News 2017

leben, heilen / 29.12.2017
Helios Klinikum Berlin-Buch freut sich über die 3000. Geburt

Das Geburtenzentrum des Klinikums beglückwünschte gestern die Eltern von Lotta: Das Mädchen kam per Kaiserschnitt zur Welt, Mutter und Kind sind wohlauf.
 
Noch blinzelt Lotta etwas unsicher in die Welt und am liebsten kuschelt sie sich eng an ihre Mutter. Mit 3670 Gramm und 52 cm Länge erfreut sich das Mädchen bester Gesundheit. Mama Alina aus Glienicke ist happy: „Ein unbeschreibliches Gefühl, mein Kind im Arm zu halten. Glücklicher könnte ich kaum sein.“ Und auch Papa Florian, der beim Kaiserschnitt dabei war, ist begeistert, sagt: „Wir haben uns für das Helios Klinikum Berlin-Buch entschieden, weil es einen hervorragenden Ruf hat und man hier mit der Kinder-Intensivstation und dem Perinatalzentrum auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Wir fühlen uns wirklich bestens versorgt und betreut, sowohl was die Vorbereitung, die Geburt an sich und nun auch die Nachsorge betrifft.“
 
Das Helios Klinikum Berlin-Buch gehört zu den größten und modernsten Geburtskliniken Deutschlands. Im Schnitt werden 250 Babys pro Monat hier geboren. Prof. Dr. med. Michael Untch, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie: „Zuletzt kamen 1989 mehr als 3000 Kinder bei uns zur Welt. Der Dank geht an das professionelle Team aus bestens ausgebildeten und engagierten Pflegekräften, Hebammen und Ärzten!“
Auch die Leitende Hebamme Yvonne Schildai freut sich über die Zahl und begreift sie als Zuspruch für Ihre Arbeit: „Ich bin bereits 29 Jahre im Dienst und sage immer noch aus vollem Herzen, dass ich den schönsten Beruf der Welt habe!“
 
Das Bucher Klinikum ist mit vier Kreißsälen und zwei Vorwehenzimmern ausgestattet. Neben modernen Entbindungsbetten gibt es eine Gebärwanne für Wassergeburten, darüber hinaus Gebärhocker, Pezzibälle, Geburtsseile und Entbindungsmatten. Die Schwangeren sollen die Geburt so schmerzarm und geborgen wie möglich erleben.
Den Familien stehen nach der Geburt und für die kostbare erste Zeit mit dem Nachwuchs hochwertig ausgestattete Ein- und Zweibett-Zimmer sowie komfortable Familienzimmer zur Verfügung.
Auch auf kranke oder zu früh geborene Kinder ist das Haus optimal vorbereitet: Das hoch spezialisierte Team der Neonatologie mit Perinatalzentrum Level 1 betreut rund um die Uhr die neonatologische Intensivstation mit acht Beatmungsplätzen und 14 Intensivüberwachungsbetten. So können auch extreme Frühchen bestmöglich versorgt werden.
 
Hebamme Yvonne Schildai: „Jede Geburt ist einzigartig. Unser Motto lautet: sicher und individuell. Unser höchstes Ziel ist, dass jede frisch gebackene Familie gesund und glücklich unser Klinikum wieder verlässt.“
 

Kontakt:
Helios Klinikum Berlin-Buch
Prof. Dr. med. Michael Untch
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-53300
E-Mail: michael.untch@helios-gesundheit.de
www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch
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Foto: Die stolzen Eltern Alina und Florian aus Glienicke mit ihrer Tochter Lotta, geboren am 28.12.2017 um 12.51 Uhr. Lotta ist das 3000. Baby, das im Helios Klinikum Berlin-Buch 2017 geboren wurde. (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

forschen / 27.12.2017
Die dunkle Seite der medikamentösen Krebsbehandlung

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) haben sich mit den Schattenseiten der medikamentösen Therapie von Krebserkrankungen beschäftigt: Welche Auswirkung hat die akute Auslösung eines Zellalterungsprogramms auf Tumorzellen? Und welche Rolle spielt dabei das Stammzellprogramm? Ihre Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift Nature* veröffentlicht.\n

Wenn in den Zellen unseres Körpers bösartige Veränderungen drohen, greifen eingebaute Selbstschutzprogramme ein und verhindern so häufig die Krebsentstehung. Zwei dieser Tumorsuppressor-Mechanismen sind der programmierte Zelltod, Apoptose genannt, und die akute Auslösung eines Zellalterungsprogramms, die sogenannte Seneszenz. Durch die Mechanismen werden die Zellteilung und das Geschwulstwachstum verhindert. Auch bei einer Chemotherapie werden diese Programme aktiviert und vermitteln die Anti-Tumor-Wirkung.



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Das Team um Prof. Dr. Clemens A. Schmitt, Stellvertretender Direktor der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie und Direktor des Molekularen Krebsforschungszentrums der Charité sowie Forscher am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), konnten bereits vor einigen Jahren zeigen, dass gerade bei den häufig Apoptose-defekten Tumorzellen das Anschalten der zellulären Seneszenz ein wichtiger und erwünschter Therapie-Effekt ist, um die Tumorzellen so am weiteren Wachstum zu hindern.



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In seiner neuen Studie beobachtete das Forscherteam, dass die wachstumsblockierten Tumorzellen mit dem Eintritt in den Seneszenz-Zustand eine massive epigenetische Reprogrammierung durchlaufen. Dabei kommt es zu einer Neu-Kodierung verschiedener zellulärer Arbeitsprogramme, darunter das Anschalten eines Stammzell-Programms, auch als „Tumor-Stemness“ bezeichnet. Tumor-Stemness umschreibt dabei die besonders bedrohliche Fähigkeit von Tumorzellen, Tumorwachstum anzutreiben oder gar neu zu starten, wie dies beispielsweise bei der Entstehung von Tochtergeschwülsten der Fall ist. Da die Stammzellfunktion zwingend mit Zellteilung gekoppelt ist, haben die Krebsforscher untersucht, ob das Abschalten einzelner, für den Seneszenz-Erhalt absolut notwendiger Gene die neu erworbene Stammzellfähigkeit der vormals seneszenten Zellen funktionell sichtbar machen könnte. Tatsächlich verhielten sich die vormals seneszenten Tumorzellen viel aggressiver als dieselben Tumorzellen, die nie in den Seneszenz-Zustand eingetreten waren.



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Untersuchungen in In vivo-Tumormodellen bestätigten die Relevanz dieser Zellkulturbefunde. Mithilfe einer neuen Einzelzell-Nachverfolgungstechnik gelang es den Wissenschaftlern des Weiteren zu zeigen, dass seneszente Tumorzellen selten auch spontan wieder in den Zellteilungszyklus eintreten können. Ein Vergleich von Tumorproben bei Lymphdrüsenkrebs vor Therapiebeginn und später im Erkrankungsrückfall derselben Patienten legte nahe, dass eben solche vormals seneszenten Zellen nach Chemotherapie zum besonders aggressiven Tumorwachstum im Therapieversagen beitragen.



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„Diese Ergebnisse sind klinisch sehr wichtig, da sie uns Einblick in das geschickte Verhalten der Tumorzellen geben, sich gegen eigentlich sehr wirksame Krebsbehandlungen durchzusetzen“, erklärt Prof. Schmitt. „Glücklicherweise konnten wir in dieser Forschungsarbeit auch genetische und medikamentöse Strategien vorlegen, die die neu erworbene Tumor-Stemness vormals seneszenter Tumorzellen direkt angreifen und neutralisieren“, ergänzt er. In Folge-Experimenten und einer derzeit geplanten klinischen Studie werden die Wissenschaftler um Prof. Schmitt, der als Lymphom-Spezialist täglich Patienten mit Lymphdrüsenkrebs in der Charité behandelt, der Rolle der Seneszenz-assoziierten Stammzell-Reprogrammierung bei Lymphom-Patienten weiter nachgehen, um einem gezielten Therapieansatz näher zu kommen.



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*Maja Milanovic et al (2017): „Senescence-associated reprogramming promotes cancer stemness“. Nature. DOI:10.1038/nature25167.



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Foto: AG Schmitt

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Gemeinsame Pressemitteilung der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung

investieren, heilen, bilden / 21.12.2017
Kindergarten in Kooperation mit Helios eröffnet

Helios und FRÖBEL eröffnen betriebsnahen Kindergarten mit 70 Plätzen in Berlin-Buch – erster Kindergarten mit integriertem Gastkinderbereich für Geschwister von schwerkranken Kindern

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Am 1. Dezember 2017 wurde der Kindergarten Sonne, Mond und Sterne auf dem Campus des Helios Klinikums Berlin-Buch feierlich übergeben. Das neue Haus mit 70 Krippen- und Kindergartenplätzen ist ein Kooperationsprojekt des Helios Klinikums Berlin-Buch und der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH. Einzigartig an dem Projekt ist ein integrierter Gastkinderbereich für Geschwister von schwerkranken Kindern.

Den Schlüssel für das neue Haus bekamen die ersten Kinder mit ihren Eltern und die Leiterin des Hauses, Melanie Ehnert, am 1. Dezember symbolisch von den Projektpartnern überreicht. Ab dem 4. Dezember beginnt der reguläre Kindergartenbetrieb. Die Betreuung der Gastkinder startet zum gleichen Zeitpunkt.

„In unserem neuen Haus finden die Kinder viel Platz, um selbstbestimmt ihren individuellen Interessen nachzugehen“, erläutert Melanie Ehnert das Konzept. „Das Raumkonzept mit Forscherecke, Theaterbühne und Ruheflächen bietet dafür beste Voraussetzungen. Geplant sind außerdem besondere Zusatzangebote für Helios-Mitarbeiter wie zum Beispiel die Möglichkeit einer Übernachtung oder die Betreuung am Wochenende.“ Die Einrichtung befindet sich in einem historischen Gebäude und einem angeschlossenen Neubau auf dem Klinikgelände. Helios und FRÖBEL haben darin einen betriebsnahen Kindergarten errichtet, der sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Unternehmen Betreuungsplätze für ihre Kinder bietet, als auch Familien aus der Umgebung offen steht.

Der Geschäftsführer des Klinikums, Dr. Sebastian Heumüller, begrüßte die ersten Familien herzlich: „Wir freuen uns, dass wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zukunft besser unterstützen und entlasten können. Denn viele von ihnen kümmern sich im Schichtdienst um unsere Patienten. Ein Kindergarten, der auf diese besonderen Bedürfnisse eingeht, trägt entscheidend dazu bei, Familie und Beruf zu vereinbaren.“ Knapp 2 Millionen Euro aus Eigenmitteln hat das Klinikum in Baumaßnahmen, Einrichtung und in die Ausstattung investiert.

Besonders das bedarfsorientierte Betreuungskonzept soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Helios Klinikum Berlin-Buch zugutekommen. Zum Angebot gehören erweiterte Öffnungszeiten sowie individuelle Betreuungs- sowie Übernachtungsmöglichkeiten. Der Kindergarten steht auch klinik-externen Kindern offen.

Stefan Spieker, Geschäftsführer des Trägers FRÖBEL, bedankte sich bei allen am Projekt Beteiligten für die gelungene Kooperation und wünschte den Familien und dem Team gutes Gelingen für den Start: „In Berlin haben wir in letzten fünf Jahren sieben neue Einrichtungen eröffnet und damit rund 480 neue Kita-Plätze geschaffen. Die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die auf Familienfreundlichkeit setzen, trägt entscheidend dazu bei. Deswegen freuen wir uns besonders, dass in Zusammenarbeit mit Helios hier in Berlin-Buch auch Betreuungsplätze für Familien im Sozialraum geschaffen wurden.“

Einzigartig in Berlin ist der von Prof. Lothar Schweigerer, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, initiierte Gastkinderbereich für Geschwister von schwer erkrankten Kindern, die im Klinikum behandelt werden. Die Geschwisterkinder werden von einer pädagogischen Fachkraft begleitet, die ihnen ein Stück normalen Kindergartenalltag bieten wird. Diese pädagogische Fachkraft wird dank der großzügigen Unterstützung der Eduard Winter Kinderstiftung Berlin finanziert. Mit Hilfe einer Spende von BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ konnten hochwertige Möbel und kreatives Spielzeug für den Gastkinderbereich angeschafft werden. Die Räume für die Gastkinder wurden zeitgleich mit dem Kindergarten fertiggestellt und in Anwesenheit der Stifterin Madeleine Winter-Schulze eingeweiht.

Die FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH ist mit 160 Kindergärten, Krippen und Horten Deutschlands größter überregionaler freigemeinnütziger Träger von Kindertageseinrichtungen. In Berlin betreibt FRÖBEL derzeit 23 Kindergärten. Rund 600 pädagogische Fachkräfte stehen für eine liebevolle Betreuung und einen hohen Anspruch an die Qualität ihrer pädagogischen Arbeit.

Kita “Sonne, Mond und Sterne”:  https://sonnemondundsterne.froebel.info/

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Helios-Klinikum Buch/Kita: www.helios-gesundheit.de/index.php?id=13312

Fröbel-Gruppe Berlin:
  www.froebel-gruppe.de/berlin

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Foto: Die ersten Kinder und die Leiterin Melanie Ehnert bekommen den Schlüssel für den neuen Kindergarten Sonne, Mond und Sterne von Klinikgeschäftsführer Sebastian Heumüller (im Foto rechts) und FRÖBEL-Geschäftsführer Stefan Spieker (im Foto links) überreicht. (Foto: Thomas Oberländer/Helios)

forschen, produzieren / 21.12.2017
Biosyntan: Maßgeschneiderte Synthesen

Die Biosyntan GmbH ist seit 20 Jahren erfolgreich als Serviceunternehmen für die Peptidforschung.
Interview mit den Geschäftsführern Dr. Rudolf Dölling und Dr. Stephan Pritz.


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Wie kam es dazu, dass Sie hier auf dem Campus gegründet haben?

Dr. Dölling: 1989 habe ich hier am Zentralinstitut für Molekularbiologie der Akademie der Wissenschaften eine Forschungsgruppe zur Peptidsynthese aufgebaut. Sie wurde 1991 aufgelöst, und für mich begann eine Zeit der Neuorientierung. Schließlich habe ich mit meinem früheren Kollegen Dr. Frank Kernchen entschieden, ein kleines, flexibles
Service-Unternehmen für Wissenschaft und Forschung zu gründen. 1997 konnten wir diese Idee im Gründerzentrum des BiotechParks Berlin-Buch umsetzen. Wir wurden dort sehr intensiv unterstützt, vor allem durch die Ertüchtigung von Laboren für das chemische Arbeiten.

Welche Produkte und Dienstleistungen bietet Ihr Unternehmen? Wie hat sich Ihr Portfolio entwickelt?

Dr. Dölling: Wir haben von Beginn an auf die maßgeschneiderte Synthese von Peptiden fokussiert. Zunächst gehörten Forschungsgruppen des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und die BioGenes GmbH zu unseren Hauptkunden, für die wir unmodifizierte Peptide synthetisiert haben. Heute sind wir ein führender Spezialist in der Synthese linearer und zyklischer Peptide mit ungewöhnlicher Struktur und einer großen Bandbreite von Modifikationen und bieten einen breitgefächerten Service.
Dr. Pritz: Unser Kerngebiet ist die Fluoreszenzmarkierung von Peptiden für diagnostische Anwendungen sowie die Synthese von modifizierten Peptiden für die Forschung. Dabei haben wir uns auf die Phosphorylierung und Glycosylierung spezialisiert, ebenso auf Histonpeptide, die für das Ablesen der DNA entscheidend sind. Seit einiger Zeit bieten wir auch längere Peptide wie modifiziertes Ubiquitin an.

Welche Rolle spielen Forschung und Entwicklung in Ihrem Unternehmen?

Dr. Dölling: Um spezifische Peptide zu entwickeln, gibt es kaum Vorschriften in der Literatur; wir betreten jedes Mal Neuland. Das erklärt, warum sieben von zehn unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Hoch- oder Fachhochschulabsolventen sind und wir Wert darauf legen, als Firma klein und flexibel zu sein. Wir können alle chemischen Verbindungen aus einer Hand, in hoher Qualität und in der entsprechenden Zeit liefern. Bei uns ist sofort ein Experte am Telefon. Dieser Dialog schafft die Basis für eine langfristige, stabile Geschäftsbeziehung.
Dr. Pritz: Wir beteiligen uns auch an Forschungsprojekten. Dies stärkt unsere Bekanntheit. Als wir zum Beispiel für die Untersuchung von Zika-Viren an der Uni Lübeck fluoreszenzmarkierte Protease-Substrate hergestellt haben, hat dies viele Anfragen generiert, da diese Substrate derzeit kein anderer anbietet.

Welches sind Ihre Hauptkunden? Wo liegt Ihr Absatzschwerpunkt?

Dr. Pritz: Zu unseren Kunden gehören alle großen europäischen Pharmaunternehmen, Forschungsgruppen aus Instituten oder Universitäten sowie kleine Firmen – vom Start-up bis zum etablierten Unternehmen. Hauptsächlich befinden sich diese in Deutschland. Etwa ein Drittel unserer Produkte exportieren wir nach Europa und in die USA. Nach wie vor ist BioGenes ein wichtiger Partner, und seit über 10 Jahren synthetisieren wir Glycopeptide für das Campusunternehmen Glycotope.

Was bedeutet es für Sie, dass die Biosyntan GmbH im Wissenschafts- und BiotechPark angesiedelt ist?

Dr. Dölling: Wir kooperieren mit dem MDC und dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie. Neben unseren Kooperationspartnern und Kunden haben wir hier einen fachlichen Austausch mit anderen Peptidchemikern und verfügen über eine sehr gute technische Infrastruktur. IT-Anbindung und der Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen sind für uns wichtig, aber auch ganz alltägliche Dinge wie die Chemikalienentsorgung laufen reibungslos.

Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in zehn Jahren?

Dr. Pritz: Die Entwicklung geht zu komplizierteren Synthesen, zu längeren und modifizierten Proteinen. Diese werden über die Methode der chemischen Ligation synthetisiert. Dafür haben wir jetzt schon Vorarbeiten durchgeführt, um künftig eine größere Rolle in diesem Spezialgebiet zu spielen. Allerdings werden wir weiterhin klein und flexibel bleiben.
Dr. Dölling: Dank unseres Know-hows und unserer Unternehmensstruktur schreiben wir jedes Jahr schwarze Zahlen. Zum Jahresende übergeben Frank Kernchen und ich die Firma an junge Mitarbeiter, die wir hier aufgebaut haben. Wir sind absolut zuversichtlich, dass sich Biosyntan weiterhin gut entwickeln wird.

Interview: Christine Minkewitz/BBB

Foto: Dr. Rudolf Dölling (Mitte) und Dr. Stephan Pritz (rechts) mit einem Teil des Teams der Biosyntan GmbH (Foto: Christine Minkewitz/BBB)

investieren, produzieren / 20.12.2017
Eckert & Ziegler kauft Hersteller von Röntgentherapiegeräten

Die Eckert & Ziegler BEBIG GmbH hat am 19. 12. 2017 eine Vereinbarung zur Übernahme der thüringischen WOLF-Medizintechnik GmbH (WOMED) unterzeichnet. Das Unternehmen mit Sitz in St. Gangloff, Thüringen, ist Hersteller von Röntgentherapiegeräten zur Behandlung von oberflächigen Hauttumoren sowie Gelenkerkrankungen. WOMED beschäftigt circa 15 Mitarbeiter und erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von knapp 3 Mio. EUR. Neben den bestehenden Erträgen von WOMED werden zusätzliche Umsätze und Gewinne durch die Erweiterung des Produktportfolios erwartet. Dazu dient auch die Einführung des Gerätes zur intraoperativen Bestrahlung. Die Übernahme kann aus den bestehenden Barmitteln finanziert werden und soll zum 1.1.2018 erfolgen.

„Die Geräte von WOMED werden seit Jahrzehnten international erfolgreich in der Röntgenreiztherapie und Orthovolttherapie eingesetzt. Sie richten sich an ähnliche Zielgruppen wie die Tumorbestrahlungsgeräte der BEBIG und ergänzen unser Produktportfolio hervorragend“, erklärt Dr. Harald Hasselmann, Geschäftsführer der Eckert & Ziegler BEBIG GmbH und Mitglied des Vorstandes der Eckert & Ziegler AG. „Wir heißen das gesamte Team von WOMED herzlich willkommen und freuen uns besonders, dass der Gründer und Geschäftsführer, Andreas Wolf, weiterhin in der Geschäftsleitung verbleiben wird.“

„Eckert & Ziegler BEBIG ist für uns der Wunschpartner, der über ein ausgezeichnetes Renommee in der Branche verfügt und international aufgestellt ist“, ergänzt Andreas Wolf, Gründer und Geschäftsführer von WOMED. „Wir sind zuversichtlich, dass unser erst vor kurzem zugelassenes Röntgentherapiesystem ioRT-50 zur Behandlung von Tumorerkrankungen von den dichteren Vertriebs- und Servicenetzen der BEBIG profitieren wird und freuen uns darauf, den Weg des Wachstums künftig gemeinsam zu gehen.“

Die Röntgentherapie ist eine strahlentherapeutische Behandlungsmethode, die nicht nur zur Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt wird. Sie hat traditionell auch einen festen Platz in der Therapie gutartiger Erkrankungen, vor allem bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen wie z.B. Arthrose, Polyarthritis, Tennisarm.

Über Eckert & Ziegler
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 770 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.\n

Über Eckert & Ziegler BEBIG
Eckert & Ziegler BEBIG ist einer der weltweit führenden Anbieter für Brachytherapieprodukte. Brachytherapie ist eine Form der Strahlentherapie, die Tumore aus einer sehr kurzen Entfernung bestrahlt. Zu den Produkten gehören radioaktive Kleinimplantate zur Behandlung von Prostatakrebs (Seeds) sowie Tumorbestrahlungsgerate (Afterloader). Eckert & Ziegler BEBIG beschäftigt weltweit rund 130 Mitarbeiter und ist seit 1997 an der Euronext gelistet.

forschen / 14.12.2017
Wie die Niere bei Wassermangel hochkonzentrierten Urin herstellt

Wer wenig trinkt, scheidet weniger Urin aus. Dieser ist dann allerdings hochkonzentriert. Wie die Niere diesen Vorgang steuert, hat jetzt ein internationales Team um Prof. Kai Schmidt-Ott vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) herausgefunden.

Wird das Wasser knapp, stellen Menschen und andere höhere Organismen nur noch geringe Mengen Urin her. „Damit der Körper möglichst wenig Flüssigkeit verliert, wird in den Sammelrohren der Niere Wasser aus dem Urin rückresorbiert. Dies ist überlebenswichtig“, sagt Prof. Dr. Kai Schmidt-Ott vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und von der Medizinischen Klinik für Nephrologie und internistische Intensivmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin.   

Damit die Rückresorption gelingt, muss das Nierenmark, das die Sammelrohre umgibt, große Mengen Salze und Harnstoff anhäufen. Denn nur dann kann Wasser bei Bedarf dem osmotischen Gefälle folgen und von den Sammelrohren ins Nierenmark und anschließend zurück ins Blut gelangen.

Mit GRHL2 dichten sich die Zellen des Sammelrohrs ab

„Wir haben nun erstmals einen wichtigen molekularen Schalter identifiziert, über den die hohe Salzkonzentration im Nierenmark aufrechterhalten werden kann“, sagt der Erstautor der Studie, Dr. Christian Hinze vom MDC. Dabei handelt es sich um das Protein Grainyhead-like 2, kurz GRHL2 – ein Transkriptionsfaktor, der die Aktivität von Genen steuern kann.

Das Molekül wird in den Zellen des Sammelrohrs produziert und es bewirkt, dass die Zellen eine dichte Barriere zwischen dem Urin und dem Nierenmark ausbilden können. Gemeinsam mit Kollegen der Berliner Charité sowie Forschern aus Kiel, Norwegen und den USA haben die MDC-Wissenschaftler ihre Erkenntnisse jetzt im Fachblatt Journal of the American Society of Nephrology veröffentlicht.

Genveränderte Mäuse produzierten mehr Urin

Versuche mit Zellkulturen des Sammelrohrs zeigten, dass GRHL2 die Dichtigkeit der Verbindung zwischen den Zellen maßgeblich beeinflusst. „Normalerweise bilden Sammelrohrzellen eine dichte Barriere zwischen Urin und dem umgebenden Gewebe“, sagt Dr. Hinze. „Zellen, denen GRHL2 fehlt, werden durchlässig für bestimmte Stoffe.“ Weiterführende Untersuchungen bestätigten die Vermutung, dass die Zellen des Sammelrohrs ohne das Molekül GRHL2 undicht werden – und somit Salze und Harnstoff durch die Zell-Zell-Kontakte passieren lassen.

Im nächsten Schritt überprüften die Wissenschaftler die gewonnenen Erkenntnisse im Tiermodell. Dazu veränderten Schmidt-Ott und seine Kollegen die Gene von Mäusen so, dass GRHL2 nur in den Sammelrohren der Niere fehlte.

„Äußerlich waren die genetisch veränderten Tiere zunächst unauffällig“, sagt Schmidt-Ott. Auch ihre Nieren sahen ganz normal aus; lediglich unter dem Mikroskop konnte man erkennen, dass die Zellen des Sammelrohrs etwas kleiner waren als gewöhnlich. „Allerdings produzierten die genveränderten Mäuse mehr Urin als normale Artgenossen und gleichzeitig war dieser verdünnt“, erklärt Hinze. Zudem ließ sich feststellen, dass die Konzentration von Kochsalz im Nierenmark herabgesetzt war.

Bei Wassermangel versagten die Nieren der Tiere

Problematisch wurde die vermehrte Urinproduktion der Tiere, sobald sie wenig zu trinken bekamen. Ihre Kreatinin- und Harnstoff-Werte, zwei wichtige Laborparameter zur Beurteilung der Nierenfunktion, schossen dann in die Höhe. „Offensichtlich versagten die Nieren der Mäuse“, sagt Hinze.

„Auf diese Weise konnten wir erstmals zeigen, wie wichtig die Zellbarriere des Sammelrohrs für die hohen Konzentrationen gelöster Stoffe in der Niere ist – und damit für die Konzentrierung des Urins “, sagt der Leiter der Studie, Schmidt-Ott. Die Forscher gehen davon aus, dass die gewonnenen Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar sind, denn auch die menschliche Niere bildet das Protein GRHL2.

Womöglich ist GRHL2 ein Ziel für neue Therapien

„Wir haben nun grundlegend neue Informationen, um beispielsweise den Diabetes insipidus, ein hochproblematisches Krankheitsbild beim Menschen, weiter zu erforschen“, sagt Schmidt-Ott. Bei dieser Krankheit scheiden die Nieren vermehrt Wasser aus; die Folgen sind starker Harndrang und großer Durst. Spannend ist für die Wissenschaftler am MDC nun zudem die Frage, ob sich GRHL2 auf irgendeine Art und Weise steuern lässt – um Patienten mit einem gestörten Wasserhaushalt eines Tages womöglich besser als bisher helfen zu können. \n


Weitere Informationen finden Sie hier:
https://insights.mdc-berlin.de/de/2017/12/wie-die-niere-bei-wassermangel-hochkonzentrierten-urin-herstellt/

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forschen, investieren, produzieren, leben, heilen / 12.12.2017
Campus Berlin-Buch: Mittlerweile 13 Firmen bei deutschlandweit einzigartigem Gesundheitsprojekt


Die Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, Dilek Kolat, besuchte am 11. Dezember 2017 den international renommierten Wissenschafts- und Forschungsstandort Campus Berlin-Buch. Das dortige Gesundheitsprojekt "CampusVital" ist deutschlandweit einzigartig, denn es fungiert einrichtungs- und unternehmensübergreifend. Die Techniker Krankenkasse (TK) unterstützt das Modellprojekt, an dem unter anderem das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie und die Charité teilnehmen, im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM).

Gesundheitsförderung als Standortvorteil für die Wissenschaft
Prof. Thomas Sommer, stellvertretender Wissenschaftlicher Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch und die Senatorin besichtigten gemeinsam mit Susanne Hertzer, Chefin der TK in Berlin, den Wissenschafts- und Biotechnologiepark Berlin-Buch. Die Forschungseinrichtungen und Unternehmen des Campus Berlin-Buch sehen in der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen wichtigen Schlüssel für den Erfolg. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt sind Faktoren, auf die sich die Unternehmen in Deutschland einstellen müssen. Betriebliches Gesundheitsmanagement unternehmensübergreifend zu organisieren und damit viele Menschen zu erreichen - das ist der Ansatz des deutschlandweit einzigartigen Modellprojekts "CampusVital". Die TK ist Kooperationspartner des Gesundheitsnetzwerks, an dem sich inzwischen 13 Einrichtungen und Unternehmen mit mehr als 500 Angestellten auf dem Campus beteiligen.

Einrichtungsübergreifendes Modellprojekt
Dilek Kolat: "Die Gesundheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegt auch und gerade in der Verantwortung der Unternehmen. Dazu ist ein betriebliches Gesundheitsmanagement erforderlich. Die Idee, dieses betriebliche Gesundheitsmanagement unternehmens- und einrichtungsübergreifend durchzuführen, hat den Vorteil, viele Menschen zu erreichen und auch den Blick über den Tellerrand zu wagen. Das Gesundheitsprojekt 'CampusVital' ist ein wegweisendes neues Projekt, von dem ich hoffe, dass es in Zukunft in Deutschland viele Nachahmerinnen und Nachahmer findet.“

Dr. Ulrich Scheller: "Das Besondere an unserem Campus ist die vielfältige Vernetzung. Insgesamt drei Institute und 60 Unternehmen mit insgesamt 3.000 Personen forschen und arbeiten bei uns. Hinzu kommen die drei Kliniken und ihr Fachpersonal in unmittelbarer Nachbarschaft. Forschungsinstitute, Biotechnologie-Unternehmen und klinische Forschung ergänzen sich und können dank der räumlichen Nähe effektiv zusammenarbeiten. Als Campusgemeinschaft haben wir das Thema Gesundheit in den Mittelpunkt gestellt und eine gemeinsame Initiative für die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestartet. Ein zentraler Baustein ist das einrichtungsübergreifende Modellprojekt zum Gesundheitsmanagement. Mit 'CampusVital' fördern wir eine nachhaltige Gesundheitskultur, die über Sport und Bewegung auch das soziale und internationale Miteinander auf dem Campus stärkt.“

"CampusVital": Start-ups lernen von den "Großen"
Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin, ergänzte: "Das betriebliche Gesundheitsmanagement passt sich an die geänderten Arbeitsbedingungen an. Das heißt auch, neue Wege auszuprobieren und nicht nur die eigene Firma im Blick zu haben. Das schafft nicht nur neue Perspektiven, sondern hilft, Ressourcen zu bündeln und damit effektiv einsetzen zu können. Gerade kleine Unternehmen und Start-ups können von den Möglichkeiten und dem Know-how der 'Großen' profitieren."

Das Modellprojekt "CampusVital" soll den Arbeitsalltag für die Menschen auf dem Campus dauerhaft und nachhaltig gesundheitlich verbessern. Es gibt Workshops, die eine höhere psychische Widerstandsfähigkeit vermitteln oder bei der Organisation der Arbeit helfen können, Coachings zum Thema Gesundheit und Arbeit sowie klassische Angebote wie Kurse zur Stressbewältigung und Ernährungsberatungen. Führungskräfte können zusätzliche Trainings belegen.

Spitzenforschung für die Gesundheit
Bei der Führung über den Campus Berlin-Buch wurde auch die Berlin Ultrahigh Field Facility (B.U.F.F.) besichtigt. Hier wurde ein hocheffizientes bildgebendes Verfahren zur Darstellung des arbeitenden menschlichen Herzens entwickelt. Die in einem der weltweit stärksten Kernspintomographen erzeugten Bilder weisen eine vielfach höhere Auflösung als herkömmlich generierte Bilder auf. Damit können kardiologische Probleme schon zu einem sehr viel früheren Zeitpunkt als bislang sichtbar gemacht und somit schneller und gezielter behandelt werden. „Dank der hervorragenden Bedingungen auf dem Campus und der vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten in Berlin gehören wir zur Weltspitze der biomedizinischen Bildgebung“, sagte Dr. Lukas Winter, Wissenschaftler am B.U.F.F.


Über CampusVital
Das Projekt startete im Juni des vergangenen Jahres und ermöglicht ein campusübergreifendes Gesundheitsmanagement. Mehr zur BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch unter www.bbb-berlin.de. Das Modellprojekt Betriebliches Gesundheitsmanagement erfolgt in Kooperation mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), der Charité - Universitätsmedizin Berlin und zehn Unternehmen, die auf dem Campus angesiedelt sind.\n


Foto:
Was kann Prävention leisten? Zu diesem Thema diskutierten auf dem Campus Berlin-Buch:
Susanne Hertzer, TK-Chefin in Berlin (vorn links), Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (2. v. links), Dr. Ulrich Scheller von der BBB Management GmbH (hinten links), Prof. Dr. Thomas Sommer vom MDC (4. v. links), Günter Pätz, Celares GmbH (5. von links) und andere. (Foto: C. Minkewitz/BBB Management GmbH)

forschen / 12.12.2017
Molekulare Chaperone als Helfer gegen Chorea Huntington identifiziert

Chorea Huntington zählt zu den neurodegenerativen Erkrankungen und nimmt immer einen tödlichen Verlauf. Ursache ist ein Defekt im Huntingtin-Gen. Bis heute gibt es keine Therapie, die den schleichenden Zerfall der Gehirnzellen aufhalten könnte. Doch nun haben Forscher vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin zusammen mit Kollegen des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité einen natürlichen Mechanismus entdeckt, der die Anhäufung pathogener amyloider Fibrillen unterdrückt und sogar auflösen kann. Die jetzt identifizierten molekularen Chaperone könnten bei neuen Therapieansätzen bald eine ganz entscheidende Rolle spielen, sagen die Forscher. Ihre Arbeit ist jetzt im Fachmagazin EMBO Journal erschienen.

Chorea Huntington, früher auch Veitstanz genannt, ist genau wie Alzheimer oder Parkinson eine unheilbare neurodegenerative Erkrankung. Was die Huntington-Krankheit von den beiden genannten unterscheidet, ist, dass ihr ursächlicher Auslöser, eine Mutation im Huntingtin (Htt)-Gen, dominant vererbt wird. Die Mutation führt zu einer Verlängerung des polyglutamin-kodierenden Triplets CAG. Je länger dieser polygluamin (polyQ) Bereich ist, desto anfälliger ist das Huntingtin-Protein für Misfaltung und Aggregation in pathogene amyloide Fibrillen. Betroffene Zellen und Gehirnareale zeichnen sich durch eine Anhäufung dieser langen, fadenförmigen Proteine aus, die nachhaltig eine Vielzahl von physiologischen Funktionen beeinträchtigen und letztlich zur Degeneration und zum Zelltod führen.

Bisher nicht therapierbar, konzentrieren sich neuere Forschungsansätze darauf, die amyloide Fibrilisierung des mutierten Htt-Proteins zu reduzieren. Eine komplette Unterdrückung des pathogenen Vorgangs konnte bisher jedoch nicht gezeigt werden. Auch war unklar, ob die einmal gebildeten Fibrillen wieder aufgelöst werden können.

Chaperone sorgen für Ordnung in der Welt der Proteine

Doch beides scheint offenbar möglich zu sein. Forscher vom Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin haben zusammen mit Kollegen des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité erstmals einen natürlichen Mechanismus entdeckt, der die Anhäufung pathogener amyloider Fibrillen vollständig unterbindet und darüber hinaus sogar bereits bestehende Ablagerungen in den Zellen wieder auflösen kann. Es handelt sich dabei um einen Komplex aus drei molekularen Chaperonen - das sind Proteine, die anderen Proteinen beim Heranreifen helfen, unerwünschte Kontakte unterbinden und Fehler korrigieren.

„Wir konnten zeigen, dass der trimere Chaperonkomplex aus Hsc70, DNAJB1 und Apg2 die Fibrilisierung von Htt komplett unterdrücken kann“, freut sich Projetleiterin Dr. Janine Kirstein vom FMP in Berlin-Buch. „Der gleiche Chaperonkomplex kann auch Htt-Fibrillen disaggregieren, also wieder auflösen, und eröffnet damit ein völlig neues Therapiepotenzial.“

Die wegweisende Arbeit, die soeben im Fachmagazin EMBO Journal erschienen ist, basiert auf einer Kooperation zwischen FMP, MDC und Charité. Ein neuartiger fluoreszenz-basierter Htt-Fibrilisierungsassay aus dem Labor von Erich Wanker (MDC) ermöglichte, den Einfluss von einzelnen Chaperonen und Chaperonkomplexen auf die Htt-Aggregation zu testen und schließlich die kleinen Helfer dingfest zu machen. Die Bedeutung der identifizierten Chaperone konnte zudem in induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs) von Chorea Huntington-Patienten aufgezeigt werden, wobei der Kliniker Josef Priller (Charité) und Alessandro Prigione (Junggruppenleiter am MDC) eine maßgebliche Rolle spielten. Aus den gemeinsamen Untersuchungen ging unterdessen noch eine weitere Erkenntnis hervor. Eine Überexpression eines der drei Chaperone, DNAJB1, das vermutlich der limitierende Faktor ist, führt bereits zu einer starken Reduktion der Htt-Aggregation in der Zellkultur.

Screening nach Wirkstoffen geplant

„Diese Daten zeigen auch das Potenzial der Chaperone als pharmakologisches Target auf“, sagt Janine Kirstein, die nun schon die nächsten Schritte plant: die Suche nach einem konkreten Therapieansatz. „Wir planen in Zusammenarbeit mit der Screening Unit des FMP nach Wirkstoffen zu screenen, die spezifisch die drei von uns identifizierten Chaperone induzieren bzw. deren Kooperation verstärken“, verrät die Grundlagenforscherin.

Und weil es gut möglich ist, dass die Chaperone nicht nur bei Chorea Huntington, sondern auch bei anderen neurodegenerativen Krankheiten eine Rolle spielen, wollen die Forscher ihre Untersuchungen auf andere amyloide Proteine wie Abeta und tau bei Alzheimer oder TDP-43 bei ALS ausweiten. „Die Spur, die wir in diesem Projekt legen konnten, müssen wir jetzt unbedingt weiterverfolgen“, so Biologin Janine Kirstein.

Ein Bild steht auf der FVB-Website zur Verfügung: http://www.fv-berlin.de/news/molekulare-chaperone-als-helfer-gegen-chorea-huntington-identifiziert \n


Publikation:
Annika Scior1, Alexander Buntru2, Kristin Arnsburg1, Anne Ast2, Manuel Iburg1, Katrin Juenemann1, Maria Lucia Pigazzini1, Barbara Mlody2, Dmytro Puchkov1, Josef Priller3, Erich E. Wanker 2, Alessandro Prigione2 & Janine Kirstein1#, Complete suppression of Htt fibrilization and disaggregation of Htt fibrils by a trimeric chaperone complex, im Druck in EMBO Journal, (DOI) - 10.15252/embj.201797212

1 Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) im Forschungsverbund Berlin, Berlin, Germany 2 Max Delbrueck Center for Molecular Medicine, Berlin, Germany 3 Department of Neuropsychiatry and Laboratory of Molecular Psychiatry, Charite Universitätsmedizin Berlin, Germany

Kontakt:
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin
Dr. Janine Kirstein
Tel. +49 30 947 93 250
E-Mail kirstein@fmp-berlin.de

Silke Oßwald
Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 30 94793104
E-Mail osswald@fmp-berlin.de

Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

forschen, heilen / 11.12.2017
Innovative Ideen brauchen interdisziplinäre Teams: Erster Hacking Health Hackathon mit beeindruckenden Ergebnissen für Patienten und Kliniker

Vom 1. bis 3. Dezember richtete Berlin Health Innovations, die gemeinsame Technologietransfereinheit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Berlin Institute of Health, zusammen mit Hacking Health den ersten Hacking Health Hackathon aus. 15 interdisziplinäre Teams erarbeiteten gemeinsam neue digitale Anwendungen für den Klinikalltag. Drei Teams wurden am 3. Dezember gekürt und erhalten Geldpreise und Mentoring für die weiteren Ausarbeitungen ihrer Ideen.

Rund 80 Personen nahmen am ersten Hacking Health Hackathon teil. Drei Themengebiete wurden vorgegeben: (1) Hardware-Anwendungen für klinisch Tätige im Operationsaal, (2) Digitale Anwendungen für Diabetes-Patienten, (3) Künstliche-Intelligenz-Anwendungen (AI) für bessere medizinische Entscheidungen. 42 Stunden lang wurde gehackt und Prototypen für diese Aufgaben und neue Anwendungen entwickelt. Das Besondere: Hier kamen Patientinnen und Patienten, unterschiedliche Praxiserfahrung sowie medizinisches und wissenschaftliches Know-how für ein gemeinsames Ziel zusammen – Innovationen zum Wohle von Patientinnen und Patienten zu entwickeln. Am 3. Dezember fand das große Finale statt. Die Teams präsentierten Hardware-Prototypen, Apps und weitere digitale Anwendungen. Die besten wurden von einer zehnköpfigen Jury ausgezeichnet.

„Berlin Health Innovations hat sich zum Ziel gesetzt, wissenschaftlich und klinisch Tätige für neueste digitale Innovationen und Unternehmensgründungen zu motivieren und zu unterstützen. Mich hat das Engagement aller Beteiligten und das Innovationspotenzial der interdisziplinären Teams sehr begeistert. Die beeindruckenden Ergebnisse zeigen, dass digitale Medizin schnell zu wegweisenden Innovationen für Patientinnen und Patienten führen kann“, sagt Dr. Rolf Zettl, Administrativer Vorstand und Verantwortlicher für Technologietransfer am Berlin Institute of Health.

Dr. Peter Gocke, Chief Digital Officer der Charité, betonte in seiner Keynote: „Digitale Medizin lebt von Menschen, die fächerübergreifend arbeiten wollen. Gemeinsam Ideen voranzutreiben, ist heute wichtiger denn je. Der Hacking Health Hackathon ist ein idealer Anlass, Motivation zu verstärken und Innovationen zu kreieren.“ Gocke appellierte zudem an alle, mit Durchhaltevermögen an ihre Ideen zu glauben.

Die Preisträger-Teams
Die besten Teams wurden am Sonntag nach den Präsentationen ausgezeichnet. Neben Geldpreisen von 2.500, 2.000 und 1.500 Euro erhalten die Teams Mentoring-Unterstützung von Hacking Health und Berlin Health Innovations zur Weiterentwicklung ihrer Ideen.

Platz 1: jvpQuant: Präzise Messung des Zentralen Venendrucks – nicht-invasiv
Über eine Kamera und die Aufzeichnungen von Bewegungen bzw. Veränderungen des Blutvolumens kann der Zentrale Venendruck ohne invasive Methoden erfasst werden. Bisher erfolgt die Messung über zentralen Venenkatheter an liegenden Patientinnen und Patienten. Ist der Venendruck zu hoch oder zu niedrig, kann dies unter anderem auf verschiedene Herz- und Lungenerkrankungen hinweisen. Die Messung dient damit vor allem der Früherkennung von Krankheiten. Das Team aus Studierenden der Computer Science, Physik, Data Science, einem Arzt und einem Robotics Ingenieur stellte ihre Ideen und den funktionierenden Prototypen vor. Die Jury bestätigte dem Team, zum dem auch der Arzt Daniel Wendisch von der Charité gehörte, einen hohen medizinischen Bedarf.

Platz 2: „Siebenschläfer“: Entspannung für Patientinnen und Patienten vor und nach Operationen
Für Chirurginnen und Chirurgen ist es ein Operation Routine, für Patientinnen und Patienten Stress und Verunsicherung. Mit einer Virtual-Reality-Brille und geräuschunterdrückenden Kopfhörer werden Stresssymptome bei Patientinnen und Patienten reduziert. Entwickelt wurde die Anwendung von einem Team bestehend aus einem Arzt, einem Designer, einem Psychologen sowie einer Ingenieurinnen und zwei Ingenieuren. Die Jury stimmte dem vom Team skizzierten hohen medizinischen Bedarf zu (mit dabei u. a. der Arzt Sascha Lieber von der Charité).

Platz 3: „B.L.A.S.T.“: Blood Loss Assessment in Surgery and Trauma
Ein hoher Blutverlust bei Operationen ist das medizinische Team eine große Herausforderung. Ein Echtzeit-Monitoring ermöglicht die genaue Kontrolle über spezifische Marker während der Operation. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit hohem Potenzial für Skalierbarkeit und großer Wirkung.

Die Jury-Mitglieder

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  •     Dr. med. Felix Balzer (Facharzt für Anästhesiologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin)
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  •     Tom Bocklisch (Gründer und Head of Engineering von Scalable Minds)
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  •     Dr. Dorothee Deiss (Diabetologin, Kinderärztin, Endokrinologin)
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  •     Prof. Craig Curtis Garner (Mitgründer von SPARK Berlin, Gründer von Biotechnologie-Unternehmen)
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  •     Oliver Haferbeck (Geschäftsführer von Roche Diabetes Care)
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  •     Stefan Hermann (Interface Designer)
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  •     Dr. Alexander Meyer (Clinician Scientist und Herzchirug am Deutschen Herzzentrum Berlin)
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  •     Dr. Klaus Nitschke (komm. Direktor Berlin Health Innovations und Senior Advisor Digital Health)
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  •     Magdalena Paluch (Strategic Design Director, BCG Digital Ventures)
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  •     Anette Ströh (incoming Design Lead, Health, Designit)
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Der Hacking Health Hackathon wurde unterstützt von Unternehmen wie Roche, Barmer, T-Systems, Deloitte und der Technologie Stiftung Berlin.

Fotos der Preisträger-Teams finden Sie hier online.

Über Hacking Health

Hacking Health ist eine soziale Organisation, die in Quebec, Kanada, im Jahr 2012 durch einen Arzt und einen Programmierer gegründet wurde. Das Ziel von Hacking Health ist es, Barrieren zwischen technischen Expertinnen und Experten, welche innovative Technologien kennen und beherrschen, und Gesundheitsexpertinnen und -experten, also z. B. praktizierende Ärztinnen und Ärzte, zu durchbrechen. Diese Barrieren werden bereits dadurch überwunden, indem man beide Gruppen zusammenbringt und so die Kommunikation miteinander fördert. Seit 2012 organisierte Hacking Health weltweit hunderte von Hackathons insbesondere in Kanada, den USA und Europa. Seit dem Jahr 2014 auch in Berln. Hacking Health Berlin wird durch den Verein Initiative for Innovation and Collaboration in Healthcare INCH e.V. organisiert und veranstaltet verschiedene Events von Talks und Workshops über medizinische oder biomedizinische Technologien bis hin zu größeren Health Hackathons.
www.hacking-health.org

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Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

leben, heilen, bilden / 10.12.2017
Akademie der Gesundheit eröffnet neue Schule für Hebammenausbildung

Die Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e.V. mit Hauptsitz in Berlin-Buch hat ihr Profil erweitert. Anfang November eröffnete sie eine staatlich anerkannte Schule für Hebammen und Entbindungspfleger am Campus Eberswalde. Brandenburgs Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt betonte aus diesem Anlass: »Wir brauchen diese neue Ausbildungsstätte dringend.«
Die aktuelle Fachkräfteanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass bundesweit ein Fachkräftemangel in der Geburtshilfe zu verzeichnen ist. Auch in Brandenburg werden Hebammen dringend gebraucht. Nach dem Einbruch der Geburtenzahlen in der Nachwendezeit und der Talsohle im Jahr 2006 steigen die Geburtenzahlen wieder. Das Jahr 2014 war mit 19.399 Geburten ein Rekordjahr für Brandenburg.\n

Die Landesgleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe betonte: "Nach Auskunft des Brandenburger Hebammenverbandes stehen viele Hebammen kurz vor dem Ruhestand. Gleichzeitig aber steigen die Geburtenzahlen in der Mark. Mit der Eröffnung der Hebammenschule in Eberswalde sind nun weitere Kapazitäten geschaffen worden, um dem Fachkräftemangel in der Geburtshilfe entgegen zu wirken."

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Hartwig-Tiedt wies auf die Herausforderungen der nächsten Jahre: "Bis 2020 muss die Hebammenausbildung der EU-Anerkennungsrichtlinie entsprechen. Das bedeutet, dass die Zugangsvoraussetzungen für diese Ausbildung auf 12 Schuljahre angehoben und die Ausbildung somit langfristig akademisiert wird. Eine solche Umstellung wird weitreichende Konsequenzen für die Ausbildungslandschaft auch in Brandenburg haben. Bisher hat der Bundesgesetzgeber allerdings noch keinen Gesetzentwurf vorgelegt. Wir werden uns dafür einsetzen, dass es Lösungen gibt, die die bisherigen Ausbildungen berücksichtigen und für die Zukunft mit einbeziehen."

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An der neuen Schule für Hebammen und Entbindungspfleger der Akademie der Gesundheit  wurden insgesamt 45 Ausbildungsplätze geschaffen. Der Schulbetrieb für zunächst 15 Auszubildende begann am 1. November. In den Jahren 2018 und 2019 beginnen jeweils weitere 15 Auszubildende ihre staatlich anerkannte Ausbildung, die drei Jahre dauert.

investieren, leben / 10.12.2017
Fassadenbild "Brandenburger Tor" erneuert

Bei der Einfahrt in die Robert-Rössle-Straße trifft der Blick unverhofft auf das Brandenburger Tor - ein Fassadenbild des Künstlers Gert Neuhaus dem Jahr 2004. An der Idee und der Umsetzung des Bildes waren viele Bucher beteiligt, unter anderem auch das Regionalmanagement Buch, die Erste Wohnungsgenossenschaft Pankow eG (EWG) und Einrichtungen des Wissenschafts- und Biotech-Campus. \n

Die EWG hat das Fassadenbild am Haus Robert-Rössle-Straße 22 nun rekonstruieren lassen. Die Malerfirma Enrico Herrmann hat alle Putzschäden beseitigt, die betreffenden Stellen malermäßig aufgearbeitet und eine gründliche Reinigung vorgenommen. Mit der anschließenden Desinfektion und aufgebrachten Hydro-Fassaden-Imprägnierung wird das Wandbild nun zusätzlich geschützt, um es noch lange erhalten zu können.

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Foto: BBB Management GmbH

forschen, investieren, produzieren, leben, heilen / 08.12.2017
Smart unterwegs in Buch

Über 6000 Menschen arbeiten in Buch in der Gesundheitswirtschaft – in der biomedizinischen Forschung, in Biotech-Unternehmen, in Kliniken und weiteren Einrichtungen. Viele von ihnen kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus der City oder dem Umland zur Arbeit, zahlreiche Patienten und ihre Besucher erreichen die Kliniken mit S-Bahn und Bus. Wie sich diese Verkehrsströme intelligent und umweltfreundlich unterstützen lassen, war eines der Themen beim Auftaktworkshop zu
einem „Energetischen Quartierskonzept“ für Buch, der am 18. Oktober im Stadtgut Berlin-Buch stattfand. Der Bezirk Pankow hat für dieses Konzept erfolgreich KfW-Mittel eingeworben und nun in enger Kooperation mit den Berliner Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wohnen sowie Umwelt, Verkehr und Klimaschutz alle Bucher Akteure zur Mitwirkung eingeladen. Neben „Mobilität“ standen die Themenbereiche „Bestehende Wärme- und künftige Kältenetze“, „Anforderungen an Neubauprojekte“ und „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz von bestehenden Gebäuden“ auf der Tagesordnung.

Gebündelte Expertise

Der Auftaktworkshop wurde von der Technischen Universität Berlin (TU) in Zusammenarbeit mit Vattenfall Wärme Berlin organisiert. Als lokale Experten beteiligten sich unter anderem Vertreter von der Vattenfall Wärme Berlin, der Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE mbH, der Widerker GmbH und dem Helios Klinikum sowie der Entwicklungsgesellschaft des Campus Berlin-Buch, BBB Management GmbH, und der Planergemeinschaft eG. Letztere ist mit der Umsetzung des Förderprogramms Stadtumbau in Buch beauftragt.
Die Teilnehmer diskutierten neue Ideen, existierende Projekte und bereits vorgeschlagene Maßnahmen für die einzelnen Schwerpunkte und entwickelten Umsetzungsszenarien. Anschließend wurde geprüft, welche Überschneidungen und  Synergien sich zwischen den Themen abzeichneten – als Grundlage für integrierte energetische Lösungen.

Mobilität und Energie

Buch wächst, neue Quartiere entstehen und der Stadtteil soll als Green Health City für diejenigen attraktiv sein, die hier wohnen und arbeiten. Die Lage im Grünen und die verhältnismäßig kurzen Wege legen nahe, attraktive Angebote und Infrastruktur für eine emissionsfreie Fahrradmobilität zu schaffen. E-Car-Sharing würde eine umweltfreundliche Alternative zum Individualverkehr mit dem eigenen PKW bieten. Im Mittelpunkt der Diskussion standen deshalb Konzepte wie Bike-Sharing, Schaffung von Ladepunkten für e-Bikes und e-Cars und die Ertüchtigung des S-Bahnhofs als Ausgangs- und Servicepunkt für nachhaltige Mobilität.

Hier könnte es perspektivisch Stationen für e-Car- und Bikesharing, ein Fahrradparkhaus mit Fahrradshop und Werkstatt geben. Ein integrierter Infopunkt könnte Ortsunkundigen weiterhelfen und bei der Wahl des Verkehrsmittels unterstützen. Nicht zuletzt wurde ein weiterer, wichtiger Punkt diskutiert: eine ökologisch sinnvolle Verbindung von S-Bahnhof und Klinik- bzw. Forschungscampus in Form eines schnellen und verkehrssicheren Fahrradhighways.

„Gemeinsam mit den Partnern nextbike und Vattenfall wollen wir Schritt für Schritt Pilotprojekte umsetzen, die zeigen, wie lebenswerte Mobilität im Stadtteil aussehen kann“, so Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH (BBB). „Zunächst starten wir voraussichtlich im Frühjahr 2018 mit einem stationsgebundenen Bike-Sharing mit Stationen auf dem Campus Berlin-Buch, am benachbarten Helios Klinikum und am S-Bahnhof Berlin-Buch. Insgesamt sollen den Beschäftigten des Campus und von Helios 50 Räder per App kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Sollte sich das Pilotprojekt als tragfähig erweisen und angenommen werden, wollen wir die Zahl der Räder bedarfsgerecht erhöhen.“ In einer zweiten Ausbaustufe können interessierte Partner wie die großen Wohnungsbaugesellschaften bzw. Genossenschaften und Quartiersbetreiber Stationen erhalten. „Die Bike-Sharing-Initiative ist als Insellösung speziell auf Berlin-Buch zugeschnitten, kann aber auch weitere Regionen, wie zum Beispiel den Naturpark Barnim, einbeziehen“ so Dr. Scheller.

