissenschaftsstandort Berlin gewürdigt.

Anlässlich der Verleihung, die heute im Henry-Ford-Bau der Freien Universität zu Berlin stattfand, sagte Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité: „Bereits in seiner Funktion als Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) hat Detlev Ganten die Zusammenarbeit zwischen der Charité und dem MDC immer sehr gefördert und die Entwicklung des Universitätsklinikums zu einer international beachteten Wissenschaftsinstitution in der Biomedizin maßgeblich mitgeprägt.“

In seinen Jahren als Vorstandsvorsitzender der Charité, unmittelbar nach der Fusion der drei Universitätsklinika von 2004 bis 2008, hat Prof. Ganten durch seinen integrierenden Ansatz entscheidend zur Entwicklung einer gemeinsamen Kultur beigetragen. 2009 gründete er den World Health Summit, eines der bedeutendsten Foren für globale Gesundheitsfragen, dessen Präsident er bis heute ist und das der Marke Charité weiteres internationales Ansehen verschafft.

Detlev Ganten wurde 1941 in Lüneburg geboren. Er studierte Medizin in Würzburg, Montpellier und Tübingen und promovierte in Montreal/Kanada. Von 1973 bis 1991 arbeitete Ganten am Pharmakologischen Institut der Universität Heidelberg und habilitierte dort 1974. Im Jahr 1975 erhielt er in Heidelberg eine Professur und seit 1978 ist er Facharzt für Pharmakologie und Klinische Pharmakologie. 1991 wurde er von der Universität Heidelberg als Gründungsdirektor an das Max-Delbrück-Centrum nach Berlin-Buch berufen. 1993 übernahm Prof. Ganten außerdem den Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie an der Charité. Von 2002 bis 2007 gehörte er dem Nationalen Ethikrat an. Von 2004 bis 2008 war er Vorstandsvorsitzender der Charité, von 2005 bis 2015 Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Charité, deren Ehrenvorsitzender er jetzt ist.

Die Arbeitsschwerpunkte von Prof. Detlev Ganten liegen vor allem in der Erforschung der Ursachen des Bluthochdrucks. Er klärte grundlegende Mechanismen der Entstehung des Bluthochdrucks auf und befasst sich mit der hormonalen Regulation und Behandlung des Bluthochdrucks, besonders dem Renin-Angiotensin-System und der molekularen Genetik von Herz-Kreislauferkrankungen. Darüber hinaus setzte er sich mit genomischen und molekularen Mechanismen der Evolution und der Evolutionären Medizin auseinander.

Für seine Arbeiten erhielt Prof. Ganten zahlreiche Ehrungen im In- und Ausland, darunter den Max-Planck-Forschungspreis (1990), den Okamoto-Preis, Japan (1990) und den CIBA-Preis des Council for High Blood Pressure Research, American Heart Association (1992). Im Jahr 2000 wurde Prof. Ganten für seine Verdienste als „Wegbereiter in der molekularen Medizin in Deutschland“ mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2003 wurde er in die französische Légion d’Honneur aufgenommen, seit 2012 mit dem Rang eines Officier.\n

Foto: Prof. Dr. Detlev Ganten erhält Ehrenpromotion (Copyright: Charité/ Sabine Gudath)

forschen / 02.12.2016
Nobelpreisträgerin Elizabeth Blackburn und Stefanie Dimmeler neu im Wissenschaftlichen Beirat des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung

Seit 1. Dezember 2016 gehören zwei weitere international renommierte Wissenschaftlerinnen zum Wissenschaftlichen Beirat des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institut of Health (BIH): Nobelpreisträgerin Prof. Elizabeth Blackburn, Präsidentin des Salk Institute for Biological Studies in La Jolla, und Prof. Stefanie Dimmeler, Direktorin des Instituts für Kardiovaskuläre Regeneration im Zentrum für Molekulare Medizin in Frankfurt/Main. Sie werden das Beratungsgremium mit ihrer Fachexpertise zu Stammzelltechnik, Regenerativer Medizin, genetischen und biochemischen Mechanismen des Alterns und Herz-Kreislauf- sowie Gefäßforschung erweitern.

Die Molekularbiologin Prof. Elizabeth Blackburn entdeckte 1984 zusammen mit ihrer damaligen Doktorandin Carol W. Greider das Enzym Telomerase in den einzelligen Wimpertierchen der Gattung Tetrahymena. Dieses Enzym ist entscheidend an der Regulation von Alterungsprozessen beteiligt und hat auch für die Krebsforschung Relevanz: Bestimmte Krebszellen benötigen die Aktivität der Telomerase für ihr Wachstum. Seit 2016 ist die Wissenschaftlerin Präsidentin des Salk Institute for Biological Studies in La Jolla. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, u. a. 2006 den Albert Lasker Award for Basic Medical Research und 2009, gemeinsam mit Carol W. Greider, den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis. Im selben Jahr wurde den beiden Forscherinnen gemeinsam mit dem britischen Biologen Jack Szostak der Nobelpreis für Medizin verliehen.

Prof. Stefanie Dimmeler, Expertin für regenerative Therapien, ist seit 2008 Direktorin des Instituts für Kardiovaskuläre Regeneration im Zentrum für Molekulare Medizin in Frankfurt/Main. Zu ihren Forschungsgebieten gehören Mechanismen der Gefäßneubildung und kardiovaskulären Regeneration, die Rolle nichtkodierender RNA-Moleküle bei der Regeneration und Erkrankung von Blutgefäßen sowie die Entwicklung von zelltherapeutischen Verfahren. Von 2008 bis 2012 war sie Mitglied des Deutschen Ethikrates und erhielt zahlreiche Forschungspreise, darunter den renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und den Ernst Jung-Preis für Medizin.

Der Wissenschaftliche Beirat berät Vorstand und Aufsichtsrat des BIH bei der Planung, Umsetzung, Entwicklung und Evaluation des Forschungsprogramms. Er wird vom Aufsichtsrat des BIH für die Dauer von vier Jahren bestellt. Insgesamt gehören dem Gremium 14 Mitglieder an. Übersicht aller Beiratsmitglieder

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Prognosen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

forschen, heilen / 01.12.2016
Moderne Biobank setzt neue Impulse für zukunftsweisende biomedizinische Forschung // Einmaliges bauliches Konzept

Gemeinsame Presseinformation mit Charité – Universitätsmedizin Berlin
 
Berlins neue, moderne Biobank hat heute ihren Betrieb aufgenommen. Nach eineinhalbjähriger Bauzeit verfügen das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) und die Charité – Universitätsmedizin Berlin nun über eine deutschlandweit besondere Forschungsinfrastruktur am Charité Campus Virchow-Klinikum. Die Biobank nimmt mehr als zwei Millionen Proben auf und bietet Forschenden vielfältige Serviceleistungen. Gemeinsam haben BIH und Charité 3,9 Millionen Euro in die neue Biobank investiert.

In der Ära der Präzisionsmedizin spielen exzellente Biobankstrukturen eine entscheidende Rolle, denn um Ursachen und Mechanismen von Krankheiten erforschen zu können, benötigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler qualitativ hochwertige Biomaterialen wie Blut, Urin und Gewebeproben sowie umfangreiche klinische Informationen. Die neue BIH-Charité-Biobank am Campus Virchow-Klinikum ist eine sogenannte „klinische Biobank“, die überwiegend Bioproben von Patientinnen und Patienten gewinnt, einlagert, verarbeitet und mit klinischen Informationen verknüpft. Sie ist das Bindeglied zwischen klinischer Versorgung und Wissenschaft und bietet zusätzliches Potenzial für die translationale Forschung in Berlin. „Mit der neuen Biobank haben wir die besten Voraussetzungen für die personalisierte Medizin der Zukunft und die datengetriebene medizinische Forschung“, sagt Professor Erwin Böttinger, Vorstandsvorsitzender des BIH. Datenschutz und Datensicherheit sowie die Wahrung von Persönlichkeitsrechten sind dabei eine Schlüsselvoraussetzung.
 
Vielfältige Lagerungsmöglichkeiten
Ein besonderes Kennzeichen der neuen Biobank sind die umfangreichen Möglichkeiten für die Probenlagerung: Das zweigeschossige Gebäude ist für die Aufnahme von mehr als zwei Millionen Proben unter standardisierten Bedingungen mit höchster Qualität konzipiert. Auf 500 Quadratmetern werden Bioproben in einem Temperaturbereich von +4°C bis -196°C gelagert. Durch die Anbindung an die Krankenversorgung besteht Zugriff auf Gewebeproben, verschiedene Arten von flüssigen Proben (u. a. Serum, Plasma, Urin, Liquor) und verarbeitete Biomaterialien wie DNA und RNA. Ein zusätzliches Tiefkühllager (-80°C) arbeitet vollautomatisch: Die Ein- und Auslagerung von Bioproben erfolgt 2D-Barcode-gesteuert. Die Biobank hat sich insbesondere auf die automatisierte Nukleinsäureisolation spezialisiert. Dafür steht ein DNA-Extraktionsautomat zur Verfügung, der aus 32 großvolumigen Blut- oder Speichelproben pro Lauf DNA extrahieren kann. Mehrere Präparate-Scanner dienen der Digitalisierung von histologischen Schnitten, von denen hochaufgelöste Bilder angefertigt und den Forschenden online zur Verfügung gestellt werden können.
 
Grundlage für personalisierte Medizin
„Der Neubau der Biobank ist ein enorm wichtiger Schritt für die Charité, das BIH und damit für Berlin, denn Biobanken sind wichtige Sammlungen von Biomaterialen, um Krankheitsursachen und -verläufe zu studieren, sie besser vorhersagen und neue personalisierte Therapien entwickeln zu können“, sagt Professor Axel Radlach Pries, Dekan der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Insbesondere für Fragen der personalisierten Präzisionsmedizin, bei der es um die Identifikation therapierelevanter Untergruppen mit Hilfe von Biomarkern geht, sind umfangreiche und gut charakterisierte Datensätze notwendig. Seit 2011 werden in der zentralisierten Biomaterialbank der Charité (ZeBanC) bereits Bioproben von Patientinnen und Patienten aus der Krankenversorgung und von klinischen Studien strukturiert gesammelt. Diese werden nun in der neuen BIH-Charité-Biobank zusammen- und weitergeführt. BIH, Charité und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) werden den Aufbau neuer Patientenkohorten für die Forschung in den kommenden Jahren gemeinsam weiter vorantreiben.
 
Datenschutz durch doppelte Pseudonymisierung
Die neue Biobank wird Proben von Patientinnen und Patienten der Charité sowie aus klinischen Studien der BIH-Forschungsprojekte aufnehmen. Probenmaterial und Daten der Patientinnen und Patienten sind dabei bestens geschützt. „Die neue Biobank arbeitet mit einem geprüften Datenschutzkonzept, das aufgrund einer doppelten Pseudonymisierung, also einer doppelten Kodierung der Proben und Daten, eine Re-Identifizierung von Patientinnen und Patienten sowie Probandinnen und Probanden unmöglich macht“, erklärt Professor Michael Hummel, Leiter der BIH-Charité-Biobank. Die Verwendung von Proben und Daten für Forschungsprojekte ist nur nach vorheriger Einwilligung der Ethikkommission der Charité möglich.
 
Neubau ist Holzbau
Die BIH-Charité-Biobank ist in Deutschland eines der ersten Laborgebäude in Holzbauweise. Ausschlaggebend für die Entscheidung zu dieser Bauweise waren Gewicht, Bauzeit, Kosten und Nachhaltigkeitskriterien.
 
Die Biobank des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung und der Charité wird an zwei Standorten in Berlin etabliert: am Charité Campus Virchow-Klinikum – dort werden vor allem verschiedenste Biomaterialien aus der Krankenversorgung und klinischen Forschung gesammelt und gelagert – sowie am Charité Campus Berlin-Buch mit dem MDC. In Berlin-Buch werden schwerpunktmäßig flüssige Proben von großen Patienten-Kohorten langfristig aufbewahrt.



Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Prognosen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.\n


Foto:
Die BIH-Charité-Biobank ist eines der ersten Laborgebäude in Holzbauweise in Deutschland (Foto: BIH)

bilden / 01.12.2016
Neue Experimentierstation zur Alzheimerforschung im Gläsernen Labor

Der Experimentierkurs „Nervenzellen in Aktion“ im Gläsernen Labor ist um eine Experimentierstation erweitert worden. An der Versuchsstation können sich die Schülerinnen und Schüler Grundwissen über Veränderungen im Gehirn erarbeiten, die im Zusammenhang mit einer Alzheimererkrankung entstehen. Dabei wird auch ein in der klinischen Diagnostik verwendeter Alzheimer-Test ausprobiert. Im Kurs erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie die Forschungsgruppen am Max-Delbrück-Centrum arbeiten und wie Mediziner eine Alzheimerdiagnose stellen. Der Themenschwerpunkt „Erkrankungen des Nervensystems“ greift ein Forschungsthema des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin auf. So wurde die Entwicklung des neuen Moduls durch einen Doktoranden der Forschungsgruppe Zelluläre Neurowissenschaften von Prof. Dr. Helmut Kettenmann unterstützt.

Hier geht es zum Experimentierkurs https://glaesernes-labor.de/de/sek_life_sciences\n

Abbildung: Immunzellen des Gehirns, die Mikroglia (braun), scharen sich um Amyloid-beta-Ablagerungen (rot) in einem Alzheimer-Mausmodell. (Foto: Frank Heppner/ Copyright: Charité)

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Quelle des Fotos: Pressemitteilung MDC
https://www.mdc-berlin.de/40752757/de/news/archive/2013/20130409-neue_erkenntnisse__ber_geheimnisvolle_immu

leben, heilen / 01.12.2016
Es weihnachtet sehr…

Adventsschmuck basteln, Plätzchen backen, Lebkuchenherzen dekorieren, den Weihnachtsmann und einen Weihnachtsengel treffen – das alles gab es am ersten Adventssonnabend im HELIOS Klinikum Berlin-Buch für Mitarbeiterkinder in der Eingangshalle. Sie konnten außerdem  Kinderpunsch und Zuckerwatte naschen, sich auf die Weihnachtszeit einstimmen und etwas selbst Gebasteltes mit nach Hause nehmen.

Beim Bastel-Musik-Programm von 10 bis 14 Uhr wurde mit viel Geschick und unter Anleitung von Erzieherinnen, Kunsttherapeuten, Pflegekräften und Auszubildenden des Klinikums konzentriert gewerkelt. „Das von unserem Team selbst gestaltete Angebot für die Kinder und Enkel der Mitarbeiter ist inzwischen zu einer schönen Tradition geworden“, sagt Sylvia Lehmann, Pflegedirektorin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, und weiter: „Zum zehnten Mal in Folge haben wir eingeladen – und über 100 Kinder und ihre Familien sind in diesem Jahr ins Foyer gekommen.“\n

Weihnachtliche Stimmung brachten auch die wunderbaren Lieder von Hans und Gina aus Wandlitz auf der Bühne, der geschmückte große Baum mit vielen Lichtern im Eingangsbereich und die neue Ausstellung im Foyer mit kleinen Kunstwerken aus der Malgruppe vom Landhaus Rosenthal, einer Kinder- und Jugendfreizeitstätte des Bezirksamtes Pankow. „Wir danken den Kindern um Olga Heinemann als Künstlerin und Kursleiterin für die fantasievollen Engelmotive, die noch bis zum neuen Jahr bei uns im Foyer zu sehen sind und unseren Patienten und Besuchern ein Lächeln schenken“, so Sylvia Lehmann.

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Großen Andrang gab es am Adventssonnabend auch in der Weihnachtsbäckerei der Cafeteria: Beim Plätzchen ausstechen und Lebkuchen verzieren waren viele „echte“ Bäckermeister dabei. Sicher fanden es auch die Erwachsenen spannend, ihrem Nachwuchs beim Basteln und Backen zuzusehen.

leben, bilden / 30.11.2016
Partnerschule des Gläsernen Labors für das Europäische Science on Stage Festival 2017 ausgewählt

Vom 18. bis 20. November fand das Nationale Science on Stage Festival mit Bildungsmarkt, Kurzpräsentationen und praxisorientierten Workshops für Lehrerinnen und Lehrer auf dem Campus Berlin-Buch statt. Im Mittelpunkt stand der Austausch 'von Lehrkräften für Lehrkräfte'. Rund 100 MINT-Lehrkräfte stellten an Ständen im Bildungsmarkt ihre Unterrichtprojekte und Experimente vor. Eine Jury wählte aus den Präsentationen zwölf Projekte für die deutsche Delegation für das Europäische Science on Stage Festival 2017 in Ungarn aus. Unter den ausgewählten Teilnehmern findet sich auch ein Projekt mit Beteiligung des Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Berlin, Partnerschule des Gläsernen Labors.

Projektinformationen: Wie kommt der Puls auf mein Smartphone?

Viele Gesundheitsdaten werden heute digital erfasst: Ob Körpertemperatur, Bewegungs- und Ruhephasen, Puls, Blutdruck, Blutzucker oder Sauerstoffsättigung. In diesem Projekt widmen sich die Schülerinnen und Schüler der Pulsmessung und verbinden dabei ihr Wissen aus Biologie und Informatik. In verschiedenen Experimenten konstruieren sie selbstständig ein digitales Pulsmessgerät, programmieren dieses und werten die gesammelten Daten zur Pulsfrequenz aus. Zur Anwendung kommen dazu ein analoger optischer Sensor sowie eine Arduino-Experimentierplattform.

Humboldt-Gymnasium/Informatik-Fachset der iMINT-Akademie und Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Berlin, Lars Pelz (Lehrer für Informatik und Englisch) mit Michael Abend (Lehrer für Informatik und Sport)

Science on Stage - The European Platform for Science Teachers
Science on Stage ist ein gemeinnütziger Verein, dessen Ziel es ist, den europäischen Austausch und die Vernetzung zwischen MINT-Lehrkräften zu fördern.
Der Blick über den nationalen Tellerrand bietet deutschen Lehrkräften die Möglichkeit, sich von good practice-Unterrichtsbeispielen europäischer Kolleginnen und Kollegen inspirieren zu lassen. Entsprechend dem Leitmotiv „von Lehrkräften für Lehrkräfte" sind sie die Hauptakteurinnen und -akteure bei den großen europäischen Festivals und den Folge- und Transferveranstaltungen wie Fortbildungen und Workshops des Vereins. Die Projekte folgen diesen Leitthemen:

Naturwissenschaften für die Jüngsten
Projekte zur Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung von Vor- und Grundschülerinnen und -schülern.

Naturwissenschaften und unsere Umwelt
Projekte zu Themen wie Umweltschutz, Recycling, Lebensmittelherstellung oder Gesundheit.

ICT im naturwissenschaftlichen Unterricht
Projekte, die Informations- und Kommunikationstechnologien in die Klassenzimmer bringen.

Inklusion in den Naturwissenschaften
Projekte, die sozioökonomische, kulturelle und geschlechterspezifische Ungleichheiten berücksichtigen.

Kooperationen für den naturwissenschaftlichen Unterricht
Projekte, die in Kooperation mit Unternehmen, Universitäten oder Schulen entwickelt wurden.

Low-Cost-Projekte in den Naturwissenschaften
Projekte, die mit einfachen Mitteln umgesetzt werden.

Die Liste der Teilnehmer für das Europäische Science on Stage Festival 2017 finden Sie hier

www.science-on-stage.de/images/downloads/Projekte_f%C3%BCr_Debrecen_2017_-_Die_deutsche_Delegation.pdf\n

Foto: Bildungsmarkt im Max Delbrück Communications Center. (Foto: Science on Stage Deutschland e.V.)

forschen, produzieren / 28.11.2016
BIH und Diagnostik-Unternehmen bringen Kooperationsbündnisse auf den Weg

Vom innovativen Forschungsergebnis bis zum marktreifen Diagnostikum ist es in der Regel ein langer Weg – der oft damit beginnt, dass Partner aus Forschung und Industrie zusammenfinden müssen. Denn um neue diagnostische Entwicklungen aus der klinischen Forschung in die Routine zu überführen, sind Kooperationen von Wissenschaft und Diagnostikherstellern notwendig. Ende Oktober 2016 trafen sich deshalb Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des MDC sowie Unternehmen vor allem aus dem Companion Diagnostics Network, um Innovationsbündnisse solcher Art auf den Weg zu bringen.

In kurzen Übersichtsvorträgen präsentierten die teilnehmenden Industrie- und KlinikvertreterInnen ihre Kompetenzen und Bedarfe, im anschließenden Matchmaking ging es darum, konkrete gemeinsame Entwicklungsprojekte mit den teilnehmenden Forschenden zu initiieren.

BIH-WissenschaftlerInnen aus zehn Arbeitsgruppen zeigten ihre klinischen Projektideen. Beispiele dafür waren etwa Möglichkeiten der Liquid Biopsies der BIH-Biobank, die Translation neuartiger HPV-Screening-Testsysteme in die Anwendung, neue Methoden zur Diagnose, Prävention und Bekämpfung biofilmassoziierter Infektionen sowie eine verbesserten Diagnose von Patientinnen und Patienten mit chronischem Fatigue-Syndrom. Einen Schwerpunkt der vorgestellten Projekte bildete auch die Frage, welche Rolle Tumorveränderungen für die gezielte Therapie spielen und welche diagnostischen Verfahren sich daraus ableiten lassen oder welches Diagnostik-Potenzial etwa Glykane bergen. Alle vorgestellten Projektideen zielten darauf ab, auf Basis von neuen Biomarkern bedarfsgerechte Diagnostika zu entwickeln, um Patientinnen und Patienten besser zu diagnostizieren und ihnen damit eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Therapie zu ermöglichen, Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig zu ermitteln oder eine Prognose hinsichtlich des Krankheits-/Therapieverlaufs zu stellen.

Die elf vertretenen Industrieunternehmen boten vielfältige Kooperationsmöglichkeiten für die Forschenden. Diese reichen von der Unterstützung bei der IVD-konformen Testentwicklung unterschiedlichster Formate, wie ELISAs und Nukleinsäure-basierten Nachweisverfahren, über die Bereitstellung oder gezielte Entwicklung von Testkomponenten wie etwa Peptiden, Enzymen, Antikörpern und Färbematerialen für verschiedenste Test- und Nachweissysteme bis hin zur möglichen Bereitstellung von projektorientiertem Probenmaterial zu Testzwecken und der Durchführung von klinischen Studien und Expertise im Probenhandling.

Darüber hinaus beleuchtete der Tag der In-vitro-Diagnostik auch relevante Fragen zur Erstattung. Denn erst, wenn ein marktfähiges Produkt zugelassen ist und auch erstattet wird, wird es tatsächlich in der Routine Einsatz finden. Welche Herausforderungen hier bestehen und welche Aspekte man schon früh in der Entwicklung beachten sollte, erklärte Prof. Christian Dierks von der Berliner Rechtsanwaltskanzlei Dierks + Bohle. Um die Frage, wie sich diagnostische Innovationen wissenschaftlich fundiert am Markt positionieren lassen, ging es im Vortrag von Dr. Christina Fritz vom Medizintechnikvertrieb Medipan.

Für die Gespräche zur „Verpartnerung“ standen den Teilnehmenden anschließend drei Stunden zur Verfügung, die intensiv genutzt wurden. Erste Folgetreffen fanden bereits statt. Das Partnering lieferte wertvolle Impulse für zukünftige Kooperationen. Weitere Partnering-Events zur Vertiefung von Kooperationen und Projektideen wurden von allen Teilnehmenden befürwortet.

Foto: Diagnostik Net BB

forschen / 28.11.2016
Multiple Sklerose: Weniger Kontrastmittel-Ablagerungen im Gehirn

Gadolinium ist ein Metall aus der Gruppe der Seltenen Erden, bei MRT-Untersuchungen sorgt es dafür, dass Organe und Gewebe besser sichtbar werden. Wissenschaftler an der Klinik für Radiologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des NeuroCure Clinical Research Centers sowie des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin haben gemeinsam untersucht, inwiefern die wiederholte Verabreichung gadoliniumhaltiger MRT-Kontrastmittel zu einer Ablagerung des Metalls im Gehirn von Patienten mit Multipler Sklerose führt. Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Multiple Sclerosis Journal* berichten, bergen sogenannte makrozyklische Präparate weniger Risiken einer Ablagerung.

Aus wissenschaftlichen Studien der vergangenen Jahre wissen wir, dass sich gadoliniumhaltige Kontrastmittel, die regelmäßig bei MRT-Untersuchungen eingesetzt werden, dauerhaft in bestimmten Regionen des Gehirns ablagern können. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass dadurch gesundheitliche Beeinträchtigungen verursacht werden. Dennoch haben die Erkenntnisse über Gadolinium-Ablagerungen in den Kerngebieten des Groß- und Kleinhirns zu Verunsicherungen bei Patienten und Ärzten geführt. Hiervon sind besonders Patienten mit Multipler Sklerose (MS) betroffen. Die Erkrankung manifestiert sich häufig bereits im jungen Erwachsenenalter. Bei vielen Patienten wird im Laufe des Lebens eine relativ hohe Anzahl kontrastmittelgestützter MRT-Untersuchungen durchgeführt. Trotz der besonderen Relevanz von Gadolinium-Ablagerungen für MS-Patienten gab es bislang kaum Studien zu diesem Thema.

Ein Forscherteam um Privatdozent Dr. Michael Scheel und Prof. Dr. Friedemann Paul am Exzellenzcluster NeuroCure der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat nun den Einsatz von zwei unterschiedlichen Arten häufig genutzter MRT-Kontrastmittel untersucht. Übereinstimmend zu Ergebnissen vorangegangener Untersuchungen konnte nun auch für MS-Patienten gezeigt werden, dass die wiederholte Anwendung eines bestimmten, linearen Kontrastmittel-Typs zur Ablagerung in einem Kerngebiet des Kleinhirns führt. „Bei Patienten, die einen anderen MRT-Kontrastmitteltyp, sogenannte makrozyklische Kontrastmittel, erhalten haben, konnten wir keine Hinweise für eine Ablagerung im Gehirn feststellen“, erklärt Privatdozent Dr. Scheel. „In Anbetracht der aktuellen Datenlage haben Kontrastmittel eines bestimmten Typs mit einer linearen Molekülstruktur ein deutlich höheres Ablagerungsrisiko. Kontrastmittel mit einer ringförmigen, makrozyklischen Struktur scheinen diesen Effekt nicht oder deutlich weniger zu zeigen“, so die Wissenschaftler. Sie empfehlen für die Zukunft, dass Neurologen und Radiologen, die MS-Patienten betreuen, die aktuellen Studienergebnisse im Zuge von kontrastmittelgestützten MRT-Untersuchungen berücksichtigen. An der Charité kommen bereits seit mehreren Jahren ausschließlich makrozyklische Präparate zur Anwendung.

*Ludwig Schlemm, Claudia Chien, Judith Bellmann-Strobl, Jan Dörr, Jens Wuerfel, Alexander U Brandt, Friedemann Paul and Michael Scheel. Gadopentetate but not gadobutrol accumulates in the dentate nucleus of multiple sclerosis patients. Mult Scler September 27, 2016. doi: 10.1177/1352458516670738. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27679460

Kontakt:
Privatdozent Dr. Michael Scheel
Klinik für Radiologie und Exzellenzcluster NeuroCure
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 627 173

leben, heilen / 25.11.2016
Buch(en)geflüster

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Unter dem Motto "Buch(en)geflüster" hat die McDonald's Kinderhilfe Stiftung heute die Ronald McDonald Oase Berlin-Buch eröffnet, die direkt im HELIOS Klinikum integriert ist. In der Oase können Patientenkinder und ihre Angehörigen ab Ende November angenehm und stressfrei lange Wartezeiten zwischen Untersuchungen und Behandlungen überbrücken. Jedes Jahr wird die Oase zukünftig rund 1.300 Familien einen Rückzugsort inmitten der Klinik bieten.

Zur Eröffnung der neuen Ronald McDonald Oase waren mehr als 60 Gäste nach Berlin-Buch gekommen. Moderatorin Griseldis Wenner führte durch die Veranstaltung. "Mit dieser Oase eröffnen wir heute bereits die sechste Ronald McDonald Oase in Deutschland. Hier können Eltern und Kinder Kraft tanken, die sie dringend für den Aufenthalt in der Klinik benötigen. Wir hoffen, dass die Familien hier trotz ihrer Schicksale glückliche Momente erleben werden", sagt Dr. Micha Wirtz, Vorstand der McDonald's Kinderhilfe Stiftung.

In der Ronald McDonald Oase befinden sich auf insgesamt 145 Quadratmetern eine voll ausgestattete Küche mit angeschlossenem Spielbereich, ein Ruheraum sowie ein Loungebereich mit Internetterminals. Eine Oasenleitung sowie ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für eine familiäre Atmosphäre. Die Besucher finden Ablenkung, können spielen, malen, lesen, Musik hören oder im Internet surfen und auf dem Massagesessel im Ruheraum oder auf der schönen Terrasse entspannen.

"Um wieder gesund zu werden, brauchen unsere kleinen Patienten neben einer optimalen medizinischen Versorgung viel emotionale Kraft und Unterstützung. In der freundlichen Atmosphäre der Oase kommen sie auf andere Gedanken und vergessen für einen kurzen Moment die anstehende Behandlung. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass sich dies positiv auf den Heilungsprozess auswirkt", so Prof. Dr. med. Lothar Schweigerer, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

Die Ronald McDonald Oase ist eine wichtige Ergänzung zum ganz in der Nähe gelegenen Ronald McDonald Haus. Dieses bietet Familien, deren Kinder stationär behandelt werden müssen, ein Zuhause auf Zeit. Maren Otto, die Schirmherrin des Elternhauses, hat nun auch die Schirmherrschaft für die neue Oase übernommen: 'Wenn man das große Glück hat, in einer intakten Familie aufzuwachsen, in der alle Angehörigen gesund sind, ist es eine Verpflichtung und eine dankbare Aufgabe, sich für die Mitmenschen einzusetzen, denen dieses Glück nicht vergönnt ist.'

In ganz Deutschland betreibt die McDonald's Kinderhilfe Stiftung nun insgesamt 22 Ronald McDonald Häuser und 6 Oasen und konnte allein dort Jahr 2015 über 13.500 Familien ein vorübergehendes Zuhause geben und sie auffangen.

Über die Ronald McDonald Oase Berlin-Buch

Direkt im HELIOS Klinikum Berlin-Buch befindet sich die Ronald McDonald Oase Berlin-Buch. Sie wird jährlich für rund 1.300 Familien schwer kranker Kinder Aufenthalts- und Rückzugsort inmitten der Klinik sein. Träger der Einrichtung ist die McDonald's Kinderhilfe Stiftung. Diese setzt sich seit 1987 für die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern in Deutschland ein. Die Stiftung betreibt neben 6 Ronald McDonald Oasen bundesweit 22 Ronald McDonald Häuser in der Nähe von Kinderkliniken als Zuhause auf Zeit für Familien schwer kranker Kinder. Mit dem Kindergesundheitsmobil sensibilisiert die Stiftung Kinder und Eltern in Essen für gesundheitliche Themen. Darüber hinaus fördert die McDonald's Kinderhilfe Stiftung ausgewählte Projekte, die sich dem Wohlbefinden von Kindern widmen.

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Foto (v.l.n.r.): Dr. Torsten Kühne, Bezirksstadtrat Pankow, Jennifer Gehrmann, Sprecherin Region NordOst McDonald's Deutschland, Ulrich Bissinger, Stiftungsratsvorsitzender der McDonald's Kinderhilfe Stiftung, Maren Otto, Schirmherrin der Ronald McDonald Oase Berlin-Buch, Prof. Dr. med. Lothar Schweigerer, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Adrian Köstler und Dr. Micha Wirtz, Vorstand der McDonald's Kinderhilfe Stiftung. (Foto: McDonald's Kinderhilfe Stiftung)

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forschen / 24.11.2016
Wechselspiel zwischen Stress und Multipler Sklerose

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) haben den Zusammenhang zwischen Stress und der Aktivität des Gehirns bei Multipler Sklerose untersucht. Sie zeigen, dass sowohl motorische Beeinträchtigungen als auch ein Verlust an Hirnsubstanz die Reaktion des Gehirns auf Stressreize widerspiegeln. Die Befunde könnten eine Erklärung für einen Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und dem Fortschreiten von Multipler Sklerose liefern, der bereits in früheren Studien vermutet wurde. Die aktuelle Arbeit ist in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences* erschienen.

Mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie untersuchte Dr. Martin Weygandt, Wissenschaftler am NeuroCure Clinical Research Center der Charité, gemeinsam mit Kollegen die Hirnaktivität von 36 an Multipler Sklerose (MS) erkrankten Patienten und 21 gesunden Kontrollprobanden. Während der Untersuchung wurden die Teilnehmer der Studie mildem psychologischem Stress ausgesetzt. Ihre Aufgabe bestand darin, anspruchsvolle Kopfrechenaufgaben durchzuführen, für die sie mit Schulnoten bewertet wurden. Anschließend wurde die Hirnaktivität der Studienteilnehmer in Beziehung zu ihren klinischen Krankheitssymptomen und dem Volumen ihrer Hirnsubsubstanz gesetzt.

Dabei zeigte sich ein Zusammenhang zwischen stressbedingter Aktivität in bestimmten Gehirnregionen einerseits und dem Verlust an Hirnvolumen (Hirnatrophie) sowie der motorischen und kognitiven Beeinträchtigung der Patienten andererseits. Interessanterweise zeigte sich in der gleichen Hirnregion auch bei gesunden Studienteilnehmern eine Verknüpfung zwischen dem Hirnvolumen und stressbedingter Aktivität des Gehirns. „Unsere Daten legen nahe, dass sich der Zusammenhang von reduziertem Hirnvolumen und stressbedingter Hirnaktivität bei Patienten nicht ausschließlich aus einer gesteigerten Stresssensitivität als Folge der Erkrankung herleiten lässt“, erklärt Dr. Weygandt die Ergebnisse.

Für ein tiefergehendes Verständnis der gefundenen Zusammenhänge wollen die Forscher nun Verlaufsstudien durchführen. „Nur Langzeitstudien werden genauere Hinweise darüber liefern können, ob psychischer Stress tatsächlich ursächlich an neurodegenerativen Prozessen der MS beteiligt ist“, erklärt Prof. Dr. Friedemann Paul vom NeuroCure Clinical Research Center. „Hier erhoffen wir uns außerdem Erkenntnisse über die mögliche Eignung neuronaler Stressresponsivität als prognostischer Marker für den MS-Erkrankungsverlauf“.


*Weygandt M, Meyer-Arndt L, Behrens J, Wakonig K, Bellmann-Strobl J, Ritter K, Scheel M, Brandt AU, Labadie C, Hetzer S, Gold SM, Paul F, Haynes JD. Stress-induced brain activity, brain atrophy, and clinical disability in Multiple Sclerosis. Proceedings of the National Academy of Sciences USA. 2016. Epub ahead of print. Nov. 7th. Doi: 10.1073/pnas.1605829113.

An der Arbeit beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. John-Dylan Haynes, Direktor des Berlin Center for Advanced Neuroimaging, Prof. Dr. Friedemann Paul, Hochschulambulanz für Neuroimmunologie am Campus Buch der Charité und des MDC, des NeuroCure Clinical Research Center und der Klinik für Neurologie und Prof. Dr. Stefan M. Gold, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Benjamin Franklin.

Kontakt:

Dr. Martin Weygandt
NeuroCure Clinical Research Center
Charité - Universitätsmedizin, Berlin
t:+49 30 450 539 354

investieren, leben / 22.11.2016
Was soll gebaut werden in Pankow? Die Bürger entscheiden mit.

Jeder Bezirk hat im Rahmen der Gelder, die er vom Land Berlin bekommt die Möglichkeit, einen Teil eigenverantwortlich für kleinere Bauinvestitionen (unter 5,5 Mio. Euro im Einzelfall) zu verwenden. Im Bezirk Pankow kann erneut an der Investitionsplanung mitgewirkt werden. Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) ruft alle Pankower Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Vorschläge und Anregungen für den Entwurf der bezirklichen Investitionsplanung 2017 - 2021 beim Bezirksamt einzureichen. Das betrifft die Bereiche Hochbau, Tiefbau sowie Garten- und Landschaftsbau. Für die Jahre 2018 bis 2021 stehen hierfür grundsätzlich jeweils rund 7,3 Mio EUR zur Verfügung (Anlage 1).\n

Während die Mittel für 2017 bereits komplett per Haushaltsgesetz gebunden sind, gibt es in den anderen Jahren noch planerische Spielräume. Begrenzt werden diese jedoch einerseits durch die Notwendigkeit  - und Priorität – der Ausfinanzierung von bereits begonnenen Maßnahmen aus früheren Investitionsplanungen sowie durch die vom Bezirk eingegangene Verpflichtung, einen Teil der Investitionssumme für die Tilgung einzusetzen, solange noch Restdefizite aus Vorjahren abzubauen sind.

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Nicht zu den Investitionsmaßnahmen zählen kleinere bauliche Unterhaltungsmaßnahmen wie z.B. Ausbesserungsarbeiten an Straßen, Gehwegen und Gebäuden sowie der Unterhalt von Grünflächen oder das Aufstellen von Parkbänken.

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Nicht in die (finanzielle) Zuständigkeit des Bezirks fallen alle Baumaßnahmen mit Gesamtkosten über 5,5 Mio EUR im Einzelfall (Anlage 2) sowie der Bau und Betrieb von Schwimmbädern. Eine Aufstellung von Investitionsmaßnahmen, die bereits bei der letzten Planung aufgenommen wurden gibt es im Internet unter www.berlin.de/pankow. Darunter sind auch Maßnahmen, die noch nicht begonnen wurden. Ideen und Anregungen sind insbesondere für die Jahre 2020 und 2021 gefragt, da die übrigen Maßnahmen bereits in der Planung soweit fortgeschritten sind, dass ein Verschieben nur zu zusätzlichen finanziellen Belastungen in den Folgejahren führen würde.

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Vorschläge sind einzureichen beim Bezirksamt Pankow per E-Mail: i-planung@ba-pankow.berlin.de bis einschließlich Freitag, den 23. Dezember 2016.

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Die Bezirksverordnetenversammlung wird am 1. März 2017 über die Investitionsplanung 2017 bis 2021 des Bezirks entscheiden.

forschen, leben, bilden / 18.11.2016
Science on Stage Festival 2016 erfolgreich auf dem Campus gestartet

Das deutsche Festival Science on Stage Festival findet vom 18. bis 20. November auf dem Campus Berlin-Buch im Max Delbrück Communications Center in Berlin statt. Im Mittelpunkt steht der Austausch 'von Lehrern für Lehrer'. Neunzig Bewerber sind der Aufforderung von Science on Stage e.V. gefolgt und haben ihre Ideen eingereicht. Dreiundvierzig Projekte wurden ausgewählt und präsentieren sich. Unter allen Einreichungen lag Berlin mit elf Projekten unter allen Bundesländern auf Platz 3. Besonders schön: Unter den ausgewählten vier Berliner Projekten ist auch das Robert-Havemann-Gymnasium, Partnerschule des Gläsernen Labors.

Die dreitägige Veranstaltung bietet den 120 angemeldeten Lehrern, Referendaren und Studenten die Möglichkeit zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen über Materialien sowie Konzepte und bringt neue Ideen für den Schulalltag.\n

Foto: Herr Tie trifft die Besucher am Stand des Gläsernen Labors. (Foto: BBB Management GmbH)

investieren, leben / 16.11.2016
2. Ideenwettbewerb zum Förderprogramm Lokales Soziales Kapital

Noch bis zum Dienstag, den 20. Dezember 2016, 12.00 Uhr findet der 2. Ideenwettbewerb für das Programm Lokales Soziales Kapital (LSK) statt. In diesem Zeitraum können Projektvorschläge beim Bezirksamt Pankow, BBWA-Geschäftsstelle, Breite Str. 24A-26, 13187 Berlin eingereicht werden. Das Programm LSK wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Land Berlin gefördert.\n

Es werden Mikroprojekte gesucht, die zu einer Verbesserung der sozialen Integration und Beschäftigungsfähigkeit von besonders arbeitsmarktfernen Personen auf lokaler Ebene führen. Ziel ist die Stabilisierung von benachteiligten Zielgruppenangehörigen in ihrem lokalen Umfeld und eine Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Mit den Mikroprojekten sollen gemeinwesenorientierte Aktivitäten mit beschäftigungspolitischen Zielsetzungen zur Bekämpfung der Ausgrenzung auf dem Arbeitsmarkt verknüpft sowie eine Verbesserung der sozialen Integration und der Beschäftigungschancen der Zielgruppe durch einen Zuwachs der persönlichen Kompetenzen erreicht werden.

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Die Mikroprojekte sind Teil des Aktionsplans des BBWA-Pankow und müssen sich einem bezirklichen Handlungsfeld zuordnen lassen. Weitere Informationen zu den Förderbedingungen im Internet unter: http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/eu-angelegenheiten/artikel.245797.php

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und bei Dr. Ute Waschkowitz, Tel.: 030 90295-2633,
E-Mail: ute.waschkowitz@ba-pankow.berlin.de.
 

leben, heilen / 15.11.2016
Ab dem 1. Januar 2017 neu: HELIOS Gefäßzentrum Berlin-Brandenburg

Zum 1. Januar 2017 etabliert die HELIOS Region Mitte-Nord ein klinikübergreifendes Gefäßzentrum in Berlin-Brandenburg. Mit diesem Schritt wird die bereits bestehende Kompetenz in der Gefäßmedizin an allen drei HELIOS Kliniken – in Berlin-Buch, Berlin-Zehlendorf und Bad Saarow – gebündelt und weiter verstärkt, um in der medizinischen Qualität und in der Versorgung der Patienten der Region neue Maßstäbe zu setzen.

Dr. med. Andreas Gussmann, bisher Chefarzt der Klinik für Gefäßmedizin im HELIOS Klinikum Bad Saarow, übernimmt als Direktor die Leitung des HELIOS Gefäßzentrums Berlin-Brandenburg mit Sitz im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Gleichzeitig wird er Chefarzt der Bucher Klinik für Gefäßchirurgie.
Im HELIOS Gefäßzentrum Berlin-Brandenburg werden die Kliniken für Gefäßchirurgie und für Angiologie der drei Häuser fachlich enger zusammenrücken. „Wir werden komplexe Fälle in gemeinsamen Fallkonferenzen analysieren und unsere Patienten zusammen bestmöglich behandeln. Darüber hinaus richten wir – ähnlich wie bereits in Bad Saarow vorhanden – an den beiden Berliner Standorten moderne Gefäßlabore ein“, erläutert der zukünftige Direktor des Zentrums, Dr. med. Andreas Gussmann. Diese Gefäßlabore sollen dann einheitlich den Erstanlaufpunkt von Patienten mit Gefäßerkrankungen darstellen und Schnittstellen zwischen den niedergelassenen Ärzten, den Patienten, Stationen sowie allen beteiligten Fachabteilungen bilden.

Dr. med. Andreas Gussmann gründete in Bad Saarow die Klinik für Gefäßchirurgie, nachdem er seine Ausbildung und seine Anerkennung zum Facharzt in Berlin absolviert hatte. Er initiierte die Einrichtung eines Gefäßlabors, in dem Patienten vor Beginn einer Therapie vollumfänglich und mit modernster Medizintechnik gefäßmedizinisch untersucht werden.
Seit 2004 leitet er die Fachgruppe für Gefäßmedizin der HELIOS Kliniken und verfügt über eine  ausgewiesene gefäßmedizinische  Expertise. Dieses Expertengremium diskutiert und entscheidet über die Einführung von Behandlungsverfahren, führt unternehmensweit Neuerungen in der Gefäßmedizin ein, erstellt Qualitätsberichte und führt zur Qualitätssicherung Reviews durch, bei denen Therapieabläufe präzise analysiert und gegebenenfalls überarbeitet werden.  

Der bisherige Bucher Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, Dr. med. Guido Löhr, verlässt HELIOS zum 31. Dezember 2016 auf eigenen Wunsch. Die Chefarztposition der Gefäßmedizin im HELIOS Klinikum Bad Saarow übernimmt der langjährige leitende Oberarzt, Dr. med. Jens Kühn. Auch er verfügt über eine jahrelange umfangreiche und spezielle operative Erfahrung, die er gemeinsam mit Dr. med. Andreas Gussmann entwickelt hat.

„Insbesondere auch die bislang hervorragende Kooperation zwischen den Gefäßchirurgen und den Angiologen wird unseren Zentrumsgedanken und die Zusammenarbeit im Interesse unserer Patienten nochmals deutlich befruchten und aufwerten“, so Enrico Jensch, Regionalgeschäftsführer der HELIOS Region Mitte-Nord.

Im HELIOS Gefäßzentrum Berlin-Brandenburg werden Dr. med. Michael Naundorf, Chefarzt der Klinik für arterielle und endovaskuläre Gefäßchirurgie, und Dr. med. Kathrin Enke-Melzer, Chefärztin der Klinik für Angiologie im HELIOS Klinikum Emil von Behring Berlin-Zehlendorf, Dr. med. Jens Kühn (Gefäßchirurgie) und Dr. med. Irina Schöffauer (Angiologie und Hämostaselogie) als Chefärzte der Klinik für Gefäßmedizin im HELIOS Klinikum Bad Saarow, sowie Dr. med. Andreas Gussmann, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie, und Dr. med. Peter Klein-Weigel, Chefarzt der Klinik für Angiologie (beide im HELIOS Klinikum Berlin-Buch), mit ihrer fachlichen Kompetenz gemeinsam die Patientenversorgung bewährt fortführen.\n

Foto: Dr. med. Andreas Gussmann übernimmt als Direktor die Leitung des HELIOS Gefäßzentrums Berlin-Brandenburg mit Sitz im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Gleichzeitig wird er Chefarzt der Bucher Klinik für Gefäßchirurgie. (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS Klinikum Berlin-Buch)

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Über die HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

forschen, heilen / 15.11.2016
Curt Meyer-Gedächtnispreis für Charité-Wissenschaftler: Tumorimmunologe Matthias Leisegang ausgezeichnet

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Für seine Forschungsarbeiten zur Analyse von Krebsmutationen als Ziel der adoptiven T-Zelltherapie erhält Dr. Matthias Leisegang den diesjährigen Curt Meyer-Gedächtnispreis. Auf Grundlage seiner Arbeiten kann eine zelluläre Immuntherapie entwickelt werden, die auf den einzelnen Patienten zugeschnitten ist und mit hoher Spezifität Krebs bekämpft. Der mit 10.000 Euro dotierte Curt Meyer-Gedächtnispreis wird jährlich von der Berliner Krebsgesellschaft für exzellente Forschungsleistung auf dem Gebiet der Krebsforschung vergeben.

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Prof. Dr. Clemens A. Schmitt, Vorstandsmitglied der Berliner Krebsgesellschaft und Direktor des Molekularen Krebsforschungszentrums der Charité – Universitätsmedizin Berlin sagte in seiner Laudatio: „Matthias Leisegang konnte am Tiermodell zeigen, dass therapeutische T-Zellen auf eine individuell ausgewählte Mutation ausgerichtet und mit einer enormen Treffsicherheit den Tumor zersetzen können.“ Er fügte hinzu: „Die neuartige Technologie der Gentherapie mit T-Zellrezeptoren ist weltweit führend und für den Forschungsstandort Berlin ein enormer Gewinn.“

Schon in seiner Diplom- und Doktorarbeit hat Matthias Leisegang nach Wegen zur Bekämpfung von Krebs mit Hilfe des Immunsystems gesucht. Seit 2005 beschäftigt er sich mit T-Zellen, einer Gruppe weißer Blutkörperchen, die für die Abwehr von Krankheitserregern verantwortlich sind. Ihre Fähigkeit, unter Milliarden von Molekülen mithilfe eines T-Zellrezeptors diejenigen zu identifizieren, die von Krankheitserregern und potentiell auch von Tumoren stammen, machen diese Zellen für die Krebsforschung so interessant. Gemeinsam mit seinen Kollegen arbeitet der Wissenschaftler deshalb an der Idee, T-Zellen gezielt auf Krebszellen auszurichten und ihr Potenzial für die Zerstörung von Tumoren zu nutzen.

Dr. Matthias Leisegang und der Tumorimmunologe Prof. Dr. Hans Schreiber, Einstein Visiting Fellow an der Charité und Leiter der Arbeitsgruppe, verfolgen dabei den Ansatz, die T-Zellen auf mutierte Proteine in Krebszellen auszurichten. Sie stützen sich auf den von Schreiber 1995 erbrachten Nachweis, dass aus somatischen Mutationen einzigartige Antigene hervorgehen, die nur in Tumoren zu finden sind. Aus dieser Erkenntnis folgerten die Forscher, dass Mutationsantigene als Zielstrukturen für eine Therapie mit genetisch modifizierten T-Zellen besonders geeignet sind. Den Beweis darüber erbrachte Leisegang 2015. Er unternahm erstmals den Versuch, menschliche Mutationen in einem Tiermodell als Angriffsziel anzusteuern.

„Unsere Versuche haben gezeigt, dass eine Krebsmutation ein geeignetes Angriffsziel für die T-Zelltherapie sein kann. Eine einzige Veränderung im genetischen Erbgut kann zur Achillesferse eines Tumors werden, wenn wir es schaffen, diese Erbgutänderung zu identifizieren und T-Zellen auf sie auszurichten. Allerdings eignet sich nicht jede Mutation für einen gezielten Angriff, das wissen wir nun auch. Es bleibt daher nach wie vor eine zentrale Aufgabe, gute Angriffsziele zu identifizieren”, erklärt Dr. Leisegang das Ergebnis. Bisher kann nur eine Analyse im Mausmodell verlässlich darüber Aufschluss geben, ob ein Antigen als Ziel für T-Zellen geeignet ist. In diesem Verfahren sieht Leisegang derzeit die überzeugendste Methode, um das Ergebnis einer klinischen Anwendung vorauszusagen. Zeitgleich arbeitet er an Testverfahren, die es ermöglichen sollen, die Tierexperimente durch aussagekräftige Versuche in der Zellkulturschale zu ersetzen.

Der Preisträger
Dr. Matthias Leisegang hat an der Humboldt Universität zu Berlin Biologie studiert. Dort promovierte er 2011 mit einer Arbeit zur „Herstellung und Spezifität von T-Zellrezeptor-modifizierten T-Zellen“. Er fertigte Teile der ausgezeichneten Arbeit am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) an und kooperierte dafür mit Kollegen von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und der Universität von Chicago.

Kontakt:
Dr. Matthias Leisegang
Institut für Immunologie
Charité Campus Buch
Charité – Universitätsmedizin Berlin
 

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Foto: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Clemens A. Schmitt (Vorstandsmitglied Berliner Krebsgesellschaft), Prof. Dr. Petra Feyer (Vorstandsvorsitzende Berliner Krebsgesellschaft), Dr. Matthias Leisegang (Charité), Dr. Kristina Zappel (Geschäftsführerin Berliner Krebsgesellschaft), © Konstantin Gastmann

forschen / 14.11.2016
MDC-Krebsforscher Roland Schwarz erhält Auszeichnung von der BBAW

Dr. Roland F. Schwarz vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) erforscht Krebstumore mit den Methoden der Bioinformatik. Er erhält nun den „Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften – gestiftet von der Monika Kutzner Stiftung zur Förderung der Krebsforschung“ für seine herausragenden Arbeiten.

Der jährlich an fachlich herausragende junge Forschende verliehene Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Dieses Jahr wird er am 25. November an Dr. Roland F. Schwarz vom Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des MDC vergeben. Die Verleihung findet anlässlich des Einsteintages der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

Roland Schwarz, seit Oktober 2016 Forschungsgruppenleiter am MDC, möchte die Evolution von Tumorzellen verstehen. Er sequenziert dazu das Genom einer großen Anzahl von Krebstumoren und analysiert es mit Computeralgorithmen und statistischen Methoden. Schwarz sagt: „Zu verstehen, wie Tumore wachsen und sich entwickeln, ist entscheidend für eine möglichst genaue Vorhersage des Krankheitsverlaufs und damit des Therapieerfolgs.“

Die Entwicklung der Zellen im Tumor ist komplex, denn sie agieren wie in einem eigenen Ökosystem. Sie konkurrieren untereinander und müssen sich gegen Immunsystem und Medikamente durchsetzen. Die Zellen häufen Mutationen im Erbgut an, die ihnen neue Eigenschaften verleihen. Auf diese Weise können Bereiche eines Tumors Resistenzen gegenüber Wirkstoffen entwickeln, überleben die Therapie und lassen die Krankheit wiederaufflammen. Im Rahmen seiner Arbeit findet Schwarz derartige Mutationen und erforscht ihre Auswirkungen auf die Zelle und auf den Patienten.

Die Krebsgenomik ist daher ein Grundpfeiler personalisierter Krebstherapien, die derzeit intensiv erforscht und entwickelt werden. Schwarz untersucht daher häufig Proben von Erkrankten, aber auch von Tiermodellen mit menschenähnlichen Krankheitsbildern.

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Foto: Dr. Roland F. Schwarz. (Foto: Keith Heppell)

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leben / 14.11.2016
Erste arabischsprachige Plattform für Geflüchtete in Berlin startet

Eed Be Eed (Hand in Hand) heißt die erste arabischsprachige Plattform für Berliner Geflüchtete, die sich jetzt auf Initiative des Syrers Ahmad Denno in Pankow gegründet hat. Das Online-Angebot startet am 15.11.2016. Während es in vielen deutschen Städten inzwischen zahlreiche lokale Gruppen gibt in denen sich Flüchtlinge via Internet vernetzen, entsteht hier eine professionelle Plattform, die auch die Publikation einer eigenen Lokalzeitung mit Printausgabe plant.\n

Denno und seine mehr als 30 Mitstreiter haben gerade eine Umfrage in Berliner Flüchtlingsunterkünften durchgeführt, in dessen Ergebnis nur ein Bruchteil der Neuankömmlinge über Angebote für Geflüchtete in Berlin, Lokalnachrichten,  Geschichte, Kultur, Gesellschaft, Gesetze, Rechte und Pflichten in  ihrem Gastland Kenntnis haben, dies aber für außerordentlich wichtig halten. Aktuell befindet sich die Initiative, der unter anderem Journalisten, Dolmetscher, Web-Designer und Video-Profis angehören, in Vereinsgründung und bündelt ihre Aktivitäten in den Räumen einer Schule, die sie nachmittags nutzen kann. Neben der Internetseite www.eedbeeed.de entstehen die Facebookgruppe https://www.facebook.com/EedBeEed.de/ und ein youtube-Kanal.

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Die Situation und Atmosphäre der Geflüchteten ist nach ihrer Ankunft in den Heimen oft hoffnungslos und mit den nötigen Schritten und Formalitäten im fremden Land sind sie schlicht überfordert. Eed BeEed will diesen Herausforderungen beim Ankommen in Deutschland etwas entgegenstellen und eine schnellere Vernetzung mit bestehenden Angeboten und der Berliner Bevölkerung ermöglichen. Themen wie Lokalnachrichten, Menschen-, Frauen- und Kinderrechte, Lifestyle und Kultur, Geschichte und Gesellschaft,  Deutsch als Sprache, Regeln und Gewohnheiten des Lebens in Berlin sowie Tipps zu Initiativen und Veranstaltungen sollen mit modernen Beiträgen behandelt werden und so für eine bessere Integration der Geflüchteten beitragen.

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Die Initiative sucht aktuell Unterstützer und Kooperationspartner, die mit Finanzmitteln und Sachspenden die Realisierung des Vorhabens fördern. Gesucht werden unter anderem für die Ausstattung der Redaktion  Monitore, Drucker, (Video)Kameras und andere gängige Bürotechnik sowie perspektivisch passende Büroräume. Wer die Macher von Eed Be Eed unterstützen möchte oder weitere Informationen benötigt, kann sich bei Ahmad Denno melden unter E-Mail: ahmad.danno@hotmail.com, Mobil: 0176-47602151.
 
Spendenkonto: Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH
Verwendungszweck: EedBeEed arabic multimedia platform
IBAN DE65 1002 0500 0003 0668 06
BIC BFSWDE33BER
 

leben, heilen / 14.11.2016
Aktion Deutscher Lebertag „Leber/wert/voll“

Etwa drei bis vier Millionen Menschen in Deutschland haben eine Lebererkrankung, mit steigender Häufigkeit und unbekannter Dunkelziffer. Lebererkrankungen verlaufen lange stumm und schmerzfrei. Wegen dieser für den Betroffenen „fehlenden Symptome“ werden sie oft spät erkannt. Es gilt deshalb, die Ursache erhöhter Leberwerte immer zu klären. Das Motto des diesjährigen Deutschen Lebertags „Leber/wert/voll“ weist darauf hin, dass Leberwerte wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand dieses lebenswichtigen Organs geben können.

Die Leber ist ein zentrales Stoffwechselorgan. Sie nimmt die ihr zugeleiteten Stoffe auf, verarbeitet oder speichert diese und gibt Stoffwechselprodukte wieder an die Blutbahn ab. Dabei wird das Blut entgiftet. „Erhöhte Leberwerte können erste Hinweise für eine Lebererkrankung liefern, die im Frühstadium reversibel oder gut therapierbar sind“, sagt Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie sowie Leiter des Lebertumorzentrums im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Ohne rechtzeitige Diagnose und Behandlung können viele Lebererkrankungen zur Leberzirrhose (Vernarbung der Leber) und zum Leberzellkrebs führen. Der Medizinexperte sagt weiter: „Fällt die Leber als zentrales Stoffwechselorgan aus, kann dies für den Betroffenen lebensbedrohlich sein.“
Das Motto des diesjährigen Deutschen Lebertags „Leber/wert/voll“ weist darauf hin, dass die Leberwerte wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand des lebenswichtigen Organs geben können. \n

Aktionstag im HELIOS Klinikum Berlin-Buch

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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es Ihrer Leber geht? Wollten Sie schon immer wissen, welche Risikofaktoren Sie im Alltag beachten sollten, damit Ihre Leber gesund bleibt? Prof. Dr. med. Kolligs und sein Ärzteteam informieren interessierte Besucher am Aktionstag und beantworten Fragen. Anhand eines Fragebogens kann jeder den Gesundheitszustand seiner Leber persönlich  prüfen und sein individuelles Risiko für eine Erkrankung checken. Außerdem kann man sich am begehbaren Organmodell und im Rahmen einer Posterausstellung über den anatomischen Aufbau, Krankheitsbilder, normale und mögliche krankhafte Veränderungen einer Leber informieren. Der Aktionstag ist kostenfrei; eine Anmeldung nicht erforderlich.

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Wann? Am Mittwoch, 16. November von 10 bis 16 Uhr

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Wo? HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Foyer

Klinikkontakt:
Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie
Chefarzt: Prof. Dr. med. Frank Kolligs
Leiter Lebertumorzentrum Berlin-Buch
Telefon: (030) 94 01-526 00
E-Mail: frank.kolligs@helios-kliniken.de
www.helios.kliniken.de/berlin-buch

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Foto:
Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie, Leiter Lebertumorzentrum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

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forschen, leben / 10.11.2016
MDC-Forscher Klaus Rajewsky feiert 80. Geburtstag

Er ist einer der weltweit einflussreichsten Wissenschaftler auf den Gebieten der Genetik und Immunologie: Klaus Rajewsky, Forscher am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), begeht am 12. November 2016 seinen 80. Geburtstag.

Klaus Rajewsky, dessen Vater ein bekannter Biophysiker und Strahlenforscher war, wollte nicht unbedingt Wissenschaftler werden und studierte Medizin. Am Pariser Institut Pasteur erlebte er dann eine so mitreißende Aufbruchsstimmung in der noch jungen molekularbiologischen Forschung, dass er dennoch den Weg in die Wissenschaft nahm. Auf den Fachgebieten der Immunologie, Genetik und Blutkrebsforschung erbrachte er herausragende Leistungen, für die er international bekannt ist. Seit 2011 arbeitet der Spitzenforscher am MDC in Berlin.

Grundlegende Entwicklungen in Genetik und Immunologie
Klaus Rajewsky und seine Kollegen entwickelten in den 1990er Jahren die Methode der konditionalen Mutagenese, die es ermöglicht, in Mäusen gezielt Gene in bestimmten Geweben zu jedem gewünschten Zeitpunkt ein- oder auszuschalten. Diese Technik zählt heute zu den wichtigsten Methoden, um der Funktion von Genen und deren Rolle bei der Entstehung von Krankheiten auf die Spur zu kommen, und wird in den Laboren der biomedizinischen Forschung weltweit eingesetzt.

Klaus Rajewsky gelang es zudem, B-Zellen als Ursprungszellen des bösartigen Hodgkin-Lymphoms (Lymphdrüsenkrebs) zu identifizieren. An dieser Erkrankung forscht er auch gegenwärtig am MDC: 2011 kam der Spitzenwissenschaftler von der Harvard University, USA zurück nach Deutschland, um die MDC-Forschungsgruppe „Immune Regulation and Cancer“ aufzubauen. Zuletzt konnte Rajewskys Gruppe neue Erkenntnisse zur Differenzierung und krankhaften Entartung von B-Lymphozyten beitragen, einer Unterart der weißen Blutkörperchen.

Die wichtigsten Stationen
Klaus Rajewsky wurde am 12. November 1936 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte zunächst Medizin und dann Chemie in Frankfurt und München.

Im Anschluss an seine Zeit als Postdoktorand in Paris war Klaus Rajewsky ab 1964 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Genetik der Universität Köln tätig, zwei Jahre später wurde er Leiter der neu gegründeten Abteilung für Immunologie an diesem Institut. 1970 übernahm er den neu eingerichteten Lehrstuhl für Molekulargenetik und etablierte sein Labor als einen internationalen Hotspot der Immunologie- und Genetik-Forschung.

Als Senior Fellow der European Molecular Biology Organization (EMBO) arbeitete Rajewsky Anfang 1969 in London mit Avrion Mitchison und erhielt kurz danach eine Professur für Molekulargenetik an der Universität Köln. Von 1996 bis 2001 war er Programmkoordinator des Mausbiologieprogramms des Europäischen Molekularbiologie Laboratoriums in Monterotondo bei Rom. Nach fast 40 Jahren Forschung in Köln wurde Klaus Rajewsky 2001 im Alter von 65 Jahren emeritiert. Statt in den Ruhestand ging er für zehn Jahre an die Harvard Medical School nach Boston in den USA, seit 2011 forscht er am MDC.

Für seine Arbeiten wurde Klaus Rajewsky mit zahlreichen Preisen geehrt, unter anderem 2009 mit der Max-Delbrück-Medaille, 1997 mit dem Körber-Preis für Europäische Wissenschaft sowie 1996 mit dem Max-Planck-Forschungspreis und dem Robert-Koch-Preis. Seit 1995 gehört Klaus Rajewsky der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina an, er ist auswärtiges Mitglied der US National Academy of Sciences (seit 1994), der American Academy of Arts and Sciences (seit 2001) und der Russischen Akademie der Wissenschaften (seit 2003). 

Das MDC würdigte Klaus Rajewskys 80. Geburtstag mit einem Symposium über die „Mechanismen der molekularen und zellulären Immunität (1964-2016)“, das am 4. November 2016 stattfand. Ein Interview, in dem Klaus Rajewsky unter anderem aus seiner Kölner Zeit berichtet, finden Sie hier.\n

Foto: Klaus Rajewsky im Labor (Foto von David Ausserhofer/MDC)

leben / 10.11.2016
Nein zu Gewalt an Frauen - Internationaler Aktionstag

Anlässlich des Internationalen Aktionstages gegen Gewalt an Frauen am Freitag, dem 25. November 2016 finden in Berlin zahlreiche Veranstaltungen statt, um auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen und dagegen ein Zeichen zu setzen.\n

"Voices of Violence" ist ein Film, welcher von der unvorstellbaren Gewalt gegen Frauen in der Demokratischen Republik Kongo und über das politische System, das diese Grausamkeiten zulässt, handelt. Er wird am 25. November 2016, um 17.30 Uhr im City Kino Wedding in der Müllerstr. 74, 13349 Berlin gezeigt. Die Regisseurin, Claudia Schmid, gibt den Frauen eine Stimme, die auf besonders grausame Weise der systematischen Vergewaltigung als Kriegswaffe ausgesetzt sind. Sie wird persönlich anwesend sein und anschließend zum Gespräch zur Verfügung stehen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Gleichstellungsbeauftragten der Bezirke Mitte, Pankow und Reinickendorf und der Pankower Antigewaltprojekte. Der Eintritt kostet 6 EUR.

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Zudem findet in Pankow der Lesben-Salon unter dem Titel "Gewalt gegen lesbische Frauen und die Öffentlichkeit" am Donnerstag, dem 24. November 2016, um 20 Uhr im EWA e.V.- Frauenzentrum, Prenzlauer Allee 6, 10405 Berlin, statt.

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Außerdem wird im Vortrag "Gedenken an Berta Cáceres (1973-2016)" am 25.11.2016, um 19.00 Uhr im Frauenladen Paula, Langhansstr. 141, 13086 Berlin das Engagement der indigenen honduranischen Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin gewürdigt.

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Weitere Informationen bei der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes Pankow unter Tel. 030 90295 2305 oder E-Mail: heike.gerstenberger@ba-pankow.berlin.de.

leben, heilen, bilden / 10.11.2016
Effizient studieren an der Akademie der Gesundheit

Interview mit Duniel Cardenas Rodriguez, Studienkoordinator der Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e.V.\n

 

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Die Akademie der Gesundheit betreibt seit 2010 gemeinsam mit der Steinbeis-Hochschule ein Studienzentrum am Campus Berlin-Buch. Wie hat sich das Studienangebot entwickelt?

Wir sind mit einem Management-Studiengang gestartet, einem Bachelor of Arts „Business Administration“. Dieser richtet sich unter anderem an unsere Teilnehmenden aus dem Weiterbildungsangebot „Leitende Fachkräfte in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens“ und hat sich gut etabliert. 2015 wurde ein zweiter Studiengang für Auszubildende und Absolventen der Fachrichtungen Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpflege, Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie etabliert. Der Titel lautet „Bachelor of Science (B.Sc.) Interdisziplinäre Gesundheitsversorgung“.

Welchen Bedarf deckt der Studiengang „Interdisziplinäre Gesundheitsversorgung“?

Multimorbidität und chronische Erkrankungen der Menschen prägen zunehmend die Aufgaben der Pflegenden und Therapeuten. Um eine gute Versorgungsqualität zu gewährleisten, bedarf es interdisziplinärer Behandlungsansätze und einer effizienten  Zusammenarbeit der Professionen im Versorgungsprozess. Der Bachelor „Interdisziplinäre Gesundheitsversorgung“ qualifiziert dafür, eine solche Versorgung wissenschaftlich fundiert zu gestalten und interprofessionelle Teams zu leiten. Das Studium vertieft den Blick auf die angrenzenden klientenbezogenen Berufsfelder und Schnittstellen mit ähnlichen Leistungsbereichen. Es befähigt, neue integrierte Versorgungskonzepte zu erarbeiten und umzusetzen. Die Studierenden lernen, sich aktuelles Fachwissen und Trends zu erarbeiten und diese zu nutzen. Zu den Schwerpunkten des Studiums gehören Altersmedizin und Managementkompetenzen.

Welche Vorteile hat das Studium an der Akademie vor allem für Auszubildende?

Das duale Studium der „Interdisziplinären Gesundheitsversorgung“ vereint die beiden Bildungsstränge der beruflichen Ausbildung und des Studiums. Das spiegelt sich vor allem in der inhaltlichen Verzahnung und der damit verbundenen Kompetenzerweiterung sowie in der Verkürzung des Bildungsweges wieder. Die Auszubildenden, die sich für das Bachelorstudium entscheiden, erlangen nach drei Jahren ihren staatlich anerkannten Gesundheitsfachberuf und ein Jahr später ihren Bachelorgrad. Dabei werden Ausbildungsinhalte als Credit Points anerkannt,  wodurch sich die Studienzeit verkürzt. Das Studium ist sehr flexibel angelegt, um das Pensum neben Beruf, Ausbildung und Familie absolvieren zu können. Berufsbegleitend dauert das Studium drei Jahre. Die Bachelor-Abschlüsse sind staatlich und international anerkannt und ermöglichen im Anschluss ein Masterstudium und die Promotion. Ein weiterer Vorteil ist es, dass die Steinbeis Business Academy bundesweit und im Ausland Standorte hat, an denen wahlweise studiert werden kann.

In welche Richtung könnte ein Masterstudiengang gehen?

Absolventen des Bachelors „Interdisziplinäre Gesundheitsversorgung“ könnten beispielsweise den Master of Business Administration mit den Wahlpflichtfächern „General Management“ oder „Pädagogik- und Bildungsmanagement“ anschließen. Weitere Studienangebote sind bereits in der Planung. Gleichzeitig bereiten wir uns auf die generalistische Ausbildung in der Pflege vor, die eine akademische Erstausbildung in diesem Bereich ermöglicht.

Wie gestaltet sich das Bachelorstudium?

Seminare, Fallstudien, Gruppenarbeit und Kolloquien wechseln sich mit Selbstlernphasen ab. Pro Monat ist mit circa zwei Präsenztagen zu rechnen. Die Studierenden werden intensiv betreut und mit anspruchsvollen Begleitmaterialien und Skripten unterstützt. Lernfortschritte werden durch Hausarbeiten, Präsentationen, Klausuren und die Bearbeitung von Fallaufgaben dokumentiert.
Zentraler Bestandteil des Studiums ist eine praxisrelevante Projektarbeit, deren Thema mit dem Arbeitgeber und der Akademie der Gesundheit definiert wird. Für individuelle Projektberatung und Feedback sind eigens „Transfertage“ vorgesehen. In der Bachelor Thesis wird das Projekt dann abschließend dokumentiert.

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Interview: Christine Minkewitz

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Foto: Ansprechpartner für Studienbelange: Duniel Cardenas Rodriguez, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Geschäftsführers der Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e.V. (Foto: Christine Minkewitz/BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch)

produzieren / 03.11.2016
Eckert & Ziegler Q3/2016: Ertragsanstieg im Segment Radiopharma hält Konzern auf Kurs. Positiver Ausblick für 2017

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, erreichte zum Ende des dritten Quartals einen Konzernumsatz von 103,1 Mio EUR und damit das Niveau vom Vorjahr, das 102,7 Mio. EUR betrug. Währungseffekte oder Akquisitionen spielten keine wesentliche Rolle. Der leichte Zuwachs basierte weitgehend auf organischem Wachstum.

Am stärksten, um 3,0 Mio. EUR oder 12% auf 29,3 Mio. EUR, wuchsen die Umsätze imSegment Radiopharma. Grund hierfür war das anhaltend starke Wachstum für pharmazeutische Radioisotope. Das Segment Isotope Products legte um 1,2 Mio. EUR oder 2% auf 58,2 Mio. EUR zu. Im Segment Strahlentherapie schrumpfte dagegen der Umsatz erwartungsgemäß aufgrund des Verkaufs von zwei Sparten im Vorjahr um 3,9 Mio. EUR oder 18% auf nunmehr 17,8 Mio. EUR.

Der Gewinn pro Aktie des Konzerns fiel im Vergleich zum Vorjahrzeitraum um 0,27 EUR oder 19% auf 1,43 EUR. Er liegt leicht über den Planungen, so dass der Vorstand zuversichtlich ist, für das Gesamtjahr das propagierte Ergebnis von 1,80 EUR pro Aktie erreichen zu können. Eliminiert man die 2016er Verluste, die aus der Abwicklung eines kalifornischen Betriebsteils erwuchsen, betrug das Ergebnis pro Aktie 1,47 EUR, also 4 Cent mehr pro Aktie.

Ursache für den planmäßigen Gewinnrückgang um knapp 20% waren die um 6,4 Mio. EUR geringeren Sondererträge, die im Vorjahr unter anderem durch den Verkauf einer Beteiligung (OctreoPharm Sciences) einen Rekordwert 8,8 Mio. EUR erreicht hatten.

Rechnet man die Sondereffekte und das Finanzergebnis aus beiden Finanzperioden heraus und bezieht die nicht fortgeführten Geschäftsbereiche mit ein, so zeigt sich eine erhebliche Verbesserung der Ertragslage. Bei fast gleichem Umsatz ist die Rohmarge des Konzerns um 2,1 Mio. EUR gestiegen, die Verwaltungs- und Vertriebskosten haben sich um 3,0 Mio. EUR verringert. Durch die Verkäufe von Verlustbringern und der Schließung unrentabler Betriebsteile konnte die Gruppe innerhalb von 12 Monaten ihre Kostenbasis um insgesamt 5,4 Mio. EUR oder 5% des Umsatzes reduzieren.

Für das Jahr 2017 wird unter der Annahme konstanter Wechselkurse und ohne Akquisitionen und Spartenverkäufe mit einem wachsenden Ergebnis gerechnet, das 2,00 EUR/Aktie übersteigen kann. Es wird ein Umsatz von knapp 150 Mio. EUR erwartet.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier:
http://www.ezag.com/fileadmin/user_upload/ezag/investors-financial-reports/deutsch/euz316d.pdf

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 660 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

Ihr Ansprechpartner bei Rückfragen:
Eckert & Ziegler AG, Karolin Riehle, Investor Relations
Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 / 94 10 84-138, karolin.riehle@ezag.de, www.ezag.de

leben, heilen / 02.11.2016
Alfred, Edgar und Gustav: Babyglück im Dreierpack

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Die Eltern von Alfred, Edgar und Gustav haben sich heute Vormittag auf der Frühchenstation und beim Team der Geburtshilfe herzlich verabschiedet und für die kompetente, engagierte und liebevolle Betreuung bedankt.

Bei der Kontrolluntersuchung von Jette B. (31, Lehrerin) in der 10. Schwangerschaftswoche war klar: Die eineiigen Zwillinge haben noch ein Geschwisterchen. Mit ihrem Mann Dirk B. (41, Polizist) wohnt sie in Petershagen bei Strausberg. Beide arbeiten in Berlin. Zur Betreuung und Entbindung entschieden sie sich für das HELIOS Klinikum Berlin-Buch, denn auch die Drillinge aus ihrem Nachbarort Fredersdorf – Matts, Jette und Senta – wurden  im März des Jahres in Buch geboren. „Da muss ich auch hin“, war einer der ersten Gedanken von Jette B. nach dem überraschenden Ultraschallergebnis. Sicherheit und Erfahrung in der Frühchenbetreuung waren ihr besonders wichtig.

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Da bei einer Mehrlingsschwangerschaft jeder Tag zählt, den die Babys im Bauch der Mutter bleiben können, setzte sie sich ein großes Ziel: Geburtstermin sollte der 4. Oktober sein, der dritte Hochzeitstag des Paares. „Die Babys so lange wie möglich im Mutterleib gedeihen zu lassen, ist bei Mehrlingen nicht immer einfach“, sagt Heike Renner-Lützkendorf, Oberärztin der Geburtshilfe, die die werdende Mama mit ihrem Team auf der Wöchnerinnenstation ab der 25. Schwangerschaftswoche betreute. Jette B. berichtet: „Ich erinnere mich gerne an diese Zeit, wurde mit allen meinen Sorgen ernst genommen und sehr fürsorglich und kompetent betreut.“ Etwas früher als gewünscht, am 22. September, erblickten Alfred um 10.43 Uhr mit 2.080 Gramm und 47 Zentimetern, Edgar mit 1.790 Gramm und 45 Zentimetern und um 10.44 Uhr Gustav mit 1.430 Gramm und 42 Zentimetern per Kaiserschnitt gesund das Licht der Welt.

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Dieses Datum ist in der Familie schon immer etwas ganz Besonderes: Da hat Oma Karla aus Köpenick Geburtstag. 2016 war es der 76ste. Mama Jette sagt: „Wir haben unsere Oma am Tag vor dem Geburtstermin angerufen und ihr mitgeteilt, dass wir ein ganz besonderes Geschenk für sie haben.“ Natürlich war die Freude bei der jetzigen Uroma riesengroß.
Die ganze Familie bedankte sich heute auch beim Team im Bucher Ronald McDonald Haus. „Diese Hilfe so nahe am Klinikum war für uns wunderbar. So konnten wir uns jeden Tag fast rund um die Uhr um unsere Kinder kümmern. Ohne große Anfahrt, so gleich von nebenan aus“ sagt Dirk B. und Jette B. ergänzt: „Der Kontakt und der Gedankenaustauch mit anderen Familien im Elternhaus hat uns beiden viel geholfen.“

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„Alle drei Jungs gedeihen prächtig, es geht ihnen ausgezeichnet“, sagt Dr. med. Egmont Harps, Leitender Oberarzt der Frühchenstation (Neonatologie) im Bucher Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe und wünscht Familie B. im Namen des gesamten Bucher Teams alles Gute.

„Sicher und individuell“ ist das Motto der geburtshilflichen Abteilung im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Neben einer modernen Geburtshilfe bietet das Klinikum auch eine umfassende Versorgung von Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten und Frühgeborenen. Im zertifizierten Perinatalzentrum Level 1, der höchsten Versorgungsstufe, können auch Frühgeborene unter 1.500 Gramm Geburtsgewicht versorgt werden.

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Die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Kinderchirurgie garantiert eine optimale Versorgung von Mutter und Kind rund um die Uhr und sorgt dafür, dass es auch den Kleinsten an nichts fehlt.

Jeden 1., 2. und 3. Dienstag im Monat (außer an Feiertagen) um 17.30 Uhr finden Informationsabende der Geburtshilfe statt.

Klinikkontakt
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Chefarzt und Leiter Brustzentrum: Prof. Dr. med. Michael Untch
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Chefarzt und Leiter Perinatalzentrum: Prof. Dr. med. Lothar Schweigerer
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Geburtsanmeldung:
Tel. (030) 94 01-533 45

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Bildunterschrift: Jette B. mit Gustav und Dirk B. mit Edgar, Frauenärztin Heike Renner-Lützkendorf mit Alfred, die Kinderärztinnen Dr. med. Ines Pilz-Klement (l.) und Julienne Knolle (M.) sowie Kinderkrankenschwester Angelika Lüdke (r.) (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

forschen, heilen / 28.10.2016
Dem Krebs Einhalt gebieten - Metastasierung verhindern

Charité-Professorin Ulrike Stein hat viele Preise für ihre innovative Forschung erhalten. Im Frühjahr 2016 wurde sie in den Vorstand der Metastasis Research Society (MRS) gewählt, der einzigen Gesellschaft weltweit, die sich explizit der Forschung zur Metastasierung widmet. Diese Auszeichnung zeigt, wie bedeutsam ihre Forschungsergebnisse sind. Mit ihrer Arbeitsgruppe „Translationale Onkologie von soliden Tumoren“ am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von Charité und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) hat sie Schlüsselmoleküle gefunden, die für die Progression und Metastasierung von Krebserkrankungen verantwortlich sind.\n

Gemeinsam mit Prof. Schlag und Prof. Birchmeier vom MDC entdeckte Prof. Stein 2009 ein Gen, das nicht nur das Krebswachstum, sondern auch die Metasenbildung fördert: MACC1. Die Abkürzung bedeutet Metastasen-assoziiertes Gen bei Dickdarmkrebs (Colon Cancer). Die Entdeckung basierte auf dem Vergleich von gesundem Gewebe und Gewebeproben von Darmkrebspatienten. „Darmtumore gehören zu den tödlichsten Krebsarten, wenn sie metastasieren. Sobald das geschieht, überleben nur zehn Prozent der Patienten fünf Jahre“, beschreibt Ulrike Stein. „Wir waren vor 10 Jahren ambitioniert genug zu sagen, dass wir ein neues Gen finden wollen, das es ermöglicht, Patienten, die später Metastasen bekommen werden, schon frühzeitig zu entdecken“.

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Jährlich erkranken in Deutschland über 60.000 Menschen an Darmkrebs. Derzeit wird nur etwa die Hälfte der Patienten geheilt. Bei etwa 20 Prozent der Betroffenen werden bereits bei der Erstdiagnose Metastasen festgestellt, und bei lokal begrenztem Tumorstadium treten nach erfolgreicher Operation, Chemo- oder Strahlentherapie bei etwa einem Drittel später Metastasen auf.

Hoch prognostischer Indikator

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In klinischen Untersuchungen konnten die Forschenden zeigen, dass Patienten mit Dickdarmkrebs und niedrigen MACC1-Werten eine deutlich höhere Überlebenschance hatten als diejenigen mit hohen Werten des Gens. MACC1 erwies sich damit als wichtiger Biomarker, um Hochrisikopatienten zu identifizieren. Da sich MACC1 auch im Blut nachweisen lässt, entwickelte die Gruppe von Ulrike Stein gemeinsam mit Prof. Schlag einen entsprechenden Bluttest. Er ermöglicht, bereits in einem sehr frühen Stadium von Darmkrebs zu erkennen, ob Patienten ein hohes Risiko haben, lebensbedrohliche Metastasen zu bekommen und sie intensiver zu behandeln und zu beobachten. Das Verfahren zum Nachweis von MACC1 für die Prognose der Krebserkrankung wurde in den USA, Australien, Japan, Kanada und Europa patentiert. „Unser Industriepartner Hoffmann-La Roche ist an der Anwendung des Biomarkers für die Routinepathologie in Kliniken sehr interessiert“, erklärt die Krebsforscherin. „Wenn MACC1 sich neben herkömmlichen Markern erfassen ließe, könnten wir künftig nicht nur Risikopatienten identifizieren, sondern auch ihren Status regelmäßig überwachen.“

Therapie gegen MACC1

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Inzwischen bestätigte sich MACC1 auch als Biomarker für weitere solide Tumore. Weltweit gibt es über 120 wissenschaftliche Arbeiten, die zeigen, dass MACC1 auch bei Karzinomen in Brust, Lunge, Niere, Magen, Leber, Blase, Galle und vielen weiteren Krebsarten hoch ausgeprägt ist. Diese Allgemeingültigkeit forciert die Anstrengungen, MACC1 auch als Therapieziel zu nutzen. „Wir haben in den letzten Jahren viel Energie investiert, um eine Therapie gegen MACC1 zu entwickeln“, so Stein. Dafür mussten zunächst die wesentlichen molekularen und zellbiologischen Mechanismen aufgeklärt
und gezeigt werden, wie MACC1 die Metastasierung des Tumors auslöst.
„Wir sind jetzt in der Lage, die Transkription, also das Ablesen des Gens zu unterbinden. Mit Hilfe von Dr. von Kries, Leiter der Screening-Unit vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie haben wir passende Wirkstoffe gefunden, die schon für andere Indikationen zugelassen sind. Das bedeutet, dass man diese in der klinischen Phase II prüfen kann, da Nebenwirkungen, Toxizität und Dosis in der Regel übertragen werden können.“ Ziel ist zunächst die klinische Behandlung von Patienten mit Dickdarmkarzinomen, die ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Metastasen haben. Für diese neue Indikation ist ein Patent angemeldet.

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Ein weiterer Ansatz, den die Forschenden um Prof. Stein verfolgen, ist es, die Aktivität des Gens zu unterbinden, nachdem es bereits abgelesen wurde, also im Entstehen ist. Hierfür wurden die molekularen Prozesse geklärt, die unterbrochen werden müssen, damit das Protein nicht seine aktive Form erlangen kann. „Massenspektrometrie, Hochdurchsatz-Screening, Phosphoproteomics oder in vivo-Tests – das ganze Spektrum der Untersuchungen ist in Einrichtungen oder Firmen des Campus möglich“, so Stein.

Erfolge mit Niclosamid

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Die Arbeitsgruppe stieß auf ein weiteres, schon bekanntes Gen, S100A4, das, vergleichbar mit MACC1, die Metastasenbildung in Gang setzen kann. Es lässt sich auch im Blut nachweisen und stellt ein weiteres mögliches Therapieziel dar. Prof. Stein ermittelte in Kooperation mit dem National Cancer Institute, Frederick MD, einen Wirkstoff namens Niclosamid, der S100A4 unterdrückt und damit die Wanderung und das Eindringen von Krebszellen im Gewebe unterbindet. Bei Mäusen, die mit Niclosamid behandelt wurden, reduzierten sich Anzahl und Größe der Tumoren. „Niclosamid ist als Mittel gegen Bandwurmbefall beim Menschen zugelassen. Derzeit prüfen wir in einer klinischen Studie mit dem Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC), welche Effekte der Wirkstoff auf Krebserkrankungen hat“, erklärt Ulrike Stein. „Wir wünschen uns, Krebspatienten tatsächlich helfen zu können, und wir nähern uns diesem Ziel, auch wenn wir oft Rückschläge einstecken müssen. Für unser Team, in dem Grundlagenforscher und Kliniker zusammen forschen, ist das eine ganz entscheidende Motivation.“

Text: Christine Minkewitz

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Foto: Prof. Dr. rer. nat. Ulrike Stein (Foto: privat)
privat

leben / 27.10.2016
Bezirksamt Pankow hat sich konstituiert

Nach den Wahlen des Bezirksbürgermeisters, seines Stellvertreters und einer Bezirksstadträtin auf der konstituierenden Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow am 27. Oktober 2016 hat sich heute das Bezirksamt Pankow konstituiert. Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) leitet die Abteilung Kultur und Finanzen mit dem Amt für Weiterbildung und Kultur, dem Finanzservice/Steuerungsdienst, den Beauftragten, der Pressestelle und dem Rechtsamt. Stellvertretender Bezirksbürgermeister bleibt Jens-Holger Kirchner (Bü90/Grüne). Zu seinem Bereich Stadtentwicklung und Bürgerdienste gehören das Straßen und Grünflächenamt, das Stadtentwicklungsamt und das Amt für Bürgerdienste. Rona Tietje (SPD) wird das Ressort Jugend, Wirtschaft und Soziales leiten. Ihr unterstehen das Sozial- und Jugendamt sowie die bezirkliche Wirtschaftsförderung. Die Abteilungen Umwelt und öffentliche Ordnung sowie Schule, Sport und Gesundheit sind personell noch nicht besetzt, da die Wahl der Vertreter von CDU und AfD auf die nächste BVV-Sitzung vertagt wurde. Die kommissarische Leitung der noch nicht besetzten Ressorts wird zunächst von den gewählten Bezirksamtsmitgliedern übernommen.

forschen, produzieren, leben, heilen, bilden / 26.10.2016
Campus Berlin-Buch gewinnt Wettbewerb "Wer radelt am meisten?"

Von August bis September 2016 haben Beschäftigte von acht Berliner Institutionen ihre Fahrrad-Kilometer gezählt und gesammelt. Insgesamt 1.467 Menschen nahmen teil und fuhren zusammen 838.764 Kilometer, was etwa einer 20-fachen Erdumrundung entspricht. Klar gewonnen hat der Campus Berlin-Buch, der sich zum ersten Mal beteiligte.\n

Die S2 bringt morgens Scharen von Fahrradfahrenden aus der City nach Buch. In der S-Bahn entspinnen sich die ersten Gespräche, Smartphones oder Zeitungen werden zur Hand genommen. Viele haben ihr Fahrrad schon dabei, andere haben es am Bahnhof stationiert. Alle zehn Minuten setzt sich dann ein Radel-Tross Richtung Wissenschafts- und Biotechcampus in Bewegung. Etliche der 3.000 Beschäftigten fahren sogar den ganzen Weg von zu Hause zur Arbeit mit dem Fahrrad. Für einen Campus, dessen Hauptthema Forschung für die Gesundheit ist, scheint die sportliche Fortbewegung folgerichtig. Nachhaltigkeit und Mobilität spielen zudem auch eine Hauptrolle in der diesjährigen „Green Campus“-Kampagne des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und beim neuen, campusweiten Gesundheitsmanagement „CampusVital“.

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So haben auch viele Dreierteams und Einzelkämpfende die Herausforderung zum Wettbewerb „Wer radelt am meisten?“ angenommen. Insgesamt radelten 233 Beschäftigte des Campus in 80 Tagen 129.950 Kilometer. Gemessen an der Zahl der Teilnehmenden lagen sie damit den anderen um Längen voraus. Am Wettbewerb beteiligt waren außerdem Kolleginnen und Kollegen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der Berliner Stadtreinigung (BSR), der Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG, der Investitionsbank Berlin (IBB), der Berliner Wasserbetriebe, von Vivantes und vom Flughafen Berlin-Brandenburg.

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Im Grünen zu forschen, bringt für viele einen weiteren Weg mit sich – in diesem Fall einen „Heimvorteil“. Doch für den Wettbewerb wurden nicht nur die Kilometer vom Arbeitsweg gesammelt, auch Touren mit Rad oder Pedelec in der Freizeit, im Urlaub oder vom Ergometer im Fitnessstudio konnten mitgezählt werden. Einzige Bedingung war der Einsatz von Muskelkraft, E-Bikes waren nicht erlaubt. Einzelne Mitarbeiter kamen auf rund 3.000 Kilometer, die beste Forschungsgruppe legte etwa 13.000 km zurück.

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Für die Berechnung des Gewinnerunternehmens wurden die insgesamt geradelten Kilometer gezählt und die  Anzahl aller teilnehmenden Beschäftigten berücksichtigt. Daher war es besonders wichtig, dass möglichst viele Kolleginnen und Kollegen mitmachten, auch wenn sie nur wenige Kilometer radelten. Jede/r Teilnehmende und jeder Kilometer zählte!

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Der Wettbewerb will den Ausgleichssport und die umweltfreundliche Fortbewegung per Rad ebenso fördern wie den Teamgeist. Die Gewinner-Institution erhält einen Wanderpokal. In diesem Jahr überreichten Vertreter der BVG, der Vorjahressiegerin, den Pokal am 25. Oktober feierlich an die Beschäftigten des Campus Berlin-Buch.

Über den Wettbewerb „Wer radelt am meisten?“
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben 2012 erstmals eine gemeinsame Radfahraktion mit der Berliner Stadtreinigung und den Berliner Wasserbetrieben initiiert, bei der es darum ging, welcher Betrieb die meisten Fahrradkilometer in einem bestimmten Zeitraum sammelt. Dabei wurde die Zahl der Teilnehmenden in Relation zur Gesamtmitarbeiterzahl der Unternehmen gesetzt, um die unterschiedlichen Größen der Betriebe bei der Wertung zu berücksichtigen. Damals beteiligten sich 426 Mitarbeiter, die mit 319.087 Kilometern zusammen per Rad ungefähr acht Mal die Distanz einer Erdumrundung bewältigten. In den vergangenen Jahren wuchs die Zahl der beteiligten Institutionen auf sechs, abwechselnd gewannen die Berliner Wasserbetriebe und die BVG. Der Wettbewerb "Wer radelt am meisten?", dem sich die Initiative mehrwert Berlin angenommen hat, fand 2016 bereits zum fünften Mal statt.
Ziel des Wettbewerbs ist es, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern, die Umwelt zu schonen und Lebensqualität bei gleichzeitiger Kosteneinsparung aufzuzeigen. Mit der Aktion, die den Teamgeist stärken will, sollen sowohl Menschen erreicht werden, die viel Fahrrad fahren, als auch jene, die es selten benutzen. Darum sollen sich vorrangig 3er-Teams anmelden, die sich gegenseitig anspornen und bei den Kilometerleistungen unterstützen.

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www.wer-radelt-am-meisten.de

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Über den Campus Berlin-Buch
Der Campus Berlin-Buch ist ein moderner Wissenschafts-, Gesundheits- und Biotechnologiepark mit Unternehmen sowie Einrichtungen der Grundlagen- und klinischen Forschung. Insgesamt arbeiten hier rund 3.000 Menschen. Alleinstellungsmerkmale sind der klare inhaltliche Fokus auf Biomedizin und das enge räumliche und inhaltliche Zusammenwirken der Einrichtungen. Mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) als Einrichtungen der Grundlagenforschung, dem gemeinsam von MDC und Charité – Universitätsmedizin Berlin betriebenen und auf klinische Forschung spezialisierten Experimental and Clinical Research Center (ECRC), dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) sowie dem BiotechPark Berlin-Buch mit 63 Unternehmen hat der Campus ein herausragendes Innovations- und Wachstumspotential.
Buch ist einer der Zukunftsorte von Berlin und soll sich künftig als „Green Health City“ entwickeln. Hierfür setzt der Campus wesentliche Impulse: Bei seinem Ausbau wird gleichermaßen Wert auf ökologische, soziokulturelle und wirtschaftliche Qualität gelegt, so dass er ein lebendiger, attraktiver Teil von Buch bleibt. Geplant sind zum Beispiel ein Call-a-Bike-System und ein Fahrrad-Highway zwischen S-Bahnhof und Campus, um die umweltfreundliche Mobilität zu fördern.

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www.campus-berlin-buch.de

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Foto: Isabel Heins, Fahrradbeauftragte der BVG (links), übergab den Wanderpokal und die Siegerurkunde an den diesjährigen Gewinner. Stellvertretend für den Campus Berlin-Buch nahmen MDC-Mitarbeiterin und „Green Campus“-Teammitglied Marion Rösch (Bildmitte) und Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch (rechts), den Pokal entgegen.

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forschen / 25.10.2016
Neuer Ansatz zur Parkinson-Diagnostik mit Fluxkompensator

Ein neues Projekt zur Früherkennung der Parkinson’schen Krankheit mit stark magnetisiertem Xenon-Gas startet am Berliner Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP). Die Gruppe um den Physiker Leif Schröder erhält hierfür eine mehrjährige Förderung der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research und verweist dabei auf den Zusammenhang zwischen Science Fiction und zukunftsweisender Grundlagenforschung.
 
Als vor einem Jahr weltweit der „Back to the Future Day“ (21.10.2015) begangen wurde, um an die Film-Trilogie „Zurück in die Zukunft“ und die darin enthaltene 30-Jahres-Zeitreise von Marty McFly zu erinnern, war dies auch Anlass, mit Wissenschaftlern einen Blick in die Zukunft zu werfen. Insbesondere der Hauptdarsteller, Michael J. Fox, resümierte im Zusammenhang mit der von ihm gegründeten Stiftung zur Erforschung der Parkinson’schen Krankheit über die Fortschritte in der Medizin seit 1985 und die zu erwartenden Verbesserungen in den nächsten Jahren (https://www.michaeljfox.org/foundation/news-detail.php?today-we-re-in-the-future).
 
Am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) ist nun ein Projekt zur möglichen Früherkennung von Parkinson gestartet, das mit seiner Technik eine interessante Parallele zu Doc Browns berühmtem DeLorean aufweist. Es verdeutlicht, wie unkonventionelle Ideen sowohl im Science Fiction-Genre als auch bei neuen wissenschaftlichen Ansätzen eine wichtige Rolle spielen. Wesentlicher Bestandteil zur Durchführung der Zeitreisen in den Filmen war ein sog. „Fluxkompensator“ der es später umgangssprachlich zu einiger Popularität brachte. Es handelt sich um eine irrtümliche Übersetzung des „Flux Capacitors“ aus dem englischen Original. Aber was für ein Fluss (lat.: flux) kann damit beeinflusst bzw. kompensiert werden?
 
Im Film ermöglichte er eine Verdichtung des Zeitflusses und eben dadurch die Zeitreisen. Eine andere Art von Fluss ist der Magnetfluss, mit dem die Stärke magnetischer Felder beschrieben wird. Für bestimmte Anwendungen ist auch hierfür in der Tat eine Art Kompensator erwünscht, nämlich um einen relativ geringen Magnetfluss auszugleichen und Verhältnisse wie unter sehr starken Feldern zu erreichen. Ein Anwendungsbereich ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Hier würde man gerne immer stärkere Magnetfelder einsetzen, um schärfere Bilder und schnellere Aufnahmen zu erzielen. Da dies jedoch nur begrenzt möglich ist, entwickeln Wissenschaftler seit langem Methoden, bei denen die detektierten Moleküle so manipuliert werden, dass sie ein deutlich verstärktes Signal aussenden – so als ob sie sich in einem viel stärkeren Magnetfeld befinden würden.
 
Eine dieser Methoden arbeitet mit sehr intensivem infrarotem Laserlicht, um letztendlich die Magnetisierung des harmlosen Edelgases Xenon künstlich zu verstärken. Die dabei erreichten Signalstärken erlauben den Nachweis vormals nicht zugänglicher kleiner Substanzmengen. Die Arbeitsgruppe „Molekulare Bildgebung“ am FMP um den Physiker Leif Schröder entwickelt seit einigen Jahren neue MRT-Verfahren mit so einer Art „Fluxkompensator“ und konnte bereits eindrucksvoll das Potential dieser Methode demonstrieren. Nun soll sie in einem nächsten Schritt zur möglichen Früherkennung von Parkinson eingesetzt werden. Die Empfindlichkeit der Technik wäre sonst nur mit einem 20.000-fach stärkeren Magnetfeld erreichbar, das allerdings nur auf einem Neutronenstern vorkommen würde.
 
In dem von der Michael J. Fox Foundation mit 349.500 US$ über drei Jahre geförderten Projekt wird das Team um Leif Schröder eine neue Art von Kontrastmittel für die MRT mit dem künstlich magnetisierten Xenon entwickeln. Hierbei kommt ein Baustein zum Einsatz, von dem bekannt ist, dass er an das Protein α-Synuclein bindet. Ablagerungen dieses Proteins werden als eine der Ursachen der Parkinson‘schen Krankheit angesehen. Das Kontrastmittel wird dabei zunächst die Anwesenheit des Proteins durch eine Signaländerung des Xenons nachweisen, bevor es zu den schädlichen Ablagerungen kommt. Es hat damit auch gleichzeitig einen Schutzeffekt, da die weiteren Prozesse der Ablagerungen unterbunden werden. 
 
Der Brückenschlag zwischen dem legendären Fluxkompensator und den jetzt möglichen Anwendungen im Sinne der Stiftung steht dabei ganz in der Tradition des Campus Buch, neueste Methoden der Physik in den Lebenswissenschaften anzuwenden. Beispiele hierfür sind die früh eingesetzten Neutronen-Generatoren in der Strahlenbiologie und -therapie oder die Arbeiten der Gebrüder Ruska zur Elektronenmikroskopie.
 
Titel des Projekts: Supramolecular hosts as combined protein aggregation inhibitors and hyperpolarized MRI

Foto: Die Arbeitsgruppe um den Physiker Leif Schröder entwickelt MRT-Verfahren mit einer Art „Fluxkompensator“. Nun soll sie zur Früherkennung von Parkinson eingesetzt werden.
(Foto: FMP/Silke Oßwald)
 
Kontakt:
Dr. Leif Schröder
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
lschroeder@fmp-berlin.deTel.: +49 (030) 30 94793-121

Public Relations
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP),
Silke Oßwald
Tel.: +49 (0)30 94793 104
Email: osswald@fmp-berlin.de \n


Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.
 
About The Michael J. Fox Foundation
As the world's largest nonprofit funder of Parkinson's research, The Michael J. Fox Foundation is dedicated to accelerating a cure for Parkinson's disease and improved therapies for those living with the condition today.
The Foundation pursues its goals through an aggressively funded, highly targeted research program coupled with active global engagement of scientists, Parkinson's patients, business leaders, clinical trial participants, donors and volunteers. In addition to funding more than $600 million in research to date, the Foundation has fundamentally altered the trajectory of progress toward a cure. Operating at the hub of worldwide Parkinson's research, the Foundation forges groundbreaking collaborations with industry leaders, academic scientists and government research funders, increases the flow of participants into Parkinson's disease clinical trials with its online tool, Fox Trial Finder, promotes Parkinson's awareness through high-profile advocacy, events and outreach, and coordinates the grassroots involvement of thousands of Team Fox members around the world. For more information, visit us on the Web, Facebook, Twitter, and LinkedIn.
https://www.michaeljfox.org/foundation/news-detail.php?today-we-re-in-the-future

forschen / 25.10.2016
Genom-Editierung: Sichere und effiziente CRISPR-Experimente in Mauszellen

Wollen Forscher Gene mit dem CRISPR-Cas9-System schneiden, müssen sie eine RNA-Sequenz entwerfen, die genau zur DNA des Zielgens passt. Die meisten Gene verfügen über hunderte solcher Sequenzen, mit unterschiedlicher Aktivität und Einzigartigkeit im Erbgut. Die Suche nach den passendsten Sequenzen ist deswegen von Hand kaum zu bewältigen. Das neue Programm „CrispRGold“ erleichtert den Forschern die Arbeit und findet die RNA-Sequenzen, die besonders effektiv und präzise sind. Wissenschaftler aus der Gruppe um Prof. Klaus Rajewsky vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) haben es entworfen und seine Arbeitsweise im Fachjournal PNAS vorgestellt. Das Team hat außerdem ein neues Mausmodell entwickelt, das das Cas9-Protein bereits in sich trägt. Wird es mit den verlässlichen RNA-Sequenzen kombiniert, lassen sich Gene in primären Zellen sehr effizient ausschalten. Auf diese Weise konnten die Forscher neue Gene in der Regulation von Immunzellen entdecken.
Origammi

Mit der Entdeckung des CRISPR-Cas9-Systems wurde für viele Molekularbiologen ein Traum wahr: Endlich konnte man die DNA gezielt, einfach und schnell schneiden und Gene ausschalten, modifizieren oder neu einsetzen.

Dazu ist wenig mehr nötig als ein RNA-Schnipsel aus dem Erbgut, der die Genschere Cas9-Protein an die zu schneidende Stelle auf der DNA führt. Dieser RNA-Schnipsel mit dem Namen sgRNA (single guide-RNA) besteht unter anderem aus etwa 20 chemischen Bausteinen und musste von Forschern bisher mühsam per Hand oder mit einer Reihe vorhandener Online-Tools entworfen werden. Häufig war dann unsicher, ob die sgRNA die Cas9-Genschere an die richtige Stelle führt oder an einen ähnlichen, aber unerwünschten Ort im Genom. Außerdem funktionierten viele sgRNAs aufgrund ihrer biochemischen Eigenschaften nur mit niedriger Effizienz.

Ein neues Werkzeug im CRISPR-Cas9-Werkzeugkasten
Das neue Programm „CrispRGold“, das der Doktorand Robin Graf aus der MDC-Forschungsgruppe von Prof. Klaus Rajewsky geschrieben hat, erleichtert es erheblich, Gene gezielt auszuschalten.

Das Programm sucht in einer vorgegebenen DNA-Zielsequenz die geeignetste Stelle für den Schnitt, und schlägt eine sgRNA-Sequenz vor, die im Erbgut einzigartig ist und somit das Cas9-Protein nur an die gewünschte Stelle führt. Dort kann Cas9 dann das Gen zerschneiden, das damit seine Funktion verliert. Anders als vergleichbare Programme stützt sich der Algorithmus auf experimentelle Daten, insbesondere zur Bestimmung der Einzigartigkeit der Sequenzen.

Test an schwer kultivierbaren Mäusezellen
Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Van Trung Chu prüfte Graf das System an bestimmten weißen Blutkörperchen der Maus, den B-Zellen. Solche Zellen lassen sich oft nicht über längere Zeit kultivieren, überleben also nicht lange im Reagenzglas. Aus diesem Grund müssen Gene schnell und in möglichst vielen Zellen inaktiviert werden, um deren Funktion zu erforschen. Um dies zu erreichen, züchtete Chu eine genetisch modifizierte Mauslinie, die besonders hohe und zugleich gut verträgliche Mengen der Cas9-Genschere selbst produziert. Von ihr isolierten die Forscher die B-Zellen, um einzelne Gene gezielt abzuschalten. Die mit CrispRGold erstellten sgRNAs zerstörten reproduzierbar in durchschnittlich 80 Prozent der Zellen die Zielgene – „eine hervorragende Rate“, sagt Graf. „Für diese Art von Experimenten mit niedrigem Durchsatz sind hohe Präzision und niedrige Fehlerrate absolut notwendig.“

Mit ihrer neuen Methode identifizierten die Forscher eine Reihe zuvor unbekannter Gene, die eine Rolle bei der B-Zell-Entwicklung spielen. Die Forscher werden das CrispRGold-Programm nun auch online zur Verfügung stellen, damit es von Wissenschaftlern weltweit genutzt werden kann: „Das Programm ist problemlos für andere Typen von Zellen aus verschiedensten Organismen nutzbar. Außerdem könnte es auch für klinische Anwendungen interessant sein: Das Programm behandelt die Einzigartigkeit der Sequenzen mit höchster Priorität und minimiert somit das Risiko von potenziellen unerwünschten Genmodifikationen, die in der Gentherapie unbedingt vermieden werden müssen“, sagt Graf. CrispRGold wird voraussichtlich Anfang November unter crisprgold.mdc-berlin.de verfügbar sein.