Schnelle und sichere Route

Im Rahmen der Analysen für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für Buch hat sich die Strecke der alten Industriebahn zwischen dem S-Bahngelände und dem Campus Buch als ideale Route für einen Fahrradhighway erwiesen. Dies wurde von den Teilnehmenden erneut unterstrichen. Zusammen mit den geplanten Mobilitätsangeboten wäre diese Verbindung in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn. Zum einen würde sie eine gezielte, sichere und schnelle Mobilität im Grünen ermöglichen. Zum anderen ließen sich hier innovative Technologien wie smarte Beleuchtung oder eine Solarstraße testen. Der Wunsch der Teilnehmenden ist es auch, auf dieser Strecke andere Mobilitätsformen wie Segway- oder Skateboardsharing sowie autonomes Fahren mit kleinen Shuttle-Bussen auszuprobieren. „Wir schaffen damit für die Beschäftigten der Bucher Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen eine grüne Achse zwischen der S-Bahn und den wichtigsten Arbeitgebern in Buch, die nachhaltige und gesunde Mobilität ermöglicht“, so Dr. Scheller. „Die Erkenntnisse, die wir aus der modellhaften Erprobung gewinnen, können in ein neues und optimiertes Wegenetz für Buch einfließen.“

Campus-Mobility-Portal

Die BBB hat in Kooperation mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), mit dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin ein Mitfahrportal geschaffen, das den Beschäftigten des Campus die Möglichkeit bietet, private Autofahrten vom und zum Campus zu teilen. „Angesichts der zahlreichen und langfristigen Baustellen und Staus auf den Straßen nach Buch, der zum Teil wochenlangen Sperrungen der S-Bahn und dem damit einhergehenden Schienenersatzverkehr haben wir im Interesse unserer Beschäftigten Anfang November ein webbasiertes Mitfahrerportal in Betrieb genommen“, so Dr. Scheller. „Es soll jedoch nicht nur in Zeiten des Schienenersatzverkehrs genutzt werden. Das Campus-Mobility-Portal steht dauerhaft und kostenlos zur Verfügung, um umweltfreundliches Teilen der Fahrten zu ermöglichen. Damit folgen wir unserem Leitkonzept des Green Health Campus“.

Modellregion für Mobilität

Berlin-Buch verlangt als wachsender Wissenschafts- und Technologiestandort ein innovatives Mobilitätskonzept. „Der Standort hat hohe Chancen, sich nicht nur im Bereich der Mobilität als Vorzeigeregion zu etablieren. Infrastrukturelle Chancen können hier durch das aktive Engagement und die gute Vernetzung der Akteure schnell identifiziert und angegangen werden. Vor allem das Potenzial und die Bereitschaft, jene infrastrukturellen Maßnahmen mit digitalen Geschäftsmodellen zu kombinieren, verschaffen dem Standort eine Vorreiterposition im Rahmen der integrativen, dynamischen Stadtentwicklung“, so Simon Becker von der TU. „Konzepte, die bereits gut durchdacht waren, konnten im Workshop vertieft und im gegenseitigen Austausch gestärkt werden. Die ganzheitliche Betrachtung der interdisziplinären Schnittmengen vor allem zwischen Energie, Wohnungsneubau und Mobilität wird hier offenkundig von allen gewünscht und entsprechend praktiziert.“

Text: Christine Minkewitz/BBB

Foto: Am Thementisch „Mobilität wurden vor allem konkrete Projekte diskutiert (Foto: X21.de – Reiner Freese/TU)

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Weitere Informationen zum Thema:

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Hier finden Sie einen Blogbeitrag von Vattenfall zum Auftaktworkshop: "Berlin-Buch: Beste Ideen für eine vernetzte Stadtplanung" mit Video.

forschen / 05.12.2017
Volker Haucke ist zum Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt worden

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat im Rahmen ihrer Gremiensitzungen zum Einsteintag 2017 folgende Wissenschaftler als Ordentliche Mitglieder neu in die Akademie gewählt:

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Achim D. Gruber, Jg. 1966, Tiermedizin, Pathologie
Universitätsprofessor für Tierpathologie, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Tierpathologie der Freien Universität Berlin und Forschungsdekan
Biowissenschaftlich-medizinische Klasse

Volker Haucke, Jg. 1968, Biochemie, Zellbiologie
Direktor am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und Professor für Molekulare Pharmakologie an der Freien Universität Berlin
Biowissenschaftlich-medizinische Klasse

Dietmar Schmitz, Jg. 1968, Lebenswissenschaften
Professor für Zelluläre und molekulare Neurowissenschaften, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Direktor des Neurowissenschaftlichen Forschungszentrums (NWFZ)
Biowissenschaftlich-medizinische Klasse

Die neu gewählten Mitglieder erhalten im Rahmen der Festsitzung zum Einsteintag der Akademie am 1. Dezember 2017 im Nikolaisaal Potsdam ihre Mitgliedsurkunden.

Der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gehören 173 Ordentliche und 119 entpflichtete Ordentliche Mitglieder sowie 77 Außerordentliche Mitglieder an. Zwei Persönlichkeiten sind Ehrenmitglieder. 55 Mitglieder sind Frauen.

Kontakt:
Öffentlichkeitsarbeit
Silke Oßwald
Phone +49-30-94793104
E-Mail: osswald(at)fmp-berlin.de

Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

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Foto: Professor Dr. Volker Haucke (Foto: Silke Oßwald)

leben / 05.12.2017
Ein Wunschbaum für die Pankower Kinder

Erfüllte Weihnachtswünsche im Rathaus Pankow

Zum zweiten Mal findet im Rathaus Pankow, Breite Straße 24 a – 26, 13187 Berlin, die Geschenkaktion „Wunschbaum“ des Vereins Schenk´ doch mal ein Lächeln e.V., statt. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, dass es auch finanziell schwächer gestellten Familien ermöglicht wird, ihren Kindern ein Weihnachtsgeschenk zu machen.\n

Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) unterstützt diese Weihnachtsaktion und schmückte gemeinsam mit dem Verein, am Montag, dem 4. Dezember 2017, den Weihnachtsbaum im Foyer des Rathauses mit den gebastelten Wunschsternen u.a. von den Kindern aus dem Hospiz Sonnenhof der Björn Schulz Stiftung.

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Die Geschenkpaten können sich einen Stern „pflücken“, kaufen das von den Kindern gewünschte Geschenk und geben dieses dann bis spätestens 15. Dezember 2017 im Rathaus Pankow, Büro des Bezirksbürgermeisters, Breite Straße 24a – 26, Raum 1.49, unverpackt ab. Der Wert des Geschenkes sollte 25,- Euro nicht überschreiten.

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Die Eltern können die Geschenke in der Zeit vom 19. – 21. Dezember 2017 von 9.00 – 16.00 Uhr im Rathaus abholen, um sie ihren Kindern zu schenken. Der Wunschpate bleibt anonym.

02.12.2017
Akademie der Gesundheit gründete Hebammenschule

forschen / 01.12.2017
Für die Medizin von morgen

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) feiert mit rund 600 geladenen Gästen seinen 25. Geburtstag. Gleichzeitig zeichnet der Vorstand fünf Persönlichkeiten aus, denen das MDC insbesondere während der ersten Jahre besonders viel verdankte.

Die letzten Forscherinnen und Forscher holte eine Swing Band aus den Laboren, schließlich feiert man nicht jeden Tag 25. Geburtstag. In einem prall gefüllten Hörsaal ging gegen elf Uhr das Licht aus. Auf der Leinwand sahen die rund 600 Gäste, wie Bundespräsident Richard von Weizsäcker aus einem Hubschrauber steigt. Detlev Ganten eilt ihm entgegen. „Herzlich willkommen am Max-Delbrück-Centrum“, sagt der Gründungsdirektor. Die Aufnahmen stammen vom 7. Dezember 1992.

Glückwünsche

Heute gratuliert der Bundesratspräsident und Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, dem MDC zum 25-jährigen Bestehen: „Mit etwa 350 Mitarbeitern nahm das Institut in den 90-er Jahren seine Arbeit auf. Heute sind es über 1.600, darunter zahlreiche Gastwissenschaftler aus aller Welt“, sagt er. Ihre Arbeit sei erfolgreich, „denn es kommen bereits zwei innovative Arzneimittel, die auf Erkenntnisse im MDC zurückgehen, den Patienten in der Krankenversorgung zugute. Diese Entwicklung ist ein Glücksfall, insbesondere für das Land Berlin, dessen Wissenschaftslandschaft mit dem MDC einen Garanten für erfolgreiche Forschung erhielt.“

Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka schließt sich an: „Das 1992 gegründete und aus Instituten der vormaligen Akademien der Wissenschaften der DDR hervorgegangene Max-Delbrück-Centrum in Berlin-Buch hat sich in den zurückliegenden Jahren zu einem der forschungsstärksten lebenswissenschaftlichen Institute weltweit entwickelt. Der Erfolg des Zentrums basiert auf einem bis heute tragenden Gründungskonzept und einer zielklaren Strategie in wichtigen Bereichen der modernen biomedizinischen Forschung.“

Auch Prof. Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, sendet seine Glückwünsche: „Ich gratuliere dem MDC von ganzem Herzen zu diesem Jubiläum. Innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft hat es durch seinen Ansatz, mit molekularer Grundlagenforschung eine Basis für innovative medizinische Anwendungen zu schaffen, einen hohen Stellenwert. Darüber hinaus ist das MDC in Berlin, in Deutschland und international in zahlreichen Kooperationen und mit herausragenden Köpfen ein exzellenter Wissenschaftspartner. Ich wünsche dem Centrum weiterhin eine solch glückliche Hand, auch zum Wohl von Patienten.“

Symposium „Breaking Barriers in Molecular Medicine“

Das Jubiläum startete bereits am 30. November mit einem wissenschaftlichen Symposium. Rund 250 Besucher hatten sich versammelt, um acht ausgezeichnete Wissenschaftler zu hören, die alle eine enge Verbindung zum MDC haben. So erinnerte sich zum Beispiel Prof. Maike Sander, Direktorin am UC San Diego Pediatric Diabetes Research Center, daran, dass sie Studentin in Prof. Detlev Gantens Heidelberger Labor war, als er nach Berlin wechselte. Prof. Peer Bork dagegen ging damals in die andere Richtung: weg von den ehemaligen Akademieinstituten nach Heidelberg, zum EMBL. Auch der israelische Nobelpreisträger Aaron Ciechanover kennt das MDC durch etliche Kollaborationen und Besuche. „25 Jahre sind doch gar nichts, das MDC ist noch jung! Es hat viele Jahre vor sich“, sagte er.

„Es ist eine Ehre, diese angesehenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für das Symposium am MDC zu begrüßen“, sagte Prof. Martin Lohse, der Wissenschaftliche Vorstand des MDC. „Sie zeigen, was auch ein Kennzeichen des MDC ist: „Wer Therapie und Diagnose verbessern will, muss zunächst die Mechanismen verstehen, die Gesundheit und Krankheit zugrunde liegen und dabei ganz verschiedene Organe beeinflussen.“

Allein 16 ERC-Preisträger arbeiten heute an dem Zentrum; es hat zu zwei Medikamenten beigetragen, die in den letzten beiden Jahren auf den Markt kamen; es nimmt neue Trends wie die Einzelzellbiologie auf und trägt entscheidend zu deren Entwicklung bei. So kam im Oktober 2017 die Nachricht, dass das MDC ein Pilotprojekt für den Human Cell Atlas koordinieren wird – weitere Schritte sind bereits geplant. „Wir nehmen die Herausforderung, an der Spitze der technologischen Entwicklung zu stehen, gern an“, sagte Martin Lohse.

Geschichte

Der Erfolg des MDC ist nicht selbstverständlich. Nach der Wiedervereinigung war lange unklar, was aus den aufgelösten Zentralinstituten der Akademie der Wissenschaften der DDR und deren Mitarbeitern werden sollte. Es gab viel Erhaltenswertes, doch gleichzeitig war klar, dass eine Erneuerung stattfinden musste – ein Prozess, der für viele schmerzhaft war. Die Wahl des Namensgebers dagegen fiel nicht schwer. Der deutsch-amerikanische Biophysiker und Nobelpreisträger Max Delbrück steht für den Mut, eigene – auch ungewöhnliche Ideen – zu verfolgen, für das Denken über Fachgrenzen hinaus und für Internationalität.

„Der Name hat Identität gestiftet“, sagt Detlev Ganten, der Gründungsdirektor. Max Delbrück war gebürtiger Berliner, außerdem hat er gemeinsam mit Karl Zimmer und Nikolai Timoféeff-Ressovsky, zwei Forschern auf dem Campus Buch, 1935 die molekulare Basis der Gene beschrieben. Er gilt daher als einer der Gründer der Molekularbiologie. An diese Tradition knüpfte das MDC an.

Viele Persönlichkeiten haben sich um das MDC verdient gemacht. Zum 25-jährigen Bestehen hat der Vorstand nun die höchste Auszeichnung des Zentrums geschaffen. Die Auszeichnung wurde erstmals beim Jubiläums-Festakt am 1. Dezember 2017 verliehen. Die Ehrennadel aus Silber zeigt das Konterfei Max Delbrücks und ist einem Foto aus dem Jahr 1969 nachempfunden.

Die Geehrten

Prof. Heinz Riesenhuber war von 1982 bis 1993 Bundesminister für Forschung und Technologie. In seine Amtszeit fielen die Wiedervereinigung und die Gründung des MDC als Großforschungseinrichtung aus drei Instituten der Akademie der Wissenschaften der DDR. Mit Herz und Verstand für die Wissenschaft sowie politischem Mut haben er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass mit dem MDC ein innovatives Forschungszentrum entstehen konnte, in dem die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung erhalten blieb.

Von 1991 bis 1996 war Prof. Manfred Erhardt Senator für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin. In diesen bewegten Zeiten sorgten er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür, dass die Neuordnung der Wissenschaftslandschaft in der Hauptstadt gelang und die hohe Qualität der Forschung auch in Berlin-Buch fortgesetzt werden sowie Neues entstehen konnte. Das Max-Delbrück-Centrum hat seinem Engagement und seinem politischen Sachverstand zu danken.

Prof. Heinz Bielka gehört zu den engagiertesten Wegbegleitern des MDC, im Schulterschluss zwischen Vergangenheit und Zukunft. Als Wissenschaftler und Wissenschaftshistoriker hat er sich gleichermaßen verdient gemacht. Der kenntnisreiche Chronist hat in zahlreichen Publikationen und Büchern die Geschichte der medizinischen Forschung in Berlin-Buch festgehalten und so einem weiten Leserkreis zugänglich gemacht. Das MDC und der Campus Buch können auf diesem „Gedächtnis“ aufbauen und die Geschichte fortschreiben.

Der Arzt, Molekularbiologe und Bioethiker Prof. Jens Reich arbeitet seit 1968 auf dem Campus Buch. Seine Geradlinigkeit, seine klare Analyse und seine Menschlichkeit sind für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MDC ein Vorbild. Ethische Grundsätze prägen sein Tun. So ist er noch heute Ombudsmann am MDC und steht Forscherinnen und Forschern in Konfliktsituationen zur Seite. Er begleitet den Tierschutz und fördert die Auseinandersetzung mit bioethischen Fragen.

Der Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, Prof. Detlev Ganten, hat das Zentrum von 1992 bis 2004 geleitet. Seinem Engagement, seiner Überzeugungskraft, seinem Vertrauen in die Verbindung von Klinik und Grundlagenforschung sowie seiner Weitsicht ist es zu verdanken, dass die Wissenschaftstradition auf dem Campus Buch erfolgreich in ein neues Jahrtausend geführt werden konnte. Mit dem MDC hat er eine international renommierte Forschungseinrichtung geschaffen, die die Grundlagen für die Medizin von morgen legt.\n


Foto:
Der Bundesratspräsident und Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, Festredner zum Jubliäum des MDC, an der Seite von Prof. Dr. Martin Lohse, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des MDC (rechts) sowie Dr. Jutta Koch-Unterseher (Foto: David Ausserhofer/MDC)

forschen, heilen / 01.12.2017
Hoffnung für die Krebsmedizin: Mit gezielter Überwachung die Tumorbehandlung verbessern

Am 1. Dezember 2017 tritt Il-Kang Na die BIH Johanna Quandt Professur „Therapie-induzierte Re-Modellierung in der Immuno-Onkologie“ am Berliner Institut für Gesundheitsforschung/ Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin an.

Krebs ist nicht gleich Krebs. Bösartige Tumoren entwickeln sich bei jedem Menschen anders. Warum das so ist, verstehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer besser und können Therapien viel präziser und individueller auf Patientinnen und Patienten zuschneiden. Doch welche Auswirkungen hat die gewählte Behandlung auf den Tumor, das Immunsystem und deren Interaktionen? Und wie lässt sich die Therapie anpassen und verbessern? Il-Kang Na sucht Antworten auf diese Fragen und konnte mit ihren bisherigen Arbeiten Immundefekte aufdecken, die durch Therapien hervorgerufen werden und innovative Ideen für neue Therapieansätze liefern. So fand die Forscherin heraus, dass durch Krebstherapien die Bildung, die Funktion und das Überleben körpereigener Immunzellen entscheidend beeinträchtigt wird. Außerdem konnte Na ein Modell entwickeln, mit dem sich die Reaktion bestimmter Immunzellen während einer Zelltherapie beobachten lassen.\n

Als Johanna Quandt Professorin hat Na ein klares Ziel: Sie will ein Überwachungssystem etablieren, das während der Behandlung genaue Informationen über wichtige Krankheits- und Immunparameter liefert. „Die Therapie eines Patienten wird zunächst anhand von Tumor- und Patientenmerkmalen festgelegt. Ein Therapiewechsel erfolgt meist erst, wenn sich mit klinischen oder bildgebenden Daten nachweisen lässt, dass der Tumor trotz Behandlung weiterwächst und ausbreitet“, sagt Na. „Bis dahin ist einige Zeit vergangenen. Deswegen müssen wir noch viel mehr darauf achten, wie sich der Tumor, seine Umgebung und das Immunsystem durch die Behandlung verändern. Nur so können wir frühzeitig erkennen, dass Patientinnen und Patienten auf ihre Therapie nicht mehr ansprechen.“ Die Veränderungen sind dynamisch und beinträchtigen die Wirksamkeit von Medikamenten sowie die Immunabwehr.

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Mithilfe moderner bioanalytischer Hochdurchsatzverfahren will die Professorin ein umfassendes Instrument entwickeln, das zu verschiedenen Zeitpunkten während der Therapie molekulare und genetische Veränderungen erfasst und kontrolliert. So kann die Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten individuell angepasst und entscheidend verbessert werden. Zunächst will Na ein Überwachungssystem für Patientinnen und Patienten mit großzelligem B-Zell-Lymphom entwickeln; eine Krebserkrankung deren Ursprungszelle eine Immunzelle ist „Mein Ziel ist es auch, dieses Verfahren langfristig bei unterschiedlichen Behandlungen und Krankheiten anzuwenden – auch jenseits von Krebserkrankungen.“
„Wir leben in einer Zeit, in der sich neue zielgerichtete Krebs- und Immuntherapien rasant weiterentwickeln“, sagt Professor Martin Lohse, Sprecher des BIH und Vorstandsvorsitzender des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). „Frau Na schafft mit ihrer Arbeit die Voraussetzung dafür, dass diese Therapien zukünftig noch präziser auf den individuellen Krankheitsverlauf von Krebspatientinnen und -patienten zugeschnitten werden können.“

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Il-Kang Na
Il-Kang Na, 1977 in Berlin geboren, studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin. Im Jahr 2004 promovierte sie dort und ging anschließend für ihre Facharztausbildung und als Postdoc an die Charité. Nach einem Postdoc-Stipendium am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York gründete sie 2010 ihre eigene Forschungsgruppe „Angewandte Transplantationsimmunologie“ am Berliner Experimental and Clinical Research Center (ECRC) des MDC und der Charité, wo sie 2011 auch habilitierte. Für ihre Forschung erhielt Il-Kang Na bereits zahlreiche Auszeichnungen, darunter Stipendien und Projektförderungen der Deutschen Krebshilfe, der Else Kröner-Fresenius-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie den BSIO Female Independency Award.

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BIH Johanna Quandt Professuren
Il-Kang Na ist nach Petra Ritter und Ute Scholl die dritte Medizinerin, die im Rahmen von drei neu geschaffenen BIH Johanna Quandt Professuren zu Fragen der translationalen Forschung arbeitet. Mit den BIH Johanna Quandt Professuren unterstützt die Stiftung Charité die Einrichtung der W2-Professuren am BIH, gezielt für Frauen. Alle Professuren sind von Beginn an mit einer Dauerperspektive verbunden und verstehen sich daher auch als Modellversuch für einen echten Tenure Track. Eine weitere Besonderheit der BIH Johanna Quandt Professuren besteht darin, dass die Bewerberinnen das Gebiet ihrer Professur selbst bestimmen. Entscheidend für die Auswahl war die innovative und interdisziplinäre Ausrichtung mit translationalen Ansatz. Durch die BIH Johanna Quandt Professuren stärken das BIH, die Charité und die Stiftung Charité die Chancengleichheit innerhalb der Berliner Gesundheitsforschung.

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Hier finden sie ein Interview mit Prof. Dr. Il-Kang Na:
https://www.youtube.com/watch?v=zTNpTak5WKI&feature=youtu.be

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Foto: Prof. Dr. Il-Kang Na und Dekan Prof. Dr. Axel R. Pries (Foto: Corinna Schellhardt)

forschen, heilen / 01.12.2017
Staffelübergabe in der Hämatologischen Klinik

Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig hat die Leitung der Hämatologischen Klinik an Prof. Dr. med. Bertram Glaß übergeben\n

 

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35 Jahre lang hat Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig als Arzt und Wissenschaftler  gearbeitet, davon 16 Jahre als Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie, Tumorimmunologie und Palliativmedizin im Helios Klinikum Berlin-Buch. Zuvor arbeitete er als leitender Oberarzt in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie der Robert-Rössle-Klinik der Charité (zuerst Humboldt-Universität zu Berlin und ab Juni 2001 Helios Klinikum Berlin-Buch) und beschäftigte sich wissenschaftlich vor allem mit der Therapie und Erforschung zellbiologischer Merkmale akuter Leukämien. Nun hat er seine Tätigkeit als Chefarzt bei Helios altersgemäß beendet. Im September wurde er mit einem wissenschaftlichen Symposium für seine Verdienste geehrt und verabschiedet.

Unter den 200 Gästen waren Weggefährten, Ärzte, Pflegepersonal, aber auch viele ehemalige Patienten. Alle Referenten aus Politik, Medizin und Gesellschaft hoben seine außerordentliche Kompetenz, seine Unabhängigkeit, sein Engagement, seine immer sachliche Streitbarkeit, Fairness und Kollegialität hervor. Sein ganzes Berufsleben lang war und ist er am Dienste der Sache orientiert: am Wohle der Patienten. Hier ist auch seine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Krankenhausapothekern zu erwähnen, die Ludwig in vielen Gremien auf Bundesebene begleitet hat – insbesondere zum Thema Arzneimitteltherapiesicherheit.

Expertise verstärkt

Als Nachfolger von Prof. Ludwig konnte das Bucher Klinikum Prof. Dr. med. Bertram Glaß gewinnen, der ein herausragender und erfahrener Experte für die Behandlung von Lymphdrüsenkrebs und Stammzelltransplantation ist. Seine ärztlichen und wissenschaftlichen Schwerpunkte verstärken die Expertise in der Klinik für Hämatologie und Stammzelltransplantation. Bereits 2014 erweiterte das Helios Klinikum Berlin-Buch auf Initiative von Prof. Ludwig das Behandlungsspektrum für Patienten mit hämatologischen Systemerkrankungen durch eine Spezialeinheit für Allogene Blutstammzelltransplantation. Vor allem für Patienten mit bösartigen Erkrankungen des Blutes und des lymphatischen Systems bedeutet diese Behandlungsmethode eine große Hoffnung.

Aus Blutstammzellen eines gesunden, gewebegleichen Spenders entwickelt sich nicht nur eine neue Blutbildung, sondern auch ein völlig neues Immunsystem für den Patienten. „Vor drei Jahren haben wir die erste Patientin in Berlin-Buch allogen transplantiert. Seitdem sind mehr als 70 Patienten gefolgt“, berichtet Dr. med. Herrad Baurmann, Leiterin der Einheit für Blutstammzelltransplantation.Bei der Methode werden zuerst alle erkrankten Zellen im Knochenmark zerstört und dann gesunde Stammzellen von einem geeigneten Spender wie bei einer Bluttransfusion in die Vene übertragen. Die Blutstammzellen wandern in die Markhöhlen der Knochen, siedeln sich dort an und beginnen, neue funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. Zwei bis drei Wochen dauert es, bis sich die Blutwerte erholt haben. Bis sich ein neues Immunsystem aufgebaut und mit dem Patienten arrangiert hat, vergehen Monate. Ein höchst komplizierter Prozess. Aber er ermöglicht Heilung auch in Fällen, in denen mit einer Chemotherapie keine ausreichende Wirkung erzielt werden konnte.

Noch nicht im Ruhestand

Prof. Ludwig wird weiterhin in Gremien der Helios Zentrale in Berlin-Mitte zu den Themen Transparenz und Compliance sowie am Standort Buch in der ambulanten Versorgung arbeiten. Außerdem ist er in vielen nationalen und europäischen Gremien weiter aktiv und bleibt Vorsitzender der Arzneimittelkommission der
deutschen Ärzteschaft.


Text: Susanne Hansch/Helios, Christine Minkewitz/ BBB

Foto: Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig begrüßte die Gäste des Symposiums im MDC.C
(Foto: Thomas Oberländer/Helios)

investieren, produzieren / 30.11.2017
Neues Feld für OMEICOS

OMEICOS Therapeutics entwickelt kleine Moleküle als „First-in-Class“- Therapeutika zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im Oktober gab das Campus-Unternehmen bekannt, dass es eine Erweiterung seiner kürzlich abgeschlossenen Serie-B-Finanzierungsrunde gesichert hat. Die Finanzierung durch REMIGES Ventures wird dazu beitragen, die Entwicklung der OMEICOS-Technolo gie auf den Bereich ophthalmologischer Erkrankungen auszudehnen.\n

Die neuartige Technologie des Unternehmens basiert auf stabilen synthetischen kleinen Molekülen, die natürliche hochbioaktive Lipidmediatoren aus Omega-3-Fettsäuren nachahmen. REMIGES Ventures tritt dem bestehenden Investorenkonsortium bei, zu dem unter anderem Vesalius Biocapital II S. A. SICAR, ein Unternehmen der SMS Group, VC Fonds Technologie Berlin, Hightech Gründerfonds II GmbH & Co. KG (HTGF) und die KfW-Gruppe gehören. In Zusammenhang mit der Erweiterung der Serie-B-Finanzierungsrunde gründet OMEICOS in Cambridge, Massachusetts eine Tochtergesellschaft mit Sitz in den USA, OMEICOS Ophthalmics. Die Finanzierung ermöglicht es OMEICOS, seine patentierte Technologie auf ein neues Feld auszudehnen und präklinisch eine Reihe von Wirkstoffen und Verabreichungswegen für verschiedene Arten von Augenerkrankungen wie z. B. der altersbedingten Makuladegeneration zu testen.

„Die Tatsache, dass Omega-3-Fettsäuren eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und die Erkrankung des Gehirns einschließlich der Netzhaut spielen, und die Tatsache, dass die verbesserten medikamentenähnlichen Eigenschaften unserer Verbindungen die Beschränkungen der Omega-3-Fettsäure-Supplementierung umgehen – das beflügelt unsere Aufbruchsstimmung angesichts dieser neuen Entwicklungsperspektive“, so Dr. med. Robert Fischer, CSO und Mitbegründer von OMEICOS. „Unsere Expansion in ein neues Indikationsfeld und die Zugehörigkeit zur dynamischen Biotech-Community in Boston wird unserem in Berlin ansässigen Start-Up-Unternehmen zusätzliche Vorteile
in Bezug auf Expertise, Vielfalt und die künftige Patientenpopulation bringen.“

Taro Inaba, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von REMIGES Ventures, wird in den Vorstand von OMEICOS berufen. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in Geschäftsentwicklung und Venture Investment bei REMIGES Ventures und Mitsui Ventures, einer globalen Investmentgesellschaft mit Sitz in Japan und den USA. Taro Inaba erklärte: „Wir freuen uns sehr, dass wir uns der Serie- B- Finanzierungsrunde von OMEICOS angeschlossen haben, die es dem Unternehmen ermöglicht, seine Technologie auf das neue Gebiet auszudehnen. Auf Grund der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind wir davon überzeugt, dass die spezifische Technologie von OMEICOS den Weg zu einer neuen Behandlungsära in der Augenheilkunde eröffnet. Das gesamte Remiges-Team freut sich, aktiv am Aufbau des neuen Geschäftsbetriebs in den USA mitzuwirken.


Über OMEICOS
OMEICOS Therapeutics ist ein Spin-off-Unternehmen des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin. Das Unternehmen hat eine Reihe metabolisch robuster synthetischer Analoga von Omega-3-Fettsäure-basierten Epoxyeicosanoiden entwickelt, die das Potenzial haben, entzündliche, kardiovaskuläre und andere Krankheiten zu behandeln. Epoxyeicosanoide aktivieren als neu beschriebene Klasse bioaktiver Lipidmediatoren zelltyp-spezifische endogene Signalwege, die den Organ- und Gewebeschutz fördern. Die kleinen Moleküle von OMEICOS sind oral verfügbar und weisen gegenüber den natürlichen Molekülen eine verbesserte biologische Aktivität und
bessere pharmakokinetische Eigenschaften auf. Die Technologie von OMEICOS basiert auf bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet des Omega3-Fettsäurestoffwechsels und der Physiologie, die die Firmengründer Dr. Wolf-Hagen Schunck, Prof. John. R. Falck, Prof. Dominik Müller und Dr. Robert Fischer gewonnen haben. Die Forschungsaktivitäten des Unternehmens werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

heilen, bilden / 27.11.2017
Herzlich willkommen! Erster Praxiseinsatz für die neuen Hebammen

Im Rahmen eines dualen Studiums wird diese Ausbildung seit dem Wintersemester 2017 angeboten. Sechs Studentinnen beginnen nun ihren ersten Praxiseinsatz. In ganz Berlin fehlen Hebammen – mit dieser neuen Ausbildungsmöglichkeit engagiert sich das Helios Klinikum Berlin-Buch aktiv gegen den Fachkräftemangel.

Station C2-21: Das wird für sechs Studentinnen ab heute der wichtigste Ort ihres beruflichen Lebens – zumindest für die kommenden vier Jahre. Im Kreißsaal und in den verwandten Stationen haben heute um 9 Uhr die zukünftigen Hebammen ihren ersten Praxiseinsatz am Helios Klinikum Berlin-Buch absolviert. Ganz neu sind die Stationen den Frauen aber nicht, wie Sylvia Lehmann, Pflegedirektorin des Klinikums, berichtet: „Die Bewerberinnen haben wir im Rahmen von Praktika bereits kennen gelernt. Es war uns wichtig, dass erste Erfahrungen gesammelt werden, dass wir Einblicke geben konnten in den spannenden Arbeitsalltag. Und natürlich wollten wir gerne wissen, ob sich die Auszubildenden für den Beruf eignen.“
Etwa 3000 Geburten betreut die Leitende Hebamme Yvonne Schildai mit ihrem Team pro Jahr. Schildai: „Wir hoffen, mit diesem Studiengang etwas gegen den Fachkräftemangel tun zu können. Unser Beruf ist anstrengend und sehr verantwortungsvoll, aber trotzdem der schönste Beruf der Welt!“

Hebammen betreuen, begleiten und überwachen schwangere Frauen, die Geburt und die Neugeborenen. Das Bucher Klinikum ist mit vier Kreißsälen und zwei Vorwehenzimmern ausgestattet. Neben modernen Entbindungsbetten gibt es eine Gebärwanne für Wassergeburten, darüber hinaus Gebärhocker, Pezzibälle, Geburtsseile und Entbindungsmatten. Die Schwangeren sollen die Geburt so sicher, schmerzarm und geborgen wie möglich erleben. Dafür sorgt Prof. Dr. med. Michael Untch, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, und ein erfahrenes Team aus Hebammen, Fachärzten der Gynäkologie und Kindermedizin, Anästhesisten und Pflegefachpersonal.
Nach vier Jahren Studium Hebammenkunde an der Evangelischen Hochschule und blockweisen, mehrwöchigen Praxiseinsätzen am Helios Klinikum Berlin-Buch können die Studentinnen den Abschluss „Bachelor of Science/Midwifery“ erlangen.\n

Klinikgeschäftsführer Dr. Sebastian Heumüller: „Wir freuen uns, dass sich die Auszubildenden für uns und für diesen Beruf entschieden haben. Mit der Geburtshilfe und dem Perinatalzentrum Level 1 gehören wir zu den hochspezialisierten und mehrfach ausgezeichneten Kompetenzzentren der Region. Von der Kooperation mit der Evangelischen Hochschule versprechen wir uns eine nachhaltige und hochwertige Ausbildungsarbeit. Wir freuen uns sehr über die neuen Mitarbeiterinnen, die ihrem Beruf hoffentlich mit Freude und Engagement nachgehen werden.“

Kontakt:
Helios Klinikum Berlin-Buch
Sylvia Lehmann
Pflegedirektorin
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-55504
E-Mail: sylvia.lehmann@helios-gesundheit.de
www.helios-gesundheit.de/kliniken/berlin-buch

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Foto: Die sechs neuen Studentinnen mit Prof. Dr. med. Michael Untch, Chefarzt Geburtshilfe und Gynäkologie, Dr. med. Annette Isbruch, Leitende Oberärztin Geburtshilfe (beide ganz links), Pflegedirektorin Sylvia Lehmann (vierte von rechts), Leitende Hebamme Yvonne Schildai und Klinikgeschäftsführer Dr. Sebastian Heumüller (beide rechts). (Foto: Thomas Oberländer/Helios Kliniken)

forschen / 21.11.2017
Aufsichtsrat: „Berliner Institut für Gesundheitsforschung auf gutem Kurs“

In seiner Sitzung am 17. November hat sich der Aufsichtsrat des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) mit den wissenschaftlichen und strukturellen Weiterentwicklungen und der Umsetzung der „BIH-Strategie 2026“ in den Monaten Juli–November befasst. Insbesondere die Fortschritte bei der Gewinnung von wissenschaftlichen Führungskräften, bei den großen Bauvorhaben sowie den Technologietransfer-Aktivitäten wurden vom Aufsichtsrat positiv bewertet.

Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Aufsichtsratsvorsitzender, sagte: „Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung hat in den zurückliegenden Monaten seit unserer Sitzung im Sommer wichtige Fortschritte bei der Gewinnung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gemacht. So konnte das Berliner Institut für Gesundheitsforschung gemeinsam mit der Stiftung Charité jüngst drei exzellente Wissenschaftlerinnen auf die neu etablierten Johanna Quandt-Professuren gewinnen. Die Professorinnen Il-Kang Na, Ute Scholl und Petra Ritter forschen patientenorientiert und stärken damit die Mission des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung, Innovationen in konkrete medizinische Anwendungen zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu überführen.“

Steffen Krach, Berliner Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, äußerte sich ebenfalls zufrieden mit der Weiterentwicklung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung und betonte im Zusammenhang mit den Bauprojekten in Berlin-Mitte und auf dem Campus in Buch: „Wir freuen uns sehr, dass diese großen Bauvorhaben gut voranschreiten. Damit schafft das Berliner Institut für Gesundheitsforschung in absehbarer Zeit die notwendigen Forschungsflächen, die es für die zahlreichen translationalen Forschungsaktivitäten benötigt. Nicht zuletzt erhöhen die modernen Gebäude und die darin geschaffenen Forschungsflächen die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Berlin für weitere herausragende Forscherinnen und Forscher.“

Die zentralen Baumaßnahmen wurden initiiert, um Labor- und Büroflächen für die Forschungsgruppen bereitstellen zu können. Auf dem Campus Berlin Buch wird ein Neubau einen Teil der alten Robert-Rössle-Klinik ersetzen und Forschungsgruppen sowie klinisch Tätige zusammenführen. Insgesamt werden dort 3.036 Quadratmeter Nutzfläche geschaffen. In Mitte wird in unmittelbarer Nähe zur klinischen Versorgung im ehemaligen Operations- und Intensivmedizin-Trakt der Charité ein modernes, transparentes Gebäude für die translationale Medizin gebaut. Das Ziel ist es, die innovative, patientennahe, translationale Forschung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung und die medizinische Versorgung der Charité unter einem Dach zu vereinen. Insgesamt soll mit dem Umbau eine Nutzfläche von rund 14.800 Quadratmetern entstehen. Für das Berliner Institut für Gesundheitsforschung ist eine Nutzfläche von 9.554 Quadratmetern vorgesehen.

Auch die Entwicklungen im Bereich Technologietransfer werden vom Aufsichtsrat positiv bewertet. Die im Jahr 2017 initiierten Maßnahmen zeigen Wirkung: vom Abschluss neuer strategischer Partnerschaften mit der Industrie bis zur Etablierung der „Berlin Health Innovation Digital Labs“. Die beiden Staatssekretäre betonten: „Gerade auf dem für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Berlin so wichtigen Feld der digitalen Medizin ist es erfreulich, dass durch das Pilotprojekt ,Digital Health Accelerator‘ zunehmend klinisch tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mobilisiert werden, um digitale Geschäftsmodelle und Produkte zu entwickeln.“ Der Aufsichtsrat hat dem Vorstand empfohlen, die begonnenen Maßnahmen mit Nachdruck fortzuführen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Dr. Georg Schütte, informierte den Vorstand zudem darüber, dass eine im Juli eingesetzte Strukturkommission inzwischen ihre Arbeit aufgenommen habe und es geplant sei, dem Aufsichtsrat im Frühjahr 2018 Empfehlungen für die inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung vorzulegen.


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Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

Kontakt
Alexandra Hensel
Leitung Kommunikation & Marketing
Berliner Institut für Gesundheitsforschung/ Berlin Institute of Health (BIH)
alexandra.hensel@bihealth.de
 

forschen / 17.11.2017
„Forschungsergebnisse aus Laboren und Klinik müssen nachgekocht werden können“

Berlin Institute of Health eröffnet QUEST – Center for Transforming Biomedical Research: Mehr als zehn laufende Projekte präsentiert das QUEST – Center for Transforming Biomedical Research am Berlin Institute of Health (BIH) zur Eröffnung am 17. November 2017 in Berlin und zielt dabei auf verbesserte Forschungsqualität und damit auf bessere Therapien für Patientinnen und Patienten.

Die Debatte um „Forschungsmüll“ in der biomedizinischen Forschung beschäftigt Expertinnen und Experten bereits seit mehreren Jahren intensiv. Themen wie eine radikale Veränderung der Belohnungskultur, alternative Forschungsmethoden, Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität der Forschung insgesamt und damit zur größeren Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse, freier Zugang zu Publikationen sowie die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an Forschung haben in Forschungseinrichtungen weltweit Hochkonjunktur. In Berlin wurde heute das QUEST – Center für Transforming Biomedical Research am Berlin Institute of Health mit einem wissenschaftlichen Symposium eröffnet. Als erstes Center weltweit konzentriert sich das QUEST auf diese Schwerpunktthemen, die dazu beitragen sollen, die Qualität und insbesondere Werthaltigkeit der Forschungsleistung in der präklinischen und klinischen Forschung zu evaluieren, zu verbessern und weiter zu entwickeln.

Im März 2017 hat Professor Ulrich Dirnagl, Direktor des Centrums für Schlaganfallforschung Berlin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und Gründungsdirektor des QUEST Center, die Leitung der neuen Einheit am BIH übernommen. Zur Eröffnung präsentiert er mehr als zehn laufende Projekte. Darunter eine Studie zur Publikationsrate von klinischen Studien in allen deutschen Universitätskliniken, deren Ergebnisse in Kürze erwartet werden. Die Einführung eines elektronischen Laborbuchs an der Charité ist ebenfalls ein laufendes Projekt. Das digitale Datenmanagement soll dazu beitragen, durch Reporting-Guidelines Forschende bei der Planung und Analyse von experimentellen Studien und der Etablierung von qualitätssichernden Maßnahmen zu unterstützten. Zu weiteren Maßnahmen gehören beispielsweise die Förderung von Veröffentlichungen auch von negativen Ergebnissen, ein Fonds für Open Access-Gebühren sowie die Gründung einer Genossenschaft, bei der Bürgerinnen und Bürger Mitglieder werden und so ihre persönlichen Daten sicher speichern, verwalten und den Zugriff auf diese Daten selber kontrollieren können.

„Berufliches Fortkommen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hängt heute nach wie vor davon ab, wie viel und wo ich meine Ergebnisse publiziere. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Open Access-Publizieren zum Beispiel muss auch ein Indikator für gute Forschung sein“, sagt Ulrich Dirnagl, der seit vielen Jahren engagiert den Kulturwandel in der Forschung vorantreibt. Eine ganz wichtige Voraussetzung für validere Forschung sei aber auch die Reproduzierbarkeit. „Forschungsergebnisse aus Labor und Klinik müssen sich nachkochen lassen, um ihre statistische Schlagkraft zu erhöhen“, sagt Dirnagl.

Die Eröffnung wurde mit einem wissenschaftlichen Symposium begangen. International renommierte Expertinnen und Experten stellten ihre Aktivitäten zur Debatte „reduce waste – increase value“ vor. David Moher vom Ottawa Hospital Research Institute skizzierte Methoden und Initiativen, die in Kanada und in den Vereinigten Staaten bereits erfolgreich zu einem Wandel und zu Wertsteigerungen in der biomedizinischen Forschung geführt haben. So sei das Montreal Neurological Institute and Hospital mittlerweile ein vollständiges Open Science-Institut, da dort alle Publikationen Open Access publiziert werden. Auch ein Publication Officer kann nach Aussagen Mohers zum Kulturwandel beitragen. Er schlug außerdem vor, die gängigen Indikatoren zur Messung von Forschungsleistungen neu zu definieren und sogenannten Trial Tracker zur Überprüfung der Registrierung und Veröffentlichung klinischer Studien zu etablieren.

Die Expertinnen und Experten Ernst Hafen (ETH Zürich), Ivan Oransky (New York University School of Medicine, Frank Miedema (University Medical Center Utrecht), Trish Groves (The BMI, UK), Daniel Strech (Medizinische Hochschule Hannover) und Londa Schiebinger (Stanford University) stellten ihre Projekte zur Verbesserung der Forschungsqualität vor und diskutierten offen über ihre Erfolge und Misserfolge.

QUEST – Center for Transforming Biomedical Research
QUEST steht für die Kernthemen Quality, Ethics, Open Science und Translation.

 

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

forschen / 16.11.2017
Darmbakterien reagieren empfindlich auf Salz

Kochsalz reduziert bei Mäusen und Menschen die Zahl bestimmter Milchsäurebakterien im Darm, zeigt eine Nature-Studie vom Berliner Max-Delbrück-Centrum und der Charité. Dies wirkt sich auf Immunzellen aus, die Autoimmunerkrankungen und Bluthochdruck mitverursachen. Probiotika milderten die Krankheitssymptome bei Mäusen.

Salz essen wir jeden Tag, mal mehr und mal weniger, aber oft zu viel. „Aber wie Salz die Bakterien im Darm beeinflusst, hat bisher niemand untersucht“, sagt Studienleiter Prof. Dominik Müller vom Berliner Experimental and Clinical Research Center (ECRC) und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), beides gemeinsame Einrichtung von Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin. \n

Laktobazillen gleichen schädliche Salz-Effekte aus

Zuviel Kochsalz in der Nahrung kann Bluthochdruck fördern und sogar den Krankheitsverlauf der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose negativ beeinflussen. Nun zeigte Müller mit seinem Forschungsteam an Mäusen, dass ein Übermaß an Salz die Laktobazillen im Darm dezimiert. Gleichzeitig stiegen Blutdruck und die Zahl von Th17-Helferzellen. Diese Immunzellen stehen mit Bluthochdruck und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose in Verbindung.

Erhielten die Tiere jedoch probiotische Laktobazillen zusätzlich zur salzreichen Nahrung, ging die Zahl der Th17-Helferzellen wieder zurück und der Blutdruck sank. Die Probiotika milderten auch die neurologischen Symptome von experimenteller autoimmuner Encephalomyelitis, einem Krankheitsmodell für Multiple Sklerose.

Damit identifizierten die Forscher das Mikrobiom als einen wichtigen Faktor für durch Salz beeinflusste Erkrankungen. Der Erstautor und ECRC-Wissenschaftler Dr. Nicola Wilck sagt: „Darmbakterien beeinflussen den Wirtsorganismus, außerdem ist im Darm das Immunsystem sehr aktiv.“

Müller und Wilck arbeiteten mit einem interdisziplinären Forschungsteam zusammen, darunter Prof. Ralf Linker von der der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, USA, vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL), Heidelbelberg, der Universität Regensburg und des Vlaams Instituut voor Biotechnologie (VIB) in Hasselt, Belgien. Auch das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) unterstützte die Studie.

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Pilotstudie an Probanden

Neben den Untersuchungen an Mäusen überprüften die Forscher die Bakteriengemeinschaft im Verdauungstrakt von zwölf gesunden Männern, welche 14 Tage lang sechs zusätzliche Gramm Kochsalz täglich erhielten. Da die Probanden ihre normalen Essgewohnheiten ansonsten beibehielten, verdoppelten sie damit in etwa ihre tägliche Salzzufuhr. Auch hier reagierten die Darmbakterien der Gattung Lactobacillus empfindlich. Die meisten waren nach 14 Tagen erhöhter Salzaufnahme nicht mehr nachweisbar. Gleichzeitig ermittelten die Wissenschaftler, dass der Blutdruck und die Zahl Th17-Helferzellen im Blut ansteigen.

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Wegweisende Befunde für die Therapie

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Die Bedeutung der Bakterien bei verschiedensten Erkrankungen rückt immer stärker in den Fokus der Forschung. Wie jedoch der Organismus mit der Darmflora interagiert, ist zum großen Teil noch unbekannt. „Unsere Studie geht über die Beschreibung der Veränderungen durch Salz hinaus. Wir wollten zusammenhängende Prozesse betrachten“, sagt Müller. Doch die exakten Wechselwirkungen hätten sie noch nicht vollständig aufgeklärt, sagt er: „Wir können nicht ausschließen, dass es andere salzempfindliche Bakterien gibt, die ähnlich wichtig sind.“

Die therapeutische Wirksamkeit von Laktobazillen, die vor allem in fermentierten Speisen wie Sauerkraut, Joghurt oder Käse zu finden sind, ist mit den neuen Ergebnissen nicht bewiesen. Der Neuroimmunologe Prof. Ralf Linker sagt: „Vielleicht gehört Multiple Sklerose zu den salzsensitiven Erkrankungen, die wir zukünftig mit individuell angepassten Probiotika behandeln können.“ Solche Lactobacillus-Probiotika haben also therapeutisches Potenzial.

Dies wird demnächst am ECRC überprüft, sagt Wilck: „Wir planen eine Blutdruck-Studie mit menschlichen Probanden: doppelblind, mit größerer Teilnehmerzahl, mit beiden Geschlechtern und Placebo-kontrolliert.“ Danach könne man über die therapeutische Anwendung von Probiotika nachdenken.

investieren, produzieren / 09.11.2017
Eckert & Ziegler Q3/2017: Anhaltend hohe Erträge, Nettoliquidität übersteigt 50 Mio. EU

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat in den ersten neun Monaten 2017 seinen Gewinn pro Aktie gegenüber der Vorjahresperiode auf 2,32 EUR und damit um 63% steigern können. Ursache für die verbesserte Ertragslage sind die weiterhin guten Umsätze des Segmentes Radiopharma und ein Sonderertrag aus dem Verkauf der Zyklotronsparte im Mai dieses Jahres. Ohne diese aufgegebenen Geschäftsbereiche und somit gemäß den Regelungen von IFRS 5 stieg der Jahresüberschuss pro Aktie in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr um 0,22 EUR oder 14,7% auf 1,72 EUR.

Der Konzernumsatz liegt zum Ende des dritten Quartals 2017 mit 100,4 Mio. Euro um 12% über dem Vorjahresniveau von 89,5 Mio. EUR. Ausschlaggebend für das Umsatzwachstum sind zum einen das stabile Wachstum in der Gerätesparte des Radiopharmasegmentes und zum anderen erste Umsätze der Ende Mai neu erworbenen Gamma-Service Gruppe. Währungseffekte hatten keine Auswirkungen auf den Umsatz. Das organische, reale Umsatzwachstum, also der währungsbereinigte Umsatz ohne die in 2016 und 2017 getätigten Akquisitionen und Desinvestitionen beträgt 5,4 Mio. Euro. Ohne Berücksichtigung der gemäß IFRS 5 notwendigen Anpassungen hat der Konzern zum dritten Quartal 2017 insgesamt einen Umsatz von 106,6 Mio. Euro gegenüber 103,1 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielt.

Wachstumstreiber ist weiterhin das Segment Radiopharma. Rechnet man die verkaufte Zyklotronsparte heraus, so beträgt das Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 5,0 Mio. Euro, oder 32%. Insbesondere in den USA konnten die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahr weiter gesteigert werden. Der Umsatz im Segment Strahlentherapie stieg um 0,4 Mio. Euro oder 3% auf 18,3 Mio. Euro. Die neu erworbene Gamma-Service Gruppe wird im Segment Isotope Products ausgewiesen. Die mit den Produkten und Dienstleistungen der neu erworbenen Firmen erzielten Umsätze trugen maßgeblich dazu bei, dass auch dieses Segment den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,5 Mio. Euro oder 9% auf 63,7 Mio. Euro steigern konnte.

Der Kapitalfluss wuchs überproportional zum Ergebnis, so dass die Nettoliquidität, also der Bestand an Barmitteln abzüglich sämtlicher Bankschulden, um 25,3 Mio. EUR auf 50,2 Mio. EUR anstieg.

Aufgrund der Sondererträge aus dem Verkauf der Zyklotronsparte wird für 2017 mit einem Jahresüberschuss von etwa 2,80 EUR pro Aktie gerechnet, von denen 0,60 EUR aus Sondereffekten und aufgegebenen Geschäftsbereichen resultieren. Es wird ein Umsatz von etwa 140 Mio. Euro erwartet.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier: http://www.ezag.com/fileadmin/user_upload/ezag/investors-financial-reports/deutsch/euz317d.pdf

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 760 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

Ihr Ansprechpartner bei Rückfragen:
Eckert & Ziegler AG, Karolin Riehle, Investor Relations
Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 / 94 10 84-138, karolin.riehle@ezag.de, www.ezag.de

forschen, heilen / 08.11.2017
Bluthochdruckforscherin kommt ans BIH und die Charité: Ute Scholl tritt BIH Johanna Quandt Professur an

Am 1. November 2017 hat Ute Scholl die BIH Johanna Quandt Professur „Hypertension und molekulare Biologie endokriner Tumore“ am Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin angetreten. Ute Scholl ist damit nach Petra Ritter die zweite Medizinerin, die im Rahmen von drei neu geschaffenen BIH Johanna Quandt Professuren zu Fragen der translationalen Forschung arbeitet. Gefördert wird die W2-Professur auf Zeit von der Stiftung Charité.

Bluthochdruck (Hypertonie) kann auf verschiedene Weise entstehen. Ute Scholl beschäftigt sich insbesondere mit einer speziellen Form des Bluthochdrucks, die durch eine Überproduktion des Hormons Aldosteron hervorgerufen wird. Aldosteron wird in der Nebenniere gebildet und bewirkt in der Niere eine vermehrte Salzresorption, was wiederrum zu Bluthochdruck führen kann. Scholls bisherige Arbeiten haben einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, die Ursachen dieser endokrinen Hypertonie zu verstehen. So konnte die Medizinerin zeigen, dass spezielle Mutationen von Ionenkanälen in gutartigen hormonbildenden Nebennierentumoren zu dieser Form des Bluthochdrucks beitragen. Infolge der mutierten Ionenkanäle strömt zu viel Kalzium in die Zellen ein. Dadurch werden Signalwege angeschaltet, die zu einer verstärkten Aldosteronproduktion sowie zu einer verstärkten Zellteilung führen. Selten werden solche Mutationen auch in Familien vererbt und lösen schon in jungen Jahren schweren Bluthochdruck aus.

Als BIH Johanna Quandt Professorin will Ute Scholl auf ihren bisherigen Arbeiten aufbauen und weitere kritische Signalwege bei der Entstehung von Hypertonie identifizieren. „Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit und betrifft mehr als eine Milliarde Menschen weltweit. Schwere, familiäre Formen der Hypertonie sind als seltene Erkrankungen gut geeignet, um wichtige Signalwege in der Blutdruckregulation zu identifizieren“, sagt Ute Scholl. Die Professorin wird moderne Sequenziertechnologien nutzen, um genetische Mechanismen der Hypertonie zu finden und krankheitsauslösende Zusammenhänge zu verstehen. Scholl will sich zunächst auf weitere hormonelle Störungen fokussieren, die zu Bluthochdruck führen, spezifische Blocker mutierter Ionenkanäle entwickeln und diese klinisch testen. Diese Blocker sollen schließlich eingesetzt werden, um hormonproduzierende Tumoren besser zu erkennen und zu behandeln.