Van Trung Chu, Robin Graf et al. (2016): „Efficient CRISPR-mediated mutagenesis in primary immune cells using CrispRGold and a C57BL/6 Cas9 transgenic mouse line.“ PNAS. doi:10.1073/pnas.1613884113

DNA und RNA
Die Desoxyribonukleinsäure (DNA) ist ein langgestrecktes Kettenmolekül. Es trägt die Erbinformation, also die Gene. Normalerweise liegt die DNA-Kette als Doppelhelix vor. Ribonukleinsäure (RNA) ist ebenfalls ein kettenförmiger Träger von Erbinformation und wird in der Regel durch das Ablesen der DNA hergestellt. Im Gegensatz zu DNA besitzt RNA die Fähigkeit, sich zu komplexen Knäulen und dreidimensionalen Strukturen falten. Auch die CRISPR-RNA muss eine bestimmte Struktur besitzen, um richtig zu arbeiten.


CRISPR-Cas9-System
Das CRISPR-Cas9-System dient Bakterien, sich gegenüber Viren zu verteidigen. CRISPR steht für „Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats“ und bezeichnet kurze, sich wiederholende Gensequenzen im Erbgut des Bakteriums. Dort sind Kopien von Viren-Erbgut abgelegt. Sie führen Cas-Proteine (CRISPR-assoziierte Proteine) an die Stelle der Virus-DNA, die zerstört werden soll. Wegen seiner Flexibilität, Effizienz und Präzision wird das System seit wenigen Jahren als Werkzeug der Molekularbiologie verwendet.\n

Foto: Origami DNA. „DNA“ by Jorge C. Lucero. CC-BY-NC-SA 2.0

forschen, produzieren / 25.10.2016
Dechema colloquium „Games of tag – Letting protein modifications out of the lab“

For its very first edition, held at the innovative biomedical Campus Berlin-Buch, the DECHEMA colloquium will focus on protein modifications and their significant role in the development of new forms of therapy and diagnosis. We are proud to announce that Alfred Goldberg from the Harvard Medical School will give a keynote lecture on proteasome regulation, with a focus on connecting our understanding of mechanisms to disease therapies. Further fascinating presentations will address the role of protein modifications in signal transduction, protein stability, their usage in Captured Compound Mass Spectrometry, and innovative technologies for protein labeling, glycooptimisation and multimerization.\n


P R O G R A M

1.30 pm
Registration open
Chair: Thomas Sommer, Max Delbrück Center for Molecular Medicine in the Helmholtz Association

2.00 pm
Welcome to the Berlin-Buch campus
Martin Lohse, Chairman of the Board of Directors and Scientific Director of the Max Delbrück Center for Molecular Medicine in the Helmholtz Association

2.15 pm
Keynote Lecture
From Understanding Protein Degradation to Disease Therapy: From Cancer, and Neurodegenerative Disease to Tuberculosis
Alfred L. Goldberg, Department of Cell Biology, Havard Medical School

3.10 pm
Chemical biology of Ubiquitin-mediated signal transduction
Huib Ovaa, Leiden University Medical Center, Department of Chemical Immunology

3.35 pm
GlycoExpress™ – A superior platform for the production of biopharmaceuticals
Lars Stöckl, Director, Glycoprotein Development and PTM Analytics, Glycotope GmbH

4.00 pm
Coffee Break

4.20 pm
Tub-tag labeling: A novel efficient and versatile tool for the C-terminal labeling of proteins
Dominik Schumacher, Chemical Biology II, Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)

4.45 pm
Multimerization Technologies for Biologics and Toxins
Michael Joachim Sefkow, Celares GmbH

5.10 pm
CCMS: Case Study to differentiate COMT inhibitors with respect to their off-target interactions
Mathias Dreger, Head of Biochemistry & Bioanalytics, caprotec bioanalytics GmbH

5.35 pm
Kinetic analysis of protein stability reveals age-dependent degradation
Matthias Selbach, Max Delbrück Center for Molecular Medicine in the Helmholtz Association

6.00 pm
Get-together with Poster Presentation

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Please register http://www.healthcapital.de/nc/artikel/details/dechema-satellite-meeting-2016/

Venue: Max Delbrück Communications Center (MDC.C) C83, Axon 2, Campus Berlin-Buch, Robert-Rössle-Straße 10, 13125 Berlin

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Cartoon: Russ Hodge.

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Please find Russ Hodge's Science blog with more cartoons here http://www.goodsciencewriting.wordpress.com

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forschen / 20.10.2016
„Störer vom Dienst“ zeigen einen vielversprechenden Weg in der Krebstherapie auf

Der Proteinkomplex p97 ist essenziell für das Überleben von Krebszellen. Seine Funktion zu stören, ist erklärtes Ziel einiger Wirkstoffe gegen Krebs – das ist bislang jedoch noch nicht gelungen. Ein Forschungsteam des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat nun einen Weg gefunden, den p97-Komplex aufzubrechen und zu hemmen. Die Ergebnisse sind in Nature Communications erschienen.

Proteine organisieren sich häufig zu sogenannten Proteinkomplexen, um mit vereinten Kräften bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Der ringförmige Proteinkomplex p97 ist eine solche molekulare Maschine aus sechs identischen Untereinheiten. Er ist unter anderem an der Verarbeitung zellulären Abfalls beteiligt. Da wuchernde Krebszellen besonders viele Proteine und damit auch besonders viel Ausschuss produzieren, ist p97 für sie überlebensnotwendig.

Aus diesem Grund eignet p97 sich als Angriffspunkt für Therapien, die Krebszellen auf gezielte Weise abtöten. „Die Idee ist: Wenn wir den p97-Proteinkomplex blockieren, dann erstickt die Krebszelle in ihrem eigenen Abfall und tötet sich selbst“, sagt Dr. Anup Arumughan, der an dem Projekt federführend mitarbeitet. Weltweit versuchen bereits mehrere Forschungsgruppen, p97 mit Hilfe von Wirkstoffen gezielt zu hemmen, waren damit bislang aber nur bedingt erfolgreich.

Nun identifizierte Arumughan aus der MDC-Forschungsgruppe von Prof. Erich Wanker zusammen mit Dr. Yvette Roske und Prof. Udo Heinemann sowie weiteren Arbeitsgruppen am MDC ein Protein, das p97 nicht nur blockiert, sondern sogar in seine Bestandteile zerlegt.

Auf der Suche nach einem neuen p97-Störer
Arumughan nutzte das bewährte „Yeast Two Hybrid“-Verfahren in Hefezellen, um Proteine zu identifizieren, die sich gern mit p97 zusammenlagern. Weil diese Art Hefe-Experiment häufig unzuverlässig ist, wandte er die neu gewonnenen Ergebnisse als Grundlage für eine neue Serie von Experimenten in Zellkulturen an und erstellte ein Verzeichnis von verschiedensten Proteinen, die unterschiedlich stark an p97 binden.

ASPL stört besonders gut
Die höchste Affinität zu p97 besitzt ein Protein namens ASPL, ebenfalls eine Komponente des zellulären Entsorgungsbetriebs. Bei weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass ASPL den p97-Komplex sogar aufbrach: „Die sechs Untereinheiten von p97 haben eine ungeheure Anziehungskraft zueinander. Diese enge Bindung zu stören, hielt ich zuerst für extrem schwierig, wenn nicht sogar unmöglich“, sagt Arumughan.

Um die Wirkung von ASPL auf p97 besser zu verstehen, bestimmten der Wissenschaftler und seine Kollegen die dreidimensionale Struktur der beiden Bindungspartner und fanden dabei anstatt eines sechszähligen p97-Rings einen vierzähligen Komplex vor, mit je zwei p97- und ASPL-Molekülen.

Ein Fragment von ASPL reicht aus, um die Bindung aufzubrechen
In weiteren Experimenten identifizierte Arumughan jenen Teil von ASPL, der p97 zerlegen kann. Der Forscher kürzte das ASPL-Protein auf ein Teilstück herunter, das von zahlreichen anderen Proteinen als "UBX"-Modul bekannt ist. In diesen Proteinen dient UBX zum Andocken an den p97-Komplex. ASPL besitzt jedoch ein abgewandeltes UBX-Modul, das nicht nur an den p97-Komplex andocken, sondern ihn sogar aufbricht: „Es scheint, als hätte die Natur ein bekanntes Bindungsmotiv genommen und zwei zusätzliche Arme daran befestigt, um den Job zu erledigen,“ sagt Arumughan über das "eUBX" getaufte Proteinfragment.

Ein neuer Impuls für die Krebsforschung
ASPL oder sein erweitertes UBX-Modul können jedoch nicht als Krebsmedikament eingesetzt werden. Die Moleküle sind so groß, dass sie von außen nicht in die Zelle eindringen können.

Kleinere Wirkstoff-Moleküle könnten die Funktion des Störers eUBX simulieren. Diese gelte es nun zu finden, erläutert Projektleiter Prof. Erich Wanker: „Unsere Ergebnisse können bei der Suche nach Medikamenten helfen, die die Struktur von p97 aufbrechen, genauso wie ASPL es tut.“ Als nächstes wollen die Forscher herausfinden, welche Aufgabe der neu entdeckte Komplex aus p97 und ASPL in der Zelle erfüllt, denn das ist noch völlig unbekannt.


Anup Arumughan et al. (2016): „Quantitative interaction mapping reveals an extended UBX domain in ASPL that disrupts functional p97 hexamers.“ Nature Communications. doi:10.1038/NCOMMS13047

Bilder

 Abbildung:   Strukturmodell des neu entstandenen Proteinkomplexes: ASPL (lila) hat den Verbund der p97-Moleküle (beige und rosa) aufgebrochen und sich mit zwei Untereinheiten zusammengelagert.
    Grafiken von Anup Arumughan, MDC.

    Im Elektronenmikroskop sind die ringförmigen p97-Komplexe erkennbar (links), zusammen mit ASPL organisieren sie sich zu vierzähligen Komplexen um. Bild: Anup Arumughan, MDC.

investieren, produzieren / 18.10.2016
Eckert & Ziegler prämiert nuklearmedizinische Nachwuchsforscher

Die diesjährigen Reisepreise der Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG sind im Rahmen des europäischen Nuklearmedizinerkongresses (EANM) in Barcelona an fünf Nuklearmediziner aus Italien, den Niederlanden und Schweden verliehen worden. Prämiert wurden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der onkologischen Diagnostik.

Der von der Eckert & Ziegler AG in Zusammenarbeit mit der European Association for Nuclear Medicine (EANM) durchgeführte und mit Preisgeldern in Höhe von je 1.000 EUR dotierte Wettbewerb fand damit bereits zum neunten Mal statt. Aus den insgesamt 717 Einsendungen wählte die siebenköpfige Jury der EANM die folgenden fünf Laureaten aus:

Francesco Ceci, Italien: 68Ga-PSMA PET/CT for early restaging prostate cancer. Preliminary results of a prospective trial in patients with biochemical failure after radical therapy and PSA levels < 2 ng/mL

Francesco Cicone, Italien: Value of F-DOPA PET in the long term follow up of radionecrotic brain metastases after radiosurgery: comparison with MRI

Sandra Heskamp, Niederlande: SPECT/CT imaging of the PD-1/PD-L1 immune checkpoint pathway in syngeneic murine tumor models

Egesta Lopci, Italien: Prognostic significance of molecular and imaging biomarkers in primary brain tumors

Bogdan Mitran, Schweden: Feasibility of in vivo imaging of VEGFR2 expression using high affinity antagonistic biparatopic affibody construct ZVEGFR2-Bp2

„Mit dem Eckert & Ziegler Reisepreis möchte Eckert & Ziegler junge Forscher unterstützen, ihre Forschungsergebnisse in der medizinischen Bildgebung einem breiten Publikum zugänglich zu machen und bald in erfolgreiche Diagnose- und Therapieverfahren umzuwandeln“, erklärte
Dr. André Heß, Mitglied des Vorstands der Eckert & Ziegler AG und verantwortlich für das Segment Radiopharma.

Weitere Informationen zum Eckert & Ziegler Reisepreis finden Sie hier:
http://www.ezag.com/de/startseite/ueber-uns/gesellschaftliches-engagement/reisepreis.html\n

Foto: EZAG

heilen / 18.10.2016
Die Charité ist erneut Deutschlands beste Klinik

Zum fünften Mal in Folge hat die Charité – Universitätsmedizin Berlin den ersten Platz im Klinikranking des Nachrichtenmagazins Focus erreicht. Sie bestätigt damit das starke Ergebnis aus den Vorjahren. Für die „Klinikliste 2017“ wurden im nationalen Vergleich wieder über 1000 Krankenhäuser bewertet – damit gilt das Ranking als größtes im deutschsprachigen Raum.

In die Wertung fließen die Ergebnisse der medizinischen Leistungen aus den Qualitätsberichten und die Qualifizierung des Personals ebenso ein wie das Patientensicherheitsmanagement. Als weitere wichtige Kriterien gingen auch die systematischen Befragungen von 14.000 Fachärzten in Deutschland nach den besten Einrichtungen für bestimmte Therapien aus ihrem Fachgebiet ein.

Auf den weiteren Plätzen in der Gesamtwertung folgen das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, das Universitätsklinikum Dresden und das Universitätsklinikum Heidelberg. Bewertet wurden die Fachgebiete Kardiologie, Herzchirurgie, Orthopädie, Geburtshilfe, Brustkrebs, Lungenkrebs, Darmkrebs, Prostatakrebs, Strahlentherapie, Alzheimer, Parkinson, multiple Sklerose, Depression, Angststörungen, Zwangsstörungen und Diabetes. In der Mehrzahl der untersuchten 16 Fachgebiete schneidet die Charité dabei herausragend ab.

Die Spitzenplatzierung nahm das Management erfreut auf. Dr. Jan Steffen Jürgensen, der als Geschäftsführer des Vorstands auch das klinische Qualitäts- und Risikomanagement der Charité verantwortet, kommentierte das Ergebnis: „Teamwork ist die Basis für diesen Erfolg. Dieser wird nur durch die professionelle Zusammenarbeit hochqualifizierter Pflegeexperten mit ärztlichen Spezialisten möglich.“ Als weiteren Garanten für höchste Behandlungsqualität und -sicherheit nennt er die Schwerpunktbildung der Charité: „In den letzten Jahren ist es gelungen, die fachliche Schwerpunktbildung an den Campi Benjamin Franklin, Charité Mitte und Virchow-Klinikum konsequent voranzutreiben. Durch diese Konzentration und Fokussierung ist jeweils eine sehr hohe Erfahrung und Expertise der Kliniker für spezielle Eingriffe vorhanden, die sich in guten Ergebnissen widerspiegelt.“

Der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Karl Max Einhäupl hebt hervor: „An die Spitze zu kommen, ist schwer. Diese Position als Klinikum über gleich mehrere Jahre zu halten, vielleicht noch schwerer. Für das großartige Ergebnis danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Charité. Ich sehe die TOP-Platzierung als Ansporn, die hervorragenden medizinischen Ergebnisse zukünftig auch mit verbessertem Komfort für unsere Patienten zu verbinden. Mit dem Abschluss der Sanierungsmaßnahmen am Campus Charité Mitte erreichen wir einen weiteren Meilenstein auf diesem Weg.“

Sandra Scheeres, Wissenschaftssenatorin und Aufsichtsratsvorsitzende der Charité, begrüßt das Abschneiden der Berliner Universitätsmedizin: „Der 1. Platz der Charité im Focus-Ranking ist keinesfalls ein Selbstläufer, sondern in jedem Jahr das Ergebnis harter Arbeit und der richtigen Weichenstellungen. Größe, exzellente Qualität und Engagement – das sind die Erfolgsfaktoren für die Spitzenstellung der Charité. In den nächsten Jahren werden wir diesen Weg als Politik durch die Gestaltung der Rahmenbedingungen unterstützen. Dazu zählen die notwendigen Investitionen; profitieren wird die Charité zukünftig auch verstärkt vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung. Für Berlin und Deutschland wird die Charité immer bedeutsamer.“
 

leben, heilen / 14.10.2016
Neuer Rettungswagen-Standort der Berliner Feuerwehr in Berlin-Buch übergeben

Die feierliche Schlüsselübergabe des neuen RTW-Standortes (RTW: Rettungstransportwagen) auf dem Gelände des HELIOS Klinikums Berlin-Buch erfolgte am 6. Oktober 2016 durch Professor Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, an Jörg Dehl, stellvertretender Direktionsleiter der Berliner Feuerwehr Direktion Nord, waren Marion Neumann aus der Landesbranddirektion, zuständig für den Bereich Bau und Grundstücke, Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Buch und Vertreter der Feuerwache Berlin-Weißensee.

Die Eröffnung des neuen RTW-Standortes der Berliner Feuerwehr auf dem Gelände des HELIOS Klinikums Berlin-Buch optimiert die Notfallversorgung der Bevölkerung im Berliner Norden. „Eine historische Remise auf dem traditionsreichen Klinikcampus C.W. Hufeland wurde eigens dafür unter Leitung unserer Abteilung Technik denkmalgerecht von Grund auf saniert und komplett neu ausgebaut“, sagt Dr. Sebastian Heumüller, Klinikgeschäftsführer im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.
Prof. Dr. med. Christian Wrede, Chefarzt und Leiter des Notfallzentrums, ergänzt: „Mein gesamtes Team und ich freuen sich auf die Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Buch und der Feuerwache Weißensee, die die Betreuer dieses RTW-Standortes sind.“
Zum Behandlungsspektrum seines Teams gehören akute Erkrankungen und Unfallverletzungen von Erwachsenen und Kindern sowie von Patienten aller Altersgruppen mit lebensbedrohlichen Zuständen. Fest integriert in das Berlin-Bucher Notfallzentrum sind optimale Behandlungsabläufe zur sofortigen, umfassenden Versorgung von Patienten mit lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und schwersten Verletzungen. Die „Chest Pain Unit“, die „Stroke Unit“ und das überregionale Traumazentrum sind seit Jahren zertifiziert.

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Foto: Der Ärztliche Direktor Professor Dr. med. Henning Baberg übergibt die Schlüssel für den neuen RTW-Standort in Berlin-Buch an Jörg Dehl, stellvertretender Direktionsleiter der Feuerwehr Direktion Nord. (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

forschen / 11.10.2016
Weshalb Nacktmulle keinen Entzündungsschmerz empfinden

Bei Verletzungen und Entzündungen entwickeln Nacktmulle nicht die normale Überempfindlichkeit gegenüber Temperatur-Reizen. Dafür ist eine winzige Veränderung im Rezeptormolekül TrkA verantwortlich, fand ein Forschungsteam vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) nun heraus. Die Ergebnisse haben auch Bedeutung für die Schmerztherapie beim Menschen.

Bei einer Entzündung oder Verletzung wird das umgebende Gewebe überempfindlich – eine wichtige Warnfunktion des Körpers, um weitere Verletzungen zu verhindern. Auch Temperatur-Reize verursachen Schmerzen auf entzündeter Haut, was „thermische Hyperalgesie“ genannt wird.

Nacktmulle, unter extremen Bedingungen in unterirdischen Gängen lebende Nagetiere, sind jedoch gegenüber Entzündungsschmerzen immun. Weshalb das so ist, haben Dr. Damir Omerbašić und Dr. Ewan St. J. Smith aus dem Forschungsteam von Prof. Gary Lewin vom MDC nun herausgefunden und im Fachjournal Cell Reports vorgestellt.

Nervenwachstum und Hyperalgesie
Von zentraler Bedeutung für die Hyperalgesie ist der Signalstoff NGF, ein „Nervenwachstumsfaktor“, der vor allem während der Embryonalentwicklung neue Nerven sprießen lässt. Auch bei Entzündungen oder Verletzungen wird NGF ausgeschüttet. NGF bindet an ein Eiweißmolekül – den TrkA-Rezeptor – auf der Oberfläche von spezialisierten Nervenzellen, die für die Schmerzwahrnehmung zuständig sind. TrkA leitet dieses Signal ins Innere der Nervenzelle weiter. Dort wird eine Kaskade biochemischer Signale ausgelöst, die die Zelle überempfindlich gegenüber thermischen Reizen macht.

Der veränderte TrkA-Rezeptor der Nacktmulle
Wie die Forscher herausfanden, ist der TrkA-Rezeptor in Nacktmullen etwas anders aufgebaut als in anderen Säugetieren. Der Rezeptor besitzt einen Teil, der ins Innere der Zelle ragt und dort mit weiteren Molekülen interagiert. Diese Region ist bei allen Säugetieren quasi identisch, nur bei Nacktmullen sind einige wenige Eiweißbausteine verändert.

Durch diese kleine Abweichung wird der TrkA-Rezeptor bei Nacktmullen träge. Wie die Forscher zeigten, wird die Signalkaskade erst bei zehnfach erhöhter NGF-Konzentration angestoßen, die Überempfindlichkeit also viel später ausgelöst.

Ein evolutionärer Sweet Spot?
Beeinträchtigungen des TrkA-Rezeptors können bei anderen Säugetieren zu einer starken Degeneration des Nervensystems während der Embryonalentwicklung führen. „Das Nervensystem der Nacktmulle entwickelt sich normal, weil deren TrkA-Rezeptoren nicht vollständig ausfallen, sondern nur eingeschränkt funktionieren“, erläutert der Projektleiter Gary Lewin das Ergebnis. „Die Evolution scheint eine TrkA-Variante gefunden zu haben, bei der zwar die Hyperalgesie stark gedämpft, aber die Entwicklung des Nervensystems nicht beeinträchtigt ist.“

Bei Entzündungen und Verletzungen wenig empfindlich zu sein, ist für die Nacktmulle von Vorteil – schließlich leben die Tiere dichtgedrängt in unterirdischen Gängen der afrikanischen Wüste. Sie pflegen grobe Umgangsformen untereinander, um sich im sozialen Gefüge zu behaupten.

Auch für Menschen sind die neuen Ergebnisse bedeutsam. In klinischen Studien helfen Substanzen, welche die Bindung von NGF an TrkA unterbinden, äußerst effizient gegen chronische Schmerzen. „Unsere Arbeit ist Grundlagenforschung, die auch bei der Suche nach neuen Therapien helfen könnte“, sagt Gary Lewin.

 

Damir Omerbasic et al. (2016): „Hypofunctional TrkA Accounts for the Absence of Pain Sensitization in the African Naked Mole-Rat.“ Cell Reports 17. doi:10.1016/j.celrep.2016.09.035

Damir Omerbašić und Ewan St. J. Smith haben gleichermaßen zur Arbeit beigetragen. Die Arbeit wurde aus Mitteln des Europäischen Forschungsrates (ERC) und von der Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert.


Foto: Ein Nacktmull im Labor. (Bild: Laura-Nadine Schuhmacher, Universität Cambridge)

forschen, investieren / 07.10.2016
Neue Wege der Forschung

Interview mit Prof. Dr. Martin Lohse, Vorsitzender des Vorstands und Wissenschaftlicher Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft


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Herr Prof. Lohse, welches waren Ihre ersten Eindrücke vom MDC und vom Campus in Ihrer neuen Funktion?

Ich habe mich darüber gefreut, wie offen ich hier aufgenommen wurde, wie viele Vorschläge und Initiativen es gegeben hat, die an mich herangetragen wurden. Das MDC, aber auch andere Einrichtungen des Campus haben es sehr positiv aufgenommen, dass jemand Neues kommt und Lust hat, mit den verschiedenen Akteuren hier gemeinsam Dinge in Angriff zu nehmen.

Werden Sie am MDC weiterhin wissenschaftlich tätig sein?

Ich will das so weit wie möglich zu erhalten versuchen. Ich bin Wissenschaftler aus Überzeugung und es ist mir wichtig, dass mich die Arbeitsgruppenleiter und auch die anderen, die am MDC arbeiten, als Wissenschaftler verstehen. Es ist wichtig, dass wir eine Sprache sprechen und die Anliegen, die wir haben, gemeinsam als Wissenschaftler diskutieren. Ich denke, nur so kann man dieses Zentrum glaubwürdig führen.

Mit welchen Forschungsthemen soll sich das MDC künftig profilieren?

Wir haben mit den Arbeitsgruppenleitern des MDC einen Diskussionsprozess begonnen, um künftige Forschungsthemen zu definieren und zu überlegen, welche neuen Technologien aufgebaut werden sollen. Als wesentlicher Schwerpunkt ist festzuhalten, dass wir uns vor allem organübergreifenden Erkrankungen widmen wollen, also Erkrankungen, die man nur dann verstehen und behandeln kann, wenn man mehr als das Organ betrachtet, das primär befallen zu sein scheint. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist die chronische Herzschwäche: Hier behandelt man viele andere Organe, aber nicht – oder nur ganz wenig – das kranke Herz. Nur wenn man den ganzen Organismus im Blick hat, funktioniert die Therapie. Dies lässt sich auch an folgendem Beispiel zeigen: Wir haben kürzlich einen biochemischen Mechanismus beschrieben, der zum Wachstum des Herzmuskels führt und dadurch eine bestimmte Form der Erkrankung auslösen kann. Dieser Mechanismus scheint aber auch in Tumoren bösartiges Wachstum zu fördern. Wir hoffen, dass wir diesen Mechanismus eines Tages blockieren können, müssen uns dafür aber über mögliche Nebenwirkungen im Klaren sein. Würde diese Form der Behandlung von Krebs beispielsweise dazu führen, dass das Herz aufhört zu wachsen? Für eine solche Herangehensweise in der Medizin, die in Zukunft besonders erfolgversprechend und wichtig sein wird, ist das MDC die ideale Einrichtung. Hier gibt es sehr verschiedene Expertisen und Technologien, viele Blickweisen auf den menschlichen Organismus, die im Zusammenspiel ein integratives Verständnis von Erkrankungen ermöglichen können.

Welche Technologien werden künftig eine Rolle spielen?

Als Vorreiter in der biomedizinischen Forschung müssen wir immer wieder neue Technologien aufgreifen und auch selbst entwickeln, um Entdeckungen voranzutreiben. Es ist wichtig, dass man uns nicht nur als Forschende wahrnimmt, die interessante und aufregende Ergebnisse erarbeiten, sondern ebenso als diejenigen, die Technologien voranbringen – auch im internationalen Kontext. Ein Beispiel sind die neuen Techniken der Mikroskopie, die ich hier gern etablieren möchte. Sie ermöglichen ein ganz neues Verständnis von Gesundheits- und Krankheitsvorgängen, weil man Strukturen im lebenden Organismus sichtbar machen kann, die man vorher gar nicht kannte. Deswegen wollen wir in den nächsten Jahren verschiedenen Verfahren der Bildgebung mehr Raum geben.

Mit dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und dem Berliner Institut für  Gesundheitsforschung (BIH) ist das MDC eng mit der Charité verbunden. Wie wird sich die weitere Zusammenarbeit gestalten?

Das ECRC ist eine eingespielte Struktur, die sich sehr positiv entwickelt hat, und die für das MDC sehr wichtig ist – als der bisherige Kristallisationspunkt, an dem sich Kliniker und Grundlagenforscher treffen, wo Methoden und Fragen ausgetauscht werden können und der gegenseitigen Inspiration dienen. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie translationale Forschung funktionieren kann.
Das BIH muss als Struktur neu aufgebaut werden, das ist eine riesige Aufgabe für alle beteiligten Akteure. Derzeit befindet sich das BIH in dem Prozess, sich einen wissenschaftlichen Fokus zu geben. Dieser soll vor allem darauf beruhen, dass große Datenmengen über einzelne Patienten und Patientengruppen erhoben werden, um neue Erkenntnisse über Erkrankungen zu gewinnen. Das MDC und auch das ECRC verfolgen bisher einen komplementären Ansatz, nämlich aufgrund weniger Daten hypothesengetrieben zu arbeiten. Diese beiden Ansätze sollen sich ergänzen: Das BIH wird aus einem großen Pool an Daten Hypothesen generieren und damit Material schaffen, welches das MDC und auch die Gruppen, die sich im ECRC zwischen Charité und MDC zusammenfinden, aufgreifen und experimentell belegen oder widerlegen können. In diesem Zusammenwirken von daten- und hypothesengetriebenem Arbeiten können wir gemeinsam erfolgreich sein.
Es wird künftig vom BIH geförderte Forschungsprojekte geben, aber auch viele Projekte, die ihre Finanzierung aus anderen Quellen bestreiten. Das wird so sein innerhalb der Charité und auch innerhalb des MDC, und erst alles zusammen generiert dann das volle Spektrum dessen, was an medizinischer Forschung heute machbar, interessant und von Bedeutung ist.

Welche Schwerpunkte sehen Sie bei der künftigen Entwicklung des Wissenschafts- und Biotechcampus?

Die Erfahrung der letzten Jahre hat in Deutschland, aber auch im Ausland gezeigt, dass es nur wenige Stellen gibt, an denen eine Biotech-Gründerszene erfolgreich sein kann. Führend sind Martinsried,
Heidelberg und Berlin, genauer Berlin-Buch. Der Campus Buch bietet ideale Voraussetzungen dafür, dass Ergebnisse aus der Grundlagenforschung ihren Weg in die Anwendung finden. Dazu gehören
die enge Zusammenarbeit mit klinischen Forschern im ECRC und BIH sowie der BiotechPark mit seiner etablierten Infrastruktur. Um dieses Potenzial bestmöglich zu nutzen, wollen wir Ausgründungen auf dem Campus fördern und verstärkt mit etablierten Industriepartnern kooperieren.

Wie wollen Sie Ausgründungen fördern?

Es gibt am MDC eine ganze Reihe von Entdeckungen, die sich als medizinische Technologien oder Arzneimittel eignen würden. Wir überlegen, wie wir solche Themen und Projekte mit möglichst großen Chancen auf eine Zukunft umsetzen können. Ein Schritt in diese Richtung ist es, einige davon als Pilotprojekte zu realisieren und dabei zu lernen, was gut funktioniert.
Es gibt viele Aspekte, die man bedenken muss: Wie nimmt so ein Projekt seine ersten Schritte, weg vom Ziel der Publikation, hin zum Ziel eines Patents? Wie wird aus einem Patent ein Projekt, das externe Fördergelder für die Unternehmensgründung akquirieren kann? Wie bieten wir Forschenden, die in solche Projekte gehen wollen, eine Perspektive? Könnten wir Zwischenstufen zwischen der akademischen Forschung und der Gründung etablieren? Es wäre nicht nur zu wünschen, dass Forschende in die Firmen gehen, sondern auch, dass Leute aus den Firmen mit Ideen ans MDC kommen. Daher überlegen wir, einen Inkubator zu errichten, in dessen Rahmen man anwendungsorientierte Projekte auf den Weg bringen und sehen kann, ob sie Erfolg haben, bevor man sehr viel Geld von außen braucht.

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Interview: Christine Minkewitz
Foto: Bettina Flitner/MDC

forschen / 07.10.2016
Vom Lebenszyklus der Proteine: Systembiologische Studie entdeckt, dass viele Proteine mit der Zeit stabiler werden

Manche Proteine haben eine ungewöhnliche Eigenschaft: Je älter sie werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie abgebaut werden. Dieses überraschende Ergebnis hat nun ein Forschungsteam vom Max-Delbrück-Centrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) im Fachjournal Cell veröffentlicht. Sie haben zum ersten Mal den Lebenszyklus tausender Proteine verfolgt. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung sind für Krankheiten relevant, bei denen zu viele Genkopien vorliegen.

Im Laufe ihres Lebens erfüllen Proteine vielfältige Aufgaben, am Ende werden sie gezielt entsorgt. Nach der vorherrschenden Theorie haben alte und junge Proteine dasselbe Risiko, abgebaut zu werden. Tatsächlich verhält sich ein Teil der Proteine in der Zelle ganz anders. Etwa ein Zehntel der untersuchten Proteine wird mit zunehmendem Alter stabiler.

Diesen überraschenden Befund stellte ein internationales Forschungsteam um Prof. Matthias Selbach vom MDC und der Charité – Universitätsmedizin Berlin und Partnern vom Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in der renommierten Fachzeitschrift Cell vor.

Das Leben der Proteine verfolgt
Den Lebenszyklus der Proteine verfolgten die Forscher in Kulturen von Menschen- und Mauszellen mithilfe von Massenspektrometern und erhielten so einen Überblick über den Zeitverlauf der Abbauprozesse von Proteinen. Die Forscher fanden heraus, dass bestimmte Sorten von Proteinen im Überschuss hergestellt werden. Ein Großteil der Neuproduktion wird gleich wieder abgebaut, während der Rest stabil bleibt.

Die Folgen einer Überdosis Gene
Die Ergebnisse sind auch für Erkrankungen relevant, bei denen zu viele Kopien von manchen Genen vorliegen. Das ist zum Beispiel bei Trisomien der Fall: hier liegen ganze Chromosomen nicht zwei-, sondern dreimal vor und es werden dementsprechend auch zu viele Proteine produziert. Das führt häufig zu einem inneren Ungleichgewicht und zu Stress für die Zelle.

Für die Proteine mit den neu entdeckten Eigenschaften gilt das aber offenbar nicht. Liegen für diese zu viele Genkopien vor, baut die Zelle die überschüssig produzierten Proteine einfach ab und stellt so das Gleichgewicht wieder her. „Wir können jetzt den Zusammenhang zwischen Gendosis und daraus resultierender Proteinmenge besser erklären“, erläutert Studienleiter Selbach.

Die Trisomie des Chromosoms 21 führt zum Down-Syndrom, während Trisomien anderer Chromosomen gravierendere Folgen haben. Die Schwere der Konsequenzen entscheidet sich womöglich anhand des Lebenszyklus der Proteine, die auf dem betroffenen Chromosom kodiert sind. Selbach möchte das Thema daher weiter vertiefen: „Wir schauen uns nun weitere Zellen mit Erbgutveränderungen an, um die Folgen von vervielfachten Genabschnitten besser zu verstehen.“

Erik McShane, Celine Sin, Henrik Zauber, Jonathan N. Wells, Neysan Donnelly, Xi Wang, Jingyi Hou, Wei Chen, Zuzana Storchova, Joseph A. Marsh, Angelo Valleriani and Matthias Selbach (2016): „Kinetic analysis of protein stability reveals age-dependent degradation.“ Cell 167. doi:10.1016/j.cell.2016.09.015\n

Abbildung: Fluoreszierende Chromosomen unter dem Mikroskop. Das Chromosom 11 ist magenta, das Chromosom 5 grün gefärbt, beide liegen dreifach statt zweifach vor. Alle anderen Chromosomen erscheinen blau. (Bild: Nelly Donnelly, MPI für Biochemie)

forschen / 07.10.2016
MDC-Forscher entdecken neue Regulationsebene bei wichtigem Protein

Die Proteinkinase A (PKA) ist ein wichtiges Signalenzym, das sich im ganzen Körper findet und an vielen zellulären Prozessen beteiligt ist. Sie galt bislang als umfassend untersucht. Ein Forschungsteam des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat nun eine neue Regulationsebene der PKA entdeckt und diese Ergebnisse in Nature Communications veröffentlicht.

Das MDC-Forschungsteam um Dr. Oliver Rocks untersucht Steuerungsmechanismen, die den Umbau des Zellskeletts kontrollieren. Bei einem Screening von Proteinen, die an diesem Prozess beteiligt sind, machten sie eine ungewöhnliche Entdeckung. So beobachteten die Wissenschaftler, dass eines dieser Proteine die katalytische Untereinheit der PKA bindet. „Es hat uns überrascht, diese Untereinheit als Bindungspartner zu finden, denn in der Regel ist für die Signalsteuerung der PKA die regulatorische Untereinheit zuständig“, berichtet der Forscher.

Im klassischen Modell der PKA-Regulation docken die regulatorischen an den katalytischen Untereinheiten an und hindern diese daran, Signale zu senden. Die katalytischen werden von den regulatorischen Untereinheiten nur dann freigegeben, wenn die Zelle ein Signal erhält, das den Spiegel des zellulären Botenstoffs cAMP steigen lässt. cAMP bindet an die regulatorischen Untereinheiten und bringt diese so dazu, die katalytischen Untereinheiten freizugeben.

Im Screening band die katalytische Untereinheit der PKA (PKAC) an ein Protein namens ARHGAP36. Dr. Rebecca Eccles hat im Rahmen ihrer Promotion im Labor von Dr. Oliver Rocks untersucht, wie ARHGAP36 mit PKAC interagiert. Sie arbeitete zusammen mit anderen Wissenschaftlern vom MDC, vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), sowie Kooperationspartnern der Universität Liverpool. Die Forscherin entdeckte, dass ARHGAP36 die PKAC auf zwei Arten ausschalten kann: zum einen, indem es an sie bindet und ihre Aktivität blockiert, zum anderen indem es sie auf den Weg zu einem der Abfallschredder der Zelle schickt.

Die Aufgabe der PKA in der Zelle ist die Weiterleitung von Signalen, was die katalytische Untereinheit durch die Aktivität der Kinase erledigt – Kinasen hängen ein Phosphat-Molekül an ihre Zielproteine (Substrate). ARHGAP36 hindert die PKAC, ihre Substrate zu binden, ähnlich, wie ein im Schloss steckender Schlüssel das Öffnen der Tür verhindert. Da die PKA in fast allen Geweben vorkommt, wollten die Forscher wissen, wo und wann sie durch ARHGAP36 gehemmt wird. „ARHGAP36 ist ein starker Inhibitor, es ist also wichtig, dass es die PKA nicht einfach überall ausschaltet", erklärt Dr. Oliver Rocks. Er und sein Team fanden heraus, dass ARHGAP36 nicht ständig in sämtlichen Zellen vorhanden ist – seine Expression ist vielmehr recht eingeschränkt, zum Beispiel auf embryonale Muskelzellen.

Abnormal viel ARHGAP36 findet sich außerdem bei mindestens einem der vier Subtypen des Medulloblastoms, der am meisten verbreiteten Art von Hirntumoren bei Kindern. Auch beim Neuroblastom, einer weiteren häufigen Krebserkrankung des Nervensystems bei Kindern, ist dieses Protein in den Zellen in unnatürlich hoher Zahl vorhanden. Die genaue biologische Rolle von ARHGAP36 ist noch nicht verstanden, aber es liegt nahe, dass es an der Muskelentwicklung und bei manchen Krebsarten am Tumorwachstum beteiligt ist. So könnten Änderungen im PKA-Signalsystem bei vielen Krebsarten das Tumorwachstum beeinflussen. Zu verstehen, wie Signalwege gesteuert werden, kann auch bei der Medikamentenentwicklung von Nutzen sein. Über diese Wege lassen sich Proteine indirekt angreifen – und so Enzyme blockieren, die sonst schwer erreichbar sind.

Rebecca L. Eccles et al. (2016): „Bimodal antagonism of PKA signalling by ARHGAP3.“ Nature Communications. doi:10.1038/NCOMMS12963

Rebecca L. Eccles und Maciej T. Czajkowski haben gleichermaßen zur Arbeit beigetragen.

forschen, investieren, produzieren, leben, heilen / 05.10.2016
Regierender Bürgermeister Michael Müller besucht Campus Berlin-Buch



Am 05. Oktober 2016 besuchte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und den Campus Berlin-Buch.
 
„Sie haben viel vor, das freut mich“, so eröffnete Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller das Gespräch mit dem Vorstand des MDC bei seinem heutigen Besuch auf dem Campus in Berlin-Buch. „Ja – und wir haben großes Potenzial“, antwortete Professor Martin Lohse, Wissenschaftlicher Vorstand des MDC.
 
Drei Schwerpunkte stellte Lohse dem Regierenden Bürgermeister vor.
 
Zum einen solle in Buch der Technologietransfer weiter ausgebaut werden. Hier bestehe, so Lohse, ein geschützter Raum zur Weiterentwicklung von Ausgründungen. Häufig seien diese zu Beginn noch auf die enge Anbindung mit einem Labor angewiesen.
 
Als zweites Desiderat benannte der MDC-Vorstand die Etablierung neuer Technologien durch den Einsatz hochauflösender Elektronenmikroskope, die in Berlin im Unterschied zu anderen Wissenschaftsstandorten in Deutschland nicht vorhanden seien. Im Sinne der Standortstärkung wolle sich das MDC gemeinsam mit universitären Partnern um die Anschaffung derartiger Großgeräte bemühen.
Als dritten Schwerpunkt nannte Lohse die tierexperimentelle Forschung, die durch die für 2017 geplante Eröffnung des neuen MDC-Tierhauses auf dem Campus einen weiteren Schub im Sinne der wissenschaftlichen Erkenntnisse und eines verbesserten Tierschutzes erleben werde. Begleitende Dialogveranstaltungen und die Weiterentwicklung alternativer Methoden seien geplant.
 
An einen kurzen Campus Rundgang schloss sich ein Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Campus-Betreibergesellschaft, des Bucher Bürgervereins, der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft, sowie dem Vorstand von Eckert und Ziegler, Strahlen- und Medizintechnik AG, an. Dabei wurde erneut deutlich gemacht, dass die vorhandenen Netze der technischen Infrastruktur des Campus Berlin-Buch überlastet sind und nicht mehr dem technischen Standard entsprechen.
 
Ein weiteres Thema war die Entwicklung des Gesundheitsstandortes Buch im Ganzen. Der Regierende Bürgermeister mahnte einen abgestimmten Gesamtplan für die Quartiersentwicklung Berlin-Buch an. „Ihr eigentliches Problem“, so Müller wörtlich, „ist die Entwicklung zu einem lebendigen, attraktiven Stadtteil.“ Dazu gehöre vorrangig auch die bessere Verkehrsanbindung. Ansonsten bliebe der Campus Buch mit seinen hochqualifizierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein UFO. 
 
Müller ermutigte die Anwesenden, gemeinsam und rasch Strategien und Planungen abzustimmen, um mit einem Gesamtkonzept die Entwicklung des Stadtteils voranzutreiben. „Mir ist Berlin als Wissenschaftsstandort sehr wichtig. Die Politik hat hier in den letzten Jahren schon viel getan, aber auf diesen Erfolgen wollen wir uns nicht ausruhen. Gerade hier in Buch gibt es viel Potenzial, das wir gemeinsam noch entwickeln können“, so der Regierende Bürgermeister.
 
Foto: Der Administrative Vorstand des MDC, Dr. Heike Wolke, der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und der Wissenschaftliche Vorstand des MDC, Prof. Martin Lohse (v. l. n. r.) vor der Büste Max Delbrücks. (Bild: Anyess von Bock/MDC)

forschen / 04.10.2016
Forschung zur Autophagie: Medizin-Nobelpreis für Yoshinori Ohsumi

Der Japaner Yoshinori Ohsumi wird für die Entdeckung des Autophagie-Mechanismus ausgezeichnet. Volker Haucke wurde in den folgenden Beiträgen als Experte befragt:

 
Berliner Zeitung

Süddeutsche Zeitung

Welt.de

ntv.de

Deutschlandfunk

Wirtschaftswoche

DAZ.online

Science

 
Kontakt\n


Prof. Dr. Volker Haucke
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie
Telefon: 0049-30-947 93 100
E-mail: haucke@fmp-berlin.de

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Silke Oßwald
Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
E-mail: osswald@fmp-berlin.de
Tel.: 0049 30 94793-104

forschen / 04.10.2016
Weshalb Tumore der Immuntherapie entkommen

Gemeinsame Pressemitteilung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung

Die Immuntherapie gegen Krebs ist eine neue vielversprechende Therapieform. Bei vielen Patienten treten jedoch nach der Therapie erneut Tumoren auf. Ein Forschungsteam vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin erklärt nun in der aktuellen Ausgabe des Journal of Experimental Medicine, weshalb manche Tumoren wiederkehren, und wie dies verhindert werden kann. Die Erkenntnisse helfen bei der Wahl geeigneter Angriffspunkte für die Immuntherapie. 

Eine Form der Immuntherapie gegen Krebs ist die T-Zellrezeptor-Gentherapie. Hier werden bestimmte Immunzellen, sogenannte T-Zellen, aus dem Blut entnommen, im Reagenzglas spezifisch gegen die Krebszellen ausgerichtet und zurück in die Blutbahn der Erkrankten gegeben. Dort finden und zerstören die T-Zellen den Tumor. Bei bestimmten Krebsarten war dieses Verfahren in klinischen Studien erfolgreich, jedoch traten bei den Behandelten oft wieder neue Tumoren auf.

„Die Tumoren werden von den T-Zellen nicht erkannt“, beschreibt Dr. Ana Textor das Problem. Die Postdoc-Forscherin im Team von Prof. Thomas Blankenstein am MDC und der Charité ist Erstautorin der aktuellen Studie. „Wir wollten herausfinden, wie man erreichen kann, dass die Krebserkrankungen nach der Therapie seltener wieder auftreten“, sagt die Biologin.

T-Zellen töten andere Zellen mit bestimmten Oberflächenmerkmalen

Um dieses Ziel zu erreichen, konzentrierte sich die Forscherin auf bestimmte Moleküle auf der Oberfläche der Zellen, die Epitope. Diese stehen im Zentrum der Immunantwort. Sie werden im Inneren der Zelle hergestellt, indem spezialisierte Enzyme andere Proteine in kurze Fragmente aufspalten und an die Oberfläche der Zelle bringen. Bei Krebs sind Proteine durch Mutation krankhaft verändert – auch diese werden auf der Zelloberfläche als sogenannte „Neo-Epitope“ präsentiert. Trägt eine Zelle ein Neo-Epitop, kann dieses von T-Zellen erkannt werden, welche die Zelle abtöten.

Bestimmte Epitope entkommen den geschärften T-Zellen

Für eine erfolgreiche T-Zellrezeptor-Gentherapie gilt es, T-Zellen mit Hilfe eines passenden Neo-Epitops zu trainieren. Hierfür werden T-Zellen auf ein passendes Neo-Epitop angesetzt und so geschärft, dass diese den Tumor erkennen und zerstören können.

Die Forscher trainierten im Experiment zwei verschiedene T-Zell-Arten, die je eines von zwei Tumor-charakteristischen Epitopen erkannten. Eine der T-Zell-Arten zerstörte die Tumoren im Mausmodell dauerhaft. Nach der Behandlung mit der anderen T-Zell-Art kam es nach anfänglicher Tumorrückbildung zu einem Rückfall.

Epitope werden in der Zelle unterschiedlich hergestellt

Die Forscher stellten fest, dass in dem wiederaufgetretenen Tumor das Epitop nicht mehr in ausreichender Menge an der Zelloberfläche präsentiert wurde. Der Grund war, dass das Epitop in diesen Krebszellen nicht mehr korrekt enzymatisch zurechtgeschnitten wurde – in diesem Fall durch das Enzym ERAAP. ERAAP wird erst richtig aktiv, wenn die Zelle durch das Signalmolekül Interferon-Gamma stimuliert wird. Die Tumorzellen waren gegenüber Interferon-Gamma allerdings unempfindlich, und konnten von den T-Zellen nicht mehr erkannt werden, weil sie das Epitop nicht mehr herstellten.

Das Epitop auf den Zellen des erfolgreich bekämpften Tumors benötigte dagegen keine Verarbeitung durch ERAAP, und war daher auch von einer Stimulation durch Interferon-Gamma unabhängig.

Die neuen Erkenntnisse sind somit ein entscheidender Schritt zu einer erfolgreicheren Anwendung der T-Zellrezeptor-Gentherapie, wie Ana Textor erklärt: „Epitope, die keine Bearbeitung durch das Enzym ERAAP benötigen, sind daher vermutlich eine bessere Wahl für die Immuntherapie.“


Die Studie wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Sonderforschungsbereich-Transregio, SFB-TR36) gefördert.

Ana Textor et al. (2016): „Preventing tumor escape by targeting a post-proteasomal trimming independent epitope.“ Journal of Experimental Medicine. \n

Abbildung: T-Zellen greifen eine Krebszelle an. Bild: Alex Ritter, Jennifer Lippincott Schwartz and Gillian Griffiths, National Institutes of Health, CC-BY-NC.

Das Max-Delbrück-Centrum

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde im Januar 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats gegründet, um molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung zu verbinden. Es wurde nach dem Physiker, Biologen und Nobelpreisträger Max Delbrück benannt. Das MDC hat derzeit mehr als 1.600 Beschäftigte aus nahezu 60 Ländern, davon sind mehr als 1.300 in der Wissenschaft tätig. Das Budget des MDC beträgt über 80 Millionen Euro, hinzu kommen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingeworbene Drittmittel in zweistelliger Millionenhöhe. Das MDC wird, wie alle Helmholtz-Einrichtungen, zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Sitzland finanziert.

Über das Berlin Institute of Health (BIH)

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Prognosen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

investieren, leben / 30.09.2016
EWG investierte 5,1 Millionen für Sanierung in Buch

Im September feierte die Erste Wohnungsgenossen- schaft Berlin-Pankow eG den Abschluss der umfangreichen Modernisierung von 120 Wohnungen im Röbell- und Pölnitzweg. Vier Häuser des Typs L57, die Anfang der 60er Jahre von der Genossenschaft errichtet wurden, sind in zwei Bauabschnitten rundum erneuert worden. Die farbigen, frisch gedämmten Fassaden lassen erkennen, dass die Häuser der EWG gehören. Während vorher nur ein Drittel der Wohnungen über Balkone verfügte, haben nun alle einen großzügigen Balkon. Erneuert wurden Dächer, Elektroleitungen und Wasserversorgung. Die neue zentrale Fernwärmeheizung mit integrierter Warmwasserbereitung kommt besonders denen zugute, die bisher noch Außenwandheizgeräte oder Öfen hatten. \n

Deutlich höhere Wohnqualität
Ein besonderes Privileg sind die großzügigen Grünflächen zwischen den Gebäuden, die im Anschluss an die Baumaßnahmen mit Wegen, Spielflächen und Bepflanzung attraktiv gestaltet werden sollen. „Wir haben erneut unseren Bestand an zeitgemäßem Wohnraum erhöht und den Wert der Häuser erhalten. Für die Mitglieder und Mieter bedeutet das eine deutlich höhere Wohnqualität bei vergleichsweise moderater Mietsteigerung, da hier eine sozialverträgliche Kappung der Erhöhungsbeträge erfolgte. Die Nettokaltmiete innerhalb des gesamten Wohnungsbestandes  der Genossenschaft beläuft sich derzeit auf durchschnittlich 5,29 Euro pro m² Wohnfläche und Monat und liegt damit deutlich unter dem Berliner Mietspiegel“, erklärt Vorstand Chris Zell.

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Beim Abschlussfest war bei allen Beteiligten die Freude über die gelungene Modernisierung zu spüren, die jeweils in drei Monaten über die Bühne ging. Mit dabei waren zahlreiche Genossenschaftsmitglieder, Mitglieder des Aufsichtsrates sowie Mitarbeiter der Baufirmen. Ein Bernauer Kindertanz-Ensemble trat mit Revuetänzen auf, es gab Musik und ein reichhaltiges Buffet. Bei der Festansprache dankte Vorstand Markus Luft allen Beteiligten am Baugeschehen, insbesondere aber den Mitgliedern und Mietern, die mit Lärm, Staub und Einschränkungen konfrontiert waren. „Das Ergebnis lässt sich sehen und ist eine gute Investition in die Zukunft“, so Markus Luft.

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Weitere Investitionen in Buch geplant
Gemäß der langfristigen Planung wird der Bestand in Buch bis 2025 weiterhin erneuert und nachfragegerecht gestaltet. In den kommenden Jahren sollen unter anderem  in der Karower Chaussee  201 - 229 sukzessive nachträglich Fahrstühle montiert und eine umfangreiche  energetische Modernisierung  in der  Groscurthstraße 18 - 28 durchgeführt werden. Der Wirtschaftsplan sieht für die genannten und weiteren geplanten Maßnahmen bis 2025 ein Investitionsvolumen in Höhe von rund acht Millionen Euro vor.

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Foto: Die EWG hat vier große Häuser in Buch saniert. (Foto: Christine Minkewitz)

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forschen, investieren, produzieren / 30.09.2016
Mit „Tub-tag“ können Proteine effizienter funktionalisiert werden – daraus könnte ein Start-up erwachsen

Spezialisierte Proteine, die bestimmte chemische Strukturen erkennen und an diese binden, sind für zahlreiche Anwendungen in den Lebenswissenschaften unverzichtbar. Die gezielte Veränderung solcher Proteine spielt etwa für neuartige Therapieformen bei Krebserkrankungen eine wesentliche Rolle. Ein Team um Prof. Christian Hackenberger vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie und Prof. Heinrich Leonhardt vom Biozentrum der Universität München hat eine neue Technologie entwickelt, mit der Proteine einfacher und effizienter als bisher therapeutisch einsetzbar gemacht werden können. Dafür nutzten die Wissenschaftler erstmals das Enzym Tubulin-Tyrosin-Ligase (TTL) und dessen natürliche Erkennungssequenz „Tub-tag“.\n

„Es ist uns gelungen, diese Erkennungssequenz aus dem natürlichen Kontext zu isolieren und in andere Proteine wie z.B. Antikörper zu integrieren, um sie für das Enzym TTL ansteuerbar zu machen“, so Dominik Schumacher, einer der Erstautoren dieser Ergebnisse. Erstmalig wurde dies anhand von kleinen stabilen Antikörperderivaten, Nanobodies, gezeigt, die im Labor von Prof. Leonhardt seit längerem erfolgreich entwickelt und eingesetzt werden. Da Nanobodies, die mit Tub-tag ausgestattet sind, vom Enzym TTL als Ziel erkannt werden, kann das Enzym auch eingesetzt werden, um synthetische Tyrosin-Derivate an die Nanobodies anzuhängen. Diese fungieren als chemische Adapter. In einem nächsten Schritt lassen sich beliebige Moleküle mit jeweils gewünschten Eigenschaften an das Adaptermolekül anfügen.

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Anwendung in der Krebstherapie

Neben vielen möglichen Anwendungen dieser Technik ist vor allem der Einsatz in der Krebstherapie vielversprechend. Diese Anwendung soll Basis einer Ausgründung der Beteiligten werden. „Wir wollen mit unserer Tub-tag-Technologie insbesondere ‚Antibody drug conjugates‘ herstellen. Das ist eine Kombination aus klassischer Chemotherapie mit zielgerichteten Proteinen, genauer, Antikörpern. Man versucht, die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu reduzieren, indem man den hoch toxischen Wirkstoff fest mit einem Antikörper verknüpft. Dieser liefert den Wirkstoff dann gezielt an der Krebszelle ab“, erklärt Dominik Schumacher. „Das Verknüpfen von Wirkstoff und Antikörper ist sehr komplex, und unsere Technologie ermöglicht dies wesentlich effizienter, als es bisher möglich ist.“ Mittels Tub-tag kann der Wirkstoff nicht nur exakt an den Zielort gebracht werden, sondern auch erstmals in größerer Menge, da mehr Wirkstoff moleküle an einen Antikörper geheftet werden können. Hierdurch wird die Krebstherapie deutlich effizienter, und die Erfolgsaussichten für den Patienten werden entscheidend erhöht.

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Ausgründung "Tubulis Technologies"

Gemeinsam mit dem Molekularbiologen Dr. Jonas Helma, ebenfalls Erstautor der Ergebnisse, bereitet Dominik Schumacher die Ausgründung intensiv vor. Im Juli erfolgte der Antrag auf Gründungsförderung im Rahmen des „EXIST-Forschungstransfers“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Mit dieser Unterstützung will das Team die technische Machbarkeit der Produktidee nachweisen und das Unternehmen „Tubulis Technologies“ gründen.
Die künftigen Gründer wurden außerdem neben neun anderen Start-Ups aus ganz Europa ausgewählt, am EIT Health Launch Lab 2016* teilzunehmen. Das achtwöchige Intensivprogramm unterstützt die vielversprechendsten Firmengründer aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik und eHealth bei der Entwicklung und Validierung ihrer Geschäftsidee in den wesentlichen Märkten Europas. „Im Rahmen des EIT Health Launch Lab sind wir in kürzester Zeit mit potenziellen Kunden in verschiedenen europäischen Ländern in Kontakt gekommen – das war eine großartige Chance, ein Gefühl für den Markt zu bekommen“, so Schumacher.

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Text: Christine Minkewitz

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Foto: Mit dabei beim EIT Health Launch Lab im Juli 2016: Gründerteam Dominik Schumacher (links) und Dr. Jonas Helma. (Foto: Thomas Koopman/YES!Delft)

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* EIT Europen Institute of Innovation & Technology: eithealth.eu

leben, heilen / 28.09.2016
Patientenfürsprecher/innen für Pankower Kliniken gesucht

Für die Kliniken des Bezirks Pankow, Evangelische Lungenklinik Berlin, HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Rheumaklinik Berlin-Buch (Immanuel-Krankenhaus), Maria Heimsuchung Caritas Klinik Pankow, Park-Klinik Weißensee und Vivantes – Klinikum sind die Stellen eines Patientenfürsprechers bzw. einer Patientenfürsprecherin neu zu besetzen.\n

Gemäß den Vorgaben des Landeskrankenhausgesetzes (LKG) ist es Aufgabe der Patientenfürsprecher, Wünsche, Beschwerden und Kritik der Patientinnen und Patienten über die medizinische, pflegerische und sonstige Versorgung im Krankenhaus aufzunehmen und diese Anliegen gegenüber dem Krankenhaus bzw. dem Krankenhausträger zu vertreten. Die Wahl erfolgt durch die Bezirksverordnetenversammlung.

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Es handelt sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit, für die Aufwandsentschädigung gezahlt wird. Die Bewerber/innen müssen im Bezirk Pankow wohnen und polizeilich gemeldet sein. Von ihnen wird unter anderem Engagement, Verhandlungsgeschick, Einfühlungsvermögen, selbstbewusstes und konfliktfähiges Auftreten, aktives Zugehen auf die Patienten und Kenntnisse von Beschwerdewegen erwartet; ebenso die Bereitschaft zur Fortbildung.

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Es wird eine regelmäßige Anwesenheit und die Erreichbarkeit im Krankenhaus erwartet. Interkulturelle Kompetenzen und/oder Fremdsprachenkenntnisse sind wünschenswert.

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Bewerbungen sind bis spätestens 15. Oktober 2016 an das Bezirksamt Pankow, Abt. Soziales, Gesundheit, Schule und Sport, QPK 4, Fröbelstr. 17, 10405 Berlin, zu senden.

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Weitere Informationen unter der Tel.: 030 90295 5881.

forschen / 26.09.2016
In Maßen genießen: Traubenfarbstoff schützt Zellen vor Alterung

– Gemeinsame Pressemitteilung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft und des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik –

Der Naturstoff Resveratrol aus roten Weintrauben ist berühmt wegen seiner potentiell gesundheitsfördernden Wirkungen. Diese Effekte entstehen jedoch nicht wegen der antioxidativen Wirkung der Substanz oder aufgrund der spezifischen Aktivierung bestimmter „Altersgene“, wie bisher angenommen. Vielmehr wirkt der Stoff pro-oxidativ und fördert durch die Bildung freier Radikale eine gezielte Umprogrammierung der Zelle, um sie gegen Stress zu schützen. Das konnten Wissenschaftler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik (MPIMG) nun unter anderem an Versuchen mit menschlichen Hautzellen zeigen.

Nahrungsergänzungsmittel mit Resveratrol, einem Farbstoff aus roten Weintrauben, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Resveratrol werden fast magische Effekte, insbesondere gegen Alterungsprozesse, Herzkrankheiten oder Alzheimer zugeschrieben. Zahlreiche Ergebnisse aus Zellversuchen und klinischen Studien konnten jedoch nicht reproduziert werden und ließen viele Fragen offen.

Dr. Sascha Sauer, der vor kurzem zusammen mit seinem Team vom MPIMG an das MDC und das Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) wechselte, hat nun zusammen mit Wissenschaftlern der Entwicklungsabteilung des Unternehmens Unilever eine mögliche Erklärung für die Wirkmechanismen von Resveratrol und die widersprüchlichen Ergebnisse gefunden. Die zugrundeliegende Studie wurde im Fachjournal Free Radical Biology and Medicine veröffentlicht.

Traubenfarbstoff wirkt pro-oxidativ

Als Sauers Team die Verhältnisse im Inneren des Körpers im Reagenzglas nachstellte, wirkte Resveratrol nicht anti-, sondern eher pro-oxidativ. „Im Experiment entstanden geringe Mengen eigentlich schädlichen Sauerstoffs, der die Zellen unter leichten Stress setzt. Das eingesetzte Resveratrol zerfiel dabei schnell und fast vollständig“, erklärt Sauer. „In der Vergangenheit hat man sich stark auf mögliche Wechselwirkungen von Resveratrol mit bestimmten Genen und Proteinen, sowie auf dessen vermutete antioxidativen Eigenschaften konzentriert“, so Sauer. Antioxidative Substanzen können aggressive Arten des Sauerstoffs –„freie Radikale“ – einfangen. „Unsere Versuche haben aber gezeigt, dass geringe Mengen an Resveratrol die Bildung von freien Radikalen sogar befördern.“

Zellen reagieren im Versuch mit Abhärtung

Als nächstes testeten die Forscherinnen und Forscher die Wirkung von unterschiedlichen Mengen Resveratrol auf Kulturen menschlicher Hautzellen, die auch für Tests von Kosmetika genutzt werden. In geringen Mengen wirkte Resveratrol auf die Zellen wie ein Stimulator, der sie gegenüber zusätzlichem oxidativen Stress trainierte und robuster als zuvor machte.

Dies konnte Sauers Team mithilfe einer Reihe biochemischer Kontrollexperimente nachweisen. Sie beobachteten auch, dass durch Resveratrol bestimmte Gene gezielt aktiviert wurden. Diese Aktivierung führte dazu, dass die Zellen ihr intrazelluläres Milieu in einen antioxidativen und „jugendlicheren“ Zustand versetzten.

Hormesis – eine völlig neue Richtung in der Resveratrol-Forschung

Der neu entdeckte Wirkmechanismus hatte sich laut Sauer bereits abgezeichnet – allerdings weitgehend unbemerkt. „Bei genauerem Hinsehen war in zahlreichen Studien der sogenannte Hormesis-Effekt erkennbar: positive Wirkung bei niedrigen, aber schädliche Effekte bei hohen Dosierungen. Dies fiel jedoch nicht auf, da man den zugrundeliegenden Mechanismus nicht erkennen konnte“, kommentiert Sauer.

„Wir hoffen, dass unsere neue Studie einen Paradigmenwechsel in der Resveratrol-Forschung einleiten wird. Unsere Ergebnisse können die bislang festgestellten Wirkmechanismen weitgehend erklären und viele der gegenwärtigen Kontroversen in der Pharmakologie von Resveratrol auflösen. Sie sind also Grundlage für zukünftige zielgerichtete Forschungen und Anwendungen des Stoffs – etwa auch die Fragen, ob sich Alterungsprozesse im menschlichen Körper durch dermatologische Produkte oder Nahrungsergänzungsmittel wirklich aufhalten lassen.“


Annabell Plauth et al. (2016): „Hormetic Shifting of Redox Environment by Pro-Oxidative Resveratrol Protects Cells Against Stress.“ Free Radical Biology and Medicine.

Die Studie wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN), der Europäischen Union (Seventh Framework Programme), und von Unilever R&D finanziert.


Wissenschaftlicher Kontakt

Dr. Sascha Sauer
Leiter der MDC-Technologieplattform Genomik
030 9406 2995
Sascha.Sauer@mdc-berlin.de


Beitragsbild: Weintrauben, johny schorle / photocase.de.

forschen, bilden / 23.09.2016
Jahrgangsbeste: Véronique Gebala vom MDC gewinnt Helmholtz-Doktorandenpreis

Jedes Jahr zeichnet die Helmholtz-Gemeinschaft die besten Doktorarbeiten in ihren Forschungsbereichen aus – von Energieforschung bis Schlüsseltechnologien. Der diesjährige Preis im Forschungsbereich Gesundheit geht an eine Doktorandin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC): Véronique Gebala aus der Forschungsgruppe um Prof. Holger Gerhardt. Der Doktorandenpreis an Gebala und fünf weitere Doktoranden wurde von Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka und Helmholtz-Präsident Prof. Otmar D. Wiestler im Rahmen der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft am 22. September in Berlin verliehen.

Der Doktorandenpreis der Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 5.000 Euro dotiert, und hinzu kommt eine Reisepauschale, um den Nachwuchswissenschaftlern einen Forschungsaufenthalt im Ausland zu ermöglichen. Für ein halbes Jahr werden 2.000 Euro pro Monat gezahlt, um eine andere Einrichtung zu besuchen; wer die Helmholtz-Gemeinschaft verlassen hat, kann mit dem Preisgeld jedes beliebige Helmholtz-Institut besuchen, um ein gewünschtes Forschungsgebiet zu verfolgen.

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In ihrer Doktorarbeit entdeckte Véronique Gebala einen neuen Mechanismus, durch den während der Ausbildung des Kreislaufsystems frische Blutgefäße sprießen. In diesem Angiogenese genannten Prozess wachsen neue Adern, um Nährstoffe für wachsende Gewebe zu liefern.

Während der Angiogenese beginnen Blutgefäßzellen, die Endothelzellen, aus dem Gefäß herauszuwachsen. Mehrere solcher Aussprießungen schließen sich in bogenförmigen Strukturen zusammen und formen gleichzeitig den Hohlraum, durch den dann das Blut fließt.



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Ihre Arbeit begann Gebala, als die Forschungsgruppe um Prof. Holger Gerhardt noch am Cancer Research UK London Research Institute (heute Francis Crick Institute) angesiedelt war. Damals war die vorherrschende Hypothese, dass kleine, Vakuolen genannte Hohlräume innerhalb der Endothelzellen zu größeren Räumen fusionierten und sich irgendwann zur Zellmembran öffneten, um einen Kanal zwischen den Zellen zu bilden.



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„Beim Versuch, solche Fusionen in den Zellen zu beobachten, konnten wir allerdings keine entdecken. Wir begannen uns zu fragen, ob bei den früheren Studien etwas übersehen wurde, vielleicht wegen der geringen Auflösung der bildgebenden Verfahren“, erklärt sie. „Ich nahm also ein anderes Gerät, ein Spinning-Disc-Konfokalmikroskop, das ganze Felder bei wesentlich höherer räumlicher und zeitlicher Auflösung darstellen kann.“



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In ihrer Arbeit enthüllte Gebala einen ganz neuen Mechanismus, mit dessen Hilfe sich der Hohlraum des neu entstehenden Blutgefäßes bildet: Der Blutstrom presst auf die Oberfläche der Endothelzellen des Gefäßes – wie ein Finger, der in einen Ballon drückt. Die meisten dieser Deformationen werden irgendwann durch die Fasern des Zellskeletts wieder beseitigt. Einige jedoch bleiben und bahnen einen Weg durch die Zelle – ein Hohlraum entsteht. Die Doktorarbeit beschreibt auch, wie die Zelle ihr Zellskelett auf molekularer Ebene steuert.



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Am anstrengendsten beim Schreiben der Dissertationsschrift war laut Véronique Gebala das Durchforsten der riesigen Mengen an Hintergrundliteratur. Zur Angiogenese liegen sehr viele Forschungsarbeiten vor, weil sie in der Entwicklungsbiologie und bei Erkrankungen eine so wichtige Rolle spielt. Bei der Embryonalentwicklung ebenso wie bei Krebs ist die Blutgefäßbildung beschleunigt, um rasch wachsende Gewebe zu versorgen.

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Foto: Die Preisträger des Helmholtz-Doktorandenpreises 2016 mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Helmholtz-Präsident Otmar D. Wiestler. (Bild: Marco Urban/Helmholtz)

heilen / 23.09.2016
Neue OP-Methode gibt mehr Lebensqualität bei Bauchfellkrebs

Als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland hat das HELIOS Klinikum Berlin-Buch eine neuartige Operationsmethode bei Bauchfellkrebs etabliert. Die sogenannte Druck-Aerosol-Chemotherapie (PIPAC) verspricht Patienten mit dieser schwerwiegenden Erkrankung einen innovativen Behandlungsansatz und mehr Lebensqualität. Noch befindet sich die Methode in der Testphase, allerdings mit vielversprechenden Ergebnissen.

Die niederschmetternde Diagnose Bauchfellkrebs trifft Patienten oft plötzlich, ohne vorherige Anzeichen von Krankheitssymptomen und ohne große Vorwarnung. „Leider ist die Prognose bei dieser Krankheit dann sehr schlecht. Die meisten Patienten sterben derzeit innerhalb von sechs Monaten nach der Diagnose“, sagt Prof. Dr. med. Martin Strik, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Onkologischen Chirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.
Bauchfellkrebs (Peritonealkarzinose) ist eine besonders aggressive Tumorform. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund zwanzigtausend Patienten. Die Standardbehandlung ist eine intravenöse Chemotherapie. Dabei gelangen die Medikamente meistens aber nur ungenügend in den Tumor; dementsprechend sind die Therapieergebnisse und die Lebensqualität für die Betroffenen oft unbefriedigend. 

Die Druck-Aerosol-Chemotherapie (PIPAC) ist eine neue  Therapie, bei der die Medikamente minimalinvasiv direkt auf die Tumorherde im Bauchfell aufgebracht werden. „Diese Behandlungsmethode gibt uns ganz neue Möglichkeiten, auch wenn wir keine Wunder vollbringen können“, erklärt Prof. Dr. med. Michael Hünerbein, Leitender Oberarzt der Klinik und Spezialist für diese Therapie. Auf den ersten Einsatz der PIPAC hatte sich der Chirurg gut vorbereitet. Er war im Vorfeld zur Hospitation im HELIOS Klinikum Stralsund, das dieses Verfahren seit zwei Jahren erfolgreich anwendet.

Der Eingriff dauert rund eineinhalb Stunden. Mit Druck wird ein medikamentenhaltiges Aerosol in einer Schlüssellochoperation direkt in die Bauchhöhle am Tumorfeld eingebracht. Dort hat es eine wesentlich bessere Wirkung am Tumor als die herkömmliche Chemotherapie - und das mit einem Zehntel der üblichen Medikamentendosis. Die Patienten müssen nur zirka drei Tage im Krankenhaus verbringen. „Die ersten Studienergebnisse sind vielversprechend. Die Druck-Aerosol-Chemotherapie ist für die Patienten sehr gut verträglich und hat deutlich weniger Nebenwirkungen als eine herkömmliche Chemotherapie. Wir können damit nicht nur die Symptome lindern, sondern auch den Tumor zurückdrängen und so die Lebenszeit und Lebensqualität der Betroffenen verbessern“, sagt Prof. Hünerbein.

Das Team der Onkologischen Chirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch beschäftigt sich seit mehreren Jahren sehr intensiv mit der Therapie von Bauchfelltumoren und bietet alle Behandlungsoptionen. Dazu gehört auch die sogenannte HIPEC-Methode. Diese kombinierte Behandlung aus chirurgischer Tumorreduktion, Wärmebehandlung und lokaler Chemotherapie ist allerdings nur bei Patienten in einem guten Allgemeinzustand und in einem frühen Stadium des Bauchfellkrebses sinnvoll.


Foto: Im Operationssaal bei der Anwendung der Druck-Aerosol-Chemotherapie (PIPAC) im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

forschen, leben, erkunden / 23.09.2016
Storchennest als Metapher für die Freiheit der Wissenschaft

Der Berliner Künstler Fritz Balthaus hat den offenen zweiphasigen Wettbewerb „Kunst am Bau“ des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité - Universitätsmedizin Berlin gewonnen. Das Kunstwerk „kunstnest“ soll drei Neubauten auf dem Forschungscampus Berlin-Buch begleiten.

Auf dem Campus entstehen derzeit das ln-vivo Pathophysiologielabor (IPL) des MDC, die Forschungseinrichtung Experimentelle Medizin (FEM) der Charité, sowie ein gemeinsames Infrastrukturgebäude. Für diese Bauten wurde der Wettbewerb „Kunst am Bau“ ausgelobt.

Die Arbeit mit dem Titel „kunstnest“ von Fritz Balthaus, stellt einen Storchenturm dar und soll ihren Platz vor dem Eingang des FEM finden. Das haushohe Werk ist aus Straßenlaternen und Holzlamellen komponiert und wird von einem Storchennest gekrönt. Die Elemente stammen aus dem direkten Umfeld des Kunstwerks und lassen es so in einen materiellen wie inhaltlichen Dialog mit der Umgebung treten. Die Ungewissheit, ob Störche das Nest tatsächlich annehmen werden und sich dort ansiedeln ist künstlerisch intendiert.

Die Beurteilung des Preisgerichts

Ein Preisgericht unter Vorsitz der Künstlerin Eva-Maria Schön empfahl den Entwurf des Berliner Künstlers zur Realisierung. Aus der Beurteilung des Preisgerichts:

„Das sogenannte Storchennest wird als Kunstnest bezeichnet. Der Storch gibt nur die Assoziation, denn die Form der Skulptur eröffnet die Möglichkeit, dass es zu einem tatsächlichen Storchennest werden könnte. Was könnte dann passieren? Eine Utopie - eine Wunschvorstellung der Wissenschaft - ihre Unberechenbarkeit. Der Storch steht hier für das Experiment und die Nutzbarkeit: jahreszeitlich gesehen wäre das Nest für vier Monate besetzt - in den restlichen Monaten des Jahres beleuchtet sich die hohe Skulpturen aus Lampen selber und markiert den Ort durch Licht. So ist sie auch von weitem sichtbar, was für dieses Gebiet am Rande des Campus positiv erscheint. Die Skulptur besteht aus 7 Leuchten, ohne Sockel, die auf dem Campus zu finden sind. Sie werden zum "objet trouvé" umgewandelt, gebündelt, und geben selber Licht ab, sind zusammen ein Teil der Skulptur. Das Material Holz auf der Spitze stammt aus der direkten Umgebung der Architektur und suggeriert eine Ansammlung - wie bei einem Vogelnest. Ob es wirklich ein mahnendes Objekt sein soll, das auf die Rückentwicklung der Storchenpopulation hinweist oder auf den Rückgang von Naturschutzgebieten, wurde kritisch hinterfragt. Könnte das Storchennest auch eine Metapher für die Freiheit des Vogelfluges sein - beziehungsweise für die Freiheit der Wissenschaft in der Forschung?“

Kunst am Bau und Kunst auf dem Campus

Beim Bau von Gebäuden, die mit öffentlichen Mitteln finanziert werden, besteht die Verpflichtung, einen gewissen Anteil der Baukosten (ca. 1%) für „Kunst am Bau“ einzusetzen.

Die vielfältige Auseinandersetzung zwischen Kunst und Wissenschaft ist bereits heute auf dem Campus erlebbar. Ziel des Wettbewerbes war es, diesen Diskurs zu intensivieren und fortzuführen. Durch die künstlerische Intervention soll die Aufenthaltsqualität des Campus auch im südlichen Randbereich, in dem die Neubauten errichtet werden, unterstützt und aufgewertet werden.

Weitere Preisträger

Mit dem 2. Preis wurde die Arbeit „Elefantenzahnpasta“ von Oliver Strömer und Cisca Bogmann aus Berlin ausgezeichnet. Die Plastik stellt die Interpretation des gleichnamigen Experiments dar, bei dem Wasserstoffperoxid, Kaliumiodid und Tenside gemischt werden, um eine Schaumschlange entstehen zu lassen. So wird das Prinzip der Kausalität von Experimenten im Werk fixiert.

Für seine Arbeit „Wächter“, einer auf den ersten Blick lebensecht wirkenden Bronzeplastik eines Mäusebussards, der von einem Betonmast aus das Treiben auf den Campus beobachtet, erhielt Markus Klink aus Stuttgart den 3. Preis.

leben, bilden / 23.09.2016
Berliner Schulprojekte bringen Forschergeist ins Klassenzimmer

Bayer Science & Education Foundation hat sieben weitere Berliner Projekte neu in ihr Schulförderprogramm aufgenommen. Mit insgesamt über 38.000 Euro ermöglicht die Bayer-Bildungsstiftung die Umsetzung innovativer Unterrichtskonzepte an den Bildungseinrichtungen Schülerlabor-Netzwerk GenaU, Gläsernes Labor, Das Schiff e.V. – Labor für Bildungskonzepte sowie den Schulen Elisabethstift-Schule, Evangelische Schule Buch, Bettina-von-Arnim-Schule und Biesalski-Schule (Förderzentrum). Die Auszeichnung wurde in einem besonderen Rahmen vorgenommen: Am 22. und 23. September 2016 treffen sich Lehrer und Lehramtsstudenten an der Freien Universität Berlin zur 14. Jahrestagung des Landesverbandes zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU) Berlin-Brandenburg.

„Die geförderten Projekte sensibilisieren Kinder auf spannende Weise für Gesundheits- und Umweltschutzthemen und führen sie altersgerecht ans Forschen und Experimentieren heran“, sagte Mona Ehrenberg, Programm-Managerin der Bayer Science & Education Foundation, bei der symbolischen Urkundenübergabe. „So legen engagierte Lehrer den Grundstein für nachhaltiges naturwissenschaftliches Interesse – und fördern damit die Wissenschaftler von Morgen.“

Der Stiftungsrat der Bayer Science & Education Foundation wählte die sieben Berliner Projekte in der aktuellen Förderrunde neben 30 weiteren Initiativen aus den Einzugsgebieten der deutschen Bayer-Unternehmensstandorte aus. Seit Programmstart 2007 wurden bundesweit bereits 468 Initiativen mit einem Gesamt-Fördervolumen in Höhe von rund 4,7 Millionen Euro unterstützt. Mehr als 950.000 Euro gingen davon nach Berlin und Umgebung.

Alle Förderprojekte zielen darauf ab, innovative Unterrichtskonzepte und begleitende Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche einzuführen, die den Regelunterricht attraktiver machen oder sinnvoll ergänzen. Insbesondere sollen sie dazu beitragen, bei Schülern den Spaß und das Interesse an Naturwissenschaften zu wecken, Talente frühzeitig zu fördern und die Berufswahlorientierung zu erleichtern. Vor allem werden wegweisende Projekte aus den Bereichen Gesundheit, Bio- und Medizinwissenschaften im Schulförderprogramm des Bayer-Konzerns unterstützt.

Experimente mit Herz
Zu den prämierten Projekten gehört erneut „Experimente mit Herz“ des naturwissenschaftlich-technischen Schülerlabor-Netzwerks GenaU. Das Netzwerk besteht aus 15 Schülerlaboren an Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Museen in Berlin und Brandenburg. Das außerschulische Experimentieren an authentischen Arbeitsorten sowie der Kontakt zu Wissenschaftlern stehen bei der Arbeit der Mitgliedslabore im Vordergrund. Schüler-AGs, Ferienangebote und die Lehrkräfteaus und -weiterbildung ergänzen das Angebot. Bei Experimente mit Herz durchlaufen die teilnehmenden Jugendlichen eine exklusive Projektwoche mit Vorträgen, Experimenten und Unternehmensbesuchen. Ziel ist es, interessierte und begabte Oberstufenschüler im Sinne der Berufsorientierung für die Gesundheitsbranche zu begeistern. Mit jeweils 6.000 Euro unterstützte die Bayer-Stiftung 2015 und 2016 die Anschaffung technischer Geräte und Materialien für die sechs teilnehmenden Schülerlabore, die die Projektwochen daher für die Schulen kostenfrei anbieten können.

Forschen auf der Farm und die Natur am Wasser begreifen
An der Elisabethstift-Schule in Hermsdorf lernen Schüler unterschiedlichster Begabungen. Bis zu zwei Tage pro Woche soll der Unterricht in ganz realen Sinn- und Arbeitszusammenhängen auf der Familienfarm Lübars stattfinden. Dort wird die Elisabethstift-Schule in den nächsten Monaten ein Wissenschafts- und Forscherzentrum einrichten, in dem sich die Schüler der Klassen 7-10 intensiv mit Gesundheit, Medizin und Biologie auseinandersetzen können. Zudem soll das Projekt Menschen verschiedener Altersstufen vernetzen und spezielle Angebote für Kitas, Schulklassen und weitere Besucher der Farm geschaffen werden. Mit 9.000 Euro finanziert die Bayer-Stiftung die Ausstattung des vielfältig nutzbaren Forscherlabors.

Der Verein Das Schiff e.V. – Labor für Bildungskonzepte führt mit dem Projekt „Willkommen in der Natur“ Kinder aus Berliner Willkommensklassen spielerisch an die Naturwissenschaften heran. Schüler ab der vierten Klasse erleben auf dem Jugendforschungsschiff einen spannenden Tag. Dabei werden neben der praktischen Wissensvermittlung auch die Sprachkompetenz in den Naturwissenschaften gefördert und soziale Kompetenzen gestärkt. Die Sensibilisierung für das Thema Umweltschutz steht besonders im Mittelpunkt. Mit 6.268 Euro ermöglicht die Bayer-Stiftung 30 Willkommensklassen den Besuch des Jugendforschungsschiffs.

Die Evangelische Schule Buch konnte die Stiftungsjury mit ihrem Projekt „Die Flussforscher“ überzeugen. Darin untersuchen Schüler die Flora und Fauna an und in der Panke. An dem fächer- und jahrgangsübergreifenden Projekt nehmen alle rund 200 Schüler der Schule teil, nachdem sie altersgerecht an das naturwissenschaftliche Arbeiten herangeführt wurden. Das eigenständige Experimentieren und Finden von Lösungswegen steht im Vordergrund. Mit 3.750 Euro unterstützt die Bayer-Bildungsstiftung den Kauf von Labormaterialien und technischen Geräten.

Neugier wecken und Schlüsseltechnologien verstehen
Die Biesalski-Schule (Förderzentrum) wird von körperbehinderten und autistischen Kindern besucht. Um das Interesse der Schüler für die Naturwissenschaften zu unterstützten sowie die Teamfähigkeit zu stärken, hat die Schule in diesem Jahr erstmals einen „Tag der Naturwissenschaften“ durchgeführt. Er bildete den Auftakt zu vielen weiteren Experimenten. Insbesondere bei autistischen Kindern mit Spezialbegabungen soll dadurch nicht zuletzt die Neugierde auf naturwissenschaftliche Berufe geweckt werden. Mit 3.041 Euro unterstützte die Bayer-Stiftung den Kauf von Lehrbüchern.

Die Bettina-von-Arnim-Schule führt jährlich die Projektwoche „CSI – dem Täter auf der Spur“ durch. Alle 214 Schüler der siebten Klassen durchlaufen innerhalb von zwei Tagen sieben Laborstationen. Dabei werden Spuren eines fiktiven Verbrechens naturwissenschaftlich untersucht und ausgewertet. Die Projektwoche erfreut sich bei den Schülern seit sechs Jahren großer Beliebtheit. Mit 5.000 Euro ermöglicht die Bayer-Stiftung die Anschaffung neuer Mikroskope und Labormaterialien, um das Projekt auch in den kommenden Jahren zu ermöglichen.\n

Das „Gläserne Labor“ ist eines der ältesten und besucherstärksten Schülerlabore Deutschlands. Mit dem aktuellen Projekt „PCR (Polymerasekettenreaktion) als Schlüsseltechnologie“ will das Labor Schülern die Möglichkeit geben, sich intensiv und praktisch mit dieser schwer verständlichen aber wichtigen Standardmethode in der Forschung zu beschäftigen. Jährlich experimentieren rund 4.000 Schüler und Schülerinnen mit Wissenschaftlern im Genetiklabor. Mit Hilfe der PCR können die Schüler ihren eigenen genetischen Fingerabdruck herstellen, oder ein Biomarker für die Darmkrebs- Diagnostik analysieren. Dafür war die Anschaffung einer modernen PCR-Maschine für 5.000 Euro nötig. Die Bayer-Stiftung stellte die nötigen Mittel gern zur Verfügung.

Bayer Science & Education Foundation
Als Bildungsstiftung des Innovations-Unternehmens Bayer begreift sich die Bayer Science & Education Foundation als Impulsgeber, Förderer und Partner für Innovationen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Im Zentrum ihrer Programme stehen Menschen mit naturwissenschaftlichem Pioniergeist – talentierte Schüler, aufstrebende Studenten und renommierte Spitzenforscher, die sich für den Fortschritt in Gesundheits- und Ernährungsfragen einsetzen. Die Fördertätigkeit der Unternehmens-Stiftungen ist ein zentraler Bestandteil des weltweiten gesellschaftlichen Engagements von Bayer, das jährlich rund 50 Millionen Euro beträgt – mit Schwerpunkten auf der Förderung der naturwissenschaftlichen Bildung und Spitzenforschung, der Gesundheitsversorgung und der Befriedigung sozialer Grundbedürfnisse der Menschen im Umfeld der Unternehmensstandorte.

Mehr Informationen zur Bayer Science & Education Foundation finden Sie unter: www.bayer-stiftungen.de

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Nächster Bewerbungsschluss für das Schulförderprogramm ist im Februar 2017. Eine Bewerbung ist online möglich unter: https://secure.bayer.com/foundations/BewerbungSchulfoerderung.aspx

Foto: Faszination der Naturwissenschaften erlebbar machen: Die Bayer-Stiftung zeichnet sieben Berliner Projekte aus. Foto: (Bayer AG)

forschen / 22.09.2016
Hochrangige kubanische Delegation besucht das MDC

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„Mit tief empfundener Bewunderung für Ihre wissenschaftliche Arbeit gratulieren wir Ihnen in Namen des kubanischen Volkes“, so lautet die jüngste Eintragung im Gästebuch des MDC. Eine hochrangige kubanische Delegation unter Leitung des stellvertretenden Gesundheitsministers Dr. Alfredo Gonzalez Lorenzo stattete jetzt dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) einen Besuch ab. Die acht Kubanerinnen und Kubaner aus den Bereichen Gesundheitspolitik, BioCubaFarma, einem Verbund von pharmazeutischen und biotechnischen Firmen, sowie der Genforschung und Tumorbiologie, informierten sich über Aufbau und Schwerpunkte der Arbeit des MDC, des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) und besuchten im Anschluss den BiotechPark Berlin-Buch.

Von besonderem Interesse für die Gäste waren die Möglichkeiten der wissenschaftlichen Zusammenarbeit und des Austausches. So stieß der Vorschlag des Wissenschaftlichen Vorstandes des Max-Delbrück-Centrums, Professor Martin Lohse, als erstes ein gemeinsames Programm für den Doktorandenaustausch zu schaffen, auf einhellige Zustimmung. Lohse erklärte, dass es hier bereits gute Erfahrungen mit anderen Ländern gebe. „Die jungen Leute bilden einen Brückenkopf und schließen schnell Freundschaften“, so Lohse wörtlich. „So lässt sich wissenschaftliche Zusammenarbeit am schnellsten aufbauen.“

Darüber hinaus schlug er vor, dass sich kubanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Vertreter aus der Biotechnologie und der Pharmaindustrie im Rahmen einer kleinen Konferenz in Berlin mit ihren Projekten präsentieren und mögliche Kooperationen ausloten könnten.

Einen weiteren konkreten Vorschlag zur Zusammenarbeit unterbreitete der Leiter der Screening Unit im Leibniz Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Dr. Jens Peter von Kries. Die von ihm und seinem Team entwickelte Infrastruktur-Plattform für das Wirkstoffscreening biete zahlreiche Möglichkeiten für gemeinsame Forschungsprojekte. Dabei solle es sich um eine strikt akademische Kooperation handeln, das FMP würde explizit keine Ansprüche an die Nutzung des geistigen Eigentums (IP) erheben.

Die kubanischen Gäste waren sichtlich bewegt von den konkreten Angeboten. So meinte der Direktor für Wissenschaftspolitik der BioCubaFarma, Dr. Gustavo Sierra Gonzalez, dass Kuba wegen des Embargos niemals eine vergleichbare Screening Apparatur hätte kaufen können, selbst wenn die erforderlichen Mittel vorhanden gewesen wären.

Bislang habe Kuba vor allem Erfahrung im Austausch mit China, Singapur und zu einem gewissen Grad auch mit Mexiko und den USA, so der Leiter der Delegation zum Abschluss. Er bedankte sich bei den Gastgebern für die Möglichkeit, jetzt auch mit Europa und insbesondere mit Deutschland, wissenschaftlich zusammen zu arbeiten.

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Foto: Die kubanische Delegation am MDC zusammen mit Prof. Martin Lohse (Zweiter von rechts). (Bild: Anyess von Bock/MDC)

investieren, leben / 22.09.2016
Großes Interesse an Zukunft - Kreativtage im Ludwig Hoffman Quartier

Unter dem Motto „Open-House“ fanden vom 12. bis 17. September Kreativtage in der ehemaligen Franz-Volhard-Klinik im Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) statt. Auf der Tagesordnung stand die Frage nach der Zukunft des Hauses auf dem früheren Krankenhausgelände, das vom Bauhausschüler Franz Ehrlich erbaut worden war. Das Gebäude fasziniert durch seine Architektur, die die Phantasie im Hinblick auf künftige Nutzungen anregt. Andreas Dahlke, geschäftsführender Gesellschafter der Ludwig Hoffmann Quartier Objekt Gesellschaft sagte: „Wir sind glücklich, dass wir ein solches Gebäude im LHQ haben. Eine schrittweise Sanierung ist mit der Selbstverpflichtung verbunden, der früheren Klinik eine Bestimmung zu geben, die zu uns passt und in die Zukunft weist.“\n

Aus ganz Berlin waren Kreativschaffende, Mietinteressenten und Befürworter einer zukunftsorientierten Nutzung nach Buch gekommen, um ihre Ideen vorzustellen. Vorbeigeschaut haben aber auch Menschen, die sich eher allgemein für das Gebäude interessierten und bei dieser Gelegenheit sich auch gleich das LHQ anschauten. Viele Besucher wurden durch das umfangreiche kulturelle Begleitprogramm während der Open-House-Tage angelockt. Es reichte von historischen Führungen durch das Haus 34 über verschiedenartige Installationen, kleine Konzerte und Ausstellungen bis hin zu einem spätsommerlichen Spaziergang mit Bewohnern des AWO-Refugiums Buch zum Ludwig Hoffmann Quartier.

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Ein Höhepunkt war die Gründung der KARUNA Sozialgenossenschaft, die zu den Mitveranstaltern der Kreativtage gehörte. Zu den Gästen gehörte auch der Bezirksbürgermeister von Pankow, Matthias Köhne.

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Alle Gäste konnten sich selbst einen Eindruck von den Möglichkeiten des Hauses verschaffen und prüfen, ob ihre Nutzungsideen umsetzbar sind oder nicht. Auf rund 2.500 Quadratmetern Nutzfläche können viele Pläne verwirklicht werden. „Wir wollten herausfinden, in welche Richtung die Vorstellungen der Interessenten geht“, erklärte Anne Kretschmar, verantwortlich für Marketing und Akquise im LHQ. „In den sechs Tagen haben wir viele Anregungen erhalten.“ Es gibt auch schon erste konkrete Vorstellungen. So plant die neu gegründete KARUNA Sozialgenossenschaft den Einzug mit der Wohngemeinschaft „die Bleibe“, eine Jugendwohneinrichtung für zehn Flüchtlingskinder. Außerdem ist ein weiteres soziales Wohnprojekt geplant, sodass das Haus schon jetzt Inklusionscharakter hat.

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Insgesamt waren die Open-House-Tage ein voller Erfolg. Das bestätigten auch viele Besucher.
„Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Haus ist uns selbstverständlich“, betonte Dahlke, „Wir wollen hier nicht irgendetwas gestalten, sondern die Chance für eine dauerhafte und solide Nutzung wahrnehmen. Jetzt kommt es darauf an die Nutzungsidee zu konkretisieren und gemeinsam mit den Mietinteressenten ein neues Zentrum für kreative und soziale Arbeit zu schaffen, welches Bestand hat.“
 
Foto: Blick ins Foyer der früheren Franz-Volhard-Klinik, für das ein Künstler neues Mobiliar entworfen hat. Tische und Bänke entstanden aus verschlissenen Einrichtungsgegenständen der Klinik. Vom Foyer aus gelangt man in einen kleinen Innenhof, in dem unter anderem Brecht/Weill-Songs aufgeführt wurden. (Foto: C. Minkewitz, BBB)

forschen / 22.09.2016
Neue Methoden für die Proteinforschung

Zelluläre Prozesse werden durch Phosphorylierungen an Proteinen beeinflusst - Fehler hierbei können zu verschiedenen Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer führen. Um diese grundlegenden Mechanismen studieren zu können, helfen jetzt neue Methoden, entwickelt in den Teams um Christian Hackenberger und Eberhard Krause.

Phosphatgruppen können an unterschiedliche Aminosäuren, am häufigsten Serin, Threonin und Tyrosin, binden und dabei durch ihre negative Ladung die Struktur und Funktion von Proteinen beeinflussen. Phosphorylierungen oder Dephosphorylierungen können zum Beispiel die Aktivität regulierenden Enzyme an- oder abschalten. Damit übernimmt die Phosphorylierung, d.h. die Verknüpfung der Phosphatgruppe mit dem Protein, eine zentrale Steuerfunktion im Organismus.

Die Teams um Christian Hackenberger und Eberhard Krause haben nun eine spezielle, bisher kaum untersuchte Variante, die Cystein-Phosphorylierung, mit Hilfe neuer Methoden unter die Lupe genommen: Um deren biologische Funktion verstehen zu können, stellen die Forscher Peptide, d.h. sehr kurze Proteinstrukturen, mit Cystein-Phosporylierung auf synthetischen Wege her. „Das ist gar nicht so einfach,“ erklärt Jordi Bertran Vicente, Erstautor der in Nature Communications publizierten Studie, „die synthetische Cystein-Phosphorylierung ist sehr kniffelig in Bezug auf die inhärente Säurelabilität der Modifikation, sowie deren korrekte räumliche Ausrichtung (Stereochemie),“ erklärt der Chemiker aus dem Team um Christian Hackenberger. Mit einer neu entwickelten Synthesemethode, die mit Hilfe besonderer chemischer Tricks arbeitet, gehören die bislang ungelösten Probleme der Vergangenheit an. Erstmals ist es gelungen, Peptide zu synthetisieren, bei denen selektiv jeweils nur ein Cystein an einer bestimmten Position phosphoryliert ist.

Auf Basis der hergestellten Phosphopeptide wurde in der Gruppe um Eberhard Krause ein massenspekrometrisches Analysenverfahren entwickelt, welches den zweifelsfreien Nachweis dieser Proteinmodifikationen während des natürlich ablaufenden Zucker-Stoffwechsels ermöglicht hat und folglich auch den Weg zur Entdeckung weiterer Cystein-Phosphorylierungen in zellulären Proteinen ebnet. Auch hier war die Schwierigkeit die besondere Labilität der Modifikation. Vor diesem Hintergrund hat Martin Penkert  eine sehr spezielle massenspektrometrische Methode, die sogenannten elektronen-transfer-higher/energy dissociation (EThcD) angewendet. „Hierfür legen wir das Peptid in ein Bad aus Elektronen um es anschließend mit hoher Energie auf Gasteilchen prallen zu lassen“, sagt er. Die dabei entstehenden Bruchstücke (Fragmentionen) werden detektiert und deren Masse mit hoher Genauigkeit gemessen. Bemerkenswerterweise ermöglicht das ausgeklügelte Fragmentierungsexperiment die Spaltung des Peptides ohne dabei die labile Modifikation zu verlieren. Somit lässt sich die Position, an der sich die Phosphorylierung befindet, eindeutig bestimmen.

„Mit dieser Studie haben wir eine Methode entwickelt, um bisher wenig erforschte enzymatische Prozesse in Zellen untersuchen zu können“, sagt Gruppenleiter Christian Hackenberger, „entscheidend für den Erfolg war das Zusammenspiel von chemischer Synthese und modernen MS-Methoden, mit der wir in Zukunft hoffentlich noch viele weitere bisher unentdeckte Abläufe in der Zelle besser erklären können.“

Jordi Bertran-Vicente, Martin Penkert, Olaia Nieto-Garcia, Jean-Marc Jeckelmann, Peter Schmieder, Eberhard Krause, and Christian P. R. Hackenberger: Chemoselective synthesis and analysis of naturally occurring phosphorylated cysteine peptides, Nat Commun. 2016 Sep 2;7:12703. doi: 10.1038/ncomms12703
 

Kontakt:\n

Prof. Dr. Christian Hackenberger
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
hackenbe@fmp-berlin.deTel.: 0049 30 94793-181

Dr. Eberhard Krause
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
ekrause@fmp-berlin.de
Tel.: 0049 30 94793-221

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heilen / 20.09.2016
Fünf Bucher Ärzte als TOP-Mediziner Deutschlands von der Redaktion FOCUS Gesundheit ausgezeichnet

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In der aktuellen Focus-Ärzteliste 2016 haben sich gleich fünf Ärzte aus dem HELIOS Klinikum berlin-Buch mit ihren Fachbereichen platziert.
Auf der Basis einer unabhängigen Datenerhebung erstellt das Nachrichtenmagazin FOCUS jährlich Rankinglisten mit Experten verschiedener medizinischer Fachbereiche. Grundlage der Bewertung sind Umfragen bei Fachkollegen, niedergelassenen Ärzten, Patienten und Selbsthilfegruppen.

Experte bei Tumoren im Verdauungstrakt

•    Priv.-Doz. Dr. med. Peter Reichardt, Chefarzt der Klinik für Interdisziplinäre Onkologie und Leiter des Onkologischen Zentrums Berlin-Brandenburg, wurde bereits zum sechsten Mal für das Gebiet „Tumore im Verdauungstrakt“ ausgezeichnet. Bei der Behandlung von bösartigen Tumoren ist die systemische Therapie – die Behandlung mit Medikamenten vor der Operation, nach der Operation oder als alleinige Therapie – ein entscheidender Bestandteil des interdisziplinären Behandlungskonzepts.

Herausragend in der Behandlung von Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren

•    Prof. Dr. med. Michael Untch, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Perinatalzentrum Level I und Leiter des interdisziplinären Brustzentrums, ist als Experte für die Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren bereits zum fünften Mal als Focus Top-Mediziner vertreten. Schwerpunkt sind die für jede Patientin individuell erstellten interdisziplinären Behandlungskonzepte. Dazu gehört die brusterhaltende Operation, die Wächterlymphknotenuntersuchung und im Falle von Brustentfernung der Wiederaufbau mittels Implantaten und Eigengewebe. Betroffene, deren Tumor frühzeitig in den Berliner und Brandenburger Mammographiescreeningpraxen entdeckt wurde, erhalten dadurch weniger belastende Operationen. Genexpressionstests helfen zusätzlich, die Brustkrebspatientinnen zu identifizieren, die mit antihormoneller Therapie optimal behandelt werden können, und bei denen auf eine belastende Chemotherapie verzichtet werden kann. Durch die intraoperative Bestrahlung benötigen Patientinnen nach brusterhaltender Operation weniger Strahlentherapiesitzungen.
Der Experte und sein Team bieten innovative Behandlungen bei Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkarzinomen mit neuen Medikamenten im Rahmen internationaler Studien an, die sich an der Tumorbiologie orientieren. Grosser Wert wird auf die empatische Behandlung gelegt, dazu gibt es zwei spezialisierte Brustkrankenschwestern und zwei Psychoonkologinnen im Team.

Spezialist im Bereich Bauchchirurgie

•    Prof. Dr. med. Martin Strik, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie und Leiter des Darmzentrums, ist  als Spezialist für die Bauchchirurgie in der Liste platziert. Ein Schwerpunkt für die Behandlung von Krebserkrankungen des Verdauungstraktes und endokriner Organe  ist die Anwendung der minimal-invasiven Chirurgie („Schlüsselloch-Chirurgie“), dem innovativen und für Patienten schonenden Operationsverfahren. 

Top Mediziner in der Adipositaschirurgie

•    Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Ordemann, Leiter des Departments für Adipositas und Metabolische Chirurgie der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, ist seit 2012 in der TOP-Medizinerliste vertreten. Zu seinen Schwerpunkten zählt die Adipositaschirurgie, eine operative Maßnahme zur Gewichtsreduktion. Unter seiner Leitung hilft das Adipositasteam Betroffenen, Gewicht langfristig zu reduzieren und dadurch Folgeerkrankungen zu mindern.

Große Kompetenz bei der Bluthochdruckbehandlung

•    Priv.-Doz. Dr. med. Ralf Dechend, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Nephrologie, ist Experte für die Behandlung von Bluthochdruck. In der Spezialambulanz werden auch Hypertonie-Patienten behandelt, die trotz der Einnahme von drei bis vier Medikamenten den gewünschten Blutdruckwert nicht erreichen und eine weiterführende Diagnostik und  gegebenenfalls eine interventionelle Therapie benötigen. Er erforscht auch die Ursachen der Präklampsie – einer Erkrankung, die Schwangere und Ungeborene stark gefährden kann. Gemeinsam mit dem Team der Geburtshilfe im HELIOS Klinikum Berlin-Buch betreut er Schwangere mit diesem Risiko.

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Foto: (v.l.n.r.) Priv.-Doz. Dr. med. Peter Reichardt, Prof. Dr. med. Michael Untch, Prof. Dr. med. Martin Strik, Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Ordemann, Priv.-Doz. Dr. med. Ralf Dechend (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

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Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

leben, erkunden / 19.09.2016
Bucher Schlosskirche weiht zum 280. Jubiläum neue Kirchglocken ein

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Am Wahlsonntag, den 18. September war die Bucher Schlosskirche gefüllt bis auf den letzten Platz. Dafür gab es gleich drei Gründe für die Evangelische Kirchengemeinde: das Erntedankfest, das 280. Kirchweihjubiläum und die Weihe der neuen Glocken. Zwei Bronzeglocken waren am 27. Mai im Beisein einer großen Gruppe aus Gemeinde und Kirchturmverein in Lauchhammer gegossen worden. Sie ersetzen nun die beiden alten gusseisernen, von denen eine einen Riss hatte, und sind schon ein Vorgeschmack auf den wieder zu errichtenden Kirchturm, in dem sie in nicht allzu ferner Zukunft ihren endgültigen Platz finden sollen.

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Der Chor der Schlosskirche sang im Festgottesdienst zusammen mit dem Kinderchor und der Gemeinde unter der Leitung von Kantorin Annette Clasen. Pfarrerin Cornelia Reuter begrüßte die Gäste und verlas einen Brief der Glockengießer aus Lauchhammer. Die Predigt hielt der Superintendent des Kirchenkreises Berlin-Nordost, Martin Kirchner, der auch die Glockenweihe vornahm. Die ganze Festgemeinde stand vor dem Glockenstuhl, als die beiden neuen Glocken zum ersten Mal in Schwung kamen und ihren Schall ertönen ließen, der nun regelmäßig in Buch zu hören sein wird. Die größere der beiden neuen Glocken erklingt in As-Moll und die andere in Ces-Moll. Zusammen mit der kleinsten, alten Glocke ergibt das einen Moll-Dreiklang.