„Wir freuen uns sehr, dass Frau Scholl mit ihrer innovativen und mit Preisen ausgezeichneten Forschung zum Bluthochdruck die BIH-Forschungsprogramme unterstützen wird“, sagt Professor Martin Lohse, Sprecher des BIH und Vorstandsvorsitzender des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). „Mit ihrer Arbeit werden wir eine der großen Volkskrankheiten besser verstehen und junge und alte Patientinnen und Patienten besser therapieren können.“

Ute Scholl, 1983 in Aachen geboren, studierte Humanmedizin an der RWTH Aachen, wo sie 2008 auch promovierte. Bis 2013 war Ute Scholl als Postdoc am Department of Genetics der Yale University (New Haven, CT, USA) tätig. 2013 wurde Ute Scholl über das Rückkehrerprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen zum Aufbau einer eigenen Forschungsgruppe nach NRW geholt und 2014 als Juniorprofessorin für Experimentelle Nephrologie und Hypertensiologie an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf berufen. Ute Scholls Arbeit wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Sie erhielt unter anderem den Walter-Clawiter-Preis, den Ingrid zu Solms-Preis für Medizin sowie den Heinz Maier-Leibnitz-Preis. Seit 2016 ist Ute Scholl Mitglied des Jungen Kollegs der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Mit den BIH Johanna Quandt Professuren unterstützt die Stiftung Charité die Einrichtung von drei W2-Professuren am BIH, gezielt für Frauen. Alle Professuren sind von Beginn an mit einer Dauerperspektive verbunden und verstehen sich daher auch als Modellversuch für einen echten Tenure Track. Eine weitere Besonderheit der BIH Johanna Quandt Professuren besteht darin, dass die Bewerberinnen das Gebiet ihrer Professur selbst bestimmen. Entscheidend für die Auswahl war die innovative und interdisziplinäre Ausrichtung mit translationalen Ansatz. Durch die BIH Johanna Quandt Professuren stärken das BIH, die Charité und die Stiftung Charité die Chancengleichheit innerhalb der Berliner Gesundheitsforschung.

Im Video erklärt Ute Scholl ihre Forschung:
https://www.youtube.com/watch?v=ic-5dTiHp20&feature=youtu.be\n


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Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

forschen, investieren, heilen / 02.11.2017
Müller und Einhäupl zur Zukunft der Charité

In den kommenden fünf Jahren stehen der Charité – Universitätsmedizin Berlin knapp 500 Millionen Euro für Sanierungs- und Baumaßnahmen zur Verfügung. Der Vertrag des Charité-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Karl Max Einhäupl wird bis 2020 verlängert. Gemeinsam mit dem Vorstandvorsitzenden stellte der Charité-Aufsichtsratsvorsitzende und Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller Perspektiven für die Zukunft der Charité vor.

Dazu erklärte Müller anlässlich eines Pressetermins am Campus Benjamin Franklin: „Ich freue mich, dass wir Prof. Einhäupl für die Weiterführung der Vorstandsaufgabe gewinnen konnten. Der Beschluss des Aufsichtsrates unterstreicht die große Wertschätzung und das Vertrauen, die Prof. Einhäupl entgegengebracht werden. Die Vertragsverlängerung sichert die Kontinuität in einer wichtigen Phase der Charité und ermöglicht uns die Nachfolgesuche mit Sorgfalt zu gestalten. Die Charité steht vor einem Jahrzehnt der Investitionen. Knapp eine halbe Milliarde Euro wird in den nächsten fünf Jahren in Sanierungs- und Baumaßnahmen an allen Standorten der Charité fließen. Das ist ein gehöriger Kraftakt für unsere Stadt. Er ist aber nötig, um eine dynamische Entwicklung unseres Gesundheitsstandortes zu gewährleisten. Damit sichern wir auch in der Zukunft die bestmögliche medizinische Versorgung für die Berlinerinnen und Berliner."

Prof. Karl Max Einhäupl bedankte sich für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen: „Die Charité hat eine Phase der erfolgreichen, aber auch harten Konsolidierung hinter sich. Ziel muss es sein, die dadurch gewonnenen Freiräume nun für Zukunftsthemen der Spitzenmedizin zu nutzen. Digitalisierung, personalisierte Medizin oder neue Modelle in der Gesundheitspflege sind nur einige Themen aus dem Pflichtenheft des Vorstands. Mit konsequenter Unterstützung des Senats muss es der Charité gelingen, ihre Stärke in Forschung, Lehre und exzellenter Krankenversorgung weiter auszubauen und damit einen Beitrag zu leisten, Berlin als international beachteten Wissenschaftsstandort weiter zu entwickeln."

Für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Berliner Universitätsmedizin wird es an der Charité in den nächsten Jahren weitere Bau- und Infrastrukturmaßnahmen geben. Wurde in den vergangenen Jahren im Rahmen des Masterplans insbesondere in Baumaßnahmen am Campus Charité Mitte investiert, wird nun die Sanierung an allen vier Standorten fortgesetzt. Insgesamt beträgt der Investitionsbedarf der Charité rund 1,4 Milliarden Euro, wovon das Land Berlin rund 1,1 Milliarden Euro trägt. Bereits jetzt sind bis zum Jahr 2021 knapp 500 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen. Darin enthalten sind die investiven Zuschüsse aus dem Charité-Vertrag sowie weitere 50 Millionen Euro, die durch den Senat aus SIWANA IV für 2018 in Aussicht gestellt sind.

Prof. Dr. Karl Max Einhäupl
Der 70-jährige Neurologe ist der Charité seit vielen Jahren verbunden. Bereits 1992 folgte er dem Ruf auf die Professur für Neurologie an die Humboldt-Universität zu Berlin und wurde Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Charité. 2006 wurde er Ärztlicher Leiter des CharitéCentrums für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie. Zudem war Einhäupl fünf Jahre lang Vorsitzender des Wissenschaftsrates. Seit 2008 ist er Vorstandsvorsitzender der Charité. Seit 2011 schreibt die Charité schwarze Zahlen.

forschen / 01.11.2017
Soapbox Science: Der öffentliche Raum als Bühne für Wissenschaft: Charité-Forscherinnen teilen ihr Wissen bei der Berlin Science Week 2017

Neurowissenschaftlerinnen des Exzellenzclusters NeuroCure und des Einstein-Zentrums für Neurowissenschaften Berlin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin sind beim Soapbox Science Event während der diesjährigen Berlin Science Week dabei. Zusammen mit weiteren forschenden Frauen anderer Disziplinen bringen sie aktuelle Themen der Wissenschaft in den öffentlichen Raum und lassen das Publikum teilhaben. Nachfragen, Dazwischenrufen, Lernen, Spaß haben, alles ist erlaubt und gewünscht. Denn das Ziel der Referentinnen und der Organisatoren ist es, über Wissenschaft ins Gespräch zu kommen.

Es gibt keine Moderation, keine Powerpoint-Präsentation, keinen Hörsaal – dafür engagierte Wissenschaftlerinnen, die ihre neuesten Entdeckungen präsentieren und versuchen, jede Frage des Publikums zu beantworten. Im Rahmen der diesjährigen Berlin Science Week findet Soapbox Science zum zweiten Mal in Berlin statt. Der Ort diesmal: Das Sony Center am Potsdamer Platz. Unter dem Dach, direkt vor dem Eingang zum Kino stellen die Forscherinnen ihre Soapbox auf und der öffentliche Raum wird zur Bühne für Wissenschaft. Geboten werden faszinierende Vorträge aus den Neurowissenschaften, der Biologie, der Ökologie und zum Klimawandel. Für die Charité haben das Exzellenzcluster NeuroCure und das Einstein-Zentrum für Neurowissenschaften zusammen mit dem Soapbox-Team das Event organisiert.

Auf acht Rednerinnen dürfen Zuschauer gespannt sein, unter ihnen vier Charité-Nachwuchstalente: Marianna Cerdeira stellt sich der Frage, wie Therapien in den Neurowissenschaften der Zukunft aussehen könnten. Zara Khan begibt sich auf die Ebene der Synapsen und versucht zu verstehen, wie sich diese untereinander austauschen. Constanze Holman erforscht leidenschaftlich die Gedächtnisfunktionen des Gehirns und Katarzyna Winek steigt in die tiefe Vernetzung von Gehirn und Immunsystem ein.

Soapbox Science: Am Dienstag, den 7. November zwischen 12 und 14 Uhr im Rahmen der Berlin Science Week, Sony Center am Potsdamer Platz. Öffentliche Veranstaltung, der Eintritt entfällt.

forschen / 01.11.2017
Soapbox Science: Der öffentliche Raum als Bühne für Wissenschaft: Charité-Forscherinnen teilen ihr Wissen bei der Berlin Science Week 2017

Neurowissenschaftlerinnen des Exzellenzclusters NeuroCure und des Einstein-Zentrums für Neurowissenschaften Berlin an der Charité – Universitätsmedizin Berlin sind beim Soapbox Science Event während der diesjährigen Berlin Science Week dabei. Zusammen mit weiteren forschenden Frauen anderer Disziplinen bringen sie aktuelle Themen der Wissenschaft in den öffentlichen Raum und lassen das Publikum teilhaben. Nachfragen, Dazwischenrufen, Lernen, Spaß haben, alles ist erlaubt und gewünscht. Denn das Ziel der Referentinnen und der Organisatoren ist es, über Wissenschaft ins Gespräch zu kommen.

Es gibt keine Moderation, keine Powerpoint-Präsentation, keinen Hörsaal – dafür engagierte Wissenschaftlerinnen, die ihre neuesten Entdeckungen präsentieren und versuchen, jede Frage des Publikums zu beantworten. Im Rahmen der diesjährigen Berlin Science Week findet Soapbox Science zum zweiten Mal in Berlin statt. Der Ort diesmal: Das Sony Center am Potsdamer Platz. Unter dem Dach, direkt vor dem Eingang zum Kino stellen die Forscherinnen ihre Soapbox auf und der öffentliche Raum wird zur Bühne für Wissenschaft. Geboten werden faszinierende Vorträge aus den Neurowissenschaften, der Biologie, der Ökologie und zum Klimawandel. Für die Charité haben das Exzellenzcluster NeuroCure und das Einstein-Zentrum für Neurowissenschaften zusammen mit dem Soapbox-Team das Event organisiert.

Auf acht Rednerinnen dürfen Zuschauer gespannt sein, unter ihnen vier Charité-Nachwuchstalente: Marianna Cerdeira stellt sich der Frage, wie Therapien in den Neurowissenschaften der Zukunft aussehen könnten. Zara Khan begibt sich auf die Ebene der Synapsen und versucht zu verstehen, wie sich diese untereinander austauschen. Constanze Holman erforscht leidenschaftlich die Gedächtnisfunktionen des Gehirns und Katarzyna Winek steigt in die tiefe Vernetzung von Gehirn und Immunsystem ein.

Soapbox Science: Am Dienstag, den 7. November zwischen 12 und 14 Uhr im Rahmen der Berlin Science Week, Sony Center am Potsdamer Platz. Öffentliche Veranstaltung, der Eintritt entfällt.

forschen / 26.10.2017
Schwere Belastungen für Versuchstiere in Europa verringern

Die Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) diskutieren gemeinsam mit Experten aus 16 Ländern darüber, wie man die Anzahl der Versuchstiere verringern kann, die schweren Belastungen ausgesetzt sind.

Seit fünf Jahren leitet die in England und Wales ansässige Tierschutzorganisation RSCA eine wegweisende Initiative. Sie unterstützt all jene, die in die Regulation, den Einsatz und die Pflege von Versuchstieren involviert sind, dabei, die Anzahl der Tiere zu verringern, die in der Forschung und bei anderen Tests schweren Belastungen ausgesetzt sind.

Die RSPCA möchte in erster Linie Menschen zusammenbringen, damit sie ihr Wissen weitergeben, neue Ideen diskutieren und praktische Schritte vorschlagen können, die das Leid der Labortiere verringern. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) unterstützen dieses Vorhaben und sind sich der Verantwortung bewusst, die sie gegenüber den Tieren in ihren Forschungsprojekten tragen.

Deshalb luden RSPCA und MDC 120 Delegierte aus 16 europäischen Ländern zu einer zweitägigen Konferenz ein, die seit gestern, dem 25. Oktober, in Berlin stattfindet.

Die Vertreter unterschiedlicher Forschungseinrichtungen beschäftigen sich mit der Frage, wie Schmerz, Belastungen und Stress von Labortieren derzeit bewertet werden. Sie bekommen einen Überblick darüber, welche Fortschritte es in der Forschung und in Bezug auf unterschiedliche Arten gibt und wie sie mit neuen Ansätzen schwere Belastungen von Labortieren erfolgreich verringern und sie im Idealfall ganz vermeiden können.

Zu den Themen der Veranstaltung zählen die Abwägung von Schaden und Nutzen, derzeit verwendete Tiermodelle in der Krebs-, Trauma- und Herzforschung sowie Strategien, sich über vorbildliche Methoden auszutauschen und zu implementieren.

„Schwere Belastungen von Versuchstieren sind ein großes Thema, das Ethik und Tierwohl betrifft und das der Öffentlichkeit ebenso am Herzen liegt wie den Tierschutzorganisationen und der Wissenschaft“, erklärte Barney Reed, Senior Scientific Manager der RSPCA. „Wir sind sehr dankbar, dass so viele Einzelpersonen und Organisationen unsere Initiative zur Vermeidung schwerer Belastungen unterstützen, sowohl im behördlichen Sektor als auch in der Wirtschaft und in der akademischen Forschung."

Reed sagte: „Diese Veranstaltung wird die Lage von Versuchstieren in vielen Ländern Europas verbessern. Möglich gemacht wurde sie nicht nur durch das ehrgeizige Ziel der RSPCA, dem schweren Leid ein Ende zu setzen, sondern auch dadurch, dass wir mit Unterstützung von Einrichtungen wie dem MDC Wissenschaftler, Behörden-Vertreter, Tiermediziner und Tierpfleger zusammenbringen können, um gemeinsam Fortschritte zu erzielen. Die Teilnehmer werden mit neuen Denkansätzen in ihre Forschungseinrichtungen zurückkehren und damit den Status quo hinterfragen. Sie bringen Verbesserungsvorschläge von Kollegen aus ganz Europa mit.“

Am MDC in Berlin fiel 2016 nur ein Bruchteil der Tierversuche unter die Kategorie „schwere Belastung“ (0,8 Prozent, der Bundesdurchschnitt bei sechs Prozent). In den jeweiligen Forschungsprojekten geht es um Krankheiten wie Krebs, Schlaganfälle und fortschreitende Muskelschwäche. Die Tiere bekommen in diesen Fällen Schmerzmittel und es werden weitere Maßnahmen ergriffen, die ihr Leid lindern sollen.

„Das MDC nimmt das 3R-Prinzip – reduce, replace, refine – sehr ernst“, sagte Martin Lohse, wissenschaftlicher Vorstand des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin. „Obwohl ein kleiner Prozentsatz unserer Experimente als schwere Belastung kategorisiert wird, ist es nach wie vor unser Bestreben, unnötigen Schmerz bei unseren Labortieren zu erkennen und zu verringern. Wir sind daher sehr interessiert daran, Teil dieser Diskussion zu sein und gemeinsam mit Organisationen wie der RSPCA praktische Schritte zur Vermeidung schwerer Belastungen zu definieren.“

Lohse fügte hinzu: „Wir am MDC glauben, dass Tierversuche uns allen ein längeres und gesünderes Leben ermöglichen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir viele Fragen nur mit Hilfe von Tierversuchen beantworten. Es ist jedoch unsere Pflicht, die Versuche ständig zu verbessern, nach Möglichkeit minimalinvasive Methoden wie beispielsweise die Bildgebung zu nutzen, Alternativen zu prüfen und unsere Haltung immer wieder zu überdenken."

Kontakt
RSPCA, Pressestelle
press@rspca.org.uk
www.rspca.org.uk/media

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft
Jana Schlütter, Abteilung Kommunikation
presse@mdc-berlin.de

Gemeinsame Pressemitteilung der RSPCA und des MDC

forschen, heilen / 25.10.2017
Mehr Klarheit zu erblichen Ursachen der Nahrungsmittelallergie im Kindesalter

Welche Rolle spielen Gene für Allergien gegen Ei, Milch und Nüsse? Eine Studie in „Nature Communications“ unter Federführung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité, Berlin, hat fünf Genorte gefunden, die auf die Bedeutung der Haut- und Schleimhautbarriere und des Immunsystems bei der Entstehung von Nahrungsmittelallergien hinweisen.

Etwa fünf bis acht Prozent aller Kinder leiden an Nahrungsmittelallergien. Sie treten zumeist in den ersten Lebensjahren auf und machen sich durch juckende Hauttausschläge und Gesichtsschwellungen kurz nach der Nahrungsaufnahme bemerkbar. Nahrungsmittel­allergien können aber auch schwere allergische Reaktionen mit Atemnot, Erbrechen oder Durchfall verursachen: Sie sind die häufigste Ursache von Anaphylaxien im Kindesalter. Es handelt sich dabei um die schwerste Form einer allergischen Sofortreaktion, die tödlich verlaufen kann.

In Deutschland sind Hühnerei, Kuhmilch und Erdnuss die häufigsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien bei Kindern. Im Gegensatz zu Allergien gegen Kuhmilch und Hühnerei, die oft innerhalb weniger Jahre wieder verschwinden, bleibt die Erdnußallergie meistens bestehen. Für Betroffene bedeutet das, dass sie ein Leben lang eine strenge Diät einhalten und Notfallmedikamente bei sich tragen müssen.

Die Ursachen von Nahrungsmittelallergien sind komplex und beruhen auf einem Zusammenspiel von Erbgut und Umwelt. „Aufgrund von Zwillingsstudien vermuten wir, dass das Risiko einer Nahrungsmittelallergie zu etwa 80 Prozent von erblichen Faktoren bestimmt wird. Aber bislang ist noch wenig über die genetischen Risikofaktoren bekannt“, sagt Prof. Young-Ae Lee, Wissenschaftlerin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin und Leiterin der Hochschulambulanz für Pädiatrische Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Weltweit größte Studie zu genetischen Ursachen von Nahrungsmittelallergien
In einer genomweiten Assoziationsstudie hat ihr Team rund 1.500 Kinder mit Nahrungsmittelallergien aus Deutschland und den USA untersucht. Dabei haben die Wissenschaftler mehr als fünf Millionen erbliche Varianten, sogenannte SNPs, bei jedem Studienteilnehmer untersucht und ihre Häufigkeit mit der in Kontrollpersonen verglichen. An der Studie in „Nature Communications“ waren Wissenschaftler aus Berlin, Frankfurt, Greifswald, Hannover, Wangen und Chicago beteiligt. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch die gesicherte Krankheitsdiagnose aus.

Im Gegensatz zu anderen Studien wurde die Diagnose der Nahrungsmittelallergie durch einen Provokationstest bestätigt. Dabei handelt es sich um ein aufwändiges Verfahren, bei dem der Patient in einer Klinik in Notfallbereitschaft das verdächtige Nahrungsmittel in kleinen Mengen zu sich nimmt, um zu überprüfen, ober er allergisch reagiert. „Aus der Praxis wissen wir, dass bis zu 80 Prozent der vermuteten Nahrungsmittelallergien keine sind. Oft handelt es sich um Unverträglichkeiten und keine Allergien“, sagt Prof. Lee.

In dieser Studie wurden insgesamt fünf Genorte für Nahrungsmittelallergien gefunden. Vier von ihnen zeigen eine starke Übereinstimmung mit bekannten Genorten für Neurodermitis und Asthma, aber auch mit anderen chronisch entzündlichen Erkrankungen, wie Morbus Crohn, Schuppenflechte sowie mit Autoimmunerkrankungen.

Neuer Genort ist bei allen Nahrungsmittelallergien im Kindesalter aktiv
Als spezifischer Genort für Nahrungsmittelallergien identifizierte das Team um Lee das SERPINB-Gencluster auf Chromosom 18. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von zehn Vertretern der „Serinproteasehemmer“. Die Gene dieser Gruppe werden vor allem in der Haut sowie in der Schleimhaut der Speiseröhre exprimiert. Die Wissenschaftler vermuten daher, dass sie dort für die Intaktheit der epithelialen Barrierefunktion von Bedeutung sind. Ein weiterer wichtiger Befund der Studie ist, dass vier von fünf identifizierten Genorten mit allen Nahrungsmittelallergien assoziiert sind. Lediglich der für die Erdnussallergie spezifische HLA-Genort scheint hier eine Ausnahme zu bilden.

Die Studie ist eine Ausgangsbasis für die Entwicklung besserer diagnostischer Tests für Nahrungsmittelallergien und für die weitere Erforschung ihrer ursächlichen Mechanismen und möglicher Therapien. Eltern sollten auf die unbegründete Vermeidung von Nahrungsmitteln verzichten und sich beim Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie an einen Spezialisten wenden.

Weiterführende Informationen\n\n



Literatur
Ingo Marenholz et al. (2017): "Genome-wide association study identifies the SERPINB gene cluster as a susceptibility locus for food allergy." Nature Communications 8. doi:10.1038/s41467-017-01220-0 (Open Access)


Über das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.  www.mdc-berlin.de

leben / 25.10.2017
Ehrenamtspreis der BVV Pankow ausgelobt

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow lobt zum 16. Mal den Preis für Ehrenamtliche aus. Mit der Auszeichnung sollen Personen bedacht werden, die sich freiwillig, selbstlos und unentgeltlich besonders für das Gemeinwohl im Bezirk engagieren. Bürgerinnen und Bürger, Verbände, Vereine, Initiativen und Organisationen werden aufgefordert, ihre Vorschläge entsprechend den vorgenannten Kriterien zur Auswahl für die Ehrungen bis zum 3. November 2017 im Büro der BVV, Fröbelstr. 17, 10405 Berlin, einzureichen. Die Vorschläge sind kurz zu begründen.\n

Eine Jury, bestehend aus VertreterInnen der in der BVV arbeitenden Fraktionen  ird die eingegangen Vorschläge sichten, bewerten und auswählen. Die Vorgeschlagenen sollten bereits drei Jahre ehrenamtlich tätig sein, Ehrungen in zwei aufeinander folgenden Jahren oder nach Erhalt etwa des Pankower Umweltpreises sind nicht möglich. Nicht akzeptiert werden Eigenvorschläge von Personen, Gruppen oder Initiativen. Ehrungen aus den Bereichen Sport und Umwelt werden nicht berücksichtigt, da jährlich in Sportvereinen ehrenamtlich Tätige im Rahmen einer Ehrenveranstaltung für den Sport gewürdigt werden. Gleiches trifft für den Bereich Umwelt zu, da die Bezirksverordnetenversammlung Pankow jährlich gesondert den Umweltpreis auslobt.

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Die zu vergebenen Ehrenpreise sind mit einer finanziellen Anerkennung verbunden und werden auf einer Festveranstaltung am 8. Dezember 2017 verliehen.

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Weitere Informationen im Internet unter www.berlin.de/pankow.

investieren, produzieren / 24.10.2017
Eckert & Ziegler zeichnet nuklearmedizinische Nachwuchsforscher aus

Die diesjährigen Reisepreise der Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG sind im Rahmen des europäischen Nuklearmedizinerkongresses (EANM) in Wien an fünf Nuklearmediziner aus Schweden, Deutschland und den Niederlanden verliehen worden. Prämiert wurden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der onkologischen Diagnostik.

Der von der Eckert & Ziegler AG in Zusammenarbeit mit der European Association for Nuclear Medicine (EANM) durchgeführte und mit Preisgeldern in Höhe von je 1.000 EUR dotierte Wettbewerb fand damit bereits zum zehnten Mal statt. Aus den insgesamt 689 Einsendungen wählte die siebenköpfige Jury der EANM die folgenden fünf Gewinner aus:

Ann-Christin Baranski, Deutschland: Dual-labeled PSMA-11 for PET/CT imaging and precise fluorescence guided intraoperative identification of prostate cancer

Sandra Heskamp, Niederlande: Monitoring tumor PD-L1 expression with microSPECT/CT during radiotherapy

Bogdan Mitran, Schweden: Radiocobalt-labeled anti-HER1 affibody molecule DOTA-ZEGFR:2377 for imaging of low HER1 expression in prostate cancer pre-clinical model

Christoph Rischpler, Deutschland: First experience using LMI1195 in patients with the suspicion of pheochromocytoma or paraganglioma

Marcus Unterrainer, Deutschland: TSPO-PET for high-grade glioma imaging using the novel ligand [18F]GE-180 - first in human results in the course of radiotherapy

„Wir möchten mit dem Eckert & Ziegler Reisepreis junge Wissenschaftler unterstützen, ihre Forschungsergebnisse in der medizinischen Bildgebung einem breiten Publikum zugänglich zu machen und zügig in der klinischen Praxis zum Patientenwohl einsetzen zu lassen“, erklärte Dr. André Heß, Mitglied des Vorstands der Eckert & Ziegler AG und verantwortlich für das Segment Radiopharma.

Über Eckert & Ziegler
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 760 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

Ihr Ansprechpartner bei Rückfragen:
Eckert & Ziegler AG, Karolin Riehle
Tel.: +49 (0) 30 / 941084-138, Fax-112
E-Mail: karolin.riehle@ezag.de, www.ezag.de

forschen / 20.10.2017
MDC bekommt Förderung für Mitarbeit am „Human Cell Atlas“

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Berlin, arbeitet als Partner am „Human Cell Atlas“ mit. Für das Teilprojekt „Towards a Human Cardiac Cell Atlas“ stellt die Chan Zuckerberg Initiative nun Forschungsgelder zur Verfügung.

Organe und Gewebe bestehen aus sehr unterschiedlichen Zellen. Im Herzen sind dies Muskelzellen, Bindegewebszellen, Nervenzellen und Immunzellen, die in Größe und Ausstattung stark variieren – obwohl sie alle das gleiche Erbgut haben. „Über die exakte Zusammensetzung und die Zellarchitektur der unterschiedlichen Herzzelltypen ist nur wenig bekannt“, sagt Professor Norbert Hübner, Leiter der Arbeitsgruppe Genetik und Genomik kardiovaskulärer Erkrankungen am MDC, der das Projekt „Towards a Human Cardiac Cell Atlas“ leitet.

Das Pilotprojekt wird zum Teil durch eine Förderung der Chan Zuckerberg Initiative ermöglicht, einen vom Spender beratenen Fonds der Silicon Valley Community Foundation. Es ist ein Teil des „Human Cell Atlas“ (Menschlicher Zellatlas). Dieses wissenschaftliche Großvorhaben haben im Oktober 2016 international führende Forscher ins Leben gerufen; das MDC ist durch Professor Nikolaus Rajewsky im Organisationskommittee des Human Cell Atlas vertreten.

Letztendlich geht es um ein dreidimensionales Modell des Herzens
Sie wollen alle Zellen des menschlichen Organismus sowie ihre krankheitsbedingten Veränderungen kartieren und charakterisieren. Die nun anlaufenden Vorarbeiten sollen die technischen und wissenschaftlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle Zelltypen einzeln isoliert und untersucht werden können. Der „Human Cell Atlas“ wird zum Teil von der Initiative des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg und seiner Frau Dr. Priscilla Chan finanziert. Sie wollen das Potenzial, das in allen Menschen steckt, weiterentwickeln und setzen sich dafür ein, dass alle die gleichen Chancen bekommen. Die Initiative fördert daher Wissenschaft und Weltklasse-Ingenieurskunst, sie investiert ergebnisorientiert und engagiert sich in Politik und Interessenvertretung.

Das Wissenschaftler-Team aus Berlin um die Forschungsgruppen von Professor Nikolaus Rajewsky, Professor Michael Gotthardt, Dr. Jan Philipp Junker und Professor Norbert Hübner, aus Boston, Singapur und Stanford wird sich zum Beispiel damit befassen, wie moderne Gensequenzierungstechnologien auf einzelne Zellen angewendet werden können. Ungelöst ist bislang zum Beispiel das Problem der RNA-Sequenzierung in Herzmuskelzellen, deren Größe besondere technische Anforderungen stellt. „Aus den charakterisierten Zellpopulationen soll letztendlich ein dreidimensionales Modell der Strukturen des menschlichen Herzens zusammengesetzt werden“, sagt Norbert Hübner. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihre neu entwickelte Techniken auch der Kartierung anderer Organe zugutekommen.

Weiterführende Informationen

Labor von Norbert Hübner
https://www.mdc-berlin.de/1150624/de/research/research_teams/experimential_genetics_of_cardiovascular_diseases\n

Chan Zuckerberg Initiative
https://chanzuckerberg.com/human-cell-atlas

Human Cell Atlas
https://www.humancellatlas.org/

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leben / 20.10.2017
Grünfläche an der Theodor-Brugsch-Straße wird aufgewertet

In der Grünanlage in der Theodor-Brugsch-Straße in Buch beginnen am Montag, dem 23. Oktober 2017 Bauarbeiten. Der alte Fußweg aus Asphalt vom Lindenberger Weg zur Theodor-Brugsch-Straße, neben den neu eröffneten Spielplatz, sowie der Querweg am Gehölzstreifen bekommen eine neue Asphaltierung. Zudem werden auf dem kleinen neu entstehenden Platz am Rande des Weges zwei Bänke und ein Papierkorb aufgestellt, der Rasen teilweise erneuert und drei kleine Kirschbäume gepflanzt.\n

Im Zuge der Arbeiten an den Wegen sind Gehölzrückschnitte und eventuell Gehölzrodungen erforderlich. Die Wege sind während der Bauzeit nicht passierbar. Es wird gebeten, die Absperrungen zu beachten und die alternativen Wege um den Spielplatz zu nutzen.

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Die Baukosten betragen ca. 85.000 Euro und werden aus Städtebaufördermitteln des Programms Stadtumbau Ost finanziert. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich noch in diesem Jahr fertiggestellt.

leben / 18.10.2017
Unterhaltsvorschussstelle für zwei Wochen geschlossen

Keine Sprechstunden vom 6. – 17. November 2017 wegen Antragsaufarbeitung
 
Wegen der Vielzahl der Anträge nach Erweiterung des Unterhaltsvorschussgesetzes ist es zur zeitnahen Bearbeitung der Anträge notwendig, die öffentlichen Sprechstunden der Unterhaltsvorschussstelle, Berliner Allee 252-260, 13088 Berlin, vom 6. – 17. November 2017 auszusetzen. Für dringende Fälle ist ein Notdienst unter Tel.: 030 90295-7960 eingerichtet. Anträge auf Unterhaltsvorschuss können weiterhin im Raum 238 oder an der Information abgegeben bzw. postalisch übersandt werden.

leben / 18.10.2017
Einschränkungen im Jugendamt

forschen, produzieren, leben, heilen / 12.10.2017
Mehrwert Radpokal "Wer radelt am meisten?"

Der Titelverteidiger Campus Berlin-Buch hat in diesem Jahr den dritten Platz belegt. Auf Platz Eins kommen 2017 die Radfahrenden von der Investitionsbank Berlin.

Bereits seit 2012 ermitteln die Wettbewerbsteilnehmer aus dem Kreis der öffentlichen Unternehmen Berlins ihre fleißigsten Radfahrer. Es kommt hier in erster Linie darauf an, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Gebrauch ihrer Fahrräder zu animieren, weil Radfahren gesund ist und die Umwelt schont. Aber ein Wettbewerb steigert auch die Leistungen, weshalb es diesen beliebten Vergleichswettkampf gibt.

Die hier erzielten Leistungen können sich sehen lassen:

1.722 Teilnehmer aus neun öffentlichen Unternehmen radelten insgesamt 878.300 Kilometer, das macht rund 510 Kilometer je Teilnehmer in den zwei Wettbewerbsmonaten Juni und Juli. Beim Mehrwert Radpokal kommt es zum einen auf die durchschnittlich gefahrenen Kilometer pro Person an, zum anderen aber auch auf den Mobilisierungsfaktor der Unternehmen, d.h. wie viele Teilnehmer je Unternehmen im Verhältnis zur Gesamtbelegschaft zur Wettbewerbsteilnahme mobilisiert werden konnten.
Und hier hat die Investitionsbank Berlin (IBB) in diesem Jahr den Lenker vorn und den Wanderpokal vom Vorjahressieger, dem Campus Berlin Buch, übernommen.
Eva-Maria Scheel, die Landesvorsitzende des ADFC Berlin-Brandenburg stellte am 26. September in der IBB die Ergebnisse des Wettbewerbs vor:

1. (2)* Investitionsbank Berlin 792 Punkte
2. (-) Berliner Bäder-Betriebe 762 Punkte
3. (1) Campus Berlin Buch 735 Punkte
4. (8) Gewobag Wohnungsbau AG 661 Punkte
5. (5) Flughäfen Berlin Brandenburg 654 Punkte
6. (4) Berliner Wasserbetriebe 639 Punkte
7. (7) Berliner Stadtreinigung (BSR) 524 Punkte
8. (3) Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) 511 Punkte
9. (6) Vivantes 476 Punkte

* Die Zahlen in der Klammer stellen die Platzierung von 2016 dar.

Dabei hat die IBB ihre gute Platzierung genau genommen nicht nur den strammen Waden ihrer Beschäftigten zu verdanken, sondern hauptsächlich deren unbedingtem Willen zur Tat. Bei den gefahrenen Kilometern je Teilnehmer liegt die IBB mit 335 km nämlich weit hinter den Flughäfen Berlin Brandenburg (574), den Berliner Wasserbetrieben (561), den Berliner Bäderbetrieben (553) oder der Berliner Stadtreinigung (552).

Dagegen haben sich 22 % der IBB-Mitarbeiter am Wettbewerb beteiligt und damit - relativ gesehen - weit mehr als bei den Flughäfen Berlin Brandenburg (19 %), dem Campus Berlin Buch (14 %) oder den Berliner Bäder-Betrieben (12 %). "Wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre guten Vorsätze tatsächlich auch auf die Straße bringen, dann dürfte die IBB auf Jahre hinaus nicht zu schlagen sein", kommentierte der IBB Vorstandsvorsitzende Jürgen Allerkamp augenzwinkernd das Ergebnis.

Quelle: Investitionsbank Berlin

forschen, investieren, produzieren, heilen / 12.10.2017
BIH, MDC und Charité unterzeichnen Kooperationsvertrag mit Sanofi in Deutschland

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH), das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Gesundheitsunternehmen Sanofi in Deutschland haben am 4. Oktober 2017 in Berlin einen gemeinsamen Forschungsrahmenvertrag unterzeichnet. Die Einrichtungen werden damit in Zukunft gemeinsam stärker an der Entwicklung neuartiger Ansatzpunkte für Therapien unterschiedlicher Erkrankungen arbeiten. Zudem werden die Partner junge Nachwuchstalente sowie Projekte mit wirtschaftlichem und medizinischem Potenzial fördern.

„Wir freuen uns, mit dem neuen Vertrag die bisherige Zusammenarbeit zwischen Charité und Sanofi in Deutschland nun auf BIH und MDC ausweiten zu können. Durch die Bündelung der Kompetenzen aller Partner erwarten wir schnellere Entwicklungsfortschritte“, sagte Dr. Rolf Zettl, Administrativer Vorstand am BIH und Verantwortlicher für Berlin Health Innovations, der gemeinsamen Technologietransfer-Einheit von BIH und Charité bei der Unterzeichnung. Ziel sei es, dass Forschungserkenntnisse rasch bei Patientinnen und Patienten ankommen.

„Der Rahmenvertrag mit diesen exzellenten Forschungsinstituten ist für unseren deutschen Forschungs- und Entwicklungsstandort ein wichtiger Meilenstein für eine nachhaltige Zusammenarbeit mit Forschungsgruppen von Sanofi weltweit“, sagt Professor Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung & Entwicklung von Sanofi in Deutschland.

In den kommenden drei Jahren werden die Partner gemeinsam wissenschaftliche Herausforderungen definieren und bereits in frühen Forschungsphasen, auch im Labor, zusammenarbeiten. Damit können die Forschenden das Entwicklungspotenzial von Forschungsprojekten und deren Marktfähigkeit schneller erkennen und ihren Entwicklungsprozess fördern und beschleunigen.

Erste gemeinsame Projektaktivitäten fokussieren auf Autoimmunerkrankungen und aktuelle Forschungsaktivitäten von BIH, Charité und MDC. Weitere Forschungsansätze werden von den Kooperationspartnern in den nächsten Monaten identifiziert und gemeinsam weiterentwickelt.

Foto: v.l.n.r.: Professor Lohse (MDC), Dr. Zettl (BIH), Astrid Lurati (Charité), Professor Maas (Sanofi). (Foto: BIH/Thomas Rafalzyk)

leben, bilden / 11.10.2017
Bildhauerprojekt: Sprachformen ohne Grenzen

Steine ohne Grenzen e.V. mit den Bildhauern Rudolf J. Kaltenbach und Silvia Christine
Fohrer haben gemeinsam mit dem SprachCafé Polnisch e.V. ein soziokulturelles Bildhauerprojekt SPRACHFORMEN OHNE GRENZEN begonnen, bei dem ein Denkmal entstehen soll.\n

An mehreren hintereinander folgenden Wochenenden seit Anfang August diesen Jahres haben bereits zahlreiche Teilnehmer*innen an Konzepten für ein Denkmal zu Ehren des Humanisten und politischen Künstlers Otto Freundlichs gearbeitet. Nun werden die Ideen und die Arbeiten in einer Ausstellung im bb-EWERKultur - in der Schwanebecker Chaussee (Zugang über Haus 5-7) in 13125 Berlin Buch - präsentiert.

Die Ausstellung ist bis 22. 10. 2017, jeweils samstags und sonntags von 14.00-18.00 Uhr geöffnet.
Die Finissage mit Autorenlesungen findet am 21. 10. 2017 ab 16.00 Uhr statt.

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Anlässlich des sich nähernden 140. Geburtstages und des 75. Todestages des Ideengebers für das Projekt - Otto Freundlich, Bildhauer und Maler, Humanist und Visionär einer völkerverbindenden Skulpturenstraße von Ost nach West, der 1943 von dem nationalsozialistischen Regime im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde – soll das Denkmal an die humanistische Idee Freundlichs erinnern und ein Zeichen für Frieden, Versöhnung und Völkerverständigung setzen.

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Das Denkmal wird nach Fertigstellung innerhalb der Skulpturenlinie in Berlin-Buch aufgestellt. Als Folgeprojekt ist geplant, ein weiteres Denkmal in Stolp, in der Geburtsstadt Otto Freundlichs, zu realisieren.

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Seit 2001, im Rahmen der von Rudolf J. Kaltenbach und Silvia Christine Fohrer initiierten Bildhauersymposien Steine ohne Grenzen, stehen aktuell 159 Skulpturen im Berliner Raum und in Brandenburg, die Teil der Skulpturenstraße für Völkerverständigung und Frieden sind. Seit 2012 sind Steine ohne Grenzen offizielles Mitglied der Europäischen Straße des Friedens e.V.

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Foto: Steine ohne Grenzen e.V.

leben / 11.10.2017
Eröffnung des Tempohomes auf der Elisabeth-Aue

In die Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen auf der Elisabeth-Aue, Bucholzerstr. 110-140, 13159 Berlin, ziehen am 10. und 11. Oktober 2017 die ersten 129 Bewohner*innen ein. Dabei handelt es sich um Familien mit Kindern und Alleinreisende, die bislang in der Notunterkunft Gotenburger Straße in Wedding provisorisch untergebracht waren.\n

Das Tempohome wird von der Apardo GmbH betrieben und kann insgesamt bis zu 512 Personen beherbergen. Der Betrieb der Einrichtung ist auf drei Jahre befristet.

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Im Vorfeld der Eröffnung, am 26. September 2017, hatten der Betreiber Apardo GmbH und das Bezirksamt Pankow zu einem Tag der offenen Tür und einer Anwohnerinformationsveranstaltung eingeladen, die ca. 600 Personen besuchten.

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Mehr Informationen zum Tempohome auf der Elisabeth-Aue sind auf der Homepage des Bezirksamts unter www.berlin.de/ba-pankow/ zu finden.

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Für Fragen zum Betrieb der Einrichtung steht Herr Arshiya Mofrad von der Apardo GmbH zur Verfügung, E-Mail a.mofrad@apardo.berlin, Tel. 030 - 85400741.

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Im Bezirksamt Pankow ist die Flüchtlingskoordinatorin im Büro der Integrationsbeauftragten, Birgit Gust, Ansprechperson für Fragen, Tel. 030 – 90295 2431 und E-Mail birgit.gust@ba-pankow.berlin.de.

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Informationen zum Willkommensnetzwerk Pankow Hilft! finden sich unter www.pankow-hilft.de, Kontakt zum Unterstützungskreis Buchholz Hilft über buchholz@pankow-hilft.de.

leben / 11.10.2017
Warnhinweis wegen Unwetterschäden durch Sturmtief Xavier

Durch das Sturmtief "Xavier" am 5. Oktober 2017 ist es auch im Bezirk Pankow zu massiven Sturmschäden gekommen. Beschädigte Baumkronen und lose in der Krone hängende Äste stellen eine große Gefahr für die Allgemeinheit dar. Um weitere Schäden zu vermeiden, ist es in einigen Fällen erforderlich, unter Gefahrenbäume abgestellte Fahrzeuge unverzüglich, ohne vorherige Ankündigung, abzuschleppen, um die erforderlichen Baumarbeiten sofort durchzuführen. \n

Um auf Gefahrenzonen unter den Bäumen hinzuweisen, werden kontrollierte und erkannte Gefahrenstellen überdies abgesperrt. Aufgrund der Vielzahl von Gefahrenstellen können die Bereiche von den Einsatzkräften nur provisorisch mit Absperrband markiert werden. Die Absperrungen sollten nicht leichtsinniger Weise überstiegen oder abgerissen werden. Dadurch könnten nachfolgende Personen, insbesondere Kinder, nicht mehr gewarnt und somit in Gefahr gebracht werden.

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Große waldartige Bereiche wie der Volkspark Prenzlauer Berg, Schönholzer Heide oder der Botanische Volkspark in Blankenfelde sollten derzeit nicht betreten werden, da diese Flächen bisher noch nicht überprüft werden konnten.

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Vorrangig überprüft und gesichert werden Haupt- und Nebenstraßen, Schulflächen und Spielplätze. Parkanlagen, Grünflächen und angrenzende Privatgrundstücke können erst in einigen Tagen und Wochen systematisch kontrolliert und gesichert werden.

forschen, produzieren, leben, heilen / 10.10.2017
Mehrwert Radpokal "Wer radelt am meisten?"

Der Titelverteidiger Campus Berlin-Buch hat in diesem Jahr den dritten Platz belegt. Auf Platz Eins kommen 2017 die Radfahrenden von der Investitionsbank Berlin.\n

Bereits seit 2012 ermitteln die Wettbewerbsteilnehmer aus dem Kreis der öffentlichen Unternehmen Berlins ihre fleißigsten Radfahrer. Es kommt hier in erster Linie darauf an, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Gebrauch ihrer Fahrräder zu animieren, weil Radfahren gesund ist und die Umwelt schont. Aber ein Wettbewerb steigert auch die Leistungen, weshalb es diesen beliebten Vergleichswettkampf gibt.

Die hier erzielten Leistungen können sich sehen lassen:

1.722 Teilnehmer aus neun öffentlichen Unternehmen radelten insgesamt 878.300 Kilometer, das macht rund 510 Kilometer je Teilnehmer in den zwei Wettbewerbsmonaten Juni und Juli. Beim Mehrwert Radpokal kommt es zum einen auf die durchschnittlich gefahrenen Kilometer pro Person an, zum anderen aber auch auf den Mobilisierungsfaktor der Unternehmen, d.h. wie viele Teilnehmer je Unternehmen im Verhältnis zur Gesamtbelegschaft zur Wettbewerbsteilnahme mobilisiert werden konnten.
Und hier hat die Investitionsbank Berlin (IBB) in diesem Jahr den Lenker vorn und den Wanderpokal vom Vorjahressieger, dem Campus Berlin Buch, übernommen.
Eva-Maria Scheel, die Landesvorsitzende des ADFC Berlin-Brandenburg stellte am 26. September in der IBB die Ergebnisse des Wettbewerbs vor:

1. (2)* Investitionsbank Berlin 792 Punkte
2. (-) Berliner Bäder-Betriebe 762 Punkte
3. (1) Campus Berlin Buch 735 Punkte
4. (8) Gewobag Wohnungsbau AG 661 Punkte
5. (5) Flughäfen Berlin Brandenburg 654 Punkte
6. (4) Berliner Wasserbetriebe 639 Punkte
7. (7) Berliner Stadtreinigung (BSR) 524 Punkte
8. (3) Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) 511 Punkte
9. (6) Vivantes 476 Punkte

* Die Zahlen in der Klammer stellen die Platzierung von 2016 dar.

Dabei hat die IBB ihre gute Platzierung genau genommen nicht nur den strammen Waden ihrer Beschäftigten zu verdanken, sondern hauptsächlich deren unbedingtem Willen zur Tat. Bei den gefahrenen Kilometern je Teilnehmer liegt die IBB mit 335 km nämlich weit hinter den Flughäfen Berlin Brandenburg (574), den Berliner Wasserbetrieben (561), den Berliner Bäderbetrieben (553) oder der Berliner Stadtreinigung (552).

Dagegen haben sich 22 % der IBB-Mitarbeiter am Wettbewerb beteiligt und damit - relativ gesehen - weit mehr als bei den Flughäfen Berlin Brandenburg (19 %), dem Campus Berlin Buch (14 %) oder den Berliner Bäder-Betrieben (12 %). "Wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre guten Vorsätze tatsächlich auch auf die Straße bringen, dann dürfte die IBB auf Jahre hinaus nicht zu schlagen sein", kommentierte der IBB Vorstandsvorsitzende Jürgen Allerkamp augenzwinkernd das Ergebnis.

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Foto: Der Wanderpokal in neuen Händen: Vorjahressieger Campus Berlin-Buch übergab die Trophäe an die Investitionsbank Berlin (IBB). V.l.n.r.: Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender IBB, Eva-Maria Scheel, Landesvorsitzende des ADFC Berlin-Brandenburg und die Organisatoren des Wettbewerbs bei der IBB (Foto: Rainer Leben/MDC)

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Quelle: Investitionsbank Berlin

forschen, heilen / 06.10.2017
Präeklampsie wird durch eine Überdosis Genaktivität ausgelöst

Die Präeklampsie ist die gefährlichste Bluthochdruck-Erkrankung während der Schwangerschaft und kann für Mutter und Kind lebensbedrohend sein. Zugrunde liegt eine Störung in der Plazenta, deren Ursachen weitgehend ungeklärt sind. Nun schreibt ein internationales Forschungsteam unter Federführung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) im Fachjournal „Circulation“, dass die Präeklampsie keine einheitliche und allein genetisch bedingte Erkrankung ist. Wie Untersuchungen an Plazentaproben zeigen, spielen dabei zusätzliche epigenetisch angeschaltete Gene eine entscheidende Rolle. Die Berliner Forscher haben zudem ein In-vitro-Modell der Erkrankung entwickelt. Es zeigt die Bedeutung der Fehlregulation eines Transkriptionsfaktors.

Das Forschungsteam verglich Plazenta-Gewebeproben von Patientinnen mit Präeklampsie und deren genetische Ausstattung mit Proben von gesunden Wöchnerinnen. Im gesamten Erbgut wurden jene Gene bestimmt, die in beiden Patientinnengruppen unterschiedlich aktiv sind. Zudem wurde die genomische Prägung der DNA (sog. Imprinting) überprüft, bei der Gene auf den Chromosomen väterlicher oder mütterlicher Herkunft abgeschaltet werden. So konnte unter anderem das DLX5-Gen als bedeutsamer Transkriptionsfaktor, der bei Präeklampsie andere Gene steuert, identifiziert werden. Auf dem vom Vater stammenden Chromosom ist dieses Gen normalerweise deaktiviert, also epigenetisch „geprägt“. Damit wird die korrekte Dosierung der Genaktivität sichergestellt. Diese Prägung war jedoch in etwa 70 Prozent der untersuchten Präeklampsie-Plazentaproben verloren gegangen; das Gen war angeschaltet worden. Die Studie zeigte zum ersten Mal, dass die Veränderungen der epigenetischen Prägung und die damit veränderte Steuerung von Genaktivität zur Präeklampsie beitragen. Die Wissenschaftler fanden zudem drei Typen Präeklampsie – was auf eine komplexe Erkrankung hinweist.

Die Studie ist in enger Zusammenarbeit zwischen Klinikern und Grundlagenforschern entstanden. Beteiligt war die Forschungsgruppen der Molekularbiologin Dr. Zsuzsanna Izsvak vom MDC und von Dr. Ralf Dechend vom Helios-Klinikum und dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer gemeinsamen Einrichtung von MDC und Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dem interdisziplinären Team gehörten zudem Forscherinnen und Forscher des Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und der Evolutionsbiologe Prof. Laurence Hurst von der University of Bath, UK, an.

In-vitro-Zellmodell für Präeklampsie entwickelt
An der Präeklampsie leiden etwa fünf Prozent aller Schwangeren. Hauptsymptome des Syndroms sind Bluthochdruck und Eiweiß im Urin. Werden die Symptome bedrohlich, muss die Geburt frühzeitig eingeleitet werden. Die Präeklampsie ist die häufigste Ursache für mütterliche und kindliche Sterblichkeit während der Schwangerschaft. In Deutschland führt sie jährlich zu bis zu 20.000 Frühgeburten. Die Erkrankung tritt nur beim Menschen auf; es gibt bislang kein gut funktionierendes Tiermodell.

Der Berliner Forschungsgruppe ist nun gelungen, ein In-vitro-Modell zu entwickeln. In der Petrischale erhöhten die Forscher die Aktivität des DLX5-Gens in den Zellen des Trophoblasten, der embryonalen Zellschicht, aus der sich später die Plazenta entwickelt. Die Zellen wechselten in einen Stresszustand, der auch bei Präeklampsie-Patientinnen beobachtet wird. Mithilfe des Zellsystems können die verschiedenen Typen der Präeklampsie nun weiter untersucht und nach neuen Medikamenten und Wirkstoffen gefahndet werden.

Warum tritt die Erkrankung nur beim Menschen auf?
Izsvak und Dechend planen bereits die nächsten Schritte: „Wir wollen erforschen, warum die Krankheit nur beim Menschen auftritt“, sagt die Molekularbiologin. Ralf Dechend fügt hinzu: „Außerdem ist es unser Ziel, nach Biomarkern für die drei von uns identifizierten Präeklampsie-Typen suchen. Sie sollen uns helfen, die Erkrankung zu diagnostizieren oder vorherzusagen, bevor es zu dem eigentlichen Krankheitsbild kommt.“\n

Weiterführende Informationen

    MDC-Arbeitsgruppe Zsuzsanna Izsvak
    Arbeitsgruppen PD Dr. Ralf Dechend am MDC und am ECRC
    Informationen zur Krankheit Präeklampsie

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Kontakt
Dr. Martin Ballaschk
Redakteur, Kommunikationsabteilung
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC)
+49 30 9406-3714
martin.ballaschk@mdc-berlin.de

Literatur
Julianna Zadora, et al. (2017): „Disturbed Placental Imprinting in Preeclampsia Leads to Altered Expression of DLX5, a Human-Specific Early Trophoblast Marker.“ Circulation. doi:10.1161/CIRCULATIONAHA.117.028110

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. 

forschen, investieren, produzieren / 06.10.2017
Digital Health Accelerator von Berlin Health Innovations startet mit drei Teams

Am 4. Oktober 2017 startete der erste Digital Health Accelerator von Berlin Health Innovations, der gemeinsamen Technologietransfer-Einheit des BIH und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, mit drei Teams und rund 25 Personen offiziell in die erste Runde seines Programms. Die interdisziplinären Teams aus der Charité entwickeln Digital-Health-Lösungen in den Bereichen Bild- und Big Data-Analysen für personalisierte Medizin, Schlaganfallvorhersage und Früherkennung von Vorfällen in der Intensivstation.

Die drei Gruppen haben die Möglichkeit, ihre Projekte in einem Co-Working Space in den Räumlichkeiten des BIH in der Anna-Louisa-Karsch-Straße weiterzuentwickeln. Hier erhalten sie für einen Zeitraum intensives Coaching und Mentoring, unter anderem in den Bereichen Data Science, patientenorientierte Produktentwicklung, Entwicklung von Geschäftsmodellen und Design. Darüber werden die Teams bei Wissenstransfer, Gründungsberatung, Netzwerkbildung mit Forschenden und Gründern sowie in ausgewählten Fällen bei der Validierung des Produktnutzens an Patientinnen und Patienten unterstützt.

Wissenschaftlicher Fokus der ersten Projekte

Künstliche Intelligenz in der Radiologie
Das Team um Professor Marc Dewey analysiert mit Hilfe von künstlicher Intelligenz radiologische Bilddateien. Ziel ist es, bei Patientinnen und Patienten die Erkrankung von Herzkranzgefäßen zu identifizieren, individuelle Behandlungsunterschiede aufzudecken sowie Behandlungsabläufe zu optimieren.

Schlaganfälle besser vorhersagen
Dr. Dietmar Frey und sein Team entwickeln ein Simulationsprogramm zur Schlaganfallprognose mit dem Ziel, optimale Behandlungsstrategien zur Schlaganfallprävention zu ermöglichen.

Mehr Kontrolle auf Intensivstationen
Die Früherkennung von postoperativen Vorfällen bei Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation wollen Dr. Alexander Meyer und sein Team verbessern. Ihre Entwicklung soll dazu beitragen, Notfälle proaktiv vermeiden zu können.

„Der Digital Health Accelerator von Berlin Health Innovations ist ein Schlüsselinstrument unseres ambitionierten Technologietransfer-Konzeptes. Wir haben das Ziel, die Digital Health-Community in Berlin und der Region mit zahlreichen Aktivitäten zu stärken und damit den Transfer von Digital Health-Innovationen in die Anwendung zielgerichtet zu unterstützen. Schließlich wollen wir den Nutzen solcher Anwendungen für Patientinnen und Patienten und die Gesellschaft steigern“, sagt Dr. Rolf Zettl, Administrativer Vorstand am BIH und Verantwortlicher für Berlin Health Innovations.

Kernthemen des Accelerator-Programms sind Präventionsansätze, Diagnostik (z. B. Telemedizin oder Nanosensoren), Therapien (z. B. bessere Behandlung von Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Asthma und Diabetes), patientenrelevante Prozessverbesserungen sowie segmentübergreifende Lösungen, die vorhandene klinische Datensätze auswerten und Erkenntnisse zu diagnostischen oder therapeutischen Ansätzen weiterentwickeln.

Die Identifizierung und Auswahl der ersten Teams erfolgte im Frühjahr, die Einrichtung der Co-Working-Infrastruktur seit dem Sommer. Das Programm mündet in einen „Demo Day“ Anfang des Jahres 2018, in dem die entstandenen Digital Health-Lösungen und deren Geschäftsmodelle vorgestellt werden, zum Beispiel um Fremdkapital einwerben zu können.