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Für die vollständige Finanzierung der Glocken werden noch Mittel benötigt. Die Evangelisch Gemeinde freut sich deshalb über weitere Spenden. Informationen zum denkmalgerechten Wiederaufbau des Kirchturms finden Sie im Internet unter www.schlosskirche-berlin-buch.de.

leben, erkunden, bilden / 16.09.2016
Playstation unplugged – Stiftung Naturschutz Berlin eröffnet Naturerfahrungsraum im Rahmen eines Forschungsprojekts

Neue Spielfläche in Buch\n

Am Weltkindertag eröffnet das Bucher Archäologie- spielprojekt Moorwiese einen neuen Bereich und lädt Kinder und Familien zu einem Naturspielefest ein.

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Was ist, wenn es keine Spielgeräte gibt - dafür aber viel Natur zum Anfassen? Das können Kinder auf dem neuen Naturerfahrungsraum Moorwiese in Berlin-Buch ausprobieren, der am 20. September 2016 eröffnet wird. Naturerfahrungsräume (NER) sind eine wichtige Ergänzung zu herkömmlichen Spielplätzen. Hier können sich Kinder in natürlicher Umgebung spielerisch selbst entdecken. Dies trägt nachweislich zu einer positiven Persönlichkeitsentwicklung bei.

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Leider gibt es derartige Flächenangebote im Wohnumfeld von Kindern, die in Metropolen wie Berlin aufwachsen, viel zu selten. Deshalb wurde das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Fördervorhabens werden von der Stiftung Naturschutz Berlin drei Pilotflächen eingerichtet. Das Projekt wird wissenschaftlich von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde begleitet. Ziel des Vorhabens ist die bundesweite Verbreitung des Konzeptes sowie die Erstellung von Leitfäden als Hilfestellung für andere interessierte Städte und Akteure.

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Nachdem im Juni dieses Jahres der erste Naturerfahrungsraum in Spandau eröffnet wurde, folgt nun in Pankow in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Pankow und Spielkultur Berlin-Buch e.V. die zweite Pilotfläche. Der Naturerfahrungsraum Moorwiese befindet sich in direkter Nähe zum S-Bahnhof Buch, angrenzend an einen Abenteuerspielplatz.

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www.stiftung-naturschutz.de/unsere-projekte/naturerfahrungs-raeume

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Eröffnung am 20. 9. 2016, 14.30 - 15.30 Uhr

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Abenteuer- und Archäologiespielplatz Moorwiese
Wiltbergstr. 29a, 13125 Berlin
Kontakt: Martyn Sorge
Telefon: 030 - 9561 4371 oder 0176 / 57 266 053
E-Mail: moorwiese@netzwerkspielkultur.de

forschen / 15.09.2016
Michael Gotthardt erhält W3-Professur von Charité und MDC

Der Herz-Kreislaufforscher und Molekulargenetiker Prof. Michael Gotthardt vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat am 1. September 2016 eine W3-Professur für „Experimentelle und Translationale Kardiologie“ an der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit dem MDC angetreten. Zuvor hatte der MDC-Gruppenleiter eine W2-Professur inne.

Mithilfe seiner Forschung möchte Prof. Michael Gotthardt das Leben von Patienten mit Herzerkrankungen verbessern, bei denen die Füllungsfunktion der Herzkammer eingeschränkt ist. Es gibt keine geeignete Therapie, um der zunehmenden Zahl von Erkrankten zu helfen – insbesondere Frauen und älteren Personen. Um die mechanische Funktion des Herzens und damit die Füllung zu verbessern, möchte die Arbeitsgruppe um Michael Gotthardt das Riesenprotein Titin als Ziel zukünftiger Therapien zugänglich machen.

Herausragende wissenschaftliche Beiträge seiner Arbeitsgruppe umfassen die Entdeckung eines Splicing-Faktors für das Titin-Protein, welcher für Erkrankungen im Menschen relevant ist. Des Weiteren entwickelte sein Team Tiermodelle, an denen man die Biomechanik von Titin im Herzen und Skelettmuskel untersuchen kann. Für seine Forschung erhielt Gotthardt im Jahr 2001 den Sofja Kovalevskaja-Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, sowie 2012 einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC).\n

Als Mediziner an das MDC

Michael Gotthardt hat den größten Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn am MDC verbracht. Als Doktorand der Medizin arbeitete er bereits 1992 mit Prof. Michael Strauss an gentherapeutischen Verfahren, denn „es erschien als eine großartige Chance, um das Leben von Patienten mit verheerenden Krankheiten zu verbessern.“

Während seiner Doktorarbeit und als Postdoktorand arbeitete Michael Gotthardt in der Abteilung für Molekulare Genetik am UT Southwestern Medical Center der University of Texas in den USA. Dort untersuchte er multifunktionelle Rezeptoren der LDL-Rezeptor-Genfamilie und begann seine Forschung am Riesenprotein Titin mithilfe von genetischen und biomechanischen Analysen an Mäusen.

2001 erhielt Michael Gotthardt eine Förderung von den US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH), mit der er seine Arbeitsgruppe an der Washington State University aufbaute. Mit Mitteln aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung kehrte er 2002 als Alexander von Humboldt Fellow wieder zurück an das MDC und etablierte dort eine Juniorgruppe mit dem fachlichen Schwerpunkt der neuromuskulären und kardiovaskulären Zellbiologie.

Michael Gotthardt ist weiterhin mit der Abteilung für Zelluläre und Molekulare Medizin der US-amerikanischen University of Tucson, Arizona affiliiert. Am MDC ist er in das Forschungsprogramm Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen eingebunden.

Neben seiner translationalen Forschung lehrt der Wissenschaftler an der Charité und auf dem Campus in Berlin-Buch. Als Sprecher des TransCard-Programms engagiert er sich für die Stärkung des translationalen Ansatzes der Forschung am MDC.

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Über das Max-Delbrück-Centrum
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde im Januar 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats gegründet, um molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung zu verbinden. Es wurde nach dem Physiker, Biologen und Nobelpreisträger Max Delbrück benannt. Das MDC hat derzeit mehr als 1.600 Beschäftigte aus nahezu 60 Ländern, davon sind mehr als 1.300 in der Wissenschaft tätig. Das Budget des MDC beträgt über 80 Millionen Euro, hinzu kommen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingeworbene Drittmittel in zweistelliger Millionenhöhe. Das MDC wird, wie alle Helmholtz-Einrichtungen, zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Sitzland finanziert.

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Foto:
Prof. Dr. Michael Gotthardt. (Foto: David Ausserhofer/MDC)

forschen / 13.09.2016
Berliner Institut für Gesundheitsforschung zeichnet herausragende Bioinformatik-Nachwuchswissenschaftlerin Juliane Perner aus

Die Preisträgerin des ersten BIH-Award für Nachwuchs- wissenschaftlerinnen in der Bioinformatik steht fest: Dr. Juliane Perner wird heute in Berlin, im Rahmen der German Conference on Bioinformatics, für ihre herausragende Dissertation auf dem Gebiet der Chromatinregulation ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) verliehen.

Verschiedene Krankheiten des Menschen, darunter Krebs oder Alzheimer, lassen sich nicht nur durch die Gene erklären, also durch das in jeder Zelle vorhandene Erbgut – man kann ihnen aber mithilfe der Epigenetik auf die Spur kommen, der „Metaebene“ genetischer Regulation. Zu den wesentlichen epigenetischen Modifikationen gehören Veränderungen der Bausteine des Chromatins, also der Verpackung des genetischen Materials. Chromatin besteht aus DNA, die in der Zelle dicht um Histone „gedreht“ ist, speziellen Proteinen, die auch für das Ablesen auf der DNA codierter Gene eine zentrale Rolle spielen. Einen wichtigen Beitrag zu diesem Themenfeld liefert die Dissertation „Bioinformatic Approaches for Understanding Chromatin Regulation“, für die Dr. Juliane Perner jetzt mit dem BIH-Award für Nachwuchswissenschaftlerinnen in der Bioinformatik ausgezeichnet wird. In ihrer Arbeit beschäftigt sich Juliane Perner mit dem Zusammenspiel von Histonmodifikationen und Proteinen, die das Chromatin verändern, an verschiedenen regulatorischen Elementen in der Zelle, zum Beispiel in Regionen, in denen die genetische Information abgelesen wird. Während frühere Arbeiten nur ein Gen oder ein Modellsystem analysierten, betrachtete die Preisträgerin das vollständige Genom einer menschlichen Zelle. Mit den derzeitigen experimentellen Methoden wird eine große Zahl potenzieller Interaktionen verschiedener Proteine mit Histonmodifikationen detektiert. Um diese auf die wichtigen Interaktionen einzugrenzen, nutzte Juliane Perner neue bioinformatische Methoden und konnte dabei unter anderem zwei neue Interaktionen von Proteinen mit Histonmodifikationen identifizieren. Diese könnten sicherstellen, dass die Zellteilung fehlerfrei abläuft und die Erbinformation, speziell die epigenetischen Modifikationen, dabei einwandfrei weitergegeben wird. Die Arbeit zeigt auf methodischer Ebene, wie sich aus komplexen Datensätzen sinnvolle Hypothesen ableiten lassen, und trägt inhaltlich zu einem besseren Verständnis der Rolle von Histonmodifikationen in der Zelle bei. Diese Erkenntnisse können zukünftig bei der Diagnostik und Therapie von Krebs- und neurodegenerativen Erkrankungen helfen.

Juliane Perner, die ihre Promotion am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik abschloss, arbeitet inzwischen am Cancer Research UK Cambridge Institute der University of Cambridge in Großbritannien. Aktuell arbeitet sie daran, Daten über die Mutationen und die abgelesenen Gene in Krebszellen zu integrieren, um die bisherigen Therapiemöglichkeiten und -strategien zu verbessern. Dabei fokussiert Juliane Perner unter anderem darauf, Biomarker zu identifizieren, die im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Tumors stehen und eine rechtzeitige Behandlung ermöglichen könnten.

Der BIH-Award für Nachwuchswissenschaftlerinnen in der Bioinformatik wird 2016 zum ersten Mal vergeben. Ziel dieses Preises ist es, herausragende Leistungen von Frauen in diesem Forschungsfeld sichtbar zu machen und diese Leistungen zu würdigen. „Die Bioinformatik ist ein für das Berliner Institut für Gesundheitsforschung elementares und zukunftsweisendes Forschungsfeld. Wir können heute Patientendaten in enormer Breite und Differenziertheit generieren; um daraus für die personalisierte Medizin nutzbare Vorhersagen und neue Therapien ableiten zu können, ist es notwendig, dass wir diese Daten optimal verstehen und vernetzen. Ich freue mich sehr, dass wir mit Dr. Juliane Perner eine hervorragende Wissenschaftlerin mit dem ersten BIH-Award für Nachwuchswissenschaftlerinnen in der Bioinformatik auszeichnen, deren Arbeit dieses Forschungsfeld methodisch voranbringt und einen sichtbaren Anwendungsbezug aufweist“, betont Prof. Dr. Erwin Böttinger, Vorstandsvorsitzender des BIH.

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Prognosen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Charité - Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

Kontakt:
Alexandra Hensel
Berliner Institut für Gesundheitsforschung|Berlin Institute of Health (BIH)
Kapelle-Ufer 2 | 10117 Berlin | Germany
Tel. +49 (0)30 450 543019
Fax +49 (0)30 450 7543999
presse@bihealth.de
www.bihealth.org \n

Foto: Dr. Juliane Perner

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heilen / 12.09.2016
HELIOS Klinikum Berlin-Buch begrüßt 25 Freiwillige

Zum 1. September 2016 haben im HELIOS Klinikum Berlin-Buch 25 Schulabsolventen ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) begonnen. Sie sind ein Jahr im Krankenhaus tätig und unterstützen die Pflegekräfte bei der täglichen Arbeit auf der Station.

„Das FSJ dient der beruflichen Orientierung und soll jungen Menschen die Chance geben, die Berufsvielfalt und die Arbeitsabläufe in einem Krankenhaus kennenzulernen“, sagt Pflegedirektorin Sylvia Lehmann im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.
Während ihres sozialen Jahres erlernen Sie die richtige Lagerung von Patienten, die Vitalzeichenkontrolle und deren Dokumentation. Die freiwilligen Helfer begleiten die Patienten zu Untersuchungen, bringen die Mahlzeiten auf das Zimmer und unterstützen bei der Körperpflege.
Neben den allgemeinen sozialen Seminaren bietet das HELIOS Klinikum Berlin-Buch seinen Freiwilligen einen besonderen Service. In HELIOS internen Schulungen werden die FSJ-ler vor allem auf klinikspezifische Themen vorbereitet. In vier eintägigen Pflichtfortbildungen erfahren die freiwilligen Helfer unter anderem was sich hinter dem Wort Kinästhetik verbirgt und wo sie Anwendung findet, welche Besonderheiten im Umgang mit Kindern oder älteren Patienten zu beachten sind.
Passend dazu integriert das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ein "Backstage"- Programm mit Besichtigungen, z.B. in die Zentralsterilisation, die Apotheke, den Zentral- OP, das Labor, die Rettungsstelle oder die Pathologie.
Die freiwilligen Helfer erhalten damit ein umfassendes Wissen über die vielseitigen Tätigkeiten in der Pflege.
„Viele junge Menschen nutzen das soziale Jahr zur Berufsvorbereitung und beginnen im Anschluss ihre Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger bei uns“, berichtet Melitta von Jutrzenka, Krankenpflegerin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch und verantwortlich für die Koordination der FSJ-ler.

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

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Foto: Freiwillige Helfer (FSJ-ler) im HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

leben, bilden / 09.09.2016
Feierliche Eröffnung des Rad- und Gehweges Röntgentaler Weg in Buch

Die im Juli 2016 begonnenen Bauarbeiten für den Ausbau des Rad- und Gehweges Röntgentaler Weg zwischen Pölnitzweg und Wiltbergstraße (Abzweig Radfernweg Berlin – Usedom) in Buch sind abgeschlossen. Jens-Holger Kirchner (Bü90/Die Grünen), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung im Bezirksamt Pankow, wird mit den Vertretern der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie des ADFC den Rad- und Gehweg am Donnerstag, dem 15. September 2016 um 11 Uhr feierlich eröffnen.\n

Treffpunkt ist an der Wiltbergstraße / Ecke Röntgentaler Weg (gegenüber vom S-Bahnhof Buch). Mit dem Fahrrad wird dann der neue 450 Meter lange Abschnitt des Rad- und Gehweges mit der neuen Bitumendecke befahren.

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Die Baukosten betragen ca. 233.000 Euro und wurden aus dem Programm „Verbesserung der Infrastruktur für den Radverkehr“, das die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt unter Nutzung von Bundesmitteln des „Kommunalinvestitionsförderungsfonds“ (KInvF) mit dem Ziel der Verminderung des motorisierten Verkehrsaufkommens und damit der Luftreinhaltung und der Lärmbekämpfung auf Straßen durchführt, finanziert. 

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Die Bauzeit konnte um ca. zwei Wochen verkürzt werden.

leben / 07.09.2016
Wettbewerb zum Förderprogramm Partnerschaft-Entwicklung-Beschäftigung

Der zweite Ideenwettbewerb für das Förderprogramm Partnerschaft-Entwicklung-Beschäftigung (PEB) ist jetzt gestartet. Noch bis zum 31. Oktober 2016 können Projektvorschläge beim Bezirksamt Pankow, BBWA-Geschäftsstelle, Breite Str. 24A-26, 13187 Berlin eingereicht werden. Das Programm PEB wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Land Berlin gefördert.
Es werden innovative Modellprojekte gesucht, die zu einer Verbesserung der sozialen Integration und Beschäftigungsfähigkeit von besonders arbeitsmarktfernen Personen auf lokaler Ebene führen. Die Projekte sind Teil des Aktionsplans des BBWA-Pankow und müssen sich einem bezirklichen Handlungsfeld zuordnen lassen.\n

Weitere Informationen zu den Förderbedingungen im Internet unter:
http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/eu-angelegenheiten/artikel.245799.php und bei Dr. Ute Waschkowitz, E-Mail: ute.waschkowitz@ba-pankow.berlin.de,  Tel.: 030 90295 2633.

heilen / 07.09.2016
Aktion im HELIOS Klinikum Berlin-Buch zum 1. Deutschen Hormontag

Einladung zu Expertenvorträgen rund um das Thema „Hormone“ am Donnerstag, den 15. September 2016\n

Osteoporose, Diabetes, Bluthochdruck oder Hormonstörungen –Behandlung und Betreuung dieser Krankheitsbilder gehören, in besonderen Fällen, in Expertenhand

Hormone sind die Botenstoffe unseres Körpers und stellen neben den Nervenzellen die Kommunikation zwischen den Organen sicher. Sie sorgen dafür, dass alle lebenswichtigen Funktionen, wie Kreislauf, Atmung, Stoffwechsel, Ernährung, Körpertemperatur sowie der Salz- und Wasserhaushalt im menschlichen Körper, funktionieren. Ein Zuviel oder ein Zuwenig kann zu schweren Erkrankungen führen.

Die Endokrinologie ist die Lehre von den Hormonen; Endokrinologen sind die Spezialisten. Weil Hormone nahezu alle Körperfunktionen entscheidend beeinflussen, gibt es für sie Berührungspunkte mit nahezu allen anderen medizinischen Disziplinen. Das wird sehr deutlich, wenn man sich neben den vielen seltenen Krankheitsbildern der Endokrinologie – wie Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse, der Nebennieren oder der Nebenschilddrüse – die sogenannten Volkskrankheiten wie Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen, Zuckerkrankheit, Übergewicht und Bluthochdruck vor Augen führt: Sie alle gehören in das Fachgebiet der Endokrinologie.
Schon aufgrund der Vielzahl von Betroffenen werden die Patienten in der Regel kompetent von Hausärzten behandelt, aber in besonderen Fällen sind die Spezialkenntnisse der Endokrinologen gefragt.
Um über diese Bedeutung zu informieren, hat die deutsche Gesellschaft für Endokrinologie 2016 erstmalig einen Deutschen Hormontag initiiert. Patienten, Angehörige und Interessierte werden über typische endokrinologische Krankheitsbilder aufgeklärt.  

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Im HELIOS Klinikum Berlin-Buch informieren, anlässlich des 1. Deutschen Hormontages, Medizinexperten von 16.00 bis 18.00 Uhr über sehr häufige Krankheitsbilder, die endokrinologische Kompetenz erfordern, und die Berührungspunkte der Endokrinologie zu anderen klinischen Fachbereichen darstellen.
Vier Themen werden unter der Moderation von Herrn Prof. Dr. Michael Ritter, dem Leiter der Diabetologie und Endokrinologie des Klinikums, in Kurzvorträgen dargestellt und mit interessierten Besuchern diskutiert.

Themen:

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  • „Die Schilddrüse - kleines Organ mit großer Wirkung“
    Prof. Dr. Stefan  Dresel – Chefarzt der Nuklearmedizin
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  • „Osteoporose - wenn die Knochen brüchig werden“
    Prof. Dr. Michael Berliner, Chefarzt der Geriatrie und physikalischen Therapie
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  • „Übergewicht und seine Folgen
    Prof. Dr. Jürgen Ordemann – Leiter des Departements für Adipositas und metabolische Chirurgie
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  • „Cholesterin als Risikofaktor - do you know your number“
    Prof. Dr. Michael Ritter
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Der Eintritt frei; eine Anmeldung nicht erforderlich.
Möglichkeit der Cholesterinmessung vor den Vorträgen.

HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Konferenzraum Cafeteria
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

1. Deutscher Hormontag im HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Donnerstag 15. September 2016
16.00 bis 18.00 Uhr
Veranstaltungsort
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin

Eintritt frei
Anmeldung nicht erforderlich
Parkplätze vorhanden
Buslinie 893: Direkte Anbindung des Klinikums zur S-Bahn Berlin-Buch S2

Klinikkontakt
Klinik für Angiologie
Prof. Dr. med. Michael Ritter
Leiter Diabetologie und Endokrinologie
Tel.: (030) 94 01-149 05
Fax: (030) 94 01-539 09
Schwanebecker Chaussee 50, Haus 211 - 13125 Berlin
www.helios-kliniken.de/berlin-buch

Foto: Prof. Dr. med. Michael Ritter (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

forschen / 02.09.2016
Zwei MDC-Forscher gewinnen Förderungen des Europäischen Forschungsrats

ERC-Doppelpack für das MDC: Dr. Jan Philipp Junker und Dr. Gaetano Gargiulo erhalten jeweils einen mit 1,5 Millionen Euro dotierten ERC Starting Grant. Sie werden zelluläre Vorgänge im Herzen des Zebrafischs bzw. das Glioblastom, die am häufigsten auftretende Form des menschlichen Hirntumors, erforschen.

Systembiologe Junker erforscht zufällige Abweichungen im Körper\n

Wie entstehen aus einer einzelnen, befruchteten Eizelle Millionen von Zellen, die präzise im Organismus eines Wirbeltieres angeordnet sind? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Systembiologe Jan Philipp Junker. Er interessiert sich dabei besonders für variable Phänomene, wie die Lage des Zebrafisch-Herzens, das bei fünf von 100 Fischen rechts und nicht links sitzt. Die betroffenen Zebrafische sind gesund und geben den „Fehler“ auch nicht an ihre Nachkommen weiter, deren Herzen wiederum zu 95 Prozent links lokalisiert sind.

Welche Mechanismen solche Abweichungen verursachen, will Junker im Projekt SPACEVAR (Quantitative analysis of variability and robustness in spatial pattern formation) herausfinden. „Das war bisher nicht möglich, weil die Methoden gefehlt haben. Wir wollen verstehen, wie zufällige Prozesse in der Entwicklungsbiologie entstehen und korrigiert werden. Das Herz des Zebrafischs ist ein gutes Modell dafür“, berichtet Jan Philipp Junker.

In dem Projekt entwickeln er und sein Team parallel für die Untersuchungen notwendige Methoden. So nutzen die Forscher Abstammungsbeziehungen zwischen einzelnen Zellen, um herauszufinden, wie sich Zellstammbäume anpassen, wenn sie gestört werden. Hierfür markieren die Forscher mittels der Geneditierungs-Methode CRISPR/Cas9 einzelne Zellen unterschiedlichen Typs und entnehmen in einem zweiten Schritt eine bestimmte Anzahl der markierten Zellen. „Dabei interessiert uns besonders, wie viele Zellen wir entnehmen können, ohne dass es zu einer Fehlbildung kommt, und wie es dem Organismus gelingt, mit solchen Störungen klarzukommen“, sagt Jan Philipp Junker.

Die Erkenntnisse aus dem für einen Zeitraum von fünf Jahren geförderten Projekt könnten auch zu einem besseren Verständnis darüber beitragen, wie Störungen in der Entwicklungsbiologie des Menschen – zum Beispiel Herzfehler – entstehen.

Krebsforscher Gargiulo bekämpft einen aggressiven Krebs

Der Molekulargenetiker Dr. Gaetano Gargiulo beschäftigt sich mit dem Glioblastoma multiforme (GBM), dem am häufigsten vorkommenden Hirntumor, der unheilbar ist.

Das liegt vor allem an der hochgradigen Heterogenität dieses Tumors und an seiner Resistenz gegenüber verfügbaren Therapien. So schlagen heutige Standard-Therapien entweder gar nicht an, oder der Patient entwickelt schnell eine Resistenz dagegen. Die Heterogenität der Tumoren erschwert es zudem enorm zu beurteilen, welche Therapie für welchen Patienten überhaupt geeignet ist. Die mittlere Lebenserwartung für GBM-Patienten liegt deswegen bei nur 15 Monaten.

Diese beiden Punkte gehen Gargiulo und sein Team in dem Projekt „Glioblastoma Subtype Avatar Models for Target Discovery and Biology“ (iGBMavatars) an. In einem ersten Schritt wollen die Forscher neuartige Tiermodelle für das Glioblastom entwickeln, die die menschliche GBM-Erkrankung so gut wie möglich nachbilden. Anschließend wird die Gruppe um Gaetano Gargiulo mittels Hochdurchsatzverfahren nach Medikamenten und molekularen Biomarkern für das Glioblastom suchen.

„Unsere übergeordneten Ziele sind, jene molekularen ‚Schalter’ im Tumor zu identifizieren, die das Ansprechen von Patienten auf die Behandlung entweder verbessern oder verhindern, und die Lebensdauer der Erkrankten signifikant zu erhöhen. Wir erhalten die aussagekräftigsten Informationen nur, wenn wir mit den bestmöglichen Krankheitsmodellen arbeiten. Möglich wird dies dank der von uns eingesetzten CRISPR/Cas9-Technologie“, erklärt Gaetano Gargiulo das Ziel seines Projekts.

Die ERC Starting Grants werden einmal jährlich ausgelobt; die Grants des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) gehören zu den bedeutendsten Förderprogrammen in Europa. MDC-Wissenschaftler warben mit den Förderungen für Jan Philipp Junker und Gaetano Gargiulo seit 2009 bereits 17 ERC-Stipendien ein.

leben, bilden / 02.09.2016
Ferientag im Gläsernen Labor

Am 30. August veranstaltete das Gläserne Labor erneut einen Ferientag für Kinder des Refugiums Buch. Begleitet von einer Erzieherin besuchten Jungen und Mädchen, die vorwiegend aus Afghanistan stammen, das Labor zum Experimentieren unter dem Titel „Archimedes“. Die Kinder untersuchten Phänomene rund um Auftrieb und Strömung: Warum geht ein Ei im Wasser unter? Welche Formen schwimmen am besten? Zur Beantwortung dieser Fragen mischten die Kinder Salz und Zucker ins Wasser, um die Dichte zu verändern und bauten Boote aus Knete und Styropor, die dann im Planschbecken draußen getestet wurden. Die Kinder waren begeistert, ein Labor von innen kennenzulernen und machten fleißig bei allen Experimenten mit. Eine Frühstückspause und ein gemeinsames Mittagessen in der Mensa rundeten den Ausflug ab. Das Team des Gläsernen Labors und das Refugium danken der Delbrück’schen Familienstiftung, die den Kindern den kostenlosen Besuch ermöglichte.

leben / 31.08.2016
Gesundes Training mit dem jungen Team von CampusVital

Yoga in Buch? Kräfte steigern beim Bootcamp? Oder angeleiteter Reha-Sport? Alles ist möglich bei CampusVital.

Sonnengelbe Polster der zahlreichen Trainingsgeräte reflektieren die Vormittagssonne, während Torsten Schlick die Haltung eines jungen Mannes am Seilzug korrigiert. Für den Trainer gehört dies zur täglichen Arbeit im Präventions- und Fitnesszentrum CampusVital: „Jede Übung soll präzise ausgeführt werden. Wichtig ist, die Trainierenden im richtigen Moment zu unterstützen.“ \n

Auf dem Campus Berlin-Buch hat sich CampusVital erfolgreich etabliert. Es startete 2014 als Pilotprojekt und wird seit Herbst 2015 vom Gesundheits- und Präventionsdienstleister "Die Wohlfühler" betrieben. Die Angebote stehen nicht nur Beschäftigten des Campus, sondern auch Erwachsenen aus Buch, Karow und Panketal offen. CampusVital bietet zahlreiche Kurse wie Yoga, Wirbelsäulentraining oder Gesunde Mitte Xpress. Für Zirkel- oder freies Training gibt es einen großen Raum mit Kraftmaschinen, Cross- und Slingtrainern. Hier findet auch die Rückenschule statt. „Das Besondere an CampusVital ist die Ausrichtung auf Gesundheitssport für jedes Fitness-Level. Unser hervorragend ausgebildetes Team von Sportwissenschaftlern, Trainern und Physiotherapeuten gewährleistet, dass jeder seine Ziele auf optimale Weise erreicht“, erklärt Eileen Bauer, die Gesundheitsmanagerin des Campus ist. Auch Personal Training kann gebucht werden.
 
Einmal wöchentlich lockt CampusVital auf die zentrale Wiese an der Bushaltestelle auf dem Campus. Hier erwärmen sich die Sportbegeisterten für das Bootcamp, das ebenfalls unter professioneller Anleitung stattfindet. Bei CampusVital lassen sich auch Rezepte für Physiotherapie bzw. Reha-Sport einlösen. Diejenigen, die sich einfach nur entspannen möchten, können Massagen buchen.
Johanna Seemann, die auf dem Campus arbeitet, ist vom Zirkeltraining begeistert: „Ich treibe sehr gerne Sport, um abends abzuschalten. Da passt es perfekt, dass ich direkt von der Arbeit zum Studio kommen kann. Die Betreuung ist individuell und das Angebot sehr vielfältig. Außerdem habe ich hier sehr nette Leute kennen gelernt, mit denen das Training noch mehr Spaß macht.“

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Einen Flyer über CampusVital finden Sie hier.

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Kontakt:
CampusVital
Eileen Bauer
E-Mail: an@campusvital.de
Telefon: 030 / 94 89 33 45
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
Öffnungszeiten:
Mo - Do  12 - 13 Uhr und 15 - 20 Uhr / Fr 11 - 17 Uhr
www.campusvital.de

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Foto: Das Präventions- und Fitnesszentrum CampusVital steht auch Buchern, Karowern und Panketalern offen. (Foto: Marko Bußmann / BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch)

investieren, leben / 29.08.2016
Neues Kreativzentrum im Norden Berlins

Wird die ehemalige Franz-Volhard-Klink ein Kreativzentrum unter dem Namen „Ehrlichhaus“? Aktuell prüft die Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG gemeinsam mit der KARUNA Sozialgenossenschaft eG i.G., KARUNA International e.V. und weiteren Projektunterstützern eine mögliche Nutzung durch soziale Einrichtungen und Kreativschaffende. \n

Auf rund 2500 qm Nutzfläche entsteht ein neues Format für kollektives Arbeiten. Schnittstellen zwischen Kunst, Technik und Sozialem werden den späteren Mietern neue Arbeitsfelder eröffnen. Die zukünftige KARUNA eG plant den Einzug mit der Wohngemeinschaft „die Bleibe“. Eine Jugendwohneinrichtung für zehn minderjährige Flüchtlingskinder. Zudem sind 4-5 Einraumwohnungen für ein weiteres soziales Wohnprojekt des Trägers geplant. Durch diese Form der Mischnutzung trägt das Haus Inklusionscharakter, denn die Bewohner der sozialen Einrichtungen  und die Mieter des Hauses können durch gemeinschaftliche Projekte immer wieder voneinander profitieren.

Kreative Mieter dürfen zudem zusätzliche Flächen für temporäre Projektarbeit oder Ausstellungen flexibel anmieten. Auch die Bestandssituation des Hauses und somit die Geschichte des Objekts begeistert künftige Mieter. “Unsanierte Flächen bedeuten Raum für Prozesse, Inspiration und Kreativität.“ so Dominik Steinmann, Theater- und Bühnenbildner und bereits mit einer Werkstatt Mieter auf dem Areal des Ludwig Hoffmann Quartiers.

Andreas Dahlke, Projektinitiator der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG, sieht in diesem Ansatz einen Vorteil für die Gesamtentwicklung des Areals: “Mit dieser Idee wäre ein wichtiger Teil unserer Philosophie eines Stadtquartiers umgesetzt. Ein Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben entstünde. Eine Nutzung dieser Art wäre zum einen für die Mieter des Quartiers ein Gewinn und zum anderen belebend für den gesamten Stadtteil Buch.“

Die Umsetzung dieser möglichen Nutzung ist allerdings kompliziert, denn die Flächenverhältnisse des Hauses sind schwierig. Andreas Krtschil, Projektsteuerer im Quartier, erklärt warum das so ist:“Das Verhältnis zwischen der Bruttofläche des Hauses und der tatsächlich nutzbaren Fläche ist ungünstig, d.h. es gibt lange, breite Flure und einen großen Anteil an Foyerflächen. Die Betriebskosten hierfür müssen am Ende auf alle Mieter verteilt werden.“ Nichts desto trotz begeistert die Idee schon jetzt viele kreative Köpfe. Am 22. Juli gab es bereits ein erstes Brainstorming unter den Projektinteressierten.

Unter dem Motto „OPEN-HOUSE“ findet vom 12. – 17. September eine weitere Belebung der kulturellen Art im Haus 34 statt. An sechs Tagen haben Kreativschaffende, potentielle Mietinteressenten und Unterstützer der Idee die Möglichkeit das Haus zu besichtigen und ein bißchen Arbeitsatmosphäre zu schnuppern. Das Haus wird für eine Art „Probearbeiten“ geöffnet. Ein vielfältiges Kulturprogramm mit Ausstellungen, kleinen Konzerten, Theater- und Musikperformances sowie einer Kooperationsveranstaltung mit dem AWO Refugium Berlin-Buch wird diese Tage zusätzlich mit Leben füllen. Ein Höhepunkt des „OPEN-HOUSE“-Events ist die Genossenschaftsgründung von KARUNA eG am 17. September.

„Wir hoffen den Bekanntheitsgrad des Hauses 34 mit dieser Veranstaltung zu steigern und möglichst viele Menschen mit unserer Konzeptidee zu begeistern und als zukünftige Mieter zu gewinnen.“ so Anne Kretschmar, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Akquise im Stadtquartier. Veranstaltungsinteressierte, ob als Besucher oder Akteure, können sich gerne unter: anne.kretschmar@l-h-q.de melden. Ein detailliertes Programm und Information: anne.kretschmar@l-h-q.de

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Einen Flyer mit detailliertem Programm finden Sie hier.

forschen / 26.08.2016
Erfolgreicher recyceln: Proteinqualitätskontrolle in der Zelle

Wie die Zelle auf effiziente Weise schadhafte Proteine markiert, hat ein Team um MDC-Forscherin Annika Weber herausgefunden. Die Ergebnisse, die grundlegende Erkenntnisse zur Funktionsweise der Proteinqualitätskontrolle in der Zelle beitragen, wurden jetzt in der Zeitschrift Molecular Cell publiziert.

Proteine übernehmen in Zellen von Organismen vielfältige Aufgaben. Damit alles reibungslos abläuft, muss die Zelle sicherstellen, dass die Proteine in der nötigen Anzahl und in einwandfreiem Zustand vorliegen. Schadhafte Proteine werden als solche markiert und anschließend recycelt. Zur Erkennung, welche Proteine schadhaft sind, dienen Ligase-Komplexe. Diese verknüpfen dann auch ein kleines Peptid namens Ubiquitin (Ub) mit den identifizierten Proteinen, um sie als fehlerhaft zu kennzeichnen. Es bedarf jedoch weiterer Schritte, um den Signalweg „Abbau des Proteins“ auszulösen. So reicht eine Ubiquitinverknüpfung dafür nicht aus, es muss eine spezielle Kette aus mehreren Ub-Molekülen gebildet werden, die an jeweils einer bestimmten Stelle miteinander verknüpft sind. Wie eine solche Kette am Ligase-Komplex Doa10 aufgebaut wird, wurde nun von Annika Weber und Kollegen aus der Arbeitsgruppe von Thomas Sommer am MDC aufgedeckt.

Damit schadhafte Proteine abgebaut werden können, müssen zwei Enzyme aktiv werden
Doa10 spielt eine zentrale Rolle bei der Proteinqualitätskontrolle des Endoplasmatischen Retikulums und des Nukleus und kontrolliert in diesem Prozess eine Vielzahl von verschiedenen Proteinen auf ihren Zustand. Bei der Generierung des Signals zum Proteinabbau verknüpft das Enzym Ubc6 zunächst ein Ubiquitin-Molekül mit dem fehlerhaften Protein. Ist diese „Initiation“ abgeschlossen, kommt mit Ubc7 ein weiteres Enzym ins Spiel, das die Ausbildung einer homogenen Kette mehrerer Ub-Moleküle veranlasst („Kettenverlängerung“). Sobald die Kette vollständig ist, wird das schadhafte Protein dem Abbauweg zugeführt. Zur Auslösung dieses Signalweges sind also zwei Enzyme notwendig. Darüber hinaus fand das Forscher-Team heraus, dass in diesem speziellen Prozess das primäre Ubiquitin nicht nur an die Aminosäure Lysin auf dem defekten Protein gekoppelt wird, sondern auch auf Serin-Reste. Solche Aminosäuren-Reste sind die „Andockstellen“ für die Ubiquitinkette auf den Proteinen. „Damit können auch fehlerhafte Proteine prozessiert werden, die keine zugänglichen Lysin-Reste exponieren, was diesen Abbauprozess besonders flexibel macht. Die Zelle kann dadurch ihre Erfolgsquote bei der Proteinqualitätskontrolle erhöhen“, hebt Annika Weber hervor, eine der beiden Erstautorinnen der Publikation und Doktorandin in der Arbeitsgruppe „Intrazelluläre Proteolyse“ von Thomas Sommer.

Schlägt der Proteinabbau fehl, kann es zu vielfältigen Krankheiten kommen
In einer Zelle müssen sehr viele verschiedene Proteine abgebaut werden – etwa 30 Prozent aller zellulären Proteinstrukturen, die sich durch Faltung von Aminosäureketten bilden, sind schadhaft. Problematisch für die Zelle ist, dass diese fehlerhaft gefalteten Proteine keine homogenen Strukturen aufweisen, sodass eine lückenlose Erkennung erschwert wird. Schlägt der Abbau solcher „nutzlosen“ Proteine fehl, lagern sie sich in der Zelle ab, die Homöostase bzw. das Gleichgewicht in der Zelle werden gestört. Dies kann bis zum Absterben der Zelle führen und so vielfältige Krankheiten verursachen, zum Beispiel Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.

Annika Weber et al. (2016): "Sequential Poly-ubiquitylation by Specialized Conjugating Enzymes Expands the Versatility of a Quality Control Ubiquitin Ligase", Molecular Cell, 63, 1-13. DOI: 10.1016/j.molcel.2016.07.020

Abb.: Bei der Initiation wird ein Ubiquitin an einen exponierten Aminosäurerest auf dem Zielprotein verknüpft. Für die zum Abbau des Proteins notwendige Kettenverlängerung wird ein weiteres Enzym (Ubc7) benötigt. Grafik: MDC/Annika Weber

leben / 25.08.2016
Mitgeplant - Spielplatz Theodor-Brugsch-Straße

Den "Ameisenspielplatz" in Buch haben die Kinder des Stadtteils bereits in Beschlag genommen. Die angrenzende Sport- und Erholungsfläche für die Jugendlichen ist dagegen seit drei Jahren gesperrt. Damit hier bald wieder Gelegenheit zum Chillen und Skaten ist, wurden die jungen Leute nach ihren Ideen befragt. Was die Ergebnisse der 2. Planungsparty sind, lesen Sie hier.

Im Wohngebiet Buch an der Theodor-Brugsch-Straße nahe der Karower Chaussee spielen Kinder auf dem vor kurzem sanierten Ameisen-Spielplatz. Daneben jedoch ist das asphaltierte Terrain für die älteren Kinder verwaist. Noch erobert sich hier die Natur die Fläche zurück. Wegen der damit verbundenen Unebenheiten und Risse wurde sie vor etwa 3 Jahren gesperrt.

Wie gut, dass inzwischen die vom Berliner Senat gewünschten Pläne zum Umbau der Spielfläche spürbar Gestalt annehmen, wie man auf der so genannten 2. Planungs-Party am 18. August sehen konnte. Bereits im Juli 2016 waren dafür unter aktiver Beteiligung von Kindern und Jugendlichen Vorschläge zusammengetragen worden. Gemeinsam überlegte man, was es hier künftig geben müsste. Auf Grundlage dessen entwickelte nun ein Planungsbüro zwei Entwürfe: mit Doppel-Schaukel, ca. 17 Meter langem Feld für Fußball oder Streetball, Klettergerüst, Trampolin und Seilbahn. Die Entwürfe wurden eingangs ausführlich erläutert.

Versammelt am Durchgang des Wohngebiets zum Lindenberger Weg und zum riesigen Krankenhaus-Komplex brachten die Anwesenden ihre Bedenken, Ideen oder Vorzüge zum Ausdruck. Die nicht wenigen Vorbehalte kreisten immer wieder um Sicherheit und vermeintliche Kurzlebigkeit der Geräte oder des Bodenbelags. Da beginnt ein Fachsimpeln unter den Vertretern vom Bezirksamt Pankow (aus den Bereichen Stadtentwicklung, Jugend und Straßen-/Grünflächen) und den Beauftragten für Stadtumbau Ost.

Mitten in den Sommerferien kommen leider nur wenige Kinder und Jugendliche hinzu. Dennoch bringen die Kinder und Jugendliche sowie einige Passanten ihre Ideen und Vorschläge ein, sodass der lebhafte Gedanken­austausch nicht nur auf den Stehtafeln notiert wird, sondern auch einen sichtbaren Fortschritt für die Entwürfe bringt.

Sicher ist, dass zunächst der Asphalt und die beiden Hügel verschwinden, anschließend außen ein neuer Rundkurs für Roller und Skater entsteht. Innen sollen die o. g. Elemente platziert werden, außerdem eine teils überdachte Sitzecke, Fahrradständer und weitere Bänke. Allen ist wichtig, der Jugend einen Ort zur Verfügung zu stellen, an dem sie sich gern aufhält - und dass hier überhaupt etwas passiert. Die künftigen Nutzer haben sich geäußert, was sie sich wünschen, nun liegt es an den Planern und Spezialisten, das gekonnt umzusetzen bzw. bald mit den Bauarbeiten zu beginnen.\n

Text: Anka Stahl

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Foto: GRadev

heilen / 25.08.2016
In Bildern spazieren gehen

Die neue Ausstellung im Foyer des HELIOS Klinikums Berlin-Buch zeigt erstmalig Arbeiten der Berlinerin Adele Hake (geb. 1949). Ihre Motive sind Landschaften – wobei sie den Begriff Landschaft sehr weit sieht: Begrenzte Räume, zufällige Strukturen und Gegenstände gehören für sie dazu.
 
„Ich möchte den Betrachter einladen, in meinen Bildern spazieren zu gehen“, sagt Adele Hake. Auch die Schönheiten von zufälligen „Spuren“ – zum Beispiel die Risse im Straßenpflaster, Altersspuren u.v.m. – inspirieren sie: „Mich interessieren in der Regel einfache und alltägliche Motive, bei deren zufälliges „Finden“ es plötzlich „Klick“ im Kopf macht.“ Frei nach dem Motto „Mal sehen was draus wird, wenn ich es male“, vertraut sie bei der Motivwahl und während des Malprozesses auf die Kraft bzw. die Macht des Unbewussten. „Es ist sozusagen der zweite Blick hinter dem ersten Blick“, berichtet sie über den Malprozess. „Deshalb befinde ich mich auch während der künstlerischen Arbeit notwendigerweise in einer immerwährenden Auseinandersetzung mit dem Bild.“ In der Regel folgt sie eigenen fotografischen Vorlagen in realistischer oder auch abstrakter Malweise. Zurzeit arbeitet sie bevorzugt mit übereinander gelegten Lasuren in Öl oder Acryl oder auch in Mischtechnik, z.B. mit Ölkreiden und Pigmenten.\n

Adele Hake war Erzieherin und langjährige Kitaleiterin. Von 2012 bis 2015 studierte sie Malerei mit Abschluss an der „Schule für bildende Kunst und Gestaltung Berlin“. Seit 2015 widmet sie sich intensiv ihrer künstlerischen Arbeit.

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Die Bilder sind im Foyer des HELIOS Klinikums Berlin-Buch täglich bis Ende Oktober zu sehen.

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Foto: Adele Hake nach dem Ausstellungsaufbau Ende August im Foyer des HELIOS Klinikums Berlin-Buch.
(Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

forschen / 24.08.2016
Die Waffen der Bakterien entschlüsselt: Biophysiker Adam Lange mit ICMRBS Founder’s Medal ausgezeichnet

Er hat Methoden entwickelt, um die komplexen Architekturen von Proteinen mittels Festkörper-NMR in atomarer Auflösung sichtbar zu machen. Für diese bahnbrechende Aufklärungsarbeit ist Prof. Adam Lange vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie Berlin (FMP) jetzt in Kyoto mit der ICMRBS Founders’ Medal ausgezeichnet worden. Der Preis der International Conference of Magnetic Resonance in Biological Systems ist eine der wichtigsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Kernspinresonanzspektroskopie (NMR).

Lange und seiner Arbeitsgruppe war es gelungen, Strukturen von bakteriellen Proteinen zu bestimmen, die bei der Infektion menschlicher Wirtszellen eine entscheidende Rolle spielen. Diese Strukturen könnten einen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer dringend benötigter Anti-Infektiva darstellen.

Je genauer wir Krankheitserreger kennen, desto gezielter können wir sie bekämpfen. Das sagt Prof. Adam Lange vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie Berlin (FMP) mit Blick auf seine Arbeit der letzten fünf bis zehn Jahre. Lange und seine Abteilung für Molekulare Biophysik haben neue Festkörper-NMR-Methoden (Kernspinresonanzspektroskopie) zur atomaren Strukturaufklärung von Proteinen entwickelt. Damit konnten die Forscher erstmals Strukturen von Proteinen bestimmen, die an verschiedenen Infektionsprozessen beteiligt sind bestimmen und dadurch zu einem molekularen Verständnis der bakteriellen Infektion beitragen.

Für seine neu entwickelten und auf bakterielle Proteine angewandten Methoden ist Adam Lange nun auf der International Conference of Magnetic Resonance in Biological Systems (ICMRBS) in Kyoto, Japan, mit der Founder’s Medal ausgezeichnet worden. Der mit 3.000 US-Dollar dotierte Preis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der NMR-Spektroskopie und wurde dem 39-jährigen Biophysiker am 23. August im Rahmen des sechstägigen Kongresses verliehen. „Die Auszeichnung würdigt Ihre wichtigen Beiträge zur Entwicklung und Anwendung von Festkörper-NMR auf biologische Systeme“, erklärte die Vorsitzende der Auswahlkommission, Prof. Mei Hong vom Massachusetts Institute of Technology (MIT). Die Arbeit habe dazu beigetragen, auch Strukturen zu untersuchen, die bisher nicht zugänglich waren. Lange erklärte unterdessen, er nehme die Auszeichnung stellvertretend für sein Team entgegen. „Dieser Preis ist der Verdienst für jahrelange konstruktive Teamarbeit“, sagte er in Kyoto.

Mit der Auszeichnung wird nicht eine einzelne Arbeit gewürdigt, sondern die systematische Methodenentwicklung über die vergangenen Jahre. Dabei hat die NMR-basierte Sichtbarmachung von Proteinstrukturen bereits zu spektakulären Einzelentdeckungen geführt: Lange und sein Team konnten zum Bespiel erstmals die Struktur der bakteriellen Injektionsnadeln des sogenannte Typ III-Sekretionssystems in atomarer Auflösung aufklären. Bei den Nadeln handelt es sich um jene Angriffswerkzeuge, die Bakterien wie Salmonellen oder der EHEC-Erreger nutzen, um molekulare Wirkstoffe in ihre Wirtszellen zu spritzen. Ein weiterer Meilenstein war die Aufklärung der atomaren Struktur von Bactofilin – einem wichtigen Element des bakteriellen Zytoskeletts, das erst vor kurzem entdeckt wurde. Bactofilin verleiht beispielsweise Helicobacter-Bakterien die Schraubenform, die es ihnen erlaubt, sich in die Magenschleimhaut zu bohren und dort Entzündungen und Geschwüre auszulösen.

„Wir betreiben hier Grundlagenforschung“, sagt Lange, „aber vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl von Antibiotikaresistenzen sind wir angetrieben von der Idee, neue Ansatzpunkte für die Behandlung von Infektionen zu finden, etwa neuartige Anti-Infektiva, die spezifischer und zu einem viel früheren Zeitpunkt wirken als traditionelle Antibiotika.“

Adam Lange wechselte 2014 vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen an das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin. Dort leitet er seither die Abteilung für Molekulare Biophysik; parallel lehrt er an der Humboldt-Universität zu Berlin „Struktur und Dynamik von Biomolekülen“ im Rahmen einer W3-S Professur.

Für seine Arbeit am FMP konnte der Strukturbiologe hohe Drittmittel-Summen einwerben. So erhielt er zunächst ein Emmy Noether-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG); aktuell wird er mit einem Grant vom European Research Council (ERC) gefördert.


Bild: Prof. Adam Lange vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie Berlin (FMP) (Foto: FMP)


investieren, leben / 24.08.2016
Einmalig für Berlin: Kabelpflug errichtet 110 Kilovolt-Leitung unter der Erde

Mit einem für Berlin bisher einmaligen Verfahren wird derzeit im Nordosten am Stadtrand eine unterirdische 110 Kilovolt-Kabelanlage errichtet. Ein Kabelpflug der österreichischen Firma IFK bringt dabei die zuvor verschweißten Kabelleerrohre durch Einpflügen bis zu 2,30 Meter tief unter die Erde. Zu einem späteren Zeitpunkt können dann die 110 kV-Kunststoffkabel ohne weitere Tiefbauarbeiten eingezogen werden. Die Stromnetz Berlin GmbH hatte sich für das innovative Pflügeverfahren entschieden, um einerseits auf eine aufwändige Grundwasserabsenkung in diesem Bereich verzichten zu können und andererseits einen empfindlichen Eingriff in das als landwirtschaftliche Fläche genutzte Gebiet zu verhindern. Im Gegensatz zum offenen Tiefbauverfahren findet bei dieser Verlege-Technologie keine Durchmischung der Bodenschichten statt.

Bei dem Verfahren wird der Boden entlang der Trasse kurz „angelüftet“. Mit einer Kraft von bis zu 200 Tonnen zieht der Kabelpflug danach die vorbereiteten Leerrohre in den Boden ein und drückt die Erdschichten direkt im Anschluss wieder in ihre ursprüngliche Position.

Auf insgesamt 1.750 Metern Länge baut die Stromnetz Berlin GmbH hier im nördlichsten Bereich Pankows an der Landesgrenze zu Brandenburg die neue Hochspannungskabelanlage. Hintergrund der Arbeiten ist der komplette sechsspurige Ausbau der Bundesautobahn A10 sowie der geplante Bau der Raststätte „Am Kappgraben“ zwischen den Autobahndreiecken Pankow und Barnim. Für diesen Ausbau müssen Teile einer bestehenden 110 kV-Freileitung zwischen dem Netzknoten Malchow und dem Umspannwerk Buch weichen und werden in diesem Abschnitt durch die Kabelanlage ersetzt.

Thomas Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Stromnetz Berlin, zeigte sich bei einem Pressetermin gestern vor Ort beeindruckt von der Technologie: „Die wachsende Stadt Berlin braucht eine moderne Infrastruktur. Um diese zu erhalten, muss man mitunter auch neue und innovative Wege beschreiten. Ich bin froh, dass es uns mit der hier eingesetzten Technologie gelingt, den Eingriff in die Landwirtschaft fast vollständig zu verhindern und auch die Bauzeit für das Projekt deutlich zu verkürzen.“

Bis Ende November soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein und die neue Leitung zur Verfügung stehen. Danach erfolgt der Rückbau des Freileitungsabschnittes inklusive der dazugehörigen Freileitungsmasten. Diese Arbeiten werden bis Mitte April 2017 andauern.\n

Foto: Die neue Verlege-Technologie spart Zeit und Aufwand (Foto: Stromnetz Berlin GmbH)

leben, bilden / 23.08.2016
Beratung zu Ausbildungsberufen auf dem „47. Fest an der Panke“

Auf dem „Fest an der Panke“ werden Eltern fast schon traditionell im Rahmen der Ausbildungsoffensive von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Jugendberufshilfe Pankow zu allen beruflichen Belangen ihrer Kinder beraten.
An zwei Informationsständen können sich Eltern und junge Menschen am 10. und 11. September 2016 im Zeitraum von 9:00 bis 17:00 Uhr auf der Sozialmeile (Sozialmarkt - Breite Straße) des Festes an der Panke zu folgenden Themen informieren:

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  • Ausbildungsberufe (schulische Voraussetzungen, Dauer und Verlauf der Ausbildung, Ausbildungsbetriebe und Partner in der betrieblichen Ausbildung, Ausbildungsvertrag, Berufswegplanung und Berufsausbildungsabschluss)
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  • Berufsbilder, speziell neue, neugeordnete Ausbildungen und klassische Berufe
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  • Ausbildungsformen neben der betrieblichen Ausbildung (schulische Ausbildung, Verbund- und Überbetriebliche Ausbildung, private Erstausbildung)
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  • Beratungs- und Vermittlungsstellen für die Ausbildungsplatzsuche
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  • Partner der Berufsausbildung und Förderprogramme
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  • Finanzielle Hilfen (z.B. Berufsausbildungsbeihilfe (BAB ) und Schüler-BaföG)
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  • Hilfeangebote und Beratungsdienste aus den verschiedensten Bereichen für Jugendliche
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Die Bezirksstadträtin Jugend und Facility Management Frau Keil (Die Linke) erklärt dazu:
„Erstmalig übernehmen die Beratung Mitarbeiter*innen der Agentur für Arbeit und des Jugendamtes der neu gegründeten Jugendberufsagentur Berlin Standort Pankow sowie freie Bildungsträger.
Übergreifendes Ziel der Jugendberufsagentur ist es, jeden Berliner Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, der in der Regel das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, zu einem Berufsabschluss zu führen.“

heilen / 23.08.2016
Kinderschutz geht alle an

Am vergangenen Freitag informierte sich Berlins Familiensenatorin Sandra Scheeres beim Team der Kinderschutzambulanz im HELIOS Klinikum Berlin-Buch über erste Erfahrungen. Das Bucher Klinikum ist Teil des Berliner Netzwerkes „Kinderschutz“. Um Berlins Kinder besser vor Gewalt zu schützen, hat der Senat vor knapp einem halben Jahr an fünf Standorten Kinderschutzambulanzen eingerichtet. Aufgabe ist es, Verdachtsfällen von Kindeswohlgefährdungen nachzugehen und Betroffenen zu helfen.

Dr. med. Antje Hoffmann, Leiterin der Kinderschutzambulanz, und Kinderschutzkoordinatorin Eliane Schultheiß (beide HELIOS Klinikum Berlin-Buch) sind sich mit Familiensenatorin Sandra Scheeres einig: Kinderschutz geht alle an. Nachdem vor einigen Jahren engagierte Ärzte und Kinderkrankenschwestern eine Arbeitsgemeinschaft Kinderschutz im Klinikum gründeten, zwei Kinderschutzbeauftragte ihre Arbeit aufnahmen und Mitarbeiter im Umgang mit Kindeswohlgefährdungen regelmäßig geschult werden, konnte die Etablierung einer Kinderschutzambulanz im HELIOS Klinikum Berlin-Buch das Netzwerk verstärken. \n

„Die Kinderschutzambulanz  ergänzt optimal die Aktivitäten unserer Arbeitsgemeinschaft Kinderschutz, die Arbeit der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Kinderklinik mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum, der Psychosomatik sowie die der Kinderrettungsstelle“, sagt Dr. Sebastian Heumüller, Klinikgeschäftsführer im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. „Viele unserer Ärzte und Krankenschwestern engagieren sich seit Jahren, um dem Kinderschutz mehr Aufmerksamkeit zu geben.“

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Dr. Hoffmann berichtet im Gespräch mit der Senatorin Scheeres, dass die Mitarbeiter des Hauses, die direkt mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, durch den Erfahrungsaustausch auch mit anderen Kinderschutz-Einrichtungen viel aufmerksamer geworden sind. Sowohl mit den sichtbaren als auch oft unsichtbaren Hinweisen auf die Gefährdung des Kindeswohls können sie professioneller umgehen, den Kindern und Jugendlichen sowie betroffenen Familien helfen. „Insbesondere bei psychosomatischen Beschwerden oder auch akuten Verletzungen ist oft nicht auf den ersten Blick klar, woran oder warum der kleine Patient wirklich leidet“, betont Dr. med. Barbara Korinth, seit vielen Jahren leitende Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, und sagt weiter: „Unser Ziel ist es vor allem, den Kindern zu helfen und sie zu schützen.“

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Foto (v.l.): Dr. Sebastian Heumüller, Dr. med. Beate Bartels, Dr. med. Antje Hoffmann, Sandra Scheeres, Eliane Schultheiß und Dr. med. Barbara Korinth im Bereich der Bucher Kinderschutzambulanz.

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.


forschen, produzieren, leben, heilen / 22.08.2016
Laufen für einen guten Zweck

Erstmalig starteten Beschäftigte des Campus Berlin-Buch gemeinsam – und das bei einem Lauferlebnis der besonderen Art: In Erinnerung an den Mauerbau und die Opfer der Grenze liefen sie als Staffel entlang der ehemaligen Berliner Mauer, insgesamt 161 Kilometer. Die Bucher Staffel setzte sich aus 25 Läuferinnen und Läufer verschiedener Campuseinrichtungen und des Kinderhilfe e.V. zusammen.  Ihr Lauf kam einem Projekt des Otto-Heubner-Centrums der Charité für an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche zugute, die nach erfolgter Chemotherapie einen Rückfalltumor erleiden.

Ermöglicht wurde die Teilnahme durch den Freundeskreis des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und CampusVital. Der Freundeskreis übernahm die Startgebühr inklusive einer Spende für den Kinderhilfe e.V., wofür er 700 Euro aus Spendeneinnahmen des Benefizkonzertes vom 9. Mai 2016 einsetzte. CampusVital, der Gesundheitsdienstleister auf dem Campus Berlin-Buch, unterstützte die Organisation und warb die Läuferinnen und Läufer des Campus.

Der Mauerweglauf fand am 13. August 2016 mit einer Rekordbeteiligung statt: Fast 100 Staffelteams hatten sich gemeldet. Das Campus-Team konnte die 161 Kilometer in 14 Stunden und 58 Minuten absolvieren und damit den 10. Platz der 25 Staffeln mit über 10 Läufern belegen!

Nicht nur das war ein voller Erfolg, sondern auch die Begeisterung, mit der die Läuferinnen und Läufer dabei waren und das Geschehen verfolgten.
Ein großes Dankeschön für die perfekte Vorbereitung, den Teamaufbau und Zusammenhalt sowie die Betreuung vor Ort geht an Team-Kapitän Holger Keller vom Kinderhilfe e.V.

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Und das sagten die Läufer:

“Danke für diesen wunderbaren Tag mit großartigem Teamgeist. Ich war wirklich stolz, ein Teil dieser erfolgreichen Staffel zu sein.“ Bernd Dreyer

“Es hat mir wirklich viel Spaß gemacht, in dieser Staffel zu laufen.” Janine Kirstein, FMP

“Die ganze Staffel funktionierte wie ein Uhrwerk, und es war toll, ein Teil davon zu sein.“ Kerstin Thom

 „Vielen Dank an alle – es war grandios.“ Min Chi Ku, MDC

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Foto: Beschäftigte des Campus Berlin-Buch und des Vereins Kinderhilfe e.V. absolvierten den Mauerweglauf erfolgreich als Staffel. (Foto: privat)

forschen / 16.08.2016
Schnelle Reaktion dank „Präzisions-Protein“

Ob wir Autofahren oder Fußball spielen – In vielen Situationen müssen wir blitzschnell auf äußere Reize reagieren. Doch wie wird gewährleistet, dass die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen unseres Körpers in Sekundenbruchteilen geschieht? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Leibniz-Institutes für Molekulare Pharmakologie haben jetzt im Rahmen eines internationalen Forschungsverbundes einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung dieses Mechanismus geleistet. Sie fanden heraus, dass ein bestimmtes Protein (Unc13A) an den Verbindungsstellen der Nervenzellen – den Synapsen – für eine extrem präzise molekulare „Verknüpfung“ sorgt und damit für die ultraschnelle Weiterleitung der Reize verantwortlich ist. Die Ergebnisse, die nun in der Fachzeitschrift „Nature Neuroscience“ publiziert wurden, erlauben Einblicke in die Prinzipien, mit denen Synapsen auf molekularer Ebene und mit hoher Genauigkeit Signalübertagung räumlich und zeitlich optimieren.
   
Nervenzellen kommunizieren mit Hilfe von elektrischen und chemischen Signalen. Die Übertragung der Reize von Zelle zu Zelle erfolgt dabei über spezielle Verbindungsstellen, die Synapsen. Dort wird das ankommende elektrische Signal in ein chemisches Signal umgewandelt und so über den sehr engen synaptischen Spalt, der zwei benachbarte Zellen voneinander trennt, transportiert, um dann auf der anderen Seite wiederum in ein elektrisches Signal umgebildet und weitergeleitet zu werden.
 
Die chemische Reizweiterleitung erfolgt über Botenstoffe, die so genannten Neurotransmitter, die sich in kleinen Vesikeln (lat. „Bläschen“) in der Synapse befinden. Kommt ein elektrischer Impuls an der Synapse an, verändert er die Spannung in der Zellmembran, wodurch kurzzeitig Kalziumionen in die Synapse strömen. Die Erhöhung der Kalziumkonzentration führt wiederum dazu, dass sich die Vesikel zum synaptischen Spalt öffnen und die Botenstoffe freisetzen, die dann in der benachbarten Nervenzelle zu einer Weiterleitung des Signals führen, zum Beispiel zur Kontraktion eines Muskels. All dies passiert innerhalb weniger Millisekunden, was unter anderem nur möglich ist, weil der Abstand zwischen Vesikeln und den Kanälen in der Zellmembran, durch die das Kalzium in die Zelle einströmt, genauestens definiert wird.

Wie exakt der Mechanismus geregelt ist, fanden Wissenschaftler des Exzellenzclusters NeuroCure unter Leitung von Prof. Dr. Stephan Sigrist und Dr. Alexander Walter vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie nun am motoneuronalen Nervensystem der Taufliege (Drosophila melanogaster) heraus.

Sie entdeckten, dass das Protein Unc13A die mit dem Botenstoff gefüllten Vesikel mit Nanometer-Präzision an die Kalzium-Quelle – also die Kalziumkanäle in der Zellmembran – koppelt und so die blitzschnelle und effiziente Signalübertragung ermöglicht. Bei der exakten Positionierung der Vesikel spielen noch zwei weitere Proteine eine Rolle, die mit Hilfe der Arbeitsgruppen um Prof. Dr. Ulrich Stelzl von der Universität Graz und Prof. Dr. Markus Wahl von der Freien Universität Berlin identifiziert werden konnten: Wie zwei Mess-Schieber auf einem Lineal sorgen diese beiden Eiweiße dafür, dass der wohl definierte Abstand zwischen Vesikel und der Kalzium-Quelle stets eingehalten wird.

Erstaunlich für die Wissenschaftler war, dass das sehr eng verwandte Protein Unc13B für die Signalübertragung eine untergeordnete Rolle spielt. Dies – so legen die Experimente und theoretischen Berechnungen nah – ist vermutlich darin begründet, dass das Protein nicht so nahe an die Kalzium-Quelle gekoppelt ist. Auch Unc13B wird im Verbund eines Proteinkomplexes an Ort und Stelle gehalten, allerdings auf Distanz.

Die Längenunterschiede bewegen sich lediglich auf der Nanometer-Skala (1 Nanometer = 1 Millionstel Millimeter), sie konnten nur mit einem besonders hochauflösenden Mikroskop im Laboratorium von Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Stefan Hell  vom Max Plack Institut für Biophysikalische Chemie Göttingen überhaupt detektiert werden. Dennoch führe das zu vollkommen unterschiedlichen Funktionalitäten, sind die Wissenschaftler überzeugt: Während Unc13A eine schnelle und effiziente Signalleitung ermöglicht, spielt Unc13B aufgrund seiner minimal größeren Entfernung von der Kalzium-Quelle hierbei kaum eine Rolle. Es werde aber wohl in der Entwicklung der Synapse benötigt.
 
Mit Ihrer Arbeit sind die Forscher einem sehr wesentlichen, jedoch mechanistisch noch wenig verstandenen Prinzip auf die Spur gekommen: wie Synapsen durch räumliche Kontrolle der Vesikelposition ihre Transmissionseigenschaften steuern.

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Abbildung: Illustration der Neurotransmitter Freisetzung über Unc13A und Unc13B. Unc13A wird in einem Abstand von 70 nm von der Kalziumquelle (Cac; blau) durch Bruchpilot (BRP; grün) und RBP (rot) positioniert. Unc13B (orange) wird in einem größeren Abstand von 120 nm positioniert. Der Farbübergang von dunkel- zu hellblau im Hintergrund kennzeichnet unterschiedlich hohe Kalziumkonzentrationen, die von Vesikel detektiert werden. (Abb.: Alexander Walter, FMP)

investieren, leben / 16.08.2016
Stadtumbau fördert soziale Infrastruktur in Friedrichshain West und Buch

Aus der Sitzung des Senats am 16. August 2016:

Das Förderprogramm Stadtumbau wird ausgedehnt. Auf Vorlage von Stadtentwicklungs- und Umweltsenator Andreas Geisel hat der Senat die Erweiterung der Förderkulisse des Stadtumbaugebietes Buch festgelegt und die Aufnahme der Förderung im Stadtumbaugebiet Friedrichshain West zur Kenntnis genommen. Ziel des Programms ist der Umbau und die Stärkung der öffentlichen Infrastruktur im Dialog mit den Menschen vor Ort.

Senator Geisel: „Wir richten das Förderprogramm Stadtumbau an den Bedürfnissen der wachsenden Stadt neu aus. Deshalb nehmen wir Friedrichshain West neu auf und erweitern das Fördergebiet Buch. Der Stadtumbau wird zukünftig auch dort den Wohnungsneubau mit Investitionen für den öffentlichen Raum und durch die Schaffung von Einrichtungen der sozialen Infrastruktur flankieren.“

In intensiven Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern wurden die wichtigsten Projekte zusammengestellt, die durch das Programm in den nächsten Jahren finanziert werden. Beispiele dafür sind die Anpassung und Sanierung von Schulen, Kitas, Jugend-, Familien- und Nachbarschaftseinrichtungen. Ferner geht es darum, das Wohnumfeld zu verbessern und den öffentlichen Raum zu qualifizieren.

Derzeit werden in 15 Gebieten Berlins Mittel des Stadtumbauprogramms eingesetzt. Seit Beginn des Verfahrens im Jahr 2002 wurden (einschließlich Programmjahr 2016) rund 500 Mio. € Fördermittel zur Verfügung gestellt.

In der wachsenden Stadt Berlin wird sich im Zuge von neu entstehendem Wohnraum auch der Bedarf an öffentlicher Infrastruktur und an qualifizierten öffentlichen Räumen erhöhen. Damit gewinnen Neubaumaßnahmen und Kapazitätserweiterungen zukünftig auch in der Städtebauförderung eine wesentlich größere Bedeutung. Die Stadtumbaumittel sollen daher auch dort zur Verfügung gestellt werden, wo neue Wohngebiete entstehen.

Für die beiden Gebiete „Buch“ (inkl. Erweiterungsgebiet) und „Friedrichshain West“ (Areal zwischen Ostbahnhof und Karl-Marx-Allee) liegen aktuelle Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzepte (ISEKs) vor, die Maßnahmenvorschläge für den Einsatz der Stadtumbaumittel unterbreiten.

Weitere Informationen können eingesehen werden unter:

zum ISEK Buch,
www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Dokumente.5368.0.html\n

zum Förderprogramm
www.stadtumbau-berlin.de

leben / 12.08.2016
„Bucher Panke-Platz“ - Nachbarschaftsfest am 17.08.2016

Der provisorische Platz in Berlin-Buch wird am Mittwoch, dem 17. August 2016 ab 16 Uhr, nach der ersten Umgestaltungsphase in Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) und der Bezirksstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) mit einem Nachbarschaftsfest eröffnet.\n

Das seit langem brachliegende Sportgelände an der Panke, hinter der Hufeland-Schule, Walter-Friedrich-Str. 18, kann mit Fördergeldern aus dem Programm FEIN – Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in diesem Jahr wieder nutzbar gemacht werden. Verschiedene Bucher Vereine haben gemeinsam mit dem Sportamt, dem Straßen- und Grünflächenamt sowie der TU Berlin ein Gestaltungs- und Nutzungskonzept erarbeitet. Im Rahmen einer Summer School der TU Berlin haben internationale Studierende nun in den letzten Tagen die Planungen konkretisiert und, unterstützt durch viele Ehrenamtliche, mit der Umgestaltung begonnen. Weitere Maßnahmen werden in den nächsten Wochen soweit möglich unter Beteiligung der Bürgerschaft umgesetzt.

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Unter dem Namen „Bucher Panke-Platz“ soll das Gelände künftig als Bewegungs- und Begegnungsort für die Bucher Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen und  das nachbarschaftliche Miteinander in Buch – gerade auch mit den Geflüchteten aus dem AWO Refugium – fördern. „So wird der Platz nicht nur Möglichkeiten der sportlichen Betätigung wie Beachvolleyball, Basketball und Boule bieten“, erklärte die für Sport zuständige Bezirksstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz, „sondern durch seine einladende Gestaltung auch zur Begegnung zwischen Nachbarn und zu gemeinschaftlichen Aktivitäten animieren.“

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Kooperationspartner:
Willkommen in Buch / Stadtteilzentrum Buch
Bucher Bürgerverein
Netzwerk für Demokratie und Respekt Buch-Karow/ moskito
Gangway Straßensozialarbeit
CoCoon-Studio / Habitat Unit, Technische Universität Berlin
 
Sponsoren:
Firma Stramann

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Hier finden Sie eine Broschüre über das Konzept und die erste Umsetzung.

forschen / 10.08.2016
Stammzellen von Wurm und Mensch ähnlicher als gedacht

In Stammzellen von Plattwürmern und Menschen sind die gleichen grundlegenden Steuerungsmechanismen aktiv. In den Zellen beider Organismen wird der Träger der abgelesenen Erbinformation – die RNA – auf ähnliche Art und Weise nachbearbeitet. Diese Mechanismen sind nicht nur bei Menschen, sondern wahrscheinlich für das ganze Tierreich relevant, wie Wissenschaftler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) zusammen mit internationalen Partnern durch genomweite Studien an Plattwürmern gezeigt haben. Die Ergebnisse erschienen nun im Journal eLife.

Stammzellen sind zelluläre Alleskönner, die sich in jedes mögliche Gewebe verwandeln können. Wegen ihres Potenzials für die regenerative Medizin werden sie seit Jahren intensiv erforscht. Dabei sind Plattwürmer besonders interessant, da sie im ganzen Körper zahlreiche Stammzellen aufweisen, die ihnen eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit verleihen: Ein abgetrenntes Teil ihres Körpers können sie vollständig neu bilden.

Für die besonderen Fähigkeiten von Stammzellen sind spezifisch aktivierte Gene verantwortlich. Die Gene werden dabei in das temporäre RNA-Format umgeschrieben, das wiederum als Bauplan für Proteine dienen kann. Zusätzlich wird die RNA meistens durch „Splicing“ verändert. Hierbei werden Teilstücke der RNA neu kombiniert, indem „Introns“ genannte Abschnitte entfernt werden, während „Exons“ verbleiben. Stehen mehrere Alternativen von Exons zur Auswahl, werden diese von der Zelle gezielt ausgewählt. Durch diesen „alternatives Splicing“ genannten Prozess werden aus einem Gen verschiedene Proteinvarianten erzeugt, die spezialisierte Aufgaben haben.

Eine internationale Forschungskooperation untersucht Splicing-Prozesse in den Stammzellen der Plattwürmer

Ob alternatives Splicing auch für die Stammzelleigenschaften bei Plattwürmern relevant ist, war bisher nicht bekannt. Um mehr darüber herausfinden, kooperierte Postdoktorand Dr. Jordi Solana aus dem Labor von Prof. Nikolaus Rajewsky im Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des MDC mit Dr. Manuel Irimia vom Centre for Genomic Regulation (CRG) in Barcelona und dem Team von Prof. Benjamin J. Blencowe an der University of Toronto. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal eLife.

Solana interessiert sich für die Stammzellbiologie des Plattwurms Schmidtea mediterranea und bearbeitet das Thema gemeinsam mit dem Forschungsteam von Nikolaus Rajewsky, das für seine systembiologische Expertise bekannt ist und den Plattwurm als Modellsystem nutzt. Er arbeitet eng mit Irimia zusammen, der sich auf Splicing-Prozesse spezialisiert hat. „Wir haben in bisher unerreichter Detailgenauigkeit untersucht, welche Gene entweder in fertig entwickelten Zellen oder Stammzellen der Würmer abgelesen und dann durch alternatives Splicing nachbearbeitet werden“, sagen die Forscher über ihre Arbeit.

Splicing-Prozesse als zentrale Regulatoren von Stammzell-Eigenschaften

Sie entdeckten Splicing-Prozesse, die spezifisch nur in den Stammzellen der Tierchen aktiv waren, und identifizierten zahlreiche alternative Exons für stammzellspezifische Proteinvarianten. Die Forscher überraschte, dass Introns häufig nicht aus der RNA entfernt wurden. Wurden Introns zurückgehalten, konnte gar kein funktionierendes Protein mehr hergestellt werden. In den vollentwickelten Zellen beobachteten sie „Mikro-Exons“, also sehr kurze Exon-Sequenzen.

Im Experiment schalteten die Forscher dann die Proteine ab, die alternatives Splicing steuern. Eines davon ist das Protein MBNL, das die Herstellung von stammzelltypischen Proteinvarianten in entwickelten Zellen unterdrückt. Sie entdeckten auch, dass das Protein CELF dem MBNL-Protein entgegenwirkt, indem es in den Stammzellen die Herstellung dieser Varianten anregt. Bei der Differenzierung von der Stammzelle zur Gewebezelle konkurrierten die beiden Splicing-Faktoren miteinander und rangen um Vorherrschaft. Dieses Wechselspiel von MBNL und CELF wurde zuvor nur in Zellen von Säugetieren beobachtet.

Bedeutsam für die Forschung an Modellorganismen und aus evolutionsbiologischer Sicht

„Wir haben ganz neue Faktoren identifiziert, die wir aus der üblichen Forschung an Säugetierzellen noch nicht kannten. Mit diesem Wissen können wir nun in menschlichen Zellen gezielt überprüfen, ob dort die gleichen Mechanismen aktiv sind“, kommentiert Solana.

Prof. Nikolaus Rajewsky, Spezialist für RNA-Systembiologie, sagt: „Besonders faszinierend ist, dass die Funktion von MBNL erst durch das konkurrierende CELF-Protein nachvollziehbar wird. Vielleicht muss man auch bei anderen Splicing-Faktoren davon ausgehen, dass sie mit miteinander kooperieren oder im Wettbewerb stehen.“

Die Arbeit wirft auch grundlegende Fragen über Stammzellen in Tieren auf, sagt Solana: „Den Antagonismus von MBNL und CELF in Plattwürmern wiederzufinden, ist evolutionsbiologisch interessant. Wie wir zeigen konnten, sind diese Mechanismen in evolutionär extrem weit entfernten Abstammungslinien vorhanden und damit vermutlich relevant für das gesamte Tierreich.“

Jordi Solana, Manuel Irimia et al. (2016): „Conserved functional antagonism of CELF and MBNL proteins controls stem cell-specific alternative splicing in planarians.“ eLife. DOI: 10.7554/eLife.16797

Die Forschungsarbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Spanische Ministerium für Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit und die Canadian Institutes of Health gefördert.\n


Grafik: Plattwürmer haben eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit. Ein Wurm (oben), der in mehrere Stücke zerteilt wird (Mitte) regeneriert aus jedem Teilstück einen neuen Wurm, wie ganz unten dargestellt. Bild: Jordi Solana/MDC.

investieren, leben / 05.08.2016
Bucher Bürgerforum: Campus-Betreiber haben viele Ideen für ganz Buch

Das Flaggschiff Buchs ist der international bekannte Wissenschafts-, Gesundheits- und Biotechnologiepark im Ortsteil. Über seine Entwicklungsperspektiven sprachen auf dem jüngsten Bucher Bürgerforum die Geschäftsführer der BBB Management GmbH Campus Buch, Dr. Ulrich Scheller und Dr. Christina Quensel.

Derzeit arbeiten rund 3.000 Menschen auf dem Campus – im MDC, FMP, ECRC, dem Gläsernen Labor, den Charité-Instituten, dem BIH und in den 63 Campusfirmen, darunter 47 Biotech-Unternehmen. Die angesiedelten Institute, die Grundlagenforschung betreiben, die klinischen Forschungsbereiche sowie Biotechnologie-Unternehmen arbeiten eng zusammen. Schwerpunkte sind die Erforschung molekularer Ursachen von Krebs-, Herzkreislauf- und neurodegenerativen Erkrankungen sowie die Systembiologie, eine interdisziplinär angelegte Grundlagenforschung zur Entwicklung neuer Medikamente, eine patientenorientierte klinische Forschung und die unternehmerische Umsetzung der Erkenntnisse. Rund 500 Millionen Euro von Buch, Land und EU flossen in den vergangenen Jahren für neue Investitionen in den Bucher Standort. \n

Rund 15.000 Schülerinen und Schüler besuchen jedes Jahr Deutschlands größtes Schülerlabor – das Gläserne Labor in Buch –, um zu experimentieren. »Wir wollen, dass bereits Schüler erfahren, wie Wissenschaft funktioniert und dass es noch viele offene Fragen gibt, um Krankheiten wirksam zu bekämpfen«, erklärte Dr. Christina Quensel.

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Mittlerweile ist es eng geworden auf dem Campus zwischen Robert-Rössle-Straße und Lindenberger Weg. Viele Neubauten wird es hier nicht mehr geben, der Campus soll grün und durchlässig bleiben. Große anstehende Projekte sind die Sanierung der früheren Rössle-Klinik, der Bau neuer Tierhäuser für MDC und Charité (der "Mäusebunker" in Steglitz wird geschlossen) oder der Neubau des Eingangsbereichs.

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"Wir arbeiten daran, das Konzept eines ‘Green Campus der Nachhaltigkeit’ umzusetzen", so Dr. Quensel. Gemeinsam mit anderen Bucher Partnern werde ein energetisches Quartierskonzept entwickelt, CO2 soll eingespart werden, der grüne Charakter des Campus erhalten bleiben.

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"Wir haben den gesamten Ortsteil im Blick", knüpft Dr. Ulrich Scheller an. "Die Entwicklung des Campus ist untrennbar mit der Entwicklung des Wohnortes Buch verbunden". Das betreffe die Nutzung von Flächen oder die Infrastruktur. Der Campus setzt weiterhin auf die Erweiterungsflächen im südlichen Bereich der "Brunnengalerie" (Richtung Autobahn). Ein chinesisches Medizintechnik-Unternehmen will sich möglicherweise ansiedeln.

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Auch das geplante Bildungszentrum mit Bibliothek, Musik- und Volkshochschule sowie Gläsernem Labor unter einem Dach (auf der "Brunnengalerie", in Höhe des Lindenberger Wegs) werde dazu dienen, die»Inselwahrnehmung« des Campus weiter aufzubrechen und weiter zusammenzuwachsen.
Die Campus-Betreiber haben viele Pläne. Kurzfristig umgesetzt werden soll ein Mietradsystem im Ortsteil. Damit Campus- und Helios-Mitarbeiter vom Bahnhof zu ihren Arbeitsstätten gelangen können, soll am Bahnhof eine Leihstation mit vorerst 50 Fahrrädern installiert werden. Und auch Bucher können die Räder ausleihen. Voraussetzung ist ein Smartphone, dann sollen die Räder 30 min kostenlos nutzbar sein. "Momentan verhandeln wir über eine Stellfläche auf dem ehem. Güterbahnhof am südlichen Bahnhofsausgang", so Dr. Scheller.

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Ein Radschnellweg auf der ehemaligen Bucher Werksbahnstrecke vom Bahnhof Richtung Campus ist ein dringlicher Wunsch, der bereits in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Buch aufgenommen wurde. Die Überfahrung der Karower Chaussee werde dabei eine Herausforderung darstellen. "Am besten mit einer Brücke", schlägt ein Forumsteilnehmer vor. Auch die anderen Wegeverbindungen in Buch sind dringend verbesserungswürdig. Dafür sind weitere Gelder über das Förderprogramm "Stadtumbau Ost"  avisiert.

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Auch ein Regionalbahnhof Buch ist, statt des Turmbahnhofs am Karower Kreuz, erklärtes Ziel der Campus-Manager – neben der A 10-Anbindung –, für das sie in verschiedenen politischen Gremien die Hebel zu ziehen versuchen.      

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Foto: Die Geschäftsführenden der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch: Dr. Christina Quensel und Dr. Ulrich Scheller beim Bucher Bürgerforum im Juli 2016. (Foto: C. Minkewitz/BBB Management GmbH)

forschen / 02.08.2016
Medizinische Diagnose der Zukunft: Reinhart-Koselleck-Projekt für Leif Schröder

Der Physiker Leif Schröder erhält eine Förderung von insgesamt 1,525 Millionen EURO im Koselleck-Programm der DFG für hoch innovative Forschungen zur Detektion von Tumoren

Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und die Leibniz-Gemeinschaft haben ihr erstes Koselleck-Projekt eingeworben: Leif Schröder forscht an einem neuartigen, nicht-invasiven bildgebenden Diagnoseverfahren. Die bekannte Magnetresonanz-Tomographie (MRT) spielt hierbei eine Schlüsselrolle, obwohl sie normalerweise auf das Aufspüren von relativ hoch konzentrierten Molekülen beschränkt ist. Das ist ein großer Nachteil des ansonsten für den Patienten schonenden Diagnoseverfahrens.\n

Durch die Methode der Spin-Hyperpolarisierung soll jetzt ein Großteil des zuvor etwa zu 99,9 Prozent nicht genutzten Potentials dazu gewonnen werden, um nun auch schwach konzentrierte Moleküle sichtbar zu machen. Herausforderungen bleiben die schnelle Abschwächung der Hyperpolarisierung und die Detektion im Gewebe. Leif Schröder und seine Gruppe spüren mit Biosensoren gewünschte Zielmoleküle auf und vereinen sie dann erst an lebenden Zellen mit den hyperpolarisierten Atomen. Die zusätzliche Verbindung mit dem Edelgas Xenon macht die Biosensoren zu hochempfindlichen Detektiven, die gefundene Zielmoleküle bereits bei millionen-fach reduzierten Aufnahmezeiten nachweisen.

Im aktuellen Koselleck-Forschungsprojekt interessiert sich die Gruppe nun für die Detektion in lebendem Gewebe, ein Experiment, das weltweit noch nicht realisiert werden konnte. „Das soll sich bald ändern. In unserem interdisziplinären Koselleck-Projekt werden wir die Entwicklung neuartiger Nanotransporter realisieren, die im Gewebe eine große Anzahl von hyperpolarisierten Atomen aufnehmen können“, sagt Leif Schröder. Ziel bei dem Forschungsvorhaben ist es, die Visualisierung von anspruchsvollen Biomarkern zu realisieren, wie Zelloberflächen-Glykanen. Diese Zuckerverbindungen enthalten wertvolle diagnostische Information über die Bösartigkeit von Tumoren.

Leif Schröder konnte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit seinem Projektantrag überzeugen, welchen sie als „in hohem Maß innovativ und im positiven Sinn risikobehaftet“ auszeichnet. Ein Erfolg dieses Projektes würde einen „Quantensprung“ in der medizinischen Diagnostik bedeuten, wie es weiter in der Begutachtung heißt. Schröders Projekt wird von der DFG als „Musterbeispiel für das Koselleck-Programm“ angesehen, das den Forschern angemessene Flexibilität und Zeit ließe, größere Durchbrüche zu wagen.

Die Arbeitsgruppe erhält für einen Zeitraum von fünf Jahren 1,525 Millionen Euro, die durch ein weiteres Engagement des FMP auf diesem Gebiet ergänzt wird.
Jedes Jahr werden bis zu 10 Koselleck-Projekte ausgezeichnet, deutschlandweit gibt es insgesamt 71, in Berlin aktuell vier.


Titel des Projekts:

Multivalent Hosts for Hyperpolarized Xenon Enabling in vivo MRI Visualization of Tumor Cell Surface Glycans / Multivalente Wirtsstrukturen für hyperpolarisiertes Xenon zur In-Vivo-Darstellung von Zelloberflächen-Glycanen in Tumoren mittels MRT

 
Kontakt:
Dr. Leif Schröder
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
lschroeder@fmp-berlin.de
Tel.: 0049 30 94793-121

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Foto: Leif Schröder mit einem Molekül-Modell eines Biosensors und einem Gas-Ballon als Symbol für das bei der Diagnose wichtige Edelgas Xenon.

investieren, produzieren / 02.08.2016
Eckert & Ziegler: Deutliche Verbesserung der Kostenposition im ersten Halbjahr

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, konnte im ersten Halbjahr ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,1 auf 70,1 Mio. Euro (+2%) steigern. Währungseffekte oder Akquisitionen spielten keine Rolle, der nominale Zuwachs basierte weitgehend auf organischem Wachstum.

Am stärksten, um 2,1 Mio. EUR oder 12% auf 19,4 Mio. EUR, wuchsen die Umsätze im Segment Radiopharma. Während Geräte und Zyklotronprodukte sich hier auf Vorjahresniveau bewegten, stiegen die Umsätze für pharmazeutische Radioisotope zweistellig. Das Segment Isotope Products legte um 1,4 Mio. EUR oder 4% auf 40,2 Mio. EUR zu, während das Segment Strahlentherapie erwartungsgemäß aufgrund des Verkaufs von zwei Sparten im Vorjahr um 2,7 Mio. EUR oder 18% auf nunmehr 12,0 Mio. EUR schrumpfte.

Der Gewinn pro Aktie des Konzerns fiel im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 0,53 EUR oder 37% auf 0,89 EUR. Er entspricht damit relativ genau dem Erwartungswert, der für das Gesamtjahr ein Ergebnis von 1,80 EUR pro Aktie vorsieht. Berechnet man das Halbjahresergebnis nur auf der Basis der fortgeführten Geschäftsbereiche, und eliminiert die 2016er Verluste, die aus der Abwicklung eines kalifornischen Betriebsteils erwuchsen, betrug das Ergebnis pro Aktie 0,98 Mio. EUR, also 10 Cent mehr. Ursache für den planmäßigen Gewinnrückgang waren die um 5,9 Mio. EUR geringeren Sondererträge, die im Vorjahr unter anderem durch den Verkauf einer Beteiligung (OctreoPharm Sciences) einen Rekordwert 9,2 Mio. EUR erreicht hatten. Hinzu kam 2015 ein um 1,2 Mio. EUR besseres Finanzergebnis, weitgehend aufgrund von Währungsgewinnen.

Rechnet man die Sondererträge und das Finanzergebnis aus beiden Halbjahren heraus, so zeigt sich eine erhebliche Verbesserung der Ertragslage. Bei fast gleichem Umsatz ist die Rohmarge des Konzerns um 1,3 Mio. EUR gestiegen, die Verwaltungs- und Vertriebskosten haben sich um 2,2 Mio. EUR verringert. Durch die Verkäufe von Verlustbringern und der Schließung unrentabler Betriebsteile konnte die Gruppe innerhalb von zwölf Monaten ihre Kostenbasis somit um 3,5 Mio. EUR oder 5% des Umsatzes reduzieren.

Für das Jahr 2016 wird ein gegenüber dem Jahr 2015 in etwa konstanter Umsatz von 140 Mio. Euro erwartet. Der Gewinn soll aufgrund des Ausbleibens positiver Einmaleffekte auf ca. 1,80 EUR/Aktie zurück gehen.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier:
http://www.ezag.com/fileadmin/user_upload/ezag/investors-financial-reports/deutsch/euz216d.pdf\n


Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 660 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

investieren, leben, bilden / 29.07.2016
Ludwig Hoffmann Quartier setzt Maßstäbe

Am 27. Juli 2016 fand auf dem Gelände des Ludwig Hoffmann Quartiers (LHQ) das Richtfest für das dritte Gebäude der Montessori-Gemeinschaftsschule Berlin-Buch der gemeinnützigen Organisation KARUNA statt. Damit steht der Schulbereich dieses Stadtquartiers, bestehend aus einer evangelischen und der Montessori-Gemeinschaftsschule, vor der Fertigstellung. „Es ist ein Novum und verdeutlicht die gesellschaftliche Verantwortung des Bauherrn Andreas Dahlke“, sagt Lioba Zürn-Kasztantowicz, Pankower Stadträtin für Soziales, Gesundheit, Schule und Sport, „dass in einem neuen Stadtquartier ohne Auflagen oder Forderungen des Bezirks zwei Schulen völlig ohne Fördermittel gebaut wurden. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung des Bildungsangebots in Berlin-Buch und setzt damit nicht nur in Pankow neue Maßstäbe.“\n

Die Planungen für die drei Gebäude der Montessori-Gemeinschaftsschule begannen 2010, etwa zeitgleich mit den Vorarbeiten für das Ludwig Hoffmann Quartier. Das dritte Gebäude – Baubeginn war im Frühjahr dieses Jahres – ist ein Gebäude mit verschiedenen Nutzungen. Für knapp 500 Kinder und Jugendliche stehen damit fast 1600 Quadratmeter mehr zur Verfügung, die u. a. für weitere Klassenräume und eine Schülermensa samt Küche genutzt werden. Im Gebäude ist außerdem die Kita „Baum und Borke“ von KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche e.V. untergebracht, wo künftig auf knapp 600 Quadratmetern mehr als 80 Kinder betreut werden. „Hier“, sagt Jörg Richert von KARUNA, „entsteht in den nächsten Monaten eine für den Nordosten Berlins so dringend benötigte neue Kindertagesstätte. Das ist in besonderem Maße dem Investor und Entwickler Andreas Dahlke sowie der Bank für Sozialwirtschaft zu verdanken, die für uns, wundervolle Partner auf Augenhöhe geworden sind.“

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Andreas Dahlke, Alleingesellschafter der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co.KG, selber betont: „Mir kam es von Anfang an darauf an, das Ludwig Hoffmann Quartier nicht als reine Wohnanlage, sondern als Stadtquartier mit einer vollständigen Sozial- und Bildungsinfrastruktur zu errichten. Das LHQ soll kein von Buch getrenntes separates Stadtquartier sein. Vielmehr wollen wir, dass die Wohnungen und alle Einrichtungen des LHQ auch von der Bucher Bevölkerung genutzt werden und sich dadurch die Lebensqualität im Ortsteil Buch verbessert.“

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Das Ludwig Hoffmann Quartier wird bis 2018 fertiggestellt und auf einem ca. 280.000 Quadratmeter großen Grundstück mehr als 700 Wohnungen, zwei Schulen, zwei Kindergärten, eine Sporthalle, eine Anlage für Seniorenwohnen, zwei gastronomische Einrichtungen und weitere soziale Angebote umfassen. Das Investitionsvolumen beläuft sich insgesamt auf etwa 280 Millionen Euro. Damit gehört das LHQ zu den aktuell größten Wohnungsbauprojekten Berlins. Insbesondere leistet es einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Wohnsituation in Berlin-Buch, das als führender Medizin- und Hightech-Zentrum zu den zukunftsträchtigsten Standorten Berlins zählt.

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Über das Ludwig Hoffmann Quartier
Das Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) ist eine komplexe Stadtquartierentwicklung in Berlin-Buch mit einem finanziellen Volumen von 280 Millionen Euro. Realisiert wird das Projekt von der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG. Bis Ende 2018 werden auf dem rund 280.000 Quadratmeter großen Areal etwa 700 Wohnungen, zwei Schulen, zwei Kindergärten, eine Sporthalle mit dazugehöriger Sportanlage, eine Seniorenwohnanlage und weitere soziale Einrichtungen entstehen. Ende 2015 war etwa die Hälfte der Wohnungen fertiggestellt, ein Großteil davon ist bereits bezogen. Um die Einheitlichkeit des Ensembles aus mehr als 30 überwiegend denkmalgeschützten Gebäuden zu wahren, wird ein denkmalpflegerisches Leitkonzept für die Sanierung der Gebäude und zur Wiederherstellung des Parkdenkmals im neoklassizistischen Stil umgesetzt.

leben / 26.07.2016
Ehrenamtspreis der BVV Pankow ausgelobt

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow lobt zum 15. Mal den Preis für Ehrenamtliche aus. Mit der Auszeichnung sollen Personen bedacht werden, die sich freiwillig, selbstlos und unentgeltlich besonders für das Gemeinwohl im Bezirk engagieren. Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Vereine, Initiativen und Organisationen werden aufgefordert, ihre Vorschläge entsprechend den vorgenannten Kriterien zur Auswahl für die Ehrungen bis zum 30. September 2016 im Büro der BVV, Fröbelstr. 17, 10405 Berlin, einzureichen. Die Vorschläge sind kurz zu begründen. Eine Jury, bestehend aus VertreterInnen der in der BVV arbeitenden Fraktionen wird die eingegangen Vorschläge sichten, bewerten und auswählen. Die Vorgeschlagenen sollten bereits drei Jahre ehrenamtlich tätig sein, Ehrungen in zwei aufeinander folgenden Jahren oder nach Erhalt etwa des Pankower Umweltpreises sind nicht möglich. Nicht akzeptiert werden Eigenvorschläge von Personen, Gruppen oder Initiativen.\n

Ehrungen aus den Bereichen Sport und Umwelt werden nicht berücksichtigt, da jährlich in Sportvereinen ehrenamtlich Tätige im Rahmen einer Ehrenveranstaltung für den Sport gewürdigt werden. Gleiches trifft für den Bereich Umwelt zu, da die Bezirksverordnetenversammlung Pankow jährlich gesondert den Umweltpreis auslobt. Die zu vergebenen Ehrenpreise sind mit einer finanziellen Anerkennung verbunden und werden im Dezember 2016 verliehen.

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Weitere Informationen im Internet unter www.berlin.de/pankow.

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forschen, bilden / 22.07.2016
Die Gläsernes Labor erhält 2.500 Euro: Die NORDOSTCHEMIE und die DOMO Engineering Plastics GmbH fördern das Schülerlabor auf dem Campus Berlin Buch

Dr. Jana Scheunemann, Bildungsreferentin der NORDOSTCHEMIE, überreichte am 21. Juli 2016 gemeinsam mit Dr. Martin Dümeland, Geschäftsführer der DOMO Engineering Plastics GmbH Premnitz, einen symbolischen Scheck über 2.500 Euro an das Gläserne Labor. Mit dem Geld werden neue Experimentierkoffer für das Schülerlabor angeschafft. In dieser Form ehrt DOMO das außergewöhnliche Engagement in der naturwissenschaftlichen Nachwuchsförderung.

„Als ein wichtiger Arbeitsgeber in Brandenburg unterstützen wir exzellente Nachwuchsarbeit. Schülerlabore wie das Gläserne Labor bieten eine wichtige Ergänzung zum klassischen Chemieunterricht und geben interessierten Schülern die Chance, Chemie ausgiebiger in der Praxis kennenzulernen. Praxis die später im Beruf wichtig ist“, sagt Dümeland.

„Das Gläserne Labor als außerschulischer Lernort leistet einen wichtigen Beitrag zur naturwissenschaftlichen Bildung. Davon profitieren nicht nur Schülerinnen und Schüler, auch Lehrkräfte werden hier vor Ort fortgebildet“, weiß Scheunemann.

Dort setzt die Initiative „Pro Chemieunterricht“ an. Das Ziel ist es, einen attraktiven naturwissenschaftlichen Unterricht zu fördern und Lehrerinnen und Lehrer in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen.

Die Initiative Pro Chemieunterricht
Bildungsarbeit ist eines der wichtigsten Anliegen der Chemieverbände. Die Initiative „Pro Chemieunterricht“ läuft seit über zehn Jahren. Spenden Mitgliedsunternehmen der NORDOSTCHEMIE an eine Bildungseinrichtung, so beteiligen sich die Chemieverbände Nordost ebenfalls. Bislang engagierten sich rund 70 Unternehmen. Gemeinsam wurden so knapp 300.000 Euro in die naturwissenschaftliche Bildung investiert. Profitiert haben bereits mehr als 150 Schulen, Schülerlabore und Kindertagesstätten.\n

Foto: Scheckübergabe: Dr. Martin Dümeland, Geschäftsführer der DOMO Engineering Plastics GmbH Premnitz (links), und Dr. Jana Scheunemann, Bildungsreferentin der NORDOSTCHEMIE (rechts), übergeben einen symbolischen Scheck an Dr. Bärbel Görhardt, Leiterin des Chemielabors im Gläsernen Labor. Mit dabei sind Dr. Henning Otto, Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und Jan Rossa. (Foto: Gläsernes Labor)

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Quelle:
Arbeitgeberverband Nordostchemie e. V. / Verband der Chemischen Industrie e. V.

leben / 20.07.2016
Modulare Unterkünfte zur Flüchtlingsunterbringung (MUF) - Baubeginn in Berlin-Buch

Nachdem im Frühjahr durch den Senat entschieden wurde, an zwei Standorten in Berlin-Buch modulare Unterkünfte für Flüchtlinge (MUF) zu errichten, beginnen nun die Baumaßnahmen. In der Wolfgang-Heinz-Straße, neben 47, wurde bereits am 11. Juli 2016 mit den bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen. Am Lindenberger Weg 19, 27 werden die Bauarbeiten voraussichtlich ab Ende September starten, die Freimachungen dazu sollen Ende August anfangen. Geplant ist, in der Wolfgang-Heinz-Str. bis April 2017 fünfgeschossige Häuser zu errichten, um Wohnraum für bis zu 450 Menschen zu bieten. Die Häuser werden aus einer Stahlbetonkonstruktion mit Fertigteilen bestehen und über eine Außenanlage mit Spielplatz verfügen.\n

Auch der Lindenberger Weg ist für die Unterbringung von etwa 450 Menschen vorgesehen, die derzeit noch in Not- oder Gemeinschaftsunterkünften leben. An diesem Standort sollen die Bauarbeiten voraussichtlich bis Ende Mai 2017 abgeschlossen sein.

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„Das Bezirksamt begrüßt den zügigen Neubau von Wohnungen. Wichtig ist uns insbesondere, dass die Modularen Unterkünfte perspektivisch auch von anderen Bevölkerungsgruppen genutzt werden sollen und so der Wohnungsmarkt entlastet wird“, sagt Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD).

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Eine detaillierte Präsentation der Modularen Unterkünfte sowie weiterführende Informationen zu den Standorten der Flüchtlingsunterkünfte in Pankow gibt es auf der Internetseite des Bezirksamts unter: www.berlin.de/ba-pankow/

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forschen, produzieren / 18.07.2016
Lipidomix: 10 Jahre Speziallabor für die Forschung

Interview mit Dr. Michael Rothe, Geschäftsführer der Lipidomix GmbH

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Wie ist Ihr Unternehmen entstanden?

Ich habe die Lipidomix GmbH 2006 gegründet, ein Jahr, nach dem ich beim Bucher Analytik-Unternehmen FILT ausgeschieden bin. Damals kristallisierte sich bei mir die Idee heraus, dass ich meine Erfahrung in der Lipid-Analytik am besten als spezialisierter Dienstleister für die akademische Grundlagenforschung nutzen könnte. Ein externes Hightech-Labor für diese Zielgruppe gab es damals noch nicht, und ich hatte bereits etliche potenzielle Kunden und prominente Befürworter. Insbesondere Dr. Wolf-Hagen Schunck vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) hat mich unterstützt. Räumlichkeiten habe ich auf dem Campus ohne weiteres bekommen. Eine große Hürde war jedoch die Summe von 300.000 Euro, um die benötigte HPLC-Massenspektrometrie anschaffen zu können.
Die Banken haben auf meine Finanzierungsanfragen teilweise gar nicht erst geantwortet. Oder es hieß: „Was Sie hier vorhaben, versteht kein Mensch“. Erst, als sich ein befreundeter Unternehmensberater für mich verbürgt hat, hat sich eine Bank bereit erklärt, mein Vorhaben zu unterstützen.

Wie kam es dazu, dass Ihr Labor so stark auf Eicosanoide fokussiert?

Eicosanoide sind Stoffwechselprodukte  von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sowohl als diagnostische Marker bei Entzündungen als auch wegen ihres therapeutischen Potenzials interessant sind. Sie besitzen die Eigenschaften von Gewebshormonen und regulieren Entzündungen, Schmerz, Blutdruck und andere Prozesse. Ihr chemischer Nachweis ist höchst anspruchsvoll. Uns ist gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, das erlaubte, zunächst ein bestimmtes Eicosanoid (20 HETE) chemisch-analytisch nachzuweisen. Davon ausgehend haben wir immer weitere Metabolite in die Methode einbezogen. Mittlerweile hat sich auch ein Weg zur medizinischen Anwendung eröffnet:  Dr. Schunck hat mit seiner Arbeitsgruppe am MDC ein natürliches Eicosanoid gefunden, das einen schützenden Einfluss auf das Herz ausübt. Daraus entwickelt OMEICOS Therapeutics jetzt einen vielversprechenden Wirkstoff gegen  Vorhofflimmern.   

Welchen Vorteil bietet die Spezialisierung?

Unsere Kompetenz wächst kontinuierlich. Wir sind inzwischen in der Lage, mehr als 130 Einzelmoleküle in einer Probe in kürzester Zeit zu messen. Auch hinsichtlich der Konkurrenz ist es von Vorteil, so spezialisiert zu sein: Der Markt für diese sehr spezielle Analytik ist so klein, dass sich eine solche Dienstleistung für große Labore gar nicht lohnen würde.

Wie hat sich ihr Labor entwickelt?

Über das große Gebiet der Lipidomics haben sich viele Verflechtungen gebildet. Ich bin hier auf dem Campus, aber auch in vielen anderen Laboren in Deutschland, Europa, sogar weltweit Ansprechpartner für diese Form der Lipidanalytik. Darüber hinaus sind wir autorisiertes Partnerlabor des Geräteherstellers Agilent Technologies, der auf analytische Messtechnik spezialisiert ist. Wir entwickeln für dessen Kunden analytische Verfahren, trainieren die Handhabung der Geräte und bieten Support bei Messproblemen. Die Verfahrensentwicklung für andere Labore ist ein sehr wichtiges, schnell wachsendes Standbein. Wir haben in den letzten zehn Jahren weit über eine Million Euro in unsere Laborausstattung und die Massenspektrometer investiert. Dadurch können wir unseren Kunden die leistungsfähigsten, auf dem Markt verfügbaren Messsysteme anbieten.
Unsere Analysen für die Grundlagenforschung spiegeln sich in wissenschaftlichen Publikationen wider. Neben vielen Veröffentlichungen mit MDC-Wissenschaftlern haben wir zum Beispiel für das Horvitz-Lab am MIT gemessen und das Ergebnis im Fachjournal Science publiziert. Zudem haben wir durch die wissenschaftlichen Kooperationen eine wertvolle und umfangreiche Eicosanoid-Datenbank aufgebaut.

Mit wem kooperieren Sie auf dem Campus?

Neben Dr. Schunck sind es vor allem Wissenschaftler, die am Experimental and Clinical Research Center arbeiten: Dr. Dominik Müller und PD Dr. Ralf Dechend, die zum Thema Bluthochdruck forschen und PD Dr. Karsten-Henrich Weylandt, der die Hochschulambulanz für Lipidologie leitet.
Natürlich kooperieren wir auch mit OMEICOS. Der Campus ist ein ideales Umfeld für uns – es gibt sehr viele Synergien und Anregungen durch unser wissenschaftliches Netzwerk vor Ort.  Aktuell zeichnen sich weitere Kooperationen mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung, der Universität Tübingen und der Charité ab. Auch hier wird es um Stoffwechselprodukte  der  Fettsäuren gehen.

Text: Christine Minkewitz

Foto: Das Lipidomix-Team feiert 10-jähriges Jubiläum: (v.l.n.r.) Inci Dogan, Dr. Rothe, Christian Frätzer und Heike Zweers. (Foto: Christine Minkewitz / BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch)


bilden / 18.07.2016
Unternehmergeist in die Schulen: Lab2Venture-Projekte präsentieren sich im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Heute präsentierten sich Lab2Venture Projekte im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Das Gläserne Labor war gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Werner-von-Siemens-Gymnasiums dabei. Die beteiligten Schülerinnen und Schüler hatten ein Handbuch mit naturwissenschaftlichen Experimenten für Grundschüler gestaltet. Das Gläserne Labor war im Rahmen des Projekts als Auftraggeber aufgetreten.

Hintergrund
Das Projekt Lab2Venture möchte Unternehmergeist fördern. Mit der Initiative "Gründerland Deutschland" begegnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Herausforderungen, die eine nach wie vor niedrige Unternehmens-gründungsquote mit sich bringt. "43% der Deutschen würden aus Angst vor dem Scheitern den Schritt in die Selbständigkeit unterlassen" - dies ergibt die jährliche Befragung von Gründungsexperten 2009. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Insbesondere die Gründungs-kultur ist nicht optimal ausgeprägt. Im Gegensatz zum Angestelltenverhältnis ist unter-nehmerische Selbständigkeit in Deutschland noch kein eigenständiger Wert und gehört nach wie vor nicht zum ‚Normalarbeitsverhältnis'.

Jugendliche zeigen sich mehrheitlich offen für das Thema. So haben 87% eine eher gute bis sehr gute Meinung von Unternehmern und bei 76% spielt die unternehmerische Selbst-ständigkeit eine Rolle in der Zukunftsplanung. Als Motive geben 97% an, ihre eigenen Ideen verwirklichen zu wollen, 93% möchten ihr eigener Chef sein und 87% das eigene Können zeigen.

Weiterer Handlungsbedarf besteht gesellschaftlich in der Förderung innovativer und zukunftsträchtiger Technologien, insbesondere auch der Nutzung und Weiterentwicklung alternativer Energien, die eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaftskraft gewährleisten. Einher gehen Initiativen mit Fokus auf die verstärkten Kooperationen von Wissenschaft bzw. Forschung und Wirtschaft sowie den sogenannten MINT-Bereich.

Schülerlabore haben sich als wirksames Instrument etabliert, um Jugendlichen naturwissenschaftliche Felder erlebbar zu machen und sie schon früh für Forschung und Entwicklung zu begeistern. Wenn Schülerlabore neben Unterrichtsunterstützung auch nutzbare Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit Unternehmen bei den dortigen fachlichen Problemstellungen bieten, können daraus spannende Innovationen erwachsen.

heilen / 18.07.2016
Thoraxchirurgie - so schonend wie möglich

Interview mit Dr. med. Gunda Leschber, Chefärztin des Thoraxzentrums der Evangelischen Lungenklinik Berlin

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Frau Dr. Leschber, wie sind Sie an die Evangelische Lungenklinik gekommen?

Zur Thorax-Chirurgin wurde ich in der Berliner Lungenklinik Heckeshorn ausgebildet. Danach war ich sechs Jahre leitende Oberärztin in einer Lungenklinik im Sauerland, und im Laufe der Zeit entstand bei mir der Wunsch, eine eigene Abteilung zu leiten. Als dann 2003 die Chefarztposition an der renommierten Evangelischen Lungenklinik ausgeschrieben wurde, haben sich neben mir viele Mediziner aus ganz Deutschland beworben. Für mich war das nicht nur beruflich äußerst attraktiv, sondern auch eine Chance, nach Berlin zurückzukommen. Ich wurde ausgewählt – als erste Chefärztin für Thoraxchirurgie in Deutschland.

Was zeichnet die Lungenklinik aus?

Wir haben 270 Mitarbeiter und jährlich rund 7.000 stationäre Patienten. Der überwiegende Teil der Patienten wird auf der internistischen Abteilung betreut. Dort sind nicht nur Patienten mit Lungenkrebs, sondern mit dem ganzen Spektrum der Atemwegserkrankungen: Emphysem, Lungenentzündung, COPD etc. Unsere thoraxchirurgische Klinik ist auf die Schlüssellochchirurgie spezialisiert, und im vergangenen Jahr haben wir 1.200 Operationen durchgeführt.
Wir sind akademisches Lehrkrankenhaus der Charité, bieten ärztliche Fortbildungen an und haben vielfältige Forschungsprojekte. Die Evangelische Lungenklinik ist seit 2009 als Lungenkrebszentrum und seit 2008 als Thoraxzentrum zertifiziert und aktualisiert dies regelmäßig. Das ist mit hohem personellen Aufwand verbunden, aber uns ist wichtig, die eigenen Abläufe immer wieder zu hinterfragen. Hervorzuheben ist, dass wir uns viel Zeit für die Patienten nehmen.

Welche Bereiche umfasst die Thoraxchirurgie?

Die Thoraxchirurgie hat die Lunge zum Gegenstand, aber auch die Brustwand, Rippen und Weichteile, die Luftröhre und den Mittelfellraum, der zwischen den Lungenflügeln liegt. Überwiegend operieren wir bei bösartigen Erkrankungen, wobei Lungenkrebs führend ist. Häufig entfernen wir Metastasen, die von Tumoren an anderer Stelle im Körper stammen. Infolge von Krebserkrankungen sammelt sich oft Wasser im Brustkorb, ein „Pleura-Erguss“, dessen Behebung auch in unser Fach fällt.
Wir operieren zudem bei gutartigen und entzündlichen Veränderungen. In Fällen, in denen unklare Veränderungen an der Lunge vorliegen und eine Bronchoskopie nicht möglich oder ausreichend ist, entnehmen wir Gewebe für die genaue Analyse. Wir können mit einem kleinen Eingriff klären, warum ein Mensch im Brustraum  vergrößerte Lymphdrüsen hat. Schließlich gehört zum Spektrum die Korrektur der Trichter- oder Kielbrust.

Welche Forschungsprojekte haben Sie?

Die Evangelische Lungenklinik ist an den Krebsforschungsprojekten PREDICT und EPITREAT beteiligt, die das BMBF fördert. Dies baut auf einer langjährigen Kooperation mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und dem Max-Planck- Institut für Molekulare Genetik auf. Des Weiteren sind wir an klinischen Studien beteiligt, die sich mit der Optimierung von Operationen befassen. Wir untersuchen zum Beispiel, ob bei Lungenkrebsoperationen Lungengewebe geschont werden kann. Derzeit bereiten wir ein Projekt zur virtuellen Planung von Operationen anhand von Computertomografie-Aufnahmen (CT) vor. Unsere Klinik ist zudem die erste, die CT-Bilder in einer klinischen Studie zusätzlich von einem Computerprogramm auswerten lässt, um Metastasen zu finden, die das menschliche Auge vielleicht nicht erfasst hat.

Inwieweit kooperieren Sie mit den Bucher Kliniken?

Mit der Rheumaklinik und dem HELIOS Klinikum sind wir eng verbunden. Im gemeinsamen Tumorzentrum haben wir klinikübergreifende Fortbildungen und eine wöchentliche Tumorkonferenz. Dort besprechen wir besondere Fälle, die nicht nur die Lunge betreffen. In unserer eigenen Tumorkonferenz sind Strahlentherapeuten vom HELIOS Klinikum dabei, weil unsere Patienten dort die Strahlentherapie erhalten. Wenn die Onkologen bei HELIOS den Verdacht haben, dass eine Lymphdrüsenerkrankung vorliegt, schicken sie uns den Patienten zur Entnahme von Gewebe aus dem Mittelfellraum.

Sie engagieren sich in zahlreichen Gremien und Netzwerken, erst kürzlich wurden Sie zur Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie gewählt.

Ja, und 2010/11 bin ich Präsidentin der Europäischen Thoraxchirurgischen Gesellschaft gewesen. Ich habe auch etliche Jahre die Chirurginnen im Berufsverband der Chirurgen in Deutschland vertreten und „Frauen in der Thoraxchirurgie“ (Fit) gegründet. Es ist mir ein Bedürfnis, mich für Frauen in meinem Beruf einzusetzen, weil ich denke, Frauen können das genauso gut wie Männer und sollten viel häufiger in Entscheidungspositionen anzutreffen sein. Deshalb habe ich ein Führungsseminar für Chirurginnen ins Leben gerufen. Ende 2015 wurde ich vom Berufsverband der Chirurgen für mein Engagement ausgezeichnet – das ist eine sehr schöne Anerkennung.

forschen, produzieren / 18.07.2016
AJ Innuscreen: Zukunftsthema Liquid Biopsy

AJ Innuscreen GmbH ist auf Nukleinsäure-Isolierung und -reinigung spezialisiert und entwickelt innovative Technologien der molekularen Diagnostik.

Eine gute Geschäftsidee, starkes Know how und exzellente Partner – mit dieser Konstellation ist die AJ Innuscreen GmbH auf dem Campus Berlin-Buch erfolgreich gewachsen. Erst kürzlich feierte das Biotech-Unternehmen sein zehnjähriges Bestehen.\n

AJ Innuscreen wurde 2005 als Tochterunternehmen der Analytik Jena AG gegründet und wird seitdem von den Geschäftsführern Dr. Timo Hillebrand (Foto) und Klaus Berka (Vorstand der Analytik Jena) geleitet. Der damalige Geschäftsansatz, eine eigene Nukleinsäure-Reinigungschemie und dazu passende Extraktionsautomaten zu entwickeln, ist bis heute Schwerpunkt. In Buch wurden die Produktion der chemischen Komponenten sowie Forschung und Entwicklung angesiedelt. Den Vertrieb und die Geräteherstellung übernahm Analytik Jena. Heute beschäftigt die AJ Innuscreen GmbH 17 Mitarbeiter und bezeugt mit 36 angemeldeten Erfindungen bzw. Patenten ihre Innovationsstärke.

Der Konzern Analytik Jena und seine Tochterunternehmen gehören seit dem 1. April vollständig dem Schweizer Mess- und Automatisierungstechnik-Spezialisten Endress+Hauser. Das Familienunternehmen hatte 2013 die Kontrolle über die börsennotierte Analytik Jena AG erlangt. „Für uns ist die Zugehörigkeit zur Endress+Hauser Gruppe eine starke Motivation“, erklärt Dr. Timo Hillebrand, Geschäftsführer von AJ Innuscreen. „Firmenphilosophie ist es, durch Innovationen zu wachsen. Dies werden wir in den nächsten Jahren am Standort Buch weiter kontinuierlich umsetzen.“

Werkzeuge für die Diagnostik

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„Unser wichtigster Schwerpunkt ist nach wie vor die Nukleinsäure-Isolierung und -reinigung, wobei wir die Biomoleküle nicht nur isolieren, sondern aufkonzentrieren und anreichern. Wir setzen dabei unter anderem auf einen neuen Trend in der Tumordiagnostik, die Liquid Biopsy“, so Dr. Hillebrand. Mit Hilfe der Liquid Biopsy lassen sich dank moderner Analyseverfahren u.a. im Blut zirkulierende Abschnitte des mutierten Erbmaterials von Krebszellen nachweisen. Diese DNA-Fragmente erlauben es, das Genom des Tumors zu analysieren. Da immer mehr Medikamente den Tumor anhand seines genetischen Profils angreifen, wird Liquid Biopsy eine wichtige Rolle dabei spielen, gezielte Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Ebenso gestattet Liquid Biopsy, den Therapieverlauf zu überwachen, indem genetische Veränderungen von Tumorzellen erkannt werden können, welche therapierelevant sind.

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„Da sich im Blutplasma sehr wenig zirkulierende zellfreie DNA befindet, sind herkömmliche Extraktionsmethoden sehr aufwendig“, erklärt der Geschäftsführer. „Wir haben ein Verfahren zur Anreicherung von zirkulierender zellfreier DNA entwickelt, mit dem wir – anders als andere – große Probenvolumina methodisch sehr effizient und einfach bearbeiten können, um genügend Nukleinsäuren für die diagnostische Analyse zu erhalten.“

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Liquid Biopsy ist auch ein großer Fortschritt bei der neuen nichtinvasiven Pränataldiagnostik. In diesem Feld ist AJ Innuscreen ebenfalls innovativ: „Unsere Technologie gestattet es, eine größenfraktionierte Extraktion zellfreier DNA durchzuführen. Dadurch können wir die etwas kleinere, zellfreie DNA des Fötus im Blut der Mutter von der maternalen DNA trennen und somit die fötale DNA anreichern“, so Hillebrand.

Ein weiterer Geschäftsbereich sind Detektionstechnologien, etwa um bestimmte Erreger nachzuweisen. Dafür hat das Unternehmen ein Verfahren patentiert, welches einfach und schnell den Nachweis spezifischer DNA und RNA auf einem Lateral-Flow Teststreifen ermöglicht. Die Teststreifen werden ebenfalls bei der AJ Innuscreen GmbH produziert. In Kooperation mit dem Campus-Unternehmen BioTeZ arbeitet AJ Innuscreen an einem weiteren Lateral-Flow Streifen-Test. Zudem forschen die Biotechnologen von AJ Innuscreen gemeinsam mit Partnern an völlig neuen Nachweissystemen für Nukleinsäuren und Proteine, die auf photonischen Technologien beruhen.

Umfassende Dienstleistung

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„Wir wollen keine eigenen Biomarker entwickeln, sondern die erforderlichen Technologien für deren Nachweis liefern“, der Geschäftsführer. „Unser Ziel ist es, Komplettanbieter im Bereich der molekularen Diagnostik zu sein. Dazu gehören die Nukleinsäure-Reinigung als Probenvorbereitung, molekulargenetische Verfahren zur Vervielfältigung von Nukleinsäuren und die finale Detektion spezifischer Targets. Wir haben die Chemie und die Geräte, um die entsprechenden Prozesse ablaufen zu lassen.“

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Viele Herstellungsprozesse von AJ Innuscreen sind bereits automatisiert, doch künftig will Dr. Hillebrand die Automation noch deutlich ausbauen. „Die Aussichten, dass wir hier auf dem Campus Buch wachsen und die Produktionskapazitäten steigern, sind sehr gut“, so Hillebrand. Dank der Vertriebsstruktur und Expertise des Konzerns wächst die Life Science Sparte kontinuierlich. „Wir sind nicht nur in Deutschland und Europa präsent, sondern beispielsweise auch in China, Japan und den arabischen Ländern“, so Dr. Hillebrand. „Im letzten Jahr sind wir wieder zweistellig gewachsen – das ist ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis.“

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WEITERFÜHRENDE INFORMATION

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SmartExtraction - weltweit neue Methode der Nukleinsäureextraktion

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Die neueste Entwicklung "SmartExtraction" des Tochterunternehmens von Analytik Jena, AJ Innuscreen GmbH, wurde als Weltneuheit auf der internationalen Leitmesse analytica 2016 in München bekannt gegeben. SmartExtraction setzt neue Maßstäbe: Mehr als 35 Jahre nach der ersten Beschreibung zur silikabasierten DNA- und RNA-Isolierung wird der Bereich der Nukleinsäureextraktion neu definiert. SmartExtraction ist einfacher und schneller als andere Technologien zur Isolierung und Aufreinigung von DNA, ist anderen DNA-Extraktionsverfahren im Hinblick auf Ausbeute und Qualität überlegen und in Bezug auf die automatisierte Nukleinsäurextraktion Automaten-unabhängig. Lesen Sie hier mehr dazu.

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Text und Foto: Christine Minkewitz

heilen / 15.07.2016
Bucher Professor im Aufsichtsrat der Europäischen Arzneimittelbehörde bestätigt

Professor Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Tumorimmunologie und Palliativmedizin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, wurde erneut für drei Jahre als Vertreter der europäischen Ärzteschaft in den Aufsichtsrat der Europäischen Arzneimittel-Agentur berufen.

Der national und international anerkannte Mediziner und Wissenschaftler Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, der neben seiner Tätigkeit als Chefarzt in Berlin-Buch den Vorsitz der deutschen Arzneimittelkommission seit 2006 führt, wird für die nächsten drei Jahre im Kontrollgremium der Europäische Arzneimittelagentur, kurz EMA, für strategische und finanzielle Entscheidungen mit verantwortlich sein.
Die EMA ist eine Agentur der Europäischen Union mit Sitz in London. Sie ist, neben dem Paul-Ehrlich Institut als deutsche Zulassungsbehörde, für die europaweite Beurteilung und Überwachung von Arzneimitteln zuständig. Dabei bedient sie sich der wissenschaftlichen Ressourcen der nationalen Arzneimittelbehörden der 31 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der Staaten aus dem europäischen Wirtschaftsraum, darunter der des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.
Weiterhin spielt die Agentur eine zentrale Rolle in der Arzneimittelzulassung innerhalb der Union. Auf der Basis ihrer Arbeit entscheidet die Europäische Kommission über die Zulassungsanträge von Arzneimittelherstellern. Darüber hinaus fungiert sie als Schlichtungsstelle, wenn sich die beteiligten Behörden bei dezentral geführten Antragsverfahren nicht einig in der Bewertung eines Arzneimittels sind.

Als Spezialist für  Krebserkrankungen leistet Prof. Dr. med. Ludwig seit Jahren einen bedeutenden Beitrag bei deren Bekämpfung. Er war maßgeblich an der Einführung der allogenen Blutstammzelltransplantation im HELIOS Klinikum Berlin-Buch beteiligt. Bei dem spezialisierten Behandlungsverfahren werden dem Patienten Blutstammzellen eines gesunden, gewebegleichen Spenders übertragen.  Es ermöglicht dem Empfänger ein neues Blutbild aufzubauen und damit die Entwicklung eines völlig neuen Immunsystems zu fördern.

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

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Über die HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Foto: Professor Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Tumorimmunologie und Palliativmedizin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

leben / 14.07.2016
Bezirksamt Pankow informiert über Tempohome-Standorte

Das Bezirksamt Pankow reagiert auf die vorbereitenden Arbeiten zur Errichtung zweier Containerunterkünfte (Tempohomes) für Flüchtlinge auf den Grundstücken der Elisabeth-Aue und der Siverstorpstr. 9a mit einer Bürgerinformation. "Entsprechende Schreiben haben wir als Zeitungsbeilage im Umfeld der beiden Standorte verteilen lassen und auf unsere Internetseite gestellt", erklärt Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD). Derzeit werden von der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) im Auftrag des Senates die Grundstücke für die Errichtung der temporären Unterkünfte hergerichtet, um die beschlagnahmten Sporthallen bald wieder regulär nutzen zu können.\n

Die Bürgerinfo finden Sie im Internet unter www.berlin.de/pankow.

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leben / 14.07.2016
Aktueller Sachstand zum Freizug der Pankower Sporthallen

Der Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) hat am 13. Juli 2016 vom Senat einen aktualisierten Zeitplan zum Freizug der Sporthallen erhalten. Für die Pankower Sporthallen ergeben sich überschaubare Verzögerungen, die mit nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stehenden alternativen Unterkünften im Zusammenhang stehen. Dies betrifft auch die beiden Pankower Standorte für die tempohomes, die nicht ganz im Zeitplan liegen. Nachdem die erste Pankower Sporthalle im Bedeweg in Karow am 9. Juli freigezogen werden konnte, werden die übrigen sieben Hallen nach jetzigem Stand ab Anfang September (Wichertstraße, Winsstraße, Smetanastraße, Malmöer Straße und Woelckpromenade) und bis in den Oktober hinein (Wackenbergstraße und Fritz-Reuter-Straße) freigezogen werden können.
„Anfang Juni hatten wir gehofft, dass alle Hallen schon während der Sommerferien freigezogen werden. Die Gründe für die Verzögerungen sind aber nachvollziehbar und lassen sich nicht vermeiden. Wichtig ist, dass absehbar ist, dass die Hallen bald wieder für die Vereine und Schulen zur Verfügung stehen.“, erklärt Bezirksbürgermeister Matthias Köhne und weist darauf hin, dass nach der Rückgabe der Sporthallen diese nicht sofort wieder genutzt werden können, da zunächst der Sanierungsbedarf festgestellt und die Sanierung durchgeführt werden muss.\n

Das Bezirksamt wird sich dafür einsetzen, dass freigezogene Hallen nicht bis zur Sanierung ungenutzt bleiben, sondern in der Zwischenzeit bereits ein eingeschränkter Betrieb ermöglicht wird.

forschen, heilen / 12.07.2016
Nobelpreisträger Südhof: Grundlagenforschung und Chancen für Heilung

Medizin-Nobelpreisträger und Einstein BIH Visiting Fellow Prof. Dr. Thomas C. Südhof ist zu Gast an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH). In einem Vortrag wird der Neurowissenschaftler aktuelle Fragen zur Diskussion stellen, darunter: Wie kann Grundlagenforschung helfen, Krankheiten zu heilen? Anlässlich seines Forschungsaufenthaltes in Berlin berichtet Prof. Südhof über jüngste Erkenntnisse und deren Chancen in einer Anwendung am Patienten. Auch geht er der Frage nach, warum uns das Gehirn noch für viele Jahrzehnte rätselhaft bleiben wird.

Die neurowissenschaftliche Forschung hat in den vergangenen Jahren weitreichende Fortschritte gemacht. Innovative Methoden und interdisziplinäre Zusammenarbeit haben entschieden dazu beigetragen. Dennoch: Bis heute sind viele Fragen zum Verständnis von Prozessen im Gehirn offen, ebenso zu Mechanismen, die bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen ablaufen. Thomas C. Südhof ist Professor für Zellphysiologie an der Stanford University, Kalifornien. Er untersucht, wie Nervenzellen bei Krankheiten interagieren. Seit zwei Jahren ist Prof. Südhof als Gastwissenschaftler auch an der Charité und am BIH aktiv. Während regelmäßiger Forschungsaufenthalte wird der Gedankenaustausch Stanford – Charité Berlin lebendig. „Zwischen dem Südhof-Lab und unserem besteht seit vielen Jahren eine enge Verbindung. Wir freuen uns auf bereichernde gemeinsame Tage im Labor und im Hörsaal“, sagt Prof. Dr. Christian Rosenmund vom Exzellenzcluster NeuroCure und Gastgeber des für die Öffentlichkeit offenen Vortrages: „Wie kann Grundlagenforschung helfen, Krankheiten zu heilen?“ Nobelpreisträger Südhof wird aus der Sicht eines Grundlagenforschers über aktuelle Höhepunkte in den Neurowissenschaften sprechen und dabei Chancen beleuchten, die sich durch fundamentale neue Erkenntnisse über das gesunde und das erkrankte Gehirn für Patienten eröffnen.

Der Vortrag mit anschließender Diskussion beginnt am Mittwoch, den 20. Juli um 16 Uhr im Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58/59, 10117 Berlin. Gastgeber ist Prof. Dr. Christian Rosenmund, Exzellenzcluster NeuroCure, Charité – Universitätsmedizin Berlin. Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt. Eine Registrierung per E-Mail wird erbeten.

Einstein BIH Visiting Fellowship
Das Einstein BIH Visiting Fellows-Programm wird von der Stiftung Charité im Rahmen ihrer Privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt finanziert und in Kooperation mit der Einstein Stiftung Berlin durchgeführt. Mit diesem Fellowship werden international ausgewiesene Forscherinnen und Forscher ausgezeichnet, die das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) mit ihrer wissenschaftlichen Expertise unterstützen. Die Förderung dient den Fellows dazu, eine Arbeitsgruppe im BIH aufbauen und mehrmals pro Jahr für Arbeitsaufenthalte nach Berlin kommen zu können.

Stiftung Charité
Die Stiftung Charité versteht sich als Schrittmacher und kreativer Impulsgeber für die Charité – Universitätsmedizin Berlin und deren Partner, insbesondere das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH). Bei ihren Aktivitäten stellt sie Menschen mit ihren Talenten in den Mittelpunkt und fördert Vorhaben, die letztendlich der Gesellschaft zu Gute kommen. Mit ihrer Struktur und Arbeitsweise will die Stiftung Charité ein Modell für die konstruktive Partnerschaft zwischen einer akademischen Einrichtung und einer unabhängigen Stiftung sein.\n

Kontakt:

Prof. Dr. Christian Rosenmund
Exzellenzcluster NeuroCure
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: + 49 30 450 539 061
 

investieren, leben / 12.07.2016
Einladung zur Planungsparty für Spielplatz in Buch am 18. Juli 2016

Für das Jahr 2016 ist die Neugestaltung des Spielplatzes Theodor-Brugsch-Straße 50 in Buch geplant, daher veranstaltet das Straßen- und Grünflächenamt am Montag, dem 18. Juli 2016 von 16.30 bis 18.00 Uhr auf der Fläche eine "Planungsparty". Interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene sind herzlich eingeladen, ihre Ideen für die Neugestaltung der Spielfläche einzubringen. Für kleine Erfrischungen wird gesorgt.\n

Die Aufenthalts- und Nutzungsqualität der Spielfläche entspricht schon lange nicht mehr den aktuellen Standards. Derzeit ist das brachliegende Areal mit einer großen Asphaltfläche und mittigem Hügel aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Platz liegt in einem dicht besiedelten Bereich von Buch und wird dringend als Spielfläche für ältere Kinder benötigt. Künftig soll wieder freies Spielen für Kinder und Jugendliche möglich sein,  Angebote für Bewegungs- und Ballspiele mit z.B. einem Ballspielkorb sind ebenfalls geplant. Für die Neugestaltung der Fläche steht eine Summe von 150.000 EUR aus dem Programm Stadtumbau Ost zur Verfügung.
 
Ansprechpartner für alle Fragen zum Beteiligungsprozess sind:

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Jeanette Münch, Tel.: 030 90295-7117,
E-Mail: jeanette.muench@ba-pankow.berlin.de

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Winfried Pichierri, Tel.: 030 885 914 32,
E-Mail: w.pichierri@planergemeinschaft.de

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Benno Hopp, Tel.: 030 90295-8559,
E-Mail: benno.hopp@ba-pankow.berlin.de

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Hier geht es zum Flyer mit der Einladung.

leben / 08.07.2016
Einander besser kennenlernen bei Musik und Tanz

Heute fand in der Flüchtlingsunterkunft „Refugium Buch“ die zweite Veranstaltung der Reihe „Gemeinsam erleben“ statt. Schirmherrin ist Dilek Kolat, Berlins Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen. Die Idee stammt vom Team der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co.KG, das die Veranstaltungsreihe gemeinsam mit dem AWO Refugium Buch, wo rund 500 Flüchtlinge betreut werden, durchgeführt. Wie schon bei der ersten Veranstaltung im Februar, die unter dem Motto „Karneval der Begegnung“ stand und zu der über 200 Gäste gekommen waren, ging es auch bei diesem Familienevent darum, die Integration von Flüchtlingen in unsere Stadt zu unterstützen. „Dabei setzen wir“, sagte Andreas Dahlke, Alleingesellschafter der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft, „vor allem auf unterhaltsame Angebote und eine ungezwungene Atmosphäre. Integration kann nur gelingen, wenn sie bei aller Ernsthaftigkeit auch Spaß macht. Auf diesem Weg fällt es den meisten leichter, aufeinander zuzugehen und Verständnis füreinander zu entwickeln.“ In diesem Sinne waren die Flüchtlinge des „Refugiums Buch“ und die Bucher Bevölkerung heute ab 16:00 Uhr eingeladen, gemeinsam zu grillen und sich bei Musik und Tanz zu vergnügen. Und auch an die Kinder wurde gedacht. Sie konnten sich bei diversen Spielmöglichkeiten die Zeit vertreiben.

Die Leiterin des Refugiums, Juliane Willuhn, war auch mit der zweiten Veranstaltung „Gemeinsam erleben“ sehr zufrieden. Sie betonte: „Die Zusammenarbeit mit dem Ludwig Hoffmann Quartier ist für uns eine wichtige Unterstützung. Unsere Bewohner brauchen einen Ausgleich zum Alltag und dafür bieten solche Veranstaltungen beste Möglichkeiten. Hier können wir das Nützliche und das Angenehme miteinander verbinden.“ Unterstützt werden die Veranstaltungen vor allem vom Max Delbrück Centrum, von der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch, vom „Unterstützerkreis Berlin-Buch“, dem Verein „Kultur im Quartier e.V.“ und der mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus.

Aktive Hilfe
Andreas Dahlke und sein Team unterstützen das „Refugium Buch“ auch im Baubereich. So spendete die Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft für Schallschutzmaßnahmen an den Wänden und Decken von drei Aufenthaltsräumen für Kinder und Jugendliche. „Zur Integration gehören auch ordentliche Wohn- und Lebensbedingungen. Wer schlecht untergebracht ist, dem fehlt die Motivation, sich in unsere Gesellschaft einzubringen. Wohnen ist ein Grundbedürfnis für dessen Erfüllung die Voraussetzungen geschaffen werden müssen.“

 
Über das Ludwig Hoffmann Quartier
Das Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) ist eine komplexe Stadtquartierentwicklung in Berlin-Buch mit einem finanziellen Volumen von 280 Millionen Euro. Realisiert wird das Projekt von der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG. Bis Ende 2018 werden auf dem rund 280.000 Quadratmeter großen Areal etwa 700 Wohnungen, zwei Schulen, zwei Kindergärten, eine Sporthalle mit dazugehöriger Sportanlage, eine Seniorenwohnanlage und weitere soziale Einrichtungen entstehen. Ende 2015 war etwa die Hälfte der Wohnungen fertiggestellt, ein Großteil davon ist bereits bezogen. Um die Einheitlichkeit des Ensembles aus mehr als 30 überwiegend denkmalgeschützten Gebäuden zu wahren, wird ein denkmalpflegerisches Leitkonzept für die Sanierung der Gebäude und zur Wiederherstellung des Parkdenkmals im neoklassizistischen Stil umgesetzt.

forschen / 08.07.2016
Besser riechen dank „Zeitschaltung“ im Gehirn

Gemeinsame Pressemitteilung des Leibniz-Institut für molekulare Pharmakologie (FMP) und des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)

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Ähnliche Gerüche werden bei der Reizverarbeitung im Gehirn durch subtil modulierte Signale auseinandergehalten. Dafür sind Nervenzellen mit hemmenden Eigenschaften wichtig, wie jetzt Hirnuntersuchungen und Verhaltensstudien an Mäusen gezeigt haben.

Gerüchen kommt im täglichen Leben eine zentrale Bedeutung zu: Riecht es schlecht, werden wir zum Beispiel vor verdorbenem Essen gewarnt, der Duft eines wohlschmeckenden Gerichts regt Speichelfluss und Verdauung an. Der Geruchssinn ist eng mit dem vegetativen Nervensystem gekoppelt, das unbewusste Funktionen im Organismus steuert und auch unsere Emotionen beeinflusst.

Ein Team um den Gruppenleiter Prof. Thomas J. Jentsch und die Postdoktorandin Kathrin Gödde vom Leibniz-Institut für molekulare Pharmakologie (FMP) und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat zusammen mit Schweizer Kollegen von der Universität Genf nun mehr über diesen zentralen Aspekt der Wahrnehmung herausgefunden.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigten sich mit der Frage, wie ähnliche Gerüche auseinandergehalten werden – denn unser Geruchssinn ist enorm fein. Eine besondere Note in dem komplexen Duftstoff-Gemisch von frischem Fisch kann uns verraten, ob er noch essbar ist. Im Zentrum der Sinneswahrnehmung stehen dabei die in den eingeatmeten Düften enthaltenen Geruchsmoleküle.

Wie ein Schlüssel ins Schloss passt ein Geruchsmolekül in den Rezeptor auf der Oberfläche der Riechzellen in der Riechschleimhaut. Derart stimuliert, senden die Riechzellen Signale an den Riechkolben im Gehirn, wo sie von Mitral- und Tufted-Nervenzellen (M/T-Zellen) zu elektrischen „Morsecodes“ verarbeitet und in andere Gehirnbereiche weitergeleitet werden.

Jede Riechzelle trägt nur eine Sorte eines Stoff-spezifischen Rezeptors und ist fest mit einer Region im Riechkolben verdrahtet. So entsteht eine räumliche Signatur eines Geruchs im Riechkolben. Für die feinen Unterschiede zwischen den Düften ist aber auch eine zeitliche Kodierung unverzichtbar, wie das Wissenschaftlerteam zeigte.

Um ähnliche Geruchsmoleküle auseinanderzuhalten, wird die Abfolge der Impulse im Morsecode subtil moduliert, und zuvor synchron morsende Zellen geraten aus dem Takt. Für jeden Duft ergibt sich ein individuelles, zeitabhängiges Signalmuster. Bisher wurde vermutet, dass hemmende Signale den Erregungszustand der M/T-Zellen und damit die Morsecodes in ihrer zeitlichen Abfolge beeinflussen und somit zur Unterscheidung ähnlicher Gerüche beitragen. Diese Frage war bisher nicht abschließend geklärt und war Gegenstand der Untersuchung des Forschungsteams.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler reduzierten die hemmenden Signale, welche M/T-Zellen im Riechkolben von Mäusen von benachbarten Nervenzellen erhielten, indem sie den Ionentransporter Kcc2 mit genetischen Mitteln in genau diesem Zelltyp ausschalteten. Das elektrische Gleichgewicht der M/T-Zellen war daraufhin derart verändert, dass sie praktisch keine hemmenden Signale mehr erhielten.

Im Verhaltenstest konnten die so genetisch veränderten Tiere eindeutig unterscheidbare Gerüche immer noch gut auseinanderhalten – die hemmenden Signale scheinen also keinen Einfluss auf die normale Riechfähigkeit zu haben. Dafür konnten sie Duftstoff-Mischungen mit nur leicht verschiedenen Mischungsanteilen nicht mehr unterscheiden. Auch in ihrer chemischen Struktur sehr ähnliche Moleküle wie etwa das (+)-Limonen (Zitronengeruch) und  das (–)-Limonen (Terpentingeruch) konnten die Tiere nicht auseinanderhalten.

Die Erklärung für dieses Phänomen lieferten die Forscher der Uni Genf. Sie untersuchten die elektrischen Eigenschaften der M/T-Zellen am lebenden Tier. Wurden die hemmenden Signale auf die M/T-Zellen unterdrückt, waren die Neurone stärker erregt, und auch die Erstellung der „Morsecodes“ für unterschiedliche Gerüche war beeinträchtigt. Die duftspezifischen Signaturen waren ähnlicher und weniger gut unterscheidbar.

Kathrin Gödde sagt: „Unsere Ergebnisse weisen nach, dass zeitabhängige Musterbildung in den Signalen der M/T-Zellen mit Hilfe neuronaler Hemmung äußerst wichtig ist, um ähnliche Gerüche im Gehirn unterschiedlich abzubilden und eine Geruchsunterscheidung zu ermöglichen. In dieser Klarheit hat man das vorher nicht nachweisen können.“


Kathrin Gödde et al. (2016): „Disruption of Kcc2-dependent inhibition of olfactory bulb output neurons suggests its importance in odour discrimination.“ Nature Communications. DOI: 10.1038/NCOMMS12043

Bild links: Die Gewebe des Riechkolbens der Maus unter dem Mikroskop, die Mitralzellen befinden sich im mittleren Bereich. Kcc2 ist grün markiert. (Bild: Kathrin Gödde/FMP/MDC)
Bild rechts: Die Gewebe des Riechkolbens der Maus ohne Kcc2 unter dem Mikroskop. Es liegt nicht nur weniger grün markiertes Kcc2 vor, gleichzeitig sind mehr hemmende Synapsen (rot) zu beobachten. (Bild: Kathrin Gödde/FMP/MDC)

Diese Forschungsarbeit wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Exzellenzcluster NeuroCure, den Europäischen Forschungsrat (ERC), den Schweizer Nationalfonds, sowie durch ein Stipendium des Boehringer Ingelheim Fonds gefördert.


forschen, produzieren, bilden / 08.07.2016
Neues Weiterbildungsangebot im Gläsernen Labor: Crispr-Cas

Das Gläserne Labor lädt ein zu einer neuen Fortbildung zu Crispr-Cas, der bahnbrechenden Genome Editing Methode.

Der Kurs richtet sich an Naturwissenschaftler/innen und Technische Assistent/innen, die die innovative Klonierungstechnik Crispr-Cas kennen lernen möchten und bietet das Handwerkszeug, um die Methode selbst im Labor anzuwenden. Der Kurs beinhaltet eine Vorlesung und mehrere praktische Übungen sowie ein umfassendes Skript. Zu den Kursinhalten gehören:

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  •     RNAi
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  •     Gene knockdown
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  •     Primerdesign
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  •     Auswahl der passenden Vektoren
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  •     Webbasierte Tools
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  •     Crispr-Cas Klonierung von A-Z
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Hier geht es zur Kursbeschreibung https://www.glaesernes-labor-akademie.de/de/seminar_crisprcas

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Abbildung: www.nature.com

forschen, heilen / 08.07.2016
Patientinnen und Patienten besser versorgen: Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung fördert sieben neue Transferprojekte

Forscherinnen und Forscher des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) arbeiten an innovativen Wirkstoffen und Medizinprodukten, die eine bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten ermöglichen sollen. Eine innovationsfreundliche Transferkultur und geeignete Finanzierungsinstrumente stellen sicher, dass die Ergebnisse dieser Arbeiten dann auch in Richtung einer Anwendung weiterentwickelt werden.

Der für Technologietransfer zuständige Vorstand des BIH, Dr. Rolf Zettl, äußert sich erfreut: „Das Spektrum der ausgewählten Projekte belegt eindrucksvoll das innovative Potenzial und die inhaltliche Breite der von den zum BIH gehörenden Einrichtungen Charité und MDC bearbeiteten Themen“. Drei der aktuell gestarteten Entwicklungsprojekte werden im Rahmen der Förderlinie „Pharma“ finanziert, vier weitere im Rahmen der Förderlinie „Medizinprodukte“. Insgesamt werden für die Projekte bis zu 350.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Prof. Dr. Gary Lewin, Dr. Christiane Wetzel und Dr. Jane Reznick (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft, MDC) arbeiten an einem Wirkstoff zur Behandlung metabolischer Krankheiten. Das Team konzentriert sich dabei auf eine neue Zielstruktur, die eine Schlüsselrolle in der Aufrechterhaltung des Stoffwechselhaushalts hat.

Die Arbeitsgruppe um Dr. Heiko Funke-Kaiser (Charité – Universitätsmedizin Berlin) entwickelt small molecule-basierte, first-in-class Renin-/Prorenin-Rezeptor-Blocker (RERBs). RERBs sind spezielle niedermolekulare Substanzen, die in unterschiedlichen Tiermodellen für Herz-Nieren- sowie für Krebserkrankungen bereits erfolgreich wirkten.

Ein weiteres Projekt zielt auf eine neue Diagnosemethode für Autoantikörper ab. Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen (Charité, Institut für Medizinische Immunologie) sucht zusammen mit Dr. Madlen Löbel nach einem Weg, um Autoantikörper, die von ihrer Arbeitsgruppe im Zusammenhang mit dem Chronischen Fatigue-Syndrom entdeckt wurden, spezifisch nachzuweisen und dadurch besser zu diagnostizieren und therapieren.

Das Team von Dr. Paul Jahnke (Institut für Radiologie, Charité) will die Patientensicherheit in der Computertomographie und Radiotherapie erhöhen. Die Forschenden haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Strahlenexposition der behandelten Personen optimiert und die mit der Bestrahlung verbundenen Risiken minimiert werden können.

Dr. Harald Prüß (Klinik für Neurologie, Charité) und sein Team beschäftigen sich mit der Entwicklung eines Verfahrens zur Behandlung einer speziellen Form von Enzephalitis (Entzündung des Gehirns). Das neue Verfahren, bei dem bei dem schädigende Autoantikörper aus dem Blut der Erkrankten entfernt werden, könnte die Wirksamkeit der Therapie deutlich erhöhen und dabei Nebenwirkungen vermindern.

Schwer kranke Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation entwickeln häufig begleitend zu ihrer Grunderkrankung eine sogenannte Intensive Care Unit acquired weakness (ICUAW). Die Arbeitsgruppe um Dr. Susanne Koch (Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt für Intensivmedizin, Charité) entwickelt ein Screening-Gerät, das eine möglichst frühzeitige Erfassung der ICUAW auf Intensivstationen ermöglichen soll, um betroffene Patientinnen und Patienten gezielt frühzeitig zu behandeln.

Prof. Beate Rau von der Chirurgischen Klinik und Dr. Olaf Minet vom Institut für Medizinische Physik und Lasermedizin (beide Charité) arbeiten an einem neuartigen Gerät, das bei Karzinomresektionen des Gastrointestinaltrakts eingesetzt werden soll. Mit dem Gerät soll ein spektraler „Fingerabdruck“ zur Tumordifferenzierung erstellt werden, der es ermöglicht, schneller und sicherer als bisher zwischen Tumorgewebe und Normalgewebe zu unterscheiden und Tumoren zuverlässig vollständig zu entfernen.

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Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts für Translation und Präzisionsmedizin. Das bedeutet, den wechselseitigen Austausch zwischen biomedizinischer Grundlagenforschung, klinischer Forschung und ärztlicher Praxis sicherzustellen sowie neue wissenschaftliche und technologische Entwicklungen für Präventionsmaßnahmen, Diagnosen und neuartige Therapien nutzbar zu machen. Die Charité - Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

forschen, bilden / 07.07.2016
VBIO Berlin-Brandenburg lädt Abiturienten zu einem Tag der Biowissenschaften ein

Der Verband Biologie, Biowissenschaften & Biomedizin in Deutschland hat am 7. Juli Abiturienten mit sehr guten Leistungen im Fach Biologie eingeladen, einen Tag lang Einblicke in aktuelle Forschungsarbeit auf dem Campus Berlin-Buch zu gewinnen. Auf die 22 Schülerinnen und Schüler, die von Ihren Lehrern angemeldet wurden, wartete ein Programm mit Laborführungen am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), dem Besuch des Elektronenmikroskops im Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie, ein Vortrag zu CRISPR/CAS, eine Campusführung sowie ein Gepräche mit jungen Wissenschaftlern.

Der VBIO bedankt sich für die Unterstützung durch die MDC-Forschungsgruppen Physiologie und Pathologie des Ionentransports (AG Jentsch), Pluripotent Stem Cells (AG Diecke) und Anchored Signalling (AG Klußmann) sowie bei der FMP-Forschungsgruppe Moleculare Pharmacology and Cellbiology von Dr. Dmytro Puchkov.  Den einführenden Vortrag zu CRISPR/CAS übernahm Dr. Cornelia Stärkel vom Gläsernen Labor.

leben / 07.07.2016
Noch 350 Interessierte für Tätigkeit in Wahlvorständen gesucht

Das Bezirkswahlamt Pankow sucht für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin und den Bezirksverordnetenversammlungen am 18. September 2016 noch 350 Wahlhelfende für die Mitarbeit in den 188 Wahllokalen und 86 Briefwahlvorständen. Insbesondere fehlen noch 70 Wahlvorsteher/innen und Schriftführer/innen für die Briefwahlvorstände in den Rathäusern Pankow und Weißensee sowie 40 Wahlvorsteher/innen für die Wahlvorstände in den Ortsteilen Prenzlauer Berg (10405, 10407, 10409, 10435), Weißensee (13086, 13088), Blankenburg (13129), Niederschönhausen (13156), Rosenthal, Wilhelmsruh (13158), Pankow (13187). Wie Dr. Torsten Kühne (CDU), Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice mitteilt, ist Voraussetzung, dass man selbst zur Wahl zum Deutschen Bundestag wahlberechtigt ist. „Spezielle Vorkenntnisse sind nicht notwendig, für den Einsatz in einem Wahllokal gibt es ein Erfrischungsgeld in Höhe von 50 EUR (Öffentlicher Dienst 30 EUR) bzw. 35 EUR (Öffentlicher Dienst 25 EUR) für die Tätigkeit in einem Briefwahlvorstand“, erklärt Kühne weiter. Die Bereitschaftserklärung für Interessierte liegt auch in den Bürgerämtern aus bzw. ist an der Information erhältlich. Zudem ist das Bezirkswahlamt erreichbar unter Tel.: 030 90295-2400 oder per E-Mail: wahlhelfer@ba-pankow.berlin.de. Weitere Informationen unter www.berlin.de/pankow unter „Aktuelle Hinweise“.

forschen, investieren, heilen / 05.07.2016
BIH Charité Clinician Scientist Program: Erfolgreiches Forschungs- und Weiterbildungsprogramm für Medizinerinnen und Mediziner in der Facharztausbildung feiert fünfjähriges Bestehen

Forschungserkenntnisse möglichst rasch in die klinische Anwendung zu bringen, ist ein zentrales Ziel der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH). Einen wichtigen Beitrag hierzu leistet das BIH Charité Clinician Scientist Program: Es ermöglicht Medizinerinnen und Medizinern mit wissenschaftlichem Interesse, in der Facharztausbildung und neben der Arbeit in der Klinik zu forschen und sich weiterzubilden. Heute gibt es an der Charité mehr als 110 wissenschaftlich und klinisch tätige Medizinerinnen und Mediziner, die im Rahmen des Programms gefördert werden oder wurden. Am 1. und 2. Juli 2016 wird das fünfjährige Jubiläum des erfolgreichen Programms im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums begangen. Elf internationale Spitzenwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler tragen zum fachlichen Austausch mit den Berliner Programmteilnehmenden bei.

Das BIH Charité Clinician Scientist Program kann eine wahre Erfolgsstory vorweisen – vom innovativen Pilotprogramm, das von jungen Forschenden der Charité initiiert wurde, zum nationalen best practice-Modell: 2011 startete es mit acht Geförderten, die – erstmalig in der Geschichte der Charité – einen Teil ihrer Arbeitszeit in der Facharztausbildung nutzen konnten, um parallel zu forschen. Zum Programm gehören seit 2014 zwei Förderlinien: das Junior Clinician Scientist Program und das Clinician Scientist Program. Mit dem Junior Clinician Scientist Program können junge Ärztinnen und Ärzte im ersten bis dritten Jahr der Facharztausbildung, über zwei Jahre hinweg, 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für Forschung einsetzen. Das Clinician Scientist Program richtet sich an Ärztinnen und Ärzte ab dem vierten Jahr der Facharztausbildung. Sie können über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu 50 Prozent ihrer Arbeitszeit für Forschung aufwenden. 2015 wurde das Programm von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als Vorbild-Modell für die medizinische Ausbildung in Deutschland gelobt. Heute tragen mehr als 110 Charité-Medizinerinnen und Mediziner zum wissenschaftlichen Fortschritt auf ihrem Fachgebiet bei, etwa die Chirurgin und Wissenschaftlerin Dr. med. Rosa Schmuck, die an Therapien für Bauchspeichelkrebs forscht, oder der Leukämie-Forscher und Arzt PD Dr. med. Frederik Damm.

"Ganz wesentlich für den Erfolg unseres Programms ist die Unterstützung der Berliner Ärztekammer, die die wissenschaftliche Arbeitszeit voll als Ausbildungszeit anrechnet. Ich bin sehr stolz darauf, dass unser Programm in den wenigen Jahren seit der Gründung so stetig und stark gewachsen ist – das zeigt, dass die Grundidee des Clinician Scientist Programs, Forschung und medizinischen Alltag stärker zu kombinieren, richtig und zukunftsweisend ist", sagt Prof. Dr. Duska Dragun, Direktorin des BIH Charité Clinician Scientist Programs und Geschäftsführende Oberärztin der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité.

"Das Clinician Scientists Program ist ein sehr gelungenes Beispiel für die Etablierung neuartiger Karrierewege für translationale Forscherinnen und Forscher. Je integrativer die Instrumente der medizinischen und wissenschaftlichen Ausbildung sind, desto erfolgsversprechender sind biomedizinische Innovationen für Patientinnen und Patienten", kommentiert Prof. Dr. Erwin Böttinger, Vorstandsvorsitzender des BIH.

Mit dem insgesamt dritten Clinician Scientist Symposium, das am 1. und 2. Juli 2016 in Berlin stattfindet, wird das fünfjährige Bestehen des Programms geehrt. Highlights sind der wissenschaftliche Austausch aller Clinician Scientists und ihrer Mentorinnen und Mentoren untereinander und mit den elf Spitzen-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt, größtenteils aus den USA. Ein Netzwerkabend rundet das Programm ab.

 

Über das BIH Charité Clinician Scientist Program

Das BIH Charité Clinician Scientist Program ist eine gemeinsame Initiative des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIH), der medizinischen Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Stiftung Charité, der Privaten Exzellenzinitiative Johanna Quandt, der Berlin-Brandenburg Schule für Regenerative Therapien (BSRT), der Berlin School of Integrative Oncology (BISO) sowie des Exzellenzclusters NeuroCure. Das Programm wird zwei Mal jährlich ausgeschrieben; ein Board aus Forschenden wählt die Stipendiatinnen und Stipendiaten aus. Gefördert werden junge Ärztinnen und Ärzte der Charité, die mindestens drei Jahre ihrer Facharztausbildung absolviert und bereits promoviert haben oder einen vergleichbaren wissenschaftlichen Titel tragen. Die Teilnehmenden können sich 50 Prozent ihrer Arbeit in der Klinik zu Forschungszwecken freistellen lassen; die Zeit erkennt die Ärztekammer für die Facharztausbildung an. Teilnehmende des Junior Clinician Scientist Programs erhalten 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in der Klinik für Forschungszwecke freigestellt.

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts für Translation und Präzisionsmedizin. Das bedeutet, den wechselseitigen Austausch zwischen biomedizinischer Grundlagenforschung, klinischer Forschung und ärztlicher Praxis sicherzustellen sowie neue wissenschaftliche und technologische Entwicklungen für Präventionsmaßnahmen, Diagnosen und neuartige Therapien nutzbar zu machen. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

Gemeinsame Presseinformation mit Charité – Universitätsmedizin Berlin

leben / 04.07.2016
Gemeinsam erleben: Einladung zum Sommerfest

Das Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) und das Refugium Berlin-Buch veranstalten am 8. Juli 2016 ein Sommerfest für die ganze Familie im AWO Refugium. Auf dem Programm stehen Grillen, Musik, Tanz und Sommerspiele für die Kinder. Die Bucherinnen und Bucher, alle Unterstützenden sind herzlich dazu eingeladen.\n

Das Sommerfest ist bereits das zweite Fest der Veranstaltungsreihe „Gemeinsam erleben“, die das Ludwig Hoffmann Quartier in enger Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsunterkunft der AWO „Refugium Buch“ initiiert hat. Die Reihe soll ein Zeichen für Integration und Austausch setzen. Der Auftakt mit dem „Karneval der Begegnung“ auf dem Campus Berlin-Buch, der bereits im Februar stattfand, stieß auf große Resonanz. Das Ludwig Hoffmann Quartier spendete darüber hinaus Schallschutz für Wände und Decken von drei Aufenthaltsräumen der Kinder und Jugendlichen im Refugium.

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Wenn Sie zum Sommerfest kommen möchten, bitten die Veranstalter um eine kurze Mail an: anne.kretschmar@l-h-q.de bis zum 6. Juli 2016.

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Auf einen Nachmittag mit Sonne, Musik und Tanz sowie einen fröhlichen Tag zwischen Halbfinale und Finale!

PROGRAMM

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16.00 Uhr
Eröffnung durch Juliane Willuhn, AWO Refugium Buch
Clown-Show
Kinderschminken

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17.00 Uhr
Bühnenprogramm
Kinderschminken

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18.00 Uhr
Buffeteröffnung mit nationalen & internationalen Speisen

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19.00 Uhr
Begegnungsführung, Musik, gemeinsam Volleyball spielen etc.

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20.30 Uhr
Abschlussworte und kleine Showeinlage

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21.00 Uhr
Ende
 
Veranstaltungsort:
AWO Refugium Buch
Groscurthstraße 33, 13125 Berlin

www.ludwig-hoffmann-quartier.de

forschen, investieren, heilen / 30.06.2016
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung setzt auf neue Ansätze für personalisierte Prävention und Behandlung von ungelösten, schweren Gesundheitsproblemen

30.06.2016 / Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung bestimmt seine wissenschaftliche Ausrichtung neu, um zukünftig die Lebensqualität von Menschen mit chronischen und fortschreitenden Erkrankungen zu verbessern – durch neue Möglichkeiten der personalisierten Prävention von schweren Krankheitsverläufen und durch neuartige regenerative Therapien. Vorstandsvorsitzender Prof. Erwin Böttinger: "Wir wollen die Lebensqualität von Menschen mit fortschreitenden, schweren Krankheitsverläufen durch personalisierte und regenerative Medizin erhalten oder wiederherstellen und bauen dabei auf Digitalisierung, Patientenbeteiligung, systemmedizinische Forschung, neuartige regenerative Therapien und Innovation für die Gesundheitswirtschaft. Kompetenzen der BIH-Gliedkörperschaften Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) bieten hervorragende Ausgangsbedingungen für unseren neuen Kurs."

Der neue Aufsichtsrat kam gestern zu seiner konstituierenden Sitzung in Berlin zusammen. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Staatssekretär Dr. Georg Schütte (Bundesministerium für Bildung und Forschung) zum Vorsitzenden und Frau Senatorin Sandra Scheeres (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin) zur stellvertretenden Vorsitzenden des Gremiums. Im Mittelpunkt der Sitzung standen die strategische Neuausrichtung, Entscheidungen zu zukunftsweisenden Bauvorhaben für die Umsetzung der Strategie, der Wirtschaftsplan 2017 sowie die Satzung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung.

Das Jahr 2016 markiert einen neuen Abschnitt in der Entwicklung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung. Eingeleitet wurde er mit dem Wechsel der Vorstandsmitglieder und des Vorsitzen-den. Die strategische Neuausrichtung schließt sich an zwei Jahre Aufbauarbeit und institutionelle Kooperation von Charité und MDC an. In dieser Zeit wurden in wichtigen Bereichen die Weichen für die translationale Forschung am BIH gestellt.

Die neuen Ansätze zielen darauf, das BIH mit seinen Gliedkörperschaften als Vorreiter für ein neues Modell der erfolgsorientierten personalisierten Gesundheitsversorgung durch translationale Spitzenforschung und Innovation zu etablieren. Die BIH-Forschung wird dabei hochmoderne Diagnostik zur präziseren Vorhersage und neuartige Therapien zur Prävention oder Reversion von schweren Krankheitsverläufen entwickeln. Dem Technologietransfer kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Das BIH will biomedizinische Forschung innovativer, offener und verlässlicher machen und plant für die Umsetzung, ein Zentrum für die Transformation Biomedizinischer Forschung aufzubauen.

Der neu gewählte Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Georg Schütte (BMBF) begrüßt die strategische Neuausrichtung des BIH. "Die beschlossene Strategie enthält innovative Ansätze für neuartige, personalisierte Therapien bei ungelösten Gesundheitsproblemen, in der Organisation der translationalen Forschung sowie in den Innovationsstrukturen. Nun gilt es, diese Strategie umzusetzen. Wir wollen, dass das BIH auch international eine Spitzenposition bei der Entwicklung von innovativen Therapieansätzen zum Wohle der Patientinnen und Patienten einnimmt."

Der Aufsichtsrat hat in seiner gestrigen Sitzung außerdem den Planungen zum Neubau des BIH Campus Mitte zugestimmt. Ab 2017 entsteht direkt neben dem Bettenhochhaus der Charité ein modernes Gebäude für die translationale Medizin mit rund 13.000 Quadratmetern Nutzfläche für das BIH und die Charité – Universitätsmedizin. Hierbei handelt es sich um den derzeitigen Operations- und Intensivtrakt am Robert-Koch-Platz. "Für die langfristige Arbeitsfähigkeit und Vernetzung aller Funktionen und für die wachsenden Forschungsvorhaben ist ein zentraler Standort unerlässlich. Die Errichtung eines BIH-Hauptgebäudes in direkter Nähe zur medizinischen Versorgung der Charité ist die ideale Voraussetzung für die patientennahe translationale Forschung des BIH", erklärt Sandra Scheeres, stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats. Ein weiteres Gebäude des BIH wird auf dem Campus des Max-Delbrück-Centrums entstehen. Hier werden auf rund 2.500 Quadratmetern Laborflächen für Forschungsgruppen geschaffen.

Der Berliner Senat hatte Anfang Mai den neuen Aufsichtsrat bestellt. Er löst den Gründungsaufsichtsrat ab, der seit 2013 bestand. Zum Aufsichtsrat gehören 15 Mitglieder: je drei Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und des Landes Berlin, eine gemeinsame Vertretung der Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin, eine Vertretung der Helmholtz-Gemeinschaft e.V., je ein Mitglied des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung aus der Charité und aus dem MDC, der/die Vorsitzende/r des Wissenschaftlichen Beirats sowie vier externe Expertinnen und Experten.

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts für Translation und Präzisionsmedizin. Das bedeutet, den wechselseitigen Austausch zwischen biomedizinischer Grundlagenforschung, klinischer Forschung und ärztlicher Praxis sicherzustellen sowie neue wissenschaftliche und technologische Entwicklungen für Präventionsmaßnahmen, Diagnosen und neuartige Therapien nutzbar zu machen. Die Charité - Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

forschen / 29.06.2016
Aktivierung von Glutamat-Rezeptoren erlaubt Einblicke ins Denken

Unser Gehirn ist ein Hochleistungsrechner. Einer der wichtigsten Akteure in diesem komplexen System ist der Glutamat-Rezeptor AMPAR: Er sorgt dafür, dass Neurotransmitter mit enormer Geschwindigkeit von Zelle zu Zelle übertragen werden. Forscher vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin ist es nun gelungen, mittels Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer (FRET) den aktivierten Rezeptoren bei der Arbeit zuzuschauen. Dabei konnten erstmals Veränderungen in unerwarteten Bereichen des Rezeptors beobachtet werden. Niemals zuvor konnte die Aktivierung von AMPAR gleichzeitig optisch und elektrisch gemessen werden. Die technologische Neuheit verspricht tiefe Einblicke ins Denken, aber auch in diverse Krankheitsgeschehen. Im renommierten Fachmagazin „PNAS“* wurden die Forschungsergebnisse soeben veröffentlicht.

Das menschliche Gehirn würde ohne den Glutamat-Rezeptor AMPAR (α-amino-3-hydroxy-5-methyl-4-isoxazolepropionic acid receptor) nicht funktionieren. AMPAR sorgen nämlich dafür, dass Neurotransmitter (Botenstoffe) von Zelle zu Zelle übertragen werden, und zwar mit extremer Geschwindigkeit. Diese blitzschnelle Erregungsübertragung ist essentiell für alles, was wir tun, denken und erinnern. Damit sind AMPAR die wichtigsten exzitatorischen Rezeptoren im Gehirn und für den Organismus überlebenswichtig.

Obwohl die Bindung von Neurotransmittern an AMPAR bestens erforscht ist, sind seine Aktivierungsmechanismen bislang nicht vollständig enträtselt. Sprichwörtlich Licht ins Dunkel gebracht haben nun Forscher vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin. Mittels Fluoreszenz-Resonanz-Energie-Transfer(FRET) konnten Dr. Andrew Plested und Doktorandin Ljudmila Katchan zum ersten Mal aktivierte AMPAR optisch sichtbar machen. Dabei zeigte sich, dass Neurotransmitter konformationelle Veränderungen in zwei intrazellulären Bereichen steuern, ebenso an jener extrazellulären Stelle, wo Glutamat an den Rezeptor bindet. Mehr noch: Die Forscher konnten die Erregungsübertragung in Echtzeit verfolgen. Die Idee dahinter ist, das Leuchten des Rezeptors so zu verbessern, dass auch einzelne Synapsen beobachtet werden können.

Aktivierte Rezeptoren optisch sichtbar gemacht

„Niemals zuvor konnte die Aktivierung von AMPAR gleichzeitig optisch und elektronisch gemessen werden“, beschreibt Nachwuchsgruppenleiter Plested die Neuheit seiner Arbeit. Zwar haben andere Forscher mit der Fluoreszenzlebensdauer-Mikroskopie (FLIM), wie sie auch Plested und sein Team benutzten, AMPAR bereits sichtbar machen können, doch niemals seine schnelle Aktivierung. „Dass wir nun den Proof of Principle erbracht haben, stößt neue Türen für die Erforschung der funktionellen Eigenschaften anderer nativer Moleküle im Gehirn auf“, sagt Biophysiker Plested.

Vier Jahre haben die beiden Wissenschaftler von der FMP-Arbeitsgruppe „Molecular Neuroscience and Biophysics“ für ihre Forschung gebraucht. Jetzt wurden die Ergebnisse im renommierten Fachmagazin „PNAS Plus“ veröffentlicht. Der aktuellen Studie sollen nun weitere Experimente folgen. Hierbei wollen die Forscher neben AMPAR auch andere für die Neurotransmitterübertragung essentielle Moleküle untersuchen. Dies soll sowohl an Zellkulturen als auch an Gehirnschnitten erfolgen.

Das Denken und neurodegenerative Krankheiten besser verstehen

Auch wenn mit der neuen Methode nicht alle Millionen von Synapsen im Gehirn sichtbar gemacht werden können: Schon die Nachverfolgung einiger Dutzend könnte gänzlich neue Einblicke ins Denken erlauben. Darüber hinaus könnte sie eines Tages helfen, ein besseres Verständnis etwa über neurodegenerativen Krankheiten zu gewinnen. Bei diesen Erkrankungen gehen höchstwahrscheinlich Synapsen unter, aber man weiß nicht, bis wann sie aktiv sind. Es wäre zwar etwas sonderbar, aber durchaus möglich, meint Andrew Plested, dass bei Alzheimer oder Parkinson nur inaktive Synapsen verschwinden, die eigentlich wichtigen, nämlich die aktiven, sogar erhalten blieben. Es könne aber auch genau andersherum sein. Was tatsächlich stimmt, könne augenblicklich niemand sagen. „Wir hoffen, ganze Funktionen von Synapsen sehen zu können“, sagt der Biophysiker, „sowohl im gesunden als auch im erkrankten Gehirn.“

An dem Forschungsprojekt waren Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie in Berlin, der Universität Kopenhagen und des Exzellenzclusters Neurocure der Berliner Charité beteiligt.

 
Literatur:

Linda G. Zachariassen, Ljudmila Katchan, Ann G. Jensen, Darryl S. Pickering, Andrew J.R. Plested and Anders S. Kristensen (2016) Structural rearrangement of the intracellular domains during AMPA receptor activation. PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1601747113

Kontakt:
Dr. Andrew Plested
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
plested@fmp-berlin.de
Tel.: 0049 30 9406-3071

Public Relations
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP),
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin

Silke Oßwald
Phone: +49 (0)30 94793 104
Email: osswald@fmp-berlin.de

Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR. \n

 

forschen, leben, heilen / 29.06.2016
Krebs ist ein komplizierter Gegner

Interview mit Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorstandsvorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

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Individualisierte Medizin soll die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen deutlich verbessern. Welche Rolle spielt sie für Patienten mit fortgeschrittenen onkologischen Tumoren?

In den letzten 10 bis 20 Jahren gehörte es in der Onkologie zur Strategie, nach Zulassung neuer, sehr teurer „zielgerichteter“ Arzneimittel zunächst alle Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen zu behandeln, obwohl letztlich nur eine kleine Gruppe von 10 bis 30 Prozent tatsächlich davon profitierte. Dem setzt die individualisierte Medizin ein Konzept entgegen, das vor allem auf der Erkennung von Subgruppen anhand molekularer Biomarker basiert. Mit ihrer Hilfe sollen zunehmend genetische Veränderungen des Tumors nachgewiesen werden, die wichtige Informationen liefern, um die Erkrankung genauer zu charakterisieren und vorhersagen zu können, ob ein Patient auf ein Arzneimittel anspricht oder nicht. Allerdings sind wir derzeit noch weit davon entfernt, die Bedeutung genetischer Veränderungen für das Ansprechen auf spezielle medikamentöse Therapien oder für die Metastasierung vollständig zu verstehen.
Im Gegenteil, desto genauer wir in der Lage sind, Tumore zu analysieren, desto klarer wird die Komplexität dieser Erkrankungen. Tumorzellen entwickeln häufig rasch Resistenzen gegenüber den verabreichten Wirkstoffen, da sie in der Lage sind, die Ausschaltung einer onkogenen Zielstruktur zu kompensieren oder andere Signalwege zu nutzen. Trotz bedeutender Fortschritte in der Grundlagenforschung wird es sicher noch Jahre dauern, bis wir neue onkologische Wirkstoffe so einsetzen, dass am Ende der Patient einen maximalen Nutzen hat; also besser auf eine Therapie anspricht oder die Therapie für ihn besser verträglich ist.

Gibt es Krebstherapien, die mit diesem individualisierten Prinzip funktionieren?

Wir können mit der individualisierten Medizin bisher nur eine Krebserkrankung tatsächlich heilen – die chronische myeloische Leukämie. Diese Form des Blutkrebses weist anfangs – anders als alle anderen Tumorerkrankungen – nur eine genetische Veränderung auf: das sogenannte Philadelphia-Chromosom. Demgegenüber sind die Erfolge bei den meisten fortgeschrittenen soliden Tumoren – vor allem bedingt durch deren genetische Komplexität – sehr überschaubar: Meist können wir die Lebenszeit mit neuen, „zielgerichteten“ medikamentösen Therapien im Median nur um zwei bis drei Monate verlängern bzw. das Fortschreiten der Erkrankung um einige wenige Monate verzögern. Dem stehen aber enorm hohe Therapiekosten von bis zu 10.000 Euro pro Patient und Monat gegenüber, wobei die Kosten für die Untersuchung der Biomarker, beispielsweise mit bioanalytischen Hochdurchsatzverfahren, hier nicht eingerechnet sind. Dies wirft die medizinisch-ethische Frage auf, wie wir in Zukunft den Preis und Gegenwert solcher Therapien festlegen und dabei eine faire Verteilung begrenzter finanzieller Ressourcen in unserem Gesundheitssystem garantieren können.

Welche Entdeckungen waren in den letzten Jahren besonders wichtig für die Behandlung von Krebserkrankungen?

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Es gibt inzwischen deutliche Fortschritte in der medikamentösen Behandlung, insbesondere durch neue Wirkmechanismen bei monoklonalen Antikörpern oder Proteinkinase-Hemmern. Ein vielversprechender Wirkstoff ist Blinatumomab, ein bispezifischer T-Zell-aktivierender Antiköper, der teilweise auch hier auf dem Campus entwickelt und 2015 zugelassen wurde. Er richtet sich sowohl gegen Merkmale auf Leukämiezellen als auch auf T-Zellen und lockt, vereinfacht gesagt, die T-Zelle an die Leukämiezelle heran und zerstört sie dann.
Wichtig ist mir, auch zu erwähnen, dass dank der Grundlagenforschung zunehmend intelligente Immuntherapien von Tumoren zur Verfügung stehen. Heute hat man sehr viel genauere Vorstellungen darüber, was das Immunsystem lernen soll und gegen welche Zielstrukturen sich dann die Immunzellen richten. Wir haben erstmals die Möglichkeit, Krebspatienten mit einer Immuntherapie wirklich gezielt und bereits bei einigen soliden Tumoren auch erfolgreich zu behandeln.

Welchen Handlungsbedarf sehen Sie im klinischen Alltag, um onkologische Patienten besser versorgen zu können?

Gerade in der Onkologie werden heute neue Wirkstoffe beschleunigt zugelassen – häufig für sehr kleine Gruppen von Patienten mit spezifischen genetischen Veränderungen. Angesichts der meist noch begrenzten Evidenz zu patientenrelevantem Nutzen und Sicherheit halte ich es für außerordentlich wichtig, neue Arzneimittel ausschließlich unter kontrollierten Bedingungen einzusetzen. Falls es nicht möglich ist (z. B. wegen kleiner Patientenzahl) diese Wirkstoffe in randomisierten kontrollierten Studien an „real life“ Patienten weiter zu untersuchen, sollten zumindest die Therapieergebnisse und Nebenwirkungen in Registern sorgfältig dokumentiert und ausgewertet werden. Außerdem müssen wir dem steigenden Informations- und Beratungsbedarf unserer Patienten Rechnung tragen und Aus-, Fort- und Weiterbildung der Ärzte stärker als bisher an Erfordernisse der individualisierten Medizin anpassen.

Interview: Christine Minkewitz

Foto: Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Tumorimmunologie und Palliativmedizin im HELIOS Klinikkum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

leben, erkunden, bilden / 29.06.2016
Gedenktafeleinweihung in Berlin-Buch am 1. Juli 2016

Am Freitag, dem 1. Juli 2016 um 8.30 Uhr enthüllen Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Sandhaus und der Marianne-Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte auf dem Gelände der Grundschule Am Sandhaus in Anwesenheit des Bezirksstadtrats für Kultur, Dr. Torsten Kühne eine Gedenktafel in Erinnerung an ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkrieges in Berlin Buch. In der Turnhalle der heutigen Grundschule am Sandhaus lebten während des Zweiten Weltkriegs ca. 90 Zwangsarbeiter aus der Ukraine. Sie waren aus ihrer Heimat nach Deutschland verschleppt worden.\n

In Berlin-Buch sind bis heute mindestens zehn Wohn- und Arbeitsstätten von ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern bekannt. Diese wurden vor allem in den Krankenhäusern, in der Landwirtschaft und auf dem Güterbahnhof eingesetzt.

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Schülerinnen und Schüler der Grundschule am Sandhaus und der Marianne Buggenhagen Schule für Körperbehinderte beschäftigten sich im Rahmen des Evangelischen Religionsunterrichtes und eines gemeinsam Schülerprojekttages mit dem Thema „Fremd in Buch - unfreiwillig in Buch. Zwangsarbeit in Berlin-Buch“ und regten anschließend die Aufstellung einer Gedenktafel an, die nun mit freundlicher Unterstützung der Ev. Kirchengemeinde Berlin-Buch realisiert werden kann.

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Eine Veranstaltung des Bezirksamtes Pankow von Berlin, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Museum/Bezirkliche Geschichtsarbeit in Kooperation mit der Grundschule am Sandhaus und der Marianne-Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte.

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Weitere Infos unter Tel.: 030 90295-3917, mobil: 0176-23434939.

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Veranstaltungsort:

Grundschule Am Sandhaus, Wiltbergstraße 37, 13125 Berlin

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Wann: 1. Juli 2016, 8.30 Uhr

forschen, investieren, produzieren, leben, heilen / 28.06.2016
Motivation durch Sport und Bewegung

Campus Berlin-Buch startete ein Modellprojekt für ein gemeinsames betriebliches Gesundheitsmanagement. Interview mit Verantwortlichen in beteiligten Campuseinrichtungen und -firmen.

Dr. Ulrich Scheller, die BBB Management GmbH hat kürzlich ein Modellprojekt für ein betriebliches Gesundheitsmanagement auf dem Campus Berlin-Buch gestartet. Worum geht es dabei?

Im Februar dieses Jahres haben wir einen Kooperationsvertrag mit der Techniker Krankenkasse (TK) abgeschlossen, der den Aufbau eines campusweiten betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) vorsieht. Die TK unterstützt uns zwei Jahre lang finanziell und inhaltlich dabei, nachhaltige Strukturen aufzubauen, um die Gesundheit der Campusbeschäftigten zu fördern. Ziel ist es, einrichtungsübergreifend erfolgversprechende und bedarfsorientierte Maßnahmen zu verankern. Das Angebotsspektrum ist dabei recht groß. Es reicht von der Organisation der Arbeit oder Ergonomie am Arbeitsplatz über Sportkurse, Workshops zur Stressbewältigung, Ernährung bis hin zu Führungskräftetrainings.
Die Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben bereits seit September 2014 erste Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umgesetzt: Es entstand das Präventions- und Fitnessangebot „CampusVital“, und im Rahmen eines Pilotprojekts wurde das „Gesundheitsticket“ eingeführt. Mit diesem Ticket konnten Campusbeschäftigte Bewegung und Sport im Arbeitsalltag integrieren oder individuelle Kurse am Wohnort besuchen. Arbeitgeber und die TK unterstützen dies auch weiterhin. Nun geht es darum, gesundheitsförderliche Strukturen und Aktivitäten im Arbeitsumfeld weiter zu stärken. Sport und Bewegung sollen auch das soziale Miteinander der Beschäftigten aus über 60 Nationen auf dem Campus fördern. Die Teilnahme an sportlichen Wettbewerben ist dabei genauso im Fokus wie Segeltörns, Radexkursionen und gemeinsam gestaltete Gesundheitstage. Mit dem gemeinsamen Thema „Gesundheit“ wollen wir den international renommierten Forschungs- und Biotechnologiecampus noch stärker als attraktiven Arbeitsstandort profilieren.

Was ist das Besondere an diesem Projekt, was ist einzigartig?

Der Campus hat etwa 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bietet eine interessante Mischung aus öffentlichen  Einrichtungen und privaten Firmen. Für einen derart komplexen Wissenschafts- und Technologiepark eine lebendige und effektive BGM-Struktur aufzubauen, die Akteure einzubinden, die Prozesse zu organisieren und eine Betreiberstruktur für ein Präventions- und Fitnesscenter dauerhaft wirtschaftlich zu untersetzen, kann beispielgebend für die Management- und Versorgungsstrukturen anderer Technologieparks sein.
Bundesweit fördert bereits circa ein Drittel aller Großkonzerne die Gesundheit seiner Beschäftigten. Bei den klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind es lediglich fünf Prozent. Die erste Herausforderung für uns besteht darin, mindestens ein Drittel der 60 KMUs auf dem Campus bis Ende 2017 dafür zu gewinnen, an Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung teilzunehmen. Schon drei Monate nach Projektstart wurde das GesundheitsTicket vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), der Charité sowie sechs Firmen genutzt.
Aus diesen Einrichtungen haben über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Gesundheitsticket erworben. Der Zuschuss der TK und ein Eigenanteil der Firmen von mindestens fünf Euro pro Beschäftigtem waren sicher entscheidend für die hohe Resonanz.

Frau Bauer, als Gesundheitsmanagerin des Campus betreuen Sie seit 2014 das Präventions- und Fitnessangebot von CampusVital. Was ändert sich durch die Einführung des BGM für Sie und die Campusmitarbeiter?

Nach der Pilotphase sind wir im September 2015 mit einem neuen Betreiber, dem Berliner Gesundheits- und Präventionsdienstleister „Die Wohlfühler“, gestartet. Beauftragt und finanziell unterstützt von den Campuseinrichtungen, hat sich das Sportangebot deutlich erweitert. Im Rahmen des BGM-Projekts können wir die Einrichtungen und Unternehmen dabei unterstützen, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung individuell zu integrieren, ohne ein eigenes Management dafür aufzubauen. Dies spart Zeit, Kapazitäten und Gelder. Derzeit stellen wir den Führungskräften vor, welche Möglichkeiten das BGM-Projekt bietet. Welche Maßnahmen letztlich passend für die einzelnen Unternehmen sind, finden wir gemeinsam im Gespräch heraus. Wichtig ist mir auch, zu erwähnen, dass wir die Maßnahmen prozessbegleitend evaluieren. Zu den bisherigen Sport-, Massage- und Präventionskursangeboten kommen nun Maßnahmen wie Bedarfsanalysen, „Bewegte Pause“ im Unternehmen, „Gesunde Führung“ und auch Maßnahmen der Teambildung hinzu. Wir planen auch Gesundheitssprechstunden, Gesundheitstage zu breiteren Themen und Coachings für die Beschäftigten.

Frau Lafuente, warum unterstützen Einrichtungen wie das MDC und FMP dieses
Modellprojekt?

In erster Linie ist uns wichtig, im Wettbewerb mit anderen Standorten ein attraktives Umfeld für exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu bieten. Das MDC und das FMP engagieren sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sport- und Präventionsangebote sind eine weitere Möglichkeit, unseren Beschäftigten gute Rahmenbedingungen anzubieten. Traditionell sind Mannschaften des MDC und FMP bei Läufen in Berlin, dem Vitallauffest in Buch oder bei Tischtennismeisterschaften dabei. CampusVital hat bereits ein vielfältiges Angebot etabliert, das für jeden etwas bietet, von Massagen bis hin zu Physiotherapie auf Rezept.
Neben dem Effekt, Arbeit und Bewegung vor Ort zu verbinden, tägliche Routinen zu durchbrechen und Zeit zu sparen, bietet sich auch die Chance, den Campus durch neue Begegnungen auf andere Weise zu erleben.

Frau Meßner, was bewegt Campusunternehmen wie die Eckert & Ziegler BEBIG GmbH, am Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements auf dem Campus mitzuwirken?

Mit unserer Mitwirkung im BGM-Steuerungskreis Gesundheit und fachlichen Arbeitskreisen möchte sich unser Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber profilieren. Wir versprechen uns davon Wettbewerbsvorteile bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Als Personalverantwortliche eines Unternehmens mit knapp 100 Angestellten weiß ich um die wachsenden Anforderungen an die Flexibilität und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter. Das moderne Arbeitsleben verlangt motivierte und engagierte Mitarbeiter, die sich mit ihren Aufgaben und dem Unternehmen identifizieren. Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das Arbeitsumfeld für den Erhalt der Gesundheit förderlich ist. Als mittelständisches Unternehmen freuen wir uns über die auf dem Campus gebotene Möglichkeit, gemeinsam mit kompetenten Partnern ein betriebliches Gesundheitsmanagement zu etablieren, ohne es selbst im Unternehmen aufbauen zu müssen.

Wir danken unseren Interviewpartnern Eileen Bauer, CampusVital; Dana Lafuente, Referentin des administrativen Vorstands des MDC; Andrea Meßner, Eckert & Ziegler BEBIG GmbH und Dr. Ulrich Scheller, BBB Management GmbH.


Interview: Christine Minkewitz, Annett Krause\n

Foto: CampusVital lädt dazu ein, den Arbeitsalltag aufzulockern. (Foto: Marko Bußmann/BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch)


forschen / 24.06.2016
Die Gewinner des Best Scientific Images Contest der Langen Nacht der Wissenschaften 2016 stehen fest

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) hatte Campus-Mitarbeiter aufgerufen, ästhetisch reizvolle Aufnahmen, die aus ihrer Arbeit hervorgegangen waren, einzusenden, um davon eine ausgewählte Anzahl in großformatigen Ausdrucken bei der Langen Nacht der Wissenschaft am 11. Juni 2016 auszustellen.

Die Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften konnten über die ausgestellten Bilder abstimmen und das Schönste ermitteln. Ziel war es, aufgrund der Ästhetik der Aufnahmen die Besucher dazu zu motivieren, zu hinterfragen was die Bilder darstellen. Dazu war jedes Bild mit einer Bildbeschreibung und einer Vorstellung des Projektes, in dessen Rahmen das Bild entstanden war, in gut verständlicher Sprache auf Deutsch versehen worden. Auf der Bildbeschreibung wurde bei jedem Bild erwähnt, dass der Wettbewerb vom Verein der Freunde und Förderer des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin e. V. und vom Unternehmen Nikon unterstützt wurde.

In diesem Jahr wurden 42 Bilder eingereicht, aus diesen Einsendungen wurden 22 Bilder ausgewählt, die dann als großformatige Poster (1 x 1 m) auf hochwertigem Papier im Foyer des MDC.C. ausgestellt wurden.

154 Besucher der Langen Nacht hatten an der Abstimmung teilgenommen.

Die Preise für die drei Poster mit den meisten Stimmen wurden von der Fa. Nikon zur Verfügung gestellt (Fotokameras) und werden im Rahmen des Campus Sommerfestes am 18. Juli 2016 überreicht.

Die Preisträger 2016 sind:

Platz 1 (Foto oben): Bild Nr. 8: Julian Heuberger (Signalvermittlung in Entwicklung und Krebsentstehung, AG Walter Birchmeier, MDC) und Anje Sporbert (Core Facility Advanced Light Microscopy, AG Anje Sporbert, MDC)

Platz 2: Bild Nr. 16: Christin Stottmeister (Systembiologie von Gen-regulatorischen Elementen (AG Nikolaus Rajewski, MDC)

Platz 3: Bild Nr. 14: Fatimunnisa Qadri (Molekularbiologie von Hormonen im Herz-Kreislaufssystem, AG Michael Bader, MDC)

investieren, leben / 24.06.2016
Bauarbeiten im Röntgentaler Weg in Berlin-Buch

Die Bauarbeiten für den Ausbau des Rad- und Gehwegs Röntgentaler Weg zwischen Pölnitzweg und Wiltbergstraße (Abzweig Radfernweg Berlin - Usedom) in Buch beginnen in der ersten Juliwoche. In geplant drei Monaten Bauzeit erhält der 450 Meter lange Abschnitt einen Bitumenbelag. Während der Bauzeit wird der Geh- und Radverkehr über den Schlosspark Buch umgeleitet. Die Baukosten betragen laut Planung ca. 233.000 Euro und werden aus dem Programm „Verbesserung der Infrastruktur für den Radverkehr“ finanziert.

investieren, leben / 23.06.2016
Vom Schandfleck zum Schmuckstück

Der Kinderklub "Würfel" war fast reif für den Abriss, doch nun ist daraus eine großzügige und kindgerechte Einrichtung geworden, mit viel Platz zum Spielen, kreativen Gestalten und Lernen drinnen und draußen. Pünktlich zum diesjährigen Weltspieltag am 28. Mai 2016 wurde in Berlin Buch der Abschluss der Sanierung des "Würfels" gefeiert. Mit dabei waren die Berliner Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres sowie die Pankower Bezirksstadträte für Jugend, Christine Keil, und Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner.

Eingeladen hatte der Träger Spielkultur Berlin-Buch e. V. Ohne Projektkoordinator Martyn Sorge und Architekt Jörg Wappler mit seinen Kollegen von der Planungsgemeinschaft WOF gäbe es den Würfel heute sicher nicht mehr - doch sie fingen 2010 an zu träumen, von einem nach ökologischen Prinzipien erneuerten und die Fantasie anregenden Haus. Für die Verwirklichung ihrer Ideen holten sie sich die richtigen Partner ins Boot. Dazu zählen das Jugendamt und das Stadtplanungsamt Pankow sowie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die mehr als 1 Million Euro aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost für die Sanierung des Gebäudes und des Außengeländes zur Verfügung stellte, darunter auch Mittel aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Weitere 18.000 Euro kamen vom Bezirksamt Pankow und 30.000 Euro vom Träger selbst.

Mit dem Geld wurde die ehemalige Komplexgaststätte, auch Fresswürfel genannt, umfassend energetisch saniert. Dabei kamen besonders nachhaltige Techniken zum Einsatz. Vieles entstand in Eigenleistung, auch die Kinder durften mit Hand anlegen, wo es möglich war. Wo man hinschaut, entdeckt man wiederverwendete und abgewandelte Möbel, Einbauten und Materialien, das betrifft die neue Lehrküche und besonders die nun fast doppelt so großen Außenanlagen, die vom Büro "Lebendige Freiräume" gemeinsam mit den Kindern gestaltet wurden. Dazu gehören ein kleiner Versammlungsplatz, ein Kletterbaum mit Ständern für eine Plattform sowie eine künstlerisch gestaltete Laterne als neues Erkennungszeichen.

Auch im Inneren gibt es viel Ungewöhnliche zu entdecken und auszuprobieren, besonders die Zwischenwand aus Stampflehm, so fest wie Mauerwerk. Zur besseren Anschauung ist die Wand nicht verputzt. Das Beste aber ist das eingebaute schmale Drehlager, in das die Kinder hineinklettern und ihre Schwindelfreiheit testen können. Der Durchbruch zum Nachbarraum ist rundherum mit Spiegeln verkleidet. Auch das eine völlig neue Erfahrung für jeden, der einen Blick riskiert.

Nach den Ansprachen und der Übergabe einer Sachspende des ehemaligen Schreibwarenladens Linde in Prenzlauer Berg durch Stadtrat Kirchner, ging es mit dem Spielen und Entdecken weiter. Die Gäste wurden gebeten, die hölzernen Zaunlatten zu bemalen. Sandra Scheeres und Christine Keil schufen ein Gemeinschaftswerk, das nun den Eingang des Würfels ziert.

Das Fest dauerte noch bis zum frühen Abend. Beim Spiel mit der Schokokuss-Wurfmaschine und bei selbstgemachtem Stockbrot, Kaffee, Kuchen oder Bratwurst feierten die Kinder mit den PartnerInnen ihren Erfolg und freuten sich auf viele weiter aktive und kreative Tage im und um ihren Kinderklub.\n

Foto: Senatorin Scheeres und Stadträtin Keil gestalten Zaunlatten für den "Würfel" (Foto: SenStadt)

Mehr zum Bauprojekt Sanierung des Kinderklubs "Der Würfel"

Mehr zum Angebot des Würfels auf der Website


Autorin: Anka Stahl

forschen, leben / 23.06.2016
Max-Delbrück-Centrum erneut als „familienbewusst“ ausgezeichnet

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ist am 23. Juni 2016 zum dritten Mal mit dem Zertifikat zum audit berufundfamilie für seine Familienpolitik ausgezeichnet worden. Zu den neuen Maßnahmen des MDC zählen insbesondere Angebote zur Gesundheitsförderung sowie ein Service für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Familienangehörige pflegen.

Gute Rahmenbedingungen in der Wissenschaft sind mitentscheidende Faktoren, um den Forschenden zu ermöglichen, sich bestmöglich auf ihre wissenschaftliche Leistung zu konzentrieren. Sie sind darüber hinaus wichtig, um die besten Kräfte und Talente zu gewinnen und die Wettbewerbsfähigkeit einer wissenschaftlichen Einrichtung in einem internationalen Forschungsumfeld durch engagierte und zufriedene Beschäftigte zu steigern. Aus diesem Grund setzt sich das MDC mit zahlreichen Maßnahmen, die alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in verschiedenen Lebensphasen nutzen können, seit vielen Jahren für mehr Familienfreundlichkeit ein.

Das MDC hat sein Angebot insbesondere im Bereich des betrieblichen Gesundheitsmanagements deutlich ausgebaut. So können die Mitarbeitenden des Instituts die Angebote von „CampusVital“ nutzen, dem betrieblichen Gesundheitsmanagement für die Einrichtungen und Unternehmen des Campus Berlin-Buch. Zu den Angeboten gehört unter anderem ein Gesundheitsticket, das alle interessierten Beschäftigten nutzen können. Es ist mit einem Startguthaben aufgeladen, das etwa zum Besuch von Fitness-Kursen eingesetzt werden kann. Auch Seminare für Führungskräfte zum „gesunden Führen“ sind Teil des Angebots oder gemeinsame Kampagnen, zum Beispiel zu den Themen Impfen und Mobilität.

Ein weiteres neues Angebot richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Familienangehörigen, die aktuell oder in absehbarer Zeit gepflegt werden müssen. In Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister bietet das MDC Beratungen und weitere Unterstützungsleistungen an. Künftig soll für Beschäftigte zudem ein Kinder-Notbetreuungsdienst bereitstehen, wenn sie die Betreuung ihrer kleinen Kinder überraschend nicht gewährleisten können und dringende betriebliche Erfordernisse einer eigenen Betreuung entgegenstehen.

Das Zertifikat wurde dem MDC im Rahmen einer Festveranstaltung in Berlin verliehen und von Manuela Schwesig, Bundesministerin Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie John-Philip Hammersen, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, überreicht. Nach Angaben der Veranstalter erhielten insgesamt 297 Arbeitgeber das Zertifikat, darunter 163 Unternehmen, 110 Institutionen und 24 Hochschulen.

Das MDC hatte das Zertifikat zum audit „berufundfamilie“ erstmals 2010 erhalten, die erste Re-Auditierung erfolgte 2013. Der Zeitraum von drei Jahren zwischen den Auditierungen wird dazu genutzt, die gemeinsam mit den Beschäftigten erarbeiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie umzusetzen.

Die Projektgruppe des MDC informierte im Januar über Familienfreundlichkeit am Forschungszentrum\n

www.beruf-und-familie.de

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leben, heilen / 22.06.2016
Fettsucht operativ behandeln: HELIOS Klinikum Berlin-Buch gründet Adipositaszentrum

Seit dem 1. Juni 2016 ist Prof. Dr. med. Jürgen Ordemann Leiter des neu gegründeten Departments für Adipositas und Metabolische Chirurgie der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Zu seinen Schwerpunkten zählt die Adipositaschirurgie, eine operative Maßnahme zur Gewichtsreduktion.

Von Adipositas spricht man bei einem Übergewicht, das der Gesundheit schaden kann. Keine andere Erkrankung breitet sich in Deutschland und auch weltweit so stark aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einer weltweiten Fettsuchtepidemie. Adipositas ist nicht nur eine Erkrankung des Einzelnen, sondern in ihrer Auswirkung auch ein gesellschaftliches Problem. Als Folge der Adipositas treten Diabetes (Typ 2), Herzkreislauferkrankungen, schlafbezogene Atmungsstörungen und  Tumorerkrankungen auf. Darüber hinaus ist Adipositas nicht selten mit Depressionen und einer eingeschränkten Lebensqualität verbunden.

Die primäre Säule der Gewichtsreduktion ist eine Veränderung des gesamten Lebensstils.  Die  Ernährung muss verändert und die tägliche Bewegung sollte gesteigert werden. Liegt jedoch eine schwere Adipositas vor, dann sind diese Therapieschritte meistens erfolglos.  
„In diesen Fällen sind chirurgische Eingriffe wie der sogenannte Magenbypass oder der Schlauchmagen eine Möglichkeit das Gewicht deutlich und vor allem langfristig zu senken“, erklärt  Prof. Dr. med. Jürgen Ordemann, Leiter des neu gegründeten Departments für Adipositas und Metabolische Chirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.
Im Verlauf verbessern sich oftmals die Folgeerkrankungen wie Diabetes, Hypertonus und das Schlafapnoe-Syndrom. Aus diesem Grunde wird die Adipositaschirurgie auch „Metabolische Chirurgie“ genannt.  Sie ermöglicht den chronisch kranken adipösen Patienten ein gesünderes und lebenswerteres Leben zu führen.

Welche Therapien wann möglich und individuell richtig sind, erläutert der Medizinexperte am 28. Juni 2016 in seinem Vortrag „Adipositas-Chirurgie, mehr als nur Gewichtsreduktion!“ und beantwortet im Nachgang gerne Fragen.

Der Medizinexperte Prof. Dr. med. Jürgen Ordemann  studierte in Lübeck und Freiburg und absolvierte seine Facharztausbildung für Chirurgie und seine Weiterbildung zum Facharzt für Viszeralchirurgie an der Charité Universitätsmedizin Berlin. 2005 habilitierte sich Prof. Ordemann im Fach Chirurgie. 2012 nahm er den Ruf einer Professur für Adipositaschirurgie an der Charité an und gründete dort das Zentrum für Adipositas und Metabolische Chirurgie.

„Es freut uns sehr, dass wir mit Professor Ordemann  einen ausgewiesenen und renommierten Spezialisten auf dem Gebiet der Adipositas und metabolischen Chirurgie für unser Klinikum gewinnen konnten“, sagt Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.
Prof. Dr. med. Martin Strik, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie ergänzt: „Ziel war es, die beteiligten Fachdisziplinen zu vernetzen sowie die Etablierung eines interdisziplinären Adipositaszentrums im HELIOS Klinikum Berlin-Buch und damit eine Behandlung für dieses Krankheitsbild anzubieten, das immer mehr Menschen aller Altersgruppen trifft.“

HELIOS Chefarztvortrag
Dienstag 28. Juni 2016
Beginn um 18 Uhr
Veranstaltungsort
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Konferenzraum Cafeteria
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin

Eintritt frei.
Ende gegen 19.30 Uhr
Anmeldung nicht erforderlich.

Parkplätze vorhanden
Buslinie 893: Direkte Anbindung des Klinikums zur S-Bahn Berlin-Buch S2


Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Department Adipositas und Metabolische Chirurgie
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie
Telefon: (030) 94 01-127 06
E-Mail: adipositaszentrum.berlin@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/berlin-buch

Foto: Prof. Dr. med. Jürgen Ordemann (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

forschen / 22.06.2016
Übergewicht durch insulinempfindliche Fettzellen

Die Stoffwechselbalance im Fettgewebe wird durch das Protein SORLA mitbestimmt. Liegt es im Übermaß vor, werden Fettzellen überempfindlich gegenüber Insulin und bauen weniger Fett ab – auch im Menschen. Zuvor war SORLA nur für seine schützende Funktion bei Alzheimer bekannt.

Im Gehirn markiert SORLA Alzheimer-Proteine, in Fettzellen den Insulinrezeptor für das Recycling. Als Teil der zellulären Sortiermaschinerie wirkt es so gegen die Alzheimer-Plaques, Fettgewebe jedoch macht es empfindlich gegenüber Insulin. Die Fettzellen lagern dadurch übermäßig Fett ein.

Das Forschungsteam um Prof. Thomas Willnow und Postdoktorandin Dr. Vanessa Schmidt vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sowie Forschenden des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, der Universität Leipzig und der Universität Umeå in Schweden stellte seine Ergebnisse nun in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation vor.

Den Forschenden gelang der detaillierte Nachweis des Wirkmechanismus von SORLA an menschlichen Proben, Mäusen und Zellkulturen. Ein statistischer Zusammenhang zwischen dem Gen für SORLA und Fettleibigkeit war zuvor nur aus genetischen Studien bekannt.

Die Analyse von Proben von 362 übergewichtigen Personen zeigte: Je mehr SORLA-Proteine im Fett vorliegen, desto ausgeprägter ist auch das Übergewicht. Den kausalen Zusammenhang zwischen Protein und Übergewicht belegten Versuchen an Mäusen. Gefüttert mit kalorienreicher Kost, wurden Tiere mit überaktivem SORLA-Gen im Fettgewebe zügig fettleibig. Tiere mit inaktiviertem SORLA-Gen, die die gleiche Kost erhielten, waren dagegen magerer als Mäuse mit gewöhnlichem SORLA-Spiegel.

Die Ursache: Zellen mit einem Übermaß an SORLA sprachen stärker auf Insulin an. In Zellkulturen verfolgten die Forschenden den Weg von SORLA und Insulinrezeptoren durch die Zelle. SORLA markierte die Insulinrezeptoren für die Wiederverwendung und blockierte deren Abbau. Der erhöhte SORLA-Spiegel führte zu mehr Insulinrezeptoren auf der Zelloberfläche. Dadurch wurden die Zellen überempfindlich für das Hormon und blockierten den Fettabbau zu stark.

Eine Störung des Insulinstoffwechsels ist vor allem von der Diabetes-Erkrankung bekannt. Mit den nun vorliegenden Ergebnissen stellen Vanessa Schmidt und Thomas Willnow einen ganz neuen Signalweg des Stoffwechselhormons vor, der auch klinische Relevanz hat. „Nicht nur Insulinresistenz wie bei Diabetes Typ II ist ein Problem“, bemerkt Thomas Willnow dazu. „Auch, wenn das Fettgewebe übersensitiv gegenüber Insulin ist, kommt es zur Stoffwechselstörung.“ Die Mäuse mit zu viel SORLA nahmen allerdings erst extrem zu, als sie sich von fett- und kohlenhydratreichem „Fast Food“ ernährten. „Erst wenn man sich ungesund ernährt, wird es ein Problem, wenn das Fettgewebe zu empfindlich auf Insulin reagiert,“ sagt Thomas Willnow.

Weiterführende Links

    - ausführlicherer Artikel aus der Reihe „Research Highlights“ zum gleichen Thema\n

    - MDC-Gruppenseite der AG Willnow (englisch)

 
Abbildung: Fettzellen mit markiertem Insulinrezeptor (rot), Early Endosomes (grün), Zellkernen (blau) und Fetttröpfchen (weiß). Download von Bild 1, Bild 2, Bild 3. (Bild: Vanessa Schmidt/MDC)

leben / 16.06.2016
Eingeschränkter Dienstbetrieb in den Pankower Bürgerämtern

Dr. Torsten Kühne, Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice teilt mit, dass in den Pankower Bürgerämtern in den nächsten 14 Tagen mit Einschränkungen des Dienstleistungsangebotes gerechnet werden muss. Vereinbarte Termine können aber uneingeschränkt wahrgenommen werden.\n

„Heute werden dem Bezirk ca. 11.000 Unterstützungsunterschriften für den Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens „Volksentscheid Fahrrad“ durch die Senatsverwaltung für Inneres und Sport übergeben“, erklärt Kühne. „Die zu erwartenden Einschränkungen resultieren aus der gesetzlichen Pflicht, diese Unterstützungsunterschriften umgehend zu prüfen und innerhalb von 15 Tagen der Senatsverwaltung das Ergebnis, also die Zahl der gültig und ungültig abgegebenen Unterschriften, mitzuteilen“, so Kühne weiter.

forschen / 15.06.2016
ARCHES-Preis für MDC-Forscher: Hochauflösende Landkarte von Genmodifikationen

Der diesjährigen ARCHES-Preis der Minerva-Stiftung geht an den Systembiologen Dr. Jan Philipp Junker vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und Prof. Erez Levanon von der israelischen Bar-Ilan-Universität. Der am 14. Juni 2016 verliehene Preis ermöglicht eine deutsch-israelische Forschungskooperation, mit der Veränderungen der RNA zum ersten Mal räumlich hochaufgelöst dargestellt werden sollen.

Zu welchem Zeitpunkt welches Gen in welcher Körperregion aktiv ist, weiß Jan Philipp Junker. Der als Physiker ausgebildete Gruppenleiter am Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) des MDC kombiniert in seiner Arbeit modernste Sequenzierungsmethoden mit mathematischen Modellierungen und Gewebeschnitten der zu untersuchenden Organismen, Organe und Gewebe. Mit diesem „tomo-seq“ genannten Verfahren generiert Junker hochaufgelöste Karten der Genaktivität in bis zu drei Dimensionen.

Prof. Erez Levanon leitet eine Forschungsgruppe an der Bar-Ilan-Universität und untersucht, wie die Erbinformation in der Zelle dynamisch verändert wird. Im Zentrum seines Interesses steht die Adenosin-zu-Inosin-Editierung, die insbesondere für die Entwicklung und Funktion des Gehirns wichtig ist. Bei ihr wird ein einzelner genetischer Buchstabe der abgelesenen Erbinformation modifiziert. 

Der ARCHES-Preis, der mit insgesamt 200.000 EUR über einen Zeitraum von fünf Jahren dotiert ist, ermöglicht nun ein neues Projekt, in dem beide Wissenschaftler ihre Expertisen vereinigen. Als Erste werden sie Editierungsprozesse im Zebrafisch räumlich auflösen und dafür gemeinsam neue Methoden entwickeln. Neben grundlegenden Beobachtungen am normal entwickelten Tier werden auch Krankheitsmodelle Gegenstand der Untersuchungen sein: „Gute medizinische Forschung basiert immer auf Grundlagenforschung. Unsere Arbeit wird eine Keimzelle für viele weitere Projekte sein“, sagt Jan Philipp Junker.

Der ARCHES-Preis (Award for Research Cooperation and High Excellence in Science) wird jedes Jahr von der Minerva-Stiftung vergeben, einer Tochter der Max-Planck-Gesellschaft. Mit ihm werden international herausragende Nachwuchs-Wissenschaftler in Israel und Deutschland ausgezeichnet, um den wissenschaftlichen Austausch der beiden Länder zu fördern.\n

https://insights.mdc-berlin.de/de/2016/06/arches-preis-fuer-mdc-forscher-hochaufloesende-landkarte-von-genmodifikationen/

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leben, erkunden, heilen / 14.06.2016
Gesundheitsthemen im Fokus bei „Medizin entdecken“

Mehr als 3.500 Besucher kamen zur Langen Nacht der Wissenschaften am 11. Juni ins HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Hightech-Medizin, neueste Operationsmethoden, moderne Anästhesieverfahren, individuelle Möglichkeiten zu Gesundheitsvorsorge und Angebote der Kinder-Uni waren besonders gefragt. OP- und Endoskopieinstrumente selbst ausprobieren, in einem der 21 Operationssäle eine „Knochenwerkstatt“ sehen, die Möglichkeiten der minimalinvasive Chirurgie, einen Hybrid-OP sowie moderne Therapieansätze in der Dermatologie kennenlernen oder gemeinsam mit Ärzten unter dem Mikroskop experimentieren – all das war zum Familienprogramm im Bucher Klinikum mit Medizinexperten von 16 bis 23 Uhr möglich.

200 Pflegefachkräfte, Ärzte, Therapeuten und Medizintechniker stellten das Leistungsspektrum des Krankenhauses auf 85 Postern an 22 Infoständen, während der 30 Führungen und bei 11 Vorträgen dar. 400 Kinder ließen sich (ganz freiwillig) einen Arm eingipsen und 165 ihre Kuscheltiere röntgen. 175 Kinder absolvierten Vorlesungen, Seminare und Praktika bei der Kinder-Uni und 68 erhielten vom Team der Geburtshilfe entsprechend ihrem absolvierten Wickelkurs und Kinderwagenführerschein ein Geschwisterdiplom.
Bei den Pflegethemen war insbesondere das PfiFf-Team mit seinem aktuellen Kursangebot gefragt, um Pflege in Familie zu fördern. Beim Kardio-Sport und Zumba-Kurs testeten Interessierte, wie sich viel Bewegung positiv auf Herz und Kreislauf auswirkt. Entdecken konnten Interessierte, wie Aromatherapie in der Palliativmedizin hilft und wie man einen passenden Stammzellspender findet.
Angebote für kleine und große Fußballfans gab es auch: Torwandschießen, Slalom-Parcours und Fußball-Hüpfburg auf der Wiese waren sehr gefragt. \n

Erstmalig dabei war die Rettungshundestaffel aus dem Barnim. Das Team präsentierte die Möglichkeiten bei der Suche nach Vermissten und beantwortete zahlreiche Fragen zum Verhalten von Mensch und Hund. Notfallübungen, Elektrorollstuhlparcours, Kinderschminken, Malen und Basteln sowie ein Bühnenprogramm mit vielen kleinen und großen Künstlern aus Buch, Stralau, Wandlitz, Stolzenhagen und Panketal/Zepernick ergänzten das vielfältige Programm.
Um über das bei der Bevölkerung immer größer werdende Herzinfarkt- und Diabetesrisiko bei Alt und Jung aufzuklären, hatte das Team der Ernährungsberatung Gesundheits-Tipps für den Alltag vorbereitet. Die vor Ort gezeigten Informationen zum richtigen Umgang mit der Ernährung und Lebensmitteln entsprechend der Ernährungspyramide finden Sie hier im Kurzfilm.

Fotogalerie unter www.helios-kliniken.de/berlin-buch

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Die nächste Lange Nacht der Wissenschaften findet am Sonnabend, den
24. Juni 2017 statt.

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Foto: Dr. med. Uwe-Jens Teßmann, Abteilungsleiter Orthopädie und Unfallchirurgie, im OP mit interessierten Kindern

forschen, produzieren, leben, erkunden, heilen, bilden / 12.06.2016
Experimentieren, erleben und entdecken: die 16. Lange Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch

Vom Geheimnis des unsterblichen Plattwurms bis zur Wissenschaft des Bierbrauens: Bei der Langen Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch standen zahlreiche spannende Veranstaltungen rund um Biologie, Chemie sowie die Arzneimittel- und Genomforschung auf dem Programm. Das Angebot der Campuseinrichtungen – Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von Charité und MDC sowie Gläsernes Labor der BBB Management GmbH – stieß bei den Besucherinnen und Besuchern aus Brandenburg und Berlin erneut auf großes Interesse. In zahlreichen Kursen konnten Kinder und Erwachsene auch selbst mitmachen und experimentieren.\n

Eine Vielzahl von Veranstaltungen wurde erstmals angeboten.

Besonders beliebt bei den Besuchern auf dem Campus Berlin-Buch waren die Führungen durch die Forschungslabore von MDC, FMP und ECRC. So konnten Interessierte zum Beispiel im MDC bei einem Besuch in der Respirationskammer lernen, wie viel Fett sie verbrennen. Bei einer anderen Führung erfuhren die Besucher, welche Rolle Tumorstammzellen bei der Entwicklung neuer Krebstherapien spielen. Bei der Laborführung „Berührung und Schmerz“ konnten die Besucher testen, wie empfindlich sie selbst auf Reize reagieren – und Aktivitäten wichtiger Schmerzmoleküle live in einer Zellkultur verfolgen. Und wer schon immer wissen wollte, wie man ein gutes Bier braut, konnte das live auf der Bühne am MDC miterleben und nebenbei sein Wissen über enzymatische Prozesse erweitern.
 