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

Berlin Health Innovations
ist die 2016 neu aufgestellte, gemeinsame Technologietransfer-Einheit von BIH und der Charité – Universitätsmedizin Berlin, die die Bereiche Pharma, Medtech, Diagnostik und Digital Health ganzheitlich abdeckt.

forschen, heilen / 06.10.2017
Herausforderungen der globalen Gesundheitsversorgung: World Health Summit bringt internationale Experten zusammen

Die Gesundheitspolitik der G7-/G20-Staaten, die Entwicklung neuer Impfstoffe, die Sicherheit der weltweiten Gesundheit, Digitalisierung und Big Data, urbane Gesundheit sowie die die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen – das sind die zentralen Themen des diesjährigen World Health Summits in Berlin. Vom 15. bis 17. Oktober diskutieren rund 2.000 Teilnehmer aus 100 Ländern über drängende globale Gesundheitsfragen. Sprecher sind unter anderem sechs Minister, zwei Nobelpreisträger sowie CEOs von Unternehmen und NGOs. Experten der Charité – Universitätsmedizin Berlin werden unter anderem über Neues in der Krebsbehandlung, translationale Forschung sowie den Zusammenhang von Migration, Kultur und Gesundheit berichten.

Der World Health Summit steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und dem Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker. Er gilt als das wichtigste strategische Forum für globale Gesundheitsfragen. An drei Tagen präsentieren internationale Spitzenwissenschaftler, Politiker und hochrangige Vertreter aus Industrie und Zivilgesellschaft Entwicklungen der aktuellen und zukünftigen Gesundheitsversorgung. Während weltweit Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Naturkatastrophen sind, stehen Gesundheitsfragen in diesem Zusammenhang ganz oben auf der Agenda. Der Umgang mit Infektionskrankheiten, der Schutz vor möglichen Epidemien sowie der Stand der Impfstofforschung sind weitere zentrale Themen.

Der World Health Summit wird in enger Kooperation mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) und dem Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin (MDC) in der Helmholtz-Gemeinschaft organisiert. Er findet von Sonntag, den 15. Oktober bis Dienstag, den 17. Oktober im KOSMOS, Karl-Marx-Allee 131a, 10117 Berlin statt. Die Konferenzsprache ist Englisch. Der gesamte World Health Summit ist presseöffentlich. Akkreditierung: www.worldhealthsummit.org/media/accreditation

forschen, investieren / 04.10.2017
BIH und Charité berufen erste Wissenschaftlerin auf eine von drei neuartigen BIH Johanna Quandt-Professuren

Am 1. Oktober 2017 hat Petra Ritter die BIH Johanna Quandt Professur für Gehirnsimulationen am Berliner Institut für Gesundheitsforschung/ Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin angetreten. Gefördert wird die W2-Professur von der Stiftung Charité.

Petra Ritters Forschungsschwerpunkt ist die personalisierte Gehirnsimulation. Dafür hat sie gemeinsam mit ihrem Team an der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie der Charité und internationalen Partnern die Informatikplattform The Virtual Brain aufgebaut, mit der Prozesse im menschlichen Gehirn am Computer simuliert werden. Ritter und ihr Team integrieren Daten von Patientinnen und Patienten, die beispielsweise einen Schlaganfall erlitten haben oder an einem Gehirntumor erkrankt sind, in die Simulationen. Daraus ergeben sich dann auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Modelle, die für ein besseres Verständnis von Krankheitsprozessen im Gehirn beitragen und neue Therapieansätze ermöglichen. Das Prinzip ist einfach: Je mehr Daten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler integrieren, desto präzisier werden die Modelle. „Meine Vision ist es, dass die Behandlung einer Gehirnerkrankung in Zukunft an einem digitalen Doppelgänger im Computer geplant werden kann“, sagt Professorin Petra Ritter, denn auch mögliche Szenarien für den Verlauf einer Erkrankung können Ritter und ihr Team mithilfe des Virtual Brain simulieren. So lassen sich möglicherweise in Zukunft Behandlungspläne frühzeitig anpassen.

Ritter ist seit 2001 an der Charité tätig. Im Rahmen der BIH Johanna Quandt Professur will sie mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Gemeinsamen Forschungsraums von Charité und MDC die Virtual Brain Plattform ausbauen. Zum einen soll die Plattform anwenderfreundlicher gestaltet werden, um sie einem möglichst breiten Nutzerkreis in Klinik und Wissenschaft zugänglich zu machen. Zum anderen werden die Modelle schrittweise weiterentwickelt und validiert. Geplant ist außerdem eine enge Zusammenarbeit mit dem Human Brain Project. Ähnlich wie beim Virtual Brain werden bei diesem EU Flagship Projekt anonymisierte Patientendaten gesammelt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre Forschung am menschlichen Gehirn zur Verfügung gestellt.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Ritter eine außerordentlich innovative Wissenschaftlerin gewinnen konnten“, sagt Professor Martin Lohse, Sprecher des BIH. „Ritters digitale Anwendungen helfen nicht nur „Gedanken zu lesen“, sondern auch zu verstehen, was bei jedem Einzelnen etwa bei Epilepsien oder Alzheimer im Gehirn schief läuft. Und das ist die Grundlage für neue Therapien.“

Mit den BIH Johanna Quandt-Professuren unterstützt die Stiftung Charité die Einrichtung von drei W2-Professuren am BIH, gezielt für Frauen. Alle Professuren sind von Beginn an mit einer Dauerperspektive verbunden und verstehen sich daher auch als Modellversuch für einen echten Tenure Track. Eine weitere Besonderheit der BIH Johanna Quandt-Professuren besteht darin, dass die Bewerberinnen das Gebiet ihrer Professur selbst bestimmen. Entscheidend für die Auswahl war die innovative und interdisziplinäre Ausrichtung mit einem translationalen Ansatz. Durch die BIH Johanna Quandt Professuren stärken das BIH, die Charité und die Stiftung Charité die Chancengleichheit innerhalb der Berliner Gesundheitsforschung.

Im Interview spricht Petra Ritter ihre Forschung und Zukunftspläne.

leben / 29.09.2017
Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

Zuschüsse für Projekte 2018 können ab sofort beantragt werden
 
Künstlerische Bildungsprojekte, die unter aktiver Beteiligung von Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen (bis 27 Jahre) im Bezirk Pankow stattfinden, können jeweils mit bis zu 3.000 Euro aus der Fördersäule 3 des Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung bezuschusst werden. Mit einer Vergabe von Fondsmitteln auf der Bezirksebene sollen kleinere Kooperationsprojekte in Kitas, Schulen oder Einrichtungen der Jugendarbeit im Verbund mit (bezirklichen) Kultureinrichtungen, Künstlerinnen und Künstlern im Bezirk unterstützt werden. Abgabeschluss für Projektvorhaben 2018 ist Montag, der 4. Dezember 2017. Ausführliche Förderkriterien, Antragsunterlagen sowie weitere Informationen dazu im Internet unter www.berlin.de/pankow bei „Aktuelle Hinweise“ oder unter https://www.berlin.de/kunst-und-kultur-pankow/projektfoerderung/projektfonds-kult-bildung/informationen-antragstellung/ und direkt im Fachbereich Kunst und Kultur, Danziger Str. 101, 10405 Berlin, Tel. 030 90295-3803.
 
Nähere Informationen und Ausschreibungsfristen der Fördersäulen 1 und 2 unter https://www.kubinaut.de/de/finanzen/berliner-projektfonds-kulturelle-bildung/ sowie über die Geschäftsstelle des Projektfonds unter Tel. 030 247 49 800.

forschen, heilen / 25.09.2017
Schnittstelle Immunsystem und Tumor

Interview mit Priv.-Doz. Dr. med. Il-Kang Na, Oberärztin in der Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie an der Charité und Forschungsgruppenleiterin am ECRC


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Welcher Weg führte Sie ans Experimental and Clinical Research Center (ECRC)?

Ich habe an der Freien Universität Medizin studiert und meine Facharztausbildungen an der Charité, Campus Benjamin Franklin und Virchow Klinikum absolviert. Mit der klinischen Ausbildung begann auch gleichzeitig meine wissenschaftliche Laufbahn. Forschungsschwerpunkt war damals die Immuntherapie beim Melanom. Als Postdoc war ich in New York am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center. Nach meiner Rückkehr nach Berlin gab es eine ECRC-Projektgruppen-Ausschreibung, an der ich mich erfolgreich beteiligt habe. Ab 2011 konnte ich eine eigene Forschungsgruppe zur Immunonkologie am ECRC aufbauen. Zudem forsche und arbeite ich klinisch als Oberärztin in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am Campus Virchow Klinikum. Dort baue ich aktuell eine Sprechstunde für Immundefekte/Immunmodulation in der Hämato-Onkologie auf. Zielgruppe sind Patienten mit sekundären Immundefekten und gesteigerter Infektanfälligkeit unter und nach Therapie.
Eine ebensolche Sprechstunde soll nächstes Jahr auch auf dem Campus Buch folgen. Die Hochschulambulanzen werden vor allem durch meine neue Quandt-Professur des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) ermöglicht werden, deren Schwerpunkt auf Therapie-induzierter Modulation in der Hämato-Onkologie und Translation liegt.

Was ist ihr genauer Forschungsgegenstand?

Mein langjähriges Forschungsthema sind die Mechanismen der Tumor-Immun-Interaktion. Im Bereich der Immuntherapie erforsche ich, wie sich die adoptive T-Zelltherapie gegen Tumoren optimieren lässt. Zudem untersuche ich bei den Tumorpatienten sekundäre Immundefekte und Therapie-induzierte Veränderungen der Wechselbeziehungen zwischen Tumor und Immunsystem, die durch das Aufkommen einer Vielzahl an neuen Immuntherapien, zielgerichteter Wirkstoffe und Immunmodulatoren deutlich komplexer geworden sind.

Welche Rolle spielt die adoptive T-Zelltherapie in der Onkologie?

Sie ist eine erfolgversprechende Möglichkeit, Krebs wirkungsvoll mit T-Zellen zu bekämpfen. Der Durchbruch in der Tumorimmuntherapie konnte unter anderem durch die Weiterentwicklung der adoptiven Zelltherapie mit genmodifizierten T-Zellen erzielt werden. Prof. Blankenstein vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) leitet hierzu mit Prof. Kloetzel das Collaborative Research Grant-Projekt „T-Zell-Gentherapie bei Krebs“, das vom BIH gefördert wird. Im Sonderforschungsbereich „Grundlagen und Anwendung adoptiver T-Zelltherapie“ entwickelten wir mit Prof. Thomas Blankenstein bildgebende Mausmodelle, um spezifische T-Zell-Rezeptoren und Kombinationstherapien zu testen. Mit Hilfe der Modelle wollen wir die adoptive T-Zelltherapie optimieren.

Wie funktionieren diese Modelle?

Indem wir Biolumineszenz-Reporter nutzen, können wir Tumorzellen und T-Zellen sichtbar machen und erkennen, ob die T-Zellen mit spezifischen T-Zell-Rezeptoren ihren Zielort Tumor erreichen. Wir sehen auch, ob und wo sie genau aktiviert werden. Auf diese Weise können wir testen, wie sich transferierte T-Zellen in vivo verhalten, ob Kombinationsstrategien erfolgsversprechend sind und ob viele Nebenwirkungen zu erwarten sind.

Eines Ihrer Vorhaben ist ein immuno-onkologisches Langzeit-Monitoring im Verlauf der Tumortherapie. Welchen Stellenwert hat es?

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Weil es immer mehr ins Immunsystem eingreifende Medikamente zur Behandlung von Tumoren gibt, ist es wichtig, das Immunsystem und den Tumor während der Therapie zu überwachen, um genauer zu verstehen, welchen Einfluss die Therapie hat. Dabei ist entscheidend zu verstehen, wie sich der Tumor, das Immunsystem und deren Schnittstelle während der Therapie verändern. Es wird immer klarer, dass sich das ganze Gefüge einschließlich der Komponenten im Verlauf verändern kann. Wir versuchen, an verschiedenen Stellen zu erfassen, was da genau passiert. Unser Ziel ist es, innerhalb dieser komplexen Prozesse Vorhersageparameter zu finden, die sehr früh – und zwar früher, als es bisher klinische Symptome, bekannte Verlaufsmarker und radiologische Bildgebungen vermögen – darüber Auskunft geben, ob eine Therapie anspricht oder versagt bzw. ob es zu Rezidiven kommt. Je früher wir entscheiden können, ob eine Therapie sinnvoll ist oder ob ein Therapiewechsel erforderlich ist, desto besser für die Patienten. Mithilfe des longitudinalen Monitorings wollen wir auch neue Zielstrukturen und smarte Kombinationstherapien identifizieren, um die Tumorbekämpfung erfolgreicher zu machen.

Der dritte Schwerpunkt Ihrer Forschung betrifft die sekundären Immundefekte durch Krebserkrankungen und -therapien. Was wäre ein Beispiel dafür?

Durch die Tumorbehandlung können auch die Immunzellen des Patienten und deren Nischen angegriffen werden. Dies gilt vor allem für hochdosierte Chemotherapien, die hämatopoetische Stammzelltransplantation und Medikamente, die auch die Signalwege von Immunzellen beeinflussen. Wenn z.B. ein Leukämiepatient blutbildende Stammzellen von einem Spender erhält, kann ihn dies von der Erkrankung heilen. Aber unter Umständen ist sein Immunsystem bis zu einem Jahr und länger nicht voll funktionsfähig, so dass der Patient infektanfällig ist. Wir haben gesehen, dass im Rahmen einer solchen allogenen Stammzelltransplantation die Knochenmarksnische geschädigt wird und dass Antigen-erfahrene Immunzellen dysfunktional über viele Monate vermindert vorliegen. Wir arbeiten hier an Strategien, die Knochmarksnische zu schützen oder wieder herzustellen, und entwickeln T- und B-Zelltherapieansätze zur Steigerung der Immunkompetenz nach Transplantation.

Welche Bedingungen bietet der Bucher Campus für Ihre Forschung?

Das ECRC bietet einen sehr guten Raum für das interdisziplinäre Arbeiten mit  wissenschaftlichen Klinikern und für das Aufklären fächerübergreifender Mechanismen – etwa bei immunologischen Fragen in der Nephrologie, Neurologie und Onkologie. Grundlagenforschung und die unmittelbare Translation von Hypothesen auf dem Weg zur Therapie haben durch die kurzen Wege zwischen MDC und ECRC auf dem Campus exzellente Voraussetzungen. Kliniker, die in Laboren wissenschaftlich arbeiten und in Hochschulambulanzen Patienten behandeln, profitieren von den fachlichen Kooperationen und den technologischen Plattformen.

Wie können Patienten von Ihrer Forschung profitieren?

Die Patienten profitieren, wenn wir neue Zielstrukturen und Ansätze für Immun- und Kombinationstherapien finden. Eine Weiterentwicklung der zelltherapeutischen Möglichkeiten würde ebenfalls die Behandlungsoptionen erweitern. Wenn es uns gelingt, Patienten individualisiert zu behandeln, erreichen wir eine optimierte Tumorbekämpfung und ersparen ihnen unnötige Toxizitäten und damit Nebenwirkungen.

Interview: Christine Minkewitz / BBB Management GmbH
Foto: Priv.-Doz. Dr. med. Il-Kang Na (Foto: privat)

leben, heilen / 25.09.2017
Moderne trifft Geschichte – 10 Jahre HELIOS Klinikneubau

Interview mit dem Ärztlichen Direktor des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, Prof. Dr. med. Henning Baberg, der auch Chefarzt der Klinik und Poliklinik für Kardiologie und Nephrologie ist.

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Buch hatte lange den Charakter einer Krankenhausstadt. Kannten Sie den Pankower Stadtteil schon, bevor Sie hier Chefarzt wurden? Wie war Ihr Eindruck?

Ich muss gestehen, dass ich als Westfale den Gesundheitsstandort Buch erst mit meinem Umzug nach Berlin im Jahr 2006 kennengelernt habe. Als ich dann einige Jahre später hier zum Chefarzt berufen wurde, hatte ich mich aber bereits über Geschichte und Gegenwart kundig gemacht. Ich bin sehr stolz, an einem solch besonderen Ort arbeiten zu dürfen.

Vor 10 Jahren hat HELIOS seine Klinik-Infrastruktur in Buch in einem großen Neubau zusammengefasst. Welche Vorteile hatte dies?

Stadtbaurat Ludwig Hoffmann hatte Anfang des 20. Jahrhunderts weitläufig Bauten im Pavillonstil errichtet. Wenn man sich vor Augen führt, dass bereits ab den 1970er Jahren neue Krankenhäuser für eine optimale Versorgung grundsätzlich in einem Gebäude errichtet wurden, wird klar, wie lange wir noch in den alten Strukturen gearbeitet haben. Vor Eröffnung des Neubaus im Jahr 2007 hatte HELIOS hier zuletzt über 160 Gebäude auf einer Fläche von über 1,1 Millionen Quadratmetern im
Krankenhausbetrieb. Spezielle Diagnostik und Therapie erforderten immer längere Hin- und Rückfahrten mit Krankenwagen zwischen den Gebäudeteilen und Bereichen, die in ganz Buch verstreut waren.
Heute versorgen wir viele unsere Patienten entsprechend der aktuellen Anforderungen nicht nur unter einem Dach, sondern durch mehrere Fachabteilungen gleichzeitig, also interdisziplinär. Das neue Haus haben Ärzte mitgeplant. Es erlaubt kurze Wege in allen stationären und ambulanten Bereichen – trotz seiner Größe mit einer bebauten Grundfläche von über 20.000 m² und mehr als 1.000 Betten. 20 Operationssäle mit einer Fläche von 3.000 m², der Intensivmedizinbereich, die Rettungsstelle mit Hubschrauberlandeplatz und sämtliche Medizintechnik sind nun an zentraler Stelle das „Herz“ unseres Hauses.

Wie haben die Beschäftigten und die Patienten den neuen, zentralen Standort angenommen?

In den ersten Monaten war es durch eine Reihe von baulichen, technischen und logistischen Problemen etwas holprig. Aber es gab auch Wehmut bei Mitarbeitern, die aus den damals unsanierten, aber immer noch wunderschönen Altbauten in den modernen und sachlichen Neubau
gezogen waren. Von einem Tag auf den anderen waren alle mit einem Mal „unter einem Dach“. Es dauerte einige Monate, bis alles für die Patienten, Mitarbeiter und Besucher optimal organisiert war. Heute kann sich keiner von uns mehr vorstellen, ohne die vielfältigen technischen und logistischen Möglichkeiten unseres Hauses zu arbeiten.

Auf welche Erfolge der vergangenen zehn Jahre sind sie besonders stolz?

Auf die Entwicklung der Patientenzahlen. Sie sind Ausdruck von unserer Akzeptanz bei niedergelassenen Ärzten und Patienten aller Altersgruppen. Und eine Folge unserer hohen medizinischen und pflegerischen Kompetenz und Qualität. Im letzten Jahr hatten wir 52.000 Patienten im stationären und 113.000 im ambulanten Bereich. Ganz besonders stolz sind wir auf die Entwicklung der Geburtenzahlen. Während vor zehn Jahren 1.000 Babys in Buch geboren wurden, waren es im letzten Jahr über 3.000. Werdende Mütter reisen von weit an, um ihr Kind bei uns zur Welt zu bringen. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass natürlich auch meine beiden Kinder hier vor einigen Jahren geboren wurden!

Welche Entwicklungen hat das HELIOS Klinikum Berlin-Buch in den letzten Jahren genommen und welche sind zukünftig geplant?

Das Klinikum Buch war immer Vorreiter in der medizinischen Entwicklung. Hier wurden und werden viele neue Therapieformen mit entwickelt, nationale und internationale Studien unterstützt und
spezielle Arbeitsgruppen gemeinsam mit dem Forschungscampus gegründet. Zum Beispiel die AG Kardiale MRT unter der Leitung von Prof. Jeanette Schulz-Menger, Oberärztin meiner Klinik. Die Arbeitsgruppe ist ein Teil des Experimental and Clinical Research Centers (ECRC) und eine gemeinsame Einrichtung zwischen Charité und MDC.
Erwirtschaftete Überschüsse investieren wir wieder in das Klinikum. So war und ist es uns möglich, zum Beispiel immer auf dem neuesten Stand der Medizintechnik zu bleiben. Oft bieten wir schon vor
anderen Kliniken in Deutschland spezielle Geräte, deren Mehrnutzen in Diagnostik oder Therapie für den Patienten nachgewiesen wurde. Und wir haben beste Mediziner sowie Pflegefachkräfte mit spezieller Ausbildung. Diese Spitzenposition wollen wir noch ausbauen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber wir werden in naher Zukunft einen weiteren medizinischen „Leuchtturm“ nach Berlin-Buch holen.

Welche Rolle spielt die zunehmende Digitalisierung in der Patientenversorgung?

Digitalisierung in der Medizin ist die Zukunft. Sie ermöglicht vor allem eine offene und schnelle Kommunikation zwischen Ärzten verschiedener Fachgebiete, mit der Pflege und zum Patienten. Die HELIOS Gruppe war immer ein Vorreiter bei der Einführung von IT im Krankenhaus und das Bucher Klinikum das führende Projekthaus. Wir haben sicherlich mit den höchsten Digitalisierungsstand, der derzeit möglich ist.
Nicht als Selbstzweck: Digitalisierung dient der qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung auf allen Ebenen. Ein Beispiel: Wenn nachts der diensthabende Arzt zu einem Patienten gerufen wurde, so musste er sich traditionell erst die Patientenakte, die -kurve, Röntgenbilder und sonstige Zettel und Befunde zusammensuchen, um sich ein Bild vom Patienten zu machen. Heute schaut er auf dem Weg zu ihm in sein Tablet. Das hat er in der Kitteltasche. Dort sind alle Befunde, Bilder, EKGs, Arztbriefe sowie Unterlagen der letzten 30 Jahre zum Patienten direkt einsehbar. Das spart besonders im Notfall wichtige Minuten, um medizinisch richtig zu entscheiden.

Welche Handlungsfelder sehen Sie für den Gesundheitsstandort Buch? Welche Unterstützung wünschen Sie sich von der Politik? Wie sollte sich Buch in den nächsten Jahren entwickeln, damit HELIOS weiter prosperieren kann?

Der Berliner Norden, insbesondere Berlin-Buch, Karow, Blankenburg, Heinersdorf und Französisch-Buchholz sowie der Barnim sind einerseits Zuzugsgebiete. Andererseits glaube ich, dass es zukünftig eine Konzentration gerade von komplexeren Gesundheitsleistungen an großen Kliniken mit überregionaler Bedeutung geben wird. Genau diese bieten wir. Bereits heute gibt es vom Gesetzgeber für eine Reihe von medizinischen Eingriffen Mindestmengenvorgaben, die nur große Kliniken und insbesondere die der Maximalversorgung – wie unser Klinikum – erfüllen können.
Das Klinikum investiert aber auch in Bereiche, die nicht direkt zur Patientenversorgung gehören. So öffnet noch in diesem Jahr unsere neu gebaute Kita. Sie wird berlinweit die erste sein, die an jedem Tag im Jahr und rund um die Uhr geöffnet ist. Hier können Kinder auch betreut werden und übernachten, wenn ihre Eltern zum Beispiel im Drei-Schicht-System arbeiten und Spät- oder Nachtdienst haben.
Angesichts der Investitionen, die wir bereits umgesetzt haben und für die Zukunft planen, wünschen wir uns von der Politik Planungssicherheit in allen Bereichen. Und, dass die gute Zusammenarbeit mit den Behörden so konstruktiv weiter geht wie bisher.
Auch in Zukunft ist das Vertrauen der Bevölkerung zu uns besonders wichtig. Ich möchte mich bei allen Bucherinnen und Buchern, unseren Kooperationspartnern und Einrichtungen am Standort – insbesondere der Akademie der Gesundheit und dem Forschungscampus – für die großartige Zusammenarbeit bedanken.

Interview: Susanne Hansch, Christine Minkewitz,

Foto: Prof. Dr. med. Henning Baberg vor dem Haupteingang des Bucher Klinikums an der Schwanebecker Chaussee. (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS)

investieren, leben / 21.09.2017
Jugendspielplatz Theodor-Brugsch-Straße wird eröffnet

Der neu gestaltete Jugendspielplatz in der Theodor-Brugsch-Str. 50 in Buch wird am Freitag, dem 29. September 2017 um 14 Uhr vom Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste, Vollrad Kuhn (Bü 90/Grüne), der Öffentlichkeit übergeben. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.\n

Über drei Jahre war der alte Spielplatz, auf dem sich ein Asphalthügel zum Skaten befand, wegen großer Risse im Boden gesperrt. Im Sommer 2016 wurden die älteren Kinder und Jugendlichen nach ihren Wünschen befragt. Als in den Planungsworkshops deutlich wurde, dass die Hügelanlage nicht wiederhergestellt werden kann, wurde die Idee zu einem  geschwungenen Rundkurs für Inliner, Skater und Roller entwickelt. Der Parcours über zwei kleinere Hügel konnte nun gebaut werden und umrundet die gesamte Fläche. Weitere Wünsche der Jugendlichen konnten ebenso umgesetzt werden, etwa Trampoline, ein Spielfeld für Streetball und Fußball, eine anspruchsvolle Kletteranlage sowie eine große Himmelsschaukel gebaut. Zudem gibt einem sogenannten "Lümmelbalken", eine Sitzecke und ein Sonnendach.

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An der Eröffnung des Jugendspielplatzes beteiligt sich der in Buch tätige Träger Gangway - Straßensozialarbeit in Berlin, der an dem Nachmittag ein kleines Streetballturnier veranstaltet und zum Befahren des Rundkurses mit Inlineskates einlädt.

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Die Arbeiten an der Spielfläche begannen im Herbst 2016, die Baukosten von ca. 280.000 Euro wurden aus Städtebaufördermitteln des Programms Stadtumbau Ost finanziert. Kleinere Kinder können direkt nebenan den sogenannten Ameisenspielplatz nutzen, der nach vollständiger Umgestaltung 2015 eröffnet wurde.

leben, bilden / 19.09.2017
Wilde Lichter Nacht

leben, erkunden / 19.09.2017
Neuer Blickwinkel auf historisches Areal: „Wer wir sind. #48h LHQ“

17 Aussteller kreierten neue Sichtweisen auf das Ludwig Hoffmann Quartier – Zweitägige Kunst-Performance in Berlin-Buch
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In modernen Stadtquartieren geht es heutzutage nicht allein um das Thema Wohnen. Wichtig sind ebenso die Ausprägung des urbanen Charakters und zunehmend auch die Affinität zur Kunst. Letzteres zeigte sich am vergangenen Wochenende beispielhaft im Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) in Berlin-Buch. Unter dem Titel „Wer wir sind. #48h LHQ“ wurden hier von der feierlichen Eröffnung am Nachmittag des 15. September bis zum 17. September auf dem Gelände des Quartiers zahlreiche Kunstprojekte vorgestellt, die ungeachtet aller Unterschiede eins einte: Zusammen kreierten sie einen neuen Blickwinkel auf das Ludwig Hoffmann Quartier.

 „Die Ausstellung“, erklärte Andreas Dahlke, LHQ-Alleingesellschafter in seiner Begrüßungsrede, „begeht einen Stilbruch. Sie schafft bewusst einen Gegensatz zum denkmalgeschütztem Kern, der vor hundert Jahren erbautenparkähnlichen Anlage. Die Geradlinigkeit und Nüchternheit der Architektur konkurrieren für 48 Stunden mit der kreativen ‚Unordnung‘ künstlerischer Projekte.“ Anne Kretschmar, Marketingchefin im LHQ ergänzte: „Für genau 48 Stunden entsteht ein neues Spannungsfeld. Der Blickwinkel auf das Ludwig Hoffmann Quartier soll sich bewusst verändern, um Neues zu entdecken. Im Zentrum der Gestaltung steht die Ringstraße im LHQ. Der Ring – gleichsam ein Symbol für die Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Quartier sowie für die Zusammengehörigkeit mit dem Ortsteil Buch. Die Besucher der Ausstellung haben die Möglichkeit durch mehrere Workshops am Eröffnungstag Teil des ganzen Projektes zu werden.“

Zur heutigen Ausstellungseröffnung waren auf Einladung von Andreas Dahlke zahlreiche Gäste aus Buch und dem Bezirk Pankow erschienen, darunter viele Bewohner des Ludwig Hoffmann Quartiers, aber auch Vertreter der bezirklichen Politik wie Klaus Mindrup und Gottfried Ludewig und sowie Vertreter aus der Berliner Wirtschaft.

Aussteller

Unter den Ausstellern herrscht gespannte Erwartung, wie ihre künstlerischen Interpretationen von den Besuchern aufgenommen werden. Das gilt auch für Albert Raven aus den Niederlanden, dessen Audioinstallation „Whispering Tree“ zu den Highlights der Ausstellung gehört. Er nannte sie „Auf der Suche nach dem verborgenen Jetzt“, und erklärte: „Die Vergangenheit existiert nicht; nur die Gegenwart. Was wir Vergangenheit nennen, ist nicht etwas von früher, sondern etwas aus der Gegenwart: sie existiert nur durch uns. Wie kann es sein, dass etwas das nicht da ist, so wichtig ist für uns? KOMM NÄHER KOMM NICHT NÄHER ist eine Klanginstallation aus 24 Flüsterbäumen, die alte und neue Klänge vermengen in einer Straße, die gleichzeitig alt und neu zu sein scheint.“ Einen anderen Höhepunkt stellte die visuelle Installation „The DNA of History“ der renommierten Fotografin Sabine von Breunig dar. „Die Transformation eines historisch bedeutsamen Ortes“, sagte sie über ihr Projekt, „ist ein spannender Prozess, der im Ludwig-Hoffman-Quartier ist das kongenial gelungen ist. Meine Arbeit setzt an der Bruchstelle zwischen Alt und Neu an. Ich interessiere mich für die letzten Zeugnisse des Vergangenen. Ich begebe mich auf einen Final Walk, bevor das Neue die Vergangenheit überdeckt. Mit der Projektion meiner Bilder auf die Fassade von Haus 13 gehen wir jetzt den umgekehrten Weg vom Vergangenen zu dem, was sein wird.“

Ludwig Hoffmann Quartier

Die Ausstellung „Wer wir sind. #48h LHQ“ ist nicht die erste Kunstveranstaltung im Ludwig Hoffmann Quartier. Seit Beginn der Arbeiten widmen sich die Projektverantwortlichen auch immer wieder künstlerischen Themen und laden dazu vor allem die Bucher Bevölkerung ein. Darin liegt einer der Gründe, weshalb der Bau des LHQ nahezu von allen in Buch begrüßt wird.

Das ist keine Selbstverständlichkeit, noch dazu bei der Dimension des Ludwig Hoffmann Quartiers. Bei einer Größe des Areals von 28 Hektar und einem Finanzvolumen von fast 300 Millionen Euro ist das LHQ derzeit eines der größten Wohnungsbauvorhaben in Berlin. Bis 2020 entstehen hier rund 900 Wohnungen von denen rund die Hälfte bereits fertiggestellt und bezogen ist. Neben Wohnungen entstehen auf dem Areal auch zahlreiche soziale Einrichtungen. Zwei Schulen und zwei Kindergärten sind bereits in Betrieb. Ein dritter Kindergarten, eine Sporthalle sowie eine Seniorenwohnanlage sind in Planung. Dahlke: „Das Quartier leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Standorts Berlin-Buch, der sich zu einem der zukunftsträchtigsten Ortsteilen der Hauptstadtss entwickelt hat. Durch die hohe Konzentration von Hightech-Arbeitsplätzen steigt hier auch der Bedarf an modernem Wohnraum und attraktiven Lebensbedingungen. Dem entspricht das Ludwig Hoffmann Quartier, das mit seinen attraktiven Wohnungen Menschen anzieht, die in Buch nicht nur arbeiten, sondern auch leben wollen.“

Foto: Kunstaktion „Wer wir sind. #48h LHQ“ (Foto: Ludwig Hoffmann Quartier)
 

leben / 18.09.2017
Schlosspark Schönhausen wieder vollständig geöffnet

Nach dem Unwetter im Juli und der dadurch notwendigen Sperrung des Schlossparks Schönhausen zur Herstellung der Sicherheit ist die Parkanlage ab sofort wieder vollständig geöffnet. Der entstandene Schaden beträgt rund 200.000 Euro. Neben den Baumpflegearbeiten und den Kontrollen des gesamten Baumbestandes war es logistisch aufwendig, eine Parkanlage von 16 Hektar Größe wirksam abzusperren. Die Sicherheit der Besucher stand hier aber an erster Stelle. Geblieben sind noch kleinere Schäden, die keine Absperrungen mehr erfordern und sukzessive beseitigt werden.

forschen, leben, bilden / 18.09.2017
Einladung zum Lehrerkongress: Chemie in der Biologie

Die NORDOSTCHEMIE, das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie im Forschungsverbund Berlin e.V., das Gläserne Labor sowie weitere Kooperationspartner laden herzlich zum großen Lehrerkongress "Chemie in der Biologie" ein.

Termin: Freitag, 17. November 2017

Programm

ab 09:30 Uhr
Anmeldung & Eröffnung Markt der Möglichkeiten

10:00 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Martin Lohse, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie (angefragt)
Nora Schmidt-Kesseler, NORDOSTCHEMIE

10:30 Uhr
The Beauty of Science Teaching – Berliner Siegerprojekte bei Science@School der Bayer-Stiftungen
Thimo V. Schmitt-Lord MBE, CEO Bayer Foundations

11:00 Uhr
Einführungsvortrag „Chemie der Genomsequenzierung“
Dr. Sascha Sauer, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin

12:00 Uhr
Mittagspause & Markt der Möglichkeiten

13:00 Uhr
Workshops
W.1 – Chemie des Wassers (Sek I)
W.2 – Radioaktivität (Sek I)
W.3 – Küchenchemie/Seifenblasen (GS)
W.4 – CRISPR/Cas (Sek II)
W.5– Systembiologie (Sek II)
W.6 – Proteine (Sek II)

15:00 Uhr
Kaffeepause

15:30 Uhr
Führungen (optional)
F.1 – Fluoreszenz
F.2 – Blick ins Kleine

Moderation: Dr. Henning Otto, Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)

Anmeldung:
Anmeldungen sind bis zum 3. November 2017 über die Veranstaltungsseite von Nordostchemie möglich.

Der kostenfreie Kongress richtet sich an Grundschullehrkräfte und Lehrkräfte der Sekundarstufe I und II aller Schulformen aus Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In verschiedenen MINT-Workshops, durch Vorträge und Führungen auf dem Campus Berlin-Buch werden Sie viele interessante Impulse für Ihren Unterricht erhalten.

Ort: Max Delbrück Communications Center (MDC.C), Campus Berlin-Buch, Robert-Rössle-Straße 10, 13125 Berlin\n

Foto: Der große Hörsaal im MDC.C (Foto: Patrick Meinhold)

forschen / 18.09.2017
Studie an transplantierten Herzen gibt Risikogene für Herz-Kreislauf-Erkrankungen preis

Ein internationales Forschungsteam analysierte die RNA von transplantierten Herzen in der bis dato größten Transkriptom-Studie. Dabei fand es eine Reihe von neuen Risikofaktoren für die dilatative Kardiomyopathie und andere Herzerkrankungen, die damit zukünftig besser erkannt werden könnten.

Von zahlreichen Genen sind Varianten bekannt, die besonders anfällig für Herz-Kreislauf-Krankheiten machen. Doch diese Informationen sind lückenhaft. Nicht nur die Gene selbst, sondern auch die Art und Weise, wie sie abgelesen werden, beeinflussen das Erkrankungsrisiko. 

Mitunter sind Bereiche auf der DNA verändert, die das Abschreiben der Erbinformation auf RNA-Moleküle steuern. Die Menge an RNA, ob und wie dieser temporäre Informationsträger nachträglich modifiziert wird, wirken sich auf die Entstehung von Krankheiten aus. 

Um diese Prozesse auf der RNA-Ebene zu untersuchen, fehlt der Forschung aber Untersuchungsmaterial. „Es ist außerordentlich schwierig, menschliches Herzgewebe für genetische Studien zu gewinnen“, sagt Prof. Norbert Hübner, einer der leitenden Wissenschaftler der Studie „Auch deshalb sind längst nicht alle Varianten von Risiko-Genen bekannt.“

Zusammen mit einem Team des Helmholtz Zentrums München sowie Forschenden aus den Niederlanden und Singapur legte der Gruppenleiter vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (DZHK) nun eine Arbeit in der Fachzeitschrift Genome Biology vor. Sie ist die bis dato größte genetische Studie, die die gesamten abgelesenen Erbinformationen (das Transkriptom) im Herzgewebe von Gesunden und Kranken vergleicht.

Herztransplantationen ermöglichen größte genetische Studie
Das Forschungsteam interessierte, welche Gene das Risiko für eine dilatative Kardiomyopathie (DCM) erhöhen. Die erbliche Herzmuskelschwäche kann zu Herzversagen und zu plötzlichem Tod führen. 

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sammelten Biopsien der linken Herzkammer von 97 Patienten mit DCM und 108 gesunden Spendern während Herztransplantationen. Sie analysierten das Transkriptom und identifizierten so 228 Gene, die bei DCM-Erkrankten und Gesunden unterschiedlich abgelesen wurden. 

Auch bestimmte RNA-Moleküle oder RNA-Modifikationen kamen unterschiedlich oft vor. Das Forschungsteam bestätigte, dass diese regulatorischen Unterschiede vor allem bei den bereits bekannten DCM-Risikogenen auftreten. Zusätzlich bestimmten sie jedoch auch sechzig neue Gene, die im Herzen aktiv und bislang noch nicht mit DCM in Verbindung gebracht wurden. 

Menschen mit erhöhtem Risiko frühzeitig erkennen
Dr. Matthias Heinig, Erstautor und Gruppenleiter am Helmholtz Zentrum München, kommentiert: „Unsere Daten sind eine wertvolle Ressource für die gesamte Herz-Kreislauf-Forschung.“ Sie erleichterten die Bewertung von möglichen Risiko-Genen und würden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern neue Ansatzpunkte für die Entwicklung von Medikamenten und diagnostischen Tests bieten. „Ein solcher Test sollte Menschen mit erhöhtem Risiko frühzeitig erkennen“, sagt Heinig. „Dann könnten sie rechtzeitig behandelt werden oder ihren Lebensstil vorsorglich ändern.“ 

„Für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es heute zwar bereits zahlreiche klinische Anhaltspunkte,“ fügt der Mediziner Hübner hinzu. „Wir hoffen aber, dass eine Transkriptom-Analyse diese Vorhersagen einmal verbessern kann.“ 

Die Studie sei aus einem weiteren Grund ein großer Fortschritt, sagt Hübner: „Wir verstehen DCM nun besser. Unsere Studie hat Stellschrauben für die Entstehung der Krankheit entdeckt, die über die klassischen Gen-Mutationen hinausgehen.“ \n



Weiterführende Information
Website der AG „Experimentelle Genetik von Herz- Kreislauferkrankungen“
https://www.mdc-berlin.de/1150624/

Referenz
Matthias Heinig et al. (2017): „Natural genetic variation of the cardiac transcriptome in non-diseased donors and patients with dilated cardiomyopathy.“ Genome Biology. doi:10.1186/s13059-017-1286-z (Open Access) https://genomebiology.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13059-017-1286-z

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Abstract
Background: Genetic variation is an important determinant of RNA transcription and splicing, which in turn contributes to variation in human traits, including cardiovascular diseases. Results: Here we report the first in-depth survey of heart transcriptome variation using RNA-sequencing in 97 patients with dilated cardiomyopathy and 108 non-diseased controls. We reveal extensive differences of gene expression and splicing between dilated cardiomyopathy patients and controls, affecting known as well as novel dilated cardiomyopathy genes. Moreover, we show a widespread effect of genetic variation on the regulation of transcription, isoform usage, and allele-specific expression. Systematic annotation of genome-wide association SNPs identifies 60 functional candidate genes for heart phenotypes, representing 20% of all published heart genome-wide association loci. Focusing on the dilated cardiomyopathy phenotype we found that eQTL variants are also enriched for dilated cardiomyopathy genome-wide association signals in two independent cohorts. Conclusions: RNA transcription, splicing, and allele-specific expression are each important determinants of the dilated cardiomyopathy phenotype and are controlled by genetic factors. Our results represent a powerful resource for the field of cardiovascular genetics.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.  www.mdc-berlin.de

Das Helmholtz Zentrum München
Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. www.helmholtz-muenchen.de

Das Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)
Das Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) ist das größte nationale Zentrum zur Erforschung von Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems. Sein Ziel ist es, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schnellstmöglich in den klinischen Alltag zu überführen. Dazu vereint es exzellente Grundlagenforscher und klinische Forscher aus 30 Einrichtungen an sieben Standorten. Das DZHK wurde 2011 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gegründet und gehört zu den sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG), die sich der Erforschung großer Volkskrankheiten widmen.


Abbildung: Ein normales Herz pumpt mehr Blut (links), als ein dilatiertes (rechts). (Illustration: Dr. Eleonora Adami, MDC)

forschen / 12.09.2017
Neuartiges Kontrastmittel verspricht tiefe Einblicke in das Schicksal von Zellen


Das Schicksal bestimmter Zellen in tiefliegenden Geweben mit sehr geringen Mengen eines von außen anschaltbaren Kontrastmittels zu verfolgen – das war bislang kaum vorstellbar. Doch ein neues Kontrastmittel auf Basis von Gas-Vesikeln bringt dieses Ziel nun in greifbare Nähe: Das von Forschern des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin und des California Institute of Technology in Pasadena entwickelte Kontrastmittel wurde speziell für MRT und Ultraschall konzipiert. Da es von Zellen selbst hergestellt werden kann, wird man künftig Krankheitsprozesse visualisieren können, die bisher im Verborgenen blieben. Die Arbeit verspricht eine kleine Revolution für die Grundlagenwissenschaften und wurde jetzt in „Nature Protocols“ veröffentlicht.

Der optischen Bildgebung kommt beim Aufklären von biologischen Prozessen eine Schlüsselrolle zu. Mit entsprechender Technik lassen sich heute schon krankhafte Prozesse auf Zellebene visualisieren. Allerdings sind den Einblicken Grenzen gesetzt: Zum einen zieht die natürliche Zellteilung eine Verdünnung herkömmlicher Kontrastmittel nach sich, wodurch sich die Zellen nach einiger Zeit der Beobachtung entziehen. Außerdem fehlt es in tiefliegenden Geweben für die optische Bildgebung am nötigen Licht.

Diese Hürden könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Forschern vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin ist es jetzt gemeinsam mit Kollegen vom California Institute of Technology in Pasadena gelungen, ein neuartiges Kontrastmittel zu entwickeln, das sich sowohl gleichzeitig für die Magnetresonanztomographie (MRT) als auch für Ultraschall-Messungen eignet. Beide Bildgebungsverfahren können auch Signale von tiefliegenden Geweben detektieren und kommen obendrein – im Gegensatz zur Computer- oder Positronen-Emissions-Tomographie (CT bzw. PET) – ohne Strahlenbelastung aus.

Die anvisierten Zellen stellen das Kontrastmittel selber her
Das entscheidend Neue an diesem Kontrastmittel ist, dass es genetisch exprimierbar ist: Genau wie das „green fluorescent protein“ (GFP), das zellbiologische Studien revolutioniert hat, kann man es prinzipiell so einsetzen, dass die zu beobachtenden Zellen es selbst herstellen. Das Mittel verdünnt sich also nicht bei der Zellteilung, sondern kann dauerhaft von außen aufgespürt werden.

„Das hat entscheidende Vorteile für die Grundlagenwissenschaften“, kommentiert FMP-Forscher Dr. Leif Schröder die deutsch-amerikanische Co-Produktion, deren Ergebnisse jetzt in „Nature Protocols“ erschienen sind. „Wir werden das Schicksal bestimmter Zellen im Organismus verfolgen können, die uns bislang im Verborgenen geblieben sind.“

Das neue Kontrastmittel selbst besteht aus sogenannten Gas-Vesikeln. Das sind hohle Protein-Strukturen, die von bestimmten Bakterien hergestellt werden, um damit ihre Schwebetiefe im Wasser einzustellen – ähnlich wie die Schwimmblase bei Fischen. Dank der Arbeit der US-Forscher lassen sich die mit Gas gefüllten Vesikel schon jetzt in Mäusen sehr empfindlich im Ultraschall darstellen.

Die FMP-Forscher haben unterdessen das Edelgas Xenon für die MRT nutzbar gemacht, das eine etwa 20.000-fache Signalverstärkung erlaubt. Mithilfe einer speziellen Aufnahmetechnik kann das Kontrastmittel von außen an- und ausgeschaltet werden, und zwar bei bisher unvorstellbar geringen Konzentrationen. Momentan funktioniert das nur in Lösungen, aber die Forscher sind dabei, das unkonventionelle Diagnostik-Verfahren für Tierstudien nutzbar machen. Physiker Schröder schätzt, dass es noch rund ein Jahr dauern wird, bis man Bilder im Tier in ausreichend kurzer Messzeit aufnehmen kann. „Wir haben dann eine Empfindlichkeit wie bei der PET, aber ohne die Strahlenbelastung. Das war vorher für MRT praktisch undenkbar. Mit konventionellen MRT-Methoden würde man hierfür mehrere hunderttausend Jahre Messzeit benötigen“.

Wichtig für das zukünftige Verständnis von Krankheiten
Ein direkter Einsatz beim Patienten ist für diese Art Kontrastmittel bislang nicht vorgesehen, vielmehr soll es zur zellbiologischen Forschung an Tiermodellen dienen. Auch andere Wissenschaftler sollen es nutzen können.

„Wenn am Ende alles zusammenspielt, wäre das ein sehr großer Durchbruch für die Diagnostik und zum Verständnis von Krankheiten im Tiermodell“, betont Schröder, der seit über zehn Jahren die Anwendungen mit hyperpolarisierten Edelgasen für die MRT optimiert. Auch Therapieantworten ließen sich damit visualisieren und somit Medikamente verbessern.

Das Potenzial dieses Ansatzes wurde auch von den Verantwortlichen des Human Frontiers Science Program (HFSP) erkannt. Es fällt unter die Rubrik „High Risk High Gain“-Projekte und wird nicht zuletzt wegen seines interdisziplinären Zusammenspiels von Zellbiologie und Laser-Physik bis zum mathematischen Modellieren der Magnetisierung der Xenon-Atome seit einem Jahr mit dem HFSP-Grant gefördert.


Abbildung:
Elektronenmikroskop-Aufnahme von Gas-Vesikeln (links), die als hohle Protein-Nanostrukturen Gas reversibel binden. Xenon-MRT-Aufnahme (rechts), bei dem die Vesikel im zentralen Bereich mittels Hyper-CEST bei einer etwa 10.000-fach geringeren Konzentration als übliche MR-Kontrastmittel detektiert werden können.
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Publikation:
Nature Protocols 12(10): 2050-2080 (2017)
doi: 10.1038/nprot.2017.081
https://www.nature.com/nprot/journal/v12/n10/full/nprot.2017.081.html

Kontakt:
Dr. Leif Schröder
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin
E-Mail lschroeder@fmp-berlin.de
Tel. +49 (0)30 94793-121


Über das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

investieren, leben / 12.09.2017
Ausstellung zum Städtebauförderprogramm 'Stadtumbau' im Ortsteil Buch

Bis zum 31. Oktober 2017 ist im Bürgeramt Weißensee, Berliner Allee 252-260, 13088 Berlin, eine Ausstellung zum Städtebauförderprogramm 'Stadtumbau' in Berlin-Buch zu besichtigen. Die Schau entstand anlässlich des Tages der Städtebauförderung 2017 und war bereits beim Rundgang im ehemaligen Regierungskrankenhaus Buch zu sehen.\n

Auf sechs Tafeln gibt die Ausstellung einen Überblick zur Umsetzung des Programms Stadtumbau in Berlin und im Besonderen im Ortsteil Buch. Vorgestellt werden die Einrichtungen, die bisher mit den Fördermitteln umgebaut werden konnten, unter anderem das Bucher Bürgerhaus und der Kinderclub "Würfel", aber auch der Modulare Ergänzungsbau (MEB) für die Hufelandschule aus dem Jahr 2016 oder die Wegeerneuerung im Schlosspark. Den beiden Standorten des ehemaligen Regierungskrankenhauses und der Klinik der Staatssicherheit an der Hobrechtsfelder Chaussee ist eine Extratafel gewidmet. Zudem bietet die Ausstellung einen Ausblick zu den Perspektiven und den Herausforderungen des Stadtumbaus im wachsenden Ortsteil Berlin-Buch.

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Geöffnet Mo – Fr, 8 – 18 Uhr, Eintritt frei.

leben, heilen, bilden / 12.09.2017
Bildung nach Maß: 25 Jahre Akademie der Gesundheit

Interview mit Jens Reinwardt, Leiter und Geschäftsführer der Akademie der Gesundheit
Berlin/Brandenburg e.V.


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Wie ist die Akademie der Gesundheit entstanden?

Die medizinische Fachschule in Buch war die größte ihrer Art in der DDR und sollte nach der Wende abgewickelt werden. Wir hatten Glück, dass damals vier Krankenhäuser beschlossen, keine eigene Schule zu gründen, sondern uns mit der Ausbildung in der Krankenpflege beauftragt haben. Auf Empfehlung der Krankenkassen haben wir einen gemeinnützigen Verein gegründet.

Wie hat sich die Akademie seit ihrer Gründung im April 1992 verändert?

Unser Schulbetrieb startete mit der Ausbildung in der Kranken- und Kinderkrankenpflege, Arbeits- und Beschäftigungstherapie und für Masseure. 1993 haben wir Fort- und Weiterbildung ins Programm aufgenommen. Heute sind 29 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens Mitglied der Akademie, die Zahl der Ausbildungsberufe ist auf 12 gestiegen, und wir bieten in Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule zwei Bachelorstudiengänge an. Zu unseren Alleinstellungsmerkmalen zählen sehr moderne Skillcenter, die ein Lernen zwischen Theorie und Praxis ermöglichen. Neue Richtungen wie Logopädie und Notfallsanitäter sind erst kürzlich dazugekommen.
Mit Standorten in Buch, Bad Saarow und Eberswalde und 2.500 Bildungsteilnehmenden pro Jahr sind wir eines der größten privaten, staatlich anerkannten Bildungsunternehmen in unserer Branche. Wir verstehen uns heute als Beratungs- und Servicezentrum für Aus-, Weiter- und Hochschulbildung.

Was kann man sich darunter genau vorstellen?

Wir bieten unseren Teilnehmenden zwischen Ausbildung und Studium größtmögliche Flexibilität und berücksichtigen die individuellen Bildungsbiografien. Dies erfordert Beratung und Betreuung. Zugleich sind wir Servicepartner für unsere Mitgliedshäuser. Wir beraten sie dabei, Fachkräfte zu sichern und zu gewinnen. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf Deutschland. Auch unsere Colleges in Vietnam oder auf den Philippinen sind Teil unserer langfristigen Strategie zur Fachkräftesicherung. Dort bereiten wir Pflegekräfte auf den Einsatz in Berlin und Brandenburg vor. Darüber hinaus entwickeln wir unsere Bildungsinhalte gemeinsam mit unseren Mitgliedshäusern, so dass die Erfordernisse der Praxis stetig Eingang in die Theorie finden.
Ein sehr wichtiges Thema ist die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe in Deutschland, die in Europa schon längst Alltag ist. Wir werden uns diesem Prozess anpassen. Ein erster Schritt ist mit unserem Studienzentrum in Kooperation mit der Steinbeis Hochschule bereits getan.

Für welche Berufe rückt die Hochschulausbildung in Sicht?

Ab 2021 sollen die Logopäden, Ergo- und Physiotherapeuten eine grundständige Bachelorausbildung mit Hochschulabschluss durchlaufen. Dann werden die Gesundheits- und Krankenpflegenden und Hebammen folgen. Bei den Notfallsanitätern steht das akademische Niveau auch schon in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, also da bewegt sich schon einiges.

Welche Veränderungen würde dies mit sich bringen?

Zunächst einmal würde eine Hochschulausbildung Angehörige dieser Berufsgruppen noch besser in die Lage versetzen, sich permanent wissenschaftlich weiterzubilden. Dies wird zunehmend an Bedeutung gewinnen, da sich die Medizin sehr schnell entwickelt und neue Erkenntnisse im Pflege- und Therapieprozess Eingang finden müssen. Langfristig könnte die Akademisierung der Fachberufe zu einer Kompetenzverlagerung und Entlastung innerhalb der medizinischen Versorgung führen. So würden Gesundheits- und Krankenpflegende mehr Kompetenzen und Befugnisse erhalten und die Ärzte entlasten können. Gleichzeitig würden ihnen Assistenzkräfte zur Seite stehen. Aber das ist noch ein weiter Weg.

Wie bereiten Sie die Auszubildenden auf die Herausforderungen im Gesundheitssystem
vor?

Unsere Gesellschaft wird immer älter, Multimorbidität und Erkrankungen wie Demenz werden deutlich zunehmen. Pflege und Therapie werden komplexer und müssen gleichzeitig effizient und interdisziplinär abgestimmt durchgeführt werden. Unsere Ausbildung ist daher fachübergreifend angelegt. Dank der Vielzahl von Gesundheitsfachberufen unter einem Dach sind wir in der Lage, auch Kompetenzen angrenzender Disziplinen zu vermitteln – sowohl theoretisch als auch praktisch im Skillcenter. Die Auszubildenden der Gesundheits- und Krankenpflege, Ergo- und Physiotherapie und Logopädie lernen bereits jetzt gemeinsam anhand eines Moduls „Der alte Mensch“. Weitere Module zu den Themen Demenz und Schlaganfall werden folgen.
Wir vermitteln erkenntnistheoretische Grundlagen, um die Selbstreflexion im späteren Berufsalltag zu stärken, welches Wissen für den Versorgungsprozess benötigt wird. Derzeit bereiten wir auch ein Modul zu Kommunikation und Konfliktlösung vor, das für alle Berufsrichtungen gedacht ist; unser Fokus liegt nach wie vor auf der „zuhörenden“, also dem Patienten zugewandten Medizin.

Welche Entwicklungen stehen für die Akademie in der nächsten Zeit an?

Wir werden künftig auch Hebammen bzw. Entbindungspfleger ausbilden. Zum anderen wollen wir ein Zentrum für medizinische Simulation und Notfallmedizin gründen.

Wo sehen Sie die Akademie in 20 Jahren?