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Am FMP erfuhren die Besucher bei der Laborführung „Von Würmern und Menschen – was wir von Nematoden übers Altern lernen können“, wie der Alterungsprozess abläuft und warum gerade ältere Menschen von Demenz und neurodegenerativen Krankheiten betroffen sind. Großen Anklang fand die Skulptur eines begehbaren Gehirns, über ein Bedienpult visualisierte es das Zusammenspiel von Nervenzellen. Dabei sind die Areale für Sensibilität, Bewegung, Sehen, Sprachproduktion und -verständnis sichtbar gemacht. Aber auch verschiedene Krankheitsbilder des hochkomplexen Organs werden gezeigt. Die Forschenden am Institut stellten ihre Untersuchungen zu Mechanismen des Schlafs, Essverhaltens und Gedächtnisses vor.


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Im Rahmen des Leibniz-Jahres, zum Anlass des 300. Todestages des Universalgenies hörten die Besucher Vorträge über Biosensoren mit Xenon, neue Wirkstoffe, Arzneimittel, Biomimicry und den Aha-Effekt. Kinder amüsierten sich bei den Zaubershows des Biochemikers und Zauberprofis Oliver Grammel wie auch beim Selbermachen von Lippenbalsam mit leckeren Geschmacksnoten und Kräutersalz.
 


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Im Gläsernen Labor waren die Besucher bei vier verschiedenen Programmen zum Mitmachen eingeladen. So konnten sie beim Experimentierkurs Chemie des Essens ausprobieren, welche chemischen Vorgänge für leckere Düfte verantwortlich sind, mittels DNA-Analyse ein fiktives Verbrechen aufklären, unterm Mikroskop die Unterschiede zwischen Venen und Arterien erkunden und Biobrennstoffzellen bauen.
Forscherdiplom für Kinder
Auf Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter warteten zahlreichen Experimentierstationen. Die Einrichtungen des Campus, der Forschergarten sowie die Partnerschulen des Gläsernen Labors luden zum Experimentierten rund um Biologie, Chemie und Physik ein. So konnten die kleinen Forscher die unsichtbare Kraft des Magnetismus erforschen, am Geflügelherz operieren, das Unsichtbare unter dem Mikroskop sichtbar machen und mit einem U-Boot abtauchen. Eifrige kleine Forscher erhielten ihr persönliches Forscherdiplom.


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Foto: Spaziergang durchs Gehirn: Das begehbare Hirn (Foto: Peter Himsel/Campus Berlin-Buch)

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Lesen Sie hier mehr über die Lange Nacht der Wissenschaften am MDC auf dem Campus Buch:
https://insights.mdc-berlin.de/de/2016/06/menschen-maeuse-molekularkuechlein/

leben, bilden / 10.06.2016
Neue Jugendberufsagentur Pankow nimmt Dienst auf

Noch im Juni 2016 wird die Jugendberufsagentur Pankow am neuen Standort in der Storkower Str. 133, 10407 Berlin, ihren Dienst aufnehmen. Die "Regionale Kooperationsvereinbarung" zur Regelung der Zusammenarbeit zwischen der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Berlin Pankow, der U 25-Teams des Jobcenters, der Jugendberufshilfe des Jugendamtes Pankow und der Senatsverwaltung für Jugend, Bildung und Wissenschaft wurde am 3. Juni 2016 unterzeichnet. Zusammen mit weiteren Beratungsangeboten wird die Jugendberufsagentur unter einem Dach als Anlaufstelle für Jugendliche tätig sein.\n

Das Kollegium der Jugendberufshilfeberatung wird am 10.06.2016 von der Fröbelstraße in die neue Dienstelle umziehen und ist ab dem 13.06.2016 wieder erreichbar.

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„Die Kooperationsvereinbarung, verbunden mit dem neuen Standort der Jugendberufsagentur, stellt für mich eine weitere Qualitätsverbesserung bei der Beratung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Fragen rund um die Berufsfindung und Berufsausbildung dar“, erklärt die Bezirksstadträtin für Jugend und Facility Management, Christine Keil (LINKE).

leben, bilden / 09.06.2016
Das Gläserne Labor zu Besuch beim Bundespräsidenten

Das Gläserne Labor präsentierte sich bei der fünften Woche der Umwelt am 7. und 8. Juni im Park von Schloss Bellevue. Die Woche der Umwelt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt veranstaltet und bringt Akteure aus Politik, Bildung und Wirtschaft zusammen, die sich für Umwelt- und Klimaschutz engagieren und sich über Innovationen in diesem Bereich austauschen. Auch in diesem Jahr gab es wieder Fachforen mit spannenden Themen, 270 Aussteller aus unterschiedlichen Bereichen, viele Exponate zum Mitmachen und Ausprobieren und einen Empfang mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck und der Ministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Barbara Hendricks.\n

Das Gläserne Labor war mit dem Projekt „Energiewende in Schülerhände“ vertreten, das im letzten Jahr mit einer Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt umgesetzt wurde. Der neu entwickelte Schülerkurs gibt einen umfassenden Einblick in verschiedene Aspekte der Energiewende und zeigt mit einfachen Experimenten die Grundlagen der Nutzung und Speicherung Erneuerbarer Energien. Der Stand des Gläsernen Labors war gut besucht und Besucher aller Altersgruppen hatten Spaß an den mitgebrachten Experimenten. Eine besondere Auszeichnung war der Besuch des Bundespräsidenten, der am Stand des Gläsernen Labors halt machte und sich die Gewinnung von Wasserstoff durch Elektrolyse zeigen ließ.

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Foto: Der Bundespräsident nahm sich Zeit für den Stand des Gläsernen Labors, an dem Dr. Cornelia Stärkel ein Schülerexperiment zur Wasserstoffgewinnung demonstrierte. (Foto: Silke Vorst, GenaU)

leben, heilen, bilden / 08.06.2016
„Medizin entdecken“ im HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch steht am Samstag, 11. Juni 2016, von 16 bis 23 Uhr unter dem Motto „Medizin entdecken“. Die kleinen und großen Besucher erwartet anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften ein buntes Familien-Programm rund um die Themen Gesundheit und Medizin. Dazu gehören Mitmachaktionen, Informationsstände und individuelle Gesundheitstests genauso wie spezielle Führungen, Expertenvorträge und spezielle Aktionen für Kinder.

Sie wollten schon immer einen Operationssaal besuchen, ohne gleich Patient zu sein? Wissen, wie Ärzte operieren, eine endoskopische Untersuchung funktioniert, wie hoch ihr Herzinfarkt- oder Diabetesrisiko ist? Das und noch viel mehr zeigen wir unter dem Motto „Medizin entdecken“.
Interessierte können einen Blick hinter die Kulissen des hochmodernen Klinikums im Herzen von Berlin-Brandenburg werfen. Ärzte und Pflegefachkräfte des Maximalversorgers mit über 1.000 Betten informieren über Aktuelles aus der Medizin, insbesondere zur Vorsorge und Früherkennung, zu Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, beantworten Fragen und beraten gern individuell.
Sie erleben Hightech-Medizin und neueste Operationsmethoden, lernen Narkosearbeitsplätze und Anästhesieverfahren kennen, können OP-Instrumente ausprobieren und selbst unter dem Mikroskop experimentieren. Schauen Sie in der „Knochenwerkstatt“ bei den Ärzten vorbei, um Hüftgelenkoperationen, Knieendoprothetik und Kniearthroskopien kennen zu lernen.
Außerdem stehen Pflegethemen im Fokus. Sie erfahren, wie eine Blutwäsche funktioniert, die Brustkrankenschwester hilft oder richtig reanimiert wird. Wann Aromatherapie angewendet wird, was Kardio-Sport ist, warum Zumba sich so positiv auf Herz und Kreislauf auswirkt – all das können Sie live ausprobieren. Das PfiFf-Team stellt außerdem sein aktuelles Angebot vor, um Pflege in Familie zu fördern. \n

Viele Angebote sind besonders für Kinder jeden Alters geeignet. In der Kinder-Uni gehen Medizinexperten zum Beispiel den Fragen nach: Warum tut es bei der Operation nicht weh? Wie wird ein Kind geboren? Wie funktionieren optische Täuschungen? Nach der Immatrikulation sind Praktika und Seminare sicher genauso gefragt wie die Vorlesungen und die Mensakarten.
Zu Gast ist zum ersten Mal die Rettungshundestaffel Barnim. Vier- und Zweibeiner der Rettungshundestaffel Barnim demonstrieren die Suche nach vermissten Menschen sowie Übungen zur Ausbildung und Arbeit mit Rettungshunden.

Bitte beachten Sie, dass bei verschiedenen Aktionen die Teilnehmerzahl begrenzt ist. Hierfür  brauchen Sie Eintritts- und Einlasskarten, die Sie ab 15 Uhr am Infotisch erhalten. Aktuelle Programmänderungen sind vorbehalten.

Mehr unter www.helios-kliniken.de/berlin-buch

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Das HELIOS Klinikum heißt Sie herzlich willkommen am Samstag, 11. Juni 2016, von 16 bis 23 Uhr im HELIOS Klinikum Berlin-Buch und wünscht viel Spaß beim „Medizin entdecken“.

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

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Über die HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro.

forschen / 03.06.2016
Lauschangriff auf die Sinne

Viele Arten von Sinnesinformationen gelangen über eine als „primär-sensorischer Kortex“ bezeichnete Struktur ins Gehirn. Die dortige Verarbeitung durch verschiedene Zellschichten beeinflusst Sinneswahrnehmungen und Verhaltensreaktionen. Die Forschungsgruppe von James Poulet am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) konnte den Informationsfluss zwischen den verschiedenen Schichten des Kortex erstmals an wachen, aktiven Mäusen beobachten. Ihre Forschungsarbeit, veröffentlicht in Cell Reports vom 2. Juni, gewährt neue Einblicke in die Verbindungen zwischen Sinnesreizen und Verhalten.

Neurobiologische Forschung will unter anderem verstehen, wie das Gehirn den unablässigen Strom von Sinnesreizen zusammenführt, interpretiert und angemessene Verhaltensreaktionen koordiniert. Wenn viele Arten sensorischer Eindrücke gleichzeitig eintreffen, müssen sie nach Priorität geordnet, verknüpft und in Hirnbereiche weitergeleitet werden, die für ihre Verarbeitung zuständig sind. Die neue Studie aus dem Labor von James Poulet hilft, diese grundlegenden und bislang ungelösten Fragen zu beantworten.

Um dieses System experimentell zu untersuchen, eignen sich bestimmte Hirnbereiche besser als andere: sie müssen einerseits einfach genug sein, um eingehenden Signale nachzuverfolgen, und andererseits komplex genug, um die unterschiedlichen Typen von Signalen auf dem Weg durch das Gehirn zu verfolgen.

Wen-Jie Zhao und Jens Kremkow aus dem Forschungsteam von Poulet untersuchten eine Region im Scheitellappen des Gehirns, den primär-sensorischen Kortex, der aus sechs Schichten von Nervenzellen besteht. Diese Hirnregion sammelt den „Input“ der Nerven, der aus verschiedenen Wahrnehmungssystemen der Maus stammt. Der Kortex ist auch wichtig für die Wahrnehmung von bestimmten Sinnesreizen bei Aktivitäten, etwa wenn das Tier ein Stück Futter berührt. Schließlich ist die Region auch an der Koordination bestimmter rascher Bewegungen beteiligt, die als Reaktion auf Sinnesreize entstehen.

Aufgrund der Gewebestruktur des Kortex vermutete man, dass die einzelnen Schichten Impulse unterschiedlich verarbeiten und sich untereinander koordinieren, um den richtigen Output zu erzeugen. Um das experimentell zu überprüfen, nutzten die Forscher die Nervenverbindungen zwischen der Vorderpfote der Maus und des Kortex. Indem die Forscher die Bewegungen der Pfote beobachteten, konnten sie willensgesteuerte Bewegungen des wachen Tiers und auch Reflexe untersuchen.

Die Forscher führten Sonden in eine untere und eine obere Schicht des Kortex ein, um ein- und ausgehende Signale zu überwachen. Bei ihrer Studie handelt es sich um die erste überhaupt, bei der gleichzeitig in verschiedenen Schichten Messungen vorgenommen wurden. Dann stimulierten die Wissenschaftler Nerven in der Pfote, indem sie diese auf eine Metallfläche stellten und mit einem kleinen Metallarm auf eine Zehe klopften. Die Forscher überwachten dabei das Feuern Dutzender einzelner Nerven in verschiedenen Schichten, an denen Sonden befestigt worden waren, und maßen Stärke und Zeitablauf der erzeugten Impulse.

Die Wissenschaftler entdeckten, dass die abgefeuerten Signale von Nerven in den tieferen Schichten kaum Auswirkungen auf ihre benachbarten Zellen in derselben Schicht hatten. Frühere Studien hatten ergeben, dass die Nerven des Kortex der ruhenden Maus spontan Signale abfeuern und langsame Impulse mit hoher Amplitude erzeugen. Durch diese Signale synchronisieren sich einige Schichten des Kortex. Beim aktiven, sich bewegenden Tier verschwinden diese Aktivitätswellen, und die Synchronisation der Schichten geht verloren. Es wird angenommen, dass diese Unterschiede bestimmte mentale Zustände repräsentieren, die mit Erregung und Sinneswahrnehmung zu tun haben. Die neuen Ergebnisse aus Poulets Labor zeigen nun, dass sich ein einzelner Reiz auf die Nervenzellen der unterschiedlichen Schichten auch unterschiedlich auswirkt – denn wenn sich der Gesamtzustand des Gehirns änderte, behielten die einzelnen Schichten ihre charakteristischen Eigenschaften. 

Wie die Forscher feststellten, feuern bei einem sich aktiv bewegenden Tier mehr Neuronen in den tieferen Schichten als in den näher an der Hirnoberfläche gelegenen. Zwar kamen in allen Schichten neue Impulse an, die sich zu Sinnesreizen zurückverfolgen ließen, die Neuronen jedoch feuerten leicht zeitversetzt. Dies könnte wichtig sein für bestimmte Aspekte der Reizverarbeitung: etwa die wahrgenommene Intensität eines bestimmten Stimulus oder auf welche Weise die Erinnerung daran gespeichert wird.

Die neue Studie ist ein erster Schritt hin zum Verständnis grundlegender, offener Fragen bei der Signalverarbeitung. „Um mehr über die Verbindung zwischen Strukturen und Funktionen des Gehirns zu erfahren, müssen wir beobachten, wie Eigenschaften und Aktivitäten einzelner Nerven und Gewebe sich unter verschiedenen Verhaltensumständen ändern“, sagt Poulet. „Mithilfe der genau kontrollierten Pfotenstimulation konnten wir in verschiedenen Schichten eines Gewebes Messungen vornehmen, während der Verarbeitung eines Reizes und während die Maus herumlief oder sich ausruhte.“

Eines der Schlussfolgerung aus der Studie ist, dass Hirnfunktionen nicht nur von der Anordnung der Nerven oder der physischen Gesamtstruktur abhängen, die unter wechselnden Bedingungen gleich bleiben. Vielmehr schaffen Unterschiede im Hirngewebe ganz spezielle Umgebungen für Nerven, in denen die Bedeutung der von ihnen erzeugten Impulse verändert wird. Zuhören können die Forscher diesen Gesprächen zwischen den Zellen nun, aber es wird noch viele weitere kontrollierte simultane Messungen brauchen, um zu verstehen, was gesagt wird.\n

Foto: Dr. James Poulet (Bild: David Ausserhofer/MDC)

forschen / 02.06.2016
Präeklampsie: Entzündung der Plazenta stört Versorgung des Kindes

Die Präeklampsie zählt zu den häufigsten Schwangerschafts- komplikationen, ihre Ursachen sind jedoch unbekannt. Eine neue Studie weist nun an Patienten, Zellkulturen und im Tierexperiment nach, dass bei den Betroffenen das Immunprotein CD74 der Plazenta verringert und bestimmte Entzündungsfaktoren erhöht sind. Damit ist der Aufbau der Plazenta gestört, und es kommt zu einer Unterversorgung des Fötus.

Der Fötus im Mutterleib wird über die Plazenta ernährt. Hier treffen die Gefäße von Mutter und ungeborenem Kind aufeinander, ohne dass es zu einer Durchmischung des Blutes kommt. Ist der Plazentaaufbau gestört, kann es zur Präeklampsie kommen – einer Erkrankung, die bei der Mutter Bluthochdruck, Wassereinlagerungen und Eiweißausscheidungen im Urin verursacht. Auch kann der Fötus in seinem Wachstum beeinträchtigt sein.

„Klare Ursachen und Mechanismen der Präeklampsie sind auch nach vielen Jahren der Forschung nicht bekannt. Daher nennt man sie mitunter auch die ‚Krankheit der vielen Theorien‘“, sagt der Berliner Forscher PD Dr. Florian Herse.

Herse ist Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe von Prof. Dominik N. Müller und PD Dr. Ralf Dechend am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH). Beides sind Einrichtungen, in denen Forschende des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin gemeinsam arbeiten. In einer neuen Studie im Fachjournal Circulation Research hat Herse nun gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam einen Faktor aus dem Immunsystem identifiziert, der für die Krankheit relevant ist.  

Es handelt sich hierbei um das Rezeptorprotein CD74, das sich auf der Oberfläche von Immunzellen wiederfindet. In der Plazenta fanden es die Forscher auf Riesenfresszellen des Immunsystems, den Makrophagen. Diese Zellen sind an der Schnittstelle zwischen Mutter und Kind aktiv. Sie interagieren direkt mit weiteren Zellen der Plazenta, den Trophoblasten, und stimulieren diese.

„In Vorstudien bemerkten wir, dass in den Plazenten von präeklamptischen Frauen die CD74-Präsentation verringert ist“, sagt Herse. Die Forschenden beschlossen, den Zusammenhang genauer zu untersuchen. In den Plazenten von betroffenen Personen fanden sie sodann auf den Makrophagen viel weniger CD74-Rezeptor, als erwartet. Im Zellkulturversuch unterdrückten sie die Produktion von CD74 in den Fresszellen, die daraufhin entzündungsfördernde Botenstoffe abgaben. Mäuse ohne das CD74-Protein bildeten Plazenten mit ungewöhnlichem Aufbau, die weniger leistungsfähig waren als bei den Tieren einer Vergleichsgruppe.

Die unmittelbaren Ursachen für Entzündung und das abnorme Erscheinungsbild der Plazenten sehen die Forscher in der gestörten Kommunikation zwischen den Zellen. „Der Grund für den gestörten Plazentaaufbau ist eine Störung der Makrophagen-Trophoblasten-Interaktion, die für einen normalen Verlauf der Schwangerschaft wichtig ist“, folgert Herse aus den Befunden.

Durch die umfassende Methodik sind die Ergebnisse sehr aussagekräftig und der Zusammenhang zwischen Rezeptorprotein und Erkrankung ist mit der Studie gut belegt, betont der Wissenschaftler: „Wir folgten hier einem translationalen Forschungsansatz mit menschlichen Probanden, Experimenten in der Zellkultur und auch einem Tiermodell.“

Weshalb der CD74-Rezeptor in den betroffenen Frauen in geringerem Maße produziert wird und wie dadurch die vielen Symptome in den betroffenen Frauen genau ausgelöst werden, ist jedoch weiterhin offen. Hier können die Forscher nur spekulieren.

„Langfristig eröffnet der Zusammenhang zwischen CD74-Rezeptor und Präeklampsie Angriffspunkte für eine Therapie, die sich gegen die Ursachen und nicht die Symptome richtet. Das ist auch bitter nötig“, sagt Florian Herse. Eine solche Therapie gibt es nämlich trotz jahrzehntelanger Forschung nicht.

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Abbildung: CD74 (rot markiert) ist auf gesunden Makrophagen präsent (linke Seite). Auf präeklamptischen Makrophagen ist es fast nicht vertreten (rechte Seite). Die Trophoblasten der Plazenta sind grün angefärbt. (Bild: Florian Herse/MDC)

forschen, investieren, produzieren, leben, heilen / 01.06.2016
Berlin-Buch präsentiert sich auf der BIO International Convention

Die BBB Management GmbH wird den Gesundheitsstandort Berlin-Buch auf der wichtigsten Biotech-Messe weltweit, der BIO International Convention, vertreten. Die BIO findet vom 6. - 9. Juni in San Francisco, USA statt. Gemeinsam mit Berlin Partner und der ZukunftsAgentur Brandenburg GmbH präsentiert die BBB die Biotech- und Life Science-Branche der deutschen Hauptstadtregion.

Der Campus Berlin-Buch verfügt über einen der größten Biotech-Parks in Deutschland, der 31.000 Quadratmeter Labor- und Bürofläche für Start-ups und wachsende Unternehmen bietet. Gegenwärtig befinden sich auf dem Campus 65 Firmen; 47 davon sind Biotechnologiefirmen, einige weitere haben sich auf Dienstleistungen für die Life Science Branche spezialisiert.

Exzellente biomedizinische Forschungseinrichtungen wie das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie, die Charité und das Berliner Institut für Gesundheitsforschung prägen den Campus, der eine hochmoderne Infrastruktur für die Grundlagen- und translationale Forschung bietet.

Der Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Buch zählt zu den etablierten Zukunftsorten Berlins. Mit klarem Fokus auf Life Sciences, Biotechnologie und Medizin hat Buch ein herausragendes Innovations- und Wachstumspotential. Buch bietet über 6.000 Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft und entwickelt sich zu einer beispielhaften Green Health City, in der Forschen, Produzieren, Heilen und Leben auf einzigartige Weise verknüpft sind.

Kontakt:
Dr. Christina Quensel, Geschäftsführung
BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch
Tel.: +49 30 9489-2511
Fax: +49 30 9489-3812
Email: info@bbb-berlin.de\n

Foto: Laborgebäude für Medizinische Genomforschung auf dem Campus Berlin-Buch (Foto: Peter Himsel/BBB Management GmbH)

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Lesen Sie hier die Pressemitteilung von Berlin Partner zur Teilnahme an der BIO 2016.

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forschen, investieren, produzieren, leben, heilen / 01.06.2016
Berlin-Buch beteiligt sich an der Messe "Metropolitan Solutions"

Wie werden Städte lebenswerter? Was können Städte zum Erreichen der globalen Klimaziele beitragen? Wie lassen sich Städte in Sachen Mobilität oder Energieversorgung sinnvoll weiterentwickeln? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt der „Metropolitan Solutions“ 2016. Sie ist die weltgrößte Konferenzmesse zum Thema Smart und Green City und bringt vom 31. Mai - 2. Juni 2016 in Berlin städtische Entscheider mit Unternehmen zusammen, die ihre Technologien und Services für die Stadt der Zukunft präsentieren. Parallel zur Präsentation von Lösungen für effiziente, intelligente, lebenswerte und nachhaltige Städte vereint die Metropolitan Solutions mehr als 20 internationale Konferenzen und Workshops zu Smart-City-Themen.

Berlin soll führende Smart City werden
Die Impulse der Metropolitan Solutions, die bereits zum zweiten Mal in Berlin stattfindet, sollen auch der Hauptstadt zugute kommen. „Unser Ziel ist es, Berlin zu einer führenden Smart City in Europa werden zu lassen“, sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Der Standort eignet sich hervorragend: Berlin verfügt über eine bestens entwickelte Forschungslandschaft, die größte Startup-Szene Deutschlands, ist Vorreiter in Sachen Digitalisierung und besitzt als wachsende Stadt mit einer weltoffenen Bevölkerung erhebliche Flächennutzungspotenziale. Wachstumskerne der Wirtschaft sind die Berliner Zukunftsorte, die erheblich dazu beitragen, dass sich Berlin zu einer „Smart City“ für Zukunftslösungen mit weltweiter Strahlkraft entwickeln wird. An den Zukunftsorten entstehen in engem Zusammenwirken von Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft aus Ideen innovative Produkte und Leistungen.

Gemeinschaftsstand der Berliner Zukunftsorte
Gemeinsam mit acht weiteren Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorten präsentiert sich Berlin-Buch in der „Berlin Area“ der Metropolitan Solutions am Stand der Berliner Zukunftsorte. Mit dabei sind die Zukunftsorte „Berlin TXL. The Urban Tech Republic“, der Wissenschafts- und Technologiepark Berlin Adlershof, der Campus Charlottenburg/City West, der Clean Tech Business Park Berlin-Marzahn,  der Technologiestandort Schöneweide, der Technologiepark Humboldthain, der ehemalige Flughafen Tempelhof sowie das im Südwesten nahe der Freien Universität Berlin geplante Technologie- und Gründungszentrum „FUBIC“. Besucherinnen und Besucher können sich vor Ort nicht nur über die Zukunftsorte im Einzelnen informieren, sondern auch über das Gesamtkonzept sowie über deren Technologieschwerpunkte.

Metropolitan Solutions
31. Mai – 2. Juni 2016
Deutsche Messe / City Cube Berlin
Messedamm 25, 14055 Berlin
Halle B, Stand A 33 (Gemeinschaftsstand Berliner Zukunftsorte)\n


Über den Zukunftsort Berlin-Buch

Der Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Buch zählt zu den etablierten Zukunftsorten Berlins. Mit klarem Fokus auf Life Sciences, Biotechnologie und Medizin hat Buch ein herausragendes Innovations- und Wachstumspotential. Buch bietet über 6.000 Arbeitsplätze in der Gesundheitswirtschaft und entwickelt sich zu einer beispielhaften Green Health City, in der Forschen, Produzieren, Heilen und Leben auf einzigartige Weise verknüpft sind. In Buch sind Modellprojekte für die Smart City geplant wie ein standortweites Energie- und Klimaschutzkonzept, umweltfreundliche Mobilität mit Elektroleichtfahrzeugen, einem Call-a-Bike-System und einem Fahrrad-Highway. In Kooperation mit der Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO) ist Buch als Erprobungsgebiet für Autonomes Fahren vorgesehen.

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Programm der Berliner Zukunftsorte  auf der Metropolitan Solutions
Download:
www.berlin-partner.de/fileadmin/user_upload/01_chefredaktion/02_pdf/veranstaltungen/Agenda-MetSol-2016.pdf


Foto: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und M. Venkaiah Naidu, Minister für Urban Development in Indien bei ihrem Messerundgang auf der Metropolitan Solutions in der Berlin Area (Bild: Deutsche Messe)

forschen, leben, erkunden, bilden / 31.05.2016
WISSEN LOCKT: DIE LANGE NACHT DER WISSENSCHAFTEN MIT DEM GLÄSERNEN LABOR ERLEBEN

Wie helfen Hefen einen Herzschrittmacher in Gang zu halten? Warum hat ein Gehirn Falten? Welche chemischen Vorgänge sind für die leckeren Düfte aus der Küche verantwortlich? Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt es zur Langen Nacht der Wissenschaften am 11. Juni 2016 bei Experimentierkursen im Gläsernen Labor und an den Mitmachstationen des Forschergartens und der Partnerschulen des Schülerlabors.

Für Oberstufenschüler und Interessierte

16:30, 17:30, 18:30, 19:30, 20:30, 21:30, 22:30 Uhr
NEU! Gläsernes Labor – Chemie des Essens
Was geht ab, beim Kochen? Welche chemischen Vorgänge sind für die leckeren Düfte aus der Küche verantwortlich? Probieren Sie es selber aus. Wie hilft die "Chemie" beim Kochen und Backen?
Dauer: circa 45 Minuten
Ab 12 Jahren
Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung am Infopunkt erforderlich.
Start: Infopunkt, Foyer, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

16:30, 18:00, 19:30 Uhr
Gläsernes Labor - Herz ist Trumpf
Unser Herz ist ein Hohlmuskel, welcher niemals Muskelkater bekommt und im Schnitt 100.000 Mal pro Tag schlägt. Mit einem jungen Medizinstudenten können Sie noch mehr zum Herzen erfahren, Ihren Blutdruck messen, das eigene EKG aufzeichnen und Ihre Herztöne mit der Phonografie sichtbar machen. Unter dem Mikroskop können Sie die Unterschiede der Venen und Arterien sehen, außerdem erfahren Sie, warum die Unterschiede so wichtig sind.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) e.V.
Dauer: 60 Minuten
Ab 14 Jahren
Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung am Infopunkt erforderlich.
Start: Infopunkt, Foyer, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

17:00, 19:00, 21:00 Uhr
Gläsernes Labor - DNA-Detektive: Finden Sie den Täter
In einem Versuch klären die Besucher mittels DNA-Analyse ein fiktives Verbrechen auf.
Dauer: circa 75 Minuten
Empfohlen ab 14 Jahren.
Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung am Infopunkt erforderlich.
Start: Infopunkt, Foyer, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

18:00, 20:00, 22:00 Uhr
Gläsernes Labor - Energiewende: Berlin, eine klimaneutrale Stadt bis 2050
Erleben Sie die Technik, die die Energiewende vorantreibt! Bauen Sie eine Biobrennstoffzelle auf, experimentieren Sie mit Wasserstoff und treten Sie in die Pedale, um Bremsenergie überraschend zu nutzen.
Dauer: circa 55 Minuten
Empfohlen ab 14 Jahren.
Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung am Infopunkt erforderlich.
Start: Infopunkt, Foyer, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

 

Für Kinder und Grundschüler

16:00 bis 22:00 Uhr
Holt Euch das Forscherdiplom!
Eifrige kleine Forscher können an acht Stationen experimentieren und dafür Stempel sammeln. Am Infopunkt im Foyer des Max Delbrück Communications Center und im Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) erhält jeder kleine Forscher, der fünf oder mehr Stempel hat, sein persönliches Forscherdiplom.
Orte: Gläsernes Labor (A13), Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (C81), Max Delbrück Communications Center (C83), Hermann-von-Helmholtz-Haus (C84)

16:00 bis 22:00 Uhr
Experimentieren mit dem Forschergarten des Gläsernen Labors:
Kochen mit Stickstoff oder das 15. Element
Entdecke die molekulare Küche und verkoste ein Nitrobaiser.

Wie viel Zucker ist wirklich im Getränk?
Ist Apfelsaft wirklich so gesund? Miss mit einem Refraktometer den Zuckergehalt verschiedener Getränke und lass dich überraschen.

Klebende Steine
Erforsche die unsichtbare Kraft: Wie kann eine Nadel fliegen? Geht Magnetismus auch durch Dinge durch und wie funktioniert ein Kompass?
Hier: Stempelstation für das Forscherdiplom für Kinder

NEU! Ständig unter Strom
Was ist das eigentlich, Strom? Wie bringt man eine Lampe zum Leuchten und wie funktioniert ein Elektromagnet?

Dozent/innen des Forschergartens werden unterstützt von Schülern.
Organisatoren: Gläsernes Labor und Eckert & Ziegler AG
Für Vor- und Grundschulkinder und deren Eltern
Ort: Foyer, Hermann-von-Helmholtz-Haus (C84)

16:00 bis 21:00 Uhr
„Wieso – weshalb – warum? Wer nicht fragt bleibt dumm“
Wie arbeiten Naturwissenschaftler? Grundschüler führen unter Anleitung naturwissenschaftliche Experimente zur Biologie durch:

Neu! Biologie mit Herz
Operiert selbst – der Blick ins Geflügelherz. Biologie-Quiz.
Lehrer und Schüler des Robert-Havemann-Gymnasiums, Partnerschule des Gläsernen Labors
Für Grundschüler und deren Eltern
Ort: Foyer, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)
Hier: Stempelstation für das Forscherdiplom für Kinder

16:00 bis 22:00 Uhr
„Wieso – weshalb – warum? Wer nicht fragt bleibt dumm“
Wie arbeiten Naturwissenschaftler? Grundschüler führen unter Anleitung naturwissenschaftliche Experimente zu Physik und Chemie durch:

Neu! Chemische Experimente mit Haushaltschemikalien
Backpulver - nicht nur zum Backen! Kleine chemische Experimente mit Backpulver.
Hier: Stempelstation für das Forscherdiplom für Kinder

Zauberei oder Physik?
Warum fällt nichts nach oben? Warum gewinnt der Schwerere? Erzeuge Strom mit Muskelkraft.

Lehrer und Schüler des Robert-Havemann-Gymnasiums, Partnerschule des Gläsernen Labors
Für Grundschüler und deren Eltern
Ort: Axon 2, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

16:00 bis 22:00 Uhr
NEU! Die Welt ist bunt...
Bei uns könnt ihr euch auf ein buntes Programm freuen. Beim „Kampf der Farbstoffe“ könnt ihr ausprobieren, welche Farbstoffe sich in Wasser besser verteilen und sie gegeneinander antreten lassen. Bei den „Bildern, die sich selber malen“ könnt ihr entdecken, dass viele Farben im Grunde Mischungen aus verschiedenen Farbstoffen sind. Das könnt ihr bei uns mit wasserlöslichen Filzstiften ausprobieren.
Aber auch schon weit vor unserer Zeitrechnung wurde gemalt. Früher nutzten die Menschen Farbstoffe aus der Natur. Es gibt viele farbige Mineralien, die feinverteilt als Farbstoffe genutzt wurden. Die Höhlenkunst der Steinzeit ist das älteste Zeugnis für die Verwendung von Pigmenten und Bindemittel. Probiert bei uns selber aus, wie die Höhlenmenschen gemalt haben. Lavalampen waren in den 1970er Jahren beliebte Einrichtungsgegenstände zur Dekoration und erlebten eine Wiederentdeckung in den 1990er Jahren. Bei uns erfahrt ihr, wie diese bunten Leuchten funktionieren und könnt sie selbst im kleinen Modell nachbauen. Wir freuen uns auf euch!
Lehrer und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums; Partnerschule des Gläsernen Labors
Ort: Axon 2, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

16:00 bis 22:00 Uhr
NEU! Methan, Propan, Formaldehyd: Moleküle selber basteln
Wasserstoff-, Kohlenstoff- und Sauerstoff-Atome: Je nach Kombination und Bindung ergeben sich ganz unterschiedliche Stoffe. Die Vielfalt der Moleküle und ihre Strukturen verstehen.
Ort: Axon 2, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

16:00 bis 22:00 Uhr
NEU! Experimente zur Physik: Unter Wasser
Wir tauchen zum tiefsten Punkt der Meere. Piccard und seine „Trieste“. Experimente mit Mini-U-Booten.
NaWi School Naturwissenschaftliche Bildung e.V.
Empfohlen ab 12 Jahren
Ort: Axon 2, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)
Hier: Stempelstation für das Forscherdiplom für Kinder

16:00 bis 22:00 Uhr
NEU! Hat Schokolade ein Verfallsdatum?
Kann Schokolade schlecht werden? Das Jugend forscht-Projekt von 2016 gibt aufschlussreiche und süße Einblicke. Ökologische Gewässeruntersuchung: Schülerinnen und Schüler stellen Wasseruntersuchungsverfahren am Beispiel der Panke vor.
Lehrer und Schüler der Klassen 6 bis 8 der Schule1, Pankower Früchtchen gGmbH
Für Grundschüler und deren Eltern
Ort: Axon 2, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

16:00 bis 22:00 Uhr
NEU! Roboter Herr Tie und seine Experimente: Warum hat ein Gehirn Falten?
Werdet zu Hirnforschern und erforscht das Gehirn!
Kopfmodelle: Warum hat ein Gehirn Falten? Kartenspiel: Wie verarbeitet ein Gehirn Informationen? Stroop-Effekt: Wie schnell verarbeitet ein Gehirn Informationen? Herr Tie und seine Sinne: Welche Gehirnbereiche machen was? (Der Roboter Herr Tie tritt um 16:30, 17:30, 18:30, 19:30, 20:30, 21:30 Uhr auf)
Herr Tie und weitere Materialien zur Verfügung gestellt vom Projekt „Wir sind Hirnforscher!“ der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung (www.ghst.de/herr-tie).
Ort: Foyer, Hermann-von-Helmholtz-Haus (C84)
Hier: Stempelstation für das Forscherdiplom für Kinder

 

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Herz- Kreislauf-Forschung (DZHK) e.V.

16:00 bis 23:00 Uhr
Das begehbare Herzmodell
Spazieren Sie durch eins der faszinierendsten Organe des menschlichen Körpers und erfahren Sie mehr über die Funktionsweise und Erkrankungen des Herzens.
Ort: Foyer, Max Delbrück Communications Center (MDC.C) (C83)

 

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft zu Gast im Gläsernen Labor

16:00 bis 23:00 Uhr
Unsichtbar - Sichtbar - Durchschaut
Die Besucher sind eingeladen, Schnittpräparate von Organen unter dem Mikroskop zu betrachten. Mitgebrachte Objekte wie Blütenblätter, Insekten oder Haare können ebenfalls mikroskopiert werden. Praktisches Arbeiten am Mikroskop.
AG Kettenmann, MDC
Für die ganze Familie.
Ort: Dachgeschoss, Gläsernes Labor (A13)
Hier: Stempelstation für das Forscherdiplom für Kinder

Viele weitere spannende Programmpunkte zur Langen Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Berlin-Buch finden sich unter http://www.langenachtderwissenschaften.de

leben, erkunden, bilden / 31.05.2016
Ferienprogramm im Gläsernen Labor

Sommerferien - das klingt nach viel Zeit, Wiese, Badestrand und Radtour. Im Gläsernen Labor wird es jedoch für Kinder richtig spannend. Hier wird gefärbt, Cyanografie ausprobiert, gesponnen und sich auf Spurensuche begeben. Es gibt noch einige freie Plätze an folgenden Terminen:\n


27. Juli

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Der Chemiedetektiv
09:00 bis 13:00 Uhr
Blaukraut oder Rotkohl? Warum sieht der Kohl mal blau und mal lila aus, je nachdem wie man ihn kocht? Und wie kann man damit eine unbekannte Flüssigkeit bestimmen? Im zweiten Teil erfahrt ihr viel über Salze und warum sie so schön bunt sind.
Für Kinder von 11 bis 14 Jahren.

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29. Juli

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Von der Sonne geweckt - Die Sonnenblume
09:00 bis 17:00 Uhr
Auch wenn die Sonne nicht scheint - die Sonnenblume strahlt immer. Es gibt sie in vielen verschiedenen Farben und Größen. Und sie ist nicht nur schön anzuschauen. Erfahre, was sie noch so alles kann und uns gibt.
Für Kinder von 6 bis 10 Jahren.

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22. August

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Von der Feder zum Flugzeug
09:00 bis 13:00 Uhr
Warum kann ein so schweres Flugzeug überhaupt fliegen? Und wie ist das bei den Vögeln? Warum war schon Leonardo da Vinci so fasziniert vom Fliegen? In vielen Experimenten wirst du zum Experten.
Für  Kinder von 8 bis 12 Jahren.

Wellenflieger basteln
14:30 bis 17:00 Uhr
Nachdem du nun weißt, worauf es beim Fliegen ankommt, kannst du selbst versuchen, einen Flieger zu basteln. Wer baut denn denjenigen, der am weitesten fliegen kann? Deinen Flieger kannst du selbstverständlich mitnehmen.
Für Kinder von 8 bis 12 Jahren.

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25. August

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Die drei ??? Die DNA
09:00 bis 13:00 Uhr
Sicherlich habt ihr die Bücher gelesen oder den Film geschaut. Nun dürft ihr euch als die drei Detektive auf Spurensuche begeben.
Für Kinder ab 12 Jahren.

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Deine DNA DNA Molekül
14:30 bis 17:00 Uhr
Wie sieht sie denn genau aus, deine DNA. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die DNA nachzubauen. Probier es aus!
Für Kinder ab 12 Jahren.

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30. August

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Papier ist geduldig
09:00 bis 13:00 Uhr
Seit wann gibt es Papier und wie wurde es damals hergestellt? Schöpfe selber Papier und probiere aus, was man noch so alles damit machen kann. Man kann nicht nur darauf schreiben. Auch Rüstungen wurden damit hergestellt.
Für Kinder von 10 bis 14 Jahren.

Einmal Blau machen, bitte! Cyanografie
14:30 bis 17:00 Uhr
Der Ausspruch „Blau machen“ kommt vom Indigo-Färben. Während das Indigo in den getränkten Kleidungsstücken durch Luft allmählich blau wurde, ruhte die Arbeit der Färber. Bei der Cyanografie werden mit „Berliner Blau“ durch chemische Reaktionen die Lieblingsbilder veredelt. Eine alte Methode wiederentdeckt, die sehr viel Spaß macht.
Es wäre schön, wenn ihr ein digitales Foto von euch mitbringt. Ist aber nicht zwingend.
Für Kinder von 10 bis14 Jahren.

1. September

Vom Schaf zur Jacke
09:00 bis 17:00 Uhr
Wie wird aus der Wolle vom Schaf ein Pullover? Spinnen mit der Spindel; stricken, häkeln, nähen - probiert alles aus. Wie funktioniert eine Nähmaschine? Und was ist filzen?
Für wen?  Kinder ab 10 Jahren


Die Kurse starten um 9 Uhr und enden bei den Ganztagskursen maximal um 17 Uhr. Wem das zu lang ist, kann sich an einigen Tagen ein Vormittagsangebot von 9 bis 13 Uhr oder ein Nachmittagstermin von 14.30 bis 17 Uhr aussuchen.

Alle weiteren Informationen sowie die Möglichkeit, sich online anzumelden, finden Sie unter:
www.forscherferien-berlin.de

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Foto: Wolle zu kaufen ist eine leichte Sache - aber sie selbst zu spinnen, will gelernt sein. (Foto: Gläsernes Labor)

leben, bilden / 30.05.2016
Kitas "Kleine Schlaufüchse" und "Kleine Raupe Nimmersatt" feiern Bauabschluss

Gleich zwei Bucher Kindergärten feiern die Fertigstellung ihrer Gebäude und Außenanlagen dieser Tage mit einem Sommerfest. Die umfangreiche Sanierung wurde aus Stadtumbau-Ost-Fördermitteln finanziert.\n

Die Kita "Kleine Schlaufüchse" in der Walter-Friedrich-Straße 20 und die Kita "Kleine Raupe Nimmersatt", Lindenberger Weg 24 freuen sich über inspirierende neue Grünanlagen, Spielbereich und -geräte.

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Lesen Sie dazu mehr auf den Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung:

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Zum Projekt Kita-Garten der Kita "Kleine Schlaufüchse"
www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/7296.html

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 Zum Projekt Garten der Kita "Kleine Raupe Nimmersatt"
www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/7291.html

Foto: Neue Außenanlagen der Kita "Kleine Schlaufüchse" (Foto: Stadtumbau)

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leben, heilen, bilden / 27.05.2016
Onlineschulungen im Internet gestartet: HELIOS klärt zum richtigen Umgang mit Antibiotika auf

Ab sofort können Besucher auf der HELIOS Website an Onlineschulungen zum richtigen Umgang mit Antibiotika teilnehmen. Kurze Filme, Animationen und Quizfragen vermitteln notwendiges Wissen zum Thema. Grundlage für die unternehmensweite Initiative ist das diesjährige Wissensziel der HELIOS Kliniken Gruppe, im Jahr 2016 alle Mitarbeiter im korrekten und bewussten Umgang mit Antibiotika zu schulen. Nun stehen die bislang nur intern zugänglichen Onlineseminare für alle frei nutzbar im Internet zur Verfügung. Je nach Vorkenntnissen können die Teilnehmer zwischen verschiedenen Versionen wählen. So profitieren medizinische Laien ebenso wie Ärzte oder Pflegende von diesem kostenfreien Angebot. Zu finden ist es unter: www.helios-kliniken.de/wissen/wissensziel-2016\n

Bei der Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten gelten Antibiotika nach wie vor als wichtigstes Instrument. Wirken können sie aber nur dann, wenn die Indikation richtig gestellt und der Wirkstoff korrekt ausgewählt wurde. „Durch übermäßigen und unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika werden weltweit ungewollt Bakterien gezüchtet – sogenannte multiresistente Erreger –, die gegen immer mehr Antibiotika resistent sind. Diese Keime können für abwehrgeschwächte Menschen lebensbedrohlich werden. Deshalb sind Antibiotikaresistenzen ein zentrales Gesundheitsproblem unserer Zeit, dem wir uns verstärkt widmen“, erklärt Enrico Jensch, Regionalgeschäftsführer der HELIOS Region Mitte-Nord. „Indem wir unsere interaktiven Schulungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, wollen wir ein Zeichen gegen diese Entwicklung setzen - zum Wohle unserer heutigen Patienten und künftiger Generationen“, so Jensch weiter.

„Als Kliniken tragen wir eine besondere Verantwortung, sehr bewusst und reflektiert mit Antibiotika umzugehen “, sagt Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. „Aus diesem Grund finden wir es besonders wichtig, nicht nur unsere 3.671 Mitarbeiter, sondern auch die Öffentlichkeit durch die Schulungen zu informieren. Dabei geht es nicht darum, Antibiotikaexperten auszubilden. Vielmehr wollen wir für einen sorgsamen Umgang mit diesen Medikamenten sensibilisieren.“
 
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.

Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.
 

leben / 26.05.2016
Sport- und Sommerfest in Berlin-Buch

Familiäres Sport- und Sommerfest in Berlin-Buch am 11. Juni\n

Das Sport- und Sommerfest in Berlin-Buch löst vorerst das VitalLaufFest ab. Es bietet aber genauso viel Spaß und Freude am Sport. Von Klassischen Sportarten wie Weitsprung oder Werfen bis hin zu neuen Funsportarten für Klein und Groß, Jung und Alt ist alles dabei. An den verschiedenen Stationen geht es nicht nur darum, das beste Ergebnis zu erzielen. Vielmehr geht es darum, sich wieder spielerisch zu erinnern, wie toll Sport eigentlich ist und animiert auch über den Tag hinaus zum Aktivsein. Für alle Teilnehmer winken attraktive Preise. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Musik, ALBA Berlin und dem EHC Eisbären Berlin, Public Viewing zur Fußball EM 2016, sowie regionale Vereine die sich vorstellen, sorgt für viel Unterhaltung, so dass Jeder einen schönen Tag erleben und genießen kann.

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Wann: 11. Jun 2016, 14:00 - 18:00 Uhr

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Wo: Sportplatzgelände an der Marianne-Buggenhagen-Schule, Ernst-Busch-Straße 29, 13125 Berlin-Buch

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Eintritt: kostenfrei
 

forschen, investieren, produzieren / 24.05.2016
Krebsimmuntherapie: MDC-Forscher gewinnen Startup-Wettbewerb

Ein großer Erfolg für die T-Zell-Therapie gegen Krebs: „Captain T Cell“, ein Startup-Projekt aus Forschenden des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), hat am 16. Mai 2016 den diesjährigen OneStart-Wettbewerb in London gewonnen.

Mehrere Arbeitsgruppen des MDC wollen die T-Zellen des Immunsystems nutzen, um Krebs gezielt, wirksam und nebenwirkungsarm zu bekämpfen. Dabei werden T-Zellen mit tumorspezifischen Rezeptoren ausgestatten, die es Ihnen ermöglichen, entartete Tumorzellen im Körper spezifisch aufzuspüren und zu eliminieren. Für diese personalisierten Therapien gibt es einen großen Bedarf an neuen T-Zell-Rezeptoren, um größere Patientengruppen zu behandeln.

Das Startup-Projekt Captain T Cell will den Transfer aus den Forschungslaboren zu den Patientinnen und Patienten in der Klinik weiter vorantreiben. Captain T Cell besteht aus den MDC-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Felix Lorenz, Elisa Kieback, Julian Clauß und Inan Edes. Mit einer neuen Technologie, die sie im MDC-Labo r der Arbeitsgruppe von Prof. Uckert entwickelten, wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler T-Zell-Rezeptoren auf schnelle und zuverlässige Weise identifizieren und eine Plattform für die breite Anwendung entwickeln. Damit rückt die Anwendung der Immuntherapie im Menschen ein Stück näher.

Mit ihrem Konzept hat sich die Gruppe bei OneStart, dem weltgrößten Wettbewerb für Startups in den Gesundheits- und Lebenswissenschaften beworben, und sich gegen 400 internationale Teams durchgesetzt. Damit hat zum ersten Mal ein Team gewonnen, das nicht aus den USA oder UK kommt. Das Preisgeld beträgt 100.000 britische Pfund.

Captain T Cell wird vom MDC-eigenen Technologie-Transfer-Büro und im Rahmen des Programms SPARK Berlin vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und der Stiftung Charité unterstützt. SPARK Berlin ist ein Mentoring-Netzwerk, das anwendungsorientierte biomedizinische Projekte finanziell und mit Beratungs- und Fortbildungsprogrammen fördert.

Die T-Zell-Therapie ist ein starker Forschungsbereich des MDC, das biomedizinische Grundlagenforschung mit dem Ziel betreibt, die molekularen Grundlagen von Krankheit und Gesundheit zu verstehen und diese Erkenntnisse auf möglichst direktem Weg in die klinische Anwendung zu bringen.\n

Abbildung: Team von Captain T Cell

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Weiterführende Links

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Informationen zu OneStart

Informationen zu SPARK Berlin

Mehr zur T-Zell-Therapie auf Insights (1, 2, 3):
gentherapie-gegen-krebs-vom-forschungsprojekt-zur-anwendung
personalisierte-medizin-t-zellen-gegen-krebs
aufgeruestete-t-zellen-bekaempfen-krebs

investieren, leben / 23.05.2016
Ein Fest zur Beendigung der Sanierung des Kinderklubs „Der Würfel“

Pünktlich zum diesjährigen Weltspieltag am 28. Mai 2016 wird in Berlin Buch der Abschluß der Sanierung des Kinderklubs „Der Würfel“ in Anwesenheit der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft Sandra
Scheeres und der Pankower Bezirksstadträtin für Jugend Christine Keil gefeiert.

Ab 13 Uhr gibt es einen kleinen Festakt, bevor dann die Spiele zum Weltspieltag starten. Höhepunkt ist die Gestaltung des Zaunes um den Würfel als eine bunte Einladung zur Nutzung sein.

Der 1988 eröffnete Bau wurde umfassend energetisch saniert und auch in seinen Außenanlagen aufgewertet. Die Planung erfolgte durch die WOF- Planungs-gemeinschaft, Wappler/ Fraaß GbR. Mittel aus dem Programm Stadtumbau (Ost) zum Teil mit EFRE Europamitteln und Mitteln des Bezirksamt Pankow flossen und viel Engagement der Mitarbeiter und der Kinder des Würfels waren nötig um nun ein wahres Kleinod im Stadtteil wieder komplett nutzen zu können.

Der Kinderklub „Der Würfel“ wird vom Bezirksamt Pankow gefördert und hat dienstags bis freitags von 13:30 – 18:00 geöffnet. Kinder können hier nach der Schule ihre Freizeit verbringen und Angebote wie Tanzen, Sport, Musik machen, Holzwerkstatt, Kochen im Haus und auf der Freifläche nutzen.

Ansprechpartner:
Katharina Gebel, Theresia Zurek und Johannes Roy
Kinderklub "Der Würfel"
Wolfgang-Heinz-Str. 45, 13125 Berlin
Telefon: +49 30 94 93 055
wuerfel@spielkultur-buch.de

forschen / 23.05.2016
Humboldt-Preisträger Nir Friedman wird MDC-Gastwissenschaftler

Der israelische Systembiologe und Bioinformatiker Prof. Nir Friedman von der hebräischen Universität von Jerusalem (HUJI) ist diesjähriger Preisträger des renommierten Humboldt-Forschungspreises. Gastgeber des international herausragenden Forschers wird das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sein, wo Nir Friedman mit Prof. Nikolaus Rajewsky zusammenarbeiten wird.

Welche Prozesse innerhalb einer Zelle sind beteiligt, wenn es um die Verarbeitung von Informationen und um zelluläre Entscheidungsprozesse geht? Diese Frage steht im Zentrum der Forschung Nir Friedmans, der für seine grundlegenden Entwicklungen auf dem Gebiet der Systembiologie mit dem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet wurde. Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt jährlich bis zu 100 der Forschungspreise, mit dem internationale Forschende auf dem Höhepunkt ihres Schaffens ausgezeichnet werden. Sie sind eingeladen, in Kooperation mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland durchzuführen.

Prof. Nikolaus Rajewsky, wissenschaftlicher Leiter des „Berlin Institute for Medical Systems Biology“ (BIMSB) am MDC und ebenfalls Systembiologe, hatte Nir Friedman für den Preis vorgeschlagen. Die beiden Forscher werden ihre Kooperation weiter ausbauen; so wird Friedman für einen Forschungsaufenthalt nach Berlin kommen. „Prof. Friedman ist ein international hochangesehener Forscher, der mit höchst einflussreichen Beiträgen zum Themenfeld maschinelles Lernen beigetragen hat“, sagt Rajewsky über den Preisträger.

So war Nir Friedman einer der ersten Forscher, der das statistische Modellierungsverfahren der Bayesschen Netze genutzt hat, um die Aktivierung von Genen zu analysieren. Bayessche Netze bilden die Abhängigkeiten zwischen Variablen eines Systems ab und ermöglichen es, aus experimentell bestimmten Variablen die wahrscheinlichsten Ergebnisse jener Variablen abzuleiten, die nicht direkt messbar sind. Friedman identifizierte so erstmals Gruppen von gemeinsam regulierten Genen zusammen mit deren Regulatoren und den Bedingungen, zu denen sie aktiviert werden. Aktuell arbeitet die Forschungsgruppe von Nir Friedman unter anderem daran, mit Hilfe von Hochdurchsatzmethoden regulatorische Pfade bei der Genaktivierung in Hefepilzen zu entschlüsseln.

Am MDC wollen Nir Friedman und Nikolaus Rajewsky neue regulatorische Signale auf Ebene der RNA identifizieren – also der kurzlebigen Zwischenform der Erbinformation, die beim Ablesen der DNA entsteht und aus die bei der Proteinherstellung als Vorlage dient. Diese Signale dienen als Adresse, die über den Zielort eines neuen Proteins bestimmt. Dieses neue Konzept des Zusammenspiels von RNA-Sequenzen und subzellulärer Verteilung von Proteinen verbindet zwei regulative Prozesse, von denen bislang geglaubt wurde, sie seien unabhängig voneinander.

Für diese Aufgabe werden die beiden Wissenschaftler ihre Expertise im funktionellen Hochdurchsatz-Screening von Hefezellen, in der Bioinformatik und RNA-Biologie kombinieren. „Der Humboldt-Forschungspreis ermöglicht uns, die Zusammenarbeit zwischen dem BIMSB/MDC und der HUJI zu intensivieren, insbesondere auch durch das Engagement Nir Friedmans in der gemeinsam gegründeten deutsch-israelischen Helmholtz Research School „Frontiers in Cell Signaling and Gene Regulation“ (SignGene)“, sagt Nikolaus Rajewsky. So wird Friedman neben seiner Forschungstätigkeit am MDC auch eine Summer School leiten. Auch der Austausch wissenschaftlicher Nachwuchskräfte beider Laboratorien in Jerusalem und Berlin ist geplant.

Prof. Nir Friedman ist Scientific Director der Israeli Centers for Research Excellence (I-CORE) sowie Professor an der School of Computer Science and Engineering sowie am Alexander Silberman Institute of Life Sciences der HUJI. Von 2009 bis 2012 war Friedman Präsident der Israeli Society for Bioinformatics and Computational Biology. Friedman ist bereits der zweite Humboldt-Preisträger, der mit dem MDC kooperieren wird: Im Jahr 2011 war Nobelpreisträger Prof. Aaron Ciechanover zu Gast am MDC.\n

Foto: Prof Nir Friedman. (Bild: Nir Friedman)

forschen / 23.05.2016
Eine intakte Darmflora hält geistig fit – mit Hilfe des Immunsystems

Eine spezielle Sorte Immunzellen vermittelt zwischen Darmflora und Hirn. Das hat Dr. Susanne Wolf vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) nun an Mäusen herausgefunden und im Fachjournal Cell Reports vorgestellt. Die Erkenntnisse haben Bedeutung für die Folgen der Langzeitanwendung von Antibiotika, könnten aber auch dabei helfen, die Symptome von psychiatrischen Leiden zu lindern.

Darm und Hirn „reden“ miteinander: über Hormone, Stoffwechselprodukte oder direkte Nervenverbindungen. Ein weiteres Bindeglied ist eine bestimmte Population von Immunzellen aus der Gruppe der Monozyten, wie Dr. Susanne Wolf aus der MDC-Forschungsgruppe um Prof. Helmut Kettenmann zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der Universität Magdeburg, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) herausgefunden hat.

In Mäusen schalteten die Forschenden das Mikrobiom, also die Bakterien der Darmflora, mit einem Antibiotika-Cocktail aus. Verglichen mit unbehandelten Tieren beobachteten sie daraufhin deutlich weniger neu gebildete Nervenzellen in der Hippocampus-Region des Gehirns. Auch das Gedächtnis der Mäuse verschlechterte sich, denn diese Bildung neuer Hirnzellen – „Neurogenese“ genannt – ist wichtig für bestimmte Gedächtnisleistungen.

Bei ausgeschaltetem Mikrobiom ging zusammen mit der Neurogenese auch die Zahl einer bestimmten Immunzellen-Population im Gehirn deutlich zurück, die der Ly6C(hi)-Monozyten. Könnten diese Immunzellen ein bislang unbekannter Vermittler zwischen den Organsystemen sein? Wolf und ihr Team testeten und bestätigten diese Hypothese: Entfernten sie nur diese Zellen aus den Mäusen, verringerte sich die Neurogenese ebenfalls. Verabreichte sie den mit Antibiotika behandelten Tieren Ly6C(hi)-Monozyten, nahm die Neurogenese wieder zu.

Die Forscher kurierten die Antibiotika-behandelten Tiere mit zwei unterschiedlichen Strategien. Nahmen die Mäuse eine Mixtur aus ausgewählten Bakterienstämmen ein oder absolvierten sie ein freiwilliges Training im Mäuse-Laufrad, wurden die negativen Wirkungen der Antibiotika rückgängig gemacht. Die Monozytenzahl erholte sich ebenso wie die Gedächtnisleistung und Neurogenese. Eine Wiederherstellung der Darmflora mit dem Mikrobiom unbehandelter Tiere war nicht erfolgreich.

Wissenschaftlich besonders interessant ist die bisher unbekannte Vermittlerfunktion der Immunzellen, sagt Susanne Wolf: „Mit den Ly6C(hi)-Monozyten haben wir vielleicht einen neuen generellen Kommunikationsweg von der Peripherie ins Hirn entdeckt.“

Übertragen auf den Menschen bedeuten die Ergebnisse nicht etwa, dass alle Antibiotika die Gehirnfunktion stören, denn die verwendete Kombination von Medikamenten war extrem stark. „Möglicherweise sind aber ähnliche Effekte bei Therapien mit Antibiotika über einen langen Zeitraum zu erwarten“, sagt Susanne Wolf. Auch ohne Umweg über die Darmflora wirken die Antibiotika auf die Neurogenese, wie weitere Ergebnisse des Forscherteams zeigen.

Die neue Arbeit hat auch Folgen für die Behandlung psychiatrisch erkrankter Personen, etwa Schizophrenie- oder Depressions-Patienten mit beeinträchtigter Neurogenese, sagt Susanne Wolf: „Möglicherweise können diesen Patienten ergänzend zu Medikamenten und Sport auch probiotische Präparate helfen. Um das zu prüfen, würden wir gern zusammen mit der Charité klinische Pilotstudien durchführen.“\n

Foto: Der Hippocampus von unbehandelten Tieren, die trainiert haben: Zahlreiche Zellen bilden sich neu (rot markiert). (Bild: Susanne Wolf/MDC)

forschen, leben, erkunden / 23.05.2016
Wissen lockt: Lange Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Buch

Wie findet man im 21. Jahrhundert neue Wirkstoffe? Wie kann Forschung Krebstherapien verbessern? Macht Stress alt? Zu diesen und einer Vielzahl weiterer Themen laden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Campus Buch zur Langen Nacht der Wissenschaften am 11. Juni 2016 ein, um ihre Arbeit vorzustellen. Beteiligt sind Forschende vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), von der Charité - Universitätsmedizin Berlin und vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP). Mit dabei sind auch das Galäserne Labor und CampusVital.\n

Führungen, Experimentierkurse, Vorträge, Ausstellungen und eine Experimentalshow bieten großen und kleinen Besuchern eine reiche Auswahl spannender Themen. Beim Science Slam erklären Wissenschaftler in kürzester Zeit ihren Forschungsgegenstand. Das Publikum stimmt ab, wer gewinnt!
molekuele


Einige neue Veranstaltungen im Programm des Campus Berlin-Buch

Genetische Ursachen der Alzheimer Erkrankung
Was sind die Ursachen der Alzheimer Krankheit? Wie versucht die Wissenschaft, neue Risikofaktoren für Demenz aufzuklären? Wissenschaftlicher Vortrag und Mikroskopieren von Gewebepräparaten des erkrankten Gehirns?
Laborführung am MDC

Therapien der Zukunft: Präzisionsmedizin mit modernen Diagnosemethoden
Das Edelgas Xenon leuchtet nicht nur in Autoscheinwerfern, sondern lässt zukünftig auch bei der Diagnose krankhaftes Gewebe in der MR-Tomographie "aufleuchten". In diesem Projekt werden neuartige Kontrastmittel entwickelt, bei denen das Edelgas so stark magnetisiert wird, wie es sonst nur auf einem Neutronenstern möglich wäre.

Das begehbare Herzmodell
Spazieren Sie durch eins der faszinierendsten Organe des menschlichen Körpers und erfahren Sie mehr über die Funktionsweise und Erkrankungen des Herzens.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Herz- Kreislauf-Forschung (DZHK) e.V.

Das begehbare Gehirnmodell
Das begehbare Gehirnmodell visualisiert das Zusammenspiel von Nervenzellen über ein eingelassenes Bedienpult: Dabei werden die Areale für Sensibilität, Bewegung, Sehen, Sprachproduktion und -verständnis sichtbar gemacht. Aber auch verschiedene Krankheitsbilder des hochkomplexen Organs werden gezeigt.

MDC-Labor-Selfie-Station
Hier haben Sie die Möglichkeit ein Erinnerungsfoto von Ihrem Besuch am MDC zu machen. Wir stellen Forscher-Utensilien bereit, Sie machen ein Selfie. Fertig.

Kunst trifft Wissenschaft
Kommen Sie zum Stand mit den Wissenschaftscomics und versuchen Sie sich am Zeichnen von Zellen, Molekülen und den anderen fremden Wesen, die die mikroskopische Welt bevölkern. Für Kinder und Erwachsene. Material wird gestellt.

Gläsernes Labor – Chemie des Essens
Was geht ab, beim Kochen? Welche chemischen Vorgänge sind für die leckeren Düfte aus der Küche verantwortlich? Probieren Sie es selber aus. Wie hilft die "Chemie" beim Kochen und Backen?

Das komplette Programm für Buch finden Sie hier.

Die Lange Nacht der Wissenschaften beginnt in Buch bereits ab 16.00 Uhr.

Veranstaltungsort:
Campus Berlin-Buch
Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin
Kontakt: Annett Krause M.A.
Telefon: 030 - 9489 2920
E-Mail: lnw@bbb-berlin.de

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Foto: Methan, Propan, Formaldehyd: Moleküle selber basteln mit dem Gläsernen Labor in der Langen Nacht der Wissenschaften. (Foto: Peter Himsel.)

forschen / 18.05.2016
Maßband vs. Body-Scanner: Studie erforscht Zusammenhang des Bauchvolumens mit der Stoffwechsellage

Bei Übergewicht ist das Bauchfett ein wichtiger Indikator für das Metabolische Syndrom (MetS). Ob sich die Stoffwechsellage durch 3D-Scanner besser vorhersagen lässt, als durch traditionelle Erfassungsmethoden, soll die MetSScan-Studie herausfinden – eine neue Gesundheits-Studie des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). Im Februar 2016 fiel der Startschuss für die Untersuchung, für die noch Studienteilnehmer gesucht werden.

Es ist wichtig, die Ausdehnung des Bauchfetts präzise bestimmen zu können. Ob dafür 3D-Scans besser geeignet sind, als die klassische Messung des Taillen- oder Hüftumfangs, möchte das Forscherteam um Prof. Pischon vom MDC im Rahmen der MetSScan-Studie herausfinden und kooperiert dafür mit dem Bodyscan-Spezialisten Human Solutions GmbH. Das Projekt wird durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

Muss man den Gürtel weiter schnallen, ist das keine gute Nachricht. Übergewicht allein tritt oft zusammen mit Stoffwechselstörungen auf, also etwa erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten oder auch Bluthochdruck. Das Körperfett der Leibesmitte hat besondere Bedeutung: Bei einem erhöhten Bauchumfang in Kombination mit den genannten Stoffwechselstörungen spricht man vom sogenannten Metabolischen Syndrom, welches mit einem erhöhten Risiko für Diabetes Typ 2 und koronaren Herzkrankheiten einhergeht.

Die dreidimensionale Erfassung des Bauchraums kann die Ausdehnung des Bauchfetts womöglich besser bestimmen, als die alleinige Messung des Taillenumfangs. Im Rahmen der neuen Studie sollen aus dem Teilkörpervolumen des Bauchraumes die Stoffwechsellage und damit auch Komponenten des Metabolischen Syndroms abgeschätzt werden. Insbesondere soll in der MetSScan-Studie auch untersucht werden, ob die Bauchvolumenmaße des Bodyscanners die Stoffwechsellage besser widerspiegeln als klassische Körpermaße wie der Taillen- und Hüftumfang.

Neben der Bodyscanner-Untersuchung beinhaltet die Studie weitere nicht-invasive Untersuchungen, wie etwa eine Bioelektrische Impedanz-Analyse zur Bestimmung von Körperfett und -fettfreier Masse, Blutdruckmessungen, eine Befragung zum Lebensstil und Vorerkrankungen sowie eine Blutentnahme. Das komplette Studienprogramm dauert einmalig etwa 2 Stunden. Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse werden dem Teilnehmer mitgeteilt. Besonderes Augenmerk wird auf den umfassenden Schutz der erhobenen Daten gelegt, weshalb u.a. die Untersuchungsdaten mit einem Pseudonym in Form einer zufällig generierten, mehrstelligen Kennnummer versehen und getrennt von den Personendaten aufbewahrt werden.

Die Studienteilnehmer im Alter zwischen 18 und 79 Jahren werden über öffentliche Aushänge und Zeitungsannoncen gesucht, wobei sowohl normalgewichtige als auch übergewichtige Personen zur Teilnahme aufgerufen werden. Um die angestrebte Teilnehmerzahl von 500 Männern und Frauen zu erreichen, ist eine Laufzeit von ca. 1 Jahr vorgesehen.

Interessenten für die MetSScan-Studie können sich an das Studienzentrum der AG Molekulare Epidemiologie unter der Telefon-Nr. +49(0)30 9406-4589 oder via E-Mail an metsscan@mdc-berlin.dewenden.


Foto: Die Untersucherinnen Marie-Kristin Kusnierz und Elektra Polychronidou demonstrieren die Blutabnahme. (Bild: Carolin Adler)

leben, erkunden / 13.05.2016
Auf und ab durch die Moorwiese

Auf der waldartigen Fläche zwischen Abenteuerspielplatz Moorwiese und S-Bahnhof Berlin-Buch entsteht bis Herbst 2016 eine neue öffentliche naturnahe Spielfläche. Das Besondere an diesem Projekt: das Fehlen herkömmlicher Spielgeräte. Was hier entsteht, nennt sich im Fachjargon Naturerfahrungsraum. Hier sollen Kinder zum freien Spiel in der Natur und nur mit Naturmaterialien angeregt werden: Findlinge und Stämme zum Balancieren und Verweilen, Reisig und Äste zum Hüttenbau, Bäume zum Klettern und Strauchhecken zum Verstecken. Alles ein bisschen abenteuerlich, aber nie gefährlich.\n

Besonders ist auch die umfangreiche Mitwirkung von Kindern aus umliegenden Einrichtungen an der Planung. Kinder der Waldkita und der Kita Schlaufüchse, die Waldgruppe der Grundschule Am Sandhaus und Kinder des Kinderclubs Würfel haben die Planerin, die Berliner Landschaftsarchitektin Susanne Pretsch, bei ihrer Arbeit unterstützt. Bei einer Geländerallye fanden sie die besten Kletterbäume, die geeignetsten Verstecke sowie Lieblingsorte zum Quatschen und Ausruhen. So konnten diese kleinen Experten der Planerin das Gelände aus Kindersicht zugänglich machen.

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Ihre Wunschspielplatz-Ideen brachten die Kinder anschließend in Modellen aus Naturmaterialien wie Moos, Ästen, Ton und Sand in kreative Formen. An vier Nachmittagen entstanden wahre Meisterwerke der Phantasie mit vielen Anregungen für die Planerin: Stämme und große Steine zum Klettern und Balancieren, Höhlen für Kinder und Tiere, Hochsitze und Baumplätze. Nicht alle Ideen konnten in den Vorentwurf der Planerin aufgenommen werden, weil Sicherheitsanforderungen zu beachten sind. Aber den Hochsitz wird es geben, auf dem die Kinder die Natur aus der Höhe betrachten können ebenso wie den Matschplatz auf einem Lehmhügel, der eben nur bei Regen nass und schön matschig ist.

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Wer sich ein Bild vom zukünftigen Naturspiel- und Naturerfahrungsraum machen möchte, ist bei unserem Stand des Abenteuer- und Archäologiespielplatzes Moorwiese auf dem Fest der Nachbarn rund um das Bucher Bürgerhaus am 27.5. ab 15 Uhr herzlich willkommen.

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Hintergrund:
Seit Mitte August 2015 läuft das Hauptvorhaben „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin. Während einer dreijährigen Projektdauer sollen drei Naturerfahrungsräume in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Spandau und eben dieser in Pankow als Aufwertung bestehender öffentlicher Freiräume eingerichtet und erprobt werden. Soziale, gesundheitliche, bildungsrelevante, stadtökologische und wirtschaftliche Aspekte gilt es hierbei zu berücksichtigen. Das Vorhaben wird von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde wissenschaftlich begleitet. Die im Vorhaben gewonnenen Erkenntnisse sollen dokumentiert werden, damit sie als Leitfaden für andere Städte und Akteure nutzbar sind.

Das Vorhaben wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie durch den Bezirk Pankow und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin gefördert  und vom Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege Berlin unterstützt.

leben, heilen / 11.05.2016
1.000 Mal Glücksmomente im Kreißsaal

Der Babyboom setzt sich im HELIOS Klinikum Berlin-Buch auch 2016 fort. Anfang Mai konnte das Team der Geburtshilfe die 1.000ste Geburt verzeichnen, bereits drei Wochen früher als im Vorjahr.

3.230 Gramm schwer und 53 Zentimeter groß war die kleine Emilia Maira, als sie am Sonntag, den 8. Mai, um 12:22 Uhr im HELIOS Klinikum Berlin-Buch das Licht der Welt erblickte. Für Hebamme Konstanze Lindt war die Geburt etwas Besonderes, denn das Sonntagskind ist die 1.000ste Geburt im Bucher Krankenhaus in diesem Jahr.

„Wir sind so glücklich über unsere gesunde Tochter und danken dem Team der Geburtshilfe herzlich, vor allem Hebamme Konstanze, die uns während der Geburt prima betreut hat“, freut sich Mama Nancy.
Konstanze Lindt,  betreuende Hebamme im Kreißsaal, berichtet: „Die Entbindung verlief ohne Komplikationen und dauerte nur wenige Stunden.“

Zu Hause in Zepernick werden Mama und Emilia schon sehnlichst von ihren Schwestern Hanna (2 Jahre) und Lisa (14 Jahre) erwartet. „Endlich ist unsere Familie komplett“, freut sich auch der stolze Papa. Dass er bei vier Frauen im Haushalt sicherlich das eine oder andere Mal überstimmt wird, stört ihn nicht.

Im Jahr 2014 kamen bundesweit 714 966 Babys zur Welt. Das sind nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes 4,8 Prozent mehr als 2013.
Die Geburtenquote in Berlin stieg sogar um 6,6 Prozent, in Brandenburg um 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr– und damit auf ein 25-Jahres-Hoch.

Jeden 1., 2. und 3. Dienstag im Monat findet im Bucher Klinikum ein Informationsabend statt. Die werdenden Eltern können die Kreißsäle besichtigen und sich rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett informieren.
Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, bietet das HELIOS Klinikum Berlin-Buch vier zusätzliche Termine pro Quartal an. Der nächste Zusatztermin ist am 24. Mai 2016.

„Sicher und individuell“ – das ist das Motto der geburtshilflichen Abteilung im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Neben einer modernen Geburtshilfe bietet das Klinikum auch eine umfassende Versorgung von Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten und Frühgeborenen. Im zertifizierten Perinatalzentrum, der höchsten Versorgungsstufe können auch Frühgeborene unter 1500 Gramm Geburtsgewicht versorgt werden. Im letzten Jahr kamen 68 Frühgeborene unter 1500 Gramm zur Welt.
Die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Kinderchirurgie garantiert aber eine optimale Versorgung von Mutter und Kind rund um die Uhr und sorgt dafür, dass es auch den Kleinsten an nichts fehlt.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Chefarzt: Prof. Dr. med. Michael Untch
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Schwangerenberatung, Risikosprechstunde und Geburtsanmeldung
(030) 94 01-533 45

Foto: Hebamme Konstanze und Mama Nancy mit Emilia Maira (Foto: HELIOS Kliniken, Maike Graefe)

forschen, produzieren, leben, heilen, bilden / 10.05.2016
Wissenschaftsnacht 2016: Online-Programm und Ticketverkauf gestartet

74 wissenschaftliche Einrichtungen in Berlin und auf dem Potsdamer Telegrafenberg öffnen am 11. Juni 2016 von 17 bis 24 Uhr zum 16. Mal ihre Türen zur Langen Nacht der Wissenschaften. Das Programmangebot umfasst fast 2.000 Experimente, Vorträge, Workshops und Mitmachaktionen für Erwachsene und Kinder und eröffnet den Besuchern Einblicke in Orte, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Auf dem Campus Berlin-Buch findet die Lange Nacht der Wissenschaften abweichend von 16 bis 23 Uhr statt.

Tickets für die Lange Nacht, die auch als Fahrschein für An- und Heimfahrt im Tarifbereich ABC gelten, können ab sofort u. a. an Automaten und in Verkaufsstellen von S-Bahn und BVG oder online über die Webseite www.langenachtderwissenschaften.de erworben werden.

Auf der Webseite gibt es das detaillierte Programm und alle Informationen u. a. zu Tickets und Shuttlebus-Routen. Dort kann man auf Karten zu den Veranstaltungsorten navigieren oder sich die persönlichen Highlights herausfiltern, zum Beispiel nach Schlagworten oder Veranstaltungsformaten; natürlich auch auf Smartphones.

Alle wichtigen Infos und einen guten Überblick über die Veranstaltung bietet auch das Lange-Nacht-Infoheft. Es liegt in allen beteiligten Wissenschaftseinrichtungen, vielen  Museen, öffentlichen Einrichtungen, der Urania, den Kinos der Yorck-Gruppe sowie bei BVG und S-Bahn kostenlos bereit.

DNA-Modell im Gläsernen Labor. Foto: Peter Himsel.


forschen, investieren / 10.05.2016
Gentherapie gegen Krebs: Vom Forschungsprojekt zur Anwendung

Defekte Gene reparieren oder neue Gene und damit Eigenschaften in Zellen einschleusen – die Gentherapie hat großes Potential für die personalisierte Medizin. Sichere, effiziente und kostengünstige Verfahren für den klinischen Einsatz sind derzeit selten. Forscher am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wollen nun eine neue Krebstherapie mit umprogrammierten Immunzellen vom Labor auf den klinischen Maßstab übertragen. Dafür kooperieren sie mit Partnern aus der Industrie. Die Helmholtz-Gemeinschaft unterstützt diesen Transferprozess und richtet dafür ein „Helmholtz Innovation Lab“ am MDC ein.  Mit dem Wissenstransfer aus der Grundlagenforschung in die Anwendung können aus Forschungsprojekten Medikamente und Therapien werden, die der gesamten Gesellschaft zur Verfügung stehen. Ab dem Sommer 2016 startet am MDC das Helmholtz-geförderte „Max-Delbrück Center Cell Engineering Lab“ (MD-CEL), das eine Brücke zwischen der MDC-Forschung und Industriepartnern schlägt und so gemeinsame Forschung und Entwicklung ermöglicht. Das MD-CEL hat sich gegen 27 Mitbewerber durchgesetzt und erhält zusammen mit sechs anderen Projekten eine Förderung.

Die MDC-Forschungsgruppen von Dr. Zsuzsanna Izsvák und Prof. Wolfgang Uckert entwickeln im MD-CEL ein neues Verfahren, welches Zellen aus dem Immunsystem sicher, reproduzierbar und in großen Zahlen mit neuen Genen ausstatten soll. Damit werden die Zellen gezielt auf die erkrankten Personen zugeschnitten, in denen sie Tumoren bekämpfen sollen.

Neue Gene kommen über eine Genfähre in die Zelle, wie zum Beispiel Viren. Zsuzsanna Izsvák nutzt spezielle, nicht-virale Genfähren – sogenannte Transposons: „Das Transposon mit dem Namen ‚Sleeping Beauty‘ schleust Gene in die Zelle ein und verankert sie in deren Erbgut. Wir haben das System zuletzt stark optimiert. Unsere Transposon-Variante SB100X ist nun bis zu einhundert Mal effizienter als vorher und ist damit vergleichbar mit Virus-basierten Genfähren“, erklärt die Wissenschaftlerin.

Zsuzsanna Izsvák kooperiert mit Wolfgang Uckert, Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin, der an einer vielversprechenden Strategie der Krebsbekämpfung arbeitet. Uckert programmiert T-Zellen des Immunsystems um, sodass diese Tumorzellen aufspüren und eliminieren. „Die T-Zellen zerstören gezielt nur das erkrankte Gewebe, das Potenzial für Nebenwirkungen ist also gering. Im Tiermodell der Maus ist diese Therapieform bereits äußerst erfolgreich“, sagt Wolfgang Uckert.

Die beiden Gruppen arbeiteten bereits mit anderen Forschungsgruppen des MDC, der Charité und der University of Chicago gemeinsam daran, T-Zellen für die Tumorerkennung umzuprogrammieren. Gegenüber den meistens als Genfähren verwendeten Retroviren ist das neue Verfahren technisch weitaus einfacher, kostengünstiger und schneller. Die Zusammenarbeit von Izsvák, Uckert und anderen Gruppen wird auch vom Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) im Rahmen eines großen Förderprojekts zur T-Zelltherapie unterstützt.

Im MD-CEL soll das Umprogrammieren der T-Zellen nun in den klinischen Maßstab übertragen werden. Die drei Industriepartner Miltenyi Biotec GmbH, PlasmidFactory GmbH & Co. KG und Formula Pharmaceuticals Inc., die über Erfahrungen bei der Entwicklung von Produktionsgeräten, Reagenzien und Therapien verfügen, wurden bereits für das Unterfangen gewonnen.

Später könnte das MD-CEL für ähnliche Transferprojekte nützlich sein.  „Im Fokus des MD-CEL steht die Zellmodifikation. Das neue Verfahren lässt sich auch auf andere Fragestellungen in der Gentherapie anwenden, daher sind wir stets offen für weitere Kooperationsprojekte aus dem MDC und der Industrie“, sagt Dr. Felix Lorenz, der Leiter des neuen Labors.

Im aktuellen Projekt zur Transposon-basierten Immuntherapie soll das Verfahren nach drei Jahren so weit entwickelt sein, dass damit Zellprodukte für die klinische Anwendung hergestellt werden können. Damit werden Studien am Menschen möglich und die breite Anwendung im Kampf gegen den Krebs rückt ein Stück näher.\n

Foto: Mit dem Innovation Lab entsteht am MDC eine offene Plattform für Kooperationsprojekte im Bereich Cell Engineering. (Bild: Katharina Bohm/MDC)

investieren, produzieren / 10.05.2016
Eckert & Ziegler: Umsatzwachstum und gutes operatives Ergebnis im ersten Quartal

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat im ersten Quartal des Jahres 2016 gegenüber dem Vorjahresquartal den Umsatz um 6% auf 35,8 Mio. EUR gesteigert. Das Wachstum beruht auf organischen Zuwächsen in allen Segmenten. Trotzdem konnte das Vorjahres-EBIT nicht ganz erreicht werden, da im Vergleichszeitraum ein positiver Währungseffekt von 1,3 Mio. Euro enthalten war. Somit ging das EBIT um 0,9 Mio. Euro auf 4,3 Mio. Euro zurück und das Ergebnis pro Aktie fiel auf 0,47 EUR.

Das Segment Isotope Products steigerte seinen Umsatz um 1,6 Mio. EUR. Bei leicht gestiegenen Kosten lag das EBIT mit 3,5 Mio. Euro um 5% unter dem Vorjahr. Das Segment Isotope Products enthält ab dem Jahr 2016 die zuletzt im Segment Sonstige ausgewiesenen Umweltdienste. Zu Vergleichszwecken wurden auch die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst.

Im Segment Strahlentherapie gingen die Umsätze erwartungsgemäß wegen des Verkaufs der US-Implantatesparte zurück. Ein organisches Wachstum wurde mit dem neuen Tumorbestrahler SagiNova® erzielt. Operativ erwirtschaftete das Segment zum ersten Mal seit langem ein ausgeglichenes Ergebnis. Außerordentliche Einmaleffekte von je -0,3 Mio. Euro für Aufwendungen aus dem Verkauf der US-Sparte und aus einem negativen Währungseffekt führten zu einem EBIT von -0,6 Mio. Euro.

Im Segment Radiopharma nahmen besonders die Umsätze mit Gallium-Generatoren zu. Die Zyklotronsparte verzeichnete über das Jahr 2015 hinweg einen Abwärtstrend. Dieser kehrte sich im ersten Quartal 2016 um. Mit Zyklotronprodukten zur Diagnose von Krebs- und Alzheimererkrankungen wurden nahezu die Umsätze und Erträge des ersten Quartals 2015 erreicht. Insgesamt stieg das EBIT um 0,1 Mio. Euro auf 1,5 Mio. Euro.

Der operative Kapitalfluss stieg um 31% auf 0,8 Mio. Euro. Hintergrund ist das gute Periodenergebnis, welches anders als im Vorjahr keine nicht-zahlungswirksamen Erträge enthält.

Für das Jahr 2016 wird ein gegenüber dem Jahr 2015 in etwa konstanter Umsatz von 140 Mio. Euro erwartet. Der Gewinn soll aufgrund des Wegfalls positiver Einmaleffekte auf ca. 1,80 EUR/Aktie zurückgehen.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier:
www.ezag.com/fileadmin/ezag/user-uploads/pdf/financial-reports/deutsch/euz116d.pdf\n


Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 700 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

heilen / 09.05.2016
Weltweiter Aktionstag der Pflege am 12. Mai 2016

Traditionell steht der 12. Mai jedes Jahr im Zeichen der Pflege. Gewidmet ist der Tag der Pionierin der modernen Krankenpflege, der englischen Krankenschwester Florence Nightingale und ihren Errungenschaften in der modernen Krankenpflege Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Berufsbild hat sich gewandelt – heute sind Pflegeexperten gefragt, die hochgradig fachlich spezialisiert sind und sich immer neuen Herausforderungen stellen.

„Die Basis für die tägliche Arbeit ist unser Leitbild. Unser vorrangiges Ziel ist, unsere Patienten bestmöglich zu versorgen, und dabei stets die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen unserer Patienten einzubeziehen. Mit regelmäßigen internen und externen Fort- und Weiterbildungen  arbeiten wir daran, unser Wissen zu aktualisieren, zu erweitern und zukünftigen Herausforderungen in der Pflege wie beispielsweise dem demografischen Wandel zu begegnen“, erläutert Sylvia Lehmann, Pflegedirektorin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

Teamarbeit gefragt
Das Pflegeteam arbeitet Hand in Hand mit allen Bereichen zusammen. 
„Ein ständiger Informationsaustausch zwischen Behandlern und den Pflegeteams und darüber hinaus mit allen anderen Fachabteilungen ist unerlässlich, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und sicherzustellen, dass alle erforderlichen Maßnahmen fachgerecht erbracht werden. So können wir eine zügige Genesung entsprechend den individuellen Wünschen und Bedürfnissen unserer Patienten gewährleisten“, betont Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

Verschiedene berufsbegleitende Weiterbildungsmöglichkeiten
Im HELIOS Klinikum Berlin-Buch zählen zum Pflegeteam mehr als 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Klinikum bietet ihnen unterschiedliche berufsbegleitende Weiterbildungen an, darunter unter anderem eine 2-jährige Fachweiterbildung zur Fachpflegerin für Anästhesie- und Intensivmedizin, daneben gibt es Weiterbildungen zum Pflegeexperten für Menschen mit Demenz, zur Hygienefachkraft oder zur onkologischen Fachkrankenpflegerin, die sich um die besonderen Bedürfnisse krebskranker Menschen kümmert.

Wissensaustausch durch Organisation von Arbeitsgruppen
Das Pflegeteam ist in verschiedenen Fachgruppen organisiert, in denen Wissen für spezielle Bereiche ausgetauscht und weitergegeben wird, Verbesserungsvorschläge  für die tägliche Praxis erarbeitet und eingebracht werden. Unter Leitung einer erfahrenen Fachkraft gibt es regelmäßige Gesprächsrunden und Arbeitsgruppen, ein Team widmet sich beispielsweise dem Thema Onkologische Besonderheiten, andere beschäftigen sich mit den Bereichen Hautpflege bei Strahlentherapie und Wundmanagement oder praktische Ausbildung.

Mehr als 60 Fortbildungen können gebucht werden
Aus dem klinikinternen Kursangebot kann jährlich aus mehr als 60 Angeboten gewählt werden, neben Englischkursen für Pflegende wird beispielsweise Zeitmanagement oder Achtsamkeitstraining angeboten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Kurse anderer HELIOS Kliniken bundesweit zu buchen oder Veranstaltungen der Akademie für Gesundheitsberufe e.V., Berlin Brandenburg, mit der das Klinikum auch bei der Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflegeschüler kooperiert, zu besuchen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.


Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Pflegedirektorin Sylvia Lehmann
Schwanebecker Chaussee 50
 13125 Berlin
Telefon: (030) 9401-55504

forschen / 06.05.2016
Verzweigen oder dicker werden – Oszillationen bestimmen das Schicksal neuer Adern

 
Wenn neue Blutgefäße wachsen, müssen sie sich entscheiden, ob sie neue Seitenäste bilden oder ihren Durchmesser vergrößern. Prof. Holger Gerhardt am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) machte mit seinen internationalen Forschungsteams eine entscheidende Entdeckung: Gefäßzellen können sich verbünden und sich gemeinsam bewegen. Die Zellen kommunizieren dafür untereinander mit oszillierenden Signalen, wie die Teams mithilfe von Computersimulationen und Experimenten herausfanden. Die Ergebnisse haben Bedeutung für Krankheitsbilder wie Diabetes und Krebs. Sie erschienen nun im renommierten Open-Access-Fachjournal eLife.

„Eine der großen Fragen der Biologie der Blutgefäße ist: Wie werden Größe und Form dieses schlauchartigen Organsystems reguliert?“, sagt Prof. Holger Gerhardt, Gruppenleiter am MDC in Berlin-Buch und am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH). Er ist auch in das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) eingebunden. Der Wissenschaftler, der 2014 vom damaligen London Research Institute nach Berlin gezogen ist, erforscht mit seinen Teams am VIB im belgischen Leuven und am MDC die vielen Aspekte der Angiogenese, also der Bildung und des Wachstums von Blutgefäßen.

Das Hormon VEGFA spielt eine Hauptrolle bei dem Wachstum der Adern. Bei niedrigem VEGFA-Spiegel schaltet es die Gefäßzellen in den Verzweigungsmodus – dem Gefäß wachsen neue Seitenäste. Ist es höher konzentriert, lässt es die Gefäße an Durchmesser zulegen. Der zu Grunde liegende Mechanismus war bisher nicht bekannt.

Holger Gerhardts neue Studie klärt die Zusammenhänge auf: „Unsere Studie zeigt, dass sich die Zellen der Adern jeweils neu anordnen, um neue Seitenäste zu bilden oder den Durchmesser zu vergrößern“, sagt der Angiogenese-Spezialist. Der VEGFA-Spiegel beeinflusst den Notch-Signalweg, über den benachbarte Gefäßzellen miteinander kommunizieren. In der Signalkette werden bestimmte Proteine in der Zelle periodisch hergestellt und gleich wieder abgebaut, was zu einer oszillierenden Aktivität des Notch-Signalwegs in den Gefäßzellen führt.

Bei einem hohen VEGFA-Spiegel synchronisieren sich diese Oszillationen benachbarter Zellen zunehmend miteinander – die Gefäßzellen marschieren im Takt und sorgen so als Kollektiv für die Vergrößerung des Durchmessers des Gefäßes. Bei niedrigem VEGFA-Spiegel geraten die intrazellulären Schwankungen dagegen wieder aus dem Takt. Die Zellen bewegen sich dann individuell und das Blutgefäß befindet sich im Verzweigungsmodus.

Methodisch war das Forschungsprojekt außergewöhnlich herausfordernd, erklärt Holger Gerhardt: „Mit Computermodellen und Experimenten haben wir uns an die erste Hypothese herangetastet. Diese Strategie führte uns letztlich zu den richtigen Fragen und zu den entscheidenden Experimenten.“ Die oszillierenden Proteine sind nur schwer zu beobachten, weil sie so rasch wieder abgebaut werden. Mit einer fluoreszierenden Markierung versehen, waren die Schwankungen zwar in präparierten Netzhäuten von Mäusen sichtbar, die kollektiven Zellbewegungen aber nur in Zellkultur-Versuchen. Für Beobachtungen im lebenden Organismus sind daher bessere, stärker leuchtende Fluoreszenzmarker nötig. An deren Entwicklung arbeiten die Forscher nun.

Der neu entdeckte Mechanismus ist auch auch für die Therapie von Krankheiten relevant, erklärt Gerhardt: „Wir zeigen in der Arbeit auch, dass dieser Mechanismus für die Gefäßverdickung in Krankheitsmodellen für diabetische Retinopathie oder Krebs verantwortlich ist.“ Diabetes verursacht eine Schädigung der Netzhaut-Gefäße (Diabetische Retinopathie) und ist eine der häufigsten Ursachen für die Erblindung bei Erwachsenen. Die unkontrollierte Angiogenese treibt auch die Krebsentwicklung voran. Die Forschungsergebnisse Holger Gerhardts sind somit für Therapien von Bedeutung, die Gefäße wieder normalisieren oder ihr Wachstum hemmen.

Benedetta Ubezio, Raquel Blanco, Ilse Geudens, Fabio Stanchi, Thomas Mathivet, Martin Jones, Anan Ragab, Katie Bentley, Holger Gerhardt (2016): „Synchronization of endothelial Dll4-Notch dynamics switches blood vessels from branching to expansion.“ eLife 2016.

Holger Gerhardt ist Forschungsgruppenleiter am MDC und hat eine BIH-Professur für Experimentelle Herz-Kreislaufforschung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, sowie eine DZHK-Professur.

https://insights.mdc-berlin.de/de/2016/04/verzweigen-oder-dicker-werden-oszillationen-bestimmen-das-schicksal-neuer-adern/\n


Abbildung: Mikroskopische Aufnahmen von der Netzhaut einer Maus. Links befinden sich die neuen Blutgefäße im Verzweigungsmodus, rechts verdicken sie sich unter dem Einfluss des VEGFA-Hormons. Die Zellmembran ist grün gefärbt, die Zellkerne blau und die oszillierenden Signalmoleküle in rot. Bild: CC-BY, eLife.

leben, bilden / 06.05.2016
Projekttage zum Thema Umwelt für Willkommensklassen im Gläsernen Labor

Das Gläserne Labor wird zehn Projekttage zum Thema „Umwelt und Flüchtlinge“ mit einer Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt kostenlos für Integrationsklassen veranstalten.\n

Den gelungenen Auftakt gab am 21. April eine Integrationsklasse des Thomas-Mann-Gymnasiums in Reinickendorf. Die Integrationsschüler der Altersgruppe 12 bis 14 wurden von freiwilligen Schülern der Regelklasse 8 begleitet. Unter dem Motto: „Gemeinsam lernen“ erlebten die Jugendlichen einen spannenden Projekttag bei strahlendem Sonnenschein zum Thema Wasser. Zuerst erkundeten die Schüler gemeinsam den Schlosspark Buch und nahmen an der Panke Wasserproben. Diese wurden dann im Labor gründlich untersucht. Die Schüler der Regelklasse halfen den Integrationsschülern, die Versuchsanleitungen zu verstehen und die Protokolle auszufüllen. Erst wurden chemische Untersuchungen wie Messung des pH-Werts und Sauerstoffgehalts durchgeführt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa konnten die Jugendlichen dann verschiedene Wasserorganismen beobachten und bestimmen. Alle Schüler hatten viel Spaß an diesem besonderen Tag und haben sehr gut zusammengearbeitet.

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Foto: Gläsernes Labor

leben / 06.05.2016
1200 Interessierte für Tätigkeit in Wahlvorständen gesucht

Das Bezirkswahlamt Pankow sucht für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus von Berlin und den Bezirksverordnetenversammlungen am 18. September 2016 noch 1200 Wahlhelfende für die Mitarbeit in den 188 Wahllokalen und 88 Briefwahlvorständen. Wie Dr. Torsten Kühne (CDU), Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice mitteilt, ist Voraussetzung, dass man selbst zur Wahl zum Deutschen Bundestag wahlberechtigt ist. „Spezielle Vorkenntnisse sind nicht notwendig, für den Einsatz in einem Wahllokal gibt es ein Erfrischungsgeld in Höhe von 50 EUR (Öffentlicher Dienst 30 EUR) bzw. 35 EUR (Öffentlicher Dienst 25 EUR) für die Tätigkeit in einem Briefwahlvorstand“, erklärt Kühne weiter.\n

Die Bereitschaftserklärung für Interessierte liegt auch in den Bürgerämtern aus bzw. ist an der Information erhältlich. Zudem ist das Bezirkswahlamt erreichbar unter Tel.: 030 90295-2400 oder per E-Mail: wahlhelfer@ba-pankow.berlin.de.

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Weitere Informationen unter www.berlin.de/pankow unter „Aktuelle Hinweise“.

leben / 06.05.2016
Bezirksverband der Kleingärtner Weißensee e.V. spenden Rosen

Als Ausdruck der Verbundenheit der Weißenseer Kleingärtner mit ihrem Bezirk spendete der Bezirksverband im letzten Jahr dem Bezirksamt Pankow 40 Rosen der Sorte „Plöner Prinzenhaus“ – liebevoll als Rose „Weißensee“ bezeichnet, einer wunderschön weiß blühenden Beetrose mit großer Blütenfülle und einem angenehmen, leichten Duft. Die Rosen kamen zunächst ins Überwinterungsquartier, denn die Pflanzung bedurfte einiger Vorbereitungen.
Ein Beet im Rosengarten an der Sonnenuhr in der Nähe des Strandbades Weißensee wurde hergerichtet und am 11.05.2016 um 11 Uhr pflanzen der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner (Bü90/Grüne), sowie der Vorsitzende des Bezirksverbandes der Kleingärtner Weißensee e.V., Holger Thymian, gemeinsam symbolisch die letzte Rose ins Beet.
Der Park am Weißen See soll in den nächsten vier Jahren umfassend instand gesetzt und aufgewertet werden. Ein erster Anfang stellte im letzten Jahr die Erneuerung der Aussichtsplattform im Weißen See dar.
In diesem Jahr kann ein weiterer Teil der Spielgeräte auf dem Spielplatz an der Berliner Allee erneuert werden. Für die Reinigung im Park startet im Juni eine Kooperation mit den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) als Pilotversuch des Bezirkes.
Für dringend erforderliche Instandsetzungsmaßnahmen der Wege, der Wasserversorgung des Sees, der Uferbereiche sowie der Vegetation stehen dem Bezirk nicht ausreichend Mittel zur Verfügung. Somit können nicht alle notwendigen und wünschenswerten Maßnahmen realisiert werden.
Aus diesem Grund startet Jens-Holger Kirchner jetzt einen Spendenaufruf und bittet um finanzielle Unterstützung für den Park am Weißen See.
„Wir brauchen Ihre Hilfe, damit der Park bald wieder ein attraktiver Ort zum Erholen und Verweilen wird“, erklärt Jens-Holger Kirchner.
Bürgerinnen und Bürger, die sich - mit kleinen oder großen Beträgen - an dieser Aktion beteiligen möchten, können den Beitrag direkt auf das nachfolgende Spendenkonto überweisen:
 
Zahlungsempfänger: Bezirksamt Pankow
IBAN: DE06 1005 0000 4163 6100 01
Verwendungszweck: 3810 28290 Park am Weißen See
 
Für die Ausstellung einer Spendenquittung werden zusätzlich Name und
Adresse der Spender auf der Überweisung benötigt.

leben / 06.05.2016
Förderverein zum Wiederaufbau des Kirchturms erhielt zehntausend Euro

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Der Charme der „Festen Scheune“ auf dem Stadtgut Buch mit seinen unverputzten Wänden und freigelegten Holzbalken war ein sehr passender Rahmen für das Bucher Bürgerforum Ende April, das die historische Ortsmitte Buchs thematisierte. Der Förderverein zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch e.V. informierte die Bucherinnen und Bucher über den aktuellen Stand des Projekts. Das bei diesem Bürgerforum Musik von Johann Sebastian Bach gespielt wurde, passte ebenfalls in diesen Rahmen der Veranstaltung, nur wenige 100 Meter von der Schlosskirche entfernt. Das Bläsertrio des Musikgymnasiums „Carl Phillip Emanuel Bach“ erhielt viel Beifall für seine Darbietungen.

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Dr. Kleinau zeigte in seinem Vortrag die Entwicklung des Vereins noch einmal auf. Ende 2007 mit 10 Mitgliedern gegründet, hat er heute bereits über 200 Mitglieder. Der Förderverein und die evangelische Gemeinde haben ohne öffentliche Förderung über 300.000 Euro eingeworben. Dadurch konnte der Antrag auf die Baugenehmigung gestellt werden, einschließlich der vielen, notwendigen Vorarbeiten. Im Jahr veranstaltet der Förderverein ca. 12 bis 15 Benefizveranstaltungen, die sehr gut besucht wurden. Das nächste Konzert findet am 09. Mai 2016um 16:00 Uhr im MDC.C statt. Seit vorigem Jahr ist im Internet ein Bauteil-Spenden-Katalog veröffentlicht, der sehr gut angenommen wird. www.schlosskirche-berlin-buch.de/foerderverein-kirchturm-buch/bauteile/

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Der Höhepunkt des Bürgerforums war für den Förderverein sicherlich die Übergabe eines Schecks in Höhe von 10.000 Euro durch die Stiftung der Berliner Sparkasse – von Bürgerinnen und Bürgern für Berlin. Der Vorsitzende, Karl Besch nahm im Auftrag des Fördervereins diesen Scheck sehr gerne entgegen.

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Frau Redlich vom Architekturbüro Redlich in Potsdam betonte in ihrem ausführlichen Vortrag die Notwendigkeit der Wiedererrichtung des Kirchturmes. Sie wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für die historische Ortsmitte von Buch. Die Wiedererrichtung des Kirchturmes ist für das Architekturbüro Redlich eine städtebauliche, architektonische und symbolische Notwendigkeit und sollte ein gemeinschaftliches Anliegen von Staat, Kirche und Gesellschaft sein. Deshalb würden sie sich auch noch mehr Diskussionen über die Wiederbelebung des historischen Ortskerns wünschen, auch im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) Leider sehen das Programm Stadtumbau Ost keine Mittel für das Turmprojekt vor

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Die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, Frau Reuter, konnte darüber berichten, das am 27. Mai in Lauchhammer zwei neue Glocken gegossen werden und sie hofft, dass im Herbst die Glockenweihe stattfinden kann.

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Am Ende erklang das Bläsertrio noch einmal mit einem gelungenen Vortrag. Die Besucher waren sich einig: Die Mitglieder des Fördervereins werden alles Mögliche tun, um dieses sehr anspruchsvolle und für Buch sehr wichtige Vorhaben Realität werden zu lassen.

leben, bilden / 27.04.2016
Girls‘ Day 2016 im Gläsernen Labor auf dem Campus Buch

Am 28. April.2016 ist es wieder soweit: Schülerinnen sind herzlich eingeladen, naturwissenschaftliche Berufe zu erkunden und einen Einblick in die Forschungswelt zu bekommen. Dieses Jahr können die Teilnehmerinnen den Kurs „Energiewende in Schülerhände“ besuchen und sich zum Thema Erneuerbare Energien schlau machen. Auf dem Programm stehen verschiedene Lernstationen: Die Mädchen können Wasserstoff gewinnen und damit einen Motor betreiben, Goldkondensatoren mit dem Fahrrad laden oder eine Biobrennstoffzelle selbst aufbauen.  Ein umfassender Überblick über die Berufe, die auf dem Biotech-Campus Buch vertreten sind, rundet das Angebot ab.\n

Das Angebot findet von 14:00 bis 17:00 Uhr statt und ist bereits ausgebucht.

leben / 27.04.2016
Bezirksbürgermeister fordert Freizug aller Pankower Sporthallen bis 15.8. 2016

Nach dem derzeitigen Stand der Planungen des Senates für neue Flüchtlingsunterkünfte geht das Bezirksamt Pankow davon aus, dass ab dem 15. August 2016 an den Standorten auf der Elisabethaue (Blankenfelde) und in der Sieverstorpstraße 9a (Karow) insgesamt 1.500 Plätze in Containern (tempohomes) zur Verfügung stehen.
„Spätestens dann müssen alle acht Pankower Sporthallen freigezogen sein. Sobald dies geschehen sein wird, müssen umgehend die notwendigen Sanierungsarbeiten erfolgen, damit die Sporthallen schnellstmöglich den Schulen und Vereinen wieder zur Verfügung gestellt werden können.“, fordert Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD).
Sollte bereits vor dem 15. August 2016 in Berlin mit dem Freizug von Sporthallen begonnen werden, erwartet Pankows Bezirksbürgermeister vom Senat, dass die mit am längsten als Notunterkünfte genutzten Sporthallen in der Woelckpromenade (Weißensee) und der Wiechertstraße (Prenzlauer Berg) mit zu den ersten gehören, die wieder ihrem originären Zweck zur Verfügung gestellt werden.
Der Freizug der Sporthalle im Bedeweg (Karow) steht in direktem Zusammenhang mit der Fertigstellung des tempohomes in der nahe gelegenen Sieverstorpstraße, so dass die Geflüchteten aus dem Bedeweg dorthin am 15.8. umziehen können.
Nachdem das Bezirksamt den Bau von modularen Unterkünften auf einer Fläche in der Sieverstorpstraße in Karow abgelehnt und dies auch vom Senat akzeptiert wurde, hat das Bezirksamt nach positiver Prüfung des Senates zugestimmt, dass auf dieser Fläche für drei Jahre Container errichtet werden können. Bedingungen für die Zustimmung waren diese zeitliche Befristung, da danach die Fläche für einen Schulbau gebraucht wird, und der gleichzeitige Freizug der Sporthalle im Bedeweg.
Die aktuelle Gesamtliste der Senatsverwaltung für Finanzen der MUF- und Container-Standorte zur Flüchtlingsunterbringung steht im Internet auf der Seite:
http://tinyurl.com/hnh652n  Es handelt sich dabei um eine Stichtagsübersicht, die sich täglich verändern kann.
Derzeit nicht mehr aufgeführt sind die Standorte:
Friedhofsflächen Dietzgenstraße 122-162 (Niederschönhausen) und Gustav-Adolf-Str. 67,74 (Weißensee), Dietzgenstraße 100 (Niederschönhausen), Kirchstraße 69/ Rosenweg (Rosenthal) und Danziger Str./Kniprodestraße (Prenzlauer Berg).
Diese können allerdings ggf. nochmals als Ersatzstandorte geprüft werden.

investieren, leben, bilden / 27.04.2016
Modulares Schulergänzungsgebäude der Hufeland-Schule ist fertig

Der Berliner Staatssekretär für Bauen und Wohnen, Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, möchte gemeinsam mit Lioba Zürn-Kasztantowicz, der Pankower Stadträtin für Soziales, Gesundheit, Schule und Sport, Christine Keil, Stadträtin für Jugend und Facility Management sowie Jens-Holger Kirchner, Stadtrat für Stadtentwicklung, am 28. April 2016 den modularen Schulergänzungsbau (MEB) der Hufeland-Oberschule in Berlin-Buch einweihen. Unterstützt wird die Einweihung und Eröffnung durch die Schulleitung und die Kinder und Jugendlichen der Schule. Alle Interessierten sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.

Nach einer Teilsanierung des leerstehenden Doppelschulstandorts in der Walter-Friedrich-Straße war die Integrierte Sekundarschule 2011 an den Standort gezogen. Für den mittlerweile abgerissenen zweiten Plattenbau aus den 1980er-Jahren wurde ab 2015 ein dreigeschossiger Ergänzungsbau in Modulbauweise (MEB) mit 24 Unterrichtsräumen errichtet.
Der MEB-Standard wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt entwickelt. Für die Hufeland-Schule wurde dieser Standard in Abstimmung mit dem Bezirksamt Pankow an den Standort angepasst.

Der dreigeschossige Schulneubau ist barrierefrei und enthält neben den Klassen- und Gruppenräumen auch Lehreraufenthaltsbereiche, sanitäre Anlagen und einen Aufzug. Das moderne Gebäude erfüllt den Berliner Energiestandard und unterschreitet den Referenzwert beim Primärenergiebedarf um rund 33 Prozent.

Einweihung des MEB für die Hufeland-Oberschule
28.4.2016, 9:30 Uhr

Hufeland-Oberschule

Walter-Friedrich-Straße 16

13125 Berlin-Buch\n

Text: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, bearb. A. Stahl, Foto: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG

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Mehr zum Projekt MEB:
www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Hufeland-Schule-MEB.7391.0.html

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produzieren / 25.04.2016
Eckert & Ziegler zeichnet Kapitalerhöhung bei BEBIG

Berlin / Seneffe, 25.4.2016. Der Verwaltungsrat der Eckert & Ziegler BEBIG s.a. in Belgien hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, der Hauptversammlung am 9.6.2016 eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Minderheitsaktionäre vorzuschlagen. Zeichner wird die Eckert & Ziegler AG sein, die bereits knapp 75% der dividendenberechtigten Anteile hält. Durch die Zeichnung wird sie ihren Anteil auf rund 80% erhöhen.

Der geplante Kapitalzufluss von rund 5 Mio. EUR soll zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und zur Schuldentilgung eingesetzt werden. Weitere Details zur Kapitalerhöhung finden in der Pressemeldung, die die Eckert & Ziegler BEBIG s.a. auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat: http://www.bebig.com/international/press/press-releases.html

Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 700 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.


investieren, leben / 20.04.2016
Neue Stadtquartiere für die wachsende Stadt - unter anderem in Buch

In Buch entstehen bis zu 2.500 neue Wohnungen\n

Die Attraktivität Berlins und das Bevölkerungswachstum sind ungebrochen. Allein in den letzten fünf Jahren ist die Einwohnerzahl um 220.000 gestiegen; ein Ende des Trends ist bislang nicht abzusehen. Mit dem schnellen Wachstum der Stadt sind die vor wenigen Jahren noch vorhandenen Wohnungsmarkt-Reserven aufgezehrt. Der Wohnungsmarkt ist mittlerweile in der gesamten Stadt sehr angespannt. Berlin steht vor der großen Herausforderung, sehr schnell viele und vor allem preisgünstige Wohnungen zu bauen – und dabei eine lebenswerte Stadt zu bleiben. Um den akuten Bedarf zu decken, sind jedes Jahr 15.000 bis 20.000 Wohnungen notwendig. Der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Andreas Geisel, hat heute 12 große Wohnungsbaustandorte vorgestellt, auf denen ein wichtiger Teil dieses Wachstum stattfinden soll.

Diese Stadtquartiere sind geplant:

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  • Elisabeth-Aue in Pankow-Blankenfelde
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  • Blankenburger Pflasterweg/Heinersdorf in Pankow
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  • Cluster Buch in Pankow
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  • Michelangelostraße in Prenzlauer Berg
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  • Johannisthal/Adlershof in Treptow
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  • Cluster Köpenick in Köpenick
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  • Buckower Felder in Neukölln
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  • Lichterfelde-Süd in Steglitz
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  • Wasserstadt Oberhavel in Spandau
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  • Gartenfeld in Spandau-Siemensstadt
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  • Schumacher Quartier in Reinickendorf-Tegel
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  • Europacity/Lehrter Straße in Mitte-Moabit
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Diese – bis auf die Europacity, Wasserstadt und Adlershof – neu zu entwickelnden Quartiere sollen Heimat für 100.000 Berlinerinnen und Berliner bieten. Sie werden in der Regel jeweils etwa 3.000 bis 5.000 Wohnungen umfassen. Das macht sie ökonomisch tragfähig und schafft einen Mehrwert für ihre Nachbarschaften – weil nur bei dieser Größe eigene Schulen und andere soziale Infrastruktur für die Quartiere geschaffen werden können.

Berlins Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel betonte bei der Vorstellung der neuen Standorte: "Die neuen Stadtquartiere sollen lebendige Kieze werden, in denen die Leute gerne wohnen, arbeiten und leben. Die städtebauliche und soziale Qualität sowie die Integration in die angrenzende Nachbarschaft sind hierbei entscheidend. Wir wollen aus dem Erbe des Siedlungsbaus der 1920er Jahre lernen und es mit dem Leitbild der gemischten Stadt verknüpfen, das wir gerade in den Gründerzeitquartieren finden."

Die neuen Stadtquartiere würden relativ dicht bebaut, sagte der Staatssekretär für Bauen und Wohnen Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, sie seien aber gut mit Freiräumen ausgestattet. "Die Identität der neuen Stadtquartiere beruht auf ihren gestalterischen Qualitäten und ihrer sozialen Vielfalt. Sie sind robust und imstande, sich veränderten Anforderungen anzupassen. Sie sind klimafreundlich und weitgehend barrierefrei. Die neuen Quartiere sollen alle sozialen Schichten und Altersgruppen ansprechen."

Um eine stabile Sozialstruktur zu erreichen werden landeseigene Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften, Baugruppen und private Unternehmen als Bauherren einbezogen. Der Anteil von 30% Sozialwohnungen trägt zur Berliner Mischung bei und folgt dem wohnungspolitischen Ziel, bezahlbaren Wohnraum in allen Teilen der Stadt zu schaffen.

"Mischung heißt auch Arbeitsplätze", betonte Senator Andreas Geisel. "Neben dem guten Zugang zum gesamtstädtischen Arbeitsmarkt ist lokales Gewerbe wichtig. Nicht nur der örtliche Bäcker – auch Büros, Dienstleistungen, spezialisierte Werkstätten oder auch Kunst und Kultur müssen sich dort ansiedeln. Besondere Aufmerksamkeit schenken wir den Erdgeschossnutzungen. Dort spielt sich städtisches Leben ab."

Laut Staatssekretär Lütke Daldrup sollen die Stadtquartiere gut an den ÖPNV angebunden und im Inneren vor allem fußläufig erschlossen sein. Sie bieten dem Fahrradverkehr attraktive und vernetzte Wege und unterstützen neue Formen der Mobilität wie zum Beispiel Car-Sharing. "Das erfordert eine gewisse Dichte der Bebauung mit vier bis sieben Geschossen, aber auch einladende Freiräume. Wesentlich sind attraktive Grünvernetzungen mit der Nachbarschaft. Freiräume öffnen Chancen für soziale Aktivitäten und vielfältige Möglichkeiten der Nutzung, Mitgestaltung und Aneignung. Wir bauen die Gartenstadt des 21. Jahrhunderts", sagte Lütke Daldrup.

Weitere Informationen:
Geplantes Quartier in Buch (pdf-Datei zum Download)
Beschreibung der einzelnen Quartiere
Schwerpunkte des Wohnungsneubaus (Abbildung oben mit Legende zum Download)

forschen, investieren, produzieren / 20.04.2016
Vize-Wirtschaftsminister der Republik Litauen besucht mit Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation das MDC und den Campus Berlin-Buch

Am heutigen Mittwoch hat Marius Skarupskas, der Vize-Wirtschaftsminister der Republik Litauen, gemeinsam mit einer Delegation führender Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft des Landes das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und den Campus Berlin-Buch besucht.

„Wir freuen uns, dass wir den Gästen aus Litauen Einblicke in die Arbeit der Biotechnologie-Firmen auf dem Campus und insbesondere an unserem Zentrum geben konnten“, sagte Prof. Martin Lohse, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Direktor des MDC, der die Gäste am MDC begrüßte. Der Besuch der Delegation fand im Rahmen des Staatsbesuchs der Präsidentin der Republik Litauen, Dalia Grybauskaitė,  statt. Zur Delegation aus Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaft gehörten neben dem Vize-Wirtschaftsminister der Republik Litauen, Marius Skarupskas, auch die Geschäftsführer mehrerer litauischer Pharma-Unternehmen, der Vize-Rektor der Litauischen Universität für Gesundheitswissenschaften, Prof. Renaldas Jurkevičius, und Prof. Rimantas Jankauskas, Prorektor für Wissenschaft der Vilnius University.

Die Delegation informierte sich im MDC und auf dem Forschungscampus über die Verbindung von Grundlagenforschung, Klinik und Biotechnologie. Prof. Martin Lohse wies in seiner Einführung darauf hin, dass das MDC in Buch in einem besonderen Umfeld angesiedelt ist. In der Gesundheitsstadt Berlin-Buch arbeiten insgesamt über 2.000 Menschen in der Forschung, mehr als 3.000 in Kliniken und nahezu 800 in Biotechnologie-Firmen. „Hinsichtlich des Technologietransfers und Firmenausgründungen in den Life Sciences kooperieren wir mit zahlreichen Technologieparks und -firmen im Ausland. Dieses Netzwerk wollen wir gerne in Richtung Litauen erweitern“, betonte Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH, der Betreibergesellschaft des Forschungscampus.

Ein Mitglied der elfköpfigen Delegation war Prof. Virginijus Šikšnys, Chefwissenschaftler und Abteilungsleiter am Institut für Biotechnologie der Universität Vilnius. Er war vor Jahrzehnten einer der Wegbereiter eines Verfahrens, bei dem DNA mithilfe sogenannter Restriktionsenzyme zerschnitten und wieder zusammengesetzt werden kann und das noch heute in den Labors weltweit genutzt wird. Eine litauische Firma hat dieses Verfahren in den 1980er Jahren, zu Zeiten der zerfallenden Sowjetunion, erfolgreich vermarket. „Es ist eindrucksvoll, wie frühzeitig, entschlossen und clever man in Litauen Chancen erkannt und ergriffen hat, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Anwendung zu gehen“, sagt Prof. Udo Heinemann, Gruppenleiter am MDC und wie Virginijus Šikšnys Experte auf dem Gebiet der Proteinkristallografie, anlässlich des Besuches.

Das MDC ist eine der bedeutendsten biomedizinischen Forschungseinrichtungen Europas. Schwerpunkte der Forschung am MDC sind Herz-Kreislauf-Forschung und Stoffwechselerkrankungen, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems, sowie medizinische Systembiologie. Das Zentrum ist eine von 18 Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Forschungseinrichtung in Deutschland, und wird zu 90 Prozent vom Bund und zu zehn Prozent vom Land Berlin finanziert.\n

Bild: Anyess von Bock/MDC

Quelle: https://insights.mdc-berlin.de/de/2016/04/vize-wirtschaftsminister-der-republik-litauen-besucht-mit-wirtschafts-und-wissenschaftsdelegation-das-mdc-und-den-campus-berlin-buch/

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leben, heilen / 20.04.2016
Erkrankungen des Bauchraums interdisziplinär behandeln

Über 75 Ärzte aus Kliniken und Niederlassungen sind am Mittwoch, dem 13. April 2016 der Einladung der Berliner HELIOS Kliniken Berlin-Buch und Emil von Behring zum ersten Viszeralmedizinischen Symposium gefolgt. Das Vortragsprogramm mit dem Schwerpunkt der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreastumoren) wurde ergänzt durch Diskussionen und interdisziplinäre Fallvorstellungen von Patienten an beiden Standorten.

Ob Sodbrennen oder Reizdarm, Hepatitis oder Bauchspeicheldrüsenkrebs – Viszeralmedizin umfasst alle Erkrankungen des Bauchraums und des Verdauungstrakts und damit so viele Krankheitsbilder wie kaum ein anderes Fachgebiet. Die Vielfalt der Behandlungsmöglichkeiten erfordert, dass verschiedene Fachbereiche eng zusammenarbeiten. Deshalb tauschten sich Gastroenterologen und Viszeralchirurgen der beiden HELIOS Kliniken auf ihrem ersten gemeinsamen Symposium aus und diskutieren neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Fortschritte ihres interdisziplinären Fachgebiets.
„Bei einer umfassenden und hochspezialisierten viszeralmedizinischen Behandlung ist es wichtig, dass die betroffenen Patienten interdisziplinär behandelt werden. In den beiden Berliner HELIOS Kliniken Berlin-Buch und Emil von Behring besteht daher eine enge Zusammenarbeit zwischen Gastroenterologie und Viszeralchirurgie. Diese Interdisziplinarität ist eine wichtige Voraussetzung für die optimale Betreuung von Patienten mit komplexen Krankheitsbildern“, so Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie und Leiter des Lebertumorzentrums Berlin-Buch im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

Aus diesem Grund trafen sich am Abend des 13. April Experten zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch mit Ärzten anderer Berliner Kliniken sowie niedergelassenen Ärzten. Im ersten gemeinsamen Viszeralmedizinischen Symposium der Berliner HELIOS Kliniken ging es vor allem um aktuelle Kontroversen in der Behandlung von Patienten mit Pankreastumoren. Vor allem wurden Standards diskutiert und die Frage, wann muss operiert werden? Die Grenzen der Chirurgie beim fortgeschrittenen Pankreaskarzinom sind immer wieder Anlass zur Diskussion.\n

Mit dem Symposium soll die Thematik über die Grenzen der einzelnen Kliniken hinausgetragen und ein Standort-übergreifender Dialog gefördert werden, der dem Patienten eine bestmögliche Behandlung gewährleisten soll. „Das von Internisten und Chirurgen gemeinsam organisierte Symposium über verschiedene Formen von Pankreastumoren ist von besonderer Bedeutung, da wir mittlerweile in der Lage sind, in der Bauchspeicheldrüse Vorstufen von Krebs zu identifizieren und entsprechend zu behandeln. Dazu bedarf es einer gemeinschaftlichen Betreuung der Patienten mit entsprechender Diagnostik und interdisziplinärer Abstimmung des therapeutischen Vorgehens“, erklärt Prof. Dr. med. Marc H. Jansen, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie und zertifiziertes Zentrum für Minimalinvasive Chirurgie Berlin Südwest im HELIOS Klinikum Emil von Behring.

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Über die HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 111 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 52 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, zwölf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich rund 4,5 Millionen Patienten, davon 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 68.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2014 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,2 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Klinikkontakt

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HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie
Chefarzt Prof. Dr. med. Frank Kolligs
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-526 00
Telefax: (030) 94 01-526 09

HELIOS Klinikum Emil von Behring
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasive Chirurgie
Chefarzt Prof. Dr. med. Marc H. Jansen
Walterhöferstraße 11
14165 Berlin
Telefon: (030) 81 02-13 25
Telefax: (030) 81 02-41 249

forschen / 13.04.2016
Fett- oder Nervenzelle? Neues Projekt untersucht, wie Serotonin die Zelldifferenzierung beeinflusst

Welche Rolle der Botenstoff Serotonin bei der Bildung und Differenzierung von Stammzellen spielt, will das Forschungskonsortium um die Forscherin Dr. Natalia Alenina aufdecken. An dem trilateralen Projekt arbeiten neben dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) auch Partner aus Russland und der Ukraine. Es wird von der Volkswagen Stiftung mit insgesamt 250.000 Euro gefördert.

Serotonin ist vor allem wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung bekannt. Neben dieser Funktion im zentralen Nervensystem hat das Molekül eine Vielzahl von weiteren Funktionen. Es fördert als Botenstoff in Blutplättchen die Blutgerinnung und reguliert den Blutdruck. Auch seine Rolle bei der Entstehung von Depressionen oder Übergewicht ist umfassend belegt.

Offen ist jedoch die Frage, ob das Hormon auch eine Rolle in der Embryonalentwicklung spielt. Dr. Natalia Alenina aus der MDC-Forschungsgruppe „Molekularbiologie von Hormonen im Herz-Kreislauf-System“ von Prof. Michael Bader will dieser Frage nun im jetzt bewilligten Projekt nachgehen. „Es gibt viele Anzeichen, dass es so ist, aber die Mechanismen wurden noch nicht verstanden“, sagt die Wissenschaftlerin. In dem Projekt „Serotonin in stem cell potency and differentiation“ geht es deshalb um zwei zentrale Fragen: Welche Rolle spielt Serotonin in dem Prozess, bei dem aus Stammzellen differenzierte Körperzellen werden – und welcher therapeutische Nutzen lässt sich aus diesem Wissen ableiten?

In Experimenten mit Zellkulturen soll untersucht werden, welche Rolle Serotonin bei der Entwicklung von Stammzellen in verschiedenen Zelltypen spielt. „Dafür nutzen wir körpereigene Zellen, die zunächst zu Stammzellen ‚umprogrammiert’ werden“, berichtet Alenina. Diese sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen) werden dann gezielt in Nerven- oder Fettzellen differenziert, und der Einfluss von Serotonin auf diesen Vorgang wird untersucht. Die Erkenntnisse aus diesen Experimenten könnten bei der Suche nach Therapien für Krankheiten wie Depression und Übergewicht helfen.

Zu den Forschungsarbeiten tragen die drei beteiligten Partner ihre jeweilige Expertise zusammen: das MDC zu Serotonin, die russische Gruppe um Alexej Tomilin (Institut für Cytologie der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg) zu pluripotenten Stammzellen, und die ukrainische Partnerin Svitlana Novikova (Staatsinstitut für Genetische und Regenerative Medizin in der Nationalen Akademie für Medizinische Wissenschaften der Ukraine in Kiew) zu Neuralleisten-Zellen, einer Stammzellenpopulation in embryonalen Geweben. Die Forschungsarbeiten starten im Mai 2016.

„Ich freue mich sehr, dass die Volkswagen Stiftung unser Projekt zur Förderung ausgewählt hat. So können wir zeigen, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Russland und der Ukraine trotz der schwierigen politischen Situation weiter miteinander arbeiten“, sagt Natalia Alenina.

Im Rahmen des Programms „Trilaterale Partnerschaften – Kooperationsvorhaben zwischen Wissenschaftler(inne)n aus der Ukraine, Russland und Deutschland“ fördert die Volkswagen Stiftung in der aktuellen Ausschreibungsrunde 39 Projekte mit insgesamt 8,6 Millionen Euro.

Foto: Dr. Natalja Alenina. (Bild: MDC)

bilden / 13.04.2016
Das Gläserne Labor präsentiert sich mit neuem Webauftritt

Zukünftig können Schülerkurse, Forscherferien und Weiterbildungsangebote des Gläsernen Labors noch komfortabler und einfacher gebucht werden. Die neue Webseite des Schülerlabors präsentiert sich in moderner Gestaltung und einfacher Handhabung. Lehrkräfte können unter www.glaesernes-labor.de ihre Schulklassen für Kurse in den Bereichen Genetik, Physik, Chemie und Life Sciences anmelden. Nach einer Anmeldung mit der persönlichen email-Adresse  erhält man ein Passwort und kann dann alle Buchungen online tätigen und die Termine übersichtlich verwalten. Nachdem der gewünschte Kurs ausgewählt wurde, zeigt der Kalender die  verfügbaren Termine an. Bei Bedarf können Lehrer Termine auch vormerken lassen. Darüber hinaus bietet der umfangreiche Download Bereich Informationen und kursbegleitendes Material für Lehrer. Besonders interessierte Schüler können sich auch für mehrtägige Intensivkurse in den Ferien anmelden.

Eltern, die ihre Kinder zu den Forscherferien anmelden möchten, finden alle Angebote unter www.forscherferien-berlin.de und können dort den passenden Ferienkurs auswählen. Unter www.glaesernes-labor-akademie.de finden Interessierte Weiterbildungsangebote wie „Fit fürs Studium“, „Good Manufacturing Practice oder „TÜV-Fachkraft für Molekularbiologie“. Die Webseite bietet eine genaue Beschreibung der Kursinhalte und alle Termine und Preise im Überblick. Das Buchungssystem vereinfacht die Vorgänge und gibt eine automatische Rückmeldung zur Buchung. Das Team des Gläsernen Labors freut sich auf zahlreiche Buchungen und steht jederzeit für Fragen zur Verfügung.\n

Foto: Thomas Oberländer, HELIOS Klinikum Berlin-Buch

leben / 11.04.2016
Benefizkonzert für Flüchtlinge „Willkommen in Pankow“

In Kooperation mit der Notunterkunft in der Winsstraße im Pankower Ortsteil Prenzlauer Berg lädt die Pankower Musikschule Bela Bartok zu einem Benefizkonzert zugunsten geflüchteter Menschen ein. Das Konzert unter der Schirmherrschaft des Pankower Kulturstadtrates, Dr. Torsten Kühne (CDU), findet am Dienstag, dem 12. April, um 18.30 Uhr in der großen Aula am Standort Eliashof der Musikschule in der Senefelder Str. 6 statt.\n

Auf dem Programm stehen Werke von Frédéric Chopin, Alexander Skrjabin, Claude Debussy und Samir Odeh-Tamimi. Dieses Benefizkonzert ist initiiert von der Musikschule Béla Bartók und vom Pianisten Gustavo Carvalho, der am Abend auch am Klavier spielen wird. Der palästinensisch-israelische Komponist Samir Odeh-Tamimi wird ebenfalls persönlich anwesend sein. Im Zusammenhang mit dem Konzert sind Spenden herzlich willkommen.

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Bezirksstadtrat Dr. Kühne: „Musik ist die einzig wirklich universelle Sprache der Welt. Deshalb haben wir dieses Konzert gerne mitinitiiert und organisiert. Denn Verständigung und Austausch sind heutzutage wichtiger denn je. Für eine gelungene Integration sind Initiativen und Impulse aus der Bürgergesellschaft heraus wichtig. Nur gemeinsam im gegenseitigen Respekt und Dialog kann die große Herausforderung der Integration gelingen. Die kulturelle Teilhabe kann und muss dabei eine wichtige Rolle spielen.“

bilden / 11.04.2016
Das bundesweite Leuchtturmprojekt GenaU wird 10 Jahre alt

Berlin – seit 10 Jahren ist das Schülerlabor-Netzwerk GenaU („Gemeinsam für naturwissenschaftlich-technischen Unterricht“) ein wichtiger Player in der außerschulischen Bildungslandschaft. In den 15 Schülerlaboren haben in dieser Zeit über 350.000 Schülerinnen und Schüler an wissenschaftlichen Institutionen aus Berlin und Brandenburg experimentiert. Gemeinsam entwickelten die Netzwerkmitglieder das erfolgreiche Kooperationsprojekt „Experiment mit Herz“, ein Projekt zur Berufsorientierung, in dem die Schülerlabore mit der Wirtschaft zusammenarbeiten. Am 11. April treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Schülerlabore, Politik, Wirtschaft und Bildung zu einer Festveranstaltung im Museum für Naturkunde Berlin dessen Schülerlabor, das Carl Zeiss Mikroskopierzentrum,eines der Gründungsmitglieder ist.

Über GenaU – Entwicklung
Das Netzwerk wurde 2006 von acht Schülerlaboren, darunter das Gläserne Labor, gegründet mit dem Ziel, Ressourcen zu bündeln und sich gemeinsam für außerschulische Bildung stark zu machen. Inzwischen ist das Netzwerk auf 15 Mitglieder und sechs Partner gewachsen. Viele der Schülerlabore konnten durch intensive gemeinsame Lobbyarbeit verstetigt werden. Das Netzwerk war an der Gründung einiger Labore aktiv beteiligt und hat sich auch bundesweit einen Namen gemacht. Die Netzwerkarbeit mit Sitz an der Freien Universität Berlin wurde mit einer Starthilfe vom Bundesbildungsministerium für Bildung und Forschung durch Lernort Labor durchgängig von der Technologiestiftung gefördert, weiterhin projektbezogen durch die Robert Bosch Stiftung und insbesondere durch Gesamtmetall mit der Initiative think ING. Im letzten Jahr übernahm die Freie Universität die Finanzierung der Netzwerk-Koordination. Die Berliner Senatsverwaltung hat die Bedeutung des Netzwerks für die Bildungslandschaft anerkannt indem sie seit 2016 die Förderung übernimmt.

Von der Brücke zwischen Forschung und Schule hin zur Berufsorientierung
Gemeinsames Ziel der Schülerlabore ist, junge Menschen für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und Lehrkräften praxis- und forschungsnahe Anregungen für einen interessanten naturwissenschaftlich-technischen Unterricht zu geben. Über 350.000 Schülerinnen und Schüler experimentierten in den letzten 10 Jahren in den Schülerlaboren des Netzwerks. So wird eine Brücke zwischen Forschung und Schule geschlagen. Als ein weiteres Handlungsfeld ist die Berufsorientierung hinzugekommen. Das Netzwerk ist bestrebt, sich inhaltlich und qualitativ weiterzuentwickeln. In der Folge haben Labore des Netzwerks das Kooperationsprojekt „Experiment mit Herz“ entwickelt. Teilnehmende Schulen durchlaufen kostenfrei an mehreren Projekttagen mehrere Labore und auch Wirtschaftsstandorte in der Region. Alle Stationen beschäftigen sich mit dem Herz – aus biologisch-medizinischer und physikalisch-technischer Sicht. Das Projekt wurde 2015 durch die Bayer Science & Education Foundation ausgezeichnet.

Zukunftsvision
Nun geht die Erfolgsgeschichte in die nächste Runde. Das hohe Niveau soll gehalten werden. „Das Jubiläum unterstreicht unsere erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre. Wir wollen den Kurs beibehalten und uns qualitativ und inhaltlich ständig weiterentwickeln “, sagt Silke Vorst, Koordinatorin des Schülerlabor-Netzwerks GenaU. Weitere Kooperationsprojekte sind angedacht, zum Beispiel im Themenbereich Hochtechnologie. Dafür müssen noch eine geeignete Partner und Finanzierungen akquiriert werden. „Eine anspruchsvolle Aufgabe“, freut sich Silke Vorst.

Einblick in die Arbeit der Labore
Die 15 Schülerlabore im Netzwerk GenaU sind an Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Museen in Berlin und Brandenburg angebunden. In den Schülerlaboren können Schülerinnen und Schülern selbstständig experimentieren und forschen. Dabei erhalten sie authentische Einblicke in die jeweilige Institution und lernen eine Universität oder Forschungseinrichtung auch als möglichen späteren Studien- und Arbeitsplatz kennen. Neben Schulklassen besuchen auch zahlreiche Lehramtsstudierende und Lehrkräfte die Schülerlabore, um sich zu aktuellen Themen der Forschung und der Vermittlung von naturwissenschaftlich-technischen Inhalten weiterzubilden. Die einzelnen Profile und Angebote sind in Internetpräsenz genau-bb.de übersichtlich dargestellt.

Festakt im Museum für Naturkunde Berlin
Der Festakt findet im Museum für Naturkunde Berlin statt. Das Schülerlabor des Museums - das Carl Zeiss Mikroskopierzentrum - ist eines der Gründungsmitglieder des Netzwerks GenaU. Das Museum bietet mit seinen Exponaten ein besonderes Ambiente, das die Verbindung von Wissenschaft und Bildung untermalt. Die geladenen Gäste haben die Möglichkeit an Führungen durch die Ausstellungen "Tristan - Berlin zeigt Zähne" und "Spinosaurus" teilzunehmen. Es werden über 200 Personen aus Wissenschaft, Bildung, Wirtschaft und Politik erwartet. Als Festredner sind geladen: Staatssekretär Stefan Krach, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Prof. Johannes Vogel, Museum für Naturkunde, Dr. Dieter Müller, Technologiestiftung Berlin und Wolfgang Gollub, Gesamtmetall Initiative think ING. Als Gründungsmitglieder von GenaU sprechen Prof. Dr. Petra Skiebe-Corrette von der Freien Universität Berlin und Ulrike Behrens vom DESY Zeuthen.


Quelle: Netzwerk GenaU
 
Foto: Peter Himsel, Campus Berlin-Buch

produzieren, leben / 08.04.2016
Jobmesse für geflüchtete Menschen im Rathaus Pankow

Unter dem Motto „Wo finde ich Arbeit?“ lädt das Bezirksamt Pankow am Dienstag, dem 12. April 2016 zu einer Arbeits- und Ausbildungsmesse für geflüchtete Menschen in das Rathaus Pankow, Breite Straße 24A – 26, 13187 Berlin, ein.\n

Die Veranstaltung wird von Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) um 16:30 Uhr eröffnet. Neben kurzen Fachvorträgen zu rechtlichen Fragen der Arbeitsaufnahme von Flüchtlingen und Möglichkeiten der dualen Ausbildung besteht für Unternehmen vor allem die Möglichkeit, mit interessierten Geflüchteten ins Gespräch zu kommen und Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten zu präsentieren. Außerdem sind die IHK Berlin, das Jobcenter, die Agentur für Arbeit, Berlin Partner sowie zahlreiche Beratungseinrichtungen, wie die Integrationslotsen der Oase Berlin und das Willkommensnetzwerk Pankow hilft! beteiligt.

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Die Jobmesse ist kostenlos.

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Interessierte Unternehmen können sich an die Koordinatorin für Flüchtlingsfragen Birgit Gust wenden. Anmeldung und weitere Informationen unter Tel.: 030-90295 2431, E-Mail birgit.gust@ba-pankow.berlin.de, https://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/themen/artikel.459578.php.

leben, heilen / 08.04.2016
Sichtweisen – zwischen Malerei und Fotografie

39. Ausstellung in der HELIOS Galerie

Am Donnerstag, 7. April 2016 eröffnete eine neue Ausstellung im HELIOS Klinikum Berlin-Buch mit Werken der Barnimer Künstlerin Rose Schulze.

Die Galerie zeigt „Sichtweisen – zwischen Malerei und Fotografie“ der Künstlerin Rose Schulze. Sie nutzt in ihrem Werk ein breites Spektrum verschiedener Medien wie Fotografie, Performance, Tanz, Landart, grafische Techniken und Malerei. Rose Schulze geht in ihrer Kunst auf Spurensuche – nach dem Wesentlichen und Zusammenhängen zwischen Natur und Mensch.
Beeindruckend sind ihre Landschaftsdarstellungen, die nach regelmäßigen Aufenthalten in Island entstanden sind. Gegenstand ihres künstlerischen Schaffens ist nicht immer das Abbild an sich, sondern das Zeigen der Zustände, Gefährdungen und Empfindungen.
„Wie in einem Tagebuch schreibe ich Texte in die Strukturen der Pastelle, verschlüsselte Botschaften an den, der sie lesen will. Parallel entstehen Verfremdungen von fotografischen Motiven durch Überlagerungen von Folien oder durch eine spezielle Technik der Übermalung“, erklärt Rose Schulze. 

Die Künstlerin wurde 1952 in Panketal/Zepernick geboren, studierte Malerei in der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und ist seit 1979 freischaffend tätig.
Seit 1984 entwickelt sie neben der Malerei auch eine multimediale Bildsprache. Sie arbeitet unter anderem mit Projektionen, schreibt Choreografien und baut Lichtinstallationen.

Zur Eröffnung sprach Professor Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, der Mitinitiator und engagierter Förderer dieser Ausstellungsreihe ist. Die Künstlerin war zur Eröffnung anwesend.
Die HELIOS Galerie ist Begegnungsstätte für Bucher und Barnimer Bürger, für Patienten, Besucher, Gäste und Mitarbeiter des Klinikums.\n

Foto: (v.l.n.r.) Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Rose Schulze, Dr. Wilfried Karger (Foto: HELIOS Kliniken, Maike Graefe)

forschen, produzieren / 04.04.2016
Arzneimittelentwicklung besser verstehen: Summer School vermittelt Überblick für Ein- und Umsteiger

Der Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO e.V.) und das Gläserne Labor Berlin-Buch bieten auch in diesem Jahr wieder die Biotech & Pharma Business Summer School „From target to market“ an. Der bei Nachwuchskräften aus Academia und Biotechnologieunternehmen sehr beliebte Intensivkurs findet in diesem Jahr vom 14. bis 17. September 2016 auf dem Campus Berlin-Buch statt. Die Teilnehmer erwartet ein grundlegender Überblick über den Gesamtprozess vom Wirkstoff bis zur Marktzulassung. Ziel ist ein vertieftes Verständnis für Herangehensweisen und Erfordernisse der einzelnen Phasen und damit auch eine Orientierung über potentielle Berufsfelder in diesem Bereich.

Kommt ein neues Medikament auf den Markt, hat es einen acht- bis zwölfjährigen Entwicklungs- und Zulassungsprozess hinter sich. Ein neu entdeckter Wirkstoff muss grundlegend erforscht, entwickelt und patentiert werden, bevor er in präklinischen und klinischen Tests auf Unbedenklichkeit und Wirkung getestet und zugelassen werden kann. Die jeweiligen Entwicklungsphasen sind durch ausgeprägte Arbeitsteilung sowie spezifische Herangehensweisen gekennzeichnet und außerdem stark reguliert. Differenzierung und regulatorische Prozesse machen es Nachwuchskräften schwer, sich in diesem Berufsfeld zu orientieren und einen geeigneten Einstiegspunkt zu finden. Selbst Branchenkenner haben häufig Schwierigkeiten beim Verständnis der komplexen Anforderungen, die an den verschieden Stellen der Medikamentenentwicklung und –Zulassung bestehen.

Vor diesem Hintergrund vermittelt die Biotech & Pharma Business Summer School einen grundlegenden Überblick über Arzneimittelentwicklung und -zulassung. Ausgehend von der Grundlagenforschung wird die komplette Wertschöpfungskette bis zum Markteintritt des Medikaments abgebildet. Neben Überblicksvorträgen und Diskussionen bieten praktische Übungen und Fallbeispiele Gelegenheit, die phasenspezifischen Anforderungen unmittelbar nachzuvollziehen. Das erfahrene Dozententeam aus renommierten Pharma- und Biotech-Unternehmen sowie Forschungsinstituten bietet die Gewähr für ein umfassendes, praxisnahes Gesamtbild.
Der viertägige Intensivkurs wendet sich an alle, die sich beruflich qualifizieren und einen Einblick in die Arzneimittelentwicklung und deren wissenschaftliches, ökonomisches und regulatorisches Umfeld gewinnen wollen. Der Kurs eignet sich für Nachwuchswissenschafter aus der biomedizinischen Grundlagenforschung ebenso wie für Nachwuchskräfte aus Biotechnologieunternehmen und forschenden Pharmazieunternehmen. Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 20 begrenzt, eine frühe Anmeldung wird empfohlen.

Nähere Informationen bzw. Anmeldeunterlagen erhalten Sie unter www.vbio.de und unter www.glaesernes-labor-akademie.de. Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. Kerstin Elbing (elbing@vbio.de; Tel. 030-27891916) und Daniela Giese (d.giese@bbb-berlin.de, Tel: 030-9489-2922) gerne zur Verfügung.\n

Text: Dr. Kerstin Elbing, Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V., Geschäftsstelle Berlin

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Foto: Campus Berlin-Buch (Foto: BBB Management GmbH)

leben / 04.04.2016
Förderung von Projekten der Jugend- und Jugendsozialarbeit

Träger der freien Jugendhilfe können für Projekte der Jugend- und Jugendsozialarbeit in Pankow ab sofort ihre Anträge auf Zuwendungen durch das Bezirksamt Pankow im Haushaltsjahr 2017 stellen. Die Antragsunterlagen müssen bis 31. Mai 2016 bei der Abteilung Jugend und Facility Management, Fachdienst 1, Berliner Allee 252, 13088 Berlin, eingegangen sein. Neben dem Antrag sind ein Finanzierungs- und Haushaltsplan, eine Jahresplanung, Konzeption, Stellenplan und der aktuelle Freistellungsbescheid des Finanzamtes sowie ggf. die Satzung und der Vereinsregisterauszug einzureichen.

Weitere Informationen bei Frau Petersohn unter Tel.: 030 90295-7276.


forschen, investieren, leben, heilen / 01.04.2016
Forschungscampus Berlin-Buch: Ein Dach für Forscher, Ärzte und Patienten

Gemeinsame Pressemitteilung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC), der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIH)\n




Auf dem Forschungscampus in Berlin-Buch entsteht ab 2017 ein neues Gebäude, das mehrere Institutionen unter einem Dach vereint. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und die Charité – Universitätsmedizin Berlin haben einen Wettbewerb für einen neuen zentralen Standort für das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) am Campus ausgelobt. Der Gewinner steht nun fest und legte einen identitätsstiftenden Entwurf für den Erweiterungs- und Verbindungsbau vor.

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Das bestehende Gebäude der ehemaligen Robert-Rössle-Klinik auf dem Forschungscampus im Norden Berlins beherbergt bereits Forscherinnen und Forscher aus MDC und Charité. Hier arbeiten sie zusammen mit verschiedenen Hochschulambulanzen und klinischen Forschungseinrichtungen an der Translation von Wissen zwischen Grundlagenforschung und klinischer Praxis, vor allem im gemeinsamen Experimental and Clinical Research Center (ECRC). 



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MDC und Charité lobten im Herbst 2015 ein Wettbewerbsverfahren für einen Neubau aus, der einen Teil der alten Klinik am Lindenberger Weg ersetzen soll. Der Gewinner, das Architekturbüro Kleyer.Koblitz.Letzel.Freivogel aus Berlin, steht nun fest. „Das neue Gebäude stellt eine bauliche Verbindung zwischen Forschern, Ärzten, Patienten und Probanden dar. So wird ein neuer und kommunikativer Raum geschaffen – der enge Kontakt und Austausch ist ganz zentral für die translationale Forschung“, sagt Prof. Thomas Sommer, der als kommissarischer wissenschaftlicher Vorstand des MDC an der Auswahl beteiligt war. Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité: „Wir sehen in dem Vorhaben einen Gewinn für die translationale Forschung und rechnen damit, dass auch Patienten von unseren gemeinsamen Anstrengungen profitieren werden.“ Das Gebäude entsteht in unmittelbarer Nähe zum MDC, das patientenorientierte Grundlagenforschung betreibt und die Bauabwicklung übernimmt. Der Bezug ist für das Frühjahr 2019 geplant.

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Gleichzeitig bekommt das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), in dem das MDC und die Charité ihre gemeinsamen translationalen Aktivitäten betreiben, einen neuen Standort: „Ab 2017 entsteht am Campus Buch ein essentieller BIH-Standort, der Laborflächen in einem Gebäude vereint. Das ist für die erfolgreiche interdisziplinäre Forschung des BIH ganz entscheidend“, sagt Prof. Erwin Böttinger, Vorstandsvorsitzender des BIH. Das BIH finanziert das Vorhaben mit etwa 19,4 Mio. Euro aus Bundesmitteln (90%) und Landesmitteln (10%).

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Der Neubau ersetzt Gebäude der alten Robert-Rössle-Klinik, die in den siebziger Jahren errichtet wurden. Das Preisgericht lobte den maßvollen Umgang des Neuentwurfs mit den Bestandsgebäuden, sodass ein schlüssiges Gebäudeensemble mit großzügigem Innenhof und zahlreichen Begegnungsflächen entsteht. 

„Ich freue mich, dass diese wichtige Entscheidung mit meinem Dienstantritt zusammenfällt“, sagt Prof. Martin Lohse, der am 1. April das Amt des wissenschaftlichen Vorstands des MDC übernommen hat. Die großen Chancen, die das BIH für Berlin bringe, nähmen in dem neuen Gebäude konkrete Gestalt an. „Das eröffnet dem MDC neue Möglichkeiten, seine Erfindungen und Entdeckungen noch schneller zum Patienten zu bringen.“ 



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Über den Wettbewerb

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16 Architekturbüros haben einen Wettbewerbsbeitrag eingereicht. Der zweite und dritte Preis wurden an die Architektenbüros Glass Kramer Löbbert und Erchinger Wurfbaum vergeben. Neben den Gewinnern bekamen Scheidt Kasprusch; Heinle, Wischer und Partner, sowie Numrich Albrecht Klumpp eine Anerkennung. Der Auslober wird, wie in der Auslobung vorab festgelegt, im Anschluss an den Wettbewerb ein Verhandlungsverfahren unter allen Preisträgern durchführen. Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) unterstützte das MDC bei der Durchführung des Verfahrens. Die Wettbewerbsarbeiten werden im BBR ausgestellt (Eröffnung der Ausstellung: 5. April 2016 um 18 Uhr).

Detaillierte Informationen zum Wettbewerb

Informationen zur Ausstellung

forschen / 31.03.2016
Transatlantisches Bündnis für ultra-sensitive MR-Bildgebung mit Gas-Bläschen

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin-Buch und des California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena kooperieren zukünftig bei der Entwicklung neuester Biosensoren für die individualisierte Medizin und die Medikamentenentwicklung. Das interdisziplinäre Team aus Physikern, Chemikern und Biotechnologen wird an einem neuen Typ von Kontrastmitteln arbeiten, um wesentliche Durchbrüche in der MR-Tomographie zu erzielen, da diese Sensoren mit etwa 3-millionenfacher gesteigerter Empfindlichkeit nachgewiesen werden können. Hierfür wird die Kooperation künftig jährlich mit 250.000 US$ gefördert.

Die wachsenden Erkenntnisse aus Biochemie und Zellbiologie über Ausbruch und Verlauf von Krankheiten sowie über die Wirksamkeit neu entwickelter Medikamente im Kontext eines lebenden Organismus lassen sich bislang nur unzufrieden stellend in Methoden der diagnostischen Bildgebung integrieren. Viele Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) liefern zwar guten Kontrast zur Differenzierung verschiedener Gewebe, können aber nicht die Verteilung bestimmter Biomarker visualisieren. 
Diese meist sehr gering konzentrierten Moleküle werden jedoch für das Konzept der individualisierte Medizin immer wichtiger, um Patienten eine maßgeschneiderte Therapie anzubieten, bzw. die Mechanismen hinter verschiedenen Krankheiten besser zu verstehen oder das Ansprechen auf neu entwickelte Arzneimittel zu untersuchen. An einer Verbesserung dieser Situation arbeiten die Gruppen des Physikers Leif Schröder am FMP und des Biotechnologen Mikhail Shapiro am Caltech – bislang allerdings mit getrennten Ansätzen.

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Die kalifornischen Wissenschaftler entdeckten kürzlich eine neue Klasse von Kontrastmitteln, die zunächst als luftgefüllte Gas-Bläschen in der Ultraschall-Diagnostik Einsatz fand. Das eigentliche Potential entpuppte sich aber erst, als diese Vesikel mit einer MRT-Methode detektiert wurden, die u.a. federführend am FMP in Berlin entwickelt wird. Hierbei kommt laser-polarisiertes Xenon, zum Einsatz das sich in sehr geringen Mengen nachweisen lässt. In ersten Tests konnten MR-Bilder mit sub-Millimeter-Auflösung in 18 Minuten aufgenommen werden, für die man sonst mit konventionellen Mitteln mehr als 300 Mio. Jahre brauchen würde. Solche enormen Verbesserungen der Sensitivität lassen sich nur durch fundamental neue Ansätze erreichen.

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Die beiden Teams bekamen daher nun für die Weiterentwicklung der Methode vom Kuratorium des Human Frontiers Science Programs (HFSP) insgesamt 750.000 US$ über drei Jahre zugesprochen. In dem hoch kompetitiven Verfahren wurde ihr Projekt als eins von 25 aus ursprünglich 672 eingereichten Anträgen ausgewählt. Die Gutachter hoben das Potential der Methode hervor, um einen „entscheidenden Durchbruch in der biomedizinischen Bildgebung und tiefgreifende Veränderungen für das Gebiet“ zu erzielen.

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Das HFSP unterstützt als einzige weltweit operierende Förderorganisation wegweisende internationale Kooperationen in den Lebenswissenschaften, bei denen neueste Entwicklungen aus den angrenzenden Naturwissenschaften zum Einsatz kommen, um grundlegend neue Erkenntnisse zu gewinnen.
 

Weiterführende Informationen:


Leif Schröder: schroeder.fmp-berlin.info; ORCID ID:orcid.org/0000-0003-4901-0325

Mikhail Shapiro: shapirolab.caltech.edu ; ORCID ID: orcid.org/0000-0002-0291-4215

HFSP: www.hfsp.org/sites/www.hfsp.org/files/HFSP%202016%20Research%20Grants.pdf



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Kontakt:



Dr. Leif Schröder

Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
schroeder@fmp-berlin.de

Tel.: 0049 30 94793-121



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Foto:
NMR- und MRT-Mesungen benötigen starke supraleitende Magneten (s. Abb. bei der Füllung mit Kühlmitteln). Wissenschaftler am FMP entwickeln neue Detektionsmethoden, die weit über die Sensitivität hinaus gehen, die mit solchen Magneten alleine erzielt werden kann. (Foto: FMP)

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Über das FMP
Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR. 

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leben, heilen / 30.03.2016
Matts, Jette und Senta: Die Anfang März geborenen Drillinge dürfen heute nach Hause

Drillinge erblicken Anfang März im Bucher Klinikum gesund das Licht der Welt
Kompetente Betreuung im zertifizierten Perinatalzentrum des HELIOS Klinikums Berlin-Buch
Matts, Jette und Senta dürfen heute nach Hause
 
Sehr munter zeigen sich die am 2. März 2016 im HELIOS Klinikum Berlin-Buch geborenen Drillinge. Die Eltern von Matts, Jette und Senta haben sich heute Vormittag auf der Frühchenstation herzlich verabschiedet und auch beim Team der Geburtshilfe für die persönliche, kompetente Betreuung der  Hebammen, Krankenschwestern und Ärzten bedankt.
 
Gleich die erste Ultraschalluntersuchung zu Beginn der Schwangerschaft hatte es gezeigt: Andrea (35) und René Albe (38) bekommen Drillinge. „Diese Herausforderung nehmen wir an“, waren sich beide einig. Schon frühzeitig nahm die werdende Mama den Rat ihrer betreuenden Ärztin an und Kontakt zu einem Perinatalzentrum mit der höchsten Versorgungsstufe Level 1 auf. „Jeden Monat fuhr ich einmal zum HELIOS Klinikum nach Berlin-Buch, ab Dezember dann alle zwei Wochen“, berichtet die Drillingsmama. Stationär aufgenommen wurde sie Anfang Februar.
„Bei einer Mehrlingsschwangerschaft zählt wirklich jeder Tag, den die Babys noch im Bauch der Mutter bleiben können. Sie dort so lange gedeihen zu lassen ist bei Mehrlingen nicht immer einfach“, sagt Dr. med. Annette Isbruch, Leitende Oberärztin der Geburtshilfe. Am 2. März kamen Matts um 8.12 Uhr mit 1.710 Gramm und 46 Zentimetern, Jette um 8.13 Uhr mit 1.480 Gramm und 42 Zentimetern sowie Senta einige Sekunden später mit 1.720 Gramm und 44 Zentimetern gesund zur Welt.
Dr. med. Andreas Höck, Oberarzt der Frühchenstation (Neonatologie), berichtet: „Alle drei Babys trinken jetzt alleine und gedeihen prächtig. Mein Team und ich wünschen den Eltern und ihren Kindern alles Gute.“
Ein großes Dankeschön gab es von Familie Albe auch für das Team im Bucher Ronald McDonald Haus. „Dieses Zuhause auf Zeit so nahe am Klinikum hat es ermöglicht, dass wir uns ganztags und sehr intensiv um unsere Kinder kümmern konnten.“ Die junge Familie freut sich nun auf ihr Zuhause in Fredersdorf (Landkreis Märkisch-Oderland).
 
„Sicher und individuell“ ist das Motto der geburtshilflichen Abteilung im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Neben einer modernen Geburtshilfe bietet das Klinikum auch eine umfassende Versorgung von Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten und Frühgeborenen. Im zertifizierten Perinatalzentrum Level 1, der höchsten Versorgungsstufe, können auch Frühgeborene unter 1.500 Gramm Geburtsgewicht versorgt werden.
Die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Kinderchirurgie garantiert eine optimale Versorgung von Mutter und Kind rund um die Uhr und sorgt dafür, dass es auch den Kleinsten an nichts fehlt.
 
Jeden 1., 2. und 3. Dienstag im Monat (außer an Feiertagen) um 17.30 Uhr finden Informationsabende der Geburtshilfe statt.
 
Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Chefarzt und Leiter Brustzentrum: Prof. Dr. med. Michael Untch
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Chefarzt und Leiter Perinatalzentrum: Prof. Dr. med. Lothar Schweigerer
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Geburtsanmeldung:
Tel. (030) 94 01-533 45

 
Bildunterschrift: Dr. med. Annette Isbruch (Leitende Oberärztin der Geburtshilfe) hält Jette, Dr. med. Andreas Höck (Oberarzt der Neonatologie) den kleinen Matts und Susann Knöfel (Leitende Hebamme) Senta (i.B.v.r.). (Foto: HELIOS/Thomas Oberländer)

leben, bilden / 30.03.2016
Osterferientag für Kinder des Refugiums Buch

Am Osterferienprogramm des Gläsernen Labors nahm auch eine Kindergruppe aus dem Bucher Refugium teil. Diesmal stand das Thema „Brücken bauen“ auf dem Programm. Dabei kamen jede Menge verschiedene Materialien zum Einsatz. Die Kinder bauten Bücken aus Papier und Holz und lernten dabei, welche Rolle das Profil spielt, wie Materialien gestaucht und gedehnt werden können und wie man eine Brücke zum Beispiel durch Zwischenträger oder Wellpappe belastbarer machen kann. Sie formten Gewichte aus Knete und überprüften, wie viel ihre Brücke trägt.\n

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa gingen die Bastelarbeiten dann mit unterschiedlichen Nudeln als Brücke und Marshmallows als Verbindungselemente weiter. Ganz nebenbei machten die Kinder praktische Erfahrungen mit Grundgesetzen den Physik: Warum biegen sich Makkaroni weniger als Spaghetti? Welches Profil ist am günstigsten für Bauträger?
Zum Abschluss gab es dann die Marshmallows und natürlich Ostereier zum Naschen.

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Das Gläserne Labor dankt ganz herzlich der Delbrück’schen Familienstiftung, die den kostenlosen Ferienbesuch für die Kinder ermöglicht hat.

leben / 24.03.2016
Vertiefende Prüfungen zu den Standorten für Modulare Bauten und Container für die Flüchtlingsunterbringung in Pankow

Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) bedauert, dass der Senat auch Flächen für zukünftige Flüchtlingsunterkünfte veröffentlicht und mit dem Bezirksamt Pankow abgestimmt hatte, deren tatsächliche Realisierbarkeit nicht im Vorfeld durch die zuständigen Landesbehörden abschließend geprüft wurde.

Nachdem der Senat am 23. Februar 2016 über die Standorte in Berlin entschieden hatte, wurden für die vorgesehenen neun Pankower Standorte weitere vertiefende Prüfungen durch den Senat angestellt.

Im Ergebnis gibt es Änderungen bei einigen der bisher kommunizierten Standorte.
Modulare Flüchtlingsunterkünfte (MUF) sollen weiterhin an folgenden Standorten errichtet werden:

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  • Lindenberger Weg 19, 27 in Buch
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  • Wolfgang-Heinz- Str. neben 47 in Buch
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  • Blankenburger Pflasterweg 101 in Blankenburg
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Noch nicht abschließend geprüft hat der Senat die Friedhofsfläche Gustav-Adolf-Str. 67,74 in Weißensee. Zusätzlich geprüft wird durch den Senat eine weitere Friedhofsfläche Dietzgenstraße 122-162, in Niederschönhausen. Beide nicht pietätsbefangenen Flächen werden von der Flächeneigentümerin, der Evangelischen Kirche, als Wohnungsbaupotentialflächen angesehen.

Zur Fläche in der Straße 69 in Karow gibt es noch keine abschließende Prüfung durch die GESOBAU. Diese wird sich noch bis zum kommenden Sommer hinziehen, da durch die GESOBAU zunächst naturschutzrechtliche Gutachten beauftragt und eigentumsrechtliche Fragen geklärt werden müssen.

Für Container-Unterkünfte (tempohome) werden derzeit zwei neue Standorte präferiert, die auch vom Bezirksamt akzeptiert werden:

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  • Elisabethaue in Blankenfelde an der Buchholzer Straße als Doppelstandort
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  • Dietzgenstraße 100 in Niederschönhausen auf der Freifläche des ehemaligen Straßenbahnhofes
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Für die beiden Standorte in Prenzlauer Berg Walter-Friedländer-Straße nördlich 19 und Danziger Straße/ Kniprodestraße wird weiterhin durch den Senat geprüft, wie viele Plätze hier jeweils geschaffen werden können. Die Standardgröße von 500 muss aufgrund der Grundstücksflächenzuschnitte unterschritten werden.

Der Standort Greifswalder Straße 80 D in Prenzlauer Berg wird nicht realisiert, da er durch den Senat für zu klein befunden wurde.

Auf der Fläche in der Kirchstraße 69/ Rosenweg in Rosenthal werden keine Container aufgestellt, jedoch wird durch den Senat geprüft, ob dort im Zusammenhang mit einer benachbarten für Wohnungsbau der GESOBAU vorgesehenen Fläche modularen Unterkünfte gebaut werden können.

Nachdem das Bezirksamt den Bau von modularen Unterkünften auf einer Fläche in der Sieverstorpstraße in Karow abgelehnt und dies auch vom Senat akzeptiert wurde, prüft dieser nun, ob auf der Fläche für 3 Jahre Container errichtet werden können.

Abweichend von bisherigen Aussagen des Senats werden die Container nach aktuellen Informationen nicht alle im Mai/ Juni aufgestellt werden, sondern in der Zeit von Ende Juni bis Mitte Oktober 2016. Dadurch verzögert sich möglicherweise der Freizug der als Notunterkünfte genutzten Sporthallen entsprechend.
„Das Bezirksamt Pankow hat ein großes Interesse, dass es keinen weiteren Zeitverzug gibt und erwartet vom Senat, dass die Prüfung der einzelnen Standorte schnell abgeschlossen wird.“ erklärt Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD).


investieren, produzieren / 24.03.2016
Eckert & Ziegler Jahresabschluss 2015: Umsatzwachstum um 10%. Gewinnanstieg um 58% durch Sonderertrag.

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 140,0 Mio. Euro erzielt. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 12,8 Mio. Euro oder 10 % und beruht im Wesentlichen auf der Wechselkursentwicklung zwischen Euro und US-Dollar. Das Ergebnis pro Aktie stieg um 0,75 EUR/Aktie auf 2,03 EUR/Aktie, wobei hier zwei Sondereffekte enthalten sind. Positiv wirkte sich der Verkauf der Beteiligung an der OctreoPharm Sciences GmbH (OPS) aus. Höhere Kosten für anstehende Entsorgungsleistungen belasteten das Ergebnis der Umweltdienste.
 
Das größte Segment Isotope Products verzeichnete währungsbedingt eine Steigerung um 7,4 Mio. Euro auf 66,9 Mio. Euro. Das Segment Strahlentherapie konnte nach einem schwachen Jahr 2014 die Umsätze deutlich auf 30,9 Mio. Euro steigern. Es profitierte ebenfalls vom besseren USD-Wechselkurs. Zudem wurden wieder mehr Tumorbestrahlungsgeräte ausgeliefert, da verzögerte Projekte aus dem Vorjahr abgearbeitet wurden und die Neueinführung des SagiNova® für einen Schub sorgte. Im Segment Radiopharma entwickelte sich die Gerätesparte hervorragend. Es wurden mehr Modular-Lab-Systeme verkauft, was gleichzeitig zu einer erhöhten Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien führte. Daneben stieg der Umsatz mit pharmazeutisch zugelassenen Gallium-Generatoren. Die Zyklotronsparte profitierte von neu eingeworbenen Produkten zur Diagnose der Alzheimer-Erkrankung. Durch Preis- und Volumenrückgänge bei klassischen FDG-Produkten wurden diese positiven Effekte allerdings nahezu aufgehoben. Im Segment Sonstige führten unsere Preiserhöhungen und die Ausweitung des Geschäfts der englischen Beteiligung zu einem deutlichen Umsatzanstieg. Dieser resultierte ausschließlich aus Dienstleistungen und war nicht mit einer Erhöhung der Entsorgungsrückstellungen verbunden.
 
Der operative Kapitalfluss ist um 5,6 Mio. Euro auf 16,2 Mio. Euro gestiegen, wobei hier die oben genannten Sondereffekte nicht enthalten sind. Somit ergibt sich die Verbesserung vor allem aus dem Abbau von Forderungen und Vorräten. Im Vorjahr sind diese Positionen stark angestiegen. Der Verkauf der OPS sorgte für einen deutlichen Mittelzufluss, so dass die Investitionstätigkeit in der Summe positiv ausfällt. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit lag in etwa auf dem Vorjahresniveau. Zum Bilanzstichtag konnten die liquiden Mittel um 9,6 Mio. Euro auf komfortable 31,5 Mio. Euro erhöht werden.
 
Für das Geschäftsjahr 2016 wird ein konstanter Umsatz von etwa 140 Mio. Euro und ein EBIT von rund 16 Mio. Euro erwartet. Daraus sollte sich ein Konzerngewinn von etwa 9,5 Mio. Euro oder 1,80 Euro je Aktie ergeben. Die Prognosen stehen unter dem Vorbehalt eines Wechselkurses von höchstens 1,15 USD pro EUR.\n



Den vollständigen Jahresabschluss finden Sie hier: 


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http://www.ezag.com/fileadmin/ezag/user-uploads/pdf/financial-reports/deutsch/euzj15d.pdf

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forschen / 22.03.2016
MDC-Gründungsdirektor Detlev Ganten feiert 75. Geburtstag

Mediziner, Wissenschaftsmanager, Innovator: Am 28. März 2016 wird Prof. Dr. Detlev Ganten, Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), 75 Jahre alt.

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Detlev Ganten ist eine der zentralen Persönlichkeiten der Biomedizin in Deutschland. Als Gründungsdirektor des MDC, das er ab 1991 aufbaute und anschließend über zehn Jahre lang leitete, prägte er die Entwicklung des Wissenschaftscampus Berlin-Buch und des Forschungsstandorts Berlin entscheidend mit. Von 1997 bis 2001 war er zusätzlich Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. 2004 wurde er an die Spitze des Vorstands der Charité Berlin berufen, die er bis 2008 leitete. In dieser Zeit führte er die Medizinischen Fakultäten der Freien Universität und der Humboldt Universität zur vereinigten neuen „Charité – Universitätsmedizin Berlin“ zusammen und gründete mit Johanna Quandt die Stiftung Charité.

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Neben seiner Tätigkeit an der Spitze weiterer Forschungsorganisationen war und ist Detlev Ganten in zahlreichen Gremien wie dem Nationalen Ethikrat vertreten; er prägte und prägt viele Debatten insbesondere zum Thema gesundheitliche Vorsorge in Deutschland mit.

Medizin und Prävention sind heute das wichtigste Anliegen des Mediziners, der jahrzehntelang zum Bluthochdruck forschte. Als Präsident des 2009 von ihm gegründeten World Health Summit engagiert sich Detlev Ganten für die Verbesserung der globalen Gesundheitsvorsorge.

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„Gesundheit ist ein umfassendes Thema. Nur wenn Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mitmachen, können wir die globale Gesundheit verbessern“, lautet sein Credo. Beim diesjährigen World Health Summit, der im Oktober in Berlin stattfindet, geht es unter anderem um Verbesserungen der Gesundheitsvorsorge bei Epidemien wie Ebola und Zika und um Klimawandel und Gesundheit.



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Detlev Ganten wurde 1941 in Lüneburg geboren. Er studierte in Würzburg, Montpellier/Frankreich und Tübingen Medizin und forschte anschließend mehrere Jahre lang in Montreal/Kanada; anschließend folgten Habilitation und Professur an der Universität Heidelberg. Ganten erhielt zahlreiche Ehrungen im In- und Ausland, darunter 1990 den Max-Planck-Forschungspreis sowie den Okamoto-Preis in Japan, 1992 den CIBA-Preis des Council für High Blood Pressure Research der American Heart Association. Im Jahr 2000 bekam er das Bundesverdienstkreuz, 2003 wurde er Ritter der französischen Ehrenlegion. Darüber hinaus ist er mehrfacher Ehrendoktor und Mitglied in der Akademie der Wissenschaften Heidelberg, der Polnischen Akademie der Wissenschaften, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Weitere Informationen:
https://insights.mdc-berlin.de/de/2016/03/detlev-ganten-kein-herzschlag-soll-ums...
– Ausführliches Portrait auf den Seiten des MDC

heilen / 22.03.2016
Mit Wissen und erstklassiger Medizin gegen Brustkrebs

Die drei HELIOS Kliniken in Berlin-Buch, Berlin-Zehlendorf und Bad Saarow luden 2016 bereits zum 6. Mal zum Live-OP-Symposium Mammakarzinom ein. Am Freitag, 18. März 2016, trafen sich Frauenärzte, Plastische Chirurgen und alle mit der Behandlung von Brustkrebs befassten Experten zu einem Wissensaustausch in der Mitte von Berlin. Neben Vorträgen zu verschiedenen Behandlungsmethoden hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, live via Bildschirm verschiedenen Operationen beizuwohnen und mit den Operateuren simultan über Verfahren und Vorgehensweisen zu diskutieren.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken jährlich circa 75.000 Frauen neu an Brustkrebs, 17.000 versterben. Das Mammakarzinom ist damit die häufigste Tumorart bei Frauen.
Umso wichtiger ist es, betroffenen Frauen adäquate Therapien anzubieten, mit dem Ziel einer bestmöglichen Versorgung und einer guten Prognose. In den meisten Fällen lässt sich die Erkrankung bei rechtzeitiger Diagnose heilen. „Für eine bestmögliche Therapie ist es unerlässlich, dass alle am Behandlungsprozess Beteiligten intensiv zusammenarbeiten und gemeinsam eine individuell auf die Patientin abgestimmte Vorgehensweise festlegen“, betont Dr. med. Marek Budner, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und stellvertretender Leiter des Brustzentrums im HELIOS Klinikum Bad Saarow.

Die Besucher hatten teil an vier Operationen, die live aus vier OP-Sälen aus den HELIOS Kliniken Berlin-Buch und Emil von Behring in Berlin-Zehlendorf via Bildschirm an den Veranstaltungsort übertragen wurden.
Die fachliche Auseinandersetzung mit Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie die Praxisnähe wurden von den Teilnehmern besonders geschätzt. Im Mittelpunkt standen Implantatwechsel, Brustwiederaufbau mit Implantaten, brusterhaltende Operationen, mikrochirurgischer Wiederaufbau mit Eigengewebe und das sogenannte Lipofilling. Dabei dienen speziell aufbereitete körpereigene Fettzellen als Füll- und Modelliermasse, um verlorenes Gewebe zu rekonstruieren.

Zu diesem unter Schirmherrschaft namhafter Fachgesellschafen, darunter der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, der Deutschen Gesellschaft für Senologie, der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), und der Arbeitsgemeinschaft Wiederherstellende Operationen in der Gynäkologie, fächerübergreifenden Austausch kamen Spezialisten aus ganz Deutschland.

Dr. med. Uwe von Fritschen, Leiter des Rekonstruktiven Brustzentrums und Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie im HELIOS Klinikum Emil von Behring ist der fächerübergreifende Wissensaustausch die Basis für erfolgversprechende Therapieansätze:
„Ich freue mich sehr über das große Interesse an einem intensiven fachlichen Austausch unter Kollegen. Dieser Dialog ist wichtig, um Therapien im Sinne unserer Patientinnen weiterzubringen.“

„Die Versorgung bei Brustkrebspatientinnen hat sich in den letzten Jahren deutschlandweit qualitativ deutlich verbessert. Gleichzeitig ist es wichtig,  individuelle Behandlungsstrategien zu entwickeln, die den medizinischen Gegebenheiten, aber auch den persönlichen Ansprüchen der einzelnen Patientin gerecht werden“, erklärt Professor Dr. med. Michael Untch, Leiter des Brustzentrums und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

Am Samstag, 19. März standen im Rahmen des 5. Senologischen Updates im SpreeKaree  u.a. auch für Weiterbildungsassistenten und angehende Fachärzte insgesamt vier Fachvorträge auf dem Programm. Die Themenangebot umfasste Aspekte wie die Brustkrebskonstruktion bei Lymphknotenbefall, genetische Paneltestungen zur Einschätzung von Krebsrisiken und Aktuelles vom letzten Fachkongress in San Antonio (USA). Erstmals wurden auch die therapeutischen Möglichkeiten bei Folgeproblemen wie dem Lyphödem am Arm ausführlich besprochen. 
Direkt im Anschluss fand der 1. Deutsche Lymphtag statt, an dem sich Betroffene und Behandler über die aktuellen Behandlungsmöglichkeiten bei Lyphödem und Lipödem informieren und austauschen konnten.

Die zweitägige Veranstaltung findet seit 2009 jährlich statt und dient der fächerübergreifenden Diskussion und dem wissenschaftlichen Austausch zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten betroffener Frauen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 111 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 52 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, zwölf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich rund 4,5 Millionen Patienten, davon 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 68.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2014 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,2 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.


Klinikkontakte:

HELIOS Klinikum Bad Saarow
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Abteilung: Gynäkologische Onkologie
Chefarzt und Stellv. Leiter Brustzentrum: Dr. med. Marek Budner
Telefon: (033631) 7-32 08
E-Mail: marek.budner@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/badsaarow

HELIOS Klinikum Emil von Behring
Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie
Chefarzt: Dr. med. Uwe von Fritschen
Telefon: (030) 81 02–14 45
Walterhöferstr. 11, 14165 Berlin
E-Mail: Plastische-chirurgie.berlin@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/berlin-behring\n


HELIOS Klinikum Berlin-Buch – Brustzentrum
Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und
Leiter des Brustzentrums: Prof. Dr. med. Michael Untch
Tel. (030) 9401-53300
E-Mail: brustzentrum.berlin.-buch@helios-kliniken.de
Internet: www.helios-kliniken.de/berlin-buch

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Foto: v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Christian J. Gabka, Dr. med. Uwe von Fritschen, Prof. Dr. med. Michael Untch, Prof. Dr. med. Robert Krempien, Dr. Anne Jülicher, Dr. med. Marek Budner, Dr. Juri Wagner (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

forschen / 22.03.2016
Systembiologe Markus Landthaler für seine Forschung ausgezeichnet

Wie Gene wirken, wird von der Zelle vielfältig reguliert. Dr. Markus Landthaler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) wurde nun von der GlaxoSmithKline-Stiftung für seine innovative Forschung im Bereich der Genregulation ausgezeichnet. Der Berliner Systembiologe untersucht das Zusammenspiel von Proteinen, die die Funktion der Boten-RNA beeinflussen – den temporären Träger von Geninformation, der durch das Abschreiben aus DNA entsteht. Die Charakterisierung RNA-bindender Proteine könnte helfen, zukünftig bei gestörter Genregulation gezielt gegenzusteuern.\n

Wie Gene wirken, wird von der Zelle vielfältig reguliert. Dr. Markus Landthaler vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) wurde nun von der GlaxoSmithKline-Stiftung für seine innovative Forschung im Bereich der Genregulation ausgezeichnet. Der Berliner Systembiologe untersucht das Zusammenspiel von Proteinen, die die Funktion der Boten-RNA beeinflussen – den temporären Träger von Geninformation, der durch das Abschreiben aus DNA entsteht. Die Charakterisierung RNA-bindender Proteine könnte helfen, zukünftig bei gestörter Genregulation gezielt gegenzusteuern.

 Genregulation bezeichnet die Mechanismen, die bestimmen, welche Gene zu welchem Zeitpunkt in welcher Menge aktiviert werden. Einer der damit zusammenhängenden Abläufe ist die posttranskriptionelle Regulation, d.h. die Feinsteuerung der mRNA, der temporären Trägerin genetischer Information. Die enormen technologischen Fortschritte in den letzten Jahren machten es möglich, die posttranskriptionelle Genregulation in ihrer zuvor ungeahnten Komplexität zu erforschen. In den beiden der Auszeichnung zugrunde liegenden Veröffentlichungen hat Dr. Markus Landthaler RNA-bindende Proteine, die einen maßgeblichen Einfluss auf die posttranskriptionelle Genregulation haben, durch innovative Methoden charakterisiert. Damit leisten Landthalers Arbeiten einen wichtigen Beitrag zur Erforschung grundlegender Mechanismen der Genregulation. Fehler bei der Genregulation spielen bei vielen Krankheiten eine Rolle. Die Erkenntnisse aus diesen Veröffentlichungen könnten zukünftig dabei helfen, Angriffspunkte für Medikamente und Therapien zu finden, aber auch RNA-bindende Proteine gezielt für die Modulation gestörter Genregulation einzusetzen.

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Für seine wegweisenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der posttranskriptionellen Genregulation durch RNA-bindende Proteine wird Markus Landthaler mit dem Wissenschaftspreis 2016 der GlaxoSmithKline-Stiftung ausgezeichnet.



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Markus Landthaler ist Leiter der Forschungsgruppe „RNA Biology and Posttranscriptional Regulation“ am Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB), dem zum MDC gehörigen Institut für Systembiologie. Der Biologe promovierte 2003 an der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er arbeitete unter anderem an der Rockefeller University, New York, bevor er 2009 an das MDC wechselte und dort seine Forschungsgruppe aufbaute.



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Der Wissenschaftspreis der GlaxoSmithKline Stiftung wird jährlich verliehen und ist mit jeweils 7500 Euro dotiert. Er gliedert sich in den „Medizinischen Grundlagenpreis“ und den Preis für die „Klinische Forschung“. Markus Landthaler ist Träger des „Medizinischen Grundlagenpreises 2016“, den Preis für die „Klinische Forschung“ erhält Marc Aurel Busche von der Technischen Universität München. Die Preisverleihung findet im Juli 2016 statt.

produzieren / 21.03.2016
Eckert & Ziegler: Rekordwerte 2015 bei Ertrag und Umsatz; Nettoliquidität stark gestiegen. Hasselmann rückt in Verwaltungsrat

Ad-hoc Meldung gemäß §15 WpHG
ISIN DE 0005659700\n

Die Eckert & Ziegler AG, ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat das Geschäftsjahr 2015 mit neuen Bestmarken bei Ertrag und Umsatz abgeschlossen. Wie der Aufsichtsrat auf seiner Bilanzsitzung am Montag feststellte, erreichte der Jahresüberschuss mit 10,7 Mio. EUR oder 2,03 EUR pro Aktie das bisher höchste Ergebnis seit Firmengründung. Die Umsätze überstiegen 140 Mio. EUR. Die Nettoliquidität, der Überstand der Finanzmittel über die Schulden, wuchs zum 31.12.2015 um 12,8 auf 15,9 Mio. EUR und damit auf den höchsten Wert seit 2012.
 
Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 8. Juni 2016 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 0,60 EUR pro dividendenberechtigter Aktie vorschlagen (Vorjahr: 0,60 EUR).

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Inhaltlich ist der Jahresabschluss durch eine Reihe von Einmaleffekten geprägt. Sondererträgen aus dem Verkauf einer Beteiligung stehen Verluste im Strahlentherapiesegment und eine gestiegene Risikovorsorge gegenüber. Zudem profitierte die Gruppe bei Umsätzen und Erträgen vom gesunkenen Außenwert des Euros. Die detaillierten Zahlen werden am 23.03.2016 veröffentlicht.
 
Im Zuge der Neuordnung im Segment Strahlentherapie ist vorgesehen, Dr. Harald Hasselmann zu Jahresmitte die Position von Dr. Edgar Löffler als Executive Director im Verwaltungsrat der Eckert & Ziegler BEBIG s.a. zu übertragen. Dr. Löffler bleibt Vorstand der Eckert & Ziegler AG und dort unter anderem weiter verantwortlich für die Therapiesparte.
 

investieren, leben / 21.03.2016
Pankower Bezirkshaushalt 2015 – Bester Jahresabschluss seit der Bezirksfusion 2001

heilen / 17.03.2016
Angehörigenfreundliche Intensivstation

Die Intensivstation der Evangelischen Lungenklinik Berlin-Buch wurde zum zweiten Mal als "Angehörigenfreundliche Intensivstation" zertifiziert. Im Zertifikatsschreiben der Stiftung Pflege e. V. heißt es unter anderem: "Die Voraussetzung für das 'Da-Sein' haben Sie auf Ihren Intensivstationen durch die uneingeschränkte Öffnung für den Angehörigen geschaffen – das bestätigen wir gerne mit diesem Zertifikat – denn nachhaltiges Engagement für mehr Menschlichkeit gehört gewürdigt… Über 150 Intensivstationen sind bereits Ihrem Beispiel gefolgt – so können wir hier mit Sicherheit sagen: Sie waren mit bei den Vorreitern im Sinne von Best Practice."\n

In der Evangelischen Lungenklinik in Buch sind Angehörige der Patienten stets willkommen, sie werden als Stütze im Genesungsprozess verstanden – auch auf der Intensivstation. Dort gibt es keine festgelegten Besuchszeiten, Angehörige werden mit dem Einverständnis des Patienten in den Behandlungsplan einbezogen. Ihnen stehen pflegende, Ärzte und Physiotherapeuten beratend zur Seite. Auch die Seelsorger und Psychoonkologen, sowie Sozialarbeiter der Klinik sind ebenfalls Teil des Behandlungsteams   und nehmen an Gesprächen mit Angehörigen teil.

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"Dass wir mit unserem Konzept, Angehörige jederzeit willkommen zu heißen, richtig liegen, zeigen uns die Rückmeldungen, sowohl von den Angehörigen als auch von Patienten", so das Team der ITS.
Insbesondere Patienten nach Langzeitbeatmungen, die oft desorientiert seien, helfen vertraute Gesichter und liebevolle Berührungen. Angehörige unterstützen hier sehr positiv den Genesungsprozess.  

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Text: Bianka Grau
 
Foto: Bereits zum zweiten Mal erhielt die Intensivstation der Bucher Lungenklinik das Zertifikat. (Foto: Evangelische Lungenklinik Berlin)

forschen, bilden / 17.03.2016
UniStem Day: Über 200 Schülerinnen und Schüler auf den Spuren von Stammzellen

UniStem Day 2016 – erster deutscher Stammzell- forschungs-Tag in Berlin\n

Am 11. März 2016 stand in Berlin ein ungewöhnliches Thema auf dem Stundenplan Biologie begeisterter Schülerinnen und Schüler: Stammzellen. Über 200 Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler von 15 Berliner Schulen besuchten den bundesweit ersten UniStem Day am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Buch. Der neue Aktionstag über aktuelle Stammzellforschung, organisiert vom Deutschen Stammzellnetzwerk (GSCN), möchte Neugierde fördern, Fragen vertiefen und Fakten über Stammzellen vermitteln.

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Am frühen Morgen strömten über 200 Schülerinnen und Schüler auf den Forschungscampus des MDC in Buch und waren voller Neugierde auf diese Premiere – zum ersten Mal war in Deutschland ein ganzer Tag nur der Stammzellforschung gewidmet. Den UniStem Day gibt es in Europa erst seit 2009, jedoch mit einer gewaltigen Wachstumskurve: Dieses Jahr nahmen acht Länder mit 27 000 Schülerinnen und Schülern teil.

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Daher startete der Tag in Buch auch ganz international: In einer Audio-Konferenz waren die Jugendlichen im großen Hörsaal Axon mit den Standorten Mailand, Belgrad und Sardinien verbunden. Auf Englisch wurden lautstark Grüße, Tagesprogramme und Begeisterung mitgeteilt. „Alleine das Moment war schon stark, damit die Jugendlichen erleben, dass Englisch eine wichtige Welt- und Wissenschaftssprache ist“, freute sich Lehrerin Barbara Riedmayer.

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Als zukünftige junge Forscher begrüßte Thomas Sommer als kommissarischer wissenschaftlicher Vorstand des MDCs die Schüler – und in diesem Sinne bediente das Programm sowohl die wissenschaftlichen Inhalte als auch das Leben und Arbeiten eines Wissenschaftlers. Unterhaltsam berichtete der MDC-Forscher Andreas Ofenbauer vom Liebesleben eines Wurms, seinen genetischen Untersuchungen dieses Tieres in unzähligen Generationen – und den daraus folgenden Erkenntnissen für die Entwicklung pulsierender Muskelzellen beim Menschen. Das Herz ist ein, das ganze Leben lang, pulsierender Muskel – und eben dieses Organ war das Thema des Herzchirurgen Christof Stamm, der von seiner Forschung an Stammzellen als Therapie bei Herzerkrankungen berichtete. „Das waren beeindruckende Einblicke in die Arbeit und das Leben eines Wissenschaftlers und eines Mediziners“, zeigte sich der Schüler Leolo Straubinger beeindruckt.

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„Stammzellen im Einsatz“ stand als Überschrift über dem folgenden Markt der Möglichkeiten, wo sich die Schülerinnen und Schüler in Workshops zusammen fanden. Die einen diskutierten über ethische Aspekte von gezielten Genveränderungen oder über das Thema von ungeprüften Therapien und Stammzelltourismus, bei dem Patienten mit dem verzweifelten Wunsch nach Heilung sich ungeprüften aber verheißungsvoll klingenden Therapien, oft im Ausland, anvertrauen. Die anderen erhielten bei Führungen zu Biotech-Firmen auf dem Forschungscampus Einblicke in die Dimension, wo Wissenschaft und Wirtschaft sich verflechten, wo aus den im Labor gewonnenen Erkenntnissen Verfahren entstehen und auf den Markt gebracht werden.

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„Die Evaluation des UniStem Days hat uns gezeigt, dass auch der berufliche Aspekt für viele Schüler bei ihrem Interesse an Wissenschaft eine große Rolle spielt “, berichtet Daniel Besser, Geschäftsführer des Deutschen Stammzellnetzwerkes (German Stem Cell Network GSCN). Diesem Interesse gingen viele Schüler auch nach bei Gesprächen mit Doktoranden und jungen Wissenschaftlerinnen. „Sie wollten wissen, wie das Leben als Wissenschaftlerin aussieht – von der Studienwahl über den Tagesablauf bis zur Aussicht auf feste Anstellungen“, erzählt Annika Fendler, Forscherin am MDC, von der lebhaften Begegnung. Großen Anklang fanden aber auch der Mikroskopie-Workshop und die Stammzell-Spiele, wo die Entwicklungsreise einer Stammzelle nachgestellt wurde.

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Am Ende des langen Stammzelltages bereitete der Moderator André Lampe dem Publikum noch eine Überraschung: In seiner neu entwickelten Science-Show „Die wunderbare Welt der Stammzellen“ konnten die Jugendlichen per Laserpointer aktiv bestimmen, welche Stammzellen-Videos oder leibhaftigen Experten in einem bunten Themenpotpourri rund um Stammzellforschung gezeigt beziehungsweise befragt wurden. „Das war ein super Stammzellentag“, bedankte sich eine Gruppe Schüler beim Abschied, die sogar aus Neumünster angereist waren, um ihr Interesse an Stammzellen zu vertiefen.

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Der UniStem Day ist eine europäische Idee: Über 27 000 Schüler haben sich am 11. März 2016 zum UniStem Day in Italien, Spanien, Großbritannien, Schweden, Polen, Serbien, Dänemark und zum ersten Mal in Deutschland über Stammzellen in Forschung und Anwendung informiert. In Deutschland waren über 1000 Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler in acht deutschen Städten an Instituten und Universitäten angemeldet.

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Das Anliegen des UniStem Days ist es, Wissen über den aktuellen Stand und das Potenzial der Stammzellforschung Lehrerkräften, Schülerinnen und Schülern näherzubringen. Der Hintergrund: Die Stammzellforschung entwickelt sich derzeit so rasant, dass sie sich diese kaum im aktuellen schulischen Lehrplan abbilden lässt. Das Deutsche Stammzellnetzwerk hatte daher die europäische Idee für Deutschland übernommen und den UniStem Day in Berlin zusammen mit dem MDC, dem „Labor trifft Lehrer“, dem Gläsernen Labor, dem Berliner Institut für Gesundheit (BIH) und dem Berlin-Brandenburger Centrum für regenerative Medizin (BCRT) organisiert und in Bonn, Bochum, Hannover, Jena, Dresden, Münster und Heidelberg angeregt. Dieses Jahr mit insgesamt 1000 Schülern – wer weiß, wie viele es 2017 werden?

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Text:  Stefanie Mahler

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Foto: Auf dem "Markt der Möglichkeiten" im Foyer des Max Delbrück Communications Center diskutierten die Jugendlichen mit MDC-Wissenschaftlern u.a. über ethische Fragen und berufliche Perspektiven. (Foto: GSCN/Anyess von Bock)

forschen / 16.03.2016
Jeanette Schulz-Menger ist neue Präsidentin der weltgrößten CMR-Gesellschaft

Seit Januar 2016 steht Prof. Dr. Jeanette-Schulz-Menger, Leiterin der Forschungsgruppe „Kardio-MRT“ am ECRC sowie der Hochschulambulanz für Kardiologie Charité Campus Buch, der Society for Cardiovascular Magnetic Resonance (SCMR) als Präsidentin vor. Die SCMR ist die weltweit größte Gesellschaft, die Fachleute rund um das Thema Herz-MRT vereint. „Wir bringen Expertinnen und Experten aus der Kardiologie, Radiologie, aber auch aus Physik, Informatik und Mathematik zusammen und haben sowohl die Grundlagenforschung als auch die klinische Arbeit im Blick“, sagt Schulz-Menger, die sich bereits seit 1998 in der Gesellschaft engagiert. Sie ist die erste Frau an der Spitze der 1997 gegründeten Vereinigung.

Für die Zeit ihrer Präsidentschaft hat sich die Herzspezialistin insbesondere vorgenommen, kardiologische Forschung und technische Entwicklung enger zu verzahnen. „Nur wenn hier die Zusammenarbeit gut funktioniert, sind rasche Fortschritte in der Anwendung möglich. Und die Verbesserung der klinischen Versorgung von Patientinnen und Patienten ist mir als Medizinerin letztlich am wichtigsten“, betont Schulz-Menger. Konkret entwickelt die SCMR zurzeit verschiedene Leitlinien für die Durchführung und Auswertung von Kardio-MRT-Untersuchungen.

Dabei geht es vorrangig um Standardisierungskriterien, etwa zur Quantifizierung in der Vermessung von Herzmuskelschäden. Diese Kriterien sollen international als Guidelines bei technischen Weiterentwicklungen fungieren. Damit Kardio-MRT weltweit in hoher Qualität angeboten werden kann, will sich Schulz-Menger außerdem verstärkt darum kümmern, nationale und internationale Netzwerke zu schaffen. Sie sollen unter anderem dazu dienen, einen Wissenstransfer auch in weniger gut versorgte Länder zu gewährleisten.

Ein weiteres zentrales Projekt der Vereinigung, das Jeanette Schulz-Menger voranbringen will, ist eine weltweite Register-Studie, für die die SCMR seit 2013 Daten von Herz-MRT-Patientinnen und -Patienten zusammenführt. „Unsere Kohorte umfasst bisher 70.000 Personen, diese Zahl wird noch wachsen – aus diesem Fundus ergibt sich für wissenschaftliche Forschungsfragen rund um das Herz eine Riesen-Power“, freut sich die neue Präsidentin der SCMR.

„Hauptamtlich“ ist und bleibt Jeanette Schulz-Menger natürlich Forscherin und Medizinerin. Zurzeit arbeitet sie unter anderem in der groß angelegten Studie zum plötzlichen Herztod, für die das ECRC die Leitung für die klinische Prüfung der beteiligten Forschungseinrichtungen mit MRT-Expertise in Deutschland übernommen hat.

Foto: Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger (Foto: David Ausserhofer/MDC)

leben, heilen / 16.03.2016
Tagesklinik für Kinder mit Autismus eröffnet

Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Die Störung beeinträchtigt meist die gegenseitige Interaktion und Kommunikation mit der Umwelt. Betroffene entwickeln oftmals eingeschränkte, stereotype oder sich wiederholende Interessen und Aktivitäten.

Immer öfter werden bei Kindern sogenannte Autismus-Spektrum-Störungen, kurz Autismus, diagnostiziert. In Deutschland sind davon rund sieben von 1.000 Kindern betroffen, meist mehr Jungen als Mädchen. Kinderärzte und Pädagogen sind zunehmend sensibilisierter für das Krankheitsbild, und Eltern erhalten damit schneller Gewissheit sowie die Möglichkeit, zielgerichtet Hilfe zu suchen.\n

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch hat als erstes Krankenhaus in den neuen Bundesländern eine Tagesklinik eröffnet, die speziell auf Autismus-Spektrum-Störungen ausgerichtet ist.
 „Eine frühzeitige Behandlung und Förderung versetzt autistische Kinder in die Lage, im Alltag leichter zurechtzukommen. Und dadurch lässt sich ihr eigener Leidensdruck, ebenso wie der ihrer Eltern, extrem reduzieren“, sagt Dr. med. Rüdiger Stier, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

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Die zehn Plätze umfassende Tagesklinik ist speziell auf die Bedürfnisse autistischer Kinder und Jugendlicher ausgerichtet. Sie ermöglicht die intensive Behandlung der Betroffenen durch eine Vielzahl  wissenschaftlich anerkannter Therapien und Förderprogramme. Carsta Ines Schellenberger, Diplompsychologin und Leiterin des Fachbereiches, ergänzt: „Ein Kind mit Autismus kann durch gezielte Förderung viele Verhaltensweisen erlernen bzw. eine Verhaltensmodifikation erreicht werden“.

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„Wir freuen uns, mit dem speziell auf die Bedürfnisse von Kindern mit Autismus ausgerichteten Fachbereich, den Betroffenen eine ganztägige Betreuung anbieten zu können und sie nach ihren Bedürfnissen und mithilfe umfangreicher Therapiemöglichkeiten zu fördern“, erklärt Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.


Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch GmbH
Dr. med. univ. Rüdiger Stier
Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Tel. +49 30 9401-15400
Fax.+49 30 9401-55409

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Foto: Tag der offenen Tür in der Tagesklinik für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen; (v.l.n.r.) Dr. med. Rüdiger Stier, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Carsta Ines Schellenberger, Diplompsychologin und Leiterin des Fachbereiches und Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

forschen / 16.03.2016
Neue Stiftung am MDC fördert junge internationale Wissenschaftler

Seit dem 22. Februar 2016 ist am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) die neu gegründete Stiftung Gisela Krebs (SGK) angesiedelt, die exzellente junge internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Muskelstammzellforschung fördern will. Die Stifterin Gisela Krebs ist Schwester des Nobelpreisträgers Hans A. Krebs, dessen medizinisch orientierte Forschung wegweisend für die Aufklärung des Zellstoffwechsels war.

Wissenschaft und Medizin haben eine lange Tradition in der Familie Krebs. Hans Adolf Krebs, der mit seiner Entdeckung des Citrat-Zyklus die Zellatmung erklären konnte und dafür 1953 den Nobelpreis erhielt, stammte aus einer Arztfamilie. Sein Sohn, Lord John Richard Krebs, ist Zoologe und Verhaltensforscher an der University of Oxford. Die Enkelin Sally Lowell forscht an der University of Edinburgh als Arbeitsgruppenleiterin über die Differenzierung von embryonalen Stammzellen.

Gisela Krebs, Schwester von Hans A. Krebs, rief jetzt eine Stiftung ins Leben, mit der sie den internationalen wissenschaftlichen Nachwuchs zum Thema „Muskelstammzellen“ am Experimental and Clinical Research Center (ECRC, eine gemeinsame Einrichtung von MDC und Charité) fördern will. Für die 600.000 EUR Stammkapital der Verbrauchsstiftung verkaufte die Stifterin einen Teil des Familienerbes. Es ist die erste private Stiftung des MDC, „eine Verantwortlichkeit, die wir sehr ernst nehmen“, wie Heike Wolke, administrativer Vorstand des Forschungszentrums, betont.

Als Erste kommt die Postdoktorandin Helena Escobar Fernandez in Genuss der neuen Förderung. Sie promovierte mit Auszeichnung im MyoGrad-Programm – einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Graduiertenkolleg zwischen Paris und Berlin (GK1631).

Escobar forscht an einer stammzellbasierten Gentherapie der erblichen und unheilbaren Muskelkrankheit Dysferlinopathie, die in Betroffenen zu Muskelschwund, vor allem am Schulter- und Hüftgürtel, führen kann. Im Mausmodell konnte die Wissenschaftlerin erkrankte Muskelzellen in der Zellkultur wiederherstellen und anschließend erfolgreich transplantieren. Die Erkenntnisse aus dieser Forschungsarbeit sollen den Weg für zukünftige Therapien mit Muskelstammzellen ebnen.

Escobars Arbeit ist ein Beispiel für die translationale Forschung, die medizinische Praxis mit Grundlagenforschung verbindet und die das MDC zusammen mit der Charité betreibt. Diese Vorstellung von Wissenschaft, die den gesellschaftlichen Nutzen stets im Auge behält, teilt die Stifter-Familie.

Mit der Gründung der SGK nimmt die Stifterin die Gelegenheit wahr, das wissenschaftliche Vermächtnis der Familie zu erhalten und „Ererbtes sinnvoll weiterzugeben“, wie Gisela Krebs es selbst beschreibt.\n

Weitere Informationen zu Muskelstammzell-Forschung

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Text: Martin Ballaschk

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Foto: Gisela Krebs und Helena Escobar bei der Stiftungsgründung am 22. Februar 2016. (Bild: Simone Spuler)

investieren, leben / 11.03.2016
Wohnungsneubau in Buch

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Das erste Bucher Bürgerforum dieses Jahres war gut besucht - rund 150 Einwohnerinnen und Einwohner fanden den Weg in die Feste Scheune auf dem Stadtgut Buch. Thema waren die Planungen und Investitionen für Buch in den kommenden Jahren. Zu Gast war Jens-Holger Kirchner, Pankows Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung.

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Einen großen Raum nahmen die vorgesehenen Maßnahmen der nächsten Jahre für die verkehrliche Infrastruktur in Anspruch. Wenn die Arbeiten an der Wiltbergstraße bis zur Kreuzung Karower Chaussee/Lindenberger Weg abgeschlossen sind, wird die Strecke Wiltbergstrasse bis zur Hobrechtsfelder Chaussee instand gesetzt. Nach Abschluss dieser Arbeiten folgt die Sanierung der Hobrechtsfelder Chaussee bis zur Autobahn. Umfangreiche Arbeiten wird es an der B 109 und der A 114 geben. Nähere Informationen dazu gibt es auf einer Informationsveranstaltung des Senats am 17. März um 18:00 Uhr im MDC.C. Aber auch die S-Bahn ist von Bauarbeiten betroffen, so dass es öfters Schienenersatzverkehr geben wird. Um die Bauarbeiten zügig voranzubringen ist wichtig, dass sich alle Beteiligten gut abstimmen.

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Neue Informationen gab Herr Kirchner zum Ludwig-Hoffmann-Quartier (ehem. ÖB I, Wiltbergstrasse). Dort entstehen neue Wohnungen am Pöllnitzweg, und Herr Dahlke nimmt die umfangreiche Sanierung des Kulturhauses in Angriff.

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Da Pankow der am stärksten wachsende Stadtbezirk von Berlin ist, wird es auch in Buch Wohnungsneubau geben. Ein neues Wohngebiet soll zwischen der Strasse Am Sandhaus und der Hobrechtsfelder Chaussee entstehen. Dazu werden die ehemaligen Regierungskrankenhäuser abgerissen. Bis zum Sommer 2016 wird es für dieses Areal mit einem Potenzial von 800 bis 1.000 Wohnungen eine Machbarkeitsstudie geben. Als zweiter Standort ist langfristig Buch IV vorgesehen, das Areal zwischen Ernst-Busch-Strasse, Panke und Wolfgang-Heinz-Strasse. Auch hier geht das Bezirksamt von einem Potenzial von ca. 1000 Wohnungen aus. In der Diskussion forderten die Bucherinnen und Bucher, dass in den Neubaugebieten von vornherein auf eine gute soziale Mischung der Mieter geachtet wird. Das ehemals geplante Buch V wird nicht gebaut. Auch auf der Bucher Brunnengalerie entstehen keine Wohnungen. Sie wird stattdessen als Erweiterungsfläche für den Campus vorgehalten.

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Die Moorlinse an der S-Bahn mit seiner zahlreichen Tierwelt soll so gut wie möglich geschützt werden, vielleicht sogar als Naturschutzgebiet (NSG).

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Mit den Fördermitteln aus dem Stadtumbau Ost werden in den nächsten Jahren mit einem zweistelligen Millionenbetrag die wichtigsten Vorhaben aus dem ISEK umgesetzt. Das Bucher Bildungszentrum soll auf dem nördlichen Teil der Brunnengalerie entlang der Wiltbergstrasse gebaut werden. Geplant ist eine gemeinsame Einrichtung für Bibliothek, Musikschule, VHS und ein Veranstaltungssaal. Es soll ein Bindeglied für das Bucher Zentrum werden, das in den nächsten Jahren noch attraktiver gestaltet wird. Die Fördermittel werden auch für die weitere Instandsetzung der Rad- und Gehwege in Buch eingesetzt. Für den fast 350 Jahre alten Schlosspark wird derzeit ein neues Parkpflegewerk erarbeitet. Hier  gibt es noch einen großen Abstimmungsbedarf der betroffenen Ressorts.

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Nächstes Bürgerforum am 27. April 2016

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Am 27. April um 18:00 Uhr findet das nächste Bucher Bürgerforum statt, diesmal zum Wiederaufbau des Turmes der Schlosskirche und zur Aufwertung von Alt-Buch. Der Bucher Bürgerverein, der „Bucher Bote“ und der Verein zum denkmalgerechten Wiederaufbau des Turmes der Bucher Schlosskirche laden dazu herzlich ein.

leben / 10.03.2016
Modulare Bauten und Container zur Flüchtlingsunterbringung in Pankow

Der Senat hat am 23. Februar 2016 über die Standorte für zukünftige Flüchtlingsunterkünfte in Berlin entschieden. Im Bezirk Pankow sollen an neun Standorten Unterkünfte für geflüchtete Menschen errichtet werden. Gegen keine dieser Flächen hat das Bezirksamt Pankow Einspruch erhoben. Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) erklärt dazu „Ich begrüße sehr, dass von Seiten des Senats endlich ein zielgerichteter Plan zur Unterbringung von Flüchtlingen zu erkennen ist. Unser Ziel ist, möglichst bald die Sporthallen freizuziehen und die geflüchteten Menschen, die dort derzeit notdürftig untergebracht sind, verlegen zu können. Dies kann bis zum Sommer gelingen, wenn bis dahin genügend Container bezugsfertig sind und die Zahl der neu ankommenden geflüchteten Menschen nicht wieder größer wird.“\n

Modulare Flüchtlingsunterkünfte (MUF) sollen an folgenden Standorten errichtet werden: Blankenburger Pflasterweg 101 in Blankenburg, Gustav-Adolf-Str. 67, 74 in Weißensee, Lindenberger Weg 19, 27 in Buch, Wolfgang-Heinz- Str. neben 47 in Buch, Straße 69 in Karow. Die Mittel für die Standorte Lindenberger Weg und Wolfgang-Heinz Straße sind bereits freigegeben, wohingegen die Abstimmungsprozesse über die Fläche der GESOBAU in der Karower Straße 69 noch nicht abgeschlossen sind. Nach Auskunft der GESOBAU soll dies bis Ostern geschehen sein.

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Für Container-Unterkünfte (tempohome) sind folgende Standorte vorgesehen: Kirchstr. 69, Rosenweg in Rosenthal, Walter-Friedländer-Straße nördlich 19 in Prenzlauer Berg, Greifswalder Straße 80 D in Prenzlauer Berg, Danziger Straße / Kniprodestraße in Prenzlauer Berg. Die Flächen in Prenzlauer Berg werden derzeit vom Senat erneut auf Eignung geprüft. Eine aktuelle Liste der Standorte zur Flüchtlingsunterbringung gibt es auf der Internetseite des Senats unter https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2016/pressemitteilung.448168.php

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Geplant ist, dass die Container für drei Jahre als Unterkünfte für Geflüchtete genutzt werden. Für die modularen Bauten sieht der Senat eine Nutzung von bis zu 60 Jahren vor. Eine Nachnutzung als Wohnungen für andere Bevölkerungsgruppen (z.B. Studierende) wird möglich sein. Nach dem Senatsmodell handelt es sich bei den modularen Unterkünften um fünfgeschossige Fertighäuser aus Stahlbeton, die über  Einzel- und Doppelzimmer mit Gemeinschaftsküchen und -bädern verfügen, sowie über eigene Schulungsräume. Pro Standort sollen 500 Personen Platz finden. Sobald verlässliche Informationen über Bauabläufe und Betreiber der Unterkünfte vorliegen, wird das Bezirksamt darüber informieren.

heilen / 09.03.2016
Neue Bildgebung für schnellere und genauere Tumordiagnosen

Die HELIOS Kliniken Berlin-Buch und Bad Saarow setzen seit März 2016 ein verbessertes bildgebendes Verfahren ein: An jedem der beiden Standorte gibt es nun ein SPECT/CT der neuesten Generation.

Die sogenannte Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT) ist eine nuklearmedizinische Untersuchungsmethode. Mit ihr können Ärzte funktionelle Untersuchungen durchführen und u.a. die Stoffwechselaktivität in Organen wie Herz, Gehirn und Knochen beurteilen. Wichtiger Einsatzbereich ist die Diagnostik von Tumoren, die spezielle Substanzen anreichern, z. B. leicht radioaktives Jod bei Schilddrüsentumoren.\n

Die Strukturen von Organen und Gewebe lassen sich hingegen wesentlich besser mit der Computertomografie (CT) darstellen. Eine Kombination der beiden Geräte kommt jetzt erstmals in den HELIOS Kliniken Berlin- Buch und Bad Saarow zum Einsatz.
Das SPECT-System registriert die radioaktiven Stoffe, die dem Patienten injiziert werden und wandelt die gewonnenen Daten in eine bildliche Darstellung um, das sogenannte Szintigramm. Die gesammelten Informationen werden in einem Computer zu funktionellen SPECT-Bildern umgerechnet und mit den ergänzend aufgenommenen, anatomischen CT-Bildern überlagert und verglichen.
„Diese Fusionsbilder ermöglichen es, die Stoffwechselaktivitäten den anatomischen Strukturen genauer zuzuordnen. Der Patient erhält somit nach einer einzigen Untersuchung Aussagen über Funktionsstörungen oder Tumorabsiedelungen im Körper und deren genaue dreidimensionale anatomische Lokalisierung“, erklärt Prof. Dr. med. Stefan Dresel, Chefarzt der Kliniken für Nuklearmedizin in den HELIOS Kliniken Berlin-Buch sowie Bad Saarow und Leiter des Bucher Tumorzentrums.

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Davon profitieren sowohl der Patient als auch der behandelnde Arzt. Eine schnellere Diagnose erspart dem Patienten in aller Regel eine weitere Untersuchung mit erneuter Wartezeit und oft quälender Ungewissheit; der behandelnde Arzt hat damit maximale Sicherheit bei der Therapieempfehlung.
Das neue bildgebende Verfahren liefert wichtige Informationen für die Therapieplanung in vielen medizinischen Bereichen, wie zum Beispiel in der Onkologie, der Inneren Medizin und der Chirurgie.
Das SPECT/CT ergänzt an beiden Kliniken die hochmoderne nuklearmedizinische Untersuchungstechnik und insbesondere das PET/CT, das aus der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Computertomographie (CT) besteht. Dieses Gerät nutzt Positronen und liefert im Rahmen einer einzigen Untersuchung sowohl präzise Informationen zu Stoffwechselfunktionen als auch zur Anatomie eines Tumors. Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) erkennt hierbei das Krebsgewebe aufgrund eines gesteigerten Zucker- oder Eiweiß-Stoffwechsels der kranken Zellen. Die Computertomographie (CT) zeichnet eine genaue anatomische 3D-Landkarte des Körpers.


Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Nuklearmedizin
Chefarzt Prof. Dr. med. Stefan Dresel
Tel.:    (030) 9401-53400
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Mail: stefan.dresel@helios-kliniken.de

Foto: Prof. Dr. med. Stefan Dresel am SPECT/CT-Gerät im HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

forschen, produzieren, heilen, bilden / 08.03.2016
Fachwissen und Networking für TA‘s aus Life Science-Laboren

Bereits zum dritten Mal veranstaltete das Gläserne Labor auf dem Campus Berlin-Buch einen Bildungskongress für Technische Assistentinnen und Assistenten in den Life Sciences.\n

 

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Wie sieht das Labor der Zukunft aus? Wie funktioniert Genome Editing mittels CRISPR/Cas? Woran und mit welchen Methoden forschen Arbeitsgruppen auf dem Campus Buch? Der 3. Bildungskongress für Technische Assistentinnen und Assistenten (TA’s) in den Life Sciences am 5. März 2016 war dicht gepackt: Auf dem Programm standen Workshops, interaktive Vorlesungen, Laborführungen und Networking. Insgesamt nahmen rund 70 TA’s teil.

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Technische Assistentinnen in den Lebenswissenschaften müssen sich immer schneller an neue Entwicklungen, Methoden und Produktinnovationen anpassen, weshalb das kompakte Angebot auf große Resonanz stieß. Molekularbiologische und zellbiologische Techniken, die zunehmend bei der Erforschung von Krankheitsursachen zum Einsatz kommen, sind mit komplexen Arbeitsabläufen verbunden. Diplom-Biologin Claudia Jacob, Leiterin im Gläsernen Labor, kennt die Herausforderungen, denn sie hat selbst als TA gearbeitet: „Solche Experimente zu planen, zu interpretieren und zu dokumentieren ist sehr anspruchsvoll. Wir bieten deshalb Führungen durch Labore, die mit den neuesten Technologien arbeiten und richten die Workshops sehr praxisbezogen aus.“

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Einblicke in die Forschung gewährten das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), das zur Helmholtz-Gemeinschaft gehört, das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und die Stem Cell Core Facility des Berlin Institute of Health/MDC. Der Auftaktvortrag von Dr. Tanja Musiol, Eppendorf AG, beleuchtete, wie smarte Innovationen schon heute die Arbeitsprozesse im Labor erleichtern können. Neun Workshops mit MDC-Wissenschaftlern und weiteren Experten boten ein weites Spektrum –  von „Genome Editing“ über rechtliche Aspekte des Tierschutzes bis hin zu digitaler Gestaltung fürs Labor mit Indesign. Die Sponsoren Eppendorf AG und Labfolder GmbH trugen zum  Kongress mit Themen wie „Reproduzierbares und kontaminationsfreies Arbeiten in der Zellkultur“, „Laborautomation“ und „Digitales Laborbuch“ bei. Beim Speed Dating beantworteten Experten aus den Biotech-Unternehmen des Campus Fragen rund um Forschung und Labor.