Meine Vision wäre: In zwanzig Jahren ist die Akademie eine der ersten Fachhochschulen in Deutschland für die Ausbildung nichtärztlicher Gesundheitsfachberufe. In diesem Zusammenhang werden sich die Kompetenzen der Berufsgruppen und der Versorgungsprozess verändern. Die Akademie wird ihre Mitgliedsunternehmen dabei eng begleiten und beraten. Die Studieninhalte werden stark auf die Patienten und den Versorgungsprozess fokussiert sein und insbesondere die Schnittstellen zwischen stationärer, ambulanter und häuslicher Versorgung beachten. Neben der Fachhochschule wird es eine Schule geben, die eine zweijährige Assistenzausbildung für Pflege- und therapeutische Berufe anbietet. Außerdem werden wir pflegende Angehörige in den Skillcentern weiterbilden, deren Ausstattung sich
bestens dafür eignet.

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Interview: Christine Minkewitz

Foto: Jens Reinwardt, Geschäftsführer und Leiter der Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg e.V. (Foto: Hans Wiedl/AdG)

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forschen, leben, heilen, bilden / 08.09.2017
Museum zur Bucher Wissenschaftsgeschichte an neuem Ort

Als das Institut für Hirnforschung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1930 auf dem Campus Buch seinen Betrieb aufnahm, war es das größte und modernste seiner Art. Mit Abteilungen für Anatomie, Histologie, Physiologie, Chemie und Pharmakologie, Psychologie, Genetik und einer Forschungsklinik wurde hier in Buch die Einheit von naturwissenschaftlich begründeter biomedizinischer Forschung und klinischer Medizin etabliert. Die Hirnforscher Oskar und Cecilie Vogt, der Genetiker Nikolai Wladimirovich Timoféef-Ressovsky gehören zu den prägenden Wissenschaftlern der Anfangszeit. Die Arbeiten von Timoféef-Ressovsky über strahleninduzierte Mutationen führten zu einer gemeinsamen Publikation mit den Physikern Max Delbrück und Karl Zimmer, die als Meilenstein der Entwicklung von der klassischen zur molekularen Genetik gilt. Über die Zeiten, zu denen auch ein dunkles Kapitel im Nationalsozialismus gehört, hat sich in Buch die molekularbiologische Forschung entwickelt, die noch heute den Schwerpunkt des Wissenschaftscampus bildet. Bis heute werden Grundlagen- und klinische Forschung auf einzigartige Weise verbunden.\n

Wiedereröffnung nach Umzug
Die Geschichte der Wissenschaft auf dem Campus Buch von der Hirnforschung bis hin zu den nachfolgenden Akademie-Instituten für Medizin und Biologie der DDR ist in einem kleinen Museum zu erfahren, das vor allem wissenschaftliche Geräte, Textdokumente und Abbildungen präsentiert. Jüngst ist das Museum in neue Räumlichkeiten des Oskar- und Cecile-Vogt-Hauses, dem ersten Laborgebäude des Campus, gezogen. Im Rahmen des jährlichen Campusfirmenfestes am 7. September wurde das neue Domizil feierlich eröffnet.

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„Wir freuen uns, die Exponate und Tafeln am neuen Ort viel großzügiger zeigen zu können“, erklärte Dr. Ulrich Scheller, Geschäftsführer der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch, im Rahmen der ersten Führung. Das Museum zeigt neuerdings auch eine Büste von Max Delbrück, die der litauische Künstler Alfridas Pajuodis geschaffen hat. Anlässlich der Wiedereröffnung dankte Dr. Scheller ihm sowie dem Sponsor Dr. Alexej Uschmajew persönlich für das Geschenk.

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Besucher können sich über Forschungsarbeiten und Wissenschaftler des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung und die Genetische Abteilung (1930 – 1945) informieren sowie über die Akademie-Institute (1947 – 1991) mit den Schwerpunkten Krebsforschung, Pharmakologie und Enzymologie sowie Biochemie und Molekularbiologie. Zu den Besonderheiten des Museums zählt der originale Arbeitsplatz von Timoféef-Ressovsky. Im so genannten genetischen Vivarium des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung finden sich unter anderem Sammlungen wissenschaftlicher Geräte und experimenteller Techniken vor allem histologischer Arbeiten, biochemischer und chemischer Arbeiten.

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Zu sehen ist zum Beispiel eine histologische Laboreinheit mit Mikrotomen und Mikroskopen aus der Zeit von 1890 - 1950. Zudem werden zahlreiche optische Geräte für die chemische und biologische Analytik in den 50er und 60er Jahren gezeigt, wie z.B. ein lichtelektrisches Lange-Kolorimeter zur Messung der Konzentration von Substanzen in Farblösungen, ein Michelson-Aktinometer zur Spektralanalyse sowie diverse Polarimeter. Darüber hinaus bietet die Ausstellung auch Dokumente und Geräte zur Geschichte der Elektronenmikroskopie, ein Elektronenmikroskop von 1966 gehört zu den wichtigen Exponaten.

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Das Museum ist künftig im Rahmen von Gruppenführungen und im Rahmen der regelmäßigen Campusführungen zu besichtigen.

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Museumsbesuch:

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  • Gruppenführungen ab 6 Personen nach Anmeldung
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  • Einzelpersonen können im Rahmen der monatlichen Campus-Führung einen Einblick ins Museum erhalten.
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Kontakt:

Campus-Öffentlichkeitsarbeit

Annett Krause

Tel. 030 / 9489 2920
E-Mail: a.krause@bbb-berlin.de

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Den Museumsflyer finden Sie hier zum Download.



Foto:
Ausstellungsbesucher am Tag der Wiedereröffnung. (Foto: Christine Minkewitz/BBB Management GmbH)

forschen / 07.09.2017
Wissenschaftliches Rechnen erfolgreich reproduzieren

Um während eines Experiments Datenberge erheben und später interpretieren zu können, ist die Wissenschaft zunehmend von computergestützten Analyseverfahren und Hochleistungsrechnern abhängig. Unterschiede in den Rechenumgebungen verursachen jedoch Probleme, wenn andere Gruppen die Ergebnisse reproduzieren wollen. Ein Team vom Berliner MDC arbeitet an einer Lösung.

Ein Eckpfeiler der Wissenschaft ist, dass Experimente und Ergebnisse reproduzierbar sein müssen. Soweit die Theorie. In der Praxis ist dieses Ziel mitunter schwer zu erreichen. Denn gerade die experimentellen Rahmenbedingungen moderner Hochdurchsatzverfahren sind nicht nur teuer, sondern das Resultat jahrelanger äußerst sorgfältiger Arbeit. Dass komplexe, maßgeschneiderte Computerprogramme oft die Analyse und Interpretation von Daten übernehmen, macht es noch schwerer, die Ergebnisse einer Forschungsgruppe unabhängig nachzuvollziehen.

Guix – eine freie Software, die Rechenumgebungen exakt und vollständig reproduzieren kann – könnte bei der Lösung dieses Problem helfen, sagt Ludovic Courtès vom Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung in Frankreich (Inria). Er arbeitet zusammen mit Ricardo Wurmus vom Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, sowie Kolleginnen und Kollegen des Utrecht Bioinformatics Center am Universitätsklinikums Utrecht und anderen Institutionen daran, Guix in den Dienst der wissenschaftlichen Reproduzierbarkeit zu stellen.

Erfassung kompletter Software-Umgebungen
Die National Science Foundation in den USA und Fachzeitschriften wie Nature legen auf die freie Verfügbarkeit von Quellcode und größtmögliche Reproduzierbarkeit mittlerweile großen Wert. „Doch ob ein Experiment reproduzierbar ist, hängt auch davon ab, ob sich die Softwareumgebung reproduzieren lässt“, sagt Courtès. „Besonders schwierig wird es, wenn Hochleistungsrechner erforderlich sind.“
Guix, das Teil des GNU-Projektes ist, löst mehrere Probleme auf einen Schlag. Es macht Nutzer von der Software-Verwaltung durch Administratoren unabhängig, sie können Softwareumgebung ganz an ihre Bedürfnisse anpassen. Das Programm hat auch Vorteile gegenüber beliebten „Containerlösungen“, die vergleichbar sind mit einem neuen Computer, auf dem bereits alles vorinstalliert ist, sagt Courtés. „Das funktioniert nur so lange, bis kleine experimentelle Änderungen vorgenommen werden, um eine neue Hypothese zu testen. Und das geschieht häufig in der Forschung.“
Die Guix-Software basiert auf der Idee, Software-Umgebungen eindeutig zu beschreiben, ähnlich einer mathematischen Funktion. So lassen sich alle Beziehungen von Programmen untereinander charakterisieren und diese auf das Bit genau reproduzieren. Auf diese Weise vereinigt Guix zwei Anforderungen an eine wissenschaftliche Software-Umgebung: Reproduzierbarkeit und individuelle Anpassung.

Guix für Wissenschaftler
Allerdings wurde Guix ursprünglich nicht für das wissenschaftliche Hochleistungsrechnen (engl. high performance computing, HPC) konzipiert. Daher arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von MDC, Inria und ihren Partnern an Funktionen, die Guix auf Rechen-Clustern lauffähig machen, um auch dort reproduzierbare Arbeitsabläufe zu etablieren. Außerdem passen sie Programme an das Guix-System an und stellen sie als Pakete zur Verfügung.

„Vor Guix war die Installation von wissenschaftlicher Software zwangsläufig ad-hoc“, sagt Ricardo Wurmus. „Forschungsgruppen haben ihre eigenen Softwarevarianten kompiliert, sie statisch in bestehenden Systemen verlinkt und gehofft, dass sich nichts ändert. Denn die Verwaltung von Softwareumgebungen war praktisch unmöglich. Heute managen wir mit Guix nicht nur eine Umgebung je Forschungsgruppe. Wir verwenden es auf allen Ebenen: Gruppe, Benutzer, Workflow und so weiter.“

Das Projekt soll zwei Jahre laufen. In dieser Zeit wollen sie Software-Reproduzierbarkeit an ihren Institutionen erreicht haben. Courtès sagt: „Mit Guix machen wir einen großen Schritt hin zu einem grundlegen wissenschaftlichen Ziel. Davon wollen wir alle überzeugen, die auf Hochleistungs-Rechner angewiesen sind.“

Weitere Informationen
Die Website des Guix-HPC-Projekts
Detaillierte Informationen in der Pressemitteilung des Nationalen Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung in Frankreich (Inria)
Diese Meldung bei MDC Insights
Website der Plattform für Bioinformatik (AG Altuna Akalin) \n


Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. http://www.mdc-berlin.de/

forschen, investieren, produzieren / 05.09.2017
AMAL Therapeutics wirbt 8 Mio. Euro (8,8 Mio. Schweizer Franken) in einem ersten Closing der Serie-B-Finanzierungsrunde ein

Das Schweizer Biotech-Unternehmen AMAL Therapeutics (AMAL), das neuartige, peptidbasierte therapeutische Krebsimpfungen entwickelt, gab heute den Abschluss einer ersten Tranche seiner Serie-B-Finanzierungsrunde über 8 Mio. Euro (8,8 Mio. Schweizer Franken) bekannt.
Die Mittel werden genutzt, um AMALs führenden Impfstoff (ATP128) in Richtung klinische Studien weiterzuentwickeln und einen Nachweis der Wirksamkeit bei Darmkrebs zu erreichen. Darüber hinaus will das Unternehmen seine proprietäre Technologieplattform für therapeutische Tumorimpfungen, KISIMA, weiterentwickeln.

Der Boehringer Ingelheim Venture Fund (BIVF), BioMedPartners und der Helsinn Investment Fund sind Ankerinvestoren. VI Partners, der High-Tech Gründerfonds und Schroder Adveq beteiligen sich ebenfalls.
Mit AMAL tätigt Schroder Adveq seine erste Investition im Bereich Life Sciences in der Schweiz. Für Helsinn bedeutet es zugleich die erste Beteiligung in der Schweiz.

AMALs KISIMA-Technologie hat in präklinischen Studien bereits zu einer hochwirksamen und langanhaltenden Anti-Tumor-Immunität geführt, wobei Tumor-Escape Mechanismen vermieden wurden. Diese vielversprechende präklinische Wirksamkeit wird durch eine Kombination aus einem zellpenetrierenden Peptid (CPP) und multiantigenen, chimären Peptiden sowie einem Toll-ähnlichen Rezeptoragonisten in einem rekombinanten Protein erreicht.

Dr. Hanna Kleczkowska vom Helsinn Investment Fund und Dr. Andreas Wallnöfer von BioMedPartners ziehen in den Aufsichtsrat von AMAL ein. Dr. Erwin Boos von Schroder Adveq wird als Beobachter dem Vorstand beitreten.

Dr. Madiha Derouazi, CEO und Gründer von AMAL Therapeutics, erklärt:
„Die Beteiligung renommierter Investoren an dieser Serie-B-Finanzierung belegt einmal mehr das Potenzial unserer KISIMA-Technologie und den Wert unserer wissenschaftlichen Entwicklungen. Wir sind nun in der Lage, unser führendes Vakzin gegen Darmkrebs, ATP128, in die klinische Entwicklung zu überführen und unsere Pipeline auch für andere Krebsindikationen weiterzuentwickeln.“

Dr. Knut Elbers, der den Boehringer Ingelheim Venture Fonds im Vorstand von Amal vertritt, fügt hinzu:
„Wir sind davon überzeugt, dass AMALs KISIMA-Technologie den Bereich der peptidbasierten Krebsimpfung revolutionieren könnte. Damit erhielten Patienten Zugang zu einer innovativen neuen Technologie. Aus diesem Grund haben wir uns als Seed-Investor am Unternehmen beteiligt. AMAL ist ein Pionier auf dem Gebiet der Immuntherapien und wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Madiha und ihrem Team.“

Dr. Andreas Wallnöfer, der BioMedPartners im Vorstand von Amal vertritt, sagt:
„Die neue Generation der Krebsvakzine von Amal Therapeutics hat das Potenzial, Tumore, die für das Immunsystem bislang nicht zugänglich waren, zu verändern und zu bekämpfen. Die Technologie könnte zudem die Wirksamkeit immunonkologischer Therapien wie Checkpoint-Inhibitoren verbessern und es Patienten erlauben, das volle Potenzial therapeutischer Krebsimpfungen auszuschöpfen. Das war die größte Motivation für unser Engagement.“

Riccardo Braglia, Vice Chairman und CEO der Helsinn Group, merkt an:
„Amal Therapeutics ist ein hochinnovatives Unternehmen mit einer großartigen Führungsmannschaft. Die neue KISIMA-Impftechnologie, die Tumorzellen gezielt angreift und zerstört, könnte für zahlreiche Krebspatienten einen signifikanten Nutzen bringen. AMAL passt hervorragend in das Portfolio des Helsinn Investment Fund und wir freuen uns darauf, gemeinsam mit ihnen den klinischen Fortschritt zu unterstützen.”

Über AMAL Therapeutics SA
AMAL Therapeutics SA ist ein privates Schweizer Biotech-Unternehmen, entstanden im Jahr 2012 als Ausgründung aus der Universität Genf. Mithilfe von KISIMA, seiner proprietären Impftechnologie-Plattform, entwickelt AMAL therapeutische Vakzine für onkologische Indikationen.
www.amaltherapeutics.com

AMAL Therapeutics SA
Dr. Madiha Derouazi
Chief Executive Officer
Tel.: +41 (0) 22 379 46 88
E-Mail: contact@amaltherapeutics.com

Instinctif Partners (PR-Agentur von AMAL Therapeutics)
Alex Shaw / Dr. Christelle Kerouedan
Tel.: +44 (0) 207 457 2020
E-Mail: amaltherapeutics@instinctif.com

Über Helsinn Group und den Helsinn Investment Fund
Helsinn ist eine privat geführte Pharmagruppe im Bereich der Krebsfürsorge mit einem umfangreichen Portfolio vertriebener Produkte und einer weitgefächerten Entwicklungs-Pipeline. Seit 1976 verbessert Helsinn den Alltag der Patienten, geleitet durch die Werte Respekt, Integrität und Qualität. Das Unternehmen ist in den Bereichen Pharmazie, Biotechnologie, medizinische Produkte und Nahrungsergänzungsmittel aktiv und verfügt über umfangreiche Kompetenzen in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung therapeutischer Produkte und Produkte für die unterstützende Behandlung von Krebs, Schmerzen und Entzündungen und für die Gastroenterologie. Der Hauptsitz von Helsinn liegt in Lugano, Schweiz, und es betreibt Tochtergesellschaften in der Schweiz, Irland und den USA und eine Niederlassung in China. Mit seinen Produkten ist das Unternehmen in 190 Ländern weltweit vertreten.

Helsinn Group Pressekontakt:
Paola Bonvicini
Group Head of Communication
Tel.: +41 (0)91 985 21 21
E-Mail: info-hhc@helsinn.com
Besuchen Sie www.helsinn.com
Twitter: @HelsinnGroup

Über BioMedPartners
BioMedPartners mit Sitz in Basel ist eine der führenden Venture-Capital-Gesellschaften Europas, das junge Unternehmen aus dem Bereich Life Sciences als Lead- oder Co-Lead-Investor mit privatem Beteiligungskapital unterstützt. Seit 2003 hat BioMedPartners in zahlreiche hochinnovative Unternehmen investiert, von denen 17 bereits erfolgreich von führenden Biopharmaunternehmen übernommen wurden oder einen Börsengang durchgeführt haben. Das Unternehmen verwaltet derzeit Kapital in Höhe von 320 Mio. Schweizer Franken und verfügt über ein starkes Team aus erfahrenen Branchenexperten. Darüber hinaus kann es auf ein breites Netzwerk in der Wissenschaft zurückgreifen. Im Februar 2017 gab BioMedPartners das erste Closing von BioMedInvest III, seinem dritten Wagniskapitalfonds mit einem anvisierten Volumen von 120–150 Mio. Schweizer Franken und einem Final Closing im ersten Quartal 2018, bekannt.

BioMedPartners Pressekontakt:
Dr. Andreas Wallnöfer
Tel.: +41 61 270 3552
E-Mail: info@biomedvc.com
Website: www.biomedvc.com

Über Schroder Adveq
Schroder Adveq wurde 1997 gegründet und ist ein führender Asset Manager für globale Investments in Private Equity. Die Gesellschaft bietet spezialisierte Anlagelösungen, die ihren Kunden Zugang zu ausgewählten Privatmarktsegmenten über Primär- und Sekundäranlagen sowie in Form von Direkt- und Co-Investments ermöglichen. Zum Kundenstamm von Schroder Adveq zählen institutionelle Investoren wie zum Beispiel Pensionskassen, Versicherungsgesellschaften, Stiftungen, Family Offices und andere Finanzinstitute mit Sitz in Europa, Nordamerika sowie der Region Asien-Pazifik. Viele Anleger von Schroder Adveq sind immer wiederkehrende langjährige Kunden, bei denen sich die Gesellschaft als vertrauenswürdiger Partner für Privatmarktanlagen etablieren konnte. Schroders Adveq ist in Zürich, Frankfurt, London, Jersey, New York, Peking und Hongkong mit eigenen Büros vertreten.
www.schroderadveq.com

Über VI Partners
VI Partners ist eine führende Schweizer Venture-Capital-Gesellschaft, die in universitäre Ausgründungen und andere vielversprechende Unternehmen im Bereich Gesundheit und IKT investiert. In den vergangenen zehn Jahren wurden in der Schweiz und den umliegenden Regionen mehr als 30 erfolgreiche Investitionen getätigt, um aussichtsreiche, technologiebasierte Ideen für Produkte und Services zu erfolgreichen Unternehmungen zu entwickeln. Das Team von VI Partners besteht aus erfahrenen Anlagespezialisten und einem weltweit anerkannten Netzwerk von Experten aus den Bereichen Industrie, Finanzen und Beratung.
https://www.vipartners.ch

Über den High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) ist Deutschlands aktivster Frühphaseninvestor. Mit einem Volumen von rund 820 Mio. EUR in drei Fonds finanziert er junge innovative Technologie Startups und unterstützt sie aktiv bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee. Thematisch ist die Aufstellung breit. Die drei Investmentteams fokussieren sich auf hardwarenahe Ingenieurwissenschaften, Life Science, Chemie und Material Science sowie Software, Media und Internet. Die Investoren des Public-Private-Partnership sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die KfW sowie namhafte Wirtschaftsunternehmen.
https://high-tech-gruenderfonds.de/de/\n


Kontakt:
High-Tech Gründerfonds Management GmbH
Dr. Frank Hensel
Schlegelstraße 2
53113 Bonn
Tel: +49 (228) 823 001-00
Fax: +49 (228) 823 000-50
info@htgf.de
www.high-tech-gruenderfonds.de

leben, bilden / 05.09.2017
23. Wirtschaftstag Berlin Pankow: "Wer macht in der Zukunft Arbeit?"

23. Wirtschaftstag Berlin Pankow
Wer macht in der Zukunft  Arbeit? – Veranstaltung am 14. September 2017

Der 23. Pankower Wirtschaftstag findet am Donnerstag, dem 14. September 2017 um 18 Uhr in der WABE, Danziger Straße 105, 10405 Berlin, statt. Die Pankower Politik mit Bezirksbürgermeister Sören Benn und der Bezirksstadträtin Rona Tietje, zuständig für Wirtschaftsförderung und Jugendamt, laden zusammen mit der Ausbildungsoffensive, dem Verein Berlin Pro Prenzlauer Berg und der Wetek zu einer Diskussion mit Schulsenatorin Sandra Scheeres und dem Staatssekretär für Arbeit und Soziales, Alexander Fischer, ein. Vor zehn Jahren startete die Ausbildungsoffensive unter dem Aspekt, Pankower Unternehmen für die duale Berufsausbildung zu aktivieren.\n

Ziel des Zusammenschlusses der bezirklichen Akteure war, zu zeigen, dass es für Arbeitgeber sinnvoll ist, junge Menschen auszubilden und für kleine und mittlere Unternehmen zu begeistern. Heute ist es umgedreht: Die Ausbildungsoffensive versucht für die Arbeitgeber Jugendliche zu finden, die Spaß an beruflicher Ausbildung in kleinen und mittleren Unternehmen haben. In Zeiten des zunehmenden Fachkräftebedarfs bewerben sich die Unternehmen um Ihre zukünftigen Mitarbeiter.

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Aber wie wird in der Zukunft im Zeichen der Digitalisierung gearbeitet? Arbeitsprozesse, die immer gleichen Algorithmen unterliegen, wird es nicht mehr geben, diese Prozesse werden Roboter und Maschinen übernehmen. Arbeit bekommt ein anderes Gesicht als noch vor  zehn Jahren. Ging es damals um Fertigkeiten, die erlernt und geübt werden mussten, wird es zukünftig mehr um die Organisation gehen. Mitarbeiter müssen in der Lage sein, die Arbeit zu strukturieren, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und möglichst zielgerichtet und konfliktarm zu kommunizieren. Diese Schlüsselkompetenzen bleiben und werden für die zukünftige Arbeit zunehmend wichtiger. Darauf müssen Unternehmen schon heute Ihre Auszubildenden vorbereiten. Tun sie es auch? Wie kommunizieren Unternehmen im Umgang mit potenziellem Nachwuchs? Wie viel handwerkliches Geschick, fachliche Kenntnisse und Knowhow brauchen die Mitarbeiter in Firmen zukünftig und wie werden sie darauf vorbereitet? Wie werden Schlüsselqualifikationen erworben? Werden sie in Schulen genügend thematisiert, gefördert und beurteilt? Welche Wege außerhalb der Schule eignen sich für die Erlangung dieser Kompetenzen?

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Diese und weitere Fragen sollen auf der Veranstaltung erörtert werden. Zudem werden an diesem Abend die besten Pankower Ausbildungsbetriebe des Jahres 2017 mit dem Ausbildungspreis geehrt.

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Fragen und Anmeldung zum Wirtschaftstag unter E-Mail: info@tic-berlin.de

forschen, produzieren, bilden / 04.09.2017
Summer School für angehende Unternehmer in den Life Sciences

forschen / 04.09.2017
Der Freisetzungsort ist entscheidend: Wichtiges Molekül für Botenstoffausschüttung in Synapsen identifiziert

Damit Nervenzellen miteinander kommunizieren können, werden an ihren Kontaktstellen, den Synapsen, chemische Botenstoffe freigesetzt. Dies geschieht durch synaptische Vesikel (Bläschen), die dabei mit der Zellmembran verschmelzen. Dieser Vorgang findet nicht irgendwo statt, sondern an ganz bestimmten Stellen innerhalb der Synapse. Wissenschaftler vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie und der Freien Universität Berlin haben nun das Molekül identifiziert, das diese Freisetzungsorte definiert und damit ein großes Rätsel in den Neurowissenschaften gelöst. Jetzt ist die wegweisende Arbeit im renommierten Fachmagazin „Neuron“ erschienen.

Damit Nervenzellen miteinander kommunizieren können, werden an ihren Kontaktstellen, den Synapsen, chemische Botenstoffe freigesetzt. Dies geschieht durch synaptische Vesikel (Bläschen), die dabei mit der Zellmembran verschmelzen. Dieser Vorgang findet nicht irgendwo statt, sondern an ganz bestimmten Stellen innerhalb der Synapse. Wissenschaftler vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der Freien Universität Berlin (FU) haben nun das Molekül identifiziert, das diese Freisetzungsorte definiert und damit ein großes Rätsel in den Neurowissenschaften gelöst. Die Ergebnisse tragen zu einem besseren Verständnis der synaptischen Transmission bei, sind aber auch Grundlage, um pathologische Vorgänge im Nervensystem besser erklären zu können. Jetzt ist die wegweisende Arbeit im renommierten Fachmagazin „Neuron“ erschienen.

Ob wir sprechen, laufen oder denken – unser Nervensystem ist ständig gefordert, elektrische Signale in chemische Informationen um- und wieder zurückzuwandeln. Diese Umwandlung passiert an den Kontaktstellen der Nervenzellen, den Synapsen. Erreicht ein elektrisches Signal die Synapse, wird ein Kalziumeinstrom durch spannungsabhängige Kalziumkanäle ausgelöst, der wiederum dazu führt, dass synaptische Vesikel die in ihnen gespeicherten chemischen Botenstoffe (Neurotransmitter) innerhalb weniger Millisekunden freisetzen. Hierzu verschmelzen die Vesikel blitzschnell mit der Zellmembran. Die chemischen Botenstoffe werden dann von der benachbarten Nervenzelle wiederum in ein elektrisches Signal zurückgewandelt. Wissenschaftler nennen das „synaptische Transmission“ – ein Vorgang, der elementar für Lebewesen ist.

Bekannt ist, dass jede Synapse über eine Vielzahl solcher Vesikel verfügt; die Botenstoffausschüttung jedoch nur an wenigen, ganz bestimmten Stellen erfolgt. Ähnlich wie bei den Startblöcken auf einer Aschenbahn, scheint die räumliche Anordnung der Freisetzungsorte zum Kalziumkanal elementar für die synaptische Transmission zu sein: Hier wie dort entscheidet der richtige Abstand darüber, wie schnell das Ziel erreicht werden kann – in diesem Fall, wie schnell das elektrische Signal in chemische Information umgewandelt wird. Bislang war allerdings unklar, welches Molekül diese Freisetzungsorte (engl. ‚release sites‘) festlegt.

Raum und Zeit sind aneinander gekoppelt\n

Wissenschaftler vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der Freien Universität Berlin (FU) konnten das fragliche Molekül nun identifizieren: Es handelt sich um das Protein Unc13A, das seinerseits kein Unbekannter ist. Schon in 1970er Jahren wurde es entdeckt, da Fehlfunktionen dieses Proteins bei Fadenwürmen zu unkoordinierten (engl. „uncoordinated“) Bewegungen führten, was die Namensgebung erklärt und schon damals auf eine wichtige Funktion des Moleküls schließen ließ.

„Wir wussten, dass das Molekül eine wichtige Rolle beim Informationstransfer spielt, denn wenn es fehlt, findet keinerlei synaptische Transmission mehr statt“, erläutert Neurowissenschaftler Dr. Alexander Walter vom FMP. „Wir wussten aber nicht, dass es auch den Platz für die Freisetzung der Botenstoffe aus Vesikeln definiert.“

Rund vier Jahre haben die Forscher gebraucht, um das Molekül durch die Kombination verschiedenster Messungen und optischer Methoden dingfest zu machen. Wurde das Protein innerhalb der Synapse anders platziert, verschoben sich auch die Freisetzungsorte und somit ihr Abstand zum Kalziumkanal. Dadurch änderte sich auch der zeitliche Verlauf der synaptischen Transmission, ähnlich dem Verschieben von Startblöcken zur Ziellinie. Je nach Abstand dauerte der Informationstransfer kürzer oder länger. Damit bewahrheitete sich die Vermutung, dass die räumliche Anordnung der Freisetzungsorte fest an den zeitlichen Ablauf des Informationstransfers zwischen Nervenzellen gekoppelt ist. „In unserer Studie konnten wir zeigen, dass die exakte Positionierung nötig ist, damit die synaptische Transmission mit einer bestimmten Geschwindigkeit erfolgen kann“, betont Walter. „Ich denke, jeder kann sich vorstellen, wie wichtig dies für eine akkurate Kommunikation zwischen den Nervenzellen und somit für die Funktionsweise des Gehirns ist.“

Bedeutung über die Grundlagenforschung hinaus

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Der Fund hat wesentlich zum Verständnis beigetragen, wie die synaptische Transmission organisiert ist und eine große Lücke in den Neurowissenschaften geschlossen.

Die Untersuchungen wurden an der Fruchtfliege durchgeführt, jedoch lässt sich das Prinzip der definierten Freisetzungsorte durch das essentielle Vorhandensein von Unc13 Proteinen auf höhere Organsimen bis zum Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit speziesübergreifend übertragen.

„Erst wenn wir die Grundlagen synaptischer Transmission kennen, sind wir in der Lage, auch pathologische Veränderungen zu verstehen, ähnlich der Tatsache, dass man ein Auto erst reparieren kann, wenn man dessen Funktionsweise verstanden hat“, meint Neurowissenschaftler Walter. Darum habe die Identifizierung des Moleküls auch Bedeutung über die Grundlagenforschung hinaus und könnte eines Tages Patienten mit neurologischen Erkrankungen zu Gute kommen.

Quelle:
Reddy-Alla, S., Böhme, M. A., Reynolds, E., Beis, C., Grasskamp, A. T., Mampell, M.M., Maglione, M., Rey, U., Babikir, H., McCarthy, A. W., Quentin, C., Matkovic, T., Dufour Bergeron, D., Mushtaq, Z., Göttfert, F., Owald, D., Mielke, T., Hell, S. W., Sigrist, S. J., and Walter, A. M.. (2017) Stable positioning of Unc13 restricts synaptic vesicle fusion to defined release sites to promote synchronous neurotransmission. Neuron http://dx.doi.org/10.1016/j.neuron.2017.08.016

Ansprechpartner für weitere Informationen:
Dr. Alexander M. Walter
Molecular and Theoretical Neuroscience
Leibniz Institute für Moleculare Pharmakologie
Charité Campus Mitte
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Tel. +49 (0)30-450-639-026
E-Mail awalter@fmp-berlin.de

Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Silke Oßwald
Tel. +49 (0)30-94793-104
E-Mail osswald@fmp-berlin.de

Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

Abbildung:
Neurotransmission: Proteine generieren und platzieren „release sites“ für effiziente Übertragung
Illustration synaptischer Aktivität und Struktur in unterschiedlichen Größenordnungen beginnend mit der Aktivitätskarte (links) einer neuromuskulären Endplatte der Larve einer Taufliege (Drosophila melanogaster), an welcher neuronale Aktivität der Fliege in die Kontraktion des Muskels umgewandelt wird. Schwarze Punkte kennzeichnen einzelne Kontakte (Synapsen) zwischen Nerv und Muskel. Die Aktivität einzelner Synapsen wurde bestimmt und je nach Stärke von blau (= inaktiv) bis rot (= sehr aktiv) dargestellt. Durch ein hochauflösendes (STED-) Mikroskop konnte die Zusammensetzung der Orte synaptischer Aktivität (sogenannte „Aktive Zonen“) genauer gezeigt werden: Hier lokalisieren die Proteine Bruchpilot (BRP, grün) und Unc13A (magenta). Ein Schema skizziert die Funktion der Proteine genauer: Unc13A generiert „release sites“ an denen synaptische Vesikel - die Botenstoffe (Neurotransmitter) enthalten - freigesetzt werden. Diese Unc13A-„release sites“ (also ‚Freisetzungsorte‘) werden durch BRP an der Synapse genauestens positioniert um eine präzise regulierte Signalübertragung zu garantieren.
(Illustration: Mathias Böhme, Andreas Grasskamp, Alexander Walter, FMP)

forschen / 04.09.2017
Zelle für Zelle den Beginn des Lebens rekonstruieren

Das virtuelle Modell eines Taufliegen-Embryos zeigt in bisher ungekannter räumlicher Auflösung, in welchen Zellen welche Gene aktiv sind. Über eine interaktive Datenbank-Oberfläche können Forscherinnen und Forscher eine Blaupause der frühen embryonalen Entwicklung erkunden.

Wenn sich das befruchtete Taufliegen-Ei 13 Mal geteilt hat, besteht es aus etwa 6.000 Zellen. Unter dem Mikroskop sehen sie alle gleich aus. Dennoch weiß jede Zelle des Drosophila melanogaster-Embryos, ob sie eine Nerven- oder eine Muskelzelle werden wird – beziehungsweise Teil des Darms, des Kopfes oder des Hinterteils. Nun haben die Teams um Nikolaus Rajewsky und Robert Zinzen vom Berlin Institute of Medical Systems Biology (BIMSB) am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) die jeweils einzigartigen Genexpressionsprofile dieser Zellen analysiert und die gewonnenen Daten mithilfe eines neuen Algorithmus räumlich kartiert. Das Ergebnis ist ein virtueller Embryo, der genau zeigt, welche Gene zu diesem Zeitpunkt an welcher Stelle aktiv sind. „Im Grunde genommen ist es eine Blaupause für die frühe Entwicklung“, sagt Robert Zinzen, der Leiter der Forschungsgruppe „Systembiologie der Differenzierung von neuronalen Zellen und Geweben“. Die Studie erscheint als First Release in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Science.

„Es ist erst seit kurzem möglich, in großem Maßstab die Genexpression für das gesamte Erbgut in einzelnen Zellen zu untersuchen. Nikolaus hat das Potenzial dieser Technologie früh erkannt und es in seinem Labor etabliert“, sagt Zinzen. „Dann hat er überlegt, ob die Einzelzell-Transkriptom-Daten allein ausreichen könnten, um für komplex aufgebaute Gewebe räumliche Muster der Genexpression für das gesamte Erbgut zu errechnen.“ Es stellte sich heraus, dass das BIMSB nicht nur das perfekte Modell-System hat – den Drosophila-Embryo – sondern auch die richtigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der richtigen Expertise zusammenbringt, von Physik und Mathematik bis hin zu Biochemie und Entwicklungsbiologie. Da die Lösung vieler biologischer Probleme die Entwicklung neuer computergestützter Analyseverfahren, eine entsprechende Expertise und Rechenkapazität erfordert, vereint das Institut seit seiner Gründung Labore mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen.

Die Gleichzeitigkeit der ersten Zellteilungen durchbrechen
Nikolaus Rajewsky hat es Spaß gemacht, 15 Jahre nach seiner Zeit als Post-Doc an der Rockefeller University zur Entwicklung der Taufliege und den Gen-regulatorischen Elementen in Drosophila-Embryonen zurückzukehren. „Der virtuelle Embryo ist viel mehr als nur eine Fingerübung zur Kartierung von Zellen“, sagt Rajewsky, der die Forschungsgruppe „Systembiologie von Gen-regulatorischen Elementen“ leitet. Mithilfe der interaktiven Datenbank Drosophila Virtual Expression eXplorer (DVEX) können Forscherinnen und Forscher sich irgendeines von etwa 8.000 exprimierten Genen in jeder Zelle anschauen und fragen: „Gen X, wo und in welchem Umfang bist Du gerade aktiv? Auf welche anderen Gene trifft das in der gleichen Zelle ebenfalls zu?“  Das funktioniert auch für die rätselhaften langen nicht-kodierenden RNAs. „Um neue regulatorische Elemente zu identifizieren und sogar Ideen für biologische Mechanismen zu bekommen, können Forscher nun virtuelle Experimente machen statt zeitraubender In-situ-Hybridisierungen im Labor“, sagt Rajewsky. „Was mit den Standard-Methoden Jahre dauern würde, kann man nun in ein paar Stunden erledigen.“

In ihrer Studie beschreiben die MDC-Forscherinnen und Forscher etwa ein Dutzend neue Transkriptionsfaktoren und deutlich mehr lange nicht-kodierende RNAs, die zuvor noch nie untersucht worden waren. Sie schlagen auch eine mögliche Antwort auf eine Frage vor, die die Wissenschaft seit 35 Jahren vor ein Rätsel stellt: Wie schafft es der Embryo, die Synchronizität der ersten Zellteilungen zu durchbrechen, um komplexere Strukturen zu bilden?

Während der Gastrulation, einer frühen Phase der embryonalen Entwicklung, bilden sich die Keimblätter. Das Schicksal der einzelnen Zellen – zu welchen Geweben und Organen sie sich differenzieren können – wird festgelegt. „Wir glauben, dass der Signalweg Hippo zumindest teilweise dafür verantwortlich ist, die Gastrulation vorzubereiten“, sagt Rajewsky. Der Signalweg kontrolliert die Größe von Organen, von Zellzyklen und -vermehrung. Er wurde aber noch nie mit der Entwicklung des frühen Embryos in Zusammenhang gebracht. „Wir haben nicht nur gezeigt, dass Hippo in der Fliege aktiviert ist. Wir konnten sogar vorhersagen, in welchen Teilen des Embryos er das Einsetzen der Mitose beeinflusst und damit die Synchronizität durchbricht. Und das ist nur ein Beispiel dafür, wie nützlich unser Werkzeug für das Verständnis von Mechanismen ist, die traditionellen Ansätzen entgangen sind.“

Eine komplizierte Geburt
Als die Forscherinnen und Forscher die Arbeit am virtuellen Embryo begannen, war unklar, ob das Projekt überhaupt technisch durchführbar war. Eine Säule ihres Erfolgs ist die Drop-Seq-Technologie. Diese neue, auf Tröpfchen basierende Mikrofluidik-Methode ermöglicht es, Transkriptom-Profile von Tausenden Einzelzellen zu einem niedrigen Preis zu gewinnen. Ein Student, Jonathan Alles, hatte sie im Labor von Rajewsky eingerichtet.

Allerdings mussten die Fliegenembryonen genau zu Beginn der Gastrulation ausgesucht werden. Philipp Wahle, ein Doktorand im Labor von Robert Zinzen, hat etwa 5000 von Hand verlesen und sie in einzelne Zellen aufgetrennt. „Ich war davon überzeugt, dass wir damit einen großen und einzigartigen Datensatz gewinnen werden. Das war eine große Motivation“, sagt Wahle. Der mühselige Prozess schaffte eine neue Herausforderung. „Man braucht mehrere Tage, bis genug Material für eine Sequenzierung vorhanden ist“, sagt Christine Kocks, die das Einzelzell-Sequenzierungsteam leitete. Es bestand aus Jonathan Alles, Salah Ayoub und Anastasiya Boltengagen, die gemeinsam mit Nikos Karaiskos die Tröpfchen-basierte Sequenzierung optimierten. „Wir mussten also einen Weg finden, um die Transkriptome in den Zellen zu stabilisieren“, fügt Kocks hinzu. „Schließlich schlug Nikolaus vor, Methanol zu verwenden – basierend auf seinen früheren Arbeiten mit C. elegans-Embryonen.“ Die neue Methode zur Einzelzell-Fixierung wurde im Mai 2017 in BMC Biology vorgestellt.

Während die Daten immer besser wurden, stand Nikos Karaiskos, ein theoretischer Physiker und Bioinformatiker in Rajewskys Labor, vor einer anderen Herausforderung. Kein bereits existierender Ansatz eignete sich dafür, die Zellen räumlich zu ordnen und den Drosophila-Embryo zu rekonstruieren. „Ich habe die Daten immer und immer wieder gefiltert, um sie zu verstehen und die Zellen zu kartieren. Der Prozess änderte sich etliche Male auf dem Weg zum Ziel“, sagt Karaiskos. Es gab viel Austausch zwischen Informatik und Forschungslabor, so wie es charakteristisch für das BIMSB ist. “Ich musste meine Arbeit die ganze Zeit in Frage stellen, schauen, was fehlt und wie man es besser machen kann.“  Er entwickelte schließlich einen Algorithmus namens DistMap, der Transkriptom-Daten von Zellen so kartieren kann, dass sie im virtuellen Embryo an ihrer ursprünglichen Position zu finden sind.

Durch unerschlossenes Terrain navigieren
Der virtuelle Embryo erlaubte es Karaiskos, schnell und leicht die Expression Tausender Gene vorherzusagen – eine beinahe unmögliche Aufgabe mit herkömmlichen Experimenten. Unterstützt von Claudia Kipar bestätigte dann Philipp Wahle die Vorhersagen im Labor mit einem traditionellen Ansatz: In-situ-Hybridisierungen zeigen die Gen-Expressions-Profile mit farbigen Mustern, die unter dem Mikroskop sichtbar sind. „Zu diesem Zeitpunkt umfängt eine einzelne Zell-Lage den gesamten Taufliegen-Embryo“, sagt Wahle. „Deshalb kann man die Zellen gut erreichen und die errechneten Daten mit den Mustern vergleichen.“

Zum ersten Mal war es möglich, etwa 6000 Zellen eines Embryos einzeln anzuschauen, ihre Genexpressionsmuster zu beurteilen – und zu verstehen, was ihr Verhalten im Embryo festlegt. „Der wichtigste technologische Fortschritt dieser Studie ist, dass die räumliche Auflösung nicht verloren geht. Denn diese Dimension ist nötig, schließlich arbeiten embryonale Zellen orchestriert im Raum zusammen“, sagen die Wissenschaftler. „Das ist unerschlossenes Terrain. Man braucht dafür neue bioinformatische Methoden, um die gesammelten Daten zu verstehen.  Das hat in unserer Zusammenarbeit hervorragend geklappt, nicht zuletzt weil das Team von Nikolaus Rajewsky dank seiner Zusammensetzung die Ansätze aus Labor und Bioinformatik verbindet.“  Ein bedeutender Vorteil war, dass beide Gruppen nicht nur an Technologie interessiert sind, sondern sie biologische Fragestellungen lösen wollen, sagt Rajewsky. „Robert hat ein sehr fundiertes Wissen der Entwicklungsbiologie. Wir beherrschen die Sequenzierung von Einzelzellen umgehen und besitzen die Computer-Expertise, um die passenden analytischen Verfahren und Algorithmen zu entwickeln. Solche neuen Algorithmen können uns helfen, die der frühen Entwicklung zugrundlegende Gen-regulatorischen Interaktionen aufzuklären und wirklich zu verstehen.“

Die Gruppen planen bereits die nächsten Projekte. Ein Beispiel wäre, die Kartierung zu verschiedenen Zeitpunkten zu wiederholen. So könnte man die Zusammenarbeit der Zellen beobachten, wenn sie Organe formen. Zudem wollen die Forscherinnen und Forscher testen, ob die Kartierung auch bei komplexeren Geweben funktioniert.

Weiterführende Informationen

    Drosophila Virtual Expression eXplorer: www.dvex.org   
    Webseite der Forschungsgruppe von Nikolaus Rajewsky
    Webseite der Forschungsgruppe von Robert Zinzen\n

Bild: Die Vorhersagen überprüfen: Ob die Vorhersagen des Algorithmus korrekt waren, überprüften die Forscher im Experiment mit Taufliegen-Embryonen. Die DNS in den Zellkernen ist in diesem Bild blau angefärbt. Dadurch ist die Morphologie des Embryos erkennbar. Auf der linken Seite setzt sich gerade der Kopf vom Rest des Körpers ab, in der Mitte beginnt eine Einstülpung – diese beiden Merkmale sind charakteristisch für Embryonen in dieser Entwicklungsphase. Rot leuchten die Stellen, an denen das Gen DsRed aktiv ist. Das Experiment spiegelt die Vorhersage wider. (Foto: Philipp Wahle, BIMSB am MDC)

leben / 31.08.2017
Pankower Kandidat*innen-Check aus Frauensicht

Das Frauennetz Pankow lädt am 12. September 2017, ab 18:30 Uhr, alle Pankower/innen in den Großen Ratssaal des Rathauses Pankow, Breite Straße 24 a – 26, 13187 Berlin, ein, um ihre Direktkandidatinnen und -kandidaten genau unter die Lupe zu nehmen. Bei der Veranstaltung können Bürgerinnen die anwesenden Politikerinnen und Politiker befragen und prüfen, wie diese sich im Bundestag für wichtige Themen einsetzen wollen - beispielsweise für verlässliche Kinderbetreuung, eine bessere Anerkennung von Sorge- und Pflegearbeit, bezahlbaren Wohnraum oder gleiche Bezahlung für Frauen und Männer. \n

Folgende Bundestagskandidat*innen haben die Teilnahme an der Veranstaltung zugesagt:

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Daniela Kluckert, Athanasia Rousiamani-Goldthau (FDP), Stefan Gelbhaar, Canan Bayram (Bü90/ Die Grünen), Timur Husein (CDU), Klaus Mindrup (SPD), Stefan Liebich (Die LINKE), Maria von Bolla (Die Partei).

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Das Pankower Frauennetz ist ein frauenpolitisches Bündnis der Pankower Frauenprojekte, des Frauenbeirates Pankow und der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes Pankow. Weitere Infos bei EWA e.V. Frauenzentrum, kultur@ewa-frauenzentrum.de oder bei der Gleichstellungsbeauftragten Pankow, heike.gerstenberger@ba-pankow.berlin.de.

leben, erkunden / 31.08.2017
12. Internationales Bildhauersymposium "Steine ohne Grenzen"

In diesem Jahr fand das Bildhauersymposium "Steine ohne Grenzen" in Marzahn statt. Rudolf J. Kaltenbach, hat das internationale Symposium ursprünglich in Buch ins Leben gerufen. Am 4. September, 16 Uhr, laden die Beteiligten herzlich zur Eröffnung der Abschluss-Ausstellung im Foyer der Hauptfördererin HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH in der Ferdinand-Schultze-Str. 71, 13055 Berlin, ein.\n

Internationale Künstlerinnen und Künstler arbeiteten seit Mai 2017 Skulpturen aus Stein und Holz in den parkähnlichen Innenhöfen der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH für die Skulpturen-Straße des Friedens durch Europa. Unter dem Motto „Wir leben Vielfalt - Gärten der Kunst“, war das Symposium darauf ausgelegt, dass von Anfang an Projekte mit Kindern und Jugendlichen, sowohl in Form von aktiver Einbeziehung im Rahmen von Projektwochen, als auch Führungen und Gesprächen mit den Künstlern durchgeführt werden.

Einen eigenen Sandsteinblock gestalteten:

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  • die Bewohner des Wohnheims für Flüchtlinge Hausvaterweg in Falkenberg
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  • Jugendliche vom 1. FC Marzahn,
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  • Schüler und Schülerinnen des Barnim Gymnasiums
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  • Flüchtlinge aus dem Prisodwohnheim aus der Gegner Straße in Hohenschönhausen und aus dem Containerbau in Falkenberg
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  • Kinder des SOS-Kinderdorf e.V. in Berlin-Moabit
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Anwohner gestalteten einen zweiten Sandsteinblock für ihren Innenhof.

Künstlerinnen und Künstler und deren Symposiums-Projekte:

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  • Sabine Teubner MBaye, Bildhauerin (ehemalige Schülerin von Prof. Stötzer, Kunsthochschule Berlin-Weißensee) Sandsteinskulptur,
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  • Mansour Ciss Kanakassy, Bildhauer aus Senegal ( Institut „National des Arts du Senegal“) Holzskulptur,
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  • Rudolf J. Kaltenbach, Bildhauer und Gründer der Skulpturenlinie Steine ohne Grenzen,
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  • Hartgesteinsskulptur
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  • Silvia Fohrer, Bildhauerin und Gründerin der Skulpturenlinie Steine ohne Grenzen, Hartgesteinsskulptur
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  • Karl-Heinz Ehlers initiiert das Reinhold-Lingner-Projekt zusammen mit seinem Bruder
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  • Egon Ehlers, Mitglied der Dahlien-Gesellschaft e.V.,
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  • Yauheniya Usimava, Bildhauerin aus Weißrussland (Absolventin der Kunsthochschule
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  • Berlin-Weißensee) Sandsteinskulptur
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Neue Medien: Rainer Dunkel
Organisator des Symposions ist Rudolf J. Kaltenbach, Bildhauer


Herzliche Einladung zur Eröffnung der Ausstellung
im Foyer der HOWOGE am 4. 9. 2017 um 16.00 Uhr,
Ferdinand-Schultze-Str. 71, 13055 Berlin
Ausstellungsdauer: 4. 9. 2017 bis 28. 9. 2017
Öffnungszeiten: Mo-Do 8 - 18, Fr 8 -15 Uhr

Rundgänge zu den einzelnen Werken der Künstlerinnen und Künstler in den HOWOGE Innenhöfen finden am 6., 13. und 20. Oktober 2017 statt. Ausgangsort ist der Hof bei der Dessauer Str. 17, 12689 Berlin-Marzahn Uhrzeit 17.00 Uhr.

Hauptförderer ist die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH,
weitere Förderer Fa. BESCH, Fa. DIMU, DEVK, Berliner Forsten, Fa. Vattenfall
Ansprechpartner:
Rudolf J. Kaltenbach, bb-EwerKultur im denkmalgeschützten E-Werk der Fa. Vattenfall,
Schwanebecker Chaussee 5-9, 13125 Berlin-Buch, Tel. 0175 7562872
Mail: steineohnegrenze@aol.com

leben, erkunden / 25.08.2017
Schlosspark Schönhausen ab 25. August 2017 größtenteils wieder geöffnet

Am Freitag, dem 25. August 2017 werden überwiegende Teile des Schlossparks Schönhausen wieder für die Öffentlichkeit frei gegeben. Damit werden wichtige Wege wie die Schlossallee und die Verbindung zwischen Galenusstraße und Schlossallee wieder begehbar. Lediglich der südliche Parkbereich parallel zur Straße Am Schlosspark muss aus Gründen der Sicherheit weiter gesperrt bleiben. Die Sicherungs- und Aufräumarbeiten dauern hier noch an.\n

Bitte meiden Sie weiterhin den noch gesperrten Teil, dort besteht noch immer akute Lebensgefahr! Beachten Sie bitte die Hinweisschilder sowie die Absperrungen vor Ort!

forschen, produzieren / 23.08.2017
EPO Berlin-Buch GmbH - 20 Jahre am Puls der Krebsforschung

Interview mit Dr. Jens Hoffmann, Geschäftsführer der Experimentellen Pharmakologie & Onkologie Berlin-Buch GmbH (EPO)

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Dr. Hoffmann, Ihr Unternehmen, die EPO Berlin-Buch GmbH, ist ein Spin-off des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und feierte kürzlich sein 20-jähriges Jubiläum. Was zeichnet EPO aus?

Unser Unternehmen bietet einen komplexen Service für die Entwicklung neuer Antitumorsubstanzen und neuer Therapiekonzepte. Mit individuellen Tumormodellen unterstützen wir die Grundlagen- und die angewandte Forschung. Unsere Modelle setzen wir ein, um neue Zielmoleküle zu identifizieren, Substanzen zu testen oder spezifische pharmakologische Studien durchzuführen. Wir prüfen die Wirksamkeit und Pharmakokinetik von Wirkstoffkandidaten sowie deren Verträglichkeit und klären die Wirkmechanismen auf. Mit patientenspezifischen Tumormodellen sind wir auch in der Lage, Empfehlungen für eine individualisierte Krebstherapie abzuleiten. Als forschendes Unternehmen beteiligen wir uns an EU-weiten Forschungsverbundprojekten zur molekularen Tumortherapie.

Welchen Kundenkreis haben Sie?

Wir arbeiten für etwa 150 Kunden weltweit, darunter Pharma- und Biotechnologieunternehmen, Kliniken und Forschungseinrichtungen. Hauptsächlich sind unsere Kunden in Europa; ein signifikanter Teil der Aufträge kommt auch aus den USA und Japan.

Wie hat sich das Geschäftsmodell von EPO entwickelt?

Als EPO gegründet wurde, waren die meisten neuen Krebsmedikamente noch klassische Chemotherapeutika, also zytotoxische Substanzen. Diese wurden in drei bis vier Tumormodellen geprüft und erwiesen sich dort zumeist als wirksam. In den klinischen Studien folgte dann oft die große Enttäuschung, weil sie nicht besser als bereits existierende Therapien oder zu toxisch waren.

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Mit der Etablierung des Fachgebiets Molekulare Biologie und der Genforschung folgte jedoch in den letzten zehn Jahren ein gravierender Umbruch in der onkologischen Forschung: Es wurde möglich, Tumore komplett zu sequenzieren, die Mutationen zu identifizieren und zielgerichtete Arzneimittel zu entwickeln. Letztere sind oft auf kleinere Subgruppen von Tumoren beziehungsweise von Patienten gerichtet. Dieser Entwicklung mussten wir auch bei EPO Rechnung tragen. Anfangs hatten wir etwa dreißig Tumormodelle zur Verfügung, heute haben wir über 500. So viele Modelle zu etablieren ist zeitaufwändig und kostet viele Ressourcen. Denn diese Modelle mussten wir umfassend genomisch und pharmakologisch charakterisieren. Früher hat man zum Beispiel an Kolon-Tumormodellen wahllos alle potenziellen Arzneimittel getestet – ohne zu wissen, welche genetischen Profile sie haben. Momentan haben wir 200 Kolontumore, die in unterschiedliche genetische Subgruppen unterteilt sind, für die entsprechend angepasst Medikamente entwickelt und bei uns getestet werden.

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Wir nutzen die Modelle heute auch für die Validierung neuer Zielstrukturen, sogenannte Targets. Mit modernen genomischen Technologien können wir diese Strukturen in unseren Modellen ausschalten und die funktionelle Bedeutung erkennen.

Welche neuen Technologien haben Sie im Laufe der Jahre etabliert?

Seit ein paar Jahren bieten wir die Bildgebung von Tumoren an, auch Imaging genannt. So können wir das Tumorwachstum in Organen verfolgen, ohne operativ in den Organismus eingreifen zu müssen. Dafür haben wir Geräte für die optische Biolumineszenz und für Ultraschall angeschafft. Wir haben auch eine eigene Tumorpathologie etabliert, so dass wir feststellen können, welche Veränderungen die Behandlung beim Tumor verursacht hat. Geht der Tumor wirklich zugrunde oder gibt es kleine Gruppen von Zellen, die doch überlebt haben? Im Gegensatz zur Pathologie beim Menschen wissen wir genau, wie der Tumor vor der Behandlung ausgesehen hat. Wir können ihn auch wiederholt sequenzieren, um zu sehen, ob sich beispielsweise durch die Therapie etwas verändert. Wir können die Genexpression verfolgen oder epigenetische Analysen durchführen. Das ist sehr umfangreich. Weil genomische Technologien essenziell für unsere Dienstleistungen sind, verfügen wir seit 2013 über ein eigenes Next-Generation-Sequencing-Gerät.

Ein wichtiger Entwicklungsschritt von EPO geht derzeit in Richtung Immuntherapie, die in den letzten Jahren stark im Fokus steht. Man weiß, dass die Tumore Mechanismen entwickeln, um dem Immunsystem zu entkommen. Diese Abwehrstrategien kann man blockieren, so dass die Tumorzellen wieder vom Immunsystem erkannt und teilweise eliminiert werden. Bei 10 bis 20 Prozent der Patienten erzielt die Immuntherapie hervorragende Ergebnisse. Um Therapeutika, die Immunzellen gegen den Tumor aktivieren, in präklinischen Studien testen zu können, arbeiten wir derzeit intensiv daran, Tumormodelle mit einem humanen Immunsystem auszustatten. Die bisherigen Modelle sind immundefizient, um eine Abstoßung des Tumors zu verhindern.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, haben wir über die Neugründung der cpo – cellular phenomics & oncology GmbH auch 3D-Zellkulturen in unser Portfolio implementiert, korrespondierend zu unseren Tumormodellen. Diese 3D-Zellkulturen simulieren den komplexen Aufbau eines Tumors so gut, dass sie einem in vivo-Modell fast ebenbürtig sind. In den kommenden Jahren wollen wir neue Modelle entwickeln, die zum Beispiel Blutgefäßvorläuferzellen oder Immunzellen beinhalten und noch differenziertere Aussagen erlauben.

Mit welchen Einrichtungen und Unternehmen kooperiert EPO hier auf dem Campus?

Seit EPO 1997 aus dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) ausgegründet wurde, ist es ein wichtiger Kooperationspartner des MDC, aber auch des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie (FMP). Aktuell arbeiten wir mit Forschungsgruppen von MDC, der Charité und vom FMP sowie mehreren Campusfirmen zusammen.

Vor welchen Herausforderungen steht Ihr Unternehmen?

Die Technologien für molekulare Analysen sind sehr teuer, aber wir müssen unsere Modelle in diese Richtung charakterisieren. Dies aus eigener Kraft zu realisieren, ist eine der Herausforderungen. Durch den globalen Wandel in der Krebsforschung gibt es mittlerweile auch ernstzunehmende Konkurrenz in China und in den USA, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Wir versuchen, uns durch Qualität und durch Spezialisierungen abzuheben, indem wir nicht nur Standardtechnologien anbieten, sondern hochentwickelte, komplexe Modelle in Verbindung mit Imaging und der humanisierten Tumormodell-Technologie.

EPO ist bekannt ist als familien- und mitarbeiterfreundlich. Woran machen Sie das fest?

Wir haben einen hohen Frauenanteil und sehr viele junge Mitarbeiterinnen. Im letzten Jahr konnten wir fünf Babys begrüßen, und es ist nicht einfach, wenn zeitgleich mehrere Mitarbeiterinnen im Babyjahr sind, zumal ihre Arbeitsplätze hoch spezialisiert sind. Die Schwangeren müssen zudem bei uns sofort mit der Laborarbeit aufhören, weil dies für sie strikt verboten ist. Umso mehr freuen wir uns auf ihre Rückkehr, auch in Teilzeit oder mit flexiblen Arbeitszeiten.

Welchen Stellenwert hat Betriebliche Gesundheitsförderung für Ihr Unternehmen?

Das ist uns auf jeden Fall extrem wichtig. Unsere Mitarbeiter verfügen über ein GesundheitsTicket und können dank des campuseigenen Fitnessstudios direkt vor Ort Sport treiben und Entspannung finden. Ich denke, dass CampusVital – unser betriebliches Gesundheitsmanagement auf dem Campus – dazu beiträgt, dass unsere Beschäftigten gerne zur Arbeit kommen.

Wo sehen Sie EPO in zehn Jahren?

Ich würde mir wünschen, dass wir auf dem Campus weiterhin organisch und gut wachsen, so, wie es als Servicedienstleister möglich ist. Das würde bedeuten, dass wir unser methodisches Spektrum noch erweitern und die Zahl unserer Beschäftigten vielleicht von 50 auf 100 anwächst.
Wir würden uns freuen, wenn sich hier auf dem Campus und auch in Berlin noch mehr Pharmafirmen ansiedeln würden, die onkologische Medikamente entwickeln und unsere Servicedienstleistungen nutzen.


Foto: Bei der Festveranstaltung: (v.l.n.r.) Prof. Ulrich Keilholz, Dr. Christian Regenbrecht, Dr. Jens Hoffmann, Dr. Iduna Fichtner und Prof. Wolfgang Walther (Foto: Rainer Zeisig/EPO)

Interview: Christine Minkewitz

forschen, produzieren, bilden / 23.08.2017
Die Akademie des Gläsernen Labors hat ihr Fort-und Weiterbildungsangebot erweitert

Für Wissenschaftler und Technische Angestellte in den Life Sciences bietet die Akademie des Gläsernen Labors auf dem Campus Buch jetzt einen Workshop auf Englisch „CRISPR/Cas Advanced“ an, der sich an Fortgeschrittene richtet. Neben einem kurzen Basisteil zur Planung und Ausführung von Gene Editing-Projekten können projektspezifische, individuelle Fragen und Problemstellungen bearbeitet werden. Erstmals findet auch der bewährte „GMP-Basiskurs Biotechnologie“ auf Englisch statt.

Der neue Workshop „Digitales Laborbuch und Labor-Management mit Microsoft OneNote“ stellt eine Entwicklung des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin zur Dokumentation vor, die auch als Plattform für digitales Wissensmanagement dient.\n

Im kommenden Jahr findet Anfang Mai wieder ein Weiterbildungstag für Technische Assistentinnen und Assistenten „Workshops und Methoden“ statt, der zu Vorträgen, Workshops, Führungen zu neuen Technologien und aktuellen Forschungsthemen einlädt.

leben, bilden / 23.08.2017
„Lab2Venture“ geht in Berlin in die dritte Runde. Das Gläserne Labor ist dabei

Das praxisorientierte Bildungsprogramm Lab2Venture ist im Juli in Berlin erneut gestartet. Es unterstützt Schülerinnen und Schüler dabei, naturwissenschaftliche, wirtschaftliche und unternehmerische Kompetenzen zu erlangen. An dem einjährigen Vorhaben beteiligen sich das Gläserne Labor, das NatLab der Freien Universität Berlin und das Schülerforschungszentrum Berlin e.V. Gefördert wird das Programm vom Berliner helfen e.V., einer Initiative der Berliner Morgenpost.\n

Im Rahmen von Lab2Venture arbeiten Schulen, Schülerlabore und Partner aus der Wirtschaft oder Forschung gemeinsam an einem „realen“ Projekt. Den Auftrag dafür vergeben Wirtschafts- oder Forschungspartner. Gearbeitet und geforscht wird in der Schule und in Schülerlaboren.

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Das Gläserne Labor beteiligt sich mit drei Projekten: „Ein Team des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums wird anschauliches und vermarktungsfähiges Unterrichtsmaterial zum Thema „CRISPR/Cas“ erarbeiten, einem neuen Verfahren, um DNA-Bausteine im Erbgut präzise zu verändern.“, so Claudia Jacob, Teamleiterin im Gläsernen Labor. Die Firma Lipidomix ist Auftraggeber für ein Team von Zehntklässlern des Robert-Havemann-Gymnasiums. Sie sollen einen geeigneten Protein-Nachweis für ein neues Photometer bestimmen und ein Standardprotokoll für den Ablauf des Nachweises unter GMP-Bedingungen erstellen.

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„Beim dritten Projekt arbeiten wir mit der Bucher Montessori-Schule zusammen. Die Jugendlichen werden sich mit der Forschung des Max-Delbrück-Centrums beschäftigen und diese künstlerisch interpretieren. Die entstehenden Werke wollen wir ausstellen“, so Claudia Jacob. „Im Team zu Lösungen zu kommen, Verantwortung zu übernehmen, Fristen einzuhalten – all diese Kompetenzen sind wichtig für unternehmerisches Denken und Handeln. Vielleicht können wir sogar Impulse für eine berufliche Orientierung geben.“


investieren, leben / 23.08.2017
Wettbewerb zum Förderprogramm Lokales Soziales Kapital gestartet

Der dritte Ideenwettbewerb für das Förderprogramm Lokales Soziales Kapital (LSK) ist jetzt gestartet. Noch bis zum 26. September 2017, 12.00 Uhr, können Projektvorschläge beim Bezirksamt Pankow, BBWA-Geschäftsstelle, Breite Str. 24A-26, 13187 Berlin, eingereicht werden.
Das Programm LSK wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Land Berlin gefördert. Es werden Mikroprojekte gesucht, die zu einer Verbesserung der sozialen Integration und Beschäftigungsfähigkeit von benachteiligten Personen auf lokaler Ebene führen. Die Mikroprojekte sollen neue Beschäftigungschancen eröffnen, durch den Zuwachs an persönlichen Kompetenzen, eine Ausgrenzung auf dem Arbeitsmarkt bekämpfen und den sozialen Zusammenhalt der Teilnehmenden stärken. \n

Die Mikroprojekte sind Teil des Aktionsplans des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit (BBWA) Pankow und müssen sich einem bezirklichen Handlungsfeld, http://www.bbwa-berlin.de/bezirke/pankow/aktuelles.html zuordnen lassen.

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Informationsveranstaltungen zum Förderprogramm LSK finden am Freitag, dem 25. 8. 2017, 10 bis 12 Uhr, am Mittwoch, dem 30. 8. 2017, 15 bis 17 Uhr sowie am Donnerstag, dem 7. 9. 2017, 10 bis 12 Uhr in den Räumen der zgs consult GmbH, Kronenstr. 6, 10117 Berlin, statt.

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Anmeldungen für die Veranstaltungen können direkt über die Website zgs consult GmbH vorgenommen werden: https://www.zgs-consult.de/

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Weitere Informationen zu den Förderbedingungen bei Dr. Ute Waschkowitz, Tel.:  030 90295 2633, E-Mail: ute.waschkowitz@ba-pankow.berlin.de und
unter  http://www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/eu-angelegenheiten/artikel.245797.php.

leben, bilden / 22.08.2017
U18 Wahlen in Pankow

Politische Bildung wächst aus Neugierde! Aus diesem Grund wird es vor den U18 Wahlen verschiedene Veranstaltungen in Pankow geben.\n

Der Moabiter Ratschlag e.V. hat im Rahmen von U18 eine mobile Demokratie-Lounge entwickelt und wird diese in Kooperation mit der Kinder- und Jugendbeauftragten von Pankow am 7. September 2017 von 12 - 17 Uhr, auf dem Anger in Pankow, Breite Straße (vor dem Rathaus Center- Mittelstreifen) vorfahren. Dort werden Demokratiedealer*innen ihre Arbeit aufnehmen und schauen, welcher Demokratietyp jeder ist.

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Aktivierende und kreativen Aktionen werden die Themen ‚Wahlen‘ und ‚Demokratie‘ im Vorfeld von U18 vermitteln. Eigene Wahl-Slogans sind gefragt, sowie Fragen und die eigene Meinung zu wichtigen jugendpolitischen Themen. Das ‚Wahl-Quartett‘ zeigt die Positionen der Parteien zu verschiedenen Themen und es gibt viele kinder- und jugendgerechte Infomaterialien zur Bundestagswahl und Demokratiethemen nicht nur für Kinder und Jugendliche.

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Die Demokratie-Lounge ist ein Kooperationsprojekt mit acht Berliner Bezirken sowie der Drehscheibe der Stiftung SPI Berlin und wird finanziert mit Mitteln des Jugend-Demokratiefonds „Stark gemacht“ des Landes Berlin.
 

leben, heilen / 22.08.2017
Neues vom Krebskongress – moderne Therapien bei Prostata- und Harnblasenkrebs

Das Treffen der renommierten „American Society of Clinical Oncology“ (ASCO) gilt als der wichtigste Krebskongress des Jahres. Prof. Dr. Mark Schrader, Bucher Chefarzt für Urologie, war vor Ort und berichtet über aktuelle Studien und Therapien bei Prostata- und Harnblasentumoren. Vor allem bei der medikamentösen Therapie gibt es viel versprechende Neuigkeiten.\n

Etwa 25.000 Spezialisten aus aller Welt treffen sich jedes Jahr in Chicago, um sich über den Kampf gegen Krebs auszutauschen. Prof. Schrader, Chefarzt der Urologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch: „Die neuen Therapie- und Medikamentenansätze interessieren mich natürlich besonders. Mehrere Studien von internationalen Forschern zeigten, dass die Kombination von verschiedenen Wirkstoffen für Patienten gerade mit fortgeschrittenem Prostatakrebs Erfolg versprechend ist.“

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Vor allem zwei internationale mehrjährige Studien, „Stampede“ und „Lattitude“ genannt, sorgten für Aufsehen. Mehr als 3000 erkrankte Männer nahmen daran teil. Ergebnis: Die Kombination von Hormontherapie und einem bestimmten Medikament sorgte bei der Mehrheit der Teilnehmer für mehr Lebensqualität, gleichzeitig kam es seltener zu Nebenwirkungen.

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Bei Prostatakrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse des Mannes. Jedes Jahr erkranken fast 64.000 Männer, damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern und deren dritthäufigste Krebstodesursache. Als Risikofaktoren gelten vor allem fortgeschrittenes Alter, genetische Veranlagung und Ernährung.

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Auch für Patienten mit Harnblasentumoren gibt es neue Erkenntnisse zu Diagnosen und Behandlungsmethoden, die ihren Weg in den Klinikalltag finden werden.

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Der Chefarztvortrag bietet Informationen zu aktuellen Studien und modernen Therapien. Im Anschluss beantwortet Prof. Schrader gerne Fragen der Teilnehmer.

HELIOS Chefarztvortrag
Dienstag, 29. August 2017
Beginn 18 Uhr

Veranstaltungsort
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Konferenzraum Cafeteria
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin

Eintritt frei
Ende gegen 19.30 Uhr
Anmeldung nicht erforderlich

Parkplätze vorhanden
Buslinie 893: Direkte Anbindung des Klinikums zur S-Bahn Berlin-Buch
 
Kontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Urologie, Prostatazentrum
Chefarzt: Prof. Dr. med. Mark Schrader
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-52500
Telefax: (030) 94 01-52509
E-Mail: mark.schrader@helios-kliniken.de

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Foto: Prof. Dr. med. Mark Schrader (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS)

leben, bilden / 21.08.2017
Jugendberufsagentur beim „48. Fest an der Panke“

Beratung von Jugendlichen im Rahmen der Ausbildungsoffensive Pankow

Im Rahmen der „Ausbildungsoffensive Pankow“ werden Eltern fast schon traditionell von Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Jugendberufshilfe Pankow zu allen beruflichen Belangen Ihrer Kinder formlos auf dem „Fest an der Panke“ beraten.

Erstmalig übernehmen diese Beratung Mitarbeiter*innen der neu gegründeten Jugendberufsagentur Berlin Standort Pankow sowie freie Bildungsträger.
Übergreifendes Ziel der Jugendberufsagentur ist es, jeden Berliner Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, der in der Regel das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, zu einem Berufsabschluss zu führen.

An zwei Informationsständen wird am 9. und 10. September 2017, von 9:00 bis 17:00 Uhr,  auf der Sozialmeile (Sozialmarkt - Breite Straße) des 48. Festes an der Panke, zu folgenden Themen informiert:

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  • Ausbildungsberufe (schulische Voraussetzungen, Dauer und Verlauf der Ausbildung, Ausbildungsbetriebe und Partner in der betrieblichen Ausbildung, Ausbildungsvertrag, Berufswegplanung und Berufsausbildungsabschluss)
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  • Berufsbilder, speziell neue Ausbildungen und klassische Berufe
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  • Ausbildungsformen neben der betrieblichen Ausbildung (schulische Ausbildung, Verbund- und Überbetriebliche Ausbildung, private Erstausbildung)
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  • Beratungs- und Vermittlungsstellen für die Ausbildungsplatzsuche
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  • Partner der Berufsausbildung und Förderprogramme
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  • Finanzielle Hilfen (z.B. Berufsausbildungsbeihilfe, BAB und Schüler-BaföG)
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leben / 18.08.2017
Schlosspark Schönhausen: Weiterer Teilbereich ab 18. August 2017 geöffnet

Nachdem im Schlosspark Schönhausen der Wegeabschnitt zwischen Ossietzkystraße und Blankenburger Straße – einschließlich des dort befindlichen Spielplatzes - am Freitag, dem 4. August 2017 wieder frei gegeben wurde, werden am Freitag, dem 18. August 2017 weitere Teilabschnitte geöffnet.
Dies betrifft die Durchwegung am Sommerbad vom „Am Schlosspark“ bis zur Galenusstraße sowie der östliche Spielplatz (außer Bolzplatz) im Schlosspark. Die Zugänge zu den Kleingartenanlagen Schüßler, Parkglück und Parkidyll sind bereits zugänglich. Die Sicherungs- und Aufräumarbeiten konnten in diesen Bereichen abgeschlossen werden.\n

Leider dauern die Baumarbeiten in den übrigen Parkteilen noch an. Die Fahrradroute durch den Schlosspark zur Schlossallee muss weiterhin gesperrt bleiben. Dort sind noch nicht alle erforderlichen Kronensicherungsmaßnahmen abgeschlossen. Als Alternativroute wurde der Weg entlang des Freibades geöffnet. Voraussichtlich wird bis zum 25. August 2017 der größte Teil der Parkanlage wieder geöffnet.
Noch immer wird täglich mit vier Baumkolonnen intensiv an den Schäden im Schlosspark Schönhausen gearbeitet. Bislang wurden an ca. 300 Bäumen Schäden registriert. Davon waren 77 Bäume nicht mehr zu erhalten. An den anderen wurden Pflegeschnitte durchgeführt.

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In gesperrten Teilen besteht weiterhin Lebensgefahr!

Bei erneuten Niederschlägen und der damit verbundenen Grundwasseranreicherung sind weitere Schäden nicht ausgeschlossen. Auch derzeit ist das Umstürzen von Bäumen wegen überhöhtem Grundwasser möglich. In den gesperrten Teilen besteht daher weiterhin akute Lebensgefahr. Bitte beachten Sie die Hinweisschilder sowie die Absperrungen vor Ort und halten sich aus den gesperrten Bereichen der Parkanlage unbedingt fern!
 

leben / 17.08.2017
Staupevirus bei Füchsen im Bezirk Pankow nachgewiesen

Das Ordnungsamt Pankow, Fachbereich Veterinär- und Lebensmittelaufsicht, informiert, dass in den vergangenen Wochen das hochansteckende Staupevirus bei mehreren Füchsen im Bezirk Pankow nachgewiesen wurde. Daher wird Hundebesitzern dringend empfohlen, den Impfstatus ihrer Tiere zu überprüfen und die Impfung erforderlichenfalls durch den behandelnden Tierarzt auffrischen zu lassen.\n

Das Staupevirus befällt neben Hunden insbesondere Füchse, Waschbären und Marder. Eine Infektion erfolgt meist durch Kontakt mit erkrankten oder toten Tieren, aber auch über deren Exkremente. Außerhalb des lebenden Organismus bleibt das Staupevirus nur wenige Tage infektiös.

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Nach ersten Symptomen wie hohem Fieber, Fressunlust und Mattigkeit treten, je nach betroffenem Organsystem, Durchfall, Erbrechen, Atemnot, Nasenausfluss, Husten Bewegungsstörungen, Verhornung des Nasenspiegels und der Ballen auf. Die Infektion kann bei schwerem Verlauf zum Tod des Hundes führen, für den Menschen ist der Erreger jedoch ungefährlich.

leben, bilden / 16.08.2017
Deutschkurse für Geflüchtete an der Volkshochschule Pankow

Seit 2014 bietet die Volkshochschule Pankow Deutschunterricht für Geflüchtete an. Die entgeltfreien Sprachkurse richten sich an Personen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist und die keine andere staatliche Förderung (z. B. Integrationskurszulassung) erhalten.\n

Die Kurse (Alphabetisierung, Kompetenzstufen A1 bis A2/B1 sowie Erstorientierung), darunter auch spezielle Angebote für Frauen und mit Kinderbetreuung, laufen entweder am Vor- oder Nachmittag und ab Herbst 2017 auch am Abend. Bei regelmäßiger Teilnahme am Unterricht besteht die Möglichkeit entsprechende Sprachzertifikate abzulegen.

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Neue Kurse starten im August/September 2017

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Informationen über die ab August/September beginnenden Kurse erhalten Interessenten in der VHS Pankow, Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin, Vorderhaus, Erdgeschoss.

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Beratungs- und Anmeldezeiten: Dienstag und Mittwoch von 13.30 bis 16.30 Uhr

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Weitere Informationen unter:  deutsch@vhspankow.de, Tel. (030) 90295 -3924/-3932/-3927 und im Internet: www.vhspankow.de.

leben / 15.08.2017
Bezirksamt Pankow übernimmt Zuständigkeiten zur Bekämpfung von Schwarzarbeit für alle 12 Berliner Bezirke

Bezirksstadtrat Daniel Krüger freut sich mitteilen zu können, dass das Ordnungsamt Pankow ab dem 1. September 2017 dauerhaft als zentrale Ahndungsstelle für Ordnungswidrigkeiten nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz fungieren wird. Das betrifft handwerks- und gewerberechtliche Pflichtverletzungen sowie die Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach der Handwerks- und Gewerbeordnung. Das Landeskriminalamt wird weiterhin als Verfolgungsbehörde tätig.\n

Der Bezirk Pankow nimmt die Aufgaben bereits seit September 2016 im Rahmen eines Pilotversuchs wahr. Alle am Pilotversuch Beteiligten (Hauptzollamt, Landeskriminalamt, Handwerkskammer, Finanzamt für Fahndung und Strafsachen, das Ordnungsamt Pankow, Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales) können eine durchweg positive Bilanz ziehen. Die beteiligten Stellen heben dabei besonders hervor, dass es nun einen zentralen Ansprechpartner und Koordinator gibt.

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Bereits heute macht sich die Bündelung der Kräfte und Verfahren in einem deutlichen Anstieg der Fallzahlen bemerkbar. Sind vor Beginn des Projekts allenfalls Einzelfälle festgestellt worden, konnten im Rahmen des Pilotversuchs bereits 206 Verdachtsfälle (davon in 2017 allein 162 Fälle) aufgegriffen werden. 49 Fälle sind bereits abgeschlossen, in vier weiteren Fällen wurden Bescheide erlassen. Die Summe der nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz bislang verhängten Geldbußen bzw. Verfallsbeträge beläuft sich auf insgesamt 116.800 Euro (Stand: 31. Juli 2017).

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Stadtrat Krüger weiß, dass die Dienstkräfte seiner zentralen Ahndungsstelle angesichts der hohen Zahl noch offener Vorgänge sowie des zu erwartenden künftigen  Fallzahlaufkommens mit überaus großem Engagement und Enthusiasmus an die Arbeit gehen. Ziel ist es, einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten, nicht rechtskonform arbeitende Gewerbebetriebe anzuhalten, sich an die für sie zutreffenden gesetzlichen Bestimmungen zu halten und damit für mehr Fairness im Wettbewerb zu sorgen.

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Angesichts des überaus erfolgreichen Pilotversuchs hat der Senat jetzt im Einvernehmen mit allen zwölf Bezirken beschlossen, die Aufgaben im Bezirk Pankow zu verstetigen und hierfür zwei zusätzliche Planstellen einzurichten. Stadtrat Daniel Krüger freut sich besonders, dass mit dieser Verstetigung ein positives Signal für die sachorientierte Zusammenarbeit zwischen Senat und Bezirken gesendet werden kann.

forschen / 11.08.2017
Ringförmige RNA ist für Gehirnfunktion wichtig

Wissenschaftliche Untersuchungen haben erstmals gezeigt, dass ringförmige RNA Hirnfunktionen beeinflussen kann. Wenn ein RNA-Molekül namens Cdr1as aus dem Erbgut von Mäusen gelöscht wird, versagt der Reizfilter in ihrem Gehirn – ähnlich wie bei Patienten, die psychiatrische Leiden haben.

Im Gehirn von Säugetieren kommen ringförmige RNAs (circRNA) in Hunderten verschiedenen Varianten vor. Trotz dieser Fülle blieb eine Frage bislang unbeantwortet: Wofür sind sie dort eigentlich gut? Nun präsentieren Nikolaus Rajewsky und sein Team am Berlin Institute of Medical Systems Biology (BIMSB) am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sowie seine Kolleginnen und Kollegen am MDC und der Charité erstmals Daten, die die seltsamen Ringe mit Hirnfunktionen verknüpfen. Die Ergebnisse erscheinen im Fachmagazin Science.

RNA ist mehr als ein gewöhnlicher Bote zwischen der DNA und den Proteinen, in das das Erbgut übersetzt wird. Vielmehr gibt es etliche Arten nicht-kodierender RNA. Das kann lange nicht-kodierende RNA (lncRNA) sein oder kurze regulatorische RNA (miR), die Moleküle können bei der Protein-Produktion stören (siRNA) oder sie mit ihrer Unterstützung ermöglichen (tRNA). In den vergangenen 20 Jahren haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler etwa zwei Dutzend RNA-Varianten entdeckt, die verschlungene Netzwerke im molekularen Mikrokosmos bilden. Die rätselhaftesten unter ihnen sind die circRNAs. Bei dieser ungewöhnlichen RNA-Klasse verbinden sich beide Enden kovalent zu einem geschlossenen Ring. Jahrzehntelang wurden diese Strukturen als eine seltene, geradezu exotische RNA-Art abgetan. Das Gegenteil ist der Fall. Mit den neuesten RNA-Sequenziermethoden konnte aufgedeckt werden, dass es sich um eine umfangreiche RNA-Klasse handelt, die vor allem im Gehirn vorkommt. 

Es gibt Tausende Arten ringförmiger RNA bei Fadenwürmern, Mäusen und Menschen

Im Jahr 2013 erschienen zwei bahnbrechende Studien zur Charakterisierung der ringförmigen RNA im Fachblatt Nature, eine davon kam aus dem Labor von Nikolaus Rajewsky. Die meisten Ringe sind demnach erstaunlich beständig, sie schweben stunden-, mitunter tagelang im Zytoplasma. Die Systembiologen schlugen vor, dass circRNA zumindest manchmal der Genregulation dient. Cdr1as – ein einsträngiger RNA-Ring, der 1500 Nukleotide lang ist – könnte microRNA wie ein „Schwamm“ aufsaugen. So bietet er zum Beispiel mehr als 70 Andockstellen für eine microRNA namens miR-7. MicroRNAs sind kurze RNA-Moleküle, die sich meist an eine komplementäre Sequenz der Boten-RNA anheften und so kontrollieren, in welcher Menge eine Zelle bestimmte Proteine produziert.

Außerdem haben Rajwesky und sein Team Datenbanken durchforstet und dabei Tausende unterschiedliche circRNAs in Fadenwürmern, Mäusen und Menschen entdeckt. Die meisten dieser Ringe hatten sich im Laufe der Evolution kaum verändert. „Wir sind auf ein paralleles Universum voller RNAs gestoßen, die noch niemand ergründet hatte“, sagt Rajewsky. Die Publikation zog Hunderte weiterer Studien nach sich. „Das Feld ist geradezu explodiert.“

Einen Ring verstehen, der vor allem in Neuronen vorkommt

Für die Studie, die nun in Science erscheint, taten sich die Systembiologen mit der Arbeitsgruppe von Carmen Birchmeier am MDC zusammen und schauten sich Cdr1as abermals an. „Dieser spezielle Ring ist vor allem in Neuronen zu finden, die Erregung weiterleiten. In Glia-Zellen kommt er dagegen nicht vor“, sagt Monika Piwecka. Sie ist eine der Erstautorinnen und hat die meisten Experimente koordiniert. „Im Hirngewebe von Mäusen und Menschen heften sich daran zwei microRNAs an: miR-7 und miR-671.“

Mithilfe der Gen-Schere CRISPR/Cas9 entfernte das Team anschließend die circRNA Cdr1as aus dem Erbgut von Mäusen. Die meisten microRNAs in den vier untersuchten Hirnregionen der Tiere beeinträchtigte das gar nicht. Allerdings war weniger miR-7 und mehr miR-671 vorhanden, und zwar nach der Transkription. Das ist im Einklang mit der Idee, dass Cdr1as im Zytoplasma mit microRNAs interagiert.

„Das weist darauf hin, dass Cdr1as normalerweise miR-7 nicht einfach nur wie ein Schwamm aufsaugt, sondern diese microRNA dabei stabilisiert und transportiert. Dagegen dient miR-167 anscheinend dazu, die Konzentration der Ringe zu regulieren“, sagt Rajewsky. Wenn microRNA im Zytoplasma umher schwimmt, ohne sich irgendwo anzuheften, wird sie schnell als Müll entsorgt. Der Ring würde dieses Schicksal verhindern und die Moleküle gleichzeitig zu neuen Zielen wie den Synapsen transportieren. „Vielleicht sollten wir uns Cdr1as weniger als Schwamm vorstellen, sondern als Boot. Seine Passagiere ertrinken nicht und werden zu neuen Häfen gebracht.“

Die veränderte Konzentration der microRNA hatte dramatische Effekte auf die Boten-RNA und die Proteine, die Nervenzellen herstellen. Besonders betroffen waren die Gene, die als erste auf die Stimulation eines Neurons reagieren (immediate early genes). Ähnlich erging es der Boten-RNA, die Erbgutabschriften für jene Proteine transportiert, die bei den Tieren den Schlaf-Wach-Rhythmus aufrechterhalten.

Cdr1as verändert das Geschehen in der Synapse

Mithilfe von Einzelzell-Elektrophysiologie beobachtete dann der Charité-Forscher Christian Rosenmund, dass die Synapsen doppelt so häufig spontan ihre kleinen Botenstoff-Bläschen entleeren. Außerdem hatte sich die Reaktion der Synapse auf zwei aufeinanderfolgende Reize gewandelt. Verhaltenstests, die am MDC durchgeführt wurden, spiegelten diese Ergebnisse wider. Obwohl die Mäuse in vielerlei Hinsicht normal erschienen, konnten sie ihre Reaktion auf externe Reize wie Lärm nicht mehr abschwächen. Ähnliche Störungen der Präpulsinhibition wurden auch bei Patienten beobachtet, die an Schizophrenie oder anderen psychiatrischen Krankheiten leiden.

Ein Beispiel aus dem Alltag zeigt, wie wichtig diese Filterfunktion ist: Wenn ein lauter Knall die ruhige Atmosphäre in einer Bibliothek stört, ist man unwillkürlich alarmiert. Das gleiche Geräusch wird dagegen neben einer Baustelle viel weniger bedrohlich wirken. Denn in diesem Fall hatte das Gehirn bereits mit dem Lärm zu tun und filtert unnötige Informationen heraus. Dadurch ist der Schreck nicht mehr so groß (Präpulsinhibition). Diese grundlegende Hirnfunktion, die es gesunden Tieren und Menschen erlaubt, sich zeitweise an einen starken Reiz zu gewöhnen und Informationsüberfluss zu vermeiden, haben die Forscherinnen und Forscher nun mit Cdr1as verknüpft.

„Unsere Daten legen nahe, dass Cdr1as und seine direkten Interaktionen mit microRNAs wichtig sind für die Verarbeitung von sensorischen und motorischen Reizen und für die Informationsübertragung an den Synapsen“, sagt Nikolaus Rajewsky. „Allgemeiner ausgedrückt: Im Gehirn kommen ausgesprochen viele unterschiedliche ringförmige RNAs vor. Wir leiten aus unseren Daten ab, dass die Ringe dort eine Palette bislang unbekannter biologischer Funktionen übernehmen.“

Weiterführende Informationen

Webseite der Forschungsgruppe von Nikolaus Rajewsky 
Memczak , S. et al.: „Circular RNAs are a large class of animal RNAs with regulatory potency“, Nature (2013) doi:10.1038/nature11928  \n

Abbildung: The circular RNA biology Training Network (circRTrain), MDC.

investieren, produzieren / 02.08.2017
Eckert & Ziegler Q2 / 2017: Ertragssprung durch Verkauf der Zyklotronsparte. Nettoliquidität übersteigt 40 Mio. EUR. Konzern fast schuldenfrei.

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat im ersten Halbjahr 2017 seinen Gewinn pro Aktie gegenüber dem Vorjahr auf 1,83 EUR und damit um 0,91 EUR oder fast das Doppelte steigern können. Ursache für die verbesserte Ertragslage sind vor allem erhöhte Umsätze mit ertragsstarken Produkten und ein Sonderertrag aus dem Verkauf der Zyklotronsparte im Mai dieses Jahres. Ohne diese aufgegebenen Geschäftsbereiche und somit gemäß den Regelungen von IFRS 5 stieg der Jahresüberschuss pro Aktie im 1. Halbjahr gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,34 EUR oder 23% auf 1,23 EUR.

Der Konzernumsatz wuchs unter Berücksichtigung der gemäß IFRS 5 notwendigen Anpassungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6% auf 64,8 Mio. EUR. Unter Einbeziehung der aufgegebenen Geschäftsbereiche hat der Konzern im ersten Halbjahr 2017 dagegen insgesamt einen Umsatz von 71,0 Mio. Euro gegenüber 70,1 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres erzielt. Das organische, reale Umsatzwachstum, also der währungsbereinigte Umsatz ohne die in 2016 und 2017 getätigten Akquisitionen und Desinvestitionen beträgt 0,8 Mio. EUR.

Wachstumstreiber ist das Segment Radiopharma. Rechnet man die verkaufte Zyklotron-Sparte heraus, so beträgt das Wachstum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 3,2 Mio. EUR oder 31%. Insbesondere in den USA konnten die guten Umsätze weiter ausgebaut werden. Der Umsatz im Segment Strahlentherapie stieg um 0,2 Mio. Euro oder 2% auf 12,3 Mio. Euro. Das Segment Isotope Products legte weiter zu und wuchs um 0,5 Mio. Euro oder 1% auf 40,6 Mio. Euro.

Der Kapitalfluss wuchs überproportional zum Ergebnis, so dass die Nettoliquidität, also der Bestand an Barmitteln abzüglich sämtlicher Bankschulden, um 12 Mio. EUR auf 40 Mio. EUR anstieg. Der Konzern ist jetzt fast schuldenfrei.

Aufgrund der Sondererträge aus dem Verkauf der Zyklotronsparte wird für 2017 mit einem Jahresüberschuss von etwa 2,80 EUR pro Aktie gerechnet, von denen 0,60 EUR aus Sondereffekten und aufgegebenen Geschäftsbereichen resultieren. Es wird ein Umsatz von knapp 150 Mio. Euro erwartet.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier:
http://www.ezag.com/fileadmin/user_upload/ezag/investors-financial-reports/deutsch/euz217d.pdf\n


Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 760 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

Ihr Ansprechpartner bei Rückfragen:
Eckert & Ziegler AG, Karolin Riehle, Investor Relations
Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 / 94 10 84-138, karolin.riehle@ezag.de, www.ezag.de

forschen / 31.07.2017
Wie sich Mäusebabys den Schutz der Mutter sichern

Neugeborene Mäuse ziehen durch Lautäußerungen die Aufmerksamkeit ihrer Mutter auf sich. Dazu sind sie allerdings nur in der Lage, wenn bestimmte Nervenzellen in ihrem Hirnstamm vorhanden sind. Ohne diese Nervenzellen sind sie stumm. Über diese Ergebnisse berichtet ein Forschungsteam des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Ähnliche Verschaltungen im Gehirn könnten für das Schreien von menschlichen Neugeborenen verantwortlich oder bei Sprachstörungen verändert sein.

Bereits unmittelbar nach der Geburt können Mäusebabys nach ihrer Mutter „rufen“, wenn sie von ihr getrennt werden. So sichern sie sich ihre Aufmerksamkeit. Um die Laute zu erzeugen, müssen bestimmte Nervenzellen in einem sehr alten Teil des Gehirns, dem Hirnstamm, zwei Muskelgruppen koordiniert aktivieren. Das hat die MDC-Forschungsgruppe um Carmen Birchmeier festgestellt. Wichtige Beiträge für die interdisziplinäre Studie kamen auch aus dem Pariser Labor von Jean Champagnat und Gilles Fortin am CNRS in Gif sur Yvette.

Das Forschungsteam zeigte in einer Serie von Experimenten, dass die Nervenzellen im Nucleus tractus solitarii die Anspannung von Bauchmuskeln und Kehlkopf steuern. Der Nucleus erhält außerdem sensorische Information aus dem Kehlkopf und der Lunge und koordiniert so das Zusammenspiel sensorischer und motorischer Leistungen während der angeborenen Lautbildung. Sind die Gene für die Transkriptionsfaktoren Olig3 oder Tlx3 verändert, stört das die Reifung der Nervenzellen im Nucleus tractus solitarii bei den Mäuseföten. Wenn der Kern sich nicht entwickeln kann, bleiben die Mäusebabys nach der Geburt stumm.

Die Mutter ignoriert die stummen Jungen
Neugeborene Mäuse brauchen die Nähe ihrer Mutter und signalisieren ihr das. Hat sich das Mäusejunge aus dem sicheren Nest entfernt, so produziert es Salven von jeweils vier bis sechs Rufen die eine Frequenz von 75 kHz haben und damit für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar sind. Bei jedem Ruf atmet es tief und kräftig aus, zeigen Experimente. Die Mutter reagiert prompt: Sie sucht den verirrten Nachwuchs und bringt ihn zum Nest zurück. Auch wenn die Ultraschall-Laute vom Band stammen, macht sie sich auf die Suche nach dem Jungen. Mäusebabys, die diese Töne nicht erzeugen können, werden von der Mutter ignoriert, selbst wenn sie sie nach der Geburt angenommen hatte. „Wir vermuten, dass die Laute ein evolutionär konserviertes Signal sind, das die Gesundheit der Jungen anzeigt und die Aufmerksamkeit der Mutter sicherstellt“, sagt Carmen Birchmeier. „Die stummen Mäuse sind zudem ein Modell, um die Bedeutung von angeborenen Rufen für die Interaktion zwischen Mutter und Nachwuchs zu untersuchen“, sagt Erstautor Luis Hernandez-Miranda.

Eine interessante weiterführende Frage ist zudem, ob der Nucleus an der Entstehung oder Ausprägung von Sprachstörungen beteiligt ist, die bei einigen Patienten mit Schlaganfall, neurodegenerativen Erkrankungen oder Tumoren beobachtet werden.\n

Abbildung: Schnitt durch das Hinterhirn einer Maus. Die Zellen des Nucleus tractus solitarii (NTS) sind rot dargestellt. Sie sind essentiell für die frühe Lautbildung. (Bild: Luis Hernandez-Miranda, MDC)

leben, erkunden / 28.07.2017
Open Air: Bürgerforum im Bucher Schlosspark

In den nächsten Jahren wird sich im Schlosspark Buch einiges verändern. Voraussichtlich im Oktober diesen Jahres beginnt der 2. Bauabschnitt mit Fördergeldern aus dem Förderprogramm Stadtumbau Ost in Höhe von 460.000 Euro. Das konnte Frau Leane Benjamin vom Straßen- und Grünflächenamt des Bezirkes Pankow  im Juli auf dem Bucher Bürgerforum Open Air und direkt vor Ort im Schlosspark den interessierten Bucherinnen und Buchern mitteilen. Zu Gast war auch die zuständige Landschaftsarchitektin, Frau Brigitte Gehrke.\n

Gartendenkmal und Naturschutzgebiet
Frau Benjamin berichtete, das weitere Bauabschnitte in den nächsten Jahren folgen werden. Als Grundlage für die kommenden Arbeiten wurde das Parkpflegewerk von 1994 sowie Pläne von 1805 und 1763 genommen. Diese müssen nach den heutigen Bedürfnissen der Nutzer unseres Schlossparks angepasst werden. Ein wichtiger Punkt ist die Barrierefreiheit. Bis zum Baubeginn gab es viele Abstimmungen und Besichtigungen vor Ort.

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Da der Schlosspark Buch ein eingetragenes Gartendenkmal und seit kurzem auch Naturschutzgebiet ist, mussten die Pläne mit der Unteren und der Oberen Denkmalschutzbehörde sowie den zuständigen Behörden für den Naturschutz und dem Senat abgestimmt werden. Dabei gab es oft hitzige Diskussionen, die zu einem guten Ergebnis führten.

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Mehr Pflege vonnöten
Das der Park den Buchern am Herzen liegt, merkte man an der interessanten und lebhaften Diskussion. Natürlich freuen wir uns über die weitere Entwicklung des Schlossparks. Doch am wichtigsten ist die Sauberkeit und die kontinuierliche Pflege des Parks. Zur Zeit fehlt dafür aber noch ausreichendes Personal und finanzielle Mittel. Eine Änderung der Pflegestufe wäre sehr hilfreich. Der Schlosspark Buch hat die Pflegestufe IV. Frau Benjamin bedankte sich für den großen Einsatz des Bucher Bürgervereins und die vielen, freiwilligen Arbeitsstunden.

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Historische Treppen und Aussichtshügel
Im 2. Bauabschnitt wird die Grünfläche parallel zur Strasse Alt-Buch wieder als Terrasse gestaltet, historische Treppen wiederhergestellt genauso wie der Aussichtshügel. Dabei ist es auch wichtig, die Sichtachsen auf die Schlosskirche freizuschneiden. Es wird auch Baumfällungen geben. Die Kastanienallee soll vervollständigt werden, die Wege verändern sich. Dabei soll auch der jetzt diagonale Trampelpfad zwischen dem S-Bahnhof Buch und dem Ausgang Alt-Buch verschwinden. Hier haben fast alle Teilnehmer des Bürgerforums Bedenken, ob das gelingen wird. Zum Teil soll es auch noch einige Ausgrabungen geben, um den Standort der Treppen oder des ehemaligen Springbrunnens festzustellen.

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Der Parkeingang an der Wiltbergstrasse kann erst in Angriff genommen werden, wenn die Straßenbauarbeiten abgeschlossen sind.
Die Einwohnerinnen und Einwohner von Buch freuen sich, das sich jetzt im Schlosspark wieder etwas tut. Der Bürgerverein wird sich auch in den kommenden Jahren für eine bessere Pflege, mehr Sauberkeit und eine behutsame Entwicklung des Parks einsetzen.

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Mehr zur Sanierung des Schlossparks finden Sie hier: www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Schlosspark-Buch.6979.0.html

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Foto: Mit Mitteln des Förderprogramms Stadtumbau Ost konnte der Parkeingang an der Straße Alt Buch denkmalgerecht saniert werden. Zur Eröffnung kamen zahlreiche Bucherinnen und Bucher. (Foto: Bezirksamt Pankow)

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Tipp: "Sommer-Workout" im Park
Der nächste freiwillige Arbeitseinsatz des Bucher Bürgervereins findet am 22. August, 10 Uhr statt. Gepflegt werden sollen die Efeuflächen am Parkeingang Alt Buch und die Rosenbeete, gesäubert werden sollen die Wege und Treppen. Treffpunkt ist der Eingang Alt Buch.

forschen, heilen / 26.07.2017
Biomarker zeigen Aggressivität des Tumors an

Patienten, die an Dickdarmkrebs im frühen Stadium leiden, könnten in Zukunft von spezifischen Gentests profitieren, die ihre Prognose vorhersagen und dabei helfen, die richtige Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie zu treffen. Zwei Biomarker dafür sind das MACC1-Gen, dessen Aktivität mit der Ausbildung von Metastasen und aggressivem Tumorwachstum verbunden ist, und das dMMR-System, das fehlerhafte Reparaturmechanismen der DNA und Tumorbildung anzeigt. Das Vorhandensein eines fehlerhaften Reparaturmechanismus und eine niedrige Genaktivität von MACC1 erhöht die Lebenserwartung der Patienten.\n

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Delbrück Centrums für Molekulare Medizin (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin, Berlin, haben eine Untersuchung an rund 600 Darmkrebs-Patienten im Stadium II (lokal-aggressiver Tumor ohne Metastasen) erstmals gezeigt, dass der MACC1-Gentest dazu beitragen kann, die Patienten mit fehlerhaftem Reparatursystem weiter zu differenzieren. Ist bei ihnen die MACC1-Genaktivität niedrig, so haben sie eine ähnlich günstige Prognose wie Patienten, deren Reparatursystem fehlerhaft ist; ihre Überlebenszeit nach fünf Jahren liegt bei 100 Prozent. Die Gentests könnten Auswirkungen auf die Behandlungsempfehlung haben, da diese Patienten nicht von einer Chemotherapie profitieren.

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Die Ergebnisse der Berliner Studie unter der Leitung von Prof. Ulrike Stein, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, MDC/Charité - Universitätsmedizin Berlin, wurden in der Zeitschrift „Annals of Oncology“ veröffentlicht. Sie entstand in Kooperation mit den Firmen Hoffmann La-Roche, Schweiz und Deutschland, und Ventana Medical Systems, Tuscon, USA, sowie mit dem Walter and Eliza Hall Institute, Melbourne, Australien, und der Universität Freiburg, Deutschland.

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Bluttests können bei der Entscheidung über Chemotherapie helfen
Dickdarmkrebs ist der zweithäufigste Krebs bei Männern und Frauen in Deutschland; rund 60.000 Patienten erkranken jedes Jahr. Die Überlebensrate nach fünf Jahren beträgt durchschnittlich 70 Prozent. Der Behandlungserfolg ist wesentlich davon abhängig, ob der Tumor in einem frühen Stadium gefunden wird, vollständig entfernt werden kann und auf Chemotherapie anspricht.
In den vergangenen Jahren ist es gelungen, genetische Subtypen der bösartigen Darmtumoren zu identifizieren, die eine unterschiedliche Prognose der Erkrankung haben. So weisen bis zu 15 Prozent der bösartigen Tumoren des Dickdarms fehlerhafte DNA-Reparaturmechanismen auf, die sogenannte DNA mismatch repair deficiency (dMMR). Ein aussagekräftiger Biomarker ist ebenfalls das Gen MACC1, das von Ulrike Stein und Kollegen 2009 am MDC in Berlin identifiziert worden ist. MACC1 steht für „Metastasis-Associated in Colon Cancer 1“ - mit Metastasen bei Dickdarmkrebs assoziiertes Gen. Ein Bluttest für den Nachweis von MACC1 ist patentiert.

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Die 5-Jahres-Überlebenszeit der Patienten mit Darmkrebs im Stadium I - III und einem niedrigem MACC1-Wert liegt bei 80 Prozent, im Vergleich zu nur 15 Prozent für Patienten mit hohen MACC1-Werten. „Der Bluttest kann das erhöhte Risiko für eine Rückkehr des Tumors und eine Metastasierung anzeigen“, so Ulrike Stein. „Er hilft bei der schwierigen Entscheidung, ob Patienten im frühen Stadium eine Chemotherapie bekommen sollen.“ Dies bezieht nun auch die Patienten ein, deren Reparaturmechanismen im Stadium II der Erkrankung eingeschränkt sind.

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In einem Editorial der „Annals of Oncology“ bewerten Wissenschaftler des MD Anderson Cancer Center, Houston, USA, diese Studie als einen weiteren Beleg dafür, dass die Identifizierung von genetischen Subtypen und deren Kombination auch im frühen Stadium der Tumorerkrankung von Bedeutung ist, u.a. für die Prognose und Therapieentscheidung über eine Chemotherapie. Für die Zukunft empfehlen sie, Gentests mit weiteren genetischen und epigenetischen Daten von Patienten zu verknüpfen, „um den prognostischen Wert des komplexen molekularen Szenarios von Darmkrebs im frühen Stadium zu verstehen.“ 

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Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. www.mdc-berlin.de

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Weiterführende Information
•    Meldung auf den Seiten des MDC
•    Website der Forschungsgruppe von Ulrike Stein

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U.-P. Rohr, P. Herrmann, K. Ilm, H. Zhang, S. Lohmann, A. Reiser, A. Muranyi, J. Smith, S. Burock, M. Osterland, K. Leith, S. Singh, P. Brunhoeber, R. Bowermaster, J. Tie, M. Christie, H.-L. Wong, P. Waring, K. Shanmugam, P. Gibbs, U. Stein (2017): „Prognostic value of MACC1 and proficient mismatch repair status for recurrence risk prediction in stage II colon cancer patients: the BIOGRID studies.“ Annals of Oncology. doi:10.1093/annonc/mdx207

Beitragsbild: pixabay.com

forschen, produzieren, leben, heilen / 26.07.2017
Entlang der Berliner Mauer: Staffellauf für einen guten Zweck

Am 12. August 2017 starten wieder zwölf Läuferinnen und Läufer des Campus Berlin-Buch beim alljährlichen Mauerweglauf, in einer gemeinsamen Staffel mit  Vertretern des Kinderhilfe e.V.
 
Dieser Lauf ist etwas Besonderes, führt er doch über den früheren Mauerstreifen in Berlin. Es geht um Erinnerungen an Grenzen innerhalb einer Stadt und ihre Opfer, um Emotionen während des Laufes und natürlich um einen guten Zweck. Wie bereits im Vorjahr wird für den Kinderhilfe e.V. gelaufen, der Mitglied der Deutschen Leukämie-Forschungshilfe ist und laufend Projekte unterstützt. Konkret geht es um das Nachsorgeprojekt für krebskranke Kinder, das im Herbst beginnen wird. Viele Betroffene leiden nach durchlaufenen Chemotherapien unter den unterschiedlichsten Folgeerkrankungen- und Problemen. Diese werden zentral erfasst und anschließend ausgewertet.

Die Laufgebühren sowie ein Spendenanteil pro Läuferin bzw. Läufer werden vom Freundeskreis des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) übernommen.

forschen, leben, heilen / 24.07.2017
Bundesweit größte Gesundheitsstudie NAKO in Berlin: Bereits 3.000. Studienteilnehmerin im MRT

Die Hälfte ist geschafft. Ute Radeklau aus Berlin ist die 3000. Studienteilnehmerin, die am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) im Rahmen der größten deutschen Gesundheitsstudie NAKO in der „Berlin Ultrahigh Field Facility“ untersucht wurde. In gut einer Stunde wurden bei ihr tausende Bilder im MRT gemacht. NAKO läuft seit 2014 – für 27 weitere Jahre. Durch die Erhebung von Gesundheitsdaten und Risikofaktoren bei bundesweit rund 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll die Prävention, Früherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Krebs, Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz verbessert werden.

Das Berliner MRT-Gerät ist praktisch immer ausgelastet – fünf Tage die Woche, und das seit fast drei Jahren. Etwa 6.500 Schnittbilder werden pro Teilnehmer in der Röhre aufgezeichnet. Ziel ist es, bei insgesamt 6.000 Personen aus Berlin und Umland eine Ganzkörperuntersuchung im Magnetresonanztomograph (MRT) durchzuführen. Das MRT-Studienzentrum am MDC arbeitet mit den drei Berliner NAKO-Studienzentren (Berlin-Nord, Berlin-Mitte und Berlin-Süd) zusammen.

Im MRT werden mit Radiowellen und einem starken Magnetfeld hochpräzise Bilder erzeugt; eine Strahlenbelastung gibt es dadurch nicht. Kopf und Gehirn, Wirbelsäule, Herz, Brustkorb, Bauch und Becken werden im Ganzkörper-MRT schichtweise abgebildet und die verschiedenen Gewebe hochauflösend dargestellt. Die bundesweit fünf NAKO-MRT-Zentren setzen exakt die gleichen 3,0-Tesla-MRT-Geräte ein und liefern somit vergleichbare Bilder und Daten. Die Studienuntersuchungen sollen Untersuchungen, die medizinisch erforderlich sind, nicht ersetzen. Fallen bei der Auswertung der Bilder „abklärungsbedürftige Zufallsergebnisse“ auf, so werden diese weiterverfolgt.

„MRT-Daten sind eine wertvolle Ergänzung der Gesundheitsdaten“
Aus wissenschaftlicher Sicht sind die MRT-Daten eine wertvolle Ergänzung der anderen in der NAKO erhobenen Gesundheitsdaten. „Wir können später untersuchen, ob MRT-Ergebnisse, deren gesundheitliche Relevanz wir heute noch nicht einschätzen können, mit dem Auftreten von Krankheiten verbunden sind,“ sagt Prof. Tobias Pischon, der das Studienzentrum Berlin-Nord der NAKO am MDC leitet.

An der NAKO teilnehmen können nur Personen, die zufällig ausgewählt und per Post eingeladen wurden. Prof. Thoralf Niendorf, Leiter der „Berlin Ultrahigh Field Facility“ und Projektleiter Bildgebung im NAKO-MRT-Zentrum Berlin im MDC, bedankt sich für die hohe Bereitschaft der angeschriebenen Personen teilzunehmen: „Das Projekt verläuft reibungslos und wir freuen uns sehr, dass Probandinnen und Probanden wie Frau Radeklau so engagiert mitwirken. Die 3.000 Teilnehmer leisten einen überaus wichtigen Beitrag für die Gesundheitsforschung in Berlin, Brandenburg und Deutschland.“

Die NAKO-Gesundheitsstudie
Ziel der NAKO-Gesundheitsstudie ist die Verbesserung der Prävention, Früherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Demenz. Bundesweit werden für die Studie 200.000 Menschen im Alter von 20 bis 69 Jahren untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt. Zusätzlich werden biologische Proben gewonnen und für Forschungsprojekte getrennt von den Personendaten unter einer Kennnummer aufbewahrt. Die Teilnehmenden werden dann 20 bis 30 Jahre beobachtet, um auf diese Weise Risikofaktoren zu identifizieren.“

Wer kann an der NAKO Studie teilnehmen?
An der Studie kann nur teilnehmen, wer ein Einladungsschreiben von einem der 18 NAKO-Studienzentren erhält. Die Auswahl erfolgt nach dem Zufallsprinzip aus den Einwohnermelderegistern. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig und kann jederzeit zurückgezogen werden. Die Studie wird in den ersten zehn Jahren mit 210 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums, der Länder und der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert. Initiiert haben die NAKO die Helmholtz-Gemeinschaft, Universitäten, die Leibniz-Gemeinschaft sowie Einrichtungen der Ressortforschung.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.\n


Foto: Das NAKO MRT-Team begrüßte am 20. Juli 2017 Ute Radeklau (4.v.l.), 3000. MRT-Studienteilnehmerin auf dem Campus Berlin-Buch. Prof. Thoralf Niendorf, Dr. Beate Endemann, Michael Rohloff, Ute Radeklau, Lisa Krenz und Dr. Andrea Hasselbach (v.l.n.r). (Foto: MDC)

forschen / 24.07.2017
Nano-Antikörper in lebende Zellen einschleusen: Forscher berichten in „Nature Chemistry“ über zellgängige Nanobodies

Wissenschaftlern von der Technischen Universität Darmstadt, der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) ist es erstmals gelungen, winzige Antikörper in lebende Zellen zu schleusen. Über die Synthese und den vielfältigen Einsatz dieser Nanobodies berichten die Forscherinnen und Forscher jetzt in „Nature Chemistry“.
Peptide.