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„Aus unserer Sicht ist es ein großer Gewinn für die Teilnehmerinnen, sich mit Experten oder untereinander zu vernetzen. Fachwissen unkompliziert zu teilen, kann im Laboralltag sehr hilfreich sein“, so Claudia Jacob. Dies bestätigten viele Teilnehmerinnen. „Von der Erfahrung anderer profitieren gerade Berufsanfänger“, erklärte Kathrin Warnke, die am Deutschen Institut für Ernährungsforschung als TA arbeitet. „Für mich ist der fachliche Austausch sehr inspirierend – und die Gelegenheit, Kollegen aus anderen Laboren kennenzulernen.“

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Für eine kurze Erholung sorgten Entspannungs- und Bewegungsübungen mit CampusVital, die auch für den Alltag im Labor geeignet sind. Schließlich endete die Veranstaltung mit einem unterhaltsamen Quiz, bei dem die Kongressteilnehmer mit ihrem Fachwissen um den „TA-Champion“ wetteiferten.

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Über den Bildungskongress für Technische Angestellte in den Life Sciences
Der Bildungskongress wurde 2009 ursprünglich zur Vernetzung und Weiterbildung der Technischen Assistentinnen und Assistenten am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin ins Leben gerufen und ist inzwischen offen für TA‘s aus ganz Deutschland. Er wird vom Gläsernen Labor organisiert und von Forschungseinrichtungen und Biotech-Unternehmen des Campus Berlin-Buch sowie externen Life Science Firmen unterstützt.

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Foto: Bei der Führung stand auch ein Blick durchs Mikroskop auf dem Plan: Jana Rossius (Bildmitte) stellte ihre Arbeit als Technische Assistentin im MDC-Labor vor. Sie arbeitet in der Gruppe von Dr. Robert Zinzen, die die Entwicklung des Nervensystems an Fruchtfliegen erforscht. (Foto: C. Minkewitz, BBB Management GmbH)

bilden / 08.03.2016
Kostenlose Projekttage zum Thema Umwelt für Integrationsklassen und gemischte Schülergruppen

Finanziert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt bietet das Gläserne Labor Projekttage zu verschiedenen Umweltthemen an. Dabei soll gezielt die Integration von Flüchtlingen gefördert werden. Das Schülerlabor möchte erreichen, dass geflüchtete und deutsche Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen, und lädt daher gezielt Integrationsklassen, Willkommensklassen und Klassen mit vielen Schülern mit Migrationshintergrund ein. Auf dem Programm stehen Ausflüge, Experimente, gemeinsames Essen und Spaß beim Lernen in der Natur. Lehrer können im Gläsernen Labor telefonisch einen Termin vereinbaren.

Folgende Themen stehen zur Auswahl:

Die Natur als Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen
Ausflug auf den Biotech-Campus Buch, Bestimmung von lokalen Pflanzenarten, Untersuchung von Bodenorganismen mit Lupe und Binokular, den Lebensraum der Biene am eigenen Bienenstock entdecken, Honigverkostung

Wasser, Quelle des Lebens: Wasser schützen und sparen
Ausflug zur Panke, Entnahme von Wasserproben, chemische Untersuchung des Wassers, Wasserorganismen finden und mikroskopisch bestimmen, Tipps zum Wassersparen
Alternativ: Ausflug mit der Solar Explorer, einem Schülerforschungsschiff im Werbellinsee, Transport inklusive

Abfall: Müllermeidung,- trennung und Recycling
Ausflug zur Recyclinganlage der BSR, BVG-Ticket inklusive, Müllsammel-Ralley im Bucher Schlosspark

Strom sparen und Erneuerbare Energien nutzen
Wasserstoff selbst herstellen, Autos mit unterschiedlichen Antrieben fahren lassen, Strom aus Sonne gewinnen

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Kontakt:
Dr. Cornelia Stärkel, Gläsernes Labor, Telefon: 030 9489 2919

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Foto: Chemische Untersuchung einer Wasserprobe. (Foto: Peter Himsel, Campus Berlin-Buch)

forschen, leben, heilen / 08.03.2016
Größte Gesundheitsstudie Deutschlands lädt Lichtenberger zur Teilnahme ein

Die Bürgerinnen und Bürger des Berliner Bezirks Lichtenberg erhalten in diesen Tagen Post von der NAKO Gesundheitsstudie, der größten Studie dieser Art in Deutschland. Prof. Tobias Pischon, Leiter des Studienzentrums Berlin-Nord der Nationalen Kohorte und Sprecher des Clusters Berlin-Brandenburg vom MDC Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft und Studienärztin Sabine Mall laden mit ihrem Brief zur Teilnahme an dieser Gesundheitsstudie ein. Ziel der Studie ist es, die Vorbeugung, Früherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Infektionen zu verbessern.

Die Briefaktion ist nötig, weil an der Studie nur teilnehmen kann, wer ein Einladungsschreiben von einem der bundesweit 18 NAKO-Studienzentren erhält. Die Auswahl der Angeschriebenen erfolgt nach dem Zufallsprinzip anhand von Adressen, die die Forscher von den Einwohnermeldeämtern bekommen haben. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Die Untersuchungen können nur mit Einwilligung der Studienteilnehmer erfolgen, die ihre Einwilligung jederzeit zurückziehen können.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden im Rahmen der NAKO bundesweit 200 000 Menschen zwischen 20-69 Jahren untersucht und bis zu 30 Jahre nachbeobachtet. 30 000 Menschen sollen in Berlin und den angrenzenden Regionen Brandenburgs in den drei Berliner Studienzentren untersucht werden. Davon sollen allein vom Studienzentrum Berlin-Nord auf dem Campus Berlin-Buch 10 000 Teilnehmer aus dem Nordberliner Raum und Brandenburg für eine Teilnahme gewonnen werden.

Das Studienzentrum Berlin-Nord auf dem Campus Berlin-Buch ist außerdem eines von bundesweit insgesamt fünf Studienzentren der NAKO mit einem Magnetresonanz-Tomographen (MRT). Der MRT befindet sich in der Berlin Ultrahigh Field Facility am MDC in Berlin-Buch, die von Prof. Thoralf Niendorf geleitet wird. Radiologinnen vor Ort sind Dr. Beate Endemann und Dr. Andrea Hasselbach. In Berlin-Buch sollen 6 000 der 30 000 Berliner und Brandenburger Studienteilnehmer eine Ganzkörper-MRT-Untersuchung erhalten. Bundesweit sollen insgesamt 30 000 der 200 000 Studienteilnehmer eine MRT-Untersuchung bekommen.

Generell werden die Teilnehmer dieser Bevölkerungsstudie nach ihren Lebensgewohnheiten wie körperliche Aktivität, Rauchen, Ernährung, Beruf, befragt und dann medizinisch untersucht. Ihnen werden unter anderem Blutproben entnommen, die zur späteren Beantwortung der Forschungsfragen der NAKO anonymisiert in Biobanken gelagert werden. Weiter werden Körpergröße, Körpergewicht, Körperfettverteilung, Blutdruck und Herzfrequenz gemessen. Diese Basisuntersuchung dauert etwa 3 Stunden. Ein Teil der Studienteilnehmer erhält darüber hinaus zusätzliche Untersuchungen, wie EKG, Echokardiographie oder Netzhautuntersuchung. Diese Untersuchungen dauern etwa 1,5 Stunden. Hinzu kommt eine MRT-Untersuchung.

Fünf Jahre nach der ersten Untersuchung werden die Probanden zur Nachuntersuchung gebeten. Die Forscher erfassen dann bei den Studienteilnehmern eventuell aufgetretene Erkrankungen und vergleichen die Untersuchungsergebnisse mit den bereits erhobenen Daten. Die Forscher erwarten auf diese Weise mehr über Ursachen und Risikofaktoren für die in Deutschland häufigen chronischen Krankheiten – Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Lungenerkrankungen, Krebs, neurodegenerative und psychiatrische Erkrankungen sowie Infektionskrankheiten – herauszufinden.

Bisher sind in den drei Studienzentren der NAKO für Berlin und Brandenburg seit Beginn der Studie 2014 bereits mehr als 8500 Studienteilnehmer untersucht worden. Von ihnen erhielten 1238 zusätzlich eine MRT-Untersuchung.

Initiiert haben die NAKO die Helmholtz-Gemeinschaft, zu der das MDC gehört, Universitäten, die Leibniz-Gemeinschaft sowie Einrichtungen der Ressortforschung. Finanziert wird die Langzeitbevölkerungsstudie vom Bundesforschungsministerium, den 14 beteiligten Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft. Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 210 Millionen Euro.

Weitere Infos zum Studienzentrum Nord der Nationalen Kohorte finden Sie hier:

https://www.mdc-berlin.de/44159472/de/research/research_teams/molecular_epidemiologie/Projekte/Nationale-Kohorte


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bilden / 08.03.2016
Das Gläserne Labor sucht Dozenten

Das Gläserne Labor sucht Dozenten! Haben Sie einen naturwissenschaftlichen Hintergrund und möchten gern mit Schülern arbeiten? Können Sie gut Wissen vermitteln und suchen eine interessante Nebentätigkeit? Das Gläserne Labor bietet erprobte Kurse mit spannenden Experimenten, flexible Zeiteinteilung und eine Vergütung von 56,- Euro pro vierstündigem Kurs.\n

Gern können Sie telefonisch einen Termin zum Hospitieren vereinbaren.

Ihre Ansprechpartnerin: Dr. Cornelia Stärkel, Telefon: 030 9489 2919

Weitere Informationen: www.glaesernes-labor.de

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Foto: Als Dozentin im Labor. (Foto: Peter Himsel, Campus Berlin-Buch)

forschen, leben, bilden / 07.03.2016
UniStem Day 2016 – erster Stammzellforschungs-Tag in Deutschland

Am 11. März 2016 steht in Berlin ein ungewöhnliches Thema auf dem Stundenplan Biologie begeisterter Schülerinnen und Schüler: Stammzellen. Über 300 Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler von 14 Berliner Schulen werden den bundesweit ersten UniStem Day am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Buch besuchen. Der neue Aktionstag über aktuelle Stammzellforschung, organisiert vom Deutschen Stammzellnetzwerk, möchte Neugierde fördern, Fragen vertiefen und Fakten vermitteln. In Deutschland werden über 1000 Jugendliche in acht Städten an Vorträgen, Laborführungen, Spielen, Diskussionsrunden und Expertentreffen rund um Stammzellthemen teilnehmen.

In Berlin gibt es ein dichtes Programm zu verschiedenen Aspekten der Stammzellforschung. Neben Grundlagenforschung kommt angewandte Forschung in der Medizin – der Einsatz von Zelltherapien bei Herzinfarkten mit Prof. Dr. Christof Stamm vom Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Medizin BCRT – in Vorträgen zur Sprache. Die ethischen Aspekte der Stammzellforschung, von Stammzelltourismus über globale Verteilungsgerechtigkeit und der Frage nach ungeprüften Therapien, diskutieren die Jugendlichen in kleineren Gruppen, während sich andere zu Führungen in Biotech-Firmen auf dem Campus des MDC aufmachen. Einblick in das berufliche Leben der Forschenden gewähren mehrere „Local Scientists“, die sich den direkten Fragen der Schülerinnen und Schüler nach Arbeit, Studium und Lebensweise stellen.

Der UniStem Day ist eine europäische Idee: Über 25.000 Schüler werden sich am 11. März 2016 zum UniStem Day in Italien, Spanien, Großbritannien, Schweden, Polen, Serbien, Dänemark und zum ersten Mal in Deutschland über die Stammzellen informieren. In Deutschland sind über 1000 Oberstufen-Schülerinnen und -Schüler in acht deutschen Städten Institute und Universitäten angemeldet, die auf die Suche nach Stammzellen in Forschung und Medizin gehen.
Das Anliegen des UniStem Day ist es, Wissen über den aktuellen Stand und das Potenzial der Stammzellforschung Lehrerkräften, Schülerinnen und Schülern näherzubringen. Der Hintergrund: Die Stammzellforschung entwickelt sich derzeit so rasant, dass sie sich diese kaum im aktuellen schulischen Lehrplan abbilden lässt.

Das German Stem Cell Network GSCN ist Initiator und zentrale Koordinierungsstelle der Aktivitäten in Berlin und in Deutschland. Zahlreiche Partner unterstützen das Anliegen, Schülerinnen und Schüler die Welt und damit auch Berufsmöglichkeiten der Stammzellforschung im interaktiven Austausch erlebbar zu machen.

Informationen und Programm im Web:

www.gscn.org/de/VERANSTALTUNGEN/UniStemDay2016/Berlin.aspx\n

Foto: Das Stammzellspiel in der Langen Nacht der Wissenschaften. (Foto: Peter Himsel, Campus Berlin-Buch)

leben, heilen / 07.03.2016
Bucher Klinik mit 1.500 Trichterbrustkorrekturen europaweit führend

Die 1.500ste Trichterbrust-Operation führten Prof. Dr. med. Dr. h.c. Klaus Schaarschmidt, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, und sein Team bei dem 14-jährigen Felix durch. Am gleichen Tag, wenige Stunden vorher, wurde bereits sein Zwillingsbruder Benjamin operiert.
Seit der Einführung der minimalinvasiven Operationsmethode im April 2000 wurde die sogenannte thorakoskopische Trichterbrustkorrektur bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Deutschland,  Europa,  Übersee und Fernost im HELIOS Klinikum Berlin-Buch erfolgreich vorgenommen.

Das Krankheitsbild Trichterbrust bezeichnet die häufigste angeborene Fehlbildung des Brustkorbs.
Die Deformität zeigt sich bei über 20 Prozent der Kinder bereits im ersten Lebensjahr. Bei 80 Prozent der meist männlichen Patienten, entwickelt sie sich erst vor oder während der Pubertät. Etwa einer von hundert Jugendlichen hat eine Fehlbildung des Brustkorbs, beinahe jeder tausendste Betroffene muss sich einer Operation unterziehen, um die körperliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen. Der 14-jährige Felix aus Berlin erzählt: „Ich hatte starke Rückenschmerzen,  Atemnot und Herzrasen vor allem das lange Sitzen in der Schule fiel mir schwer.“
Das Gymnasium in Friedenau, das Felix seit zwei Jahren besucht, entschloss sich zur Anschaffung eines erhöhten Schreibtisches. Die aufrechte Sitzposition sollte seine Beschwerden etwas lindern. Aber die Operation war unumgänglich.

„Die Patienten haben vielfältige Beschwerden. Krankheiten wie Bronchitis und Lungenentzündungen können gehäuft auftreten. Normale Leistungen bei Spiel und Sport sind meistens undenkbar, da die Ausdauer abnimmt, das zeigt sich zunehmend im Vergleich mit Gleichaltrigen, mit denen die Patienten immer weniger mithalten können“, erklärt  Prof. Dr. med. Dr. h.c. Klaus Schaarschmidt, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.
Bei Felix und Benjamin waren es neben den körperlichen Beschwerden auch ästhetische Gründe, die den Wunsch nach einer Korrektur verstärkt haben.

„Das Prinzip der Behandlung ist ähnlich einer großen Zahnspange, die dann den Brustkorb allmählich formt“, so Prof. Dr. Schaarschmidt weiter.

Über kleine seitliche Hautschnitte wird der Trichter in der Brust gehoben. Ein bis drei individuell geformte Bügel aus Edelstahl werden videochirurgisch hinter dem Brustbein eingeführt und an den Rippen fixiert, ohne dass Rippen oder Brustbein durchtrennt werden.
„Ohne großen Schnitt operieren wir minimalinvasiv mit vergleichbar guten Ergebnissen, aber ungleich geringerer Operationsbelastung für unsere Patienten“, so Prof. Schaarschmidt über seine Operationsmethode.

Seit 1984 korrigiert der Experte Brustkorbfehlbildungen und führte bereits vor 16 Jahren, anstelle der üblichen sogenannten offenen „Hegemann-Willital Korrektur“ mit großem Mittelschnitt, die thorakoskopische Trichterbrustkorrektur nach der Methode des amerikanischen Kinderchirurgen Donald Nuss ein. Bei letzterer Methode entstehen dem Patienten deutlich weniger Narben.
„Mit rund 150 Operationen pro Jahr hat unser Team in Europa inzwischen die größte Erfahrung in der minimalinvasiven Korrektur von Trichter- und Kielbrust“, berichtet der Kinderchirurg.
Zwei bis maximal vier Jahre bleiben die Bügel im Körper. Das natürliche Wachstum hat in dieser Zeit den Brustkorb quasi von selbst korrigiert und der Bügel wird dann durch eine kleinere Operation entfernt.

Das beste Alter für die Operation ist im Alter zwischen zwölf und zwanzig Jahren. In einigen Fällen kann die minimalinvasive Operationsmethode aber auch bei Erwachsenen bis maximal Ende 40 angewandt werden.

Felix und Benjamin konnten nach nur wenigen Tagen Klinikaufenthalt nach Hause. In vier Wochen beginnt für beide wieder die Schule. Einen besonderen Schreibtisch braucht Felix jetzt nicht mehr.


Klinikkontakt:
Klinik für Kinderchirurgie
Chefarzt Prof. Dr. med. Klaus Schaarschmidt
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-544 00

Foto: (von links nach rechts) Felix, Prof. Dr. Schaarschmidt und Benjamin. (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

forschen / 03.03.2016
Nobelpreisträger Thomas Südhof und Genomik-Experte Alan Shuldiner neu im Wissenschaftlichen Beirat des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung

Der Aufsichtsrat des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institut of Health (BIH) hat zwei neue Mitglieder in den Wissenschaftlichen Beirat des Instituts berufen. Seit Februar 2016 gehören der Zellphysiologe und Nobelpreisträger Thomas C. Südhof von der Stanford University und der Endokrinologe Alan R. Shuldiner von der Maryland University dem Gremium an.

Thomas Südhof ist dem BIH bereits seit 2014 als Einstein BIH Visiting Fellow verbunden. Gemeinsam mit Christian Rosenmund von der Charité - Universitätsmedizin Berlin erforscht der Nobelpreisträger in einem BIH-Projekt, wie Nervenzellen bei neurologischen Erkrankungen miteinander kommunizieren. Alan R. Shuldiner ist Spezialist für Alterserkrankungen wie Typ 2-Diabetes und an der Maryland University unter anderem Direktor des Programms für Personalisierte und Genom-Medizin.

„Wir freuen uns, zwei hochkarätige Mediziner und Forscher für den Wissenschaftlichen Beirat gewonnen zu haben. Insbesondere für die Weiterentwicklung des BIH im Bereich Personalisierte Medizin erwarte ich von Alan Shuldiner und Thomas Südhof viele wertvolle Impulse“, sagt Erwin Böttinger, Vorsitzender des Vorstands.

Der Wissenschaftliche Beirat berät Vorstand und Aufsichtsrat des BIH bei der Planung, Umsetzung, Entwicklung und Evaluation des Forschungsprogramms. Er wird vom Aufsichtsrat des BIH für die Dauer von vier Jahren bestellt.

Dem Wissenschaftlichen Beirat des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung gehören derzeit an:

Prof. Jörg Hacker, Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften, Halle (Vorsitzender)

Prof. Veronica van Heyningen (DPhil FRS FRSE FMedSci), Institute of Genetics and Molecular Medicine, University of Edinburgh, Scotland (Stellvertretende Vorsitzende)

Prof. Robert C. Bast, Jr., M.D., University of Texas MD Anderson Cancer Center, Houston, USA

Prof. Ewan Birney, EMBL-European Bioninformatics Institute, Hinxton/Cambridge, England

Prof. Leena Bruckner-Tudermann, Universitäts-Klinik für Dermatologie und Venerologie Freiburg

Prof. Alastair Buchan, Medical School und Medical Sciences Division, University of Oxford, England

Prof. Amanda Fisher, Institute of Clinical Science, Imperial College London, England

Prof. Matthias Hentze, European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Heidelberg

Prof. J. Larry Jameson, M.D. Ph.D., Perelman School of Medicine at the University of Pennsylvania, USA

Prof. Maria Leptin, European Molecular Biology Organisation (EMBO), European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Heidelberg

Prof. Sibrand Poppema, University of Groningen, Niederlande

Prof. Alan R. Shuldiner, University of Maryland School of Medicine, Baltimore, USA

Prof. Thomas C. Südhof, Stanford University School of Medicine, Stanford, USA

forschen / 03.03.2016
Martin Lohse wird Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Direktor des Max-Delbrück-Centrums

Der Aufsichtsrat des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat Prof. Dr. Martin Lohse zum Vorsitzenden des Vorstandes und wissenschaftlichen Direktor des MDC bestellt. Der Würzburger Pharmakologe wird sein Amt am 1. April antreten.

„Mit Herrn Professor Lohse gewinnen wir einen hervorragenden Wissenschaftler, der die Brücke von der Grundlagenforschung in die klinische Praxis schlägt. So sollen Fortschritte in der lebenswissenschaftlichen Forschung schneller der Gesundheit der Menschen zugute kommen“, sagte Staatssekretär Dr. Georg Schütte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Berlins Forschungssenatorin Cornelia Yzer sagte: „Wir freuen uns sehr, einen so hoch angesehenen Forscher und Wissenschaftsmanager für diesen wichtigen Posten zu gewinnen.“

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, sagte: „Martin Lohse ist ein national und international hoch geschätzter und erfahrener Kollege und wird mit seinem wissenschaftlichen Know-how und seiner Führungserfahrung eine große Bereicherung für unsere Gemeinschaft und für den Standort Berlin sein. Wir haben jetzt eine herausragende Persönlichkeit gefunden.“ Wiestler dankte Prof. Dr. Thomas Sommer, der nach dem Ausscheiden von Prof. Dr. Walter Rosenthal das MDC als kommissarischer wissenschaftlicher Vorstand leitete: „Ich danke Herrn Sommer ausdrücklich für die hervorragende Arbeit in dieser anspruchsvollen Funktion“, sagt Wiestler. „Er hat sich mit großem Einsatz und fachlichem Können dieser Aufgabe gewidmet.“

Martin Lohse freut sich sehr auf die Zusammenarbeit „mit so vielen herausragenden Kolleginnen und Kollegen in zukunftsweisenden Feldern der molekularen Medizin“. Er fügt hinzu: „Was mich am MDC schon immer beeindruckt hat, ist die überall zu spürende Begeisterung für die Grundlagenforschung mit dem Ziel einer medizinischen Anwendung.“ Die Translation sei eine Kernaufgabe des MDC. „Die langjährige Zusammenarbeit mit der Charité, den Universitäten und den vielen weiteren Forschungseinrichtungen in Berlin wollen wir ausbauen. Dazu eröffnet uns das Berliner Institut für Gesundheitsforschung ganz neue Wege“, sagt Martin Lohse. Ein besonderes Anliegen ist dem Pharmakologen die Nutzung von Forschungsergebnissen. Dazu will er Ausgründungen auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und Biotechnologie fördern.

Prof. Dr. Martin Lohse (59) ist Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Bis vor kurzem war er Vizepräsident für Forschung der Universität Würzburg. Der Mediziner ist Experte für Herz-Kreislauf-Krankheiten. Seine Forschungsschwerpunkte sind Mechanismen der zellulären Signalverarbeitung und Arzneimittelwirkungen an Rezeptoren. Von 2003 bis 2008 war Martin Lohse Mitglied im Nationalen Ethikrat. Er hat drei Biotechnologiefirmen gegründet und ist seit 2001 Gründungssprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums, des DFG-Forschungszentrums für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg. Für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat er sich seit 2003 als Direktor der Graduiertenschulen seiner Universität engagiert.

Lohse studierte an den Universitäten Göttingen, London und Paris Medizin und Philosophie. Am Max‐Planck‐Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen fertigte er seine Dissertation in Neurobiologie an. Weitere Stationen führten ihn nach Bonn, Heidelberg, an die Duke University in Durham (USA) und nach München an das Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München und des  Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried bei München. Seit 1993 ist er Professor an der Universität Würzburg und Vorstand des dortigen Instituts für Pharmakologie und Toxikologie. Für seine Forschungen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und zweimal die Förderung durch den europäischen Forschungsrat, ERC. Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat er sich in nationalen und internationalen Wissenschaftsorganisationen engagiert; unter anderem war er an den Entscheidungen der Exzellenzinitiative beteiligt.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde im Januar 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats gegründet, um molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung zu verbinden. Es wurde nach dem Physiker, Biologen und Nobelpreisträger Max Delbrück benannt. Das MDC hat derzeit mehr als 1.600 Beschäftigte aus nahezu 60 Ländern, davon sind mehr als 1.300 in der Wissenschaft tätig. Das Budget des MDC beträgt über 80 Millionen Euro, hinzu kommen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingeworbene Drittmittel in zweistelliger Millionenhöhe. Das MDC wird, wie alle Helmholtz-Einrichtungen, zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Sitzland finanziert.

forschen, leben, bilden / 02.03.2016
Erfolgreiche Chemie-Olympiade auf dem Campus Buch

Die besten Berliner Schüler im Fach Chemie der Klassenstufen 9 und 10 traten gestern auf dem Campus Buch in den Wettbewerb, um in die dritte Runde der Chemie-Olympiade zu gelangen. Eine Klausur, die drei Stunden lang höchste Konzentration erforderte, war Teil des Pflichtprogramms. Die Zeit bis zur Verkündung der Ergebnisse am Nachmittag bot den sechzig Schülerinnen und Schülern Gelegenheit, etwas über die Forschung auf dem Campus zu erfahren und sich auszutauschen.\n

Nach einer Stärkung in der Mensa gab es für sie einen Vortrag von Robert Harmel, Doktorand am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP). Er stellte ein Forschungsthema der Chemischen Biologie näher vor: "Signaltransduktion: Wie Zellen ohne WhatsApp kommunizieren".

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Während dieser Zeit hatten begleitende Lehrer, Organisatoren von "Chemie, die stimmt" und Leistungsschüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums die acht Sieger ermittelt. Prof. Dorothea Fiedler, Direktorin des FMP, überreichte den Mädchen und Jungen feierlich ihre Urkunden. Zusammen mit den vier Besten pro Klassenstufe aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen/Niedersachsen und Hamburg/Schleswig-Holstein können sie an der nordostdeutschen Finalrunde in Rostock teilnehmen.

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Mehr zu bundesweiten Chemie-Olympiade erfahren Sie hier:
www.chemie-die-stimmt.de

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Foto: Drei Stunden senkten sich die Köpfe der Schülerinnen und Schüler konzentriert über die Chemie-Aufgaben. (Foto: Silke Oßwald, FMP)

heilen / 01.03.2016
Antibiotika richtig einsetzen: HELIOS Kliniken Berlin-Buch und Emil von Behring bilden Mitarbeiter fort

Versagen Antibiotika, können bakterielle Infektionen für einen Menschen lebensbedrohlich werden. Deshalb sind Antibiotika-Resistenzen ein zentrales Gesundheitsproblem unserer Zeit. HELIOS begegnet dem mit einer unternehmensweiten Initiative: Alle Mitarbeiter werden 2016 im richtigen und bewussten Umgang mit Antibiotika geschult.

Vom Chefarzt über die Pflegekraft bis hin zum Serviceassistenten: In den HELIOS Kliniken Berlin-Buch und Emil von Behring (Berlin-Zehlendorf) erhalten ab sofort alle Mitarbeiter eine verbindliche Fortbildung zum richtigen Einsatz von Antibiotika. In vier Online-Schulungen im Intranet werden Ärzte, Pflegende sowie Mitarbeiter in Pflege und Verwaltung entsprechend ihrer Vorkenntnisse zum Umgang mit Antibiotika geschult. Kurze Filme, Animationen oder Quizfragen vermitteln das notwendige Wissen zum Thema. „Dabei geht es nicht darum, die Mitarbeiter zu Antibiotikaexperten auszubilden, sondern sie für einen reflektierten und kritischen Umgang mit dem Medikament zu sensibilisieren“, sagt Professor Dr. med. Holger Rüssmann, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Emil von Behring.\n

Bei der Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten gelten Antibiotika nach wie vor als wichtigstes Instrument. Wirken können sie aber nur dann, wenn die Indikation richtig gestellt und der Wirkstoff korrekt ausgewählt wurde. Wird er falsch, unkritisch oder zu oft eingesetzt, lässt seine Wirksamkeit nach. Es bilden sich sogenannte multiresistente Erreger-Keime, die gegen Antibiotika nichts ausrichten können. Kommen Patienten mit geschwächtem Immunsystem mit solchen multiresistenten Keimen in Berührung, können sie an schwerwiegenden Infektionen erkranken.

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„Wir Kliniken tragen hier eine besondere Verantwortung, sehr bewusst und reflektiert mit diesem Wirkstoff umzugehen“, sagt Professor Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. „Aus diesem Grund finden wir es besonders wichtig, alle unsere 3.671 Mitarbeiter an beiden Standorten für das Thema zu sensibilisieren.“

Hygienische Händedesinfektion: Besser einmal mehr als einmal weniger
Eine wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang die hygienische Händedesinfektion. „Wir alle tragen Bakterien auf der Haut; das ist natürlich zunächst einmal völlig unkritisch“, so Professor Dr. med. Henning T. Baberg. „Zum Problem können diese Bakterien aber werden, wenn sie zu einem Patienten gelangen, dessen Abwehr geschwächt ist.“ Um die Übertragung von Erregern zu verhindern, ist eine einfache Maßnahme wie die hygienische Händedesinfektion der wirksamste Schutz.

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„Hygiene im Krankenhaus geht nicht nur Ärzte und Pflegende etwas an“, so Professor Baberg weiter. „Wenn alle, die in unserem Klinikum arbeiten, an einem Strang ziehen, können wir gemeinsam dazu beitragen, die Anzahl an Infektionen – und damit den Einsatz von Antibiotika – zu reduzieren.“

forschen / 01.03.2016
Neue Adern sprießen unter Druck

Der Blutdruck ist treibende Kraft bei der Angiogenese. Das hat eine Arbeitsgruppe um Prof. Holger Gerhardt vom MDC jetzt in einer Arbeit in Nature Cell Biology erstmals gezeigt. Das Team machte sichtbar, wie der Druck des Blutes Einstülpungen in die Zellmembran von Gefäßzellen presst und wie daraus ein zusammenhängender Gefäßschlauch heranwächst. Die Zelle selbst dirigiert den Prozess mit Hilfe der Actomyosinfasern ihres Zellskeletts – stört man diese Fasern bei der Arbeit, gerät er außer Kontrolle. Wie genau sich Blutkapillaren neu bilden, war bisher nicht bekannt.

Prof. Holger Gerhardts Team untersucht die vielen Aspekte der Angiogenese, also die Neubildung von Blutgefäßen aus bereits vorhandenen Blutgefäßen. Erst 2014 ist er mit einem seiner Labore von London in die deutsche Hauptstadt gezogen und ist am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Forschungsgruppenleiter, dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) an. Am Flämischen Institut für Biotechnologie (VIB) in Leuven unterhält er nach wie vor ein weiteres Labor.

Das System von Venen und Arterien im Körper ist sehr komplex. Auf der kleinsten Ebene des weit verzweigten Schlauchsystems befinden sich feinste Kapillaren, deren Wand durch nur eine einzige Endothelzelle gebildet wird. Sie wachsen, wenn bei der Embryonalentwicklung, der Wundheilung oder dem Wachstum von Krebsgeschwüren neue Gewebeabschnitte durchblutet werden sollen.

Wenn sich eine Kapillarschleife bildet, sprießen zunächst neue Zellen aus der Wand einer vorhandenen Kapillare in die Umgebung, wie Gerhardt erklärt: „Diese Gefäßsprosse sind zunächst nur eine Reihe von Endothelzellen ohne Lumen“ – also ohne inneren Hohlraum, durch den später das Blut fließen soll. Wie sich das Lumen bildet, sei bislang im Detail nicht klar gewesen, so Gerhardt weiter. Zur Veranschaulichung zeigt seine Doktorandin Véronique Gebala Bewegtbilder aus der Publikation einer anderen Arbeitsgruppe: „Die zeitliche Auflösung ist zu schlecht. Man kann zwar Hohlräume erkennen, aber nicht, wie sie entstanden sind“.

In einer neuen Arbeit, die Gebala und Gerhardt zusammen mit ihren Kollegen in Nature Cell Biology veröffentlichten, zeichnet das Team die Lumenisierung erstmals detailliert nach. Dafür verwendeten die Forscher ein modernes Spinning-Disk-Konfokalmikroskop, das hohe räumliche und zeitliche Auflösung ermöglicht. Sie untersuchten damit Embryonen von Zebrafischen, indem sie die Membranen der Endothelzellen genetisch mit einem fluoreszierenden Protein markierten. Véronique Gebala verfolgte wenige Stunden nach der Befruchtung des Eis, wie sich im Embryo neue Kapillaren bilden: Das Blut presst sich in die Gefäßzelle, die Membran der neuen Innenseite des Gefäßschlauchs wächst dabei mit. Das ist ein völlig neues Konzept der Angiogenese, das bisher noch niemand beschrieben hat. Auch in Netzhaut-Präparaten von Mäusen beobachtete sie Zwischenstufen des Vorgangs, er ist also nicht auf Fische beschränkt.

Nur wenn der externe Flüssigkeitsdruck hoch genug ist, überwindet er die Barriere des zellulären Proteinskeletts und bildet eine Membran-Einstülpung, die sich immer weiter durch die Zelle ausbreitet. Der neue Gefäßraum verändert immer wieder seine Gestalt, fällt zuweilen sogar wieder zusammen. Senkt man den Blutdruck mit Medikamenten oder schneidet man das zuführende Blutgefäß mit einem feinen Laserstrahl ab, kommt die Gefäßbildung komplett zum Erliegen. Der Flüssigkeitsdruck ist also tatsächlich die treibende Kraft hinter der Lumenisierung.

Sowie sich die Einstülpung durch den Zellkörper ausbreitet, lenkt die Zelle den Flüssigkeitsstrom aktiv. Kleinere Bläschen und Seitenäste drängt sie zurück, indem sie Proteinfasern aus Actin zu Seitenästen des neuen Hohlraums schickt und sie mit Hilfe von Myosinfasern wieder zusammenzieht, wie ein zellulärer Muskel. So wächst die neue Kapillare immer nur an der Spitze weiter. Das war die zweite bedeutende Erkenntnis, wie Holger Gerhardt erklärt: „Zu Beginn glaubten wir, dass sich Einstülpungen in den Hohlraum hinein bilden. Dabei ist die Topologie genau umgekehrt, das hat noch niemand vor uns gesehen.“ Um zu prüfen, ob wirklich Actomyosinfasern das Lumen formen, schalteten die Forscher das Myosinmolekül in den Zellen genetisch ab. Die Folge: die Einstülpungen wurden nicht mehr zurückgezogen. Unkontrolliert wabernde Hohlräume waren die Folge.

Diese Veränderlichkeit des Lumens ist relevant für verschiedene Krankheiten, so Gerhardt: „Wenn die Gefäßbildung so stark von der Hydrodynamik des Blutes abhängt, was bedeutet das für physiologische Blutdrucksituationen?“ Von instabilen Gefäßen sei bekannt, dass sie rasch wieder abgebaut werden, so Gerhardt. Einen ständigen Umbau der Blutgefäße im Körper gebe es nicht, aber vielleicht sei das bei bestimmten Krankheiten der Fall. Bei Diabetikern würden zum Beispiel die Gefäße der Netzhaut im Auge abgebaut, die natürlicherweise von starken Blutdruckschwankungen betroffen sind, erläutert Gerhardt. Diabetes ist eine der häufigsten Ursachen für den Verlust der Sehfähigkeit bei Erwachsenen.

Auch in der Krebsforschung hat die Angiogenese eine große Bedeutung. Wachsende Tumore lassen Blutgefäße sprießen, um ihren großen Hunger nach Energie und Sauerstoff zu stillen. „Gefäße in Tumoren sind nicht normal. Sie sind undicht und können den Gefäßdurchmesser häufig nicht kontrollieren“, sagt Véronique Gebala. Inwieweit der neu entdeckte Mechanismus der Gefäßbildung dafür mitverantwortlich ist, gilt es nun herauszufinden. Das Projekt ist also noch längst nicht am Ende. „Der nächste logische Schritt ist die Untersuchung pathologischer Situationen“, sagt die Doktorandin.

Hier profitiert die Arbeitsgruppe von ihrer Zugehörigkeit zum BIH. Das neue Institut erleichtert den Austausch zwischen Grundlagenwissenschaft und klinischer Forschung am Patienten. Holger Gerhardt spürt hier großes Potenzial, was ihn letztlich auch an den Standort Berlin gezogen hat. Seine Beteiligung an mehreren Projekten zahlt sich für das Labor aus: das schnelle Konfokalmikroskop konnte er mit Geldern vom DZHK ans Forschungsinstitut holen. Nicht zuletzt profitiert auch die wissenschaftliche Kreativität davon, dass Gerhardt Forschung an mehreren Standorten und in verschiedenen Themenbereichen leitet: „So integrieren sich die Ideenpools aus verschiedenen Arbeitsumgebungen, und das funktioniert hervorragend. Das ist natürlich sehr anstrengend, aber auch lohnenswert.“\n

Abbildung: Im Randbereich der Netzhaut einer Maus bilden sich neue Kapillarschleifen. (Bild: Véronique Gebala)

Véronique Gebala1,3, Russell Collins1,3, Ilse Geudens2, Li-Kun Phng2,4, Holger Gerhardt1,2,3,5,6 (2016): „Blood flow drives lumen formation by inverse membrane blebbing during angiogenesis in vivo.“ Nature Cell Biology. doi:10.1038/ncb3320

1 Vascular Biology Laboratory, Cancer Research UK London Research Institute, London, Vereinigtes Königreich; 2 Vascular Patterning Laboratory, Vesalius Research Center, VIB, Department of Oncology, Katholische Universität Leuven, Belgien; 3 Derzeitige Adresse: Integrative Vaskuläre Biologie, Max-Delbrück Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), Berlin; 4 Derzeitige Adresse: Abteilung für Zellbiologie, National Cerebral and Cardiovascular Center Research Institute, Osaka, Japan; 5 Deutsches Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK), Standort Berlin; 6 Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), Berlin

Li-Kun Phng und Holger Gerhardt haben gleichermaßen zur Arbeit beigetragen.

Holger Gerhardt ist Forschungsgruppenleiter am MDC und hat eine BIH-Professur für Experimentelle Herz-Kreislaufforschung an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, sowie eine DZHK-Professur.

heilen / 01.03.2016
Positives Jahresergebnis 2015 für die Charité

Mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 3,7 Millionen Euro ist der Charité – Universitätsmedizin Berlin 2015 zum fünften Mal in Folge ein positives Jahresergebnis gelungen. Das Ergebnis ist vorläufig und der Aufsichtsrat der Charité wird sich in seiner kommenden Sitzung im März mit dem Jahresabschluss befassen.

Zum fünften Mal in Folge kann die Charité ein positives Jahresergebnis erzielen. Sandra Scheeres, Aufsichtsratsvorsitzende der Charité und Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, ist beeindruckt: „Die Charité hat wieder eine starke Leistung vollbracht. Sie hat einen positiven Jahresabschluss erreicht, sich wissenschaftlich noch weiter entwickelt und sogar zusätzliche dringende soziale Aufgaben für die Stadt übernommen. Das ist nur möglich, weil die Charité so stark aufgestellt ist wie nie zuvor. Dennoch brauchen wir deutschlandweit eine bessere Finanzierung der Krankenversorgung an den Universitätskliniken über den Bund bzw. die Krankenkassen.“ Im Namen des Aufsichtsrates dankt die Vorsitzende dem ganzen „Team Charité“ mit Prof. Einhäupl an der Spitze.

Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, ist stolz auf die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dieses Ergebnis erst ermöglicht haben: „Wir sind mehr als zufrieden mit diesem Resultat, das wir unter schwierigen Rahmenbedingungen und gegen den Trend erreicht haben.“ Die Charité gehört mit einem Jahresüberschuss zu den wenigen Universitätskliniken, die 2015 mit einem positiven Ergebnis abschließen werden. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Hochschulmedizin rechnen nach Angaben des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) 62 Prozent von ihnen mit einem negativen Jahresabschluss.

Darüber hinaus dankt Prof. Einhäupl dem Land Berlin für wichtige Weichenstellungen für die Charité. Dazu gehören die Finanzierung des umfangreichen Masterplans sowie die Zuwendungen über das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA) in Höhe von 53 Millionen Euro und den Investitionspakt Hochschulbau in Höhe von rund 8 Millionen Euro, die weitere wichtige Investitionen ermöglichen.

Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan der Charité, blickt auf sein erstes Jahr im Amt zurück: „Mit herausragenden Berufungen, der Gründung der Berlin School of Public Health (BSPH), dem Aspire Award für exzellente Lehre und der Systemakkreditierung der Studiengänge war das Jahr 2015 insbesondere für die Lehre an der Charité sehr erfolgreich. Zusammen mit unseren anhaltenden Erfolgen in der Grundlagen- und der angewandten Forschung ist dies für die Charité als führende universitäre Hochschulmedizin von zentraler Bedeutung.“

Prof. Dr. Ulrich Frei, Ärztlicher Direktor der Charité, hob das überdurchschnittliche Engagement aller Beschäftigten hervor: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten jeden Tag hervorragende Arbeit zum Wohle der Patienten. Ohne sie wäre ein solch beständiger Reformkurs nicht möglich. Trotz umfangreicher Bauaktivitäten konnten wir die wichtigen Kennzahlen weiter verbessern.“ Besonders beeindruckt zeigt sich Prof. Frei auch von der anhaltend hohen Bereitschaft der Beschäftigten und Freiwilligen bei der Aktion „Charité hilft“, die im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde.



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forschen / 29.02.2016
BIH-Fellow Michael Sieweke entschlüsselt Selbsterneuerungsmechanismus bei Immunzellen

Einem grundlegenden Mechanismus zur Regeneration von Körperzellen ist der Biologe Michael Sieweke auf der Spur. Gemeinsam mit einem Team aus Forscherinnen und Forschern von MDC und Centre d’Immunologie de Marseille-Luminy (CIML) fand er heraus, dass sich Makrophagen – Zellen, die für die Immunabwehr des menschlichen Körpers zuständig sind – ähnlich wie Stammzellen unter bestimmten Bedingungen selbst erneuern können.

Michael Sieweke ist seit Herbst 2014 Einstein BIH Visiting Fellow. Die der im Januar 2016 in der Fachzeitschrift Science publizierten Studie zugrundeliegenden Arbeiten entstanden im Rahmen des Fellowships.\n

In MDC Insights ist ein ausführlicher Artikel dazu erschienen: https://insights.mdc-berlin.de/de/2016/01/vorbild-stammzellen-wie-immunzellen-sich-selbst-erneuern-koennen/

leben, bilden / 29.02.2016
Jugendjury Pankow und U 18 - Geld für eure eigenen Ideen

Die Jugendjury Pankow startet ihren Aufruf für die erste Förderrunde 2016.\n

Bis zum 13. April 2016 können sich Kinder- und Jugendgruppen ab 3 Personen im Alter von ca. 12 bis unter 21 Jahren bewerben, die eine Projektidee haben und diese in diesem Jahr umsetzen wollen.
Egal ob es im Bereich Politik und U 18 eine Idee gibt oder für andere Themen wie Umwelt, Stadtentwicklung, Schule, Gleichbehandlungen, Fortbildungen und Qualifizierungen, Hilfsangebote, Patenschaften oder ähnliches, für alle Anträge endet die Frist am 13. April 2016 um Mitternacht.

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Die Mittel für U18, in Höhe von ca. 1.500 Euro werden 2016 nur einmal ausgeschrieben und vergeben.
Am 20.4.2016 wird in der Jurysitzung dann entschieden, welche Projekte wie viel Geld bekommen. Die Jugendjury setzt sich aus den teilnehmenden Projekten zusammen, die die Kriterien erarbeiten, alle Ideen beraten und dann über die Mittelvergabe entscheiden.

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Die Jurysitzung mit euch und euren Projekten findet am 20. 4. 2016 ab 15.00 Uhr in der Garage Pankow, Hadlichstraße 3, 13187 Berlin, statt. Es wird sicher aufgrund der U18-Anträge ein längerer Prozess zur Vergabe. Daher bitte genügend Zeit bis mind. 21.00 Uhr einplanen.

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Der Antrag kann sofort ausgefüllt werden, oder ihr sendet eine Mail mit den Daten: Projektname, welche 3 Personen mit Kontaktadresse, welche Idee gibt es? und wie viel Geld wird benötigt?!
Bitte die Anträge für Politik und U 18 an mitbestimmung@ba-pankow.berlin.de und alle anderen Anträge an jugendjury.pankow@gmail.com.

Die nächste Antragstellung für die Jugendjury 2 in Pankow kann bis 22.6.2016 erfolgen und die Jurysitzung findet noch vor den Sommerferien, am 29.6.2016, statt. Im Herbst wird es aufgrund der späten Sommerferien keine weitere Mittelvergaben und Jury geben!

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Alle Informationen sind zu finden unter:

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facebook.com/jugendjury.pankow

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oder jugendjury-pankow.blogspot.de.

forschen, leben, bilden / 26.02.2016
Zweite Runde der Chemie-Olympiade auf dem Campus Buch

Auf dem Campus Berlin-Buch gehören Schulklassen zum täglichen Bild – auf dem Weg zum Gläsernen Labor. Am 1. März 2016 wird allerdings eine besondere Gruppe von sechzig Schülerinnen und Schülern aus Berlin eintreffen: Es sind diejenigen, die sich für die Landesrunde der Chemie-Olympiade qualifiziert haben. Die Besten der 9. und 10. Klassen jedes Bundeslandes treten in den Wettbewerb, um in die dritte Runde zu gelangen.

Nach einer etwa dreistündigen Klausur im historischen Hörsaal erwartet die Teilnehmer ein wissenschaftlicher Vortrag am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie. Die begleitenden Lehrer korrigieren im Anschluss die Klausuren, sodass die Sieger bereits am späten Nachmittag geehrt werden können. Jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde und eine Anerkennung für seine Leistungen.

Die vier Besten pro Klassenstufe aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen/Niedersachsen und Hamburg/Schleswig-Holstein können an der nordostdeutschen Finalrunde in Rostock teilnehmen.

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Mehr zu bundesweiten Chemie-Olympiade erfahren Sie hier:
www.chemie-die-stimmt.de

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Foto: Laborgebäude für Medizinische Genomforschung auf dem Campus Berlin-Buch (Foto: Peter Himsel, BBB Management GmbH)

investieren, leben / 26.02.2016
Neues integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Buch ist fertig

Mit der Aktualisierung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes ISEK-Buch, das am 1. Dezember 2015 vom Bezirksamt beschlossen wurde (VII-1391/2015) wollen der Bezirk Pankow und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt auf die positiven Veränderungen im Stadtumbaugebiet Buch reagieren und die Handlungsschwerpunkte den aktuellen Erfordernissen anpassen. Vorhandene Flächenreserven innerhalb und außerhalb der Gebietskulisse wurden dazu genauer betrachtet und Nutzungsschwerpunkte definiert, die nun in einem weiteren Schritt entsprechend den fachlichen sowie politischen Prioritäten für eine Entwicklung vorbereitet werden sollen. Für die zukünftige Entwicklung des Stadtumbaugebietes Buchs wurden insbesondere zwei Entwicklungslinien mit weiteren Stadtumbaumaßnahmen untersetzt:

Weitere Qualifizierung und Ausbau des Wohnstandorts Buch inklusive der sozialen Infrastruktur und des öffentlichen Raums

Buch hat sich unter anderem durch den Einsatz von Stadtumbaumitteln mehr und mehr in einen Wohnstandort für alle Generationen und Einkommensschichten entwickelt. Neben weiteren, noch ausstehenden Sanierungsmaßnahmen an öffentlichen Einrichtungen wie Kitas und Jugendfreizeit­einrichtungen liegt der Schwerpunkt zukünftig auf der Schaffung eines Integrierten Bildungsstandortes, der die Angebote der Musikschule, der Volkshochschule und der Bibliothek vereint.

Diese Bildungsangebote werden durch die geplante Errichtung des sogenannten Gläsernen Labors des Wissenschafts- und Biotechnologiepark Campus Berlin-Buch ergänzt. In dieser Einrichtung soll einer breiten Öffentlichkeit die Forschung im Bereich der Gesundheit und Biotechnologie vermittelt werden.

Defizite bestehen vor allem noch in der Gestaltung des öffentlichen Raums. Daher sind Maßnahmen vorgesehen, die zu einer deutlichen Verbesserung der öffentlichen Rad- und Fußwege führen. Die erforderliche Vernetzung der bestehenden und der erweiterten Förderkulisse soll ausgebaut und die Aufenthaltsqualität in den Grünanlagen verbessert werden. Ein weiteres Ziel innerhalb der öffentlichen Räume ist die Verbesserungen der Zugänglichkeit für behinderte Menschen.

Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Buch

Buch bietet Standortvorteile, Potenzialflächen und Chancen für die weitere Ansiedlung von Betrieben aus der Gesundheits-, Wissenschafts- und Biotechnologiebranche. Weiterhin sollen mit Unterstützung des Stadtumbaus potenzielle Neubauflächen aktiviert und die Wohnfolgeinfrastruktur bedarfsgerecht fortentwickelt werden. Diese Vorteile müssen nun strukturiert und die vielfältigen Möglichkeiten gebündelt werden.

Mit der Fortschreibung des ISEK 2015 ist die Grundlage der Weiterentwicklung des Wohn- und Wirtschaftsstandortes Buch gemäß der Festlegung als einer von zehn Transformationsräumen im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts unter dem Motto "Lokal trifft global" gelegt worden. Entsprechend der Festlegung von Buch als einem von zehn Gebieten zur Entwicklung weiterer Flächenpotenziale für Wohnen und Gewerbe wird im ISEK die Erweiterung des Fördergebietes um die Flächen nordwestlich der Bahntrasse empfohlen. Dieses Vorhaben wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt bestätigt und soll noch 2016 beschlossen werden.

Download ISEK Buch 2015 (PDF, 18 MB) hier.\n

Abbildung: Stärken, Potenziale und Synergien in Buch wurden analysiert (Grafik: Planergemeinschaft; Grafik zum Vergößern hier)

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Text: Bezirksamt Pankow und Planergemeinschaft eG., Bearbeitung: Anka Stahl

heilen / 23.02.2016
Atemwegserkrankungen sind Behandlungsschwerpunkt in der Bucher Kinderklinik

Mein Kind hustet. Akut oder chronisch?\n

Besonders in der nassen, kalten Jahreszeit ist Husten einer der häufigsten Gründe, einen Kinderarzt aufzusuchen. Ursache ist meistens eine Virusinfektion der oberen Luftwege, die innerhalb weniger Tage von selbst ausheilt. Dabei können Hausmittel helfen. Hält der Husten jedoch über längere Zeit an, sind Spezialisten zur weiteren Diagnostik und Therapie gefragt.

Husten ist für jedes Kind belastend und für Eltern oft beunruhigend.
Dabei ist Husten keine Krankheit, sondern ein Symptom, ein schützender Reflex des Körpers, der die Atemwege reinigt und frei hält.
In den meisten Fällen wird Husten durch eine akute Infektion der oberen Atemwege verursacht. Er tritt umso häufiger auf, je jünger das Kind ist und je mehr Kontakt es zu anderen Kindern hat.
„Wenn der Husten aber über mehrere Wochen andauert, bezeichnet man ihn als chronisch. Dann sollten die Ursachen auf jeden Fall geklärt werden“, rät Dr. med. Thomas Biedermann, Oberarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

Der Kinderpneumologe bewertet die Hustenqualität und hört das Kind ab. Meistens weisen erste Untersuchungen schon auf die Ursache hin.
„Wir klären zunächst, ob der Husten plötzlich und massiv aufgetreten ist und nicht abklingt. Ist das Kind fieberfrei, sollte eine gefährliche Fremdkörpereinatmung auszuschließen sein: Eingeatmete Erdnüsse, Karotten- oder Apfelstückchen sowie Kleinteile von Spielzeugen sind nicht selten Ursache“, so der Medizinexperte.

Weitere Ursachen für chronischen Husten können asthmatische Erkrankungen, Allergien, chronische Bronchitis oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung sein.
Bei längerem, über Wochen anhaltendem Husten mit sogenanntem Auswurf kann eine chronische Infektion oder eine vererbte Lungenerkrankung Ursache sein. Dazu zählt unter anderem die Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose oder die Zilienfunktionsstörung, eine Störung der Reinigungsfunktion der Bronchialschleimhaut. Selten sind dagegen Immunschwächeerkrankungen, Tuberkulose oder entzündlich erweiterte Bronchien.

Vor allem Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren erkranken häufig an der Atemwegserkrankung Pseudokrupp, bei der die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder entzündet und angeschwollen ist. Verengte Atemwege können starke Atemnot und anfallartigen Husten auslösen und für das Kind lebensbedrohlich werden.
Bei älteren Kindern oder Jugendlichen kann nach einem Virusinfekt der Luftwege ein über Wochen anhaltender, trocken-harter Husten auftreten, der sich z.B. auf psychische Stressfaktoren zurückführen lässt. Er ist für die Betroffenen ungefährlich, aber belastend für die ganze Familie, Freunde und Mitschüler.

„Entsprechend der Hustendauer, -lokalisation, -qualität und -intensität erstellen wir einen individuellen Diagnostikplan“, erklärt Dr. med. Thomas Biedermann. „Spezielle Untersuchungen von Blut und Schleim der Atemwege erlauben uns Rückschlüsse auf infektiöse Viren und Bakterien. Weiterführende Blut- und Hauttests sowie Lungenfunktionsuntersuchungen können eine allergische Lungenkrankheit nachweisen. Röntgen, Magnetresonanztomografie, Computertomografie, Atemwegsspiegelung (Bronchoskopie) geben Hinweise auf angeborene Fehlbildungen der Atemwege“, sagt der Kinderpneumologe weiter.
Sind die Ergebnisse ausgewertet, planen die Experten gemeinsam mit den betroffenen Kindern und Eltern die individuelle Therapie. Medizinische Fortschritte ermöglichen heute auch Patienten mit der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose ein weitgehend selbstbestimmtes Leben. Bis zum Erwachsenenalter benötigen sie eine kontinuierliche, oft auch stationäre Betreuung in einer spezialisierten Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.
Neben der Frühgeborenenmedizin, der Kinderonkologie und -hämatologie, der Kinderrheumatologie ist die Mukoviszidose seit vielen Jahren ein Behandlungsschwerpunkt der Bucher Kinderklinik.


Klinikkontakt:
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Chefarzt Prof. Dr. med. Lothar Schweigerer
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Tel.: (030) 94 01-545 00
lothar.schweigerer@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/berlin-buch

Foto: Dr. med. Thomas Biedermann, Oberarzt in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

forschen / 20.02.2016
Gentherapie: Auf Mutationen ausgerichtete T-Zellen gehen gegen Tumoren vor

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Ein internationales Forscherteam mit Wissenschaftlern des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC), der Charité, des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG), der Humboldt-Universität und der Universität von Chicago hat Zellen des Immunsystems so verändert, dass sie Tumorzellen erkennen und gezielt bekämpfen. Wie dies funktioniert, demonstrierten die Wissenschaftler erfolgreich in Mäusen. Auf den Erkenntnissen aufbauende Krebstherapien hätten weniger Nebenwirkungen als derzeit übliche Methoden.

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Das Immunsystem ist die schlagkräftigste Waffe gegen Krankheiten, daher ist die Aktivierung der Selbstheilungskräfte im Kampf gegen Krebs so vielversprechend. Die Berliner Wissenschaftlerteams um Wolfgang Uckert, Thomas Blankenstein und Matthias Leisegang verfolgen zusammen mit dem US-Forscher Hans Schreiber die Idee, T-Zellen gezielt auf mutierte Proteine in Krebszellen auszurichten.

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T-Zellen sind eine Art mobiles Einsatzkommando des Immunsystems, das im Körper patrouilliert und mit T-Zell-Rezeptoren die Oberfläche von Körperzellen nach Protein-Fragmenten (Antigenen) abtastet. Die Antigene stammen aus dem Inneren der Körperzellen. Wird eines dieser Protein-Bruchstücke als „körperfremd“ erkannt, wird die Zelle getötet. Auch die abnormen Proteine, die in Krebszellen durch Genmutation entstehen, können T-Zellen als „fremd“ erkennen.

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Bei der Entstehung eines Tumors scheint der Abwehrmechanismus nicht zu greifen: T-Zellen wandern zwar in den Tumor ein und erkennen dessen Antigene, sind aber inaktiv. Sie lassen sich kaum therapeutisch nutzen, erklärt Matthias Leisegang, aber „die tumorspezifischen T-Zell-Rezeptoren kann man in frische T-Zellen verpflanzen, die man aus dem Blut des Patienten gewinnt. Diese Verpflanzung erfolgt mit genetisch veränderten Viren, die ihr Erbmaterial in Millionen von T-Zellen einbauen können. Anschließend gibt man diese Zellen dem Patienten zurück.“ Dort bekämpfen die T-Zellen dann den Tumor.

Diese Gentherapie mit T-Zell-Rezeptoren testete das Wissenschaftlerteam um Hans Schreiber in einem realistischen, klinisch relevanten Szenario. „Wir haben den therapeutischen Ansatz in der Maus nachempfunden“, sagt Leisegang. Hans Schreibers Team an der Universität von Chicago analysierte die Gene eines Tumors aus der Maus und identifizierte eine Mutation, die in allen Regionen des Tumors auftrat und auch als Antigen den Weg an die Oberfläche fand. T-Zellen der Maus wurden mit einem mutationsspezifischen T-Zell-Rezeptor bewaffnet und dem Tier verabreicht. So wurde der Tumor fast vollständig zurückgedrängt. Klinisch relevant: kombiniert mit einer lokalen Bestrahlung des Tumors wurde eine vollständige Remission erreicht. Die Ergebnisse der Studie erschienen im Fachblatt Clinical Cancer Research.

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In einer Publikation im Journal of Clinical Investigation zeigen die Berliner Forscher, wie wichtig tierexperimentelle Vorversuche sind, damit eine mutationsspezifische Therapie letztlich erfolgreich ist. So erscheinen manche Mutationen im Zellkulturversuch als geeignetes Ziel einer Therapie, können dieses Versprechen jedoch im Körper des Patienten nicht halten. Mit einem Mausmodell, das an entscheidenden Stellen menschliche Moleküle für die Antigen-Erkennung trägt, ist es den Teams um Thomas Blankenstein und Wolfgang Uckert gelungen, „gute“ von „schlechten“ Antigenen klar zu unterscheiden. „Wir haben ein Tiermodell entwickelt, mit dem T-Zell-Rezeptoren und Antigene auf ihre therapeutische Eignung untersucht werden können – eine wichtige Voraussetzung, um eine klinische Anwendung vorzubereiten“ stellt Leisegang fest.

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Auch wenn er und seine Kollegen erfolgreich Immunzellen für die Krebsbekämpfung trainiert haben, eine fertige Therapie sei das noch nicht, betont Leisegang. Ähnliche Verfahren würden derzeit klinisch erprobt, allerdings nur mit Antigenen ohne Mutationen: die T-Zellen greifen deshalb unter Umständen auch gesundes Gewebe an. Der Einsatz mutationsspezifischer T-Zell-Rezeptoren ist gezielter und würde weniger Nebenwirkungen verursachen. Die Methode ist aber auch viel aufwendiger, da sie für jeden Patienten individuell angepasst werden muss. Zusammen mit weiteren Gruppen des MDC und der Charité arbeiten die Forscher nun an der klinischen Umsetzung und werden dabei vom BIG unterstützt.

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Das Projekt wird durch das BIG (CRG-1) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG, SFB TR36) gefördert. Die Einstein-Stiftung ermöglicht Hans Schreiber seinen Forschungsaufenthalt in Berlin mit Hilfe eines Visiting Fellowships.

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Matthias Leisegang1, Boris Engels2, Karin Schreiber2, Poh Yin Yew3, Kazuma Kiyotani3, Christian Idel2, Ainhoa Arina2, Jaikumar Duraiswamy2, Ralph R. Weichselbaum4, Wolfgang Uckert5,6, Yusuke Nakamura3 und Hans Schreiber1,2 (2015): „Eradication of large solid tumors by gene therapy with a T cell receptor targeting a single cancer- specific point mutation.“ Clinical Cancer Research. doi:10.1158/1078-0432.CCR-15-2361

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1Institut für Immunologie, Charité, Berlin; 2Department of Pathology, The University of Chicago, USA; 3Department of Medicine, The University of Chicago, USA; 4Department of Radiation and Cellular Oncology, The Ludwig Center for Metastasis Research, The University of Chicago, USA; 5Molekulare Zellbiologie und Gentherapie, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin; 6Institut für Biologie, Humboldt-Universität Berlin.Matthias Leisegang und Boris Engels waren in gleichem Maße an der Arbeit beteiligt.

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Matthias Leisegang1,2, Thomas Kammertoens2, Wolfgang Uckert1,3 und Thomas Blankenstein2,4 (2016): „Targeting human melanoma neoantigens by T cell receptor gene therapy.“ Journal of Clinical Investigation. doi:10.1172/JCI83465.

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1Molekulare Zellbiologie und Gentherapie, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin; 2Institut für Immunologie, Charité, Berlin; 3Institut für Biologie, Humboldt-Universität Berlin, 4Molekulare Immunologie und Gentherapie, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, Berlin. Wolfgang Uckert und Thomas Blankenstein waren in gleichem Maße an der Arbeit beteiligt.
 

leben / 19.02.2016
Pankower Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag

„Willkommen bei uns“, lautet das Motto der zentralen Veranstaltung der Pankower Frauenprojekte anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März 2016. Frauen und Kinder, die Schutz vor Krieg, Verfolgung und Gewalt hier in Pankow gefunden haben, sind ab 16 Uhr eingeladen ins Frauenzentrum Paula Panke, Schulstr. 25, in 13187 Berlin. Das Treffen dient dem Kennenlernen und dem Verabreden erster gemeinsamer Aktivitäten. Für die Kinderbetreuung ist ebenso gesorgt, wie für Essen und Getränke. Pankower Bürgerinnen sind selbstverständlich auch herzlich willkommen.\n

Zudem lädt der Frauenbeirat Pankow mit dem Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) alle Vorsitzenden der BVV-Fraktionen und deren gleichstellungspolitischen Sprecher/innen am 16. März, 17.30 Uhr  zu einem parlamentarischen Abend in die Fröbelstr. 17, Haus 9, Raum 411 ein. Thema der Gesprächsrunde sind die Ergebnisse der kommunalpolitischen Arbeit im Interesse der Pankower Bürgerinnen.

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Weitere Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag unter www.frauennetz-pankow.de.

leben, bilden / 17.02.2016
VBIO Berlin/Brandenburg fördert: Teilnehmende der Bioolympiade besuchen das Gläserne Labor

Zwölf Schülerinnen und Schüler aus Berlin und Brandenburg, die erfolgreich an der Biologieolympiade 2016 teilnehmen und bereits die zweite Runde erreicht haben, kamen am 8. Februar 2016 ins Gläserne Labor auf dem Biotech-Campus Buch.

Ziel war es, einen Tag zum Thema Forschung in den Life Sciences zu erleben. Nach der Begrüßung auf dem Campus hörten Sie einen Vortrag von Molekularbiologin Dr. Cornelia Stärkel über CRISPR-Cas, die neue Genome Editing Technologie, die im Moment die Genforschung rasant verändert. Mit Hilfe dieser Technik ist es möglich, schnell und einfach mehrere Gene in verschiedenen Organismen gezielt zu verändern. Dieses Verfahren bringt zwar große Fortschritte, z.B. in der Medizin und Pflanzenzüchtung, birgt aber gleichzeitig auch Risiken, etwa die mögliche „Züchtung“ menschlicher Embryonen. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten Pro- und Kontraargumente mit der Wissenschaftlerin und bekamen einen Einblick in die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten dieser topaktuellen Technik.\n

Anschließend lernten die Schülerinnen und Schüler bei einer Campusführung die verschiedenen Institute und Firmen auf dem Gelände des Campus Berlin-Buch kennen. Weiterhin erfuhren sie einiges über die bewegende Geschichte des Wissenschaftsstandortes.

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Nach einer Mittagspause wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst aktiv und nahmen an einem Kurs zum  Thema genetischer Fingerabdruck teil. Dabei isolierten sie ihre eigene DNA aus der Mundschleimhaut und führten eine PCR durch. Alle hatten viel Spaß bei diesen interessanten Veranstaltungen und nutzen die Gelegenheit, sich auszutauschen und um mit neuen Ideen in die nächste Runde der Bioolympiade zu starten.

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VBIO hat gemeinsam mit Frau Bauernöppel, die seitens der Senatsschulverwaltung sich um Biologieolympioniken kümmert, diesen Tag organisiert.

Hinweis für Lehrer:
Am 7.Juli 2016 wird auf dem Campus Berlin-Buch eine Auszeichnungsveranstaltung für Abiturienten mit hervorragenden Leistungen im Fach Biologie stattfinden.                                                                      

Weitere Informationen werden an die Berliner und Brandenburger Schulen verschickt.

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Foto: Thomas Oberländer, HELIOS Klinikum Berlin-Buch

leben, bilden / 17.02.2016
Fit fürs Studium – Von Mendel bis Molekularbiologie

In den Winterferien gab es im Gläsernen Labor in Berlin-Buch wieder einen spannenden Schülerkurs zur Vorbereitung auf Abitur und Studium in den Life Sciences. Sieben Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland konnten eine Woche lang Ihr theoretisches Wissen festigen und bei Experimenten im Labor praktisch anwenden: Sie isolierten Plasmid-DNA aus E. coli, schnitten die Plasmide mit Restriktionsenzymen und stellten die DNA dann im Agarosegel dar. Außerdem reinigten sie Proteine auf, untersuchten diese mit Hilfe von selbst hergestellten SDS-Gelen und transformierten Bakterien.\n

Vormittags gab es Theorieunterricht bei einem Dozenten des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, nachmittags dann die passenden Experimente unter wissenschaftlicher Betreuung zweier Mitarbeiterinnen des Gläsernen Labors. Die Schülerinnen konnten für eine Woche in die Rolle von Forschern schlüpfen und sich optimal auf das Abitur im Fach Genetik vorbereiten sowie einen Vorgeschmack auf ein Studium in den Life Sciences gewinnen.

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Finanziell unterstützt wurde der Kurs durch die AMGEN Foundation. Der nächste Kurs „Fit fürs Studium – Biotechnologie“ findet in den Osterferien statt.

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Foto: Peter Himsel, Campus Berlin-Buch

leben / 17.02.2016
Bekenntnis zur Integration von Flüchtlingen

Am vergangenen Frei­tag­abend fand im Kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­trum des Max-Del­brück-Cen­trums in Ber­lin-Buch ab 18:00 Uhr die Auf­takt­ver­an­stal­tung der Rei­he „Ge­mein­sam er­le­ben“ statt, für die Di­lek Ko­lat, Ber­lins Se­na­to­rin für Ar­beit, In­te­gra­ti­on und Frau­en, die Schirm­herr­schaft über­nom­men hat. In­itia­to­ren und Or­ga­ni­sa­to­ren sind die Lud­wig-Hoff­mann Quar­tier Ob­jekt­ge­sell­schaft mbH & Co. KG und die Stif­tung Me­ri­di­an, die da­mit die Be­mü­hun­gen zur In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen ak­tiv un­ter­stüt­zen wol­len.\n

„Die­ses Ziel ha­ben wir er­reicht“, sagt An­dre­as Dah­l­ke, Pro­jek­t­in­itia­tor der Lud­wig Hoff­mann Quar­tier Ob­jekt­ge­sell­schaft mbH & Co. KG. „Schon die ers­te von vier in die­sem Jahr ge­plan­ten Ver­an­stal­tun­gen, die un­ter dem Mot­to ‚Kar­ne­val der Be­geg­nung‘ stand, hat ge­zeigt, wie wich­tig sol­che Be­geg­nungs­mög­lich­kei­ten für Flücht­lin­ge mit Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­nern sind. Hier kön­nen sie zwang­los zu­sam­men­kom­men und sich ken­nen­ler­nen.“ Das be­stä­tigt Mi­cha­el Arndt, Chef der Stif­tung Me­ri­di­an, und er­gänzt: „Das ist der schnells­te Weg, um ge­gen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis zu schaf­fen. Wir müs­sen ein­an­der ver­ste­hen, um mit­ein­an­der le­ben zu kön­nen. An­ders ist In­te­gra­ti­on auf Dau­er nicht mach­bar.“

Zum „Kar­ne­val der Be­geg­nung“ wa­ren et­wa 200 Gäs­te ge­kom­men, dar­un­ter ne­ben Bu­cher Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auch vie­le Be­woh­ner der Flücht­lings­un­ter­kunft Re­fu­gi­um in Buch so­wie ei­ner Not­un­ter­kunft in Ka­row. Das Büh­nen­pro­gramm des kurz­wei­li­gen Abends wur­de vor al­lem von Flücht­lin­gen aus Af­gha­nis­tan und Al­ba­ni­en ge­stal­tet. Eben­so in­ter­na­tio­nal war die an­schlie­ßen­de Dis­co mit Mu­sik von Kalk­bren­ner bis hin zu Bal­kan­beats und Hits aus Ara­bi­en.

Für die Lei­te­rin des Re­fu­gi­ums, Ju­lia­ne Will­uhn, war der „Kar­ne­val der Be­geg­nung ein Er­folg: „Un­se­re Be­woh­ner au­ßer­halb ih­res All­tags so aus­ge­las­sen zu se­hen, war ei­ne gro­ße Freu­de für uns. Ich konn­te be­ob­ach­ten, dass Ei­ni­ge neue so­zia­le Kon­tak­te ge­knüpft ha­ben. Das freut mich be­son­ders, denn dies ist ei­gent­lich un­ser lang­fris­ti­ges Ziel mit der Ver­an­stal­tungs­rei­he. Auch für uns Mit­ar­bei­ter war es wich­tig, mal in ei­nem an­de­ren Rah­men auf un­se­re Be­woh­ner zu tref­fen.“ Un­ter­stützt wur­den die Ver­an­stal­ter vor al­lem vom Max Del­brück Cen­trum, von der BBB Ma­nage­ment GmbH Cam­pus Ber­lin-Buch, vom „Un­ter­stüt­zer­kreis Ber­lin-Buch“, dem Ver­ein „Kul­tur im Quar­tier e.V.“, dem Bu­cher Bür­ger­ver­ein und der mo­bi­len Be­ra­tung ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus.

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Foto: Andreas Dahlke, Pro­jek­t­in­itia­tor der Lud­wig Hoff­mann Quar­tier Ob­jekt­ge­sell­schaft mbH & Co. KG, eröffnete den "Karneval der Begegnung" (Foto: BERLINboxx)

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Quelle: BERLINboxx Businessmagazin

produzieren / 16.02.2016
Damit der Wirkstoff richtig wirkt

Die celares GmbH gehört seit mehr als zehn Jahren zu den international führenden Unternehmen
auf ihrem Gebiet. Das Bucher Unternehmen hat sich auf die chemische Modifikation von biopharmazeutischen Wirkstoffen spezialisiert, die bei schwer therapierbaren Erkrankungen wie Krebs, Rheuma oder Hepatitis C eingesetzt werden.\n

Biopharmazeutika werden nicht in Form von Kapseln oder Tabletten verabreicht und über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, sondern meist direkt in die Blutbahn oder ins Muskelgewebe gespritzt. Dort sind sie den körpereigenen Abwehrmechanismen ausgesetzt und können allergische oder Abstoßungsreaktionen durch das Immunsystem auslösen. Die celares GmbH modifiziert die biopharmazeutischen Wirkstoffe mit Polymeren, genau Polyethylenglykolen (PEG), um diese Effekte weitestgehend  abzustellen. Durch die sogenannte PEGylierung werden die Biopharmazeutika mit einer Art Schutzhülle ausgestattet. Diese sorgt dafür, dass die Wirkstoffe dort im Körper ankommen, wo sie wirken sollen, ohne vorher durch Abbauenzyme oder vom Immunsystem zerstört zu werden. Dies hilft, die Dosierung und die Nebenwirkungen von Biopharmazeutika deutlich zu verringern.

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Eine weitere Wirkstoffgruppe, mit der sich die celares GmbH seit zwei Jahren intensiv beschäftigt, sind sogenannte Antibody Drug Conjugates (ADC). Hierbei werden hochtoxische Stoffe, die beispielsweise zur Bekämpfung von Tumoren eingesetzt werden, an spezifische Antikörper gekoppelt, die das „Gift“ gezielt zur Krebszelle transportieren und dort freisetzen.

Neuer Partner: Merck Millipore

Ursprünglich war es Ziel des Unternehmens, eigene patentierte PEG-Reagenzien zu entwickeln und deren Nutzung auszulizenzieren. Doch celares hat sich schnell darauf spezialisiert, schon vorhandene PEGs an die Wirkstoffe seiner Kunden zu koppeln. Zu denen zählen internationale Pharma- und Biopharmaunternehmen sowie Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Hat ein Unternehmen einen Wirkstoff entwickelt, der Probleme hinsichtlich Halbwertszeit, Immunogenität oder Löslichkeit bereitet, entwickelt celares maßgeschneiderte Modifikationen.

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Je passgenauer die Chemie dabei an den Wirkstoff gekoppelt wird, desto besser ist später die Wirkung im Patienten. Die 17 hochqualifizierten Mitarbeiter von celares bringen hierfür die Erfahrung und das spezielle Know-how mit. „Die Kunden kommen zu uns, weil sie mit ihrem Produkt ein bestimmtes Problem haben, und wir entwickeln die Lösung“, erklärt Dr. Frank Leenders, einer der drei Gründer und Geschäftsführer der celares GmbH. Dabei begleitet die Firma den gesamten Prozess von der ersten Machbarkeitsstudie bis hin zur Herstellung des Endprodukts beim Kunden. „Durch die chemische Verbesserung der Wirkstoffe steigen die Chancen, dass daraus ein wirksames Medikament wird.“

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Auf diese Expertise ist jetzt auch Merck Millipore, die Life Science Sparte der Merck KGaA, aufmerksam geworden. Merck Millipore bietet ein breites Spektrum an PEGs und anderen Hilfsstoffen an – celares verfügt über das spezialisierte Wissen, um die PEGs möglichst wirkungsvoll zur Verbesserung der Arzneimittel einzusetzen. Im Juni dieses Jahres haben Merck Millipore und celares eine Marketingkooperation unterzeichnet. „Wir sind eine sehr kleine Firma mit sehr spezieller Expertise. Durch die Zusammenarbeit mit Merck Millipore können wir uns auf dem internationalen Markt noch besser positionieren“, erklärt Dr. Leenders. „Gleichzeitig verhelfen wir den Kunden, schneller mit ihrem Produkt auf den Markt zu kommen.“ Mit Merck Millipore und dem japanischen Unternehmen NOF gehören jetzt die beiden weltweit führenden Hersteller von aktivierten PEG Reagenzien zu den Partnern von celares.

Herstellung eigener Reagenzien

Um wirtschaftlich unabhängiger zu werden, will die celares GmbH künftig auch wieder verstärkt eigene Produkte entwickeln. Dazu steht eine eigene Herstellungsanlage zur Verfügung. „Die Prozessentwicklung für Kunden ist meist auf ein bis zwei Jahre angelegt, so dass immer zeitgleich neue Projekte akquiriert werden müssen“, sagt Frank Leenders. „Die letzte Finanzkrise hat selbst große Kunden von uns getroffen – ein zweites Standbein könnte uns da etwas mehr Unabhängigkeit bringen. Hinzu kommt, dass Projekte immer wieder aus strategischen Gründen vorzeitig abgebrochen werden. Deswegen konzentrieren wir uns zusätzlich wieder auf die Herstellung eigener Produkte.“ Dem Campus in Buch wollen sie auch in Zukunft treu bleiben. „Wir erleben das Campusmanagement seit über zehn Jahren als zu 100 Prozent verlässlichen Partner, der uns bei allen Vorhaben unterstützt.“

Text: Alexandra Lethgau

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Foto: GMP-Produktion im Reinraum von celares. (Foto: celares GmbH)

forschen, heilen / 12.02.2016
Gewebeschäden des Herzmuskels bis ins Detail sichtbar: Weltweit erste Kardio-MRT-Studie mit Patienten am 7-Tesla-Scanner

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück Centrums für Molekulare Medizin (MDC) konnten erstmalig bei einer größeren Gruppe herzkranker Patienten die kardiale Magnetresonanztomographie an einem 7 Tesla MRT-Scanner anwenden. Die Aufnahmen des innovativen Hochleistungsgerätes zeigen das schlagende Herz in besonders hoher Auflösung. Details, die wertvolle Informationen über den Zustand des Herzmuskelgewebes geben, werden hierbei sichtbar. So lassen sich bei Patienten, die an einer Verdickung des Herzmuskels leiden, selbst kleinste Veränderungen im Muskelgewebe nachweisen, wie im aktuellen Fachmagazin PLOS ONE* veröffentlicht ist.

Die kardiovaskuläre Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT) wird zu einer Schlüsseltechnologie bei der Feindiagnostik von Herzmuskelerkrankungen. Dabei entwickelt sich das Bildgebungsverfahren beständig weiter und ist in der Lage, immer genauere Details von gesundem und erkranktem Gewebe abzubilden, auch bei normaler Herzleistung. Veränderungen oder Schäden des Herzmuskels lassen sich so besser erkennen und bewerten, beispielsweise bei Patienten mit einer genetisch bedingten Verdickung der linken Herzkammer, einer Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM). Aufgrund der Gewebedifferenzierung im Herzmuskelbereich werden am leistungsstarken 7-Tesla-Scanner Mikrostrukturen sichtbar, darunter krankhafte Veränderungen oder Vertiefungen in der Muskulatur.

Im klinischen Einsatz sind derzeit 1,5 und 3,0 Tesla MRT-Scanner. Weiterentwickelte 7-Tesla-Geräte liefern bei höherer Feldstärke deutlich höher aufgelöste Aufnahmen. Die meisten dieser neuartigen Scanner sind noch nicht für die klinische Anwendung, aber im Rahmen von Forschungsarbeiten zertifiziert. Weltweit sind erst fünf Zentren in der Lage, das schlagende Herz auf diese Weise darzustellen. Die große Herausforderung des Kardio-MRT ist es, ein Organ abzubilden, das sich in stetiger Bewegung befindet.

Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger, Leiterin der Hochschulambulanz für Kardiologie am Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung der Charité und des MDC sowie Leiterin der Gruppe Kardiale MRT am ECRC in Kooperation mit dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch, haben nun weltweit zum ersten Mal das Potential der neuen Technologie für HCM-Patienten geprüft: „Unser Ziel war es, die Möglichkeiten eines 7-Tesla-Scanners bei Patienten mit einer Hypertrophen Kardiomyopathie einzusetzen und zu prüfen, ob kleinste morphologische Auffälligkeiten aufgezeigt werden können,“ so die Kardiologin. Den Forschern ist es gelungen, winzige Vertiefungen im Muskelgewebe, sogenannte myokardiale Krypten, nachzuweisen, die am klinischen Gerät dort nicht erkennbar waren.

Ermöglicht wurde dies durch eine enge Kooperation mit der Berlin Ultrahigh Field Facility (B.U.F.F.) am MDC unter der Leitung von Prof. Dr. Thoralf Niendorf. Gemeinsam haben die Wissenschaftler Patienten mit verdickter Herzmuskulatur am 7-Tesla-Gerät mit 2D CINE-Bildgebung wie auch am herkömmlichen 3-Tesla-Gerät gescannt und die Aufnahmen des Herzens verglichen. Zusätzlich sind gesunde Vergleichspersonen mithilfe der neuen Geräte-Generation untersucht worden.

Nach Auswertung aller Daten kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass eine Untersuchung am 7-Tesla-MRT bei Patienten mit Hypertropher Kardiomyopathie sinnvoll sein kann. „Bei sieben von dreizehn Patienten konnten wir kleinste Vertiefungen im Muskelgewebe der linken Herzkammer gut sichtbar nachweisen“, sagt Dr. Marcel Prothmann, Erstautor der Studie. „Das räumlich hochauflösende Verfahren ist ein Qualitätssprung in der Bildgebung. Es ermöglicht eine detaillierte Visualisierung struktureller Veränderungen innerhalb von Abschnitten ausgedehnter Herzmuskelverdickung“, so der Mediziner. Die präzisen Abbildungen können dazu beitragen, genauere Aussagen über die Ursachen einer Herzinsuffizienz oder anderer Erkrankungen des Herzens zu treffen.


*Prothmann M, von Knobelsdorff-Brenkenhoff F, Töpper A, Dieringer MA, Shahid E, Graessl A, et al. (2016) High Spatial Resolution Cardiovascular Magnetic Resonance at 7.0 Tesla in Patients with Hypertrophic Cardiomyopathy – First Experiences: Lesson Learned from 7.0 Tesla. PLoS ONE 11(2): e0148066. doi:10.1371/journal.pone.0148066
 
Kontakt:

Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger
Experimental and Clinical Research Center (ECRC)
Campus Berlin Buch
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 553 749

leben / 11.02.2016
Bezirksbürgermeister Matthias Köhne zu den Standorten für Modulare Unterkünfte

Aus Presseveröffentlichungen geht hervor, dass der Senat für den Bezirk Pankow zunächst drei Standorte für modulare Unterkünfte für Flüchtlinge plant:\n
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  • Lindenberger Weg, 19, 27 in Buch,
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  • Wolfgang Heinz Str. neben 47 in Buch,
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  • Siverstorpstraße 9A in Karow.
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„Es ist notwendig, dass schnell eine Verständigung über die Standorte erreicht wird. Denn wer Sporthallen leerziehen möchte, muss sich endlich um Alternativen kümmern“, erklärt Bezirksbürgermeister Matthias Köhne. Aus seiner Sicht müssen folgende Kriterien bei der Standortentscheidung eine Rolle spielen:

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  • regionale Verteilung,
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  • keine Zielkonflikte mit anderen bezirklichen Planungen (z.B. Gewerbe, soziale Infrastruktur),
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  • urbane Anbindung.
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Das Bezirksamt geht davon aus, dass die beiden Standorte in Buch realisiert werden. Angesichts der in dem Ortsteil bereits vorhandenen und geplanten Unterkünfte hält das Bezirksamt darüber hinausgehende, weitere Standorte in Buch nicht für sinnvoll. Dies gilt auch für den geplanten Standort in Karow, der vom Bezirk als Vorhaltefläche für dringend benötigte soziale Infrastruktur (Kita, Schule) benötigt wird.

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Das Bezirksamt Pankow erwartet vom Senat darüber hinaus, dass die durch neue Flüchtlingsunterkünfte wachsenden Bedarfe vor allem für Schul- und Kitaplätze berücksichtigt werden. Die räumlichen Aufnahmekapazitäten für weitere Willkommensklassen in den vorhandenen Pankower Schulen sind ausgeschöpft. Wer modulare Unterkünfte oder Container aufstellt, muss dort gleichzeitig für Unterrichtsräume sorgen. Die Beschulung der geflüchteten Kinder kann künftig nur noch in den Unterkünften selbst erfolgen. Dafür muss der Senat Vorsorge treffen.

leben / 11.02.2016
Bestnote für den Ambulanten Pflegedienst

Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen erhält MDK-Note 1,0!\n

Bei der Qualitätsprüfung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) wurde der Ambulante Pflegedienst der Albert Schweitzer Stiftung – Wohnen & Betreuen mit der Gesamtnote 1,0 ausgezeichnet. Damit wurde das sehr gute Ergebnis vom vorigen Jahr (1,1) sogar noch übertroffen.
Auch die Kundenzufriedenheit, die persönlich erfragt wird, erhielt eine glatte 1,0. „Darüber freuen wir uns ganz besonders, denn dies zeigt, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr zugewandt und individuell vor Ort unterstützen“, so Fachbereichsleiterin Ilona Kolbe.

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Nähere Informationen zum Ambulanten Pflegedienst finden Sie unter

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www.ass-berlin.org/ambulanter_pflegedienst_1442.html

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forschen, leben, heilen / 08.02.2016
Klinische Lipidologie – mehr als nur Cholesterin

Interview mit PD Dr. Karsten-Henrich Weylandt, Leiter der Hochschulambulanz für Lipidologie im Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von Charité und MDC
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Herr Dr. Weylandt, Sie sind Wissenschaftler und Arzt und forschen auf einem Fachgebiet, das sich nur schwer einem einzelnen Bereich der klinischen Medizin zuordnen lässt. Warum ist die Lipidforschung so interessant für Sie?

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Ich bin als Gastroenterologe und Stoffwechselmediziner tätig, das klinische Spektrum reicht dabei von Stoff wechselstörungen wie den klassischen Fettstoffwechselerkrankungen (Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie) und der Fettleber bis hin zu komplexen Ernährungsstörungen wie dem Kurzdarmsyndrom. Das Behandlungsspektrum umfasst auch autoentzündliche Prozesse wie die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sowie Krebserkrankungen, etwa das hepatozelluläre Karzinom und das Kolonkarzinom. Die Lipidomik ist hier ein Ansatzpunkt für eine bessere Prävention und Behandlung vieler dieser Erkrankungen: Omega-3-Fettsäuren werden zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen und im Rahmen von Leberfunktionsstörungen, z. B. bei Kurzdarmsyndrom eingesetzt und bieten möglicherweise auch ein Therapiepotenzial bei der Fettleber. Aspirin als Medikament zur Hemmung der Bildung von Fettsäure-Hormonen wie den Prostaglandinen ist in der Herz-Kreislaufmedizin essenziell und in den letzten Jahren auch immer mehr zu einem wichtigen Kandidaten zur Tumorprävention im Verdauungstrakt geworden.

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Woran forschen Sie genau?

Wir untersuchen die biologischen Funktionen von Lipiden (Fetten) und ihren Stoffwechselprodukten. Viele Befunde weisen darauf hin, dass bestimmte Störungen des Lipidstoffwechsels bei der Entstehung und dem Verlauf von Erkrankungen wie Krebs, Entzündungen und neurodegenerativer Prozesse eine entscheidende Rolle spielen. Andererseits werden Omega-3-Fettsäuren seit langem damit in Verbindung gebracht, Entzündungen zu mindern. Sie könnten auch eine Rolle dabei spielen, die Bildung von Tumoren zu verhindern.

Welche Patientenstudien führen Sie durch?

In einem Studienschwerpunkt beschäftigen wir uns mit Patienten, die eine Fettstoffwechselstörung haben und dafür mit einer besonderen Blutwäsche behandelt werden. Hier versuchen wir, den Effekt dieser Intervention auf das Lipidom, also das weite Spektrum der Fettsäureprodukte, zu verstehen, um dann die Gabe von schützenden Medikamenten wie Aspirin, Statinen und eben Omega-3-Fettsäuren zu optimieren. In einem weiteren Ansatz führen wir derzeit Messungen bei Patienten mit Darmerkrankungen (chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Kolonkarzinom) durch, um hier das Vorkommen und die Rolle verschiedener Fettmetabolite zu entschlüsseln. Schließlich verfolgen wir aktuell ein Projekt zur Analyse der Rolle essentieller Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bei Kurzdarmpatienten, die komplett intravenös ernährt werden.

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Welche Patienten können sich in Ihrer Hochschulambulanz vorstellen?

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Am ECRC bieten wir eine Fettstoffwechselsprechstunde an, in der Patienten mit erhöhtem Cholesterin und/oder Triglyzeriden beraten und behandelt werden. Gleichzeitig ist die Lipidologie am ECRC für Patienten auch Eingangspforte zu anderen ambulanten und klinischen Ressourcen der Charité: Viele unserer Patientenstudien basieren auf der engen Zusammenarbeit mit z.B. der Kurzdarmsprechstunde am Campus Mitte, den Fettstoffwechsel- und Lebersprechstunden und der Poliklinik für chronisch entzündliche Darmerkrankungen am Campus Virchow-Klinikum.

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Schließlich interessieren uns besondere Diätformen: So ist die sehr fettreiche und kohlenhydratarme „ketogene“ Diät als Behandlung bestimmter Kindheitsepilepsien etabliert, in ihrer langzeitigen Stoffwechselwirkung bei erwachsenen Patienten mit entzündlichen Erkrankungen wie z. B. der Multiplen Sklerose aber noch nicht verstanden. Hier analysieren wir die Auswirkungen dieser Umstellungen, um potenzielle Nutzen und Risiken besser zu erkennen.

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Ihre Hochschulambulanz ist Teil des ECRC von MDC und Charité – welche Vorteile ergeben sich daraus?

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Der Campus Berlin-Buch ist einer der spannendsten Plätze für die Lipidmetabolit-Forschung in Deutschland: Mit der Lipidomix GmbH findet sich hier ein hervorragendes Labor für die Lipidanalytik, und die Omeicos Therapeutics GmbH ist eine der ersten Biotech-Firmen, die neue small molecular compounds auf der Basis von Omega-3-Fettsäuren entwickelt. Die wissenschaftlichen Grundlagen dafür – ebenso wie viele wissenschaftliche Impulse für unsere ECRC-Hochschulambulanz – kommen aus dem Labor von Dr. Wolf Schunck am Max-Delbrück-Centrum. Als Konzept- und Denkraum zwischen Klinik und Forschung hat die Hochschulambulanz zum Beispiel zu einem Promotionsprojekt geführt, das sich im Rahmen des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung mit der Rolle von Omega-3-Fettsäuren bei der Prävention von Lebererkrankungen befasst.

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Interview und Foto: Christine Minkewitz/BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch

leben / 08.02.2016
Schnäppchenjagd am Equal Pay Day

Rabatt-Aktion für Frauen am Tag der Lohngerechtigkeit\n

Frauen auf der Überholspur – bei der Zahl der Bildungsabschlüsse mag das stimmen. Einmal im Berufsleben angelangt, sieht die Realität für viele aber ganz anders aus. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts verdienten Frauen im Jahr 2014 durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als Männer. Rechnet man den Prozentwert in Tage um, arbeiten Frauen 79 Tage, vom 1. Januar bis zum 19. März 2016, umsonst. Die Lohndiskriminierung bleibt damit ein aktuelles Thema.

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Deshalb gibt es in Deutschland am 19. März den Equal Pay Day, den Tag der Lohngerechtigkeit. Die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der Berliner Bezirke rufen in Kooperation mit dem FrauenComputerzentrumBerlin e.V. Unternehmen, Geschäfte, Restaurants, Cafe’s auch in diesem Jahr wieder dazu auf, Frauen am 19. März einen Rabatt von 22 Prozent einzuräumen.

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Auf einer extra geschalteten Internetseite unter www.22-prozent.de werden die Adressen der Unternehmen nach Branchen und Bezirken veröffentlicht. Das gibt den Frauen die Möglichkeit sich gezielt über alle Angebote der Rabattaktion zu informieren. Der Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD) wird am 18. März 2016 mit der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirks die Equal Pay Day - Fahne am Pankower Rathaus hissen.

forschen, bilden / 04.02.2016
Woche der Umwelt' 2016: Jury wählte 190 Aussteller aus - Das Gläserne Labor ist mit dabei

Nun stehen die Aussteller für die „Woche der Umwelt“ fest, die am 7. und 8. Juni im Park des Schlosses Bellevue ihre innovativen Ideen und Projekte zur Nachhaltigkeit vorstellen werden. Bereits zum fünften Mal seit 2002 findet die Umwelt-Schau im Park des Berliner Amtssitzes des Bundespräsidenten statt. Auch dieses Jahr ist der Jury die Auswahl aus den über 600 Bewerbungen nicht leicht gefallen. Besonders die hohe Qualität der Bewerbungen überzeugte die Jurymitglieder. Für zwei Tage im Juni stehen nun das Thema Umweltschutz und die damit verbundenen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen im Fokus der Öffentlichkeit.

Qualität, Innovation und Modellhaftigkeit

Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der DBU, freut sich über das rege Interesse der Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Medien: „Auch in diesem Jahr können die Besucher einen spannenden Einblick in die Vielfalt neuer, umweltfreundlicher Technologien, Produkte, Dienstleistungen und Konzepte werfen, die für eine verantwortungsvolle Gestaltung unserer Zukunft bereitstehen.“ Die Auswahl-Jury, die durch das Bundespräsidialamt berufen worden war, achtete bei ihrer Wahl besonders auf Qualität, Innovation und Modellhaftigkeit der eingereichten Projekte und darauf, ob das Vorhaben ein hohes gesellschaftliches, technisches und wirtschaftliches Umsetzungspotenzial hat. Davon können sich wieder mehrere Tausend geladene Besucher in diesem Sommer überzeugen.\n


Vor beeindruckender Kulisse finden anschauliche Projektpräsentationen statt

Die beeindruckende Kulisse des Schlosses Bellevue werden annähernd 200 Aussteller aus Deutschland und der Schweiz nutzen, um sich auf fast 4.000 Quadratmetern des Parks zu den Fachthemen Klimaschutz, Energie, Ressourcen, Boden und Biodiversität, Mobilität und Verkehr, Bauen und Wohnen zu präsentieren. In den einzelnen Pavillons finden umfangreiche und anschauliche Projektpräsentationen statt, mit denen auch Querbezüge zur Bildung und Kommunikation sowie zur Digitalisierung dargestellt werden.

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Vielfältiges Vortrags- und Diskussionsangebot zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen

Parallel zu der Ausstellung wird es ein hochkarätiges und vielfältiges Vortrags- und Diskussionsangebot geben. Auf der Hauptbühne werden Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft in moderierten Diskussionsrunden zu den Schwerpunktthemen diskutieren und zu folgenden Fragen neue Entwicklungen aufzeigen: Welchen Handlungsrahmen bieten die planetaren Leitplanken? Wie kann die weitere Energiewende gestaltet werden? Wie kommt der Klimaschutz voran? Wie werden Ressourcen effizient genutzt? Wie können Kreisläufe geschlossen und Innovation auf Spitzenniveau gefördert werden? Welche Visionen gibt es für ein nachhaltiges urbanes Leben? Wie gehen wir mit der Nutzungskonkurrenz um die Ressource Boden um, wie erreichen wir eine ressourcenschonende Landnutzung? Wie kann die Veränderungsbereitschaft der Gesellschaft für die großen Transformationsprozesse gestärkt werden? Ergänzend und für die noch detailliertere Diskussion werden zudem 70 bis 80 Fachforen zu aktuellen Nachhaltigkeitsthemen mit rund 400 Experten angeboten.

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Weitere Informationen unter
www.woche-der-umwelt.de.

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Foto: In ein Messe- und Ausstellungsgelände verwandeln wird sich am 7. und 8. Juni der Park des Schlosses Bellevue. Bundespräsidialamt und DBU veranstaltet zum fünften Mal die "Woche der Umwelt". Rund 200 Aussteller werden auf der 4.000 Quadratmeter großen Fläche Innovationen und Ideen präsentieren. © Deutsche Bundestiftung Umwelt - DBU

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Quelle: Woche der Umwelt/Deutsche Bundestiftung Umwelt

forschen / 04.02.2016
Erwin Böttinger als Vorstandschef des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung ins Amt eingeführt

Mit einer symbolischen Staffelübergabe wurde gestern der Amtsantritt von Professor Erwin Böttinger an der Spitze des Berliner Instituts für Gesundheits-forschung/Berlin Institute of Health (BIH) begangen und Professor Ernst Th. Rietschel feierlich verabschiedet.

Zum Amtsantritt Böttingers ist das Berliner Institut für Gesundheitsforschung hervorragend aufgestellt: Große und kleinere translationale Forschungsprojekte zu aktuellen medizinischen Schlüsselthemen laufen seit 2014, die für exzellente Arbeit nötigen Forschungsstrukturen und Technologieplattformen sind zum großen Teil geschaffen, und seit April 2015 ist das BIH eine eigenständige Körperschaft des Öffentlichen Rechts des Landes Berlin. „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler brauchen beste Forschungsbedingungen. Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung hat einiges zu bieten“, sagt Böttinger. In den kommenden Jahren will Böttinger unter anderem die Digitalisierung der Gesundheitsforschung und -versorgung sowie die stärkere Vernetzung in integrierten Forschungsteams in Berlin, auch mit Partnern aus der Wirtschaft, vorantreiben: „Wir wollen ein ‚Ökosystem‘ für Innovationen schaffen, in dem Grundlagenwissenschaftler, klinische Forscherinnen, Bioinformatiker, Genetikerinnen oder Protein-Spezialisten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen partnerschaftlich und zielorientiert für die Gesundheit der Menschen miteinander arbeiten“, sagte er anlässlich der Amtseinführung in Berlin.

Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka dankte Ernst Th. Rietschel für seine besonderen Leistungen beim Aufbau des Instituts seit 2013 und blickte erwartungsvoll in die Zukunft. „Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung hat eine Größenordnung, die ich als Chance sehe, auch international sichtbar zu werden. Wir erhoffen uns von Herrn Böttinger, die anwendungsnahe Medizinforschung beispielgebend voranzutreiben“, sagte Johanna Wanka.

Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft des Landes Berlin: „Herr Rietschel hat in Berlin Großartiges geleistet und mit seiner Arbeit den Weg für eine erfolgreiche Zukunft des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung geebnet. Der Amtsantritt durch Herrn Böttinger ist ein weiterer entscheidender und wichtiger Schritt für das Institut und für Berlin. Ein Schlüssel zum Erfolg wird es sein, die vorhandenen Berliner Kompetenzen in der biomedizinischen Forschung noch besser zu vernetzen und in einem weiteren Schritt neues Wissen über die Entstehung und Entwicklung von Krankheiten zu generieren. Von Herrn Böttinger und seiner Expertise erhoffen wir uns neue Impulse, die den Standort in der medizinischen Forschung ganz nach vorne bringen. Auch international. Wir freuen uns, dass er sich für Berlin entschieden hat.“

Erwin Böttinger leitet als hauptamtlicher Vorsitzender des Vorstands die Arbeit des BIH-Vorstands und verantwortet zusammen mit den Vorstandsvorsitzenden des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft und der Charité - Universitätsmedizin Berlin, dem Dekan der Charité - Universitätsmedizin Berlin sowie dem hauptamtlichen administrativen Vorstandsmitglied die strategische und wissenschaftliche Planung und deren Erfolgskontrolle.\n


Foto:
Amtsantritt Erwin Böttinger (v.l.n.r.): Ernst Th. Rietschel, Johanna Wanka, Erwin Böttinger, Steffen Krach. (Foto: BIH/Thomas Rafalzyk)


https://www.bihealth.org/de/artikel/pressemitteilung-erwin-boettinger-als-vorstandschef-des-berliner-instituts-fuer-gesundheitsforschung-ins-amt-eingefuehrt-419/

bilden / 04.02.2016
Neues Unterrichtsmaterial SYSTEMBIOLOGIE.DE SCHOLÆ erschienen

Das neue Arbeits- und Informationsmaterial SYSTEMBIOLOGIE.DE SCHOLÆ unterstützt Lehrerinnen und Lehrern dabei, in der Oberstufe systembiologisches Wissen zu vermitteln. In enger Kooperation des Gläsernen Labors Berlin-Buch mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg und dem Projektträger im Forschungszentrum Jülich erarbeitet, bietet das kostenlose Heft aktuelle Forschungsergebnisse der Systembiologie in einer direkt im Unterricht einsetzbaren Form.\n

Die Systembiologie schafft innovative Möglichkeiten, komplexe Prozesse in lebenden Zellen zu untersuchen. Wie werden Gene reguliert? Warum entsteht Krebs? Hinter diesen Fragen verbergen sich komplexe Sachverhalte, denen die klassischen biologischen Methoden kaum noch gerecht werden. Wer Lösungen für derartige Fragen sucht, muss die Dynamik eines biologischen Systems als Ganzes begreifen. Den passenden Ansatz hierfür liefert die Systembiologie, eine junge Forschungsdisziplin der Lebenswissenschaften. Sie verknüpft modernste experimentelle Methoden mit Wissen und Technologien aus Mathematik, Informatik, Physik und Ingenieurwissenschaften. Im Wechselspiel zwischen Laborversuch und Modellierung am Computer werden mathematische Konzepte auf biologische Systeme angewandt. Dies macht es möglich, Vorhersagen über vielschichtige biologische Prozesse zwischen Zellen, Organen oder gesamten Organismen zu treffen und somit etwa die Entstehung von Krankheiten zu ergründen.

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Frühzeitiger Einblick in vielfältiges Forschungsgebiet
Die vorliegende Sonderausgabe bereitet, passend zum Lehrplan, Forschungsbeiträge aus früheren Ausgaben des Magazins SYSTEMBIOLOGIE.DE auf, etwa zu den Themen Krebs, Stammzellen und Epigenetik. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung zu stellen, anregende Diskussionen unter Schülern zu fördern und das Bewusstsein für aktuelle wissenschaftliche und medizinische Probleme zu erhöhen. Schüler gewinnen auf diese Weise praxisbezogene Einblicke in die interdisziplinären Methoden der modernen systembiologischen Forschung. Lehrer erhalten Anregungen, die das forschend-entwickelnde Unterrichtsverfahren in den Mittelpunkt rücken. Mit der Schulausgabe von SYSTEMBIOLOGIE.DE SCHOLÆ werden auch fachlich-didaktische Hinweise gegeben, um lehrplanbezogene Stoffgebiete mit dem Anliegen der Systembiologie in der Sekundarstufe II  zu verbinden. Die Ausgabe unterstützt die wiederholt von Didaktikern erhobene Forderung, mathematische Methoden zur Beschreibung biologischer Sachverhalte und zum Lösen biologischer Problemstellungen stärker in den Biologieunterricht einzubeziehen.

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Jedes Kapitel der Publikation enthält entsprechende Arbeitsaufträge für die Schüler. Mögliche Lösungsvorschläge und zum Teil weiterführende Hinweise befinden sich in einem beigefügten Lehrerheft systembiologie.de scholae/didaktik. Nicht zuletzt vermittelt das Heft einen Überblick darüber, welche Studienmöglichkeiten es auf diesem Gebiet derzeit gibt.
SYSTEMBIOLOGIE.DE SCHOLÆ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.

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Die Sonderausgabe wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie kann auf Anfrage unter folgender Kontaktadresse beim Gläsernen Labor Berlin-Buch bezogen werden: d.giese@bbb-berlin.de

produzieren / 03.02.2016
Eckert & Ziegler weitet Kooperationsprogramm mit nuklearmedizinischen Medikamentenentwicklern aus

Die Eckert & Ziegler AG, ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, weitet ihr Kooperationsprogramm mit aussichtsreichen nuklearmedizinischen Medikamentenentwicklern aus und wird nunmehr auch die dänische Curasight bei der Zulassung ihres Brustkrebsdiagnostikums uPAR unterstützen. Curasight ist eine Ausgründung aus dem Kopenhagener Universitätsklinikum Rigshospitalet mit der Forschergruppe um Professor Andreas Kjaer. Eckert & Ziegler, vertreten durch seine Radiopharmaziesparte, wird sich dazu vor allem auf die Ausarbeitung und Validierung des pharmazeutischen Herstellungsprozesses konzentrieren und seine Isotopenlabore und weltweiten Infrastruktureinrichtungen für diesen Zweck einbringen. Das Management der präklinischen und klinischen Prüfungen dagegen verbleibt in Dänemark.