Antikörper zählen zu den Hauptwaffen unseres Immunsystems. Sie docken an Viren, Bakterien und andere Eindringlinge an, die in unserem Blut kursieren, und machen sie so unschädlich. Auch in der Therapie und Diagnostik von Krankheiten sowie in der Forschung spielen Antikörper eine entscheidende Rolle. „Eine klare Limitierung ist, dass Antikörper wegen ihrer Größe und diverser anderer Faktoren nicht in lebende Zellen gelangen“, betont M. Cristina Cardoso, Professorin für Zellbiologie und Epigenetik am Fachbereich Biologie der TU Darmstadt. In enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Christian P. R. Hackenberger am FMP Berlin, Professor für Chemische Biologie an der Humboldt-Universität zu Berlin, ist es dem interdisziplinären Team jetzt erstmals gelungen, Nano-Antikörper – auch Nanobodies genannt – in lebende Zellen einzuschleusen und dort mikroskopisch zu beobachten. Die Medizin setzt große Hoffnungen in die kleinen Antikörper. Im Menschen kommen sie zwar nicht vor, in Kamelen und Knorpelfischen aber wurden sie schon entdeckt.

„Um den Nanobodies den Weg ins Zellinnere zu öffnen, haben wir sie chemisch mit zyklischen zellpenetrierenden Peptiden dekoriert, die quasi als Schlüssel für die direkte Aufnahme in Zellen dienen“, erklärt Christian Hackenberger. Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nature Chemistry“ berichten, können die Schlüsselpeptide entweder stabil an die Nanobodies gekoppelt werden oder eher locker, so dass sich die Bindung im Zellinneren löst.

Die Wissenschaftler haben die Nano-Antikörper erfolgreich in lebende Zellen von Maus und Mensch eingeschleust und zudem ihren Nutzen untersucht. Für die Erkennung und Manipulation von Antigenen eignen sich die zellgängigen Nanobodies ebenso wie für die Analyse von Protein-Protein-Wechselwirkungen. So beobachteten die Forscher mit Hilfe der Nanobodies und speziellen Fluoreszenzmarkierungen die Interaktion zwischen dem Tumorhemmer p53 und seinem Gegenspieler, dem Protein HDM2. Diese Wechselwirkung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Krebs.

Medizinisch vielversprechend sind die Nanobodies auch, weil sie Proteine in lebende Zellen transportieren können. Die Symptome des Rett-Syndroms etwa, eine genetisch bedingte Erkrankung mit autistischen Zügen, ließen sich eventuell durch das Protein Mecp2 lindern. Die Forscher schleusten an Nanobodies gekoppeltes Mecp2 in Mauszellen ein und wiesen nach, dass das Protein sein Angriffsziel in der Zelle unbeschadet erreicht. Die zellgängigen Nano-Antikörper seien generelle Werkzeuge für die Lieferung von therapeutisch relevanten Proteinen in lebende Zellen, heißt es in „Nature Chemistry“. Damit öffnet sich eine Tür zu neuen Therapien von bislang unheilbaren Krankheiten.

Ermöglicht wurde die Zusammenarbeit der Wissenschaftler aus Darmstadt, Berlin und München durch das DFG-Schwerpunktprogramm 1623, das sich mit der Synthese funktionaler Proteine beschäftigt.\n


Abbildung:
Zyklisch zellpenetrierende Peptide ebnen für die Antikörper den Weg ins Innere einer Zelle. (Abb.: Christoph Hohmann, Nanosystems Initiative Munich, NIM)

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Publikation:
„Cell-permeable nanobodies for targeted immunolabelling and antigen manipulation in living cells“

Henry D. Herce, Dominik Schumacher, Anselm F. L. Schneider, Anne K. Ludwig, Florian A. Mann, Marion Fillies, Marc-André Kasper, Stefan Reinke, Eberhard Krause, Heinrich Leonhardt, M. Cristina Cardoso & Christian P. R. Hackenberger
Nature Chemistry (2017), http://dx.doi.org/10.1038/nchem.2811

Kontakt:
Prof. Dr. Christian Hackenberger
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Campus Berlin-Buch
Robert-Roessle-Str. 10
13125 Berlin
Tel. 030 / 94793-181
E-Mail hackenbe@fmp-berlin.de

Über das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e. V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

investieren, leben / 21.07.2017
Buch verändert sein Gesicht

Eine Bestandsaufnahme vom Bucher Bürgerverein:

Wer aufmerksam durch unseren Ortsteil geht, wird es sicher auch bemerken: Buch wandelt sein Gesicht. Die Bevölkerungszahlen sollen auch in Buch in den nächsten Jahren steigen. Kommt unsere Infrastruktur noch mit? Wir beschreiben Ihnen hier nur einige Beispiele für Veränderungen in unserem Kiez:

Sanierte Genossenschaftshäuser

Seit 1993 hat die WBG Wilhelmsruh rund 132 Millionen Euro in ihren Wohnungsbestand investiert; der größte Anteil davon floss in die Komplexsanierung, wie in der Walter-Friedrich-Strasse. Am 01. Juni begannen die Baumaßnahmen in den Häusern Franz-Schmidt-Strasse 20 – 24.
www.wbg-wilhelmsruh.de/fileadmin/pdf/mitgliederzeitungen/Wilhruh-2-2017_WEB.pdf

Wiltbergstraße im Bau

Eine der größten Baustellen in Buch ist die Wiltbergstrasse. Hier scheinen die Bauarbeiten zügig voranzugehen. Die Kreuzung Wiltbergstrasse/Alt-Buch/Walter-Friedrich-Strasse wird umgebaut.
www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/planung/artikel.205748.php

Zwei neue Kitas

Bei einer steigenden Bevölkerungszahl muss es auch Kita-Plätze geben. Die ehemalige Kita in der Friedrich-Richter-Strasse (im Gebäude neben der Musikschule) soll saniert werden und am Lindenberger Weg entsteht zur Zeit eine Kita für 70 Kinder (Foto). Besonders das 24-Stunden-Betreuungskonzept soll den Mitarbeitern am HELIOS Klinikum Berlin-Buch zugute kommen. Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch möchte Ihnen mit erweiterten Öffnungszeiten, individuellen Betreuungszeiten und Übernachtungsmöglichkeiten ein zeitgemäßes und familienorientiertes Angebot bieten.
www.helios-kliniken.de/klinik/berlin-buch/patienteninformation/eltern-kind/kita.html

Neuer Jugendspielplatz

In der Theodor-Brugsch-Strasse entsteht ein neuer Jugendspielplatz. www.stadtentwicklung.berlin.de/staedtebau/foerderprogramme/stadtumbau/Jugendspielplatz-Theodor-Brugsch-Str.7681.0.html

Modulare Unterkünfte

Zu den größeren Veränderungen in Buch gehören auch die beiden neu errichteten Unterkünfte für Flüchtlinge in der Wolfgang-Heinz-Strasse und am Lindenberger Weg. In der Unterkunft Wolfgang-Heinz-Strasse konnten sich die Bucherinnen und Buchern sowie ihre Gäste beim Tag der offenen Tür ein Bild machen. Die Bauarbeiten der Unterkunft am Lindenberger Weg gehen zügig voran. Jeweils bis zu 450 Plätze bieten diese Unterkünfte. Für die Integration wäre es sehr hilfreich, das neue Bucher Bildungs- und Integrationszentrum bald zu bekommen. Es ist geplant, dieses auf der Brunnengalerie an der Kreuzung Wiltbergstrasse/Karower Chaussee zu errichten.
www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/themen/artikel.589193.php
 
Foto: Am Lindenberger Weg entsteht eine HELIOS Kita (Foto: Bucher Bürgerverein)

heilen / 21.07.2017
Das Zusammenspiel der Gene verstehen

Interview mit Prof. Dr. Silke Rickert-Sperling, die am Experimental and Clinical Research Center (ECRC) zu genetischen Ursachen angeborener Herzfehler forscht\n

 

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Wie ist ihr beruflicher Werdegang? Wie kamen Sie zum ECRC?

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Ich habe Medizin an der Freien Universität Berlin, aber auch in New York, San Diego und an der Mayo Clinic in Rochester studiert. Zurück in Berlin, habe ich 1998 als Ärztin in der Kinderkardiologie des Deutschen Herzzentrums Berlin angefangen, parallel promoviert und Ideen für Forschungsprojekte entwickelt. 1999 bin ich als Postdoc zu Prof. Hans Lehrach ans MPI für Molekulare Genetik gegangen. Dort konnte ich die Forschungsgruppe „Kardiovaskuläre Genetik“ etablieren.
Habilitiert wurde ich 2009 zum Themenbereich Molekularbiologie und Bioinformatik. 2011 erhielt ich dann eine Professur für Kardiovaskuläre Genetik an der Charité - Universitätsmedizin Berlin, was mit einem Wechsel an das ECRC verbunden war.

Welches ist Ihr Forschungsschwerpunkt?

Ich forsche an einer speziellen Art eines angeborenen Herzfehlers, genannt Morbus Fallot. 1998 konnte ich meinen damaligen Chef, Prof. Peter Lange, überzeugen, mir Herzmuskelproben aus Operationen zu überlassen, um sie zu charakterisieren und damit zu forschen. Das waren Proben von Patienten mit Morbus Fallot, mit denen ich heute noch arbeite. Morbus Fallot ist eine komplexe und relativ häufige Form der angeborenen Herzfehler – fast ein Prozent aller Neugeborenen sind betroffen. Zwischen den Herzkammern besteht ein großes Loch, und die Hauptschlagader, die normalerweise von der linken Seite mit Blut gespeist wird, wird über beide Seiten gespeist. Dadurch kommt Blut in den Körperkreislauf, das nicht mit Sauerstoff angereichert ist, was zur Zyanose, der „Blausucht“, führen kann. Da es recht viele Patienten gibt, sind die Chancen gut, die Ursachen für Morbus Fallot zu finden.

Welche Bedingungen bietet der Bucher Campus für Ihre Forschung?

Der Campus bietet alle Technologien, die wir benötigen: Um die molekularen Grundlagen von Herzerkrankungen und angeborenen Herzfehlern zu verstehen, kombinieren wir molekularbiologisches, bioinformatisches, systembiologisches und klinisches Wissen. Im Fokus stehen krankheitsassoziierte Gene und epigenetische Faktoren im Kontext von Genetik, Transkriptomik und Proteomik.
Wir profitieren auch von der Förderung durch das Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH): Im Forschungsvorhaben „Genomanalyse zu Erbkrankheiten bei Kindern“ bearbeite ich zusammen mit Prof. Dr. Uwe Ohler ein Teilprojekt. Es beschäftigt sich mit der Analyse des Transkriptionsnetzwerks, das die Entwicklung des Herzens und angeborener Herzfehler kontrolliert. Das BIH ermöglichte uns unter anderem, Prof. Dr. Rolf Bodmer vom Sanford Burnham Prebys Medical Discovery Institute, San Diego, USA, als Einstein BIH Visiting Fellow nach Buch zu holen. Seine Expertise mit einem auf der Fruchtfliege (Drosophila) beruhenden Tiermodell hilft uns, die genetischen Ursachen von Herzfehlbildungen besser zu verstehen.

Wie nutzen Sie dieses Modell?

Wir konnten durch unsere genetischen Untersuchungen bei Morbus-Fallot-Patienten erstmalig zeigen, dass mehrere Gene in Kombination relevant sind für die Entstehung von angeborenen Herzfehlern. Um verschiedene Gene in ihrer kombinatorischen Wirkung im höheren Durchsatz zu testen, ist das Drosophila-Modell sehr gut geeignet. Die Fliege hat ein Set von Genen, das menschlichen Genen ähnlich ist, und wir können verschiedene Gene gemeinsam ausschalten.
Prof. Bodmer hat eine Methode etabliert, die Videoaufnahmen des Herzschlauchs der Fliege ermöglicht und diese mittels einer Software in Kontraktilitätsfrequenz übersetzt. Daraus erkennen wir, ob die im Menschen gezeigten Gene, von denen wir meinen, dass sie für die Erkrankung des Menschen verantwortlich sind, tatsächlich für die Herzmuskelfunktion relevant sind. Man kann auch histologisch sehen, ob sich überhaupt ein Herzschlauch entwickelt oder sich mehr oder weniger Zellen bilden.

Wer profitiert von den Ergebnissen Ihrer Forschung?

Weil heute Kinder mit angeborenem Herzfehler hervorragend chirurgisch und medikamentös behandelt werden können, gibt es eine neue Gruppe von Patienten: die Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler. Von diesen gibt es Subgruppen, die im späteren Leben Herzinsuffizienz oder Arrhythmien bekommen. Unser Ziel ist, frühzeitig zu erkennen, welche Patienten dies betreffen wird. Im Zusammenhang mit Arrhythmien forsche ich auch an Familien, die nachweislich krankmachen-
de Genmutationen haben, aber teilweise nicht an Arrhythmien erkranken. Um Wahrscheinlichkeiten für eine Erkrankung ableiten zu können, haben wir einen populationsbasierten, summativen Ansatz erarbeitet. Anliegen ist es, die Diagnostik für Patienten mit angeborenen Herzfehlern zu verbessern, um sie gezielter einordnen und therapieren zu können. Über Untersuchungen zu epigenetischen Faktoren wollen wir zudem präventive Ansätze finden.

Text: Christine Minkewitz / BBB

Foto: Prof. Dr. Silke Rickert-Sperling (Foto: David Ausserhofer / MDC)


produzieren / 11.07.2017
25 Jahre Eckert & Ziegler. Festakt mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin

Am 13. März 1992 wurde aus der Konkursmasse eines DDR-Instituts die Berlin-Brandenburgische Isotopentechnik GmbH (BEBIG) gegründet. Aus dem Kleinunternehmen mit zwei Angestellten ist über die Jahre die Keimzelle eines börsennotierten Weltmarktführers für Strahlen- und Medizintechnik geworden, der im letzten Jahr knapp 700 Mitarbeiter beschäftigte und rund 140 Mio. EUR umsetzte. In Berlin ist insbesondere die Medizintechnik des Konzerns beheimatet. Von den Krebsmedikamenten und Medizinprodukten aus Buch profitieren jährlich etwa 240.000 Patienten.

Mit einem Festakt, an dem der Regierende Bürgermeister von Berlin und rund 300 Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Mitarbeiter teilnehmen, feiert Eckert & Ziegler am 11.7.2017 die 25-jährige Erfolgsgeschichte.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin:
„Unternehmen wie Eckert & Ziegler haben wir es zu verdanken, dass die Region Berlin-Brandenburg heute international zu den führenden Standorten für Life Sciences, Gesundheitswirtschaft und Gesundheitsversorgung gehört. Im Gründungsjahr der Firma, 1992, zwei Jahre nach der Wiedervereinigung, lag die Industrie in beiden Teilen Berlins am Boden. Aus den veralteten Laboren und leer stehenden Büros von damals haben Andreas Eckert und Jürgen Ziegler eine innovative, international wettbewerbsfähige Industrie mit hunderten Arbeitsplätzen aufgebaut – ein Zugpferd für das Cluster HealthCapital Berlin-Brandenburg und für den Campus in Buch. Ich wünsche dem Unternehmen Eckert & Ziegler auch für die nächsten 25 Jahre alles Gute und besonders den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stets die Gewissheit, dass ihre Arbeitsplätze hier in Berlin eine sichere Zukunft haben.“

Dr. Andreas Eckert, Vorstandsvorsitzender der Eckert & Ziegler AG: „In den vergangenen 25 Jahren haben wir uns zu einer der größten konzernunabhängigen Neugründungen Berlins im Bereich der produzierenden Gesundheitswirtschaft entwickelt. Die Erfolgsgeschichte zeigt: der industrielle Kuchen ist durchaus noch nicht verteilt. Man kann in Deutschland auch in klassischen Branchen groß werden, sofern man eine motivierte Mannschaft, den Zugang zum Kapitalmarkt und eine globale Orientierung mitbringt. Im Namen von Vorstand und Aufsichtsrat danke ich allen, die bei diesem Aufbau in den letzten Dekaden geholfen haben.“

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 760 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Wir helfen zu heilen.

heilen / 07.07.2017
Ein neuer Fachbereich im HELIOS Klinikum Berlin-Buch: die Klinik für Tumororthopädie

Aus dem Department Tumortherapie entsteht ein eigener Fachbereich: die Klinik für Tumortherapie im Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie. Chefarzt Dr. Tunn gehört zu den national und international anerkannten Spezialisten auf seinem Gebiet.
Schon jetzt zählt der Bereich  zu den führenden und größten Zentren in Deutschland hinsichtlich der Diagnostik und Therapie von Patienten mit bösartigen und gutartigen Knochen- sowie Weichgewebstumoren. Priv.-Doz. Dr. med. Per-Ulf Tunn, der jetzige Leiter des Departments und Leiter des Sarkomzentrums Berlin-Brandenburg, wird zum Chefarzt der neuen Klinik für Tumororthopädie berufen. Die Regelung tritt ab 1. September 2017 in Kraft. Klinikgeschäftsführer Dr. Sebastian Heumüller: „Dr. Tunn ist ein erfahrener und international anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der Tumororthopädie. Wir freuen uns, dass er die Klinik als Chefarzt führen wird.“

Dr. Tunn hat sich nach seinem Medizinstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin auf den Bereich Orthopädie konzentriert, erlangte in dieser Fachrichtung seine Promotion und Habilitation und spezialisierte sich auf die Orthopädische Onkologie. Zum HELIOS Klinikum Berlin-Buch gehört Dr. Tunn seit 2007, er hat das Department seitdem u.a. zum ersten von der AG Knochentumoren e.V. anerkannten interdisziplinären Zentrum für Knochentumoren entwickelt, das an innovativen nationalen und internationalen Studien teilnimmt. Er selbst ist für mehrere wissenschaftliche Zeitschriften als Gutachter tätig. Dr. Tunn hat verschiedene modernste Therapiemöglichkeiten weiter entwickelt und spezialisiert, wie z.B. die Extremitäten-Perfusion bei Patienten mit fortgeschrittenen Weichgewebssarkomen. Sie ermöglicht die hochdosierte Chemotherapie der betroffenen Extremitäten mit dem Ziel, Amputationen zu vermeiden, die bei bestimmten Krankheitsverläufen sonst häufig notwendig werden.
Dr. Tunn: „Ich freue mich und bin stolz, dass das Department zu einem eigenen Fachbereich ausgebaut wird. Dies bedeutet die Anerkennung unserer jahrelangen, erfolgreichen Arbeit.“

Schwerpunkt der Klinik für Tumororthopädie ist die interdisziplinäre Therapie von Patienten mit Tumorerkrankungen des muskuloskelettalen Systems, also des Bindegewebes und des Knochens. Es findet eine intensive Kooperation mit der Medizinischen Onkologie, der Pathologie, der Kinderonkologie, der Onkologischen Chirurgie, der Strahlentherapie und weiteren Fachbereichen statt. Dr. Tunn: „Der fachübergreifende und individuelle Austausch kommt den Patienten zugute und ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung.“

Foto: Priv-Doz. Dr. med. Per-Ulf Tunn, Chefarzt Klinik für Tumororthopädie am HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS Kliniken)

Kontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Priv.-Doz. Dr. med. Per-Ulf Tunn
Chefarzt Klinik für Tumororthopädie und Leiter des Sarkomzentrums Berlin-Brandenburg
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-54800
Telefax: (030) 94 01-54809

Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 52.000 stationäre und über 113.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

HELIOS ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr  als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die HELIOS Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien.

In Deutschland hat HELIOS 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 78 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 18 Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. HELIOS versorgt in Deutschland jährlich mehr als 5,2 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über 35.000 Betten, beschäftigt mehr als 72.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. HELIOS ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Quirónsalud betreibt 43 Kliniken, 39 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Gruppe ist in allen wirtschaftlich wichtigen Ballungsräumen Spaniens vertreten. Quirónsalud beschäftigt 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

HELIOS gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius. Sitz der HELIOS Unternehmenszentrale ist Berlin.

investieren, leben / 04.07.2017
Private Bauträger und Investoren unterstützen Forderung nach bezahlbarem Wohnraum

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Öffentliche Diskussion über Berliner Wohnungsmarkt mit Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, in Berlin-Buch

Die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt und Möglichkeiten zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum in Berlin waren heute Nachmittag Themen der ersten Veranstaltung in der Reihe „Bucher Gespräche“ im Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) in Berlin-Buch. Andreas Dahlke, Alleingesellschafter des Ludwig Hoffmann Quartiers, hatte Katrin Lompscher, Berlins Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, sowie Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Bürgergesellschaft des Bezirks Pankow zu einer öffentlichen Diskussion dieser Fragen eingeladen. Nach seiner Begrüßungsrede und einem Statement der Senatorin fand eine Podiumsdiskussion statt, an der neben Dahlke und Lompscher auch Ulf Heitmann, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft „Bremer Höhe“, Christina Quensel, Geschäftsführerin der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch, und Jörg Lippert, Leiter Technik beim Verband Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen (BBU), teilnahmen.
 
Schlüsselaufgabe
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Fragen zum Verhältnis von öffentlichen und privaten Investoren auf dem Berliner Wohnungsmarkt. „Die Zusammenarbeit zwischen Kommune und privaten Wohnungsbauunternehmen“, betonte Andreas Dahlke in seiner Begrüßungsrede, „ist eine Schlüsselaufgabe zur Lösung der Probleme auf dem Wohnungsmarkt. Im Grunde ist uns das allen bewusst und es wird auch viel darüber gesprochen, allein in der Praxis spiegelt sich dies nicht genügend wider. Das muss sich ändern. Andernfalls wird es nicht gelingen, Angebot und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt so zu gestalten, dass auch für Gering- und Durchschnittsverdiener qualitativ ansprechender und bezahlbarer Wohnraum in ausreichender Menge zur Verfügung steht.“
 
Senatorin Katrin Lompscher griff den Gedanken ebenfalls auf: „Private Vorhabenträger – von Genossenschaften über gemeinwohlorientierte Träger bis zu privatwirtschaftlichen Investoren – leisten einen wesentlichen Beitrag zum dringend benötigtem Wohnungsneubau. Sie sind über das Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung in die Strategie der sozialen Stadtentwicklung integriert und beteiligen sich so an der Schaffung preisgünstigen Wohnraums und am Ausbau der sozialen und technischen Infrastruktur Berlins.“
 
Andreas Dahlke bekräftigte: „Beide Seiten müssen gemeinsam Lösungswege suchen. Natürlich wollen private Unternehmen Gewinne erzielen und sich weiterentwickeln, dennoch sind sie durchaus bereit eine gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.“ 
 
Ludwig Hoffmann Quartier
Senatorin Katrin Lompscher nutzte die Teilnahme an der Podiumsdiskussion, um das 28 Hektar große Areal des Ludwig Hoffmann Quartiers zu besichtigen. Dieses zählt mit einem finanziellen Volumen von 280 Millionen Euro zu den größten Stadtquartieren Berlins. Bis 2020 entstehen dort fast 900 Wohnungen, von denen rund die Hälfte bereits fertiggestellt und bezogen sind. Auf dem Areal entstehen zudem zahlreiche soziale Einrichtungen. Zwei Schulen und zwei Kindergärten sind bereits in Betrieb. Ein dritter Kindergarten, eine Sporthalle sowie eine Seniorenwohnanlage sind in Planung. Um die Einheitlichkeit des Ensembles aus mehr als 30 überwiegend denkmalgeschützten Gebäuden zu wahren, wird ein denkmalpflegerisches Leitkonzept für die Sanierung der Gebäude und zur Wiederherstellung des Parkdenkmals im neoklassizistischen Stil umgesetzt.

Weitere Informationen:
Neues Wohnen in Berlin: Ludwig Hoffmann Quartier und weitere Bauprojekte

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Foto: Diskussion mit Senatorin Lompscher im Ludwig Hoffmann Quartier (Foto: Vincent Mosch)

forschen / 04.07.2017
Viren statt Antibiotika: Aufklärung der 3D Struktur von Phagen in atomarer Auflösung rückt durch neue Methode näher

Im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen sind Phagen in den Fokus der Forschung geraten. Die bakterienfressenden Viren haben sich in Experimenten bereits als wirksam gegen multiresistente Bakterien erwiesen. Unbekannt ist jedoch, wie die kleinen Helfer auf atomarer Ebene aufgebaut sind. Forscher vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin konnten jetzt eine neue Methode entwickeln, mit der sich die komplexe Struktur bis ins atomare Detail aufklären lässt. Die Arbeit basiert auf einer Weiterentwicklung der Festkörper-NMR und wurde in den Fachmagazinen „Angewandte Chemie“* und „Nature Protocols“** publiziert.

Die WHO hat Antibiotikaresistenzen längst zu einer globalen Gesundheitskrise erklärt und zuletzt im März eine Liste mit Problemkeimen veröffentlicht, für die am dringendsten neue Antibiotika benötigt werden. Doch die Suche nach neuen Antibiotika gestaltet sich schwierig: Seit über 40 Jahren gab es keine wesentlichen Fortschritte in der Entwicklung. Forscher suchen darum verstärkt nach therapeutischen Alternativen. Eine solche Alternative könnten Phagen darstellen. Das sind natürlich vorkommende Viren, die bestimmte Bakterien angreifen und fressen und darum auch „Bakteriophagen“ heißen (altgriechisch φαγεῖν phageín ‚fressen‘). Da es für jedes Bakterium spezifische Phagen gibt, scheinen sie sogar gezielter einsetzbar zu sein als Antibiotika, die immer auch „gute“ Bakterien töten. In Osteuropa wurde bereits viel mit Bakteriophagen experimentiert, und in den USA werden sie inzwischen genetisch so manipuliert, dass sie in der Lage sind, Mäuse von Infektionen mit multiresistenten Keimen zu heilen.

Der genaue Aufbau der Phagen ist bislang nicht komplett bekannt. Dabei wäre es im Zuge der aktuellen Therapieentwicklung enorm wichtig zu wissen, wie sie genau operieren und wie ihre 3D Struktur im atomaren Detail aussieht. „Phagen sind von der Natur über Millionen von Jahren optimierte Nanomaschinen. Sie bestehen aus vielen Komponenten, die sich zu einer komplexen Architektur zusammenfügen.“, erklärt Prof. Dr. Adam Lange vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP).  Lange und seinem Team ist jetzt ein methodischer Meilenstein gelungen: Die Forscher haben Festkörper-NMR-Methoden (Kernspinresonanzspektroskopie) so weiterentwickelt, dass sich damit die Struktur der Phagen bis ins atomare Detail aufklären lässt. Etwa ein Jahr, schätzt Lange, wird er brauchen, um die komplexe Struktur der Phagen aufzuklären. „Damit können wir im Rahmen der Grundlagenforschung einen wichtigen Beitrag zur Phagentherapie leisten.“

Die neue Methode kann auch auf andere wichtige Systeme angewendet werden. Damit Labore auf der ganzen Welt darauf zurückgreifen können, haben die Forscher zusätzlich zu der Arbeit in „Angewandte Chemie“* ein ausführliches Protokoll in „Nature Protocols“** publiziert.

„Bakteriophagen werden aufgrund der Antibiotikaresistenz vieler pathogener Bakterienstämme als alternativer therapeutischer Ansatz immer wichtiger“, schließt Lange, der einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet der NMR-basierten Sichtbarmachung von Proteinstrukturen ist. „Darum werden wir unsere technische Weiterentwicklung jetzt nutzen, um deren komplexe Struktur so schnell wie möglich aufzuklären.“

*M. Zinke, P. Fricke, C. Samson, S. Hwang, J. S. Wall, S. Lange, S. Zinn-Justin, and A. Lange, Bacteriophage tail tube assembly studied by proton-detected 4D solid-state NMR, Angewandte Chemie – International Edition, in press.
http://dx.doi.org/10.1002/anie.201706060\n

**P. Fricke, V. Chevelkov, M. Zinke, K. Giller, S. Becker, and A. Lange, Backbone assignment of perdeuterated proteins by solid-state NMR using proton-detection and ultrafast magic-angle spinning, Nature Protocols, in press.
http://dx.doi.org/10.1038/nprot.2016.190

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Kontakt:
Prof. Dr. Adam Lange
Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
alange@fmp-berlin.de
Tel.: 0049 30 94793-190

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Abbildung: Künstlerische Darstellung von Phagen (grün und gelb), die ein Bakterium (blau) angreifen. (Visualisierung: Barth van Rossum, FMP)
 

forschen, heilen / 04.07.2017
BIH fördert acht zukunftsweisende Innovationsprojekte für eine bessere Patientenversorgung

Acht medizinische und pharmazeutische Projekte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) erhalten eine Förderung durch den BIH Technology Transfer Fund 2017. Ausgewählt wurden Projekte, die neben ihrer hohen wissenschaftlichen Qualität in den Bereichen Pharmazie, Diagnostik und Medizinprodukte ein großes kommerzielles Innovationspotenzial aufweisen und damit zu einer besseren Patientenversorgung beitragen sowie neue Therapiemöglichkeiten eröffnen.

Die Qualität der Projekte wurde danach beurteilt, inwieweit mit den Fördermitteln ein entscheidender Entwicklungs- und Validierungsschritt in Hinblick auf zukünftige Wirtschaftlichkeit erreicht werden kann. Bereits während des Begutachtungsprozesses hatten die Antragstellenden die Möglichkeit, ihre Projektvorhaben intensiv mit externen Expertinnen und Experten zu diskutieren. Folgende Projekte aus den Bereichen Pharmazie, Diagnostik und Medizinprodukte werden durch den BIH Technology Transfer Fund 2017 gefördert:\n

BIH Technology Transfer Fund 2017 für pharmazeutische oder diagnostische Produkte

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Matthias Taupitz (Charité) entwickelt ein orales Medikament auf Basis von Maghämit-Nanopartikeln für die Behandlung der Hyperphosphatämie, die beispielsweise bei chronischer Niereninsuffizienz auftritt. Im nächsten Schritt sollen präklinische in vivo Targetstudien zur Identifizierung des neuartigen Wirkmechanismus durchgeführt werden.

Prof. Dr. Ulrike Stein (Experimental and Clinical Research Center, Charité und MDC) arbeitet an einer neuartigen Kombinationstherapie zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs, die ein erhöhtes Risiko für die Bildung von Metastasen haben. Zukünftig soll die synergistische Wirkung zweier Wirkstoffe zur Verhinderung einer Metastasierung im Tiermodell getestet werden.

Das Team um Dr. Altuna Akalin (MDC) und seine Kooperationspartner Dr. Adelheid Kratzer und Prof. Dr. Ulf Landmesser (beide Charité) planen eine Proof-of-Concept Studie für ein neuartiges Diagnostikum unter Verwendung von frei zirkulierender DNA. Mit der vorgeschlagenen Technologie soll es möglich sein, Erkrankungen, beispielsweise im kardiovaskulären Bereich, auf Basis von dieser DNA aus Blut einfach und kostengünstig diagnostizieren zu können.

Dr. Karl Skriner (Charité) hat ein diagnostisches Verfahren zur Früherkennung und entsprechend früheren Behandlung der rheumatoiden Arthritis entwickelt. Im nächsten Schritt sollen die Komponenten des Tests bei einem zertifizierten Hersteller nach den geltenden Richtlinien für In-Vitro-Diagnostik produzieren werden. Anschließend soll der Test an klinischem Probenmaterial validiert werden, um das Produkt CE-zertifizieren zu können.

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BIH Technology Transfer Fund 2017 für Medizinprodukte

In seinem Projekt zu einer seltenen, aber meist tödlich verlaufenden Autoimmunkrankheit plant Dr. Stephen Marino (Experimental and Clinical Research Center, Charité), gezielt die ursächlichen Auto-Antikörper aus dem Blut betroffener Patientinnen und Patienten durch Blutwäsche zu entfernen. Er plant, Prototypen von Adsorbersäulen herzustellen, die hinsichtlich ihrer Effizienz zur Blutreinigung an vorhandenen Patientenmaterialen getestet werden.

Um die große Gruppe der Dialysepatientinnen und -patienten geht es in dem Projekt von Prof. Dr. Markus van der Giet (Charité). In diesem soll die erweiterte Nutzung einer bereits zugelassenen Adsorptionssäule zur Adsorption von Urämietoxin Serum Amyloid A aus dem Blut von Dialysepatientinnen und -patienten nachgewiesen werden. Diese Toxine sind unter anderem für eine starke Erhöhung des kardiovaskulären Risikos von Dialysepatienten verantwortlich.

Eine Anschlussförderung zu dem bereits 2015 durch den BIH Technology Transfer Fund geförderten Projekt wurde Dr. Michael Notter (Charité) für das neue CAIROS 4.0 eHealth System für erhöhte Patientensicherheit bei Infusionstherapien bewilligt. Nach der Herstellung und initialen Validierung des Prototypen und der Software aus den Fondsmitteln 2015 ist eine erste klinische Evaluierung an der Charité geplant.

Ein neuartiges Dentalimplantat basierend auf dem Hochleistungswerkstoff Polyetheretherketon, wird von dem Werkstoffwissenschaftler Prof. Dr. Wolf-Dieter Müller und dem Oralchirurgen Dr. Andreas Schwitalla (beide Charité) weiterentwickelt. Die Forschenden wollen die beste Oberflächenmodifikation für die Osseointegration im Schafsmodell identifizieren.

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Neue Technologietransfer-Einheit „Berlin Health Innovations“

Ab 2018 wird die Förderlinie Technology Transfer Fund in der Validierungsförderung der neuen Technologietransfer-Einheit „Berlin Health Innovations“ integriert. Berlin Health Innovations hat zum Ziel, die Umsetzung neuer biomedizinische Erkenntnisse und Entwicklungen des BIH und der Charité in medizinische Produkte und Dienstleistungen zu beschleunigen, die den Behandlungserfolg steigern und so zum Nutzen von Patientinnen und Patienten und Gesellschaft beitragen.

forschen, heilen / 04.07.2017
Charité und BIH stärken klinische Forschung

Die Mathematikerin Prof. Dr. Geraldine Rauch hat am 1. Juli eine Professur auf Lebenszeit für Biometrie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin angetreten. Zudem wird sie als Direktorin die Leitung des Institutes für Biometrie und klinische Epidemiologie übernehmen und innerhalb der BIH Plattform Klinisch-translationale Wissenschaften die Biometrie Service Unit am Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) aufbauen.

„Die wissenschaftliche Validität klinischer Studien hängt unter anderem maßgeblich von biometrischen Aspekten ab“, betont Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan der Charité. „Deshalb freuen wir uns sehr, mit Geraldine Rauch eine ausgewiesene Expertin mit breiter methodologischer Kompetenz im Bereich Biostatistik und Biometrie gewonnen zu haben, die ihre wissenschaftlichen Erfolge durch exzellente Publikationen und qualitativ hochwertige Drittmitteleinwerbungen belegt.“ Er fügt hinzu: „Mit dieser Berufung, die an der Schnittstelle von Mathematik und Medizin angesiedelt ist, wird die klinische Forschung der Charité weiter gestärkt und ausgebaut.“

Die 34-jährige Heidelbergerin studierte Mathematik an der Universität Bremen. Nach einem Forschungsaufenthalt an der Cardiff University in Wales promovierte Geraldine Rauch zum Thema „Ausreißer-Identifizierung in Methodenvergleichsstudien“ bei der Firma Roche Diagnostics in Penzberg. Im Jahre 2009 trat sie eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Biometrie und Informatik des Universitätsklinikums Heidelberg an und übernahm dort drei Jahre später die Leitung der Arbeitsgruppe Klinische Studien. Im Jahre 2015 schloss sie ihre Habilitation zum Thema „Statistische Methoden für klinische Studien mit zusammengesetzten Endpunkten“ ab. Für ihre daraus resultierende Arbeit „Opportunities and challenges of combined effect measures based on prioritized outcomes” gewann sie 2014 den Paul Martini Preis der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS). Neben ihrer beruflichen Tätigkeit gründete Prof. Rauch im Jahre 2011 die Arbeitsgruppe „Lehre und Didaktik in der Biometrie“ innerhalb der Deutschen Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft, die ein Forum zur Vernetzung und zum Austausch von Unterrichtskonzepten und Ideen im Bereich der Biometrie-Lehre bietet. „Statistik macht Spaß – mein Ziel ist es, dieses Motto nicht nur zu leben, sondern auch an andere weiterzugeben – sei es in der Lehre oder in der Forschung", so Prof. Rauch.

Im Januar 2017 folgte Prof. Rauch dem Ruf auf eine W3-Professur für Medizinische Biometrie an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), wo sie die stellvertretende Leitung des Instituts für Medizinische Biometrie und Epidemiologie innehatte. Jetzt wird sie ihre wissenschaftliche Arbeit in Berlin fortführen und dabei auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Charité bei der Planung und Durchführung klinischer Studien und statistisch methodischer Fragen in der medizinischen Grundlagenforschung unterstützen.


Kontakt:
Prof. Dr. Geraldine Rauch
Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin  
t: +49 30 450 562 161\n

Foto: Prof. Dr. Geraldine Rauch. (Foto: privat)

heilen / 26.06.2017
Deutschlands Onko-Team 2017

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Das Team der Station 205 b der Evangelischen Lungenklinik ist „Deutschlands Onko-Team 2017“

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Die Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK) und der Krebsverband Baden-Württemberg e.V. haben im Juni die Auszeichnung „Deutschlands Onko-Team 2017“ vergeben. Diese würdigt die Arbeit und das Engagement eines onkologischen Teams. Für die Auszeichnung hatten sich 15 onkologische Pflegeteams  beworben. Auf den ersten Platz gelangte das Team der Station 205 b von der Evangelischen Lungenklinik Berlin als „Deutschlands Onko-Team 2017“.

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Die Auszeichnung soll dazu motivieren, die Kriterien erfolgreicher Zusammenarbeit zu erkennen und wertzuschätzen. Teamarbeit in der Onkologie fördern heißt, die Versorgungsqualität krebskranker Menschen zu steigern. Der Wettbewerb richtet sich an alle Pflegeteams, die krebskranke Menschen betreuen und behandeln. Die Gutachterkommission bestand aus Vertretern der KOK, des Baden-Württembergischen Krebsverbandes e.V. und Patientenorganisationen.

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Auf der Station 205 b werden vorwiegend onkologische Patienten betreut; ein Behandlungsschwerpunkt ist Palliative Care. Das Stationsteam lässt sich immer wieder Besonderes einfallen, um die Patienten ganz individuell bestmöglich zu pflegen und zum Beispiel Wünsche von Palliativpatienten zu erfüllen. Gleichzeitig steht aber ausdrücklich auch das Wohlergehen der Mitarbeiter im Fokus. (Mehr über das Team, siehe unten.*)
Weiterführende Informationen: www.pgdiakonie.de/evangelische-lungenklinik-berlin/kliniken-einrichtungen/lungenkrebszentrum

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Als Gewinner der Ausschreibung „Deutschlands Onko-Team 2017“ wurden am 12. Juni 2017 in Heidelberg ausgezeichnet:
1. Platz: Team Station 205 b, Evangelische Lungenklinik Berlin Buch  
2. Platz: Team Brustzentrum Mittelthüringen, DRK-Krankenhauses Sömmerda
3. Platz: Team Onkologisches Zentrum, Diakonissen-Stiftungskrankenhaus Speyer

Die Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK) wurde im Januar 1987 in Frankfurt/Main gegründet. Sie ist eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. Die Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege setzt sich dafür ein, dass

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  • die Qualität der pflegerischen Betreuung krebskranker Menschen auf einem hohen Niveau liegt.
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  • die Vernetzung von Pflegewissenschaft und -forschung mit der onkologischen Praxis in Deutschland voranschreitet.
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  • die Zusammenarbeit aller Personen, die sich praktisch, wissenschaftlich oder pädagogisch mit der Pflege krebskranker Menschen befassen, gefördert wird.
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  • die Mehrheit der onkologisch Pflegenden fortgebildet ist.
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  • die Bedeutung onkologischer Pflege im therapeutischen Team herausgestellt wird.
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  • die Arbeit der KOK in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
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* Das Gewinnerteam stellt sich vor: „Wir sind die 205 B!“

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Als eines der internistischen Teams der Evangelischen Lungenklinik Berlin liegt der Schwerpunkt unserer Station bei der Versorgung von onkologischen und palliativen Patienten. Seit vier Jahren haben wir uns enorm weiterentwickelt, einhergehend mit Personalveränderungen und einer adäquaten Arbeitsstruktur, die Abläufen Sinnhaftigkeit verleiht und das Wohlergehen von uns als Mitarbeitern auch nicht aus dem Auge verliert. Beispielhaft benennen möchten wir, dass wir uns als Therapieteam für unsere Patienten gemeinsam verstehen. Gemeinsam heißt, alle Berufsgruppen, die auf unserer Station für unsere Patienten da sind.

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Verschiedene Berufsgruppen ergänzen sich im Team
Neben den Gesundheits- und Krankenpflegenden gehören auch Altenpflegerinnen und ein Gesundheits- und Krankenpflegehelfender dazu. Diese Vielfalt macht es möglich, den Bedürfnissen der Patienten und den Erfordernissen in der qualitativen Patientenbetreuung noch gerechter zu werden. So sind die Altenpflegerinnen mit ihrer gezielten Ausbildung hinsichtlich der Behandlungspflege und ihrem besonderem Blick für das Erkennen von Zusammenhängen in der Pflegeplanung inzwischen nicht mehr weg zu denken. Unser Gesundheits- und Krankenpflegehelfer ist z. B. als „zweiter Mann“ im Nachtdienst eine unglaubliche Unterstützung. Zudem selbstverständlich die Ärzte, unsere Physiotherapeutinnen, Sozialdienst-Kolleginnen, Servicemitarbeiterinnen, die Stationsassistentin, psychosozialen Begleiterinnen, unsere FSJlerin, die im Herbst die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege beginnt. Um die Voraussetzungen für kreative Lösungen zu haben, ist unser Qualifikationsmix mitentscheidend. Somit haben wir die Fachpflege Onkologie, mehrere Kollegen haben den Praxisanleiter und eine Palliative Care Basis und Aufbau-Weiterbildung, wir haben eine Wundexpertin, Pain Nurses, beide Führungskräfte haben Leitungskurse absolviert und mehrere Kollegen haben den 40-Stunden-Hygienekurs.
Alle engagieren sich zudem in hausinternen Arbeitsgruppen, wie Lokale Prozessbegleiter, um die Pflegequalität weiter zu entwickeln, z. B. werden Verfahrensanweisungen gemäß den Expertenstandards aktualisiert; Hygienebeauftragte, Schmerztherapie, Wunde usw. Regelmäßig werden interne und externe Fortbildungen besucht wie z. B. die Aromaöl-Workshops an denen bislang acht Kollegen teilnahmen.

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Den Patienten umsorgen – von Kosmetik bis grünem Mangoshake
Was macht uns zum Onko-Team 2017? Bei allen steht der Patient im Mittelpunkt und so ist es auch bei uns. Wir haben überlegt, wie wir konkrete Unterstützung anbieten können, die sinnvoll ist und genutzt wird. Dabei haben wir im Team geschaut, was jeder gut kann, besonders gern macht und vielleicht in den Arbeitsalltag integrierbar ist. So führt unsere Stationsleitung gezielte Beratungen für die Patienten und Angehörigen durch, leitet z. B. Angehörige an, wie sie den Patienten in der Häuslichkeit selbst versorgen (Körperpflege, Nahrung, praktische Alltagshilfen, wenn kein Lifter usw. zur Hand ist) können. Eine Kollegin, die auch Hochzeits-Make-up macht, bietet den Patienten an, sich mit dem veränderteren Hautbild auseinander zu setzen, durch dekorative Kosmetik und das Verwenden von Tüchern wieder gern in den Spiegel zu schauen.
Mit der anliefernden Küche haben wir besprochen, dass uns für hochkalorische Shakes und Smoothies einmal wöchentlich Mascarpone, Obst, Gemüse, Nüsse, Sirup, Ingwer, Haferflocken, Öl usw. extra geschickt wird und wir individuell für die Patienten Alternativkost herrichten. Das ist dann auch immer etwas Besonderes für die Patienten, besonders für die Palliativpatienten, wenn es den Grünen-Mango- oder Power-Beeren-Shake gibt.

Linedance und Collagen
Unsere Kunsttherapeutin, der Seelsorger, die psychosozialen Begleiterinnen veranstalten oft besondere Events für den einzelnen Patienten, zusammen mit Kollegen des Teams. So gab es z. B. ein Countryfest mit Cowboyhüten und Linedance, weil der Patient Fan war und der Patientenalltag mit Chemo und Strahlentherapie ihn enorm stresste. Es wurde gesungen, gelacht und getanzt, es wurden Fotos gemacht. Dann gestaltet die Kunsttherapeutin immer eine Collage zur Erinnerung. Manchmal, wenn der Patient dann schon verstorben ist, ist es eine schöne Erinnerung für die Angehörigen. Auch wenn Kinder beteiligt sind, lassen wir uns gern etwas einfallen, um die Situation erträglich zu machen. Wir sind dann auch immer sehr bewegt, besprechen unsere Emotionen im Team und achten darauf, dass wir uns nicht vergessen. Jeder hat einen Blick auf den anderen. So sind uns Teamevents auch immer wichtig, nicht nur Weihnachtsfeiern und Sommerpartys.

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In Rom flanieren und in Berlin Tulpen pflanzen
Im September sind wir für einen Tag nach Rom geflogen, ein wichtiges Teamevent. An diesem Tag wurde unsere Station grundgereinigt. Im Herbst haben wir zum wiederholten Male, zusammen mit den Pflegenden aller Stationen, Blumenzwiebeln zwischen unseren Häusern gesteckt, dieses Mal zusammen mit Kindern und Enkeln, für unsere Patienten, Kollegen, Besucher. Jetzt blühen Narzissen, Tulpen, Hyazinthen, leuchten mit ihren Farben mit der Sonne um die Wette und zaubern uns allen ein Lächeln ins Gesicht. Am Gründonnerstag haben wir Osternester für die Kinder versteckt, und es gab auch wieder ein Kuchenbuffet – „Pflege steckt die Blumenzwiebel“, unser Zusammenhalt soll dadurch sichtbar sein. Und am wichtigsten: Wir lieben unseren Job! Für die Patienten zu sorgen, löst neben physischen und psychischen Stress, aber eben auch Demut und Dankbarkeit in uns aus. Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig sehen, wahrnehmen, begegnen. Diese Aktion war für unser Team wieder etwas Besonders, wir hatten sehr viel Freude daran, uns etwas auszudenken, es vorzubereiten, den Text zu verfassen und letztendlich uns originell fotografieren zu lassen. Es hat unseren Teamzusammenhalt wieder gezeigt, einige Kollegen sind extra in der Freizeit gekommen, weil es ihnen wichtig war.

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Foto: Evangelische Lungenklinik Berlin-Buch: Team der Station 205 B (Foto: Regine Zehler, Evangelische Lungenklinik Berlin)

leben / 23.06.2017
In Buch die Zukunft gestalten

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Die SPD-Politiker Klaus Mindrup und Raed Saleh trafen sich mit Bucher Akteuren zum gemeinsamen Dialog

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Am Technologie- und Gesundheitsstandort Buch sollen in den kommenden Jahren neue Wohngebiete und Flächen für forschungsnahes Gewerbe entstehen. Dieses potenzielle Wachstum lenkt den Blick auf notwendige und innovative Lösungen für die Infrastruktur. Vieles wurde bereits mit staatlichen und privaten Mitteln auf den Weg gebracht: Kitas, Freizeiteinrichtungen und ein Teil der Schulen wurden mit Mitteln des Förderprogramms Stadtumbau saniert. Private Investoren haben drei der großen historischen Klinikareale in attraktive Wohnanlagen umgewandelt. Der dritte Bauabschnitt der Schlosspark-Passage steht vor dem Start. Welche Schritte sind nun erforderlich, um die weitere Entwicklung von Buch zu ermöglichen? Am 16. Juni diskutierten der SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh, diese Frage mit Akteuren aus der Wirtschaft und Wissenschaft sowie Bucher Bürgern. 

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Soziale Infrastruktur im Fokus

Bis zu 2.500 Wohnungen könnten in Buch noch entstehen, die Zahl der Familien wird weiter steigen, weshalb eine der dringenden Fragen ist, mit welchen Fördermitteln die öffentlichen Schulen weiter ertüchtigt werden können. „Die Stadtumbaumittel reichen nicht aus, um den Hauptbau der Integrierten Sekundarschule zu sanieren oder das leerstehende Schulgebäude in der Karower Chaussee als Grundschule zu ertüchtigen“, erklärte Stadtplanerin Kerstin Jahnke von der Planergemeinschaft. Das Büro zeichnet für das aktuelle Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) von Buch verantwortlich. Eines der wichtigsten Vorhaben des ISEK ist es, ein überregionales Bildungs- und Integrationszentrum zu errichten. Es soll die Bibliothek, die Volkshochschule, die Musikschule und einen Teil des Gläsernen Labors beherbergen und einen Saal für öffentliche Veranstaltungen erhalten. „Integration, das Miteinander und Bildung sind wichtige Anliegen. Dieses Bildungszentrum ist eine gesamtstädtische Aufgabe“, so Raed Saleh. Das Bezirksamt Pankow ist damit betraut, einen formellen Architekturwettbewerb für das Bildungszentrum durchzuführen, jedoch personell am Limit. „Wir können das Vorhaben leider nicht beschleunigen“, erklärte André Kima vom Pankower Stadtplanungsamt.

Wachsende Stadt – neue Wohnungen in Buch

Zu den Liegenschaften der Stadt Berlin, die als potenzielle Wohnbauflächen in Betracht kommen, gehören das frühere Regierungs- bzw. Stasi-Krankenhaus, das Waldhaus, die Brunnengalerie und Buch IV. Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH, erläuterte, dass derzeit ein Flächentausch mit den Berliner Forsten geprüft würde: Die Grundstücke der ehemaligen Regierungskrankenhäuser sollen renaturiert werden, wohingegen im Wald an der Straße Am Sandhaus Bauflächen geschaffen werden sollen. Großes Interesse findet das erneute Bieterverfahren für das Waldhaus. Neben der denkmalgerechten Sanierung des Objekts sind Flächen für Neubauten vorgesehen, die zu 30 Prozent sozialem Wohnungsbau vorbehalten sind. Andrè Kima informierte darüber, dass das Bezirksamt die städtebauliche Rahmenplanung für die Brunnengalerie und Buch IV ausgeschrieben hat. Für den südlichen Teil der Brunnengalerie, der für die Erweiterung des Wissenschafts- und Technologiecampus vorbehalten ist, wird die Campusbetreibergesellschaft BBB Management GmbH in Kürze eine Ideenskizze zur Vorbereitung der Bebauungsplanung seitens des Bezirks erstellen. „Die Senatsverwaltung für Wirtschaft ist darauf bedacht, dass dort Flächen zur Ansiedlung von forschungsnahem Gewerbe erhalten bleiben und eine Direktvergabe möglich ist“, so Geschäftsführerin Dr. Christina Quensel. Auf diese Weise kann auf Ansiedlungswünsche von Unternehmen flexibel reagiert werden – ein entscheidender Standortfaktor.

Mobilität – nachhaltig und smart

Viele der internationalen Mitarbeiter des Campus und Klinikcampus wohnen in der City und pendeln täglich nach Buch. Eine ausgesprochen gute Lösung wäre es, einen Regionalbahnhalt in Buch einzurichten und dadurch die Fahrtzeit deutlich zu verkürzen oder die S-Bahn enger zu takten. „Im Rahmen des energetischen Quartierskonzepts, das wir gemeinsam mit Bucher Akteuren erarbeiten, kommt der Mobilität eine ganz entscheidende Rolle zu“, so André Kima. „Mit einem Regionalbahnhof, einem Radparkhaus, optimierten Wegeverbindungen für Radfahrende und Fußgänger sowie E-Mobility setzen wir auf umweltfreundliche Mobilität. Buch könnte durchaus Modellstandort für Insellösungen für Rad- und Elektromobilität werden.“ Dana Lafuente, Referentin des Administrativen Vorstands vom Max-Delbrück-Centrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) begrüßte diese Bestrebungen: „Die Forschungseinrichtungen des Campus sind weltweit renommiert. Wenn wir international die besten Köpfe nach Buch holen wollen, bedarf es einer modernen Infrastruktur im Ort.“ Prof. Dr. Oliver Daumke, MDC, ergänzte: „Nicht wenige Mitarbeiter arbeiten bis spät in die Nacht. Nach 23 Uhr ist es allerdings schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Campus wegzukommen. Daher ist jede Verbesserung der Anbindung willkommen.“

Dr. Ulrich Scheller, ebenfalls Geschäftsführer der BBB Management GmbH, wies daraufhin, dass in Buch 6.500 Menschen in der Gesundheitswirtschaft arbeiten. „Der Wirtschaftserweiterung kommt eine große Bedeutung zu. Wenn wir für Buch als Standort werben und der Autobahnanschluss an den Berliner Ring ausbleibt, müssen wir andere Lösungen zur Verbesserung der verkehrlichen Anbindung Buchs schaffen.“ Um den Regionalbahnhof zu realisieren, sollte die Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs durch den Bezirk gesichert werden. Andererseits würden im Bahnhofsumfeld Flächen für ein Mietradsystem benötigt, denn für die in Buch Beschäftigten soll ein solches für den Weg zwischen Bahnhof und Campus geschaffen werden. „Eine Fläche für die Räder in Nähe des S-Bahnhofs zu finden, erweist sich aktuell als schwierig. Es ist aber wichtig, kurzfristig kleine sichtbare Erfolge zu erzielen“, erklärt Dr. Scheller.