Für die Sachleistungen werden Eckert & Ziegler Zug um Zug Minderheitsanteile zuwachsen. Im geringen Maße beteiligt sich der Konzern auch finanziell. Hauptbeitrag zur Wertsteigerungen der Curasight bleiben allerdings die Erfahrungen mit den Fallstricken des Zulassungsprozesses und den besonderen Anforderungen im Bereich der Radiopharmazie.

„Viele internationale Medikamentenentwickler haben unsere Dienstleistungen bereits in Anspruch genommen. Darunter die Octreopharm Sciences GmbH, die ein Diagnostikum und Therapeutikum zur Behandlung neuroendokriner Tumore entwickelt, und die im vergangenen Jahr erfolgreich an das französische Pharmaunternehmen IPSEN verkauft wurde“, erklärt Dr. André Heß, Mitglied des Vorstands der Eckert & Ziegler AG und verantwortlich für das Segment Radiopharma. „Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass sich beide Unternehmen hervorragend ergänzen werden“, ergänzt Morten Persson, CEO und Mitgründer von Curasight.

Die steigende Nachfrage nach nuklearmedizinischen Bildgebungsverfahren (PET/CT) und der Trend zur personalisierten Medizin führen dazu, dass immer mehr kleine, hochqualifizierte Medikamentenentwickler für Radiopharmaka auf den Markt drängen. Eckert & Ziegler verfügt über jahrzehntelange Expertise in der Isotopentechnologie, um diesen jungen Unternehmen bei der Entwicklung ihrer Arzneimittel zu helfen. Dazu zählen die Nutzung der Isotopenlabore sowie die komplette Entwicklung von Herstellungs- und Prüfmethoden der Radiopharmaka (CMC) durch Eckert & Ziegler.

Curasight hat ein Arzneimittel namens uPAR (Ga-68-NOTA-AE105) durch die klinische Phase I geführt, das als Ga-68 basiertes Radiodiagnostikum primär zur Diagnose von Brustkrebs verwendet werden soll. Bislang erfolgt häufig zur Abklärung des Befunds eine operative Entnahme und Untersuchung des Wächterlymphknotens. Am entnommenen Lymphknoten können Fachleute erkennen, ob der Tumor bereits metastasiert hat und Optionen für den weiteren Behandlungsverlauf ableiten. Das neue Arzneimittel soll zukünftig diese Biopsie in vielen Fällen überflüssig machen. Ziel der Entwicklung von Curasight ist es, mit einer PET-Untersuchung nicht-invasiv abzuklären, inwieweit sich im Wächterlymphknoten, aber auch andernorts Metastasen gebildet haben und dieser tatsächlich entfernt werden muss. Durch diese individuelle Diagnose könnten vielen Frauen mit Brustkrebs unangenehme Nebenwirkungen erspart bleiben und die Gesamtuntersuchungszeiten verkürzt werden.

Brustkrebs ist mit weltweit rund 1,7 Millionen Neuerkrankungen pro Jahr die zweithäufigste Krebsform (WHO Weltkrebsbericht 2014). Allein in Deutschland erhalten jährlich rund 70.000 Frauen diese Diagnose.

An Curasight ist neben Eckert & Ziegler auch der größte dänische Frühfinanzierer SEED Capital Denmark beteiligt.\n

Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 700 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.

leben, bilden / 03.02.2016
Ein spannender Ferientag im Forscherlabor für Kinder des Refugiums Buch

Am 2. Februar 2016 besuchte erneut eine Kindergruppe des Refugiums Buch das Gläserne Labor. Auf dem Programm stand das Thema „Auge und Ohr“. Die zwölf Jungen und Mädchen zwischen sechs und 14 Jahren erkundeten viele Phänomene rund um Schall und Licht.\n

Kann man Salzkörner mit Musik zum Tanzen bringen? Was ist eigentlich ein Lichtstrahl? Wie sieht es in meinem Ohr aus? Diese und viele andere Fragen konnten die Kinder sich auf unterhaltsame Weise beantworten. Alle hatten viel Spaß beim Basteln von Musikinstrumenten und Dosentelefonen, die die Kinder nach dem Kurs mitnehmen durften. Abgerundet wurde das Programm durch ein gemeinsames Mittagessen und Spiel und Spaß in den Pausen.

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Ein ganz herzlicher Dank geht im Namen der Kinder und des Gläsernen Labors an die Delbrück’sche Familienstiftung, die diesen Ferienkurs ermöglicht hat!

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Foto und Text: Gläsernes Labor

forschen, investieren, produzieren, leben / 01.02.2016
Auf dem Weg zur Green Health City - Erster Energie- und Klimaworkshop in Berlin-Buch

Die großen Arbeitgeber in Buch, der Campus Berlin-Buch und das HELIOS Klinikum, sind in den vergangenen Jahren bereits erste Schritte gegangen, Energie noch effizienter und klimaschonender einzusetzen. Vattenfall hat rund zehn Millionen Euro in die Optimierung der lokalen Energieerzeugung investiert und im Bucher Heizkraftwerk eine hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenanlage installiert. Mit der neuen Technologie, die den CO2-Ausstoß um mehr als 20.000 Tonnen pro Jahr reduziert, ist der Standort auf dem Weg, Leuchtturm für nachhaltige Wärmeerzeugung zu werden. Doch längst sind nicht alle Potenziale für den Klimaschutz ausgeschöpft. Hinzu kommt, dass der Campus mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen weiter wachsen wird und in der Region langfristig bis zu 2.500 neue Wohnungen entstehen sollen.

Auf Initiative von Bezirksstadtrat Jens Holger Kirchner und vorbereitet von der Planergemeinschaft Kohlbrenner eG, fand daher Ende vergangenen Jahres auf dem Campus Berlin-Buch der erste Energie- und Klimaworkshop des Gesundheitsstandorts statt. Am Workshop nahmen Vertreter des Bucher Wirtschaftsnetzwerks teil: Campus Berlin-Buch, HELIOS Klinikum, Ludwig-Hoffmann-Quartier und HOWOGE sowie die Energieversorger Vattenfall, Gasag und Stromnetze Berlin.

Effiziente Energienutzung
Auf dem Weg zur Klimaneutralität setzt Vattenfall auf eine Schlüsseltechnologie: effiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Langfristig sollen diese mit einem wachsenden Biomasseanteil gespeist werden und flexibel in der Lage sein, überschüssigen Strom in Wärme umzuwandeln (Power-to-district Heat). Das Bucher Heizkraftwerk, das bereits jetzt einen zertifizierten Primärenergiefaktor von 0,29 erreicht, ist demnach für die Zukunft gerüstet. Die derzeitige Kapazität, die erlaubt, neben den großen Bucher Unternehmen bis zu 16.000 Haushalte mit Fernwärme und Strom zu versorgen, ließe sich für die geplanten Wohnstandorte erweitern.

Verbundsystem für Fernkälte
Für den Campus steht jedoch nicht die Wärmezufuhr, sondern die Versorgung der einzelnen Forschungsbereiche mit Kälte im Vordergrund. Die Kühlung der Hochtechnologie-Einrichtungen erfolgt derzeit noch über drei unabhängige Systeme. Um die Energie effizient einzusetzen, wird angestrebt, diese Systeme zu koppeln. Erste Überlegungen eines „kleinen“ Fernkältenetzwerkes wurden bereits mit Vattenfall diskutiert, das einen geplanten Wärmespeicher zu diesem Zweck technisch erweitern könnte. Vom Fernkältenetzwerk versprechen sich die Campus-Akteure, dass die Anlagen insbesondere zu Spitzenzeiten ausreichend mit Kälte versorgt und Spitzen über das Netz abgefangen werden können. Im Verbundsystem würden Wartungs- und Instandhaltungskosten sowie die Betriebskosten sinken, da effizientere und größere Maschinen eingesetzt werden könnten. Mit diesen Voraussetzungen könnten in Zukunft auch alternative Möglichkeiten der Kälteversorgung genutzt werden. Im Bereich der Lüftung ließe sich zum Beispiel Energie durch automatisierte Luftwechselraten einsparen. Um ein solches Fernkältenetzwerk ökonomisch realisieren zu können, bedarf es allerdings weiterer Partner.

Anhand der Inputreferate und der Darstellungen der Teilnehmenden kristallisierte sich das Kältenetzwerk, das bereits mit den Akteuren vor Ort diskutiert wird, als Themenschwerpunkt heraus. Die Beteiligten vereinbarten, das Thema weiterzuverfolgen und Berlin Partner hinzuzuziehen. Da in Buch viele engagierte Akteure zusammenarbeiten, bietet es sich an, ein Klimaschutzkonzept „von unten“ zu erarbeiten und gemeinsam Fördermöglichkeiten zu eruieren. Die anwesenden Vertreter der BBB Management GmbH und des HELIOS Klinikums zeigten sich bereit, ein solches Konzept für Buch voranzutreiben.

Smart-City-Projekte
Gerade im Hinblick auf die Bedeutung Buchs als Zukunftsort und Transformationsraum mit der Vision einer Green Health City könnte Buch zu einem Modellstandort für Smart-City-Projekte werden. Zur Weiterführung des Prozesses werden 2016 drei Workshops organisiert. Es wird unter anderem eine Folgeveranstaltung zu einem Klimaschutzkonzept in Buch geben, eine Veranstaltung zu Mobilität und Verkehr mit Fokus auf ein lokales Call-a-Bike-System (Anbindung von Forschungs- und Klinikcampus an die S-Bahn) sowie einem Vertiefungsworkshop zu Klimaschutz und Energie mit Schwerpunkt Windenergie und Photovoltaik.\n

Text: Dr. Ulrich Scheller, Christine Minkewitz

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Foto: Herzstück der neuen Gas- und Dampfturbinenanlage im Heizkraftwerk Buch (Foto: Camay Sungu)

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investieren, leben, erkunden, bilden / 01.02.2016
Neue Lebensart im Ludwig Hoffmann Quartier

Es ist noch gar nicht so lange her, dass das große Klinikareal an der Wiltbergstraße brach lag. Ende 2012 begann die Sanierung der ersten historischen Gebäude. Jetzt wohnen bereits 750 Menschen im Garten- und Baudenkmal. Bis zur Fertigstellung 2018 werden es knapp 1.500 Bewohner sein. Die Nachfrage ist ungebrochen hoch.

Viele Familien mit Kindern und junge Paare aus der Region sind hergezogen, weil zwei Schulen, mehrere Spielplätze und eine Kita auf dem Gelände entstanden sind. Ältere Paare haben sich für das Quartier im Grünen entschieden, weil das Zentrum von Berlin nicht weit ist. Wo sich eine so große neue Nachbarschaft formiert, lässt das Bedürfnis, sich auszutauschen und das Umfeld zu gestalten, nicht lange auf sich warten. An die Quartiersgesellschaft wurden viele inspirierende Ideen herangetragen, weshalb kürzlich die Plattform „Kultur im Quartier e.V.“ gegründet wurde. Ihr Ziel ist nicht nur die Vernetzung im Quartier, sondern auch die Verbindung mit dem gesamten Ort Buch.
Ausstellungen, Konzerte, Kino, Tanz und Theater sowie jährliche Kulturtage könnten künftig die Lebensart im Quartier mitbestimmen. Auch an sportliche und sozialpädagogische Aktivitäten wird gedacht.

„Die Kreativität der Bewohner lässt ein lebendiges Quartier entstehen, was uns sehr freut. Diese Entwicklung bestärkt unser Konzept, ein offenes Quartier mit sozialer Infrastruktur zu entwickeln“, so Projektentwickler Andreas Dahlke. Raum für die kulturellen Aktivitäten könnte unter anderem das große historische Festhaus bieten, das demnächst saniert wird. Hier wird vielleicht auch eine Tanzschule einziehen.

Ein Spaziergang durch die Alleen des Ludwig Hoffmann Quartiers könnte sich bald auch in kulinarischer Hinsicht lohnen: Im kommenden Jahr wird in einem kleineren Pavillon ein Feinkostladen mit Cafébetrieb eröffnen, vielleicht Wand an Wand mit einer Patisserie. Nicht zuletzt gibt es die Idee einiger Bewohner, ein eigenes Quartiersbier zu brauen.

Bildungs- und Wohnbereich noch im Wachstum\n

Kitaplätze sind immer noch knapp in Buch, weshalb eine weitere Kita im Ludwig Hoffmann Quartier entstehen soll. Zudem will die Evangelische Schule wachsen und möchte in einem zusätzlichen Gebäude eine Sekundarschule mit Abiturstufe einrichten.
Ende 2016 soll eine neue Sportanlage mit moderner Dreifelderhalle, kleiner Sauna und Bistro eröff nen. Sie soll neben dem Schulbetrieb auch Anwohnern und Sportvereinen zur Verfügung stehen.
Ein neues Pflegeheim mit 110 Plätzen und ein Servicewohnen für Senioren werden die soziale Struktur des Ludwig Hoffmann Quartiers noch bereichern. Darüber hinaus entstehen Gewerberäume und Appartements im früheren Gebäude des Blutspendedienstes am Haupteingang des Quartiers. Am nordöstlichen Rand expandiert das Quartier mit fünf dreigeschossigen Neubauten: Hier entstehen nochmals 35 Wohnungen.

Text: Christine Minkewitz / Foto: LHQ, Anne Kretschmar

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V e r a n s t a l t u n g s h i n w e i s

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Einladung zum Karneval der Begegnung

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Das Ludwig Hoffmann Quartier lädt gemeinsam mit der Stiftung Meridian zu einer neuen Veranstaltungsreihe "Gemeinsam erleben" ein. Die Reihe soll Bewohnern von Berlin-Buch und der Flüchtlingsunterkunft Refugium ermöglichen, sich zu begegnen und sich kennenzulernen. Der Karneval der Begegnung ist die erste von insgesamt vier in diesem Jahr geplanten Veranstaltungen.

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Sie findet am 12. Februar 2016 um 18.00 - 00.00 Uhr im Max Delbrück Communications Center auf dem Campus Berlin-Buch statt.

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Näheres dazu finden Sie hier.

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forschen / 29.01.2016
Ischämisches Nierenversagen: zelltypspezifisches Mausmodell erklärt Ursache für Organschädigungen

Akutes Nierenversagen ist eine oft tödliche Erkrankung, die jährlich mehr als 13 Millionen Menschen weltweit betrifft; 1,7 Millionen sterben. Eine der häufigsten Auslöser ist eine unzureichende Versorgung der Niere mit Sauerstoff (Ischämie). Dr. Lajos Markó und Emilia Vigolo haben zusammen mit anderen Wissenschaftlern von den Berliner Einrichtungen MDC, Charité, FMP und der medizinischen Hochschule Hannover eine der Ursachen für ischämisch bedingtes Nierenversagen auf ein Signalmolekül und einen bestimmten Gewebetyp eingegrenzt: NF-κB (das kleine κ steht für den griechischen Buchstaben Kappa) und Tubulus-Epithelzellen. Sobald der Signalweg in diesen Zellen der Niere unterdrückt wird, kommt es kaum noch zu den fatalen Gewebeschäden und Entzündungsreaktionen.

Wenn es zu einem Sauerstoffmangel in der Niere kommt, etwa bei bestimmten Herzerkrankungen, massiven Blutungen oder sogar Behandlungen mit bestimmten Medikamenten, kann das mitunter zu Nierenversagen führen. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren hat das Wissenschaftler-Team erstmals am lebenden Organismus gezeigt, dass das zelluläre Signalprotein NF-κB in der Niere nach einer Ischämie aktiviert wird. Dieser Transkriptionsfaktor bewirkt auch in zahlreichen anderen Gewebetypen das Ablesen von Genen, die unter anderem mit programmiertem Zelltod, Entzündungs- und Immunreaktionen in Verbindung stehen. Wegen seiner vielfältigen Aufgaben im Körper ist die ungezielte medikamentöse Hemmung des Proteins nicht erwünscht.

Mit ihrer Arbeit haben die Wissenschaftler das Molekül nun wieder ins Spiel gebracht. „Wir haben ein einzigartiges Mausmodell entwickelt, in dem das NF-κB-Molekül ganz spezifisch in den Tubulus-Epithelzellen der Niere inaktiviert wurde“, sagt Dr. Lajos Markó. In diesen Mäusen sahen die Forscher weit weniger Gewebeschäden, Nekrosen und Entzündungsherde nach einer künstlich herbeigeführten Ischämie. Der Grund dafür ist die zurückgefahrene Aktivierung von NF-κB-Zielgenen in der Niere. In Kulturen von Tubuluszellen ließ das Unterdrücken des Signalwegs die Zahl der abgestorbenen Zellen und die Ausschüttung von Entzündungsfaktoren zurückgehen.

Da sie den Wirkmechanismus von NF-κB auf einen Zelltyp festlegen konnten, hoffen die Wissenschaftler, so den Grundstein für die Erforschung zukünftiger, auf diese Zellen zugeschnittene Therapien gelegt zu haben. Das zellspezifische Mausmodell kann leicht auf andere Zielproteine angepasst werden und ist daher für die Untersuchung weiterer Nierenerkrankungen wertvoll.

Die Ergebnisse entstanden im Rahmen einer Kooperation der Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Dominik N. Müller (ECRC), Dr. Ruth Schmidt-Ulrich (MDC) und Prof. Dr. Kai M. Schmidt-Ott (MDC, Charité)  im Rahmen eines durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Forschergruppe 1368) geförderten Projekts.
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Lajos Markó,1,2 Emilia Vigolo,2 Christian Hinze,2 Joon-Keun Park,3 Giulietta Roël,2 András Balogh,1,2 Mira Choi,1 Anne Wübken,2 Jimmi Cording,4 Ingolf E. Blasig,4 Friedrich C. Luft,1,2 Claus Scheidereit,2 Kai M. Schmidt-Ott,2,5 Ruth Schmidt-Ullrich,2 und Dominik N. Müller1,2 (2015): „Tubular Epithelial NF-kB Activity Regulates Ischemic AKI.“ Journal of the American Society of Nephrology 27. DOI: 10.1681/ASN.2015070748

1Experimental and Clinical Research Center (ECRC), eine gemeinsame Einrichtung der Charité Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrum; 2Max-Delbrück Centrum für Molekulare Medizin; 3Medizinische Hochschule Hannover (MHH);  4Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)und 5Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie, Charité, Berlin

Lajos Markó und Emilia Vigolo trugen gleichermaßen zu der Publikation bei. Kai M. Schmidt-Ott, Ruth Schmidt-Ullrich und Dominik N. Müller waren gleichermaßen als wissenschaftliche Projektleiter beteiligt.

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Abbildung: Anhand der Regenbogen-Farbskala wird die Aktivierung der NF-kB über die Zeit deutlich. Nach 2-3 Tagen ist das Maximum erreicht, dann bildet sich das Nierenversagen zurück. (Bild: Dr. L. Markó)

investieren, leben / 29.01.2016
Großzügige Spende von Andreas Dahlke an Stiftung Meridian

Hospiz komplettiert soziale Infrastruktur im Ludwig Hoffmann Quartier in Berlin-Buch\n

Andreas Dahlke, Inhaber und Alleingesellschafter der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG, hat vor wenigen Tagen eine großzügige Spende in das Vermögen der Stiftung Meridian aus Berlin eingebracht. Dabei handelt es sich um ein ca. 5.500 Quadratmeter großes Grundstück mit zwei Gebäuden auf dem Gelände des Ludwig Hoffmann Quartiers in Berlin-Buch im Wert von etwa 300.000 Euro. Derartige Zuwendungen für bestehende Stiftungen werden Zustiftungen genannt, sie erhöhen deren Kapitalstock und müssen nicht unmittelbar für die Erfüllung des Stiftungszweckes verwendet werden. Langfristig kann die Stiftung durch die Erhöhung ihres Stiftungsvermögens aber höhere Erträge erzielen und somit ihre Zwecke nachhaltiger verfolgen. Dem entspricht der mit der Zustiftung verbundene Plan, auf dem Grundstück innerhalb von zwei Jahren ein Hospiz mit 20 Plätzen zu eröffnen. Damit kann der umfangreichen sozialen Infrastruktur des Ludwig Hoffmann Quartiers ein weiteres wichtiges Element hinzugefügt werden.

Gründe
Ausschlaggebend für diese Zustiftung waren für Andreas Dahlke in erster Linie persönliche Gründe: „Aus eigenem Erleben weiß ich“, erläutert er seine Entscheidung, „wie wichtig es für einen Menschen ist, dass er seine letzten Tage in Würde verbringen kann. Am Ende eines Lebens geht es um die Qualität des Abschiednehmens. Deshalb soll es im Ludwig Hoffmann Quartier auch ein Hospiz geben, das dieser Seite des Lebens vollständig gerecht wird. Da ich das allein aber nicht bewältigen kann, bin ich froh, dass ich mit der Stiftung Meridian den richtigen Partner für ein solches, menschlich anspruchsvolles Projekt gefunden habe.“

Partnerschaft
Michael Arndt, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Meridian, freut sich über die Zuwendung, unterstützt aber genauso das geplante Hospiz. Er sagt: „Als Andreas Dahlke mit mir über die Zustiftung für die Stiftung Meridian und seinen Wunsch eines Hospizes im Ludwig Hoffmann Quartier sprach, musste ich nicht lange überlegen. Wir stimmten schnell in allen wichtigen Punkten einer Partnerschaft überein und machten uns an die Planung. Mit dem Vorhaben wird Andreas Dahlke seinem Ruf als ungewöhnlicher Investor wieder voll gerecht. Sowohl die Zustiftung als auch der von ihm initiierte Plan eines Hospizes sind weitere Belege für sein beim gesamten Ludwig Hoffmann Quartier demonstriertes hohes Maß an sozialer Verantwortung.“

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Über das Ludwig Hoffmann Quartier
Das Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) ist eine komplexe Stadtquartierentwicklung in Berlin-Buch mit einem finanziellen Volumen von 280 Millionen Euro. Realisiert wird das Projekt von der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG. Bis Ende 2018 werden auf dem rund 280.000 Quadratmeter großen Areal etwa 700 Wohnungen, zwei Schulen, zwei Kindergärten, eine Sporthalle mit dazugehöriger Sportanlage, eine Seniorenwohnanlage und weitere soziale Einrichtungen entstehen. Ende 2015 war etwa die Hälfte der Wohnungen fertiggestellt, ein Großteil davon ist bereits bezogen. Um die Einheitlichkeit des Ensembles aus mehr als 30 überwiegend denkmalgeschützten Gebäuden zu wahren, wird ein denkmalpflegerisches Leitkonzept für die Sanierung der Gebäude und zur Wiederherstellung des Parkdenkmals im neoklassizistischen Stil umgesetzt.

 
Über die Stiftung Meridian
Die Stiftung Meridian wurde 2008 von der Berliner Unternehmerfamilie Schwanbeck-Arndt gegründet. Gemäß ihrem Selbstverständnis sind die Förderung von Bildung und Erziehung, Völkerverständigung und Demokratie, Kunst, Kultur und Sport sowie die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen die Tätigkeitsschwerpunkte. In diesem Sinne verleiht die Stiftung seit 2012 den „Estrongo Nachama Preis für Toleranz und Zivilcourage“, den Persönlichkeiten erhalten, die selbstlos für diskriminierte Minderheiten eintreten und bei rechtsextremen, rassistischen und antisemitischen Übergriffen nicht wegschauen. Weitere erfolgreiche Initiativen der Stiftung sind u. a. die Unterstützung des Denkmaldialoges Warschau–Berlin, das Projekt Kita-Schwimmen „1.000 Kinder lernen Schwimmen“ oder die Zusammenarbeit mit der Stiftung Herzzentrum und dem Verein Herzenskinder e. V. (www.meridian-stiftung.de).

leben, heilen / 28.01.2016
Feierliche Verabschiedung – HELIOS Klinikum Berlin-Buch und Poliklinik sagen danke, Frau Doktor Monika Kaul!

Im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs im HELIOS Klinikum Berlin-Buch wurde nach jahrzehntelanger engagierter Tätigkeit die Geschäftsführerin und Ärztliche Leiterin der Poliklinik Dr. med. Monika Kaul von den 250 Gästen aus Klinik, Poliklinik und Region verabschiedet. Die Poliklinik am HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist integraler Bestandteil des Klinikums und leistet einen bedeutenden Anteil an der ambulanten Versorgung der Patienten.
Ab 1. Februar 2016 übernehmen Prof. Dr. med. Robert Krempien, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie, und Melanie Junge, Projektassistentin Poliklinik, die Nachfolge.
 
Am Sonntag, den 24. Januar 2016, verabschiedeten Klinikgeschäftsführer Dr. Sebastian Heumüller und, Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, Ärztlicher Direktor, beim diesjährigen Neujahrsempfang, Dr. Monika Kaul. Gemeinsam mit Chefärzten, Oberärzten, Stationsleitungen und Abteilungsleitern, niedergelassenen Ärzten aus Berlin und Brandenburg sowie weiteren Kooperationspartnern der Region würdigten sie ihr jahrzehntelanges Wirken für die Bucher Poliklinik.
„Das besondere Engagement von Frau Kaul und ihr großes Maß an Integrität waren für unser Haus, den Standort und nicht zuletzt für die Patienten der ganzen Region eine wertvolle und verlässliche Konstante“, so Dr. Heumüller in seiner Festrede.
 
„Nicht nur der Gesundheitsstandort Berlin-Buch hat Frau Kaul viel zu verdanken. Durch ihren  Einsatz zum Erhalt der Poliklinik als einen integralen Bestandteil des Krankenhauses ist es gelungen, dass das Poliklinikteam heute  einen bedeutenden Anteil an der ambulanten Versorgung der Bürger und Bürgerinnen vor allem aus dem Bezirk Berlin-Pankow und dem Landkreis Barnim, leistet“, ergänzt Prof. Dr. med. Henning T. Baberg.
Die Poliklinik am HELIOS Klinikum Berlin-Buch bietet ein umfangreiches, interdisziplinäres ambulantes Versorgungsspektrum von der breiten hausärztlichen Basisbetreuung bis zur spezialisierten Diagnostik und Therapie komplexer Krankheitsbilder an.
 
In der Poliklinik am HELIOS Klinikum Berlin-Buch praktizieren über 100 angestellte Ärzte in 21 medizinischen Fachbereichen fachübergreifend unter einem Dach.  So gibt es kurze Wege für die Patienten, Doppeluntersuchungen sind vermeidbar und modernste Medizintechnik kann gemeinsam genutzt werden.\n

Foto: In der Mitte: Dr. med. Monika Kaul, links neben ihr die Nachfolgenden Prof. Dr. med. Robert Krempien, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie, und Melanie Junge, Projektassistentin Poliklinik. Rechts neben ihr stehen der Ärztliche Direktor des HELIOS Klinikums, Prof. Dr. med. Henning T. Baberg, und der Klinikgeschäftsführer Dr. Sebastian Heumüller. (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS)

forschen / 27.01.2016
Meilenstein für Parkinson-Forschung: Amyloid-Protein a-Synuclein erstmals in Zelle sichtbar gemacht

Das Protein a-Synuclein spielt bei Parkinson und anderen neurodegenerativen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Obwohl man viel über die Struktur des Proteins innerhalb der parkinsontypischen Amyloid-Ablagerungen weiß, wusste man bislang nichts über den ursprünglichen Zustand in der gesunden Zelle. Forscher am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie konnten das Protein erstmals mit Hilfe von hochauflösenden spektroskopischen Verfahren in gesunden Zellen sichtbar machen. Überraschendweise fanden sie einen strukturlosen Zustand vor. Die neuen Erkenntnisse sind ein Meilenstein für die Forschung: Jetzt weiß man, dass sich die Struktur des Proteins im Krankheitsverlauf dramatisch verändert.  
 
Neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer oder Huntington haben eines gemeinsam: Im Gehirn lagern sich sogenannte Amyloid-Aggregate ab. Amyloid ist der Oberbegriff für Protein-Fragmente, die der Körper produziert, und die letztlich zum Untergang von Nervenzellen führen. Das Protein a-Synuclein ist eine der Hauptkomponenten der Amyloid-Aggregate und spielt daher bei der Entstehung von Parkinson eine große Rolle. Über die strukturellen Aspekte dieser Aggregate ist viel bekannt. So weiß man, dass a-Synuclein eine sehr konkrete Struktur hat, ihm also ein Bauplan zugrunde liegt, der einem bestimmten Muster folgt. Und man weiß, dass im Gegensatz dazu das isolierte, aufgereinigte Protein keinerlei Struktur besitzt.
 Doch wie a-Synuclein innerhalb einer gesunden Zelle aussieht, war bislang unbekannt. Dabei lassen sich krankhafte Veränderungen nur dann umfassend erklären, wenn man auch den ursprünglichen Zustand des Proteins kennt. Forscher vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin haben deshalb die Beschaffenheit des Proteins in gesunden Zellen buchstäblich unter die Lupe genommen. Als erstes Forscherteam weltweit gelang es ihnen, a-Synuclein in neuronale und nicht-neuronale Zellen zu überführen – und sichtbar zu machen. Möglich machte das eine Kombination aus der Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR) und der Elektronenspinresonanz- Spektroskopie (EPR), zwei Verfahren, die es mit atomarer Auflösung erlauben, die strukturellen Begebenheiten eines Proteins zu charakterisieren.
 
„Kennen jetzt den Ausgangspunkt von a-Synuclein“
„Wir fanden jenen strukturlosen Zustand vor, den das Protein auch in aufgereinigtem Zustand hat“, erläutert Dr. Philipp Selenko, Leiter der Forschungsgruppe In-cell NMR Spectroscopy, die in den Fachmagazinen „Nature“ und „Nature Communications“ publizierten Forschungsergebnisse. „Das ist eigentlich sehr überraschend, weil man sich bisher nicht vorstellen konnte, wie so ein strukturloser Zustand überhaupt in einem zellulären Milieu überlebt.“
Anscheinend können Zellen aber sehr wohl mit unstrukturierten Proteinen umgehen. Die in „Nature“ publizierten Aufnahmen zeigen, wie das Protein in der gesunden Zelle die so genannte NAC-Region vor dem Eindringen fremder Moleküle schützt. Diese zentrale Region ist maßgeblich an der Ausbildung der hochstrukturellen Amyloid-Aggregate beteiligt. Warum die schützenden Eigenschaften des Proteins bei neurodegenerativen Krankheiten verlorengehen, ist eine der Kernfragen, mit denen sich die Forschung künftig beschäftigen wird. „Im kranken Zustand muss sich dieses Protein strukturell so verändern, dass die NAC-Region für andere Moleküle zugänglich wird, so dass sich diese Regionen aneinander anlagern können, zu wachsen beginnen und dadurch die Amyloid-Strukturen ausbilden“, vermutet Biophysiker Selenko.
 
Dem Protein bei der Strukturveränderung zusehen
Der Fund aus Berlin legt die Basis, diesen strukturellen Veränderungen nun auf den Grund zu gehen. Konkrete Pläne für die kommenden Monate haben die FMP-Forscher schon. Mit ein paar Tricks werden sie künstlich gealterte Zellen herstellen und mit denselben spektroskopischen Verfahren das Amyloid-Protein einschleusen und beobachten. Die Alterssimulation erfolgt deshalb, weil Parkinson und andere neurodegenerative Krankheiten Alterserkrankungen sind. Schließlich wollen die Forscher jenen Zustand konstruieren, der dem Krankheitsursprung entspricht. „Wir hoffen dem Protein zuschauen zu können, wie der Schutz der NAC-Region allmählich verlorengeht und wie es beginnt, amyloid-ähnliche Strukturen zu bilden“, sagt Forschungsgruppenleiter Selenko.
 
In der in „Nature Communications“ publizierten Studie hatte das Forscherteam diesbezüglich bereits eine spannende Entdeckung gemacht: Dem Protein a-Synuclein hatten sie an mehreren Stellen Schäden zugefügt, so wie es normalerweise in einer gealterten Zelle der Fall ist. Anschließend wurde das Protein in eine junge, gesunde Zelle eingebracht. Dort beobachteten die Forscher dann, wie die Zelle die Defekte in einigen Regionen verblüffend perfekt reparieren konnte, in anderen jedoch nicht. Die Region, die nicht repariert werden konnte, war jene, die immens wichtig für die Funktion des Proteins ist.
 
Entdeckung der Krankheitsursache rückt näher
In der nun anstehenden Studie wollen die Forscher einen umfassenden Einblick gewinnen, welche Defekte die Reparationsmechanismen zum Kippen bringen und den neurodegenerativen Prozessen den Boden bereiten. Philipp Selenko zufolge liegt hierin der Schlüssel, um endlich die Krankheitsursache zu finden und dadurch eines Tages in den zerstörerischen Prozess eingreifen zu können – mit Wirkstoffen, die es dann zu entwickeln gilt. „Mit unserer Entdeckung des Ausgangszustandes des Proteins haben wir dafür den entscheidenden ersten Schritt getan“, so Selenko. (Text: Beatrice Hamberger)
 
Quellen:
Francois-Xavier Theillet, Andres Binolfi, Beata Bekei, Andrea Martorana, Honor May Rose, Marchel Stuiver, Silvia Verzini, Dorothea Lorenz, Marleen van Rossum, Daniella Goldfarb & Philipp Selenko, Structural disorder of monomeric a-synuclein persists in mammalian cells, Nature 2016, doi:10.1038/nature16531
 
Andres Binolfi, Antonio Limatola, Silvia Verzini, Jonas Kosten, Francois-Xavier Theillet, Honor May Rose, Beata Bekei, Marchel Stuiver, Marleen van Rossum & Philipp Selenko, Intracellular repair of oxidation-damaged a-synuclein fails to target C-terminal modi?cation sites.
 Nature Communications 2016, doi: 10.1038/ncomms10251

Abbildung: Zustand des Proteins a-Synuclein in lebenden, gesunden Zellen: Die zentrale NAC-Region (grau) ist gut geschützt. Das Protein sorgt dafür, dass es zu keiner Interaktion mit dem Zytoplasma (weiß) und anderen Zell-Komponenten kommt. Bei neurodegenerativen Veränderungen würden die grauen Bereiche zusammenwachsen und Amyloid-Strukturen ausbilden. (Autor: Dr. Philipp Selenko)
 
Kontakt:
Dr. Philipp Selenko
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie(FMP)
Phone +49-30-94793-171
E-Mail: selenko@fmp-berlin.de


leben, heilen / 25.01.2016
Bucher Klinikum ist Teil des Berliner Netzwerkes „Kinderschutz“

Um Berlins Kinder besser vor Gewalt zu schützen, schließt der Senat eine weitere Lücke. An fünf Standorten entstehen Kinderschutzambulanzen. Sie sind künftig eine Anlaufstelle für Ärzte, Pädagogen, Sozialarbeiter, Jugendamtsmitarbeiter und alle anderen, die einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung nachgehen.

An den fünf Kliniken werden bereits Kinder betreut, bei denen das Kindeswohl gefährdet war und Gewaltanwendungen nachgewiesen werden konnte. Mit der Errichtung der Kompetenzzentren soll nun durch die Klinikexperten vor Ort verstärkt Verdachtsmomenten nachgegangen werden.

Die Kinderschutzambulanzen arbeiten nach einheitlichen Standards. Ziel ist auch, Verletzungen zu dokumentieren, damit Täter vor Gericht auch belangt werden können.

„Das nun etablierte Kompetenzzentrum ist eine optimale Ergänzung unserer Arbeitsgemeinschaft Kinderschutz, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, der Kinderklinik mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum, der Psychosomatik sowie der Kinderrettungsstelle“, so Dr. Sebastian Heumüller, Klinikgeschäftsführer im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, und berichtet weiter: „Viele unserer Ärzte und Krankenschwestern engagieren sich seit Jahren, um dem Kinderschutz noch mehr Aufmerksamkeit zu geben.“

Das Projekt wurde vom den Senatsverwaltungen für Justiz, Jugend und Bildung sowie Soziales und Gesundheit ins Leben gerufen und startet Mitte Februar. Eine entsprechende Vereinbarung, um diese Ambulanzen einzurichten, unterzeichneten Jugendsenatorin Sandra Scheeres, Gesundheitssenator Mario Czaja und Justizsenator Thomas Heilmann mit Vertretern der Kliniken am vergangenen Freitag.\n


Über die HELIOS Kliniken Gruppe
Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 111 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 52 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, zwölf Präventionszentren und 15 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich rund 4,5 Millionen Patienten, davon 1,2 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über mehr als 34.000 Betten und beschäftigt rund 68.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2014 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,2 Milliarden Euro. Die Klinikgruppe gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

forschen / 25.01.2016
Wie Krebsstammzellen umprogrammiert werden

Eine Signalkette aggressiver Krebszellen lässt sich durch einen neuen Wirkstoffkandidaten unterbrechen. Die durch Screenings an den Berliner Forschungsinstituten MDC und FMP entdeckte Substanz unterbindet die Aktivierung bestimmter Zielgene. Im Mausmodell konnten so Tumore zurückgedrängt werden.

Zwar stammen alle Zellen eines Tumors von einer einzigen, entarteten Zelle ab, doch sind nicht alle gleich. Nur wenige von ihnen behalten die Fähigkeit der ursprünglichen Zelle, einen ganzen Tumor wachsen zu lassen. Diese „Krebsstammzellen“ können in andere Gewebe einwandern und dort tödliche Metastasen bilden. Um Krebs auszuheilen, müssen all diese Zellen aufgespürt und eliminiert werden, denn wenn welche entkommen, können sie den Tumor neu wachsen und sich im ganzen Körper ausbreiten lassen. Ein in diesem Zusammenhang interessantes Molekül haben jetzt Dr. Liang Fang und seine Kollegen aus der Arbeitsgruppe von Prof. Walter Birchmeier vom Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin (MDC) entdeckt. Das Molekül unterbricht biochemische Signalwege, die bestimmte Krebsstammzellen am Leben erhalten. In der Online-Ausgabe der Zeitschrift Cancer Research stellen die Forscher ihre Arbeit nun vor.

In ihrer Studie konzentrierten sich Fang und seine Kollegen auf den „Wnt-Signalweg“, ein biochemisches Netzwerk der Zelle. Birchmeiers Arbeitsgruppe forscht seit vielen Jahren daran und entdeckte, dass bestimmte Typen von Krebsstammzellen fortwährend über den Wnt-Signalweg stimuliert werden müssen, damit sie überleben und ihre gefährlichen Eigenschaften behalten. Ein kritischer Bestandteil des Signalwegs ist das Beta-Catenin: ein Molekül, das Wnt-Signale an Gene weiterleitet, die für das Überleben und die Vermehrung von Krebszellen verantwortlich sind. In gesunden Zellen werden diese Gene nie aktiviert, weil Beta-Catenin aus dem Zellkern ausgesperrt wird. Externe Signale lassen Beta-Catenin in den Zellkern wandern und an Transkriptionsfaktoren wie das Protein TCF4 binden, um ganz bestimmte Zielgene zu aktivieren.

Kooperation auf dem Campus Berlin-Buch
Den Forschern kam der Gedanke, dass ein Wirkstoffmolekül die Interaktion zwischen Beta-Catenin und TCF4 möglicherweise unterbrechen kann. Mit dieser Aufgabe trat Liang Fang an die campuseigene „Screening Unit“ heran, einer Partnerschaft zwischen MDC und dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP). Diese Einrichtung kann eine „Bibliothek“ aus zehntausenden Substanzen im Hochdurchsatz-Verfahren testen. So fanden die Wissenschaftler eine Substanz namens LF3, die die Bindung der Moleküle stark hemmte.
Im nächsten Schritt wurde die Wirkung auf menschliche Dickdarmtumore geprüft. Dafür wandten sich die Wissenschaftler an die Firma EPO, eine auf dem Campus angesiedelte Ausgründung des MDC. EPO ist spezialisiert darauf, Mausmodelle basierend auf Tumormaterial einzelner Patienten zu züchten und diese an einer Reihe bekannter Medikamente zu testen.  Im vorliegenden Fall entwickelten alle Tiere Tumoren – auch wenn ihnen nur eine relativ kleine Anzahl menschlicher Darmkrebs-Stammzellen injiziert wurde.

Starker Rückgang des Tumorwachstums
Anschließend wurden die Tiere mit LF3 behandelt. „Es war ein starker Rückgang des Tumorwachstums zu beobachten“, berichtet Birchmeier. „Was von den Tumoren übrig blieb, schien keine Krebsstammzellen mehr zu enthalten – LF3 hatte also anscheinend bewirkt, dass sich diese Zellen zu gutartigem Gewebe ausdifferenzierten. Gleichzeitig wurde keine der anderen Funktionen des Wnt-Signalwegs gestört. All dies macht LF3 sehr vielversprechend für die Weiterentwicklung als Leitstruktur für die Suche nach Therapien, die auf menschliche Tumoren abzielen, deren Wachstum und Überleben vom Wnt-Signalweg abhängen.“

Originalarbeit:
Fang L, Zhu Q, Neuenschwander M, Specker E, Wulf-Goldenberg A, Weis WI, von Kries JP, Birchmeier W. A small-molecule antagonist of the β-catenin/TCF4 interaction blocks the self-renewal of cancer stem cells and suppresses tumorigenesis. Cancer Res. 8. Dez. 2015, pii: canres.1519.2015.

DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-15-1519.

Link zur Originalarbeit:
http://cancerres.aacrjournals.org/content/early/2015/12/08/0008-5472.CAN-15-1519.long\n


Eine lange Version des Textes mit Fotos finden Sie hier:
https://insights.mdc-berlin.de/de/2016/01/hacking-bei-programmen-von-krebsstammzellen/

forschen / 22.01.2016
Wie man menschliche Stammzellen aufspürt und im Labor kultiviert

Menschliche Stammzellen, die sich in wirklich alle Zelltypen des Körpers verwandeln lassen, waren bislang nur schwierig zu gewinnen und zu kultivieren. Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) haben nun erstmals im Detail eine Methode vorgestellt, um solche pluripotenten Zellen in einer Zellkultur aufzuspüren und im Labor zu halten.

„Mit unserer Anleitung sollte es Forschern auf der ganzen Welt möglich sein, an diese begehrten Stammzellen zu gelangen – und mit ihnen womöglich zukunftsweisende Therapien zu entwickeln“, sagt die Seniorautorin der Studie, Zsuzsanna Izsvák. Gemeinsam mit ihrem Team am MDC in Berlin sowie Kollegen vom Paul-Ehrlich-Institut in Langen und von der britischen University of Bath hat die Forscherin ihr Verfahren jetzt im Fachblatt Nature Protocols vorgestellt (DOI:nprot.2016.016).\n

Mit pluripotenten Stammzellen, aus denen sich theoretisch jedes Gewebe des Menschen züchten lässt, wollen Wissenschaftler eines Tages eine Vielzahl von Krankheiten heilen. Anders als beispielsweise bei der Maus verlieren menschliche Stammzellen, die Embryonen entnommen werden, im Labor jedoch oft rasch ihren ursprünglichen Zustand: „Naive Stammzellen machen in einer Zellkultur meist weniger als fünf Prozent aus“, erklärt Izsvák. Sie und ihre Kollegen haben daher einen Trick ersonnen, um solche Zellen zu isolieren und langfristig pluripotent zu halten.

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Das Prinzip ihrer Methode hatten die Forscher bereits Ende 2014 im Fachblatt Nature vorgestellt (doi:10.1038/nature13804). Sie hatten damals eine Gensequenz namens HERVH ausmachen können, die im Erbgut von naiven Stammzellen aktiv ist. Mithilfe eines Proteins namens LBP9, das sie an ein fluoreszierendes Eiweiß gekoppelt hatten, konnten sie HERVH im aktiven Zustand halten und die auf diese Weise pluripotent gehaltenen Zellen gleichzeitig aufspüren. Weitere Informationen zu der damaligen Studie finden Sie hier.

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Ihre Methode eigne sich nicht nur für embryonale Stammzellen, sagt Izsvák, sondern auch für induzierte pluripotente Stammzellen. Solche iPS-Zellen gelten als eine ethisch unbedenkliche Alternative zu Embryozellen, da es sich bei ihnen um künstlich verjüngte ausgereifte Zellen handelt, die erwachsenen Menschen entnommen werden.
Hier finden Sie die Originalarbeit.

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Abbildung: Humane Stammzellen (grün) in einer Kulturschale mit humanen embryonalen Stammzellen (Jichang Wang/Copyright: MDC)

forschen, investieren, produzieren / 22.01.2016
Campus Berlin-Buch: Techniker Krankenkasse fördert Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Betreibergesellschaft des Campus Berlin-Buch, BBB Management GmbH, hat einen Kooperationsvertrag mit der Techniker Krankenkasse abgeschlossen, der den Aufbau eines campus-weiten Betrieblichen Gesundheitsmanagements vorsieht.

Prävention – die Erhaltung und Förderung der Gesundheit, ist Kerngedanke eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Dazu gehört nicht nur, den Arbeitsalltag so zu organisieren, dass Belastungen vermieden werden. Ein BGM setzt darauf, aktiv gesundheitliche Ressourcen zu stärken. Die Forschungseinrichtungen und Unternehmen des Campus Berlin-Buch haben bereits seit September 2014 erste Maßnahmen eines BGM umgesetzt. Auf dem Campus entstand das Präventions- und Fitnessangebot CampusVital. Ein Pilotprojekt „Gesundheitsticket“ ermöglichte es, Bewegung und Sport im Arbeitsalltag zu integrieren oder individuelle Kurse am Wohnort zu besuchen. Dies wurde von den Arbeitgebern und von der Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt.\n

Investition in die Gesundheit
Jetzt haben die BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch und die TK eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen, die vorsieht, ein umfassendes Betriebliches Gesundheitsmanagement für die Einrichtungen und Unternehmen des Campus aufzubauen. Ziel ist es, nachhaltige, erfolgversprechende und bedarfsorientierte Maßnahmen zu verankern. Diese können beispielsweise die Organisation der Arbeit und die ergonomischen Anforderungen des Arbeitsplatzes betreffen, wie auch Gesundheitskurse zur Stressbewältigung, Ernährung, Rückenschulung, Führungskräftetrainings u.v.m.

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„Die Campusgemeinschaft fühlt sich entsprechend dem Campus-Leitbild auch in besonderem Maße der Gesundheit seiner Beschäftigten verpflichtet“, erklärt Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch. „Mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse wollen wir das gesunde Arbeiten auf dem Campus noch weiter entwickeln und Maßstäbe setzen. Dabei bietet ein integriertes Gesundheitsmanagement Vorteile für alle Beteiligten.“

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Foto: CampusVital bietet vielfältige Möglichkeiten, zu trainieren, Präventions- und Sportkurse zu besuchen und zu entspannen. Im Bild: das Team von CampusVital. (Foto: GesundheitsTicket GmbH)

investieren, leben / 22.01.2016
Pankow gibt Bauvorhaben und Pläne im Internet bekannt

Das Bezirksamt Pankow veröffentlicht auf seiner Internetseite eine Liste mit allen aktuellen Bauvorhaben und Projekten im Bezirk. In einer Tabelle werden die geplanten oder laufenden Vorhaben, die durch den Bezirk initiiert sind oder begleitet werden aufgeführt. Neben dem Namen des Projekts, einer kurzen Beschreibung des Inhalts und dem aktuellen Stand des Verfahrens finden sich in der Liste unter anderem auch ein Ansprechpartner und ein Verweis auf Möglichkeiten sich weiter zu dem Thema zu informieren.\n

Auf Antrag der Bezirksverordnetenversammlung von Pankow hatte das Bezirksamt die Vorhaben- und Projektliste erstmals im Oktober 2015 auf seiner Internetseite eingestellt und nun zum Januar 2016 aktualisiert. Ziel der Auflistung ist, die Bürgerinnen und Bürger zentral an einer Stelle über zukünftige oder aktuelle Veränderungen im Bezirk Pankow zu informieren.

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„Sobald sich etwas sichtbar in der Nachbarschaft oder Umgebung verändert, möchten die Menschen wissen, was dort passiert und geplant ist. Die Vorhaben- und Projektliste soll den Menschen in Pankow die Möglichkeit bieten, sich über alle anstehenden Veränderungen im Bezirk, die von der Verwaltung geplant oder durchgeführt werden zu informieren. In der aktuellen Liste finden sich etwa Informationen über geplante Straßenerneuerungen, die Erweiterung von Schulstandorten, den Ausbau der Panke aber auch über ein Projekt zur Bildungs- und Gesundheitsförderung in den Kitas. Die Projekt- und Vorhabenliste ist ein weiterer Baustein für eine transparente und bürgernahe Verwaltung“, so Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD).

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Die Projekt- und Vorhabenliste des Bezirks Pankow kann auf folgender Seite eingesehen werden: http://tinyurl.com/hx3mt86.

forschen / 22.01.2016
James Poulet gewinnt zweites Stipendium des Europäischen Forschungsrats

Der Gruppenleiter Dr. James Poulet vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und dem NeuroCure Exzellenzcluster erhält eine weitere der begehrten Millionenförderungen des Europäischen Forschungsrats. Damit wird er die Integration von Sinneswahrnehmung im Gehirn erforschen.\n

Die Stipendien des Europäischen Forschungsrats (European Research Council, ERC) gehören zu den bedeutendsten Förderprogrammen in Europa. Dr. James Poulet baute sein Labor bereits mit den Mitteln eines ERC Starter-Stipendiums mit einem Förderungsvolumen von 1,5 Millionen Euro auf. Nun konnte er ein mit 2 Millionen Euro dotiertes ERC Consolidator-Stipendium gewinnen, das sich an bestehende, exzellente Forschergruppen richtet. MDC-Wissenschaftler warben damit seit 2009 bereits 15 ERC-Stipendien ein.

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Poulet interessiert die Funktion des Hirns und Nervenschaltkreisen bei der Wahrnehmung. Wie erzeugt das Gehirn Sinneswahrnehmungen aus verschiedenen Umweltreizen? – eine grundlegende, aber bislang unbeantwortete Frage der Neurobiologie.

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Für ihre Arbeit nutzen er und sein Team trainierte Mäuse, die auf einen Reiz an der Vorderpfote durch Änderungen im Verhalten reagieren. So fanden sie heraus, dass eine bestimmte Hirnregion, der primäre somatosensorische Cortex, durch kühle Temperatur und durch Berührung angeregt wird. Die Forscher verblüffte, dass einzelne somatosensorische Nervenzellen beide Reize detektieren und verarbeiten.

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Aber: „Wie ist es möglich, dass verschiedene Umweltreize wie Kühle und Berührung getrennt oder zusammen wahrgenommen werden, wenn sie doch durch die selben Zellen detektiert werden? Wie werden Kühle und Berührung unterschieden, und wie werden sie miteinander integriert?“, fragt James Poulet. Mit der neuen Fünfjahresförderung wird er versuchen, diese Fragen zu beantworten. Dafür wird er das Vorderpfotenmodell nutzen, und auch modernste optogenetische Verfahren und Verhaltensstudien.

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Der Cortex ist auch an der Schmerzwahrnehmung beteiligt, bei Krankheiten wie Schizophrenie sind seine Funktionen gestört. Neue Erkenntnisse über seine Arbeitsweise könnten helfen, diese Vorgänge besser zu verstehen.

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Weitere Hintergrundinformationen zum Forschungsthema finden Sie hier:
https://insights.mdc-berlin.de/de/2015/06/maeuse-und-der-sinn-fuers-coole/

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Foto:  Dr. James Poulet (Foto: David Ausserhofer/Copyright: MDC)

leben, bilden / 21.01.2016
Integrationsklasse vom Grünen Campus Malchow besucht das Gläserne Labor

Die Integrationsklasse vom Schulprojekt Grüner Campus Malchow, einer Gemeinschaftsschule in Lichtenberg, besuchte am 20. Januar einen Experimentierkurs im Gläsernen Labor. Alle Experimente beschäftigten sich mit optischen und akustischen Phänomenen. Zunächst erarbeiten sich die Kinder den Begriff der Schallwelle und lernten den Aufbau des Ohrs kennen. Anschließend waren alle mit Begeisterung beim Bau von Klangscheiben und Dosentelefonen dabei.\n

Ein Junge aus Benin berichtete, wie in seiner Heimat einfache Musikinstrumente aus Kronkorken gebastelt werden. Nach einer Stärkung beim gemeinsamen Mittagessen ging es um die Frage: „Wie können wir sehen?“ Eine große Hilfe für alle waren Arbeitsblätter zum Aufbau des Auges, welche von der syrischen Praktikantin Elen al Attar mit arabischer und deutscher Beschriftung erstellt wurden.

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Die zwölf Schülerinnen und Schüler, darunter Kinder aus Syrien, Irak und Afghanistan, im Alter von 7 bis 10 Jahren hatten viel Spaß bei ihrer Exkursion. Sie nahmen Arbeitsmaterialen sowie die selbst gebastelten Instrumente mit nach Hause. Das Gläserne Labor bedankt sich im Namen der Kinder bei der Delbrück’schen Familienstiftung, die den Besuch der Integrationsklasse finanziert hat.

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Foto: Gläsernes Labor, BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch

forschen, investieren, produzieren, heilen / 19.01.2016
Charité wächst auf dem Campus Buch

Interview mit Prof. Dr. med. Axel Radlach Pries, dem Dekan der Charité - Universitätsmedizin Berlin

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Der Campus Berlin-Buch ist einer von vier Standorten der Charité in Berlin. Wodurch zeichnet sich der Standort aus?

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Das besondere Profil des Campus Buch ist sicher eng mit seiner Historie verknüpft. Schon der Standort selbst blickt auf eine lange Tradition in Gesundheitswesen und Forschung zurück: Ausgehend von der Gründung des Instituts für Hirnforschung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft mit angeschlossener Forschungsklinik, mit der die Basis für Grundlagenforschung in Verbindung mit klinischer Forschung gelegt wurde, hat sich das Profil über die Jahre immer weiter entwickelt und geschärft. Gerade diese konsequente und zielgerichtete Entwicklung kennzeichnet die besondere Stärke Buchs. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), dessen Mission es war und ist, biomedizinische Forschung zu betreiben, hat seine Zusammenarbeit mit der Charité im Bereich der klinischen Forschung immer mehr erweitert.

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Mit der Gründung des Experimental and Clinical Research Centers (ECRC) wurde der gemeinsame Forschungsraum von MDC und Charité weiter ausgebaut und der enge Austausch zwischen Grundlagenforschung, klinischer Forschung und medizinischer Praxis gestärkt. Wir haben heute ein optimales Umfeld für eine translationale Forschung einschließlich klinischer Studien sowie eine wachsende Anzahl von Hochschulambulanzen, die im Rahmen ihrer Aufgaben in der Forschung eine spezialisierte Beratung für Patienten anbieten. Zudem gibt es eine Reinstraum-Herstellungsanlage für die zelluläre Immuntherapie und Zugang zu modernsten Verfahren in der Ultrahochfeld-Magnetresonanz-Bildgebung. Diese Entwicklungslinie wird sich mit dem Berlin Institute of Health (BIH) fortsetzen und verstärken und neue Maßstäbe für die translationale Forschung in Deutschland und über Deutschland hinaus setzen.

Die Charité investiert am Standort Buch. Welche Vorhaben werden derzeit umgesetzt?

Durch den Aufbau des BIH und die Etablierung neuer Forschungsprojekte steigt die Zahl der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Campus. Gleichzeitig wachsen aber auch die Anforderungen an die Forschungsinfrastruktur, die nötig ist, um modernste systemmedizinische Forschungsmethoden auch anwenden zu können. Einen Teil dieser neuen Infrastruktur werden wir schaffen, in dem wir das Forschungshaus am Lindenberger Weg mit einem Laborneubau erweitern und teilweise sanieren. Dort, in der ehemaligen Robert-Rössle-Klinik, befinden sich heute die Hochschulambulanzen des ECRC. Ideale Voraussetzungen also, um den Grundgedanken des BIH umzusetzen, den gemeinsamen Forschungsraum zu entwickeln und wichtige BIH-relevante Strukturen unterzubringen: die Patienten- und Probandenforschung, translationale Forschungslabore und die „Omics“-Plattformen.

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Die zweite große Baumaßnahme, die bereits begonnen hat und 2017 fertiggestellt sein wird, ist die neue Forschungseinrichtung für Experimentelle Medizin (FEM) der Charité. Das neue Gebäude ersetzt das nicht mehr sanierungsfähige Tierhaus am Campus Benjamin Franklin. Die FEM entsteht gemeinsam mit dem neuen Tierforschungshaus des MDC, dem In-vivo-Pathophysiologie-Laborgebäude (IPL). Beide Häuser sind durch ein gemeinsam genutztes Infrastrukturgebäude verbunden. Dadurch können Errichtungskosten eingespart und die Energieeffizienz gesteigert und so auch ein direkter Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden. Aber die enge Nachbarschaft wirkt sich nicht nur positiv auf die Energiebilanz aus. Die Etablierung einheitlicher Qualitätsstandards sowie die Vermeidung von Parallelzuchten sind weitere Vorteile einer gemeinsam betriebenen Einrichtung.

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Zudem wird das IPL neben Anlagen für die tierschutzgerechte Zucht und Haltung von Versuchstieren auch Laborflächen für modernste, belastungsarme Untersuchungsmethoden, wie beispielsweise die bildgebenden Verfahren Ultraschall und MRT, bereithalten. Davon werden auch wir im Rahmen unserer Kooperation profitieren, und es kann langfristig helfen, die Anzahl an Tierversuchen zu reduzieren.

Welchen Stellenwert hat das Experimental and Clinical Research Center auf dem Campus Berlin-Buch im Gesamtkontext der Charité?

Das ECRC ist eine wesentliche Forschungseinrichtung der Charité. Als gemeinsame Einrichtung von MDC und Charité fördert das ECRC seit seiner Gründung 2007 die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern – ist also ganz klar ein Vorreiter des Kerngedankens der Translation und damit auch eine Vorläufereinrichtung des BIH. Im ECRC werden neue Ansätze für Diagnostik, Prävention und Therapie von Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-Erkrankungen, Krebs sowie neurologischen Erkrankungen entwickelt und über die Hochschulambulanzen zeitnah zu den Patienten gebracht. Es bietet ein exzellentes Umfeld für die patientenorientierte Forschung, einschließlich klinischer Studien.

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Außerdem kann das ECRC als beispielhafte Plattform für die Ausgestaltung des Clinical Scientist-Programms angesehen werden. Ziel dieses Programms ist es, einen neuen Karrierepfad für klinische Forscherinnen und Forscher zu etablieren. Üblicherweise bietet die universitäre Facharztweiterbildung neben den klinischen Tätigkeiten wenig Raum für Forschungsprojekte. Hier setzt das Programm an: Es bietet eine strukturierte Facharztweiterbildung, die aber auch hinreichend geschützte Zeit für die klinische Forschung enthält.

Die Unternehmen Berlin Cures und CPO Cellular Phenomics & Oncology Berlin-Buch GmbH sind Beispiele für erfolgversprechende Ausgründungen auf dem Campus Buch. Welche Perspektiven sehen Sie für weitere Unternehmensgründungen am Standort?

Der Campus ist ein wachsender Forschungsstandort, der internationales Renommee als exzellenter Wissenschaftsstandort genießt und sowohl für Forschende als auch für Unternehmen der Biotechnologiebranche sehr attraktiv ist. Mit dem BIH haben MDC und Charité ein tragfähiges Konstrukt für eine gemeinsame Zukunft und die Forschung über fachliche Grenzen hinweg entwickelt. Die neu entstehenden Technologieplattformen für Genomics, Proteomics und Metabolomics, die Labore und eine Biobank bilden eine Infrastruktur für die Anwendung modernster systemmedizinischer Forschungsmethoden. Und unter der Leitung des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) wird derzeit das Netzwerk EU OPENSCREEN aufgebaut, durch das Berlin-Buch zum Zentrum der europäischen Wirkstoffforschung werden soll.

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Die wissenschaftlichen Kooperationen führen zu immer besseren, anwendungsreifen Verfahren für die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Menschen. Die Charité bewegt sich seit Jahren im Bereich wissenschaftsbasierter Ausgründungen in der Spitzengruppe, zusammen mit großen Volluniversitäten und technischen Hochschulen. Insofern sind die Perspektiven für weitere Ausgründungen in meinen Augen hervorragend.

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Interview: Dr. Julia Biederlack, Charité

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Foto: Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan der Charité - Universitätsmedizin Berlin (Foto: Wiebke Peitz)

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heilen / 19.01.2016
Standfest trotz Diabetes!

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HELIOS Klinikum Berlin-Buch als stationäre Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert

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Die Deutsche Diabetes Gesellschaft hat die Klinik für Angiologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch als stationäre Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert. Voraussetzung für eine solche Zertifizierung ist der Nachweis einer Kooperation verschiedener Fachärzte mit der Kompetenz für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms an einem Standort.

Menschen mit Diabetes leiden häufig infolge langjährig oft unerkannter erhöhter Blutzuckerwerte unter Durchblutungsstörungen oder Nervenschädigungen. Ein sogenannter diabetischer Fuß ist eine ernstzunehmende Komplikation der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Er entsteht als Folge eines jahrelang erhöhten Blutzuckers, der Blutgefäße und Nervenbahnen geschädigt hat.
Durch diese Funktionsstörungen wird die Haut nicht nur trocken und rissig und ist somit anfällig für Verletzungen, auch die Wundheilung ist verzögert und es kommt leichter zu Infektionen. Werden diese nicht rechtzeitig bemerkt und behandelt, ist oft nur noch eine Amputation von Zehen, des Fußes oder gar des Beins der letzte Ausweg.
Je länger der Diabetes besteht, desto höher ist das Risiko, einen diabetischen Fuß zu entwickeln.
„Mit der geeigneten Behandlung lassen sich schwere Komplikationen, vor allem die gefürchteten Amputationen, häufig vermeiden“, sagt Dr. med. Peter Klein-Weigel, Chefarzt der Klinik für Angiologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. „Die Therapie des diabetischen Fußes gilt als Musterbeispiel für eine multidisziplinäre Behandlung, bei der verschiedenste Fachdisziplinen ihre Expertise gemeinsam bei der Betreuung des Patienten einbringen“, ergänzt Prof. Dr. med. Michael Ritter, Leiter des Fachbereichs Diabetologie und Endokrinologie im Bucher Klinikum der Maximalversorgung, und weiter: „Die Gewissheit der interdisziplinären Zusammenarbeit unter einem Dach am Bucher Standort ist für die Patienten durch die Zertifizierung nun bestätigt.“

An erster Stelle gehören zu einem solchen Team Experten aus der Angiologie, die eine Durchblutungsstörung feststellen und aus der interventionellen Radiologie, die verengte oder sogar verschlossene Gefäße ohne Operation wieder erweitern. Gefäßchirurgen und Orthopäden begrenzen die zwingend erforderliche Amputationen auf das Notwendigste. Eine wichtige Funktion hat auch der orthopädische Schuhmachermeister, der unverzichtbar für den Erhalt der Mobilität und die Vorbeugung neuer Wunden am Fuß ist. Im HELIOS Klinikum Berlin-Buch berät er wöchentlich Patienten in seiner Sprechstunde.

Als deutschlandweit erstes Krankenhaus der Maximalversorgung hatte das Bucher Klinikum bereits im vergangenen Jahr das Zertifikat der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erhalten, mit dem es als „ein für Diabetiker geeignetes Krankenhaus“ ausgezeichnet wurde.

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Einladung zur Informationveranstaltung

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Am Dienstag, den 26. Januar, stellen sich ausgewiesene Experten des Bucher Fußzentrums aus den oben genannten Bereichen vor und beantworten Fragen zu modernen Behandlungsmethoden.

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Eintritt frei
Anmeldung nicht erforderlich
Parkplätze vorhanden
Buslinie 893: Direkte Anbindung des Klinikums zur S-Bahn Berlin-Buch S2


Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Angiologie, Fußzentrum
Chefarzt: Dr. med. Peter Klein-Weigel
Prof. Dr. med. Michael Ritter
Leiter des Bereiches Diabetologie

Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-149 05
E-Mail: michael.ritter@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/berlin-buch

Foto: Team des Fußzentrums im HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Kliniken, Thomas Oberländer)

forschen, heilen / 18.01.2016
Den plötzlichen Herztod vermeiden: National Institutes of Health fördern Studie zur verbesserten Risikoabschätzung

Mit dem Ziel, das Risiko für einen plötzlichen Herztod besser abschätzen zu können, untersucht eine groß angelegte, internationale Studie Patienten, die unter einem verdickten Herzmuskel leiden. Bei jungen Menschen ist diese Erkrankung, die sogenannte hypertrophe Kardiomyopathie, eine der häufigsten Ursachen für einen plötzlichen Herztod. Für die von den National Instituts of Health (NIH) finanzierte Studie haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) die Leitung für die klinische Prüfung der beteiligten Forschungseinrichtungen in Deutschland übernommen.

Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)  ist eine genetisch bedingte Verdickung der Muskulatur der linken Herzkammer und bei jungen Menschen eine der häufigsten Ursachen für einen plötzlichen Herztod. Die Erkrankung ist nicht selten: Einer von 500 Menschen besitzt Erbanlagen für eine krankhafte Vergrößerung des Herzmuskels. Allerdings erleiden nur zwei bis drei Prozent der Patienten wirklich einen plötzlichen Herztod. Dennoch besteht ein Risiko, das nur schwer einzuschätzen ist: "Das Gefährdungspotenzial lässt sich nicht ausschließlich am Grad der Verdickung des Herzmuskels messen“, sagt Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger, Leiterin der Hochschulambulanz für Kardiologie am Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung der Charité und des MDC. „Auch HCM-Patienten ohne sichtbare Verdickung sind gefährdet. Es spielen nicht nur die Erbanlagen sondern auch weitere bislang noch unbekannte Faktoren eine Rolle."

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Welche Ursachen das sind und wie sie genau zusammenspielen, soll nun die Studie klären. Mit Hilfe genetischer Tests, Blutuntersuchungen sowie moderner bildgebender Verfahren wie der Magnetresonanztomographie (MRT) wird nach aussagekräftigen Risikofaktoren gefahndet. Insgesamt sind 42 Forschungsstandorte in den USA, Großbritannien, Kanada und Europa beteiligt. Das Team von Prof. Schulz-Menger, das im Bereich der Kardio-MRT auch mit dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch kooperiert, gehört mit ihrem Team zu den drei an der Studie beteiligten deutschen Forschungseinrichtungen mit MRT-Expertise. „Dies ist die bislang größte und wichtigste Studie zur hypertrophen Kardiomyopathie, die die Therapie und Prognose von HCM-Patienten in Zukunft deutlich verbessern wird“, sagt Prof. Schulz-Menger. "Unser Ziel ist es, mit der Kombination verschiedenster Verfahren, Patienten mit hohem Risiko für den plötzlichen Herztod zu erkennen, um diese in Zukunft besser und beraten und behandeln zu können – und so das individuelle Risiko für plötzlichen Herztod zu minimieren."

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Teilnahme an der Studie ist noch möglich

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Es werden noch Studienteilnehmer gesucht: Interessierte Patientinnen und Patienten im Alter zwischen 18 und 65 Jahren mit bestätigter hypertropher Kardiomyopathie (HCM) oder Verdacht auf HCM können sich jederzeit unter der Telefonnummer +49 30 450 540 625 (Anrufbeantworter) oder per Mail unter simone.fritschi@charite.de melden und an der Studie teilnehmen. Weitere Informationen zur Studienteilnahme und Ansprechpartnern hier.


investieren, leben / 16.01.2016
Einladung zur 1. öffentlichen Mitgliederversammlung des Bucher Bürgervereins im Jahr 2016

Die Veranstaltung beginnt um 18:45 Uhr im Bucher Bürgerhaus, Franz-Schmidt-Straße 8 – 10.\n

Themen sind unter anderem:
•    Verkehrssituation Karow/Buch und Umgebung in 2016
•    ISEK
•    Bildungszentrum
•    Potenzielle Standorte für Modulare Flüchtlingsunterkünfte in Buch
•    Arbeitsplan des Bürgervereins 2016

Wer aufmerksam durch Buch geht, sieht sicherlich, dass es in Buch in den letzten Jahren vorangegangen ist. Wohnhäuser sind saniert oder renoviert, Kitas sind saniert. So könnte man sicherlich noch einiges erwähnen. Aber unser Buch soll sich auch in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wurde ein Stadtentwicklungskonzept Berlin 2030 erarbeitet. Mit den Transformationsräumen richtet die BerlinStrategie den Blick auf ausgewählte Räume. Es sind Schwerpunkte, die in besonderer Weise geeignet sind, auf zentrale Herausforderungen und Chancen Berlins Antworten zu geben. Einer dieser Transformationsräume ist Buch.
www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtentwicklungskonzept/de/berlinstrategie/buch.shtml

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„Buch ist 2030 ein Musterbeispiel für die gelungene Entwicklung eines Wirtschafts-, Forschungs- und Wohnstandortes von überregionaler Bedeutung und prägt den Berliner Norden als Standort für Wohnen und Arbeiten. Die Umnutzung der einst als Klinik genutzten Flächen nördlich der Wiltbergstraße bietet in alten und neuen Gebäuden Raum für Wohnen, Kultur, Bildung und Begegnung. Davon profitiert der gesamte Stadtteil. Es ist ein Stadtteil mit eigener und erlebbarer Identität und ein gefragter, attraktiver Wohnort.“

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Die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen stellt auch Buch vor schwierigen Herausforderungen. Aber dies darf keine Bremse für die Weiterentwicklung von Buch werden.
So gilt es, die festgelegten Vorhaben von ISEK (Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts) umzusetzen. Die Abgeordneten der BVV Pankow haben den Schlussbericht sowie die Stellungnahme des Bezirksamtes im Dezember 2015 zur Kenntnis genommen. Die Beantragung der Fördermittel bedarf eines Bezirksamtsbeschluss, mit dem Prioritäten für die anzumeldenden Maßnahmen festgelegt werden. In dem Maßnahmekonzept des Schlussberichts sind daher noch städtebauliche Projekte in einem Umfang von annähernd 28,7 Mio. Euro dargestellt. Dies verdeutlicht den weiterhin hohen Bedarf des Einsatzes weiterer Städtebaufördermittel. Auf der Internetseite des Bezirksamts Pankow (blaue Button-Leiste) finden Sie den Schlussbericht der Planergemeinschaft Kohlbrenner (Stand Dezember 2015): www.berlin.de/ba-pankow

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Aber seit wie viel Monaten wird über das Bildungszentrum Buch diskutiert. Das die Strecke der ehemaligen Industriebahn ein Radfahrweg zwischen S-Bahnhof Buch und Campus werden soll, ist auch nicht neu. Und so gibt es auch in den nächsten Jahren für den Bucher Bürgerverein viel zu tun. Dabei freuen wir uns über jeden, der mithelfen möchte. Sie sind herzlich eingeladen, am 21. Januar in unserem Bucher Bürgerhaus mitzudiskutieren.


leben, bilden / 14.01.2016
Das Gläserne Labor schärft sein Profil

Wie lange dauert es, bis neuste Forschungsergebnisse Eingang in den Lehrstoff der Schulen erhalten? Wie kann der enorme Wissenszuwachs in den Lebenswissenschaften für Schülerinnen und Schüler aufbereitet werden? Wie können ihnen aktuelle Forschungsthemen vermittelt werden? Seit mehr als 16 Jahren übernimmt das Gläserne Labor als Schülerlabor der Einrichtungen des Bucher Campus die Aufgabe, wissenschaftliche Methoden und neuste Erkenntnisse in Laborkursen zielgruppengerecht zu vermitteln. Mehr als 13.000 Schülerinnen und Schüler besuchen das Labor jährlich und führen Experimente in Genetik, Neurobiologie, Zellbiologie, Chemie und Physik durch. Nun haben sich Vertreter der Bucher Forschungseinrichtungen mit wissenschaftlichen Betreuern des Schülerlabors und Lehrern getroffen, um zu beraten, welche Forschungsthemen in Zukunft in die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit Eingang finden sollen. Diese erste Konferenz der neu gegründeten Arbeitsgruppe Bildung fand im November 2015 auf dem Campus statt. Mit dabei waren Vertreter des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP), des Experimental and Clinical Research Centers (ECRC) von MDC und Charité sowie des Gläsernen Labors.

Aktuelle Forschungsthemen liefern Impulse
Nach einem Überblick über die Schwerpunkte der Forschungsgruppen und einem Abgleich mit den Rahmenlehrplänen in Biologie und Chemie wurden für die Schülerarbeit die vier Themenschwerpunkte identifiziert: Chemie, Neurobiologie, Herz- und Kreislaufforschung sowie Genetik. Aus diesen Gebieten sollen nun aktuelle Forschungsergebnisse in bestehende Schülerkurse integriert werden. Damit wird das Kursangebot des Gläsernen Labors noch aktueller und campusrelevanter.

In den Genetikkursen zur Polymerasekettenreaktion (PCR) wird in Zukunft die PCR am Gen MACC1, einem Darmkrebsmarker und Forschungsschwerpunkt von Dr. Ulrike Stein vom ECRC, demonstriert. Darüber hinaus werden neue Kurse konzipiert, die im Rahmen von Projekttagen zur Förderung besonders interessierter Schüler der Oberstufe angeboten werden. So wird es in Abstimmung mit dem MDC-Lehrerweiterbildungsprogramm „Labor triff t Lehrer“ einen Schülerkurs zum Thema neurodegenerative Erkrankungen geben, wobei die Dozenten auf die Arbeit der Forschungsgruppen Molekularbiologie von Hormonen im Herz-Kreislaufsystem (Prof. Bader) und Zelluläre Neurowissenschaften (Prof. Kettenmann) Bezug nehmen. Zum Thema Herz- und Kreislaufforschung soll es in Zusammenarbeit mit der MDC-Forschungsgruppe Molekulare Muskelphysiologie (Prof. Morano) einen Kurs geben, der die histologische Färbung von Herzmuskelzellen und die Beobachtung pulsierender Herzzellen ermöglicht. Mittelfristig ist auch ein Angebot zum Thema Stammzellen geplant, das nach dem UniStemDay im März 2016 in die Planungsphase gehen wird. Darüber hinaus wird die Ringvorlesung „Perspektiven der Lebenswissenschaften“ inhaltlich stärker auf Forschungsthemen der Campuseinrichtungen fokussiert.

Einzigartiges Bildungsangebot
Die AG Bildung wird sich künftig regelmäßig treffen. Durch die enge Zusammenarbeit von Forschern des Campus mit dem Gläsernen Labor gelingt es, ein einzigartiges Bildungsangebot zu erarbeiten, welches aktuelles Wissen aus der Forschung in die Schulen bringt und die besonderen Stärken des Forschungscampus Buch in den Lebenswissenschaften weiter publik macht.

www.glaesernes-labor.de

Text: Dr. Cornelia Stärkel, BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch\n

Foto: Das Projekt "Experimente mit Herz" gibt Einblick in die Herzforschung. (Foto: Steffen Rasche, GENAU)

forschen / 14.01.2016
Muskelschwäche: Berliner Wissenschaftler entschlüsseln Defekte in der seltenen Erbkrankheit Myotubuläre Myopathie

Winzige Abweichungen in Körperzellen haben mitunter schwerwiegende Folgen. Berliner Forscher haben herausgefunden, warum Zellen von Patienten, die an der seltenen Muskelerkrankung Myotubuläre Myopathie leiden, nicht richtig funktionieren. Durch die in Nature veröffentlichte Arbeit ist klar geworden, wie ein dynamischer, für die Muskelentwicklung und Funktion essentieller zellulärer Prozess mittels winziger Veränderungen bestimmter Membranlipide gesteuert wird.

Kommt ein Kind mit Myotubulärer Myopathie, der schwerwiegendsten Form der zentronukleären Mypopathien (auch als XLCNM bezeichnet) auf die Welt, kann es kaum eigenständig atmen. Die Muskeln sind verkümmert, das Neugeborene liegt schlaff im Arm und ist mitunter sogar zu schwach, um zu trinken. Babies mit der seltenen Muskelerkrankung überleben meist nicht die ersten Lebensmonate.

Die Gruppe um Volker Haucke vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin hat nun in Zusammenarbeit mit den Laboren von Jocelyn Laporte vom Institut Génétique Biologie Moléculaire Cellulaire (IGBMC) in Strasburg und Carsten Schultz vom Europäischen Molekularbiologielaboratorium (EMBL) in Heidelberg erforscht, was bei dieser Krankheit auf der molekularen Ebene schiefläuft  – und ist dabei auf ein allgemeines Organisationsprinzip in Zellen gestoßen.

Bislang war bekannt gewesen, dass es sich bei der Erbkrankheit um einen Defekt im Gen MTM1 handelt, durch den die Muskelfasern nicht richtig funktionieren. Das Gen kodiert für ein Enzym, das darauf spezialisiert ist, Phosphatgruppen von den Köpfen bestimmter Membranlipide, den  sogenannten Phosphoinositidphosphaten (PIPs) abzuknabbern. PIPs dienen der Zelle zur Markierung ihrer Kompartimente und zur Steuerung des Stofftransports.

„Die Zelle ist ein sehr dynamisches System, das wir uns wie eine Metropole vorstellen können, in der sich die Menschen hin- und her bewegen“, erklärt Volker Haucke. „Je nach Anlass ziehen sich die Menschen um – im Frack nimmt man ein Stück weit eine andere Identität an, als wenn man in Jeans und Sweatshirt daherkommt, im Pyjama wird man nicht in die Oper eingelassen. In ähnlicher Weise kleiden sich die Kompartimente und Transportvesikel innerhalb der Zellen in immer wieder andere PIPs und wechseln dadurch ihre Identität.“ Jedes PIP besteht dabei aus einem fettlöslichen Schwanz, der in den Membranen der Zellkompartimente verankert ist und einem wasserlöslichen Kopf, der aus der Membran herausragt. Der Kopf kann an verschiedenen Stellen mit Phosphaten bestückt sein, die Phosphatgruppen werden durch Enzyme abgelöst und an anderen Stellen angefügt.

Es handelt sich dabei um eine minimale Veränderung, die blitzschnell vonstattengeht, die aber von der Zelle eindeutig abgelesen werden kann. So ist zum Beispiel durch die Anheftung einer Phosphatgruppe an einer bestimmten Position klar, dass ein Transportbehälter ins Zellinnere gehört; bei einer anderen Bestückung mit Phosphat wandert er zur äußeren Zellmembran, dockt dort an und entlässt seine Fracht ins Freie.
Ein solcher Transport kommt bei den XLCNM-Patienten zum Erliegen, wie Katharina Ketel aus der Haucke-Gruppe mit trickreichen Experimenten und hochaufgelösten Aufnahmen aus dem Zellinneren zeigen konnte. Die Ursache der Erkrankung ist ein Gendefekt in MTM1, ein Enzym, das Phosphatgruppen von den PIPs entfernt und nur in Kooperation mit einem anderen Enzym arbeitet, das an eine andere Stelle des Kopfes eine Phosphatgruppe anfügt. Es wird dadurch klarer, wodurch die dynamischen Abläufe in Zellen dirigiert werden und illustriert wie das Studium einer seltenen Erbkrankheit zur Entdeckung molekularer Mechanismen führen kann, die für das Funktionieren unserer Zellen notwendig sind.

„Es werden niemals einfach nur beliebige Phosphatgruppen von PIPs entfernt, denn dann stünde ein Zellkompartiment plötzlich ganz ohne Identität da – das käme einem Gedächtnisverlust gleich, es wüsste nicht mehr, woher es kommt und wo es hin soll“, erklärt Volker Haucke. „Durch die Zugabe von synthetischen PIPs mit einem bestimmten Kode, konnten wir den Transport der Container manipulieren und damit zeigen, dass die Konversion der PIP Identität tatsächlich das Problem in Zellen von XLCNM Patienten darstellt," ergänzt Carsten Schultz.

"Bei XLCNM-Patienten stranden manche der Transportbehälter im Zellinnneren, die eigentlich Proteine zur Zelloberfläche befördern müssten, weil eine Phosphatgruppe bei einem bestimmten PIP nicht entfernt werden kann," sagt Jocelyn Laporte, ein Experte für XLCNM und Koautor der Studie. "In Muskeln gelangen daher Proteine, die für ihre Bildung  Integrität und Funktion notwendig sind, nicht an den richtigen Ort in der Zelle." Bei ihren Experimenten in Zellkultur konnten die FMP-Forscher den Transport mit einem bestimmten Wirkstoff wieder in Gang setzten. Dies wäre ein Ansatzpunkt für die Entwicklung von Medikamenten, um die schwerwiegende und derzeit unheilbare Erbkrankheit zu behandeln.

Text: Birgit Herden

Quelle: Katharina Ketel, Michael Krauss, Anne-Sophie Nicot, Dmytro Puchkov, Marnix Wieffer, Rainer Müller, Devaraj Subramanian, Carsten Schultz, Jocelyn Laporte, Volker Haucke. A phosphoinositide conversion mechanism for exit from endosomes. Nature, DOI: 10.1038/nature16516

Abb.: Akkumulation von Integrin (rot), ein wichtiger Baustein von Muskeln, in Vesikeln (grün) aus Zellen ohne MTM1 (rechte Bilder inkl. Vergrößerung) im Vergleich zu Kontrollzellen (linke Bilder inkl. Vergrößerung). Autorin: Katharina Ketel, FMP

Prof. Dr. Volker Haucke
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie(FMP)
Phone +49-30-94793101
E-Mail: HAUCKE@fmp-berlin.de

investieren, leben / 12.01.2016
Günther Jauch spendet für Schlosskirche in Buch

Der bekannte Fernsehmoderator, Entertainer, Journalist und Produzent Günther Jauch hat eine großzügige Summe für den denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der Bucher Schlosskirche gespendet.\n

Günther Jauch setzt seit Jahren erhebliche Anteile seines Einkommens für wohltätige Zwecke ein. Hierbei scheinen ihm die Erhaltung bzw. der Wiederaufbau historisch bedeutsamer Bauten besonders am Herzen zu liegen. So hat er unter anderem zahlreiche Projekte vorzugsweise in Potsdam mit erheblichen Mitteln unterstützt. Genannt seien hier nur der Wiederaufbau des Fortunaportals des Potsdamer Stadtschlosses, das Belvedere auf dem Pfingstberg oder die Sanierung der Neptungrotte im Schlosspark Sanssouci.

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Ganz offensichtlich haben es ihm auch die Schönheit und Bedeutung der barocken Schlosskirche in Buch, die 1731 - 1736 Adam Otto von Viereck erbauen ließ, angetan, dass er den Wiederaufbau des Turmes und somit die Vollendung eines Ortsbild prägenden Baudenkmals mit einer großzügigen Spende unterstützt. Hierfür sei ihm auch an dieser Stelle herzlich gedankt.

Text: Dr. Werner Schößler

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Kontakt zum Förderverein
Förderverein zum denkmalgetreuen Wiederaufbau des Turmes der barocken Schlosskirche in Berlin-Buch e. V.
E-Mail: kirchturm.buch@arcor.de
Spendenkonto: Nr. 210 177 1000, BLZ:100 900 00, Berliner Volksbank

Foto: Kirche vor der Zerstörung des Turms 1943

forschen / 11.01.2016
Super-Aktivierung an den Synapsen?

Nervenzellen müssen extrem schnell reagieren und je nach Aufgabe auch ihr Tempo drosseln können. Berliner Wissenschaftler haben nun gezeigt, dass ein Rezeptor in den Synapsen gleich beides beherrscht und manifestierten mit ihrer Arbeit ein weiteres Beispiel für die erstaunliche Flexibilität des Gehirns auf molekularer Ebene.

Tag für Tag leistet das Gehirn schier Unglaubliches – ob wir nach einem Ball hechten, Schallwellen verarbeiten oder Erinnerungen über Jahrzehnte hinweg abspeichern. Möglich ist diese Bandbreite, weil Nervenzellen extrem schnell reagieren und bis zu 1000 elektrische Impulse pro Sekunde erzeugen können, aber auch viel langsamere Reaktionen im Repertoire haben, bei denen die einzelnen Impulse länger anhalten. Wieso die Nervenzellen so flexibel reagieren, wird weltweit von vielen Arbeitsgruppen erforscht. Zwei Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie in Berlin (FMP) haben nun eine überraschende Entdeckung gemacht: Flexibilität wird bereits auf Molekülebene erzeugt – der häufigste Rezeptor an unseren Synapsen kann je nach eingehendem Signal zwischen zwei verschiedenen Funktionsweisen umschalten. Es handelt sich um den Glutamatrezeptor vom Typ AMPA, der das von benachbarten Zellen ausgeschüttete Glutamat erkennen kann. Dieser chemische Händedruck ermöglicht es den Nervenimpulsen von einer Zelle zur nächsten zu springen. Der AMPA-Rezeptor galt seit über 30 Jahren als echter Spezialist für aufeinanderfolgende, schnelle Impulse: in weniger als einer Millisekunde kann er zwischen der geschlossenen und geöffneten Form wechseln. Anna Carbone und Andrew Plested (beide FMP und Mitglieder des Exzellenzcluster NeuroCure) haben nun gezeigt, wiederholte Aktivierungen drängen den Rezeptor in einen langsamen Modus, mit zugleich hoher Aktivität. In diesem Zustand der Super-Aktivierung kann er bis zu einer Sekunde geöffnet bleiben.\n

Der Ursprung ihrer Forschungsarbeit war vor vielen Jahren die Zufallsmutation einer Labormaus. Die „Sternengucker-Maus“ war zuerst durch ihre epileptischen Anfälle aufgefallen, bei denen sie mitunter den Kopf hochreckt und wie in Trance nach oben schaut. Später fand man heraus, dass bei der „Sternengucker-Maus“ ein bestimmtes Protein defekt ist, das normalerweise mit dem AMPA-Rezeptor einen Komplex bildet. Man taufte das Protein Stargazin und die beiden FMP-Forscher experimentierten damit in Zellkulturen, wie bereits viele Forscher vor ihnen. Unter unterschiedlichen Bedingungen zeichneten sie mittels des Patch-Clamp-Verfahrens den Stromfluss durch einzelne Rezeptor-Poren auf, die mit Stargazin Komplexe bildeten. Durch gezielte Punktmutationen veränderten sie die mechanischen Eigenschaften des Rezeptors, um seiner Funktionsweise auf die Spur zu kommen. Dabei fanden sie mehrere unerwartete Formen der Aktivität. Ihr Erklärungsmodell, das jetzt in Nature Communications veröffentlicht wurde, ist einfach: Demzufolge befindet sich der AMPA-Rezeptor grundsätzlich im schnellen-Modus, kann aber durch zusätzliche Aktivierung durch das Protein Stargazin in einen langsamen Modus versetzt werden. Diese Super-Aktivierung ist eine Art Kurzzeitgedächtnis auf Molekülebene, durch die eine positive Rückkopplung entsteht.

Positive Rückkopplungsschleifen sind in der Biologie weit verbreitet und lebenswichtig, zum Beispiel der Ferguson-Reflex, der bei der Geburt dazu dient, die Wehen zu unterstützen. „Soweit ich weiß, haben wir zum ersten Mal gezeigt, dass eine positive Rückkopplungsschleife auch innerhalb eines einzigen Molekülkomplexes ablaufen kann. Der Vorteil dabei ist, dass die Super-Aktivierung sich schnell aufbaut und auch schnell wieder abbaut“, sagt Andrew Plested. Normalerweise setzen Feedback-Schleifen erst nach Minuten oder Stunden ein. Beim AMPA-Rezeptor startet die Super-Aktivierung in weniger als einer Sekunde. „Es gab schon seit einiger Zeit Hinweise darauf, dass der AMPA-Rezeptor auch im langsamen Modus arbeiten kann, aber bis jetzt konnte sich das keiner erklären“, sagt Andrew Plested. Die Gruppe untersucht nun mit aller Kraft, welche Rolle die Super-Aktivierung im Gehirn spielt. Ihr Modell könnte dabei helfen, Synapsen und die Plastizität des Gehirns besser zu verstehen, und es könnte langfristig dazu beitragen, neurologische Erkrankungen zu behandeln.
 
Quelle: Anna L. Carbone & Andrew J.R. Plested: Superactivation of AMPA receptors by auxiliary proteins. Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms10178. 

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Kontakt:
Dr. Andrew Plested
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
plested@fmp-berlin.de
 

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Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR. 

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 Abbildung: Super-Aktivierung von AMPA-Rezeptoren durch wiederholte Stimulation (Plested, FMP)

produzieren / 08.01.2016
EPO Berlin‐Buch GmbH startet strategische Kooperation mit NexusPharma für Stärkung der Marktposition in den USA

Die Experimentelle Pharmakologie & Onkologie Berlin‐Buch GmbH (EPO) hat eine Kooperationsvereinbarung mit NexusPharma, einer amerikanischen Firma abgeschlossen. NexusPharma hat sich ebenfalls auf präklinische pharmakologische Forschung spezialisiert und wird die von EPO entwickelten primären Tumormodelle Krebsforschungseinrichtungen in den USA intensiver zugänglich machen. Die Technologien von EPO eröffnen den Biotechnologie‐ und Pharma Firmen in den USA die Möglichkeit, ihre in der Entwicklung befindlichen Krebsmedikamente in kliniknahen Modellen zu testen und parallel nach prädiktiven (Bio)‐Markern für die Wirksamkeit zu suchen und diese zu validieren. Dabei stehen besonders die von EPO entwickelten humanisierten Tumormodelle für die Immun‐Onkologie Forschung im Focus.\n

„Der Zugang zu EPO’s großen Panel von primären humanen Tumormodellen eröffnet den US‐ Krebsforschern einmalige neue Möglichkeiten ihre innovativen Therapieansätze in relevanten Modellsystemen zu prüfen und zu validieren. Die Kombination von EPO’s primären Xenografts mit NexusPharma’s Modellen eröffnet der Arzneimittelentwicklung neue Möglichkeiten“, sagt Dr. Jens Hoffmann, CEO von EPO.

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Dr. Hoffmann beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit der Entwicklung von prädiktiven humanen Tumormodellen, davon viele Jahre bei der Bayer Pharma AG und Schering AG sowie seit sechs Jahren bei EPO.

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Die Zusammenarbeit mit NexusPharma eröffnet eine neue Dimension von Serviceangeboten. Kunden können künftig nicht nur die spezialisierten primären Tumormodelle von EPO nutzen, sondern auch die bei NexusPharma etablierten Tumormodelle. Beide Firmen planen eine aktive gemeinsame Vermarktung ihrer Technologien, beginnend mit einem gemeinsamen Auftritt auf dem Jahresmeeting der American Association of Cancer Research (AACR) vom 15. bis 21. April 2016 in New Orleans.

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„Die Zusammenarbeit mit EPO und die gemeinsame Nutzung und Charakterisierung der personalisierten Tumormodelle wird es uns erlauben, in sogenannten Ko‐Klinischen Studien neue Arzneimittelkandidaten effizienter und breiter zu profilieren als das bisher möglich war. Damit wird eine bessere Vorhersage der klinischen Wirkung von neuen Molekülen möglich und eine schnellere Umsetzung in klinische Studien erlaubt“, sagt Dr. Lutz Weber, CEO von NexusPharma.

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Über EPO
Die Experimentelle Pharmakologie & Onkologie Berlin‐Buch GmbH (EPO) ist eine der führenden For‐ schungseinrichtungen für präklinische Krebsforschung in Deutschland und bietet sein umfassendes Serviceangebot für die präklinische Entwicklung von neuen Krebsmedikamenten weltweit an. EPO hat sich auf die Entwicklung von individuellen Tumormodellen spezialisiert, um sowohl Grundlagen‐ als auch angewandte Forschung (translationale Krebsforschung) zu unterstützen. Die Modelle werden sowohl bei der Targetvalidierung, beim Substanzscreening, als auch in komplexen pharmakologischen Studien eingesetzt, z.B. zur Korrelation von Wirksamkeit mit Pharmakokinetik, Verträglichkeit und Targetinhibierung.
EPO arbeitet nach den strengen Industriestandards für mehr als weltweit 125 Kunden. Die hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von EPO garantieren qualifizierte Beratung, kurze Bearbeitungszeiten, regelmäßige Information über den Studienfortschritt und damit zufriedene Kunden. EPO hat seinen Sitz auf dem Campus Berlin‐Buch, einem der führenden Life‐Science Standorte Deutschlands mit 54 Unternehmen.

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www.epo‐berlin.com

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Für weitere Informationen:
Dr. Jens Hoffmann, CEO
Tel: +49 (0)30 94894440
e‐mail: jens.hoffmann@epo‐berlin.com

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Über NexusPharma
NexusPharma Inc. ist eine 2005 in Pennsylvania gegründete Biotechnologiefirma, die sich der Entwicklung und Erforschung neuer Methoden zur Behandlung von Tumorerkrankungen widmet. In enger Zusammenarbeit mit dem Fox Chase Cancer Center und anderen akademischen Institutionen werden neue Technologien entwickelt, die es erlauben neuartige Medikamente für spätere klinische Studien auszuwählen und umfassend zu charakterisieren.
Im Fokus der NexusPharma Forschung stehen dabei insbesondere neue biologische Targets, dafür entwickelte in vitro Zellmodelle und personalisierten Tumormodelle. Diese Modelle werden im Rahmen von Forschungskollaborationen aber auch als Dienstleistung für Biotechnologie‐ und Pharmafirmen angeboten.

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www.nexuspharm.com

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Für weitere Informationen:
Dr. Lutz Weber
CEO Tel: +1‐215‐214‐1499
e‐mail: lutz.weber@nexuspharm.com

produzieren / 07.01.2016
Glycotope ernennt Paul G. Higham zum neuen Chief Executive Officer

Glycotope GmbH, ein weltweit führendes Unternehmen in der Glyko-Optimierung von Biopharmazeutika, gab heute bekannt, dass Paul G. Higham mit sofortiger Wirkung zum neuen Chief Executive Officer ernannt wurde.

"Wir freuen uns sehr, das Management-Team der Glycotope durch die Ernennung von Paul G. Higham, einer erfahrenen Führungspersönlichkeit im Gesundheitswesen mit umfangreicher Erfahrung im Pharma- und Biotech-Sektor, weiter zu verstärken. Mit seiner umfassenden Expertise in der Vermarktung von Therapeutika und der Leitung von Life Sciences Unternehmen ist er eine optimale Ergänzung unseres Teams, um das Unternehmen in die nächste Phase seiner Entwicklung zu führen",sagte Roland Sand, Beiratsvorsitzender der Glycotope GmbH. "Ich möchte mich im Namen des gesamten Beirats besonders bei Dr. Steffen Goletz für seine exzellente Unterstützung bei der Auswahl eines optimalen Kandidaten für diese wichtige Funktion bedanken. Nach der Gründung vor 15 Jahren hat Dr. Steffen Goletz Glycotope in seiner Doppelfunktion als CEO und CSO zu einem solide finanzierten und gut aufgestellten Biotech-Unternehmen mit führenden Plattform-Technologien,
vier Produkten in fortgeschrittenen klinischen Programmen und über 200 Mitarbeitern entwickelt. Zukünftig wird er sich als Gesellschafter, Mitglied der Geschäftsführung und Chief Scientific Officer wieder stärker auf die wissenschaftliche Arbeit konzentrieren, die Glycotope zu dem herausragenden und innovativen Unternehmen gemacht hat, das es heute ist."

Paul G. Higham, neuer Chief Executive Officer der Glycotope GmbH, sagte:"Ich freue mich, mich dem Glycotope-Führungsteam in einer so spannenden Zeit in der Entwicklung des Unternehmens anzuschließen. Glycotope verfügt über großes Potenzial, mit seiner weltweit führenden Glykosilierungs-Technologieplattform einen signifikanten Beitrag zu leisten. Auf dieser Grundlage konnte die Gesellschaft bereits eine starke klinische Onkologie-Pipeline aufbauen, und die kürzlich geschlossene strategische Allianz mit Octapharma bildet den Grundstein für den Aufbau eines innovativen Blutprodukt-Geschäfts."

Von August 2008 bis August 2015 war Paul G. Higham Chief Executive Officer von Immatics Biotechnologies. Während seiner Zeit im Unternehmen wuchs Immatics eindrucksvoll und entwickelte sich erfolgreich zu einem der führenden Unternehmen im Bereich der Krebs-Immuntherapien mit einzigartigen Technologien, Fähigkeiten und Wachstumsmöglichkeiten. Zuvor war Higham bei der Ark
Therapeutics Group plc (LSE: AKTL) als Director Commercial Development für die Kommerzialisierungsstrategie und die Business-Development-Aktivitäten des Unternehmens verantwortlich. Darüber hinaus leitete er den Aufbau der Niederlassung und der Produktionsanlage für genbasierte Therapeutika von Ark Therapeutics in Finnland. Bevor Paul G. Higham im Jahr 2001 seine Tätigkeit bei Ark Therapeutics begann, verantwortete er bei GlaxoWellcome plc als International Commercial Vice President in den Indikationsgebieten gastrointestinale Erkrankungen, Stoffwechselkrankheiten und Schmerz die internationale Kommerzialisierungsstrategie. Davor hatte er unterschiedliche Positionen mit steigender Verantwortung bei der Bayer AG inne und wurde schließlich Geschäftsführer von Bayer Pharmaceuticals für Schweden und Dänemark. Er hat einen Abschluss mit Auszeichnung in Angewandter Biologie.

Über die Glycotope GmbH
Glycotope (www.glycotope.com), im Jahr 2001 in Berlin gegründet, konzentriert sich auf die Entwicklung von innovativen Immun-Onkologieprodukten zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen auf Basis ihrer GlycoBody(TM)- und GlycoExpress(TM)-Technologien.

Durch den Einsatz von verschiedenen maßgeschneiderten Zelllinien humanen Ursprungs, die die Optimierung einer ganzen Reihe unterschiedlicher und entscheidender Zucker zulassen, ermöglicht Glycotopes GEX(TM)-Plattform die Glykooptimierung einer Vielzahl von vollständig human glykosylierten Biopharmazeutika wie z.B. Gerinnungsfaktoren, Zytokinen, Glykoproteinhormonen,
Antikörpern und anderen proteinbasierten Biopharmazeutika. Zudem erlaubt sie eine Produktion mit sehr hohen Ausbeuten von einer bisher einzigartigen Qualität und Reproduzierbarkeit. Im Oktober 2015 ging Glycotope im Rahmen einer exklusiven weltweiten strategischen Vereinbarung eine Partnerschaft mit Octapharma über ihren gesamten Geschäftszweig mit humanen Blutgerinnungsfaktoren ein.


Foto: Ex-Immatics-Chef Paul Higham wechselte zur Glycotope GmbH. (Foto: Immatics)

leben, erkunden, bilden / 07.01.2016
Winterferien im Gläsernen Labor

Wenn es draußen winterlich kalt ist, gibt es im Gläsernen Labor wieder ein Ferienprogramm mit vielfältigen Experimenten: zur Chemie des Schmeckens, zu Schnee und Eis oder zur Cola.\n

Die Kurse starten um 9 Uhr und enden bei den Ganztagskursen maximal um 17 Uhr. Wem das zu lang ist, kann sich an einigen Tagen ein Vormittagsangebot von 9 bis 13 Uhr oder ein Nachmittagstermin von 14.30 bis 17 Uhr aussuchen.

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Hier eine Auswahl:

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Chemie des Essens
Warum riecht es beim Braten und Backen lecker aber ganz unterschiedlich? Und wieso riecht der Erdbeerjoghurt nach Erdbeeren, obwohl meist gar keine drin sind? Finde dieses und andere Geheimnisse des Essens heraus.

Was du schon immer über Cola nicht wissen wolltest
Warum möchte Mama nicht, dass du so viel Cola trinkst? Und warum kann man mit Cola Rohre reinigen und Moos vernichten? In kleinen Experimenten lernst du die Inhaltsstoffe der Cola kennen.

Märchen unter der Lupe – die Schneekönigin
Warum dehnen sich Luft und Flüssigkeiten aus und was hat das mit dem Thermometer zu tun? Warum streut man im Winter Salz auf die Straße? Kläre alle deine Fragen zu Eis & Schnee, Wärme & Kälte in einem Ganztagesprogramm.


Alle weiteren Informationen sowie die Anmeldungsformulare finden Sie unter:
www.forscherferien-berlin.de

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Foto: Experimente zu Eis und Schnee (Foto: Gläsernes Labor)

leben, bilden / 07.01.2016
Neuer Kurs zur Abiturvorbereitung: Fit fürs Studium - von Mendel zur Molekularbiologie

Das Gläserne Labor bietet für Abiturienten einen neuen studienvorbereitenden Kurs an: Fit fürs Studium - von Mendel zur Molekularbiologie. Dabei erwartet die Schüler eine Woche mit Experimenten im Labor und begleitenden Vorlesungen.

In diesem Kurs dreht sich alles um die Genetik, beginnend mit der Vererbungslehre bis hin zur modernen Gentechnik, Stammzellentherapie und Epigenetik.

Die Experimente geben einen praktischen Einstieg in viele gängige Labormethoden: PCR, Restriktionsverdau, Klonierung, Transformation und Gelelektrophorese. Fast nebenbei werden die theoretischen Grundlagen aus der Schule wiederholt.

Der Kurs wird allen empfohlen, die ein Studium der Biowissenschaften anstreben und die ihre theoretischen Kenntnisse vertiefen wollen, sowie erste Erfahrungen im Labor sammeln möchten.

Die Vorlesung bietet eine Zusammenfassung der gesamten Genetik der Oberstufe. Wir empfehlen den Kurs allen, die sich auf die Abiturprüfung im Fach Biologie vorbereiten.

Wer darüber hinaus mehr Erfahrung im Labor sammeln möchte, dem empfehlen wir den Kurs „Fit fürs Studium“ Biotechnologie.

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Alle weiteren Informationen sowie die Anmeldungsformulare finden Sie hier.

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Foto: Peter Himsel/Campus Berlin-Buch

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leben, heilen / 05.01.2016
Babyboom auch 2015 ungebrochen – im HELIOS Klinikum Berlin-Buch erblickten 2876 Babys das Licht der Welt

„2768 Geburten mit 2876 Kindern  – das ist toll! Wir konnten im vergangenen Jahr 105 Zwillingspärchen und einmal sogar Drillinge auf die Welt holen“, freut sich Professor Dr. med. Michael Untch, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. „Von Jahr zu Jahr entscheiden sich immer mehr Familien für eine Geburt in unserer Klinik. Es freut uns sehr, dass unser Angebot so gut angenommen wird.“, sagt Prof. Dr. med. Untch.

Der Trend der letzten Jahre, dass mehr Jungen als Mädchen geboren werden, bestätigt sich in Berlin-Buch nicht: Mit 1468 Mädchen gegenüber 1408 Jungen war das weibliche Geschlecht diesmal auf dem Siegertreppchen.

Das diesjährige Neujahrsbaby ließ sich etwas Zeit. Erst um 3:13 Uhr kam Thore Maximilian J. zur Welt. Mit 3670 Gramm und 51 Zentimetern ist er der ganze Stolz der Eltern. Für Mama Marie-Luise und Papa Patrick ist es das erste Kind.
„Wir sind von der Atmosphäre hier in der Klinik begeistert und haben uns rundum wohl und gut betreut gefühlt“, sagt die frisch gebackene Mama.

„Sicher und individuell“ – das ist das Motto der geburtshilflichen Abteilung im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Neben einer modernen Geburtshilfe bietet das Klinikum auch eine umfassende Versorgung von Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten und Frühgeborenen. Im zertifizierten Perinatalzentrum, der höchsten Versorgungsstufe können auch Frühgeborene unter 1500 Gramm Geburtsgewicht versorgt werden. Im letzten Jahr kamen 68 Frühgeborene unter 1500 Gramm zur Welt.
Die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Kinderchirurgie garantiert aber eine optimale Versorgung von Mutter und Kind rund um die Uhr und sorgt dafür, dass es auch den Kleinsten