Auch die lange Bauzeit der Hauptverkehrsader durch Buch, der Wiltbergstraße, wurde kritisiert. „Entlang der Schlosspark-Passage könnte durchaus bis spät in den Abend gebaut werden, da keine Anwohner belästigt werden“, schlug Peter Scholz, Projektmanager von Widerker, vor. Die Geschäfte in der Schlosspark-Passage erlitten durch die Bauarbeiten starke Einbußen. Sobald die Wiltbergstraße erneuert sei, würden zudem die Bauarbeiten an der S-Bahnbrücke den Verkehr entlang der Straße erneut behindern. Klaus Mindrup zog das Pilotprojekt AVUS-Sanierung heran, das dank einer Prämie ein Jahr früher fertiggestellt wurde: „Vielleicht könnte man in Buch eine vergleichbare Lösung finden.“ Nicht zuletzt wurde das Thema des zum Teil erheblichen Lärms durch Güterverkehr erörtert, auf das eine Bürgerinitiative aufmerksam macht und für das sich auch Klaus Mindrup einsetzt.

Um die nachhaltige Mobilität vor Ort zu stärken, stellten Mindrup und Saleh in Aussicht, den Antrag der SPD vom 13. Mai 2017, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, um die Belange von Buch zu ergänzen. Raed Saleh bekräftigte, dass es sinnvoll sei, bestehende Strukturen zu nutzen. Zudem setzt sich Klaus Mindrup mit einer Pressetour für einen Fahrradhighway vom Bürgerpark in Pankow nach Buch ein: Am 24. Juni, kurz vor dem Start der Langen Nacht der Wissenschaften, wird er zusammen mit Vertretern des ADFC diese Strecke mit dem Rad abfahren.

Zwei Schulen, drei Kitas und eine Turnhalle?

Mit dem Ludwig Hoffmann Quartier ist in Buch etwas Besonderes entstanden: Investor Andreas Dahlke hat nicht nur rund 30 historische Klinikbauten in Wohnhäuser umgewandelt, sondern auch zwei Schulen und drei Kitas errichtet. Ein Großteil der 700 Wohnungen ist bereits fertiggestellt. Was noch fehlt, sind Sportanlagen und eine Turnhalle, die den Bildungseinrichtungen und lokalen Vereinen zur Verfügung stehen würden. „Wir sind für die soziale Infrastruktur ohne Fördermittel mit privaten Investitionen in Vorleistung gegangen, aber für die Turnhalle brauchen wir ganz klar finanzielle Unterstützung“, so Dahlke. Er bot an, das Grundstück zur Verfügung zu stellen und die Halle schlüsselfertig zu übergeben. „Wäre es nicht möglich, hier ein Modellprojekt in Kooperation mit dem Land Berlin zu initiieren?“

Der erfahrene Investor regte an, mit Partnern wie der Deutschen Wohnen und der BIM bereits auf Teilgrundstücken an der Straße Am Sandhaus zwei- bis dreihundert Wohnungen mit Kita zu errichten. „Bis ein Gesamtkonzept für das gesamte nordwestliche Areal bis zur Hobrechtsfelder Chaussee erstellt ist, vergeht viel Zeit“, so Andreas Dahlke. Raed Saleh räumte ein, dass die Genehmigungsverfahren in den letzten Jahren erschwert wurden, so dass ein Zeitraum von zwei bis drei Jahren bis zur Genehmigung einzukalkulieren sei. Herr Kima erklärte, dass Genehmigungsverfahren für derartige Projekte in Buch im Bezirksamt soweit wie möglich Priorität genießen würden. „Buch ist einer der Berliner Transformations- und Wachstumsräume“, so Kima abschließend. 


Foto:
Wie soll Buch zukünftig aussehen? Klaus Mindrup, Bundestagsabgeordneter der SPD und Raed Saleh, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus im Dialog vor Ort. (Foto: Christine Minkewitz, BBB Management GmbH)

leben, heilen / 20.06.2017
Medizin entdecken – zur Langen Nacht der Wissenschaften im HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Zur Langen Nacht der Wissenschaften öffnen im Großraum Berlin 70 wissenschaftliche Einrichtungen ihre Türen. Auch das HELIOS Klinikum Berlin-Buch beteiligt sich mit über 50 interessanten Veranstaltungen und einem Unterhaltungsprogramm für die ganze Familie.
Wer wissen möchte, wie ein OP-Saal aussieht, wie eine Narkose verläuft oder wie Patienten mit Querschnittlähmung Laufband-Training machen, ist am Samstag, dem 24. Juni 2017, herzlich ins Bucher Klinikum eingeladen. Besonders spannend: Das Kardio-MRT, ein Hightech-Medizingerät, das es in Deutschland nur wenige Male gibt, und ein begehbares 3D-Arterienmodell. Auf sechs Metern Länge wird hier gezeigt, wie eine Arterie aufgebaut ist, wie ein Gefäßverschluss aussieht oder ein Bypass angelegt wird.\n

Zahlreiche Medizinexperten geben persönlich Einblick in ihre Fachbereiche. Ärzte demonstrieren zum Beispiel beim Ultraschall der Halsschlagader, des Herzens und der Niere sowie beim Endoskopieren, wann und wie diese Untersuchungsmethoden angewendet werden, um Erkrankungen zu erkennen. Orthopäden und Unfallchirurgen zeigen ihre „Knochenwerkstatt“ und Endoprothetik-Operationen am Modell.

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Klinikgeschäftsführer Dr. Sebastian Heumüller: „Die Lange Nacht der Wissenschaften ist für uns eine gute Gelegenheit, Interessierten möglichst viele Facetten unseres Klinikums zu zeigen. Sie erhalten spannende Einblicke in Bereiche, die normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.“ 
Viele Programmpunkte eignen sich für die ganze Familie, manche wurden speziell für Kinder konzipiert wie zum Beispiel das Kuscheltier-Röntgen und die Führung durch den Bereich Zentral-OP/Kinderanästhesie, wo kindgerecht vermittelt wird, wie eine Narkose funktioniert.

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Das große Sport-Spiel-Spaß-Programm mit Radio Teddy, Torwandschießen, Kinderschminken oder der „Auftritt“ der Rettungshundestaffel Barnim e.V. sowie eine vielfältige kulinarische Auswahl runden das Angebot der Langen Nacht der Wissenschaft ab.

Bei einigen Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Hierfür brauchen Sie Eintrittskarten, die Besucher ab 15 Uhr am Infotisch im Foyer des Klinikums erhalten.

Foto: Spannend: das begehbare Arterienmodell in 3D. (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS Kliniken)

forschen, investieren, produzieren / 15.06.2017
OMEICOS Secures Continued BMBF Support with New €1.7M Research Grant to Advance its Novel Approach to Treat Cardiovascular Diseases

Clinical Trial in Atrial Fibrillation Ongoing as OMEICOS Evaluates Therapeutic Paradigm in Additional Indication Areas

Berlin, Germany, June 07, 2017 — OMEICOS Therapeutics, a biopharmaceutical company developing first-in-class small molecule therapeutics for the prevention and treatment of cardiovascular diseases including atrial fibrillation, today announced the approval of a new grant by the German Ministry of Education and Research (BMBF). The grant of approximately €1.7 million covers half of the investment needed to advance an OMEICOS research project with the other half coming from the funds secured in a Series B round from an investor consortium including Vesalius Biocapital II S.A. SICAR, a SMS Group company, VC Fonds Technologie Berlin, Hightech Gründerfonds II GmbH & Co. KG (HTGF), KfW Group and The Falck Revocable Trust, Ascenion GmbH and members of the management team earlier this year. The project will facilitate further research activities into OMEICOS’ novel approach to treat cardiovascular diseases and to explore its potential in other areas of high unmet medical need. With this renewed support from the German government as part of the Ascenion Spinnovator program, OMEICOS has secured so far roughly €4 million non-dilutive funding.

“With the Series B closed earlier this year and continued support by the BMBF, OMEICOS is well positioned to enter the next stage of its corporate development. While clinical development of our lead development candidate OMT-28 advances through the clinic in atrial fibrillation, we will continue exploring  other potential applications of the unique mode of action in other areas within the cardiovascular space and beyond,” commented Dr. Robert Fischer, CSO and co-founder of OMEICOS.

OMEICOS’ lead compound, OMT-28, is a stable synthetic small molecule analog of a natural occurring omega-3 fatty acid metabolite, which has a structure optimized to provide high efficacy, safety and oral bioavailability. OMT-28 has demonstrated anti-arrhythmic and cardioprotective potential in different in vivo models and is currently being evaluated in a randomized, double-blind, placebo-controlled Phase 1 study in Germany.


About Atrial Fibrillation
Atrial fibrillation (AF) is the most common cardiac arrhythmia in humans. AF is characterized by an irregular heart rhythm originating from the heart’s upper chambers, resulting in inefficient blood pumping. AF leads to a significant reduction in quality of life, increases the risk of stroke, raises the risk of heart failure, and doubles the risk of death.

About OMEICOS
OMEICOS Therapeutics is a spin-off company from the Max Delbrück Center for Molecular Medicine (MDC) in Berlin. The company has discovered a series of metabolically robust synthetic analogues of omega-3 fatty acid-derived epoxyeicosanoids, that have the potential to treat inflammatory, cardiovascular, and other diseases. Epoxyeicosanoids as a newly described class of bioactive lipid mediators activate cell type-specific endogenous pathways that promote organ and tissue protection. OMEICOS’ small molecules are orally available and show improved biological activity and pharmacokinetic properties compared to their natural counterparts. OMEICOS’ technology is based on ground-breaking scientific results in the field of omega-3 fatty acid metabolism and physiology obtained by the companies’ founders Drs. Wolf-Hagen Schunck, John. R. Falck, Dominik Müller and Robert Fischer. www.omeicos.com

Contact:
OMEICOS Therapeutics GmbH
Dr. Robert Fischer, Chief Scientific Officer and Managing Director
Phone: +49 (0) 30 9489 4810
E-Mail: r.fischer@omeicos.com
www.omeicos.com

forschen, produzieren, leben, heilen / 15.06.2017
Keine Fake News, sondern Fakten

Gemeinsame Pressemitteilung von Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin und BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch


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Tipps für die Lange Nacht der Wissenschaften am MDC und auf dem Campus Buch

Wer das Leben verstehen will, sollte sich auch auf die Welt der Moleküle einlassen. Dass das nicht nur für Experten interessant ist, zeigt das Programm des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und des Campus Buch während der Langen Nacht der Wissenschaften. Von 16 bis 23 Uhr gibt es rund 150 Angebote für Erwachsene und Kinder: Von Mit-Mach-Experimenten über Shows bis hin zur Möglichkeit, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Labor über die Schulter zu schauen. Einige davon stellen wir hier vor.

Echt oder Fake – eine interaktive Show, in der es um Fakten geht
Können Sie „alternative“ von echten Fakten unterscheiden? In Zeiten von echten und selbsternannten Experten erscheint nichts mehr gewiss. Welche Ernährungsempfehlungen sind wissenschaftlich fundiert und welche nur ein Businessmodell? Können wir unsere Gehirne umprogrammieren und mit Stammzellcremes schöner werden? Testen Sie ihr Gespür und bringen Sie dabei unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Erklärungsnot. Bei uns gewinnen die Fakten. Attraktive Preise gibt es auch.

21:30 Uhr, Dauer: 60 Minuten. Bühne im Foyer des Max Delbrück Communications Center MDC.C (C83).

Stammzellen retten (Nashorn-) Leben – Stand und Vortrag
Es gibt auf der Welt nur noch drei Individuen des Nördlichen Breitmaulnashorns, alle drei Tiere können sich auf natürlichem Weg nicht mehr fortpflanzen. Thomas Hildebrandt vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung und Sebastian Diecke vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin wollen die Art retten, einerseits mit einer neuen Methode zur Gewinnung von Eizellen und andererseits mithilfe einer Stammzelltechnologie. Die Idee: Hautzellen der Tiere sollen in pluripotente Stammzellen umprogrammiert werden und dann zu Eizellen differenziert werden. Dafür arbeiten die Berliner Forscher mit „Eizell-Ingenieuren“ aus Japan zusammen, die das bereits bei der Maus geschafft haben. Beim Nördlichen Breitmaulnashorn stehen die Forscher noch ganz am Anfang. Doch wenn sie die Technik auf andere Tierarten übertragen können, könnte man in der Zukunft sogar ausgestorbene Arten wiederbeleben.

16:00 bis 23:00 Uhr: Stand im Foyer des Hermann-von-Helmholtz-Hauses (C84), zusätzlich 18:00 Uhr: Vortrag auf der Bühne im Foyer des Max Delbrück Communications Center MDC.C (C83). Empfohlen ab 12 Jahren.

Was kann die Gen-Schere Crispr-Cas9? – Führung
In den Medien wird derzeit oft über die Gen-Schere Crispr-Cas9 berichtet und kontrovers diskutiert. Doch was genau kann diese Technologie? Mitarbeiter aus dem Labor von Klaus Rajewsky geben den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die Grundlagen und erklären, wie das Werkzeug CRISPR/Cas9 ihre Arbeit im Labor verändert hat und welches Potenzial die Gen-Scheren als Therapie in der Klinik haben. Sie können selbst zur Pipette greifen, Gene modifizieren und anschließend überprüfen, ob es funktioniert hat.

18:00 Uhr, Dauer: 45 Minuten. Um 20:00 Uhr wird die Führung auf Englisch wiederholt. Die Teilnehmerzahl ist bei allen MDC-Führungen begrenzt. Treffpunkt: Infopunkt im Foyer, Max Delbrück Communications Center MDC.C (C83). Empfohlen ab 14 Jahren.

DNA-Detektive: Finden Sie den Täter – Mitmach-Experimentierkurs
In einem Versuch klären die Besucherinnen und Besucher des Gläsernen Labors mittels DNA-Analyse ein fiktives Verbrechen auf. Sie erhalten DNA-Proben vom Tatort von drei Verdächtigen. Nach dem Schneiden der DNA mit Restriktionsenzymen entsteht eine einzigartige „Schnipselsammlung“, die in der anschließenden Gelelektrophorese sichtbar gemacht wird. Durch den Vergleich der Bandenmuster kann der „Täter“ identifiziert werden.

17:00, 19:00, 21:00 Uhr, Dauer: 75 Minuten. Die Teilnehmerzahl ist bei allen Mitmach-Experimentierkursen des Gläsernen Labors begrenzt. Treffpunkt: Infopunkt im Foyer, Max Delbrück Communications Center MDC.C (C83). Empfohlen ab 14 Jahren.

Das wahre Märchen vom Fischer und seiner Frau – Chemieshow
Ein Märchen der Gebrüder Grimm als faszinierende Chemieshow. Bei der Aufführung werden die Chemiekenntnisse vom Fischer und seiner Frau auf die Probe gestellt. Kommen Sie und sehen Sie selbst beim Auftritt der Schülerinnen und Schüler der Chemiewerkstatt des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, Partnerschule des Gläsernen Labors.

17:00, 18:00, 19:00, 20:00, 21:00, 22:00 Uhr, Dauer: 20 Minuten. Bühne in der Mensa. Geeignet für die ganze Familie.

Weiterführende Links

•    Infoseite zur Langen Nacht auf der MDC-Website
•    Zentrale Infoseite der Langen Nacht der Wissenschaften

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Foto: Herr Tie freut sich auf viele Besucher. (Foto: Peter Himsel)

leben / 14.06.2017
Auf gute Nachbarschaft – Offene Türen in der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen in Berlin Buch

Kurz vor der Eröffnung besuchten über 300 Bürgerinnen und Bürger am 13. Juni 2017 die neue Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen in der Wolfgang-Heinz-Straße (Berlin-Buch). Dabei kamen sie dort u.a. mit Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales und Sören Benn, Bezirksbürgermeister Berlin-Pankow sowie Claudia Langeheine, Präsidentin des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) ins Gespräch.

Als künftiger Träger der Einrichtung veranstaltete die gemeinnützige Stephanus-Stiftung in enger Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt Pankow diesen „Tag der offenen Tür“ mit einem neuen Kommunikationskonzept. Interessierte Nachbarn waren eingeladen, künftige Wohnbereiche zu besichtigen und an verschiedenen „Informationsinseln“ die verschiedenen Angebote ehrenamtlicher sowie kommunaler Initiativen und Organisationen kennenzulernen, die sich bei der Integration der geflüchteten Menschen in Berlin Buch engagieren. Darunter waren der Bucher Bürgerverein, Schulamt, Jugendamt, Umweltamt und Stadtplanung. Darüber hinaus beantworteten Vertreterinnen und Vertreter von der Kirchengemeinde, von Sportvereinen, Bürgerinitiativen und der Polizei die Fragen der zahlreichen Besucher.

Viel Zeit nahmen sich auch Senatorin Elke Breitenbach und Bezirksbürgermeister Sören Benn für die Fragen der Bucher Bürgerinnen und Bürger. Sören Benn würdigte die gute Zusammenarbeit mit der seit nahezu 140 Jahren im Stadtbezirk erfolgreich tätigen Stephanus-Stiftung. Dabei verwies er auf den „ausgesprochen guten Ruf“ der diakonischen Stiftung und deren Verlässlichkeit.
Auch der SPD Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup nahm den Tag der offenen Tür zum Anlass, um sich über die neue Gemeinschaftsunterkunft in seinem Wahlkreis zu informieren.
Im Auftrag des Berliner Senats übernimmt die Stephanus-Stiftung ab Juli 2017 befristet die Verantwortung in der Gemeinschaftsunterkunft für geflüchtete Menschen in der Wolfgang-Heinz-Straße (Berlin-Buch).

Julia Morais leitet den Geschäftsbereich Migration und Integration der Stephanus-Stiftung und erläutert: „Unser Betreuungs- und Begleitkonzept für geflüchtete Menschen ist auf das proaktive Fördern ausgerichtet. Das bedeutet, wir unterstützen die Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer Selbständigkeit mit hoher Eigenverantwortung“. Vom ersten Tag an werden sie mit wichtigen Informationen versorgt, die u.a. die Betriebsabläufe, Bildungs- und Beschäftigungsangebote in der Einrichtung und der Umgebung betreffen.

Für die soziale Integration und Nachbarschaftspflege sind besondere Angebote mit Unterstützung von Freiwilligen aus der Region vorgesehen. Zentrale Themen sind dabei der Zugang zu weiterführender Bildung, sowie die Entwicklung der individuellen Eignung für den Arbeitsmarkt. „Um diese wichtigen Ziele zu erreichen, arbeiten wir eng mit Behörden, Ausbildungsstätten, Arbeitgebern und anderen Trägern im Bezirk zusammen“, sagt Julia Morais.

Die Stephanus-Stiftung verantwortete erfolgreich von Dezember 2015 bis Herbst 2016 eine Notunterkunft in Berlin-Köpenick. Seit März 2017 trägt die gemeinnützige Stiftung die Verantwortung für eine Gemeinschaftsunterkunft in Berlin-Neukölln. Darüber hinaus unterhält sie eine Anlaufstelle für Bildung, Arbeit und Begegnung in Berlin-Friedrichshagen (Stadtbezirk Köpenick) sowie eine Koordinationsstelle für Ehrenamt in Berlin-Weißensee. Im brandenburgischen Landkreis Prignitz betreibt die Stephanus-Stiftung ein Büro zur Migrationsberatung im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge.

In Berlin und Brandenburg unterhält die Stephanus-Stiftung mit ihren Tochtergesellschaften über 100 Einrichtungen mit Wohn- und Arbeitsangeboten für Menschen mit Behinderung, Bildungseinrichtungen, Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, den Bereich Migration und Integration sowie Pflege- und Betreuungsangebote für Senioren. Mehr als 10.000 Erwachsene, Kinder und Jugendliche nehmen in diesen Einrichtungen soziale Leistungen in Anspruch. Für mehr als 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie über 60 Auszubildende ist die Stephanus-Stiftung ein verlässlicher Arbeitgeber.

Weitere Informationen finden Sie unter www.stephanus.org.

leben / 12.06.2017
Bucher Bürgerforum

Ein sehr informatives Bucher Bürgerforum fand am 6. Juni in der „Festen Scheune“ auf dem Stadtgut Buch statt. Der Vorsitzende des Bucher Bürgervereins, Steffen Lochow, informierte darüber, dass der Verein von der SPD Pankow mit dem Ella-Kay-Preises geehrt worden ist. Der Dank gilt allen Mitgliedern, aber auch den Freunden und Unterstützern des Vereins, ohne die das gesellschaftliche Engagement nicht möglich wäre.\n

Familiensportfest auf dem Pankeplatz
Der Panke-Platz nimmt weiter Gestalt an. Die Basketballkörbe wurden mit Hilfe des THW aufgestellt, demnächst wird eine Boule-Bahn gebaut. Dieses Projekt wird finanziell durch die WBG Wilhelmsruh unterstützt. Am 30. Juni findet ein großes Familiensportfest statt. Der Panke-Platz ist der ehemalige Sportplatz zwischen Hufeland-Schule und S-Bahngleisen am hinteren Ausgang des S-Bhf. Buch. (www.panke-platz.de)

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Stephanusstiftung betreibt neue Flüchtlingsunterkunft
Der künftige Träger der neuen Flüchtlingsunterkunft an der Wolfgang-Heinz-Strasse (MUF), die Stephanus-Stiftung stellte sich beim Bürgerforum erstmals vor. Frau Morais, die Leiterin des Bereichs Migration & Integration, berichtete kurz über die ev. Stiftung, die seit 1878 vor allem in Berlin und Brandenburg tätig ist. (www.stephanus.org.de) Der künftige Leiter der Einrichtung, Herr Brinkmann, informierte über den aktuellen Stand. Voraussichtlich bis Ende Juni werden ca. 450 Flüchtlinge einziehen, die alle eine Bleibeperspektive haben. Sie kommen aus verschiedenen Notunterkünften in Berlin. Sein Credo für die Unterkunft heißt „Fördern und Fordern“, so wie es auch im neuen Integrationsgesetz festgeschrieben ist.

Im Funktionsgebäude gibt es u.a. einen Kinderraum, einen Jugendraum, eine Werkstatt und einen großen Unterrichtsraum. Insgesamt 18 Mitarbeiter werden dort tätig sein, darunter ein Ehrenamtskoordinator, der sich auf die Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen aus Buch freut. Am 13. Juni findet von 16 bis 20 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. Dort können nicht nur die Räume besichtigt werden, es sind auch Anspruchpartner vom Bezirksamt Pankow, von der Polizei, von Bucher Schulen und anderen Akteuren vor Ort. Geplant ist auch der Besuch des Pankower Bürgermeisters, Sören Benn.

Die Integration von Flüchtlingen wird auch in den nächsten Jahren eine der Hauptaufgaben sein, denn die nächste Unterkunft für 450 Flüchtlinge am Lindenberger Weg nimmt bereits Gestalt an und soll auch noch dieses Jahr eröffnet werden. Dabei muss die Entwicklung von Buch weitergehen. So würde das geplante Bucher Bildungs- und Integrationszentrum auf der Brunnengalerie einige Arbeiten einfach gestalten.

Steffen Lochow informierte danach kurz, das für verschiene, kleine Projekte FEIN-Mittel beantragt sind. (FEIN – Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften) Welche Fördergelder für welche Projekte freigegeben werden, steht noch nicht fest.

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Informationsveranstaltung zur Verkehrsentwicklung
Am 28. Juni von 19:00 Uhr gibt es in der „Festen Scheune“ eine Informationsveranstaltung des Berliner Senats zum Thema der Verkehrsentwicklung der Region mit Blick auf die Planung des Wohnungsbauareals „Blankenburger Süden“ stattfinden. Entlang des Blankenburger Pflasterwegs soll in den nächsten Jahren ein Wohnungsneubaugebiet für mehrere Tausend Wohnungen entstehen. Das wird für den Verkehr in unserer Region sicherlich große Auswirkungen haben.( http://dorfanger-blankenburg.de/cms/)

Der Verein Kultur im Quartier lädt ein zum Flohmarkt „Kunst und Krempel im Quartier“ am 17. Juni von 10:00 bis 17:00 Uhr im Ludwig-Hoffmann-Quartier auf der Freifläche vor Haus 24.
www.kultur-quartier.berlin

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Text: Andreas Wolf, Bucher Bürgerverein e.V.

forschen, leben / 12.06.2017
Dem wissenschaftlichen Vermächtnis von Max Delbrück verpflichtet

Er war der Begründer der Molekularbiologie. Nach ihm ist das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) benannt, das vor 25 Jahren gegründet wurde und heute zu den international renommierten Einrichtungen seiner Art zählt. Bis 1938 lebte der gebürtige Berliner, Physiker und Nobelpreisträger Max Delbrück (1906-1981) in der Hauptstadt, wo er den Aufbruch in der Teilchenphysik miterlebte und seine erste wichtige Arbeit zu den molekularen Grundlagen der Genetik verfasste. Ein Forschungsstipendium brachte ihn Ende der dreißiger Jahre in die USA. Dort entstanden seine bahnbrechenden Arbeiten zum Nachweis der molekularen Existenz von Genen.

Was hat sich in mehr als 80 Jahren molekularbiologischer Forschung getan? Wie leben die Gedanken von Max Delbrück, der sich stets für eine offene und interdisziplinäre Forschung stark gemacht hatte, auf dem Forschungscampus seiner Heimatstadt fort?

Am 2. Juni 2017 besuchten Mitglieder der in den USA lebenden Familie von Max Delbrück, seine Kinder Jonathan Delbrück und Nicola Salmon mit acht Kindern und Enkeln, das MDC. Beim Rundgang über den Campus in Berlin-Buch und in den Laboren bekamen sie Einblicke in die moderne Molekularbiologie: von Zebrafisch-Embryonen, deren genetisch veränderte Herzen unter dem Mikroskop schlagen, bis zur außergewöhnlichen Tierspezies der Nacktmulle, die genetisch vor Unterzuckerung und Sauerstoffmangel geschützt sind.

Nach dem Krieg unterstützte Max Delbrück den Aufbau der Molekularbiologie in Deutschland
In Gesprächen mit dem Gründungsdirektor des MDC, Prof. Detlev Ganten, und dem derzeitigen Wissenschaftlichen Vorstand, Prof. Martin Lohse, sowie weiteren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Zeitzeugen konnten Erinnerungen an persönliche Begegnungen, Erlebnisse und Berichte wachgerufen werden.

Nach dem Krieg lebte Max Delbrück mit seiner Familie einige Jahre in der Bundesrepublik und wirkte an der Gründung des Instituts für Genetik der Universität Köln sowie der Universität Konstanz entscheidend mit. Die Entwicklung der Molekularbiologie in Berlin konnte er nicht mehr verfolgen. „Für unsere Familie ist es besonders interessant, die Geschichte des Max-Delbrück-Centrums und den Anteil, den Max Delbrück hatte, besser zu verstehen, auch seine Kontakte in den Osten Deutschlands“, sagte Nicola Salmon nach dem Besuch.

Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC)
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde 1992 in Berlin gegründet. Es ist nach dem deutsch-amerikanischen Physiker Max Delbrück benannt, dem 1969 der Nobelpreis für Physiologie und Medizin verliehen wurde. Aufgabe des MDC ist die Erforschung molekularer Mechanismen, um die Ursachen von Krankheiten zu verstehen und sie besser zu diagnostizieren, verhüten und wirksam bekämpfen zu können. Dabei kooperiert das MDC mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Berlin Institute of Health (BIH) sowie mit nationalen Partnern, z.B. dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DHZK), und zahlreichen internationalen Forschungseinrichtungen. Am MDC arbeiten mehr als 1.600 Beschäftigte und Gäste aus nahezu 60 Ländern; davon sind fast 1.300 in der Wissenschaft tätig. Es wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. http://www.mdc-berlin.de/


Foto: Die Besucher neben der Büste Max Delbrücks am MDC: Ur-Enkel Jude, Liam, Ewan und ihre Eltern Isadora und Robert; Nicola und Jonathan, sowie Jonathans Kinder Max und Lina und ihr Freund Owen (v.l.n.r). (Bild: Svea Pietschmann/MDC)\n


Weiterführender Link

    Wer war Max Delbrück? – Artikel des MDC-Forschers Friedrich C. Luft

forschen / 12.06.2017
Wie sich mitochondriale Membranen falten

Das Team um Oliver Daumke erforscht, wie die innere Membran der Mitochondrien jene komplexen Formen annimmt, die sie für die Ausführung zellulärer Funktionen benötigt.

Vor etwa zwei Millionen Jahren schmuggelten sich Bakterien in die Vorfahren unserer Zellen und schlugen dort ein dauerhaftes Lager auf. Diese symbiotische Beziehung erwies sich als so vorteilhaft für beide Seiten, dass sie in allen Nachkommen erhalten blieb. Die Parasiten leben bis heute als Organellen, den Mitochondrien, in den Zellen. Sie besitzen ihr eigenes Genom und überleben nicht außerhalb des Wirts, der sie mit allem Nötigen versorgt. Ist ihre Struktur defekt, kommt es mitunter zu Krebs, neurologischen Erkrankungen und weiteren Krankheiten.

Die Forschungsgruppe von Prof. Oliver Daumke am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) löste nun zusammen mit Partnern aus Freiburg, Homburg und der Universität Halle-Wittenberg ein wichtiges Rätsel zur Struktur der Mitochondrien. In einem Artikel in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Nature Communications beschreiben sie, welche Rolle ein Protein beim Bau komplizierter Falten in der Mitochondrien-Membran spielt. So bildet sich ein Labyrinth aus präzise definierten Verflechtungen, die für die Funktion der Organelle unabdingbar sind.

Die Membranen der Mitochondrien besitzen zwei Schichten. Die äußere weist zur Zellumgebung und ist glatt wie die Oberfläche einer Muschel. Die innere Membran dagegen ist mehrfach gefaltet und runzelig. Die zwei Membranen verhalten sich wie ein in einen Fäustling genähter Fingerhandschuh. Die Hand repräsentiert dabei wie das Innere des Organells, die Zwischenräume zwischen den Fingern „Cristae“ genannte Einstülpungen.

Ein fingerartiges Gerüst
Elektronenmikroskopische Aufnahme einer Hefezelle. Querschnitte von Mitochondrien erscheinen als ovale Strukturen. Das kleine Bild zeigt die Vergrößerung eines Mitochondriums, die Cristae erscheinen als Einstülpungen. Crista junctions sind mit einem Sternchen markiert. Bild: AG Daumke, MDC

Diese langen, nach innen weisenden Falten tragen Proteine, die am Stoffwechsel und der Energieproduktion der Mitochondrien beteiligt sind. Die Cristae sind wahrscheinlich auch wichtig, wenn sich Mitochondrien teilen oder miteinander verschmelzen. Wenn ihre faltige Struktur gestört wird, besteht die Gefahr, dass die Organellen zusammenbrechen und giftige Substanzen an die Zelle abgeben.

Mit den Zwischenräumen zwischen den Fingern als Cristae sind die Fingerspitzen die crista junctions (CJ). Dort trifft die innere auf die äußere Membran, wo sich eine molekulare Maschine mit dem Namen MICOS befindet. Sie besteht aus mindestens sieben Proteinen und ist für die Formgebung der Membranen wichtig.

„Wir hatten Hinweise darauf, dass die zwei MICOS-Proteine Mic10 und Mic60 besonders wichtig für die Faltung und die Bildung der Cristae sind“, sagt Erstautor Manuel Hessenberger. „Ohne diese Proteine kommt es zu tiefgreifenden Änderungen in der Architektur der Membran und der Organelle.“ Auch wenn in der Zelle zu viel Mic10 oder Mic60 vorliegen, komme es zu Deformationen.

Daumkes Team ist auf Strukturbiologie spezialisiert, das heißt, es will die Verbindung zwischen der räumlichen Struktur eines Moleküls und seinem Verhalten in der Zelle aufklären. Mic10 lagert sich bevorzugt zu bogenförmigen Gerüststrukturen an der Membran zusammen und hilft so, die scharfen Falze an den Rändern der Cristae zu bilden. Die Funktion von Mic60 ist dagegen unklar.

Scharfe und stabile Falze
Im Experiment vermischte Manuel Hessenberger das Mic60-Protein mit gereinigten Lipiden, dem Hauptbestandteil von Membranen. Die Lipide organisierten sich zu langen schlauchartigen Formen und ähnelten damit Cristae. „Seine zentrale Rolle bei der Bildung von Cristae und der crista junctions übt Mic60 aus, indem es direkt an die Membran bindet und sie verformt“, sagt Hessenberger.

Auch die Region auf Mic60, die an die Membranen bindet, konnten die Forscherinnen und Forscher aufklären. Ist Mic60 nicht im MICOS-Komplex integriert, verbirgt es seine membranbindende Region. Das ändert sich, sobald eine weitere Komponente des MICOS-Komplexes an Mic60 bindet: ein Protein namens Mic19. Oliver Daumke erklärt: „Diese Kombination aus zwei Proteinen verankert Proteinkomplexe an den Kontaktstellen zwischen Cristae und äußerer Membran. Sobald sie dort ankommen, können sie die innere Membran verformen. Dabei bilden sie scharfe Falze und halten die gesamte Struktur zusammen.“

Mic60 positioniert sich so in der Membran, dass es die Krümmung stabilisiert. Daumke vergleicht das Protein mit einem Gummiband, das um benachbarte Fingerspitzen geschlungen wird und so deren Abstand zueinander bestimmt. Sobald dieser Mechanismus zusammenbricht, verliert die Struktur jedoch ihre Form und die Falten der Mitochondrienmembran fallen in sich zusammen.

Mitochondrien sind notorisch schwer zu untersuchen, denn ihre Gene lassen sich kaum modifizieren. Daumkes Team schaffte es, indem die Forscherinnen und Forscher den MICOS-Komplex im Reagenzglas nachbauten und die Interaktionen der Proteine mit der Membran analysierten. Die neue Studie erklärt zum ersten Mal die Aufgaben von Mic60 und Mic19 und wie ihre Struktur mit ihrer Funktion zusammenhängt.


Manuel Hessenberger et al (2017): „Regulated membrane remodeling by Mic60 controls formation of mitochondrial crista junctions.“ Nature Communications. doi:10.1038/ncomms15258 (Open Access)

investieren, produzieren / 01.06.2017
Eckert & Ziegler: Übernahme von Gamma-Service erfolgreich abgeschlossen. Albert Rupprecht neues Aufsichtsratsmitglied.

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat heute die Vereinbarung zur Übernahme seines Wettbewerbers Gamma-Service unterzeichnet. Gamma-Service ist ein Spezialist für die Herstellung von isotopentechnischen Produkten für Medizin und Industrie und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von rund 20 Mio. EUR.

„Mit dem Zukauf wesentlicher Teilen der sächsischen Gamma-Service-Gruppe stärken wir unsere Marktposition und fokussieren unsere Kräfte jetzt auf eine zügige und reibungslose Integration der neuen Geschäfte und Mitarbeiter sowie auf eine optimale Betreuung unserer neuen und bestehenden Kunden“, erklärte Dr. Andreas Eckert, Vorstandsvorsitzender der Eckert & Ziegler AG.

Darüber hinaus wurde auf der heutigen Hauptversammlung Albert Rupprecht als neues Aufsichtsratsmitglied gewählt. Herr Rupprecht ist bildungs- und forschungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag. Er folgt auf Prof. Dr. Nikolaus Fuchs, der sein Mandat mit Ablauf der Hauptversammlung am 31.05.2017 niederlegt. Aufsichtsrat und Vorstand danken Herrn Prof. Dr. Fuchs für seinen Einsatz und seine Verdienste um die Eckert & Ziegler AG.

Über Eckert & Ziegler
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit 760 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.


forschen / 31.05.2017
Interview mit Prof. Dr. Dorothea Fiedler: "Die chemische Sprache verstehen"

Prof. Dr. Dorothea Fiedler ist seit Juli 2015 Direktorin am FMP. Im Interview spricht sie über ihren Wechsel von den USA nach Deutschland, ihre Forschungsschwerpunkte und über aktuelle Entwicklungen am FMP.

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Frau Prof. Fiedler, Sie waren in den USA, zuletzt an der Universität Princeton, eine angesehene Wissenschaftlerin und haben etliche Auszeichnungen erhalten. Was hat Sie nach Berlin-Buch verschlagen?

Es waren mehrere Gründe. Das Wichtigste war sicher, dass das FMP ein exzellentes Institut ist, wo interdisziplinär an der Schnittstelle von Biologie und Chemie geforscht wird. Insofern hat es inhaltlich perfekt gepasst. Außerdem kann ich hier mit hervorragenden Leuten zusammenarbeiten, intern wie extern. Und dann verfügt das FMP über ausgezeichnete Forschungsbedingungen. All das war doch zu reizvoll, um den Ruf auf eine W3S-Professur verbunden mit dem Direktorenposten auszuschlagen, obwohl ich mich in den USA sehr wohlgefühlt habe.

Zusammen mit Prof. Volker Haucke bilden Sie eine Doppelspitze am FMP. Wie teilen Sie sich diese verantwortungsvolle Aufgabe?

Es gab eine klare Abrede, dass ich nach eineinhalb Jahren offiziell die Geschäftsführung übernehmen werde. Seit 1. Januar ist das nun der Fall, dennoch erledigen wir nach wie vor viele Aufgaben gemeinsam und sprechen uns bei wichtigen Entscheidungen immer miteinander ab.

Sie sind Chefin von 300 Mitarbeitern. Bleibt da noch Zeit, selbst im Labor zu forschen?

Im Labor stehe ich leider schon lange nicht mehr. Das können meine Mitarbeiter mittlerweile auch besser. Aber natürlich arbeite ich weiterhin eng zusammen mit meinen Doktoranden und Postdoktoranden. Die Forschung ist und bleibt sicherlich der Teil meiner Arbeit, der mir am meisten Freude bereitet.

Woran forscht eine Professorin für Chemische Biologie?

Bei vielen Aspekten der Zellbiologie sind wir jetzt an einem Punkt angekommen, wo man versucht, die Vorgänge in einer Zelle auf molekularer Ebene zu entschlüsseln. Für mich als Chemikerin ist das hoch spannend. Einer meiner Schwerpunkte sind die sogenannten Inositol-Pyrophosphate. Das sind bestimmte Botenstoffe in der Zelle, die zum Beispiel bei Fettstoffwechselkrankheiten und der Insulinsekretion eine wichtige Rolle spielen, aber auch Einfluss auf die Zellmigration, spezifisch die Metastasierung, haben. Wir versuchen sozusagen die chemische Sprache zu verstehen und hoffen, damit die Grundlagen für neue Therapien zu legen.

Sind neue Therapien für Sie der Ansporn, Grundlagenforschung zu betreiben?

Der Wunsch, die Gesundheit von Menschen zu verbessern, ist das, was uns alle hier antreibt. Wobei ich dazu sagen muss, dass die meisten Gruppen am FMP nicht im eigentlichen Sinne Therapien entwickeln, aber die Grundlagenforschung am Institut stellt dafür die entscheidenden Weichen. Das sehen Sie zum Beispiel daran, dass gerade zwei Ausgründungen aus den Gruppen Hackenberger und Kühne in Vorbereitung sind.

Ein Drittel der Forschergruppen am FMP sind Juniorgruppen. Was passiert hier Neues?

Eine Menge. Im Bereich Molekulare Physiologie und Zellbiologie gibt es eine neue Liaisongruppe „Neurowissenschaften“, die Emmy-Noether-Juniorgruppe um Alexander Walter. Darüber hinaus erhält unser Juniorgruppenleiter Andrew Plested eine Heisenberg-Professur an der Humboldt-Universität. Seine Gruppe wird für weitere fünf Jahre am FMP als Gastgruppe verbleiben. Abschied werden wir dagegen noch in diesem Jahr von Philipp Selenko nehmen müssen. Er hat seit mehreren Jahren erfolgreich eine Nachwuchsgruppe in der Strukturbiologie geleitet und nun ein attraktives Angebot vom Weizmann Institute of Science in Israel angenommen. Umso erfreulicher ist, dass in diesem wichtigen Forschungsbereich eine neue Nachwuchsgruppe an der Schnittstelle von NMR und Cryo-electron microscopy (Cryo-EM) eingerichtet werden soll, und zwar im Rahmen der geplanten „Cryo-EM-Infrastruktur“, an der auch die Berliner Universitäten und das MDC beteiligt sein werden.
Unser Nachwuchsgruppenleiter Leif Schröder konnte mit dem California Institute of Technology in Pasadena eine Kooperationsvereinbarung zur Entwicklung ultrasensitiver Magnetresonanz-Bildgebung abschließen, mit der etwa Tumoren aufgespürt werden können. Gleichzeitig hat er im vergangenen Jahr für ein ähnliches Vorhaben das Reinhart-Koselleck-Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingeworben. Die Förderung beläuft sich auf 1,525 Millionen Euro und war das erste Koselleck-Projekt für die Leibniz-Gemeinschaft überhaupt. Ich finde, das ist alles sehr bemerkenswert.

Anfang dieses Jahres gab es dann gleich ein zweites Reinhart-Koselleck-Projekt für das FMP und eine kleine Sensation für das Institut?

Ja, nur wenige Monate später konnte Volker Haucke die DFG mit seinem Projektantrag zur Erforschung der neuronalen Kommunikation überzeugen. Darauf sind wir sehr stolz. Beide Auszeichnungen zeigen, wie exzellent am FMP geforscht wird. Schon 2015 wurden Philipp Selenko und Andrew Plested für ihre Forschungen mit dem hochrangigen „Consolidator Grant“ des Europäischen Forschungsrates (ERC) ausgezeichnet. Mit dieser profiliertesten und begehrtesten Ausschreibung der Europäischen Kommission war Thomas J. Jentsch in den vergangenen fünf Jahren gleich zwei Mal erfolgreich, für seine Forschung an Ionenkanälen erhielt er zum ersten Mal 2012 einen „Advanced Grant“ in Höhe von 2,5 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (ERC) und im März dieses Jahres gleich den zweiten ERC Advanced Grant, ein großer Erfolg!

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Und was ist mit Ihrem Steckenpferd, der Chemischen Biologie?

Auch hier ist der Aufbau einer Nachwuchsgruppe in Planung, Details kann ich Ihnen zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht verraten. Allerdings sind wir sehr glücklich, dass wir die Gruppe Massenspektrometrie weiterführen und zum Ende des Jahres mit Dr. Fan Liu neu besetzen.

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Das FMP wird in diesem Jahr 25 Jahre alt, wo sehen Sie das Institut in 25 Jahren?

Trotz stetiger Mission, befindet sich das FMP immer noch in einem gewissen Umbruch. Schon in den nächsten zwei Jahren werden uns Kolleginnen und Kollegen verlassen und in den Ruhestand treten, die zum Teil bereits im Vorläuferinstitut, im „Institut für Wirkstofforschung“ der Akademie der Wissenschaften der damaligen DDR, gearbeitet haben. Das ist bedauerlich, aber eben der Lauf der Dinge. So weit in die Zukunft zu blicken, ist für ein Forschungsinstitut eher unüblich. Aber, da spreche ich für die Vergangenheit und für die Zukunft, wir sind ein Institut, das besonderen Wert auf ultramoderne Techniken legt. Mit dieser Strategie und unseren exzellenten Wissenschaftlern sichern wir uns so auch inhaltlich langfristig interessante und zukunftsweisende Ergebnisse, die die wissenschaftliche Gemeinschaft und letztendlich die Gesellschaft bereichern.
Was ich mir wünsche, ist international mehr Sichtbarkeit. Das Institut ist deutschlandweit, aber auch international sehr gut vernetzt. Trotzdem ist das Institut, wie auch die Leibniz-Gemeinschaft, international noch nicht so bekannt wie die anderen deutschen Forschungsorganisationen.
Daran arbeiten wir.


Interview: Beatrice Hamberger

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Foto: Prof. Dr. Dorothea Fiedler (Foto: Silke Oßwald, FMP)

leben / 30.05.2017
Erste Modulare Unterkunft für Geflüchtete öffnet in Berlin-Buch

Tag der offenen Tür am Dienstag, dem 13. Juni 2017
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In der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF), Wolfgang-Heinz-Straße 45a-g in Buch findet am Dienstag, dem 13. Juni 2017 von 16 bis 20 Uhr ein Tag der offenen Tür statt. Die evangelische Stephanus-Stiftung, künftiger Betreiber  der Gemeinschaftsunterkunft, führt die Veranstaltung in Kooperation mit dem Bezirksamt Pankow durch. Der Tag der offenen Tür bietet die Gelegenheit, sich über die Stephanus-Stiftung zu informieren und an Führungen durch das Gebäude teilzunehmen. Zudem hat das Bezirksamt Pankow zahlreiche Ansprechpersonen eingeladen, die für Fragen der Anwohner*innen zur Verfügung stehen. In die Wolfgang-Heinz-Straße werden voraussichtlich ab Mitte Juni 450 Menschen einziehen, die bislang noch in Notunterkünften in Berlin leben. Im Herbst wird im Lindenberger Weg 19/27 eine weitere Modulare Unterkunft für Geflüchtete eröffnen, die ebenfalls Raum für bis zu 450 Menschen bietet. Das AWO-Refugium in Buch, in dem derzeit 360 Menschen leben, wird voraussichtlich 2019 geschlossen.

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„Auf den Großbezirk Pankow verteilt wohnen derzeit ca. 3.300 Menschen in elf Flüchtlingsunterkünften, damit liegt Pankow im Mittelfeld aller Berliner Bezirke“, erklärt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke). „Im Jahr 2016 lebten gemessen an der Einwohnerzahl von Pankow 18,5 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund in Pankow, Berlin weit sind es 31,4 Prozent“, so Benn weiter. Im Ortsteil Buch lag der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei 12,9 Prozent, die Mehrheit stammt aus Ländern der Europäischen Union, insbesondere aus Polen. Weitere Hauptherkunftsländer sind Russland, Länder des Balkans und Syrien.

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Für Fragen zur Modularen Unterkunft für Flüchtlinge in der Wolfgang-Heinz-Straße steht Julia Morais von der Stephanus-Stiftung zur Verfügung, E-Mail julia.morais@stephanus.org, Tel. 030 96 24 92 96. Im Bezirksamt Pankow ist die Flüchtlingskoordinatorin im Büro der Integrationsbeauftragten, Birgit Gust, Ansprechperson für Fragen, Tel. 030 – 90295 2431 oder E-Mail birgit.gust@ba-pankow.berlin.de.

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Die Stephanus-Stiftung behält sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in  Erscheinung  getreten  sind,  den  Zutritt  zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.

Foto: Alle sechs Modularen Unterkünfte in Berlin haben die gleiche Architektur. Die Häuser sind mit einem tragenden Mittelteil ausgestattet, so dass die Wände der einzelnen Etagen weitgehend variabel zu gestalten sind. (Foto: Hans-Martin Fleischer)

forschen / 30.05.2017
Von Buch nach Friedrichsfelde und zurück

Interview mit Prof. Dr. Peter Oehme, der das Institut für Wirkstofforschung, die Vorgängereinrichtung
des FMP, gründete und bis 1991 leitete\n

 

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Die pharmakologische Forschung hat eine lange Tradition auf dem Campus Buch. Warum kam es 1971 zu einem Umzug nach Berlin-Friedrichfelde?

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Ein Jahr bevor die Akademie der Wissenschaften der DDR das „Zentralinstitut für Molekularbiologie“ in Buch gründete und Institute zusammenfasste, zogen die experimentelle Pharmakologie und die
Peptidchemie aus dem Bucher Institut für Pharmakologie nach Berlin-Friedrichsfelde. Grund war vor allem, dass die Institutsgebäude auf dem Bucher Campus zu eng wurden.

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Welche Möglichkeiten bot der neue Campus?

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Wir konnten die Theoretische Molekularpharmakologie, die Zellbiologie und -pharmakologie aufbauen, die Peptidsynthese zu einer Wirkstoffchemie erweitern und neue pharmakologische Arbeitsgebiete
angehen. Dies bot schließlich die Grundlage dafür, 1976 ein selbstständiges „Institut für Wirkstofforschung“ (IWF) der Akademie der Wissenschaften zu gründen. Ende der 70er Jahre entstand Tür an Tür das „Institut für pharmakologische Forschung“ des Pharmakombinates GERMED. Wir verfolgten gemeinsam das Ziel, eine möglichst durchgängige Forschungskette aufzubauen – von der Grundlagenforschung über die klinische Forschung bis hin zur industriellen Anwendung. Das war damals eine Pionierarbeit. Das IWF entwickelte sich zu einer international anerkannten, interdisziplinären Forschungseinrichtung. Themen wie  „Peptide und Adaptation mit Bezug zur Suchtkrankheit“ wurden begründet, um neue Zugänge zur biomedizinischen Gesundheitsforschung zu schaffen. 

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Wie war das Jahr der deutschen Einheit?

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Die Mangelwirtschaft, die seit Mitte der 80er Jahre herrschte, war deutlich spürbar geworden. Uns fehlten Mittel für neue Technologien und qualifizierte Laborräume. Zudem wuchs der Druck, Verfahren
für die pharmazeutische Industrie zu entwickeln. Anfang 1990 kam es schließlich zu Demonstrationen auf dem Bucher Campus, um Reformen einzufordern, der „Runde Tisch“ der Akademie entstand. Ich
wurde als Vertreter für das wieder vereinte Wissenschaftsgebiet Biowissenschaften und Medizin gewählt. In dieser Umbruchstimmung erarbeiteten wir den Bericht für die Evaluierung durch den Wissenschaftsrat. Aus unserer Sicht war das Institut trotz der materiellen Probleme inhaltlich  gut aufgestellt. Das wurde auch durch die Aussage der Kommission unmittelbar nach der Evaluierung bestätigt: „Das Institut wird zur Fortführung empfohlen“.

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Was folgte aus der Empfehlung des Wissenschaftsrates?

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Im Juli 1991 lagen dann die offiziellen Evaluierungsergebnisse für die Akademieinstitute vor. Das IWF wurde bewertet als ein „geglücktes Beispiel interdisziplinärer Forschung“, mit „mehreren zukunftsorientierten Forschungsansätzen“, dessen „Konzepte zur Suchtforschung wohlüberlegt scheinen“.  Es wurde empfohlen „aus dem IWF eine Einrichtung für molekulare Pharmakologie zu gründen, welche die Arbeiten auf Adaptationsprozesse mit dem Fernziel Suchtforschung orientiert“.
Wir gingen davon aus, dass das IWF umgewandelt wird. Doch es wurde, wie alle Akademie-Institute, geschlossen. Das FMP sollte neu gegründet werden, die IWF-Mitarbeiter konnten sich bewerben. Das
Gründungskomitee, zu dessen Beratungen ich kein einziges Mal hinzugebeten wurde, änderte schließlich die vom Wissenschaftsrat vorgeschlagene  Schwerpunktsetzung mit der Begründung, dass die Konzentration auf Adaptations- und Suchtforschung bei Berufungen hinderlich sein könnte. Wir erfuhren, dass der zu berufende Gründungsdirektor das neue Institut frei gestalten konnte: Das IWF war eine Art „Rohstoff“  geworden. 

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Wie ging es weiter?

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Bis 1996 kamen und gingen drei Gründungsdirektoren – eine  schwierige Phase. Erst mit dem Pharmakologen Walter Rosenthal stabilisierte sich das FMP. Unterstützt vom Forschungsverbund Berlin, konnte das Institut im Jahr 2000 in einen Neubau auf dem Bucher Campus in die
Nachbarschaft des MDC ziehen. Heute existiert am Standort Buch mit dem FMP eine für die deutsche Forschungslandschaft einzigartige Plattform für molekulare Fragestelllungen in der Arzneimittelforschung.

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Wie war Ihr weiterer  wissenschaftlicher Weg ab 1992?

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Ich entschied mich, meine bisherige Forschungsgruppe am FMP weiter zu leiten, was ich nicht bereut habe. Zusätzlich lehrte ich an der Charité und der Uni Potsdam und habe die Politik und pharmazeutische Unternehmen beraten. Von 2010 bis 2013 wurde ich als Senior Advisor für das FMP noch einmal „reaktiviert“. Eine interessante Herausforderung.

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Interview: Christine Minkewitz/BBB, Silke Oßwald/FMP

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Foto: Prof. Dr. Peter Oehme (Foto: Akademie der Wissenschaften der DDR)

forschen, leben, heilen / 29.05.2017
Wissenschaftsnacht 2017: Online-Programm und Ticketverkauf gestartet

Es ist so weit: das neue Programm der Langen Nacht der Wissenschaften ist ab sofort auf www.lndw17.de abrufbar. Das vielfältige Angebot ermöglicht Besucherinnen und Besuchern auch Einblicke in Orte, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Die Website hält das detaillierte Programm und weitere Informationen zu den Tickets und zu Anfahrtsmöglichkeiten für Sie bereit.

Besucher jeden Alters können aus den 2.000 Workshops und Mitmachaktionen, Experimente und Vorträge, Ausstellungen und Demonstrationen ihr persönliches Lange-Nacht-Programm zusammenstellen. Auf der Website können Sie Ihre persönlichen Highlights nach Schlagworten oder Veranstaltungsformaten herausfiltern.

ANFAHRT UND TICKETS
Um Ihren Wunschort schnell zu erreichen, können Sie unsere interaktive Karte nutzen. Diese zeigt Ihnen auch, welche Einrichtungen in der Nachbarschaft oder auf Ihrer Wunschstrecke liegen. Durch den ÖPNV und spezielle Sonderbusse können Sie alle 71 wissenschaftlichen Einrichtungen in Berlin und auf dem Potsdamer Telegrafenberg gut erreichen.

Die Tickets für die Lange Nacht gelten auch als Fahrschein für An- und Heimfahrt im Tarifbereich ABC – von Samstag, den 24.6.2017, 14.00 Uhr bis Sonntag, den 25.6.2017, 4.00 Uhr.

Ab dem 29.05. können die Tickets  in den Kundenzentren sowie an den Fahrausweis-Automaten und Fahrkartenausgaben von S-Bahn und BVG und in der Urania Berlin erworben werden. Darüber hinaus sind sie an Theaterkassen und Touristeninformationen, die über das Buchungssystem von CTS eventim an den Vorverkauf angeschlossen sind, erhältlich. Beim Ticketkauf über CTS eventim fallen zusätzliche Gebühren an. Außerdem hat der Online-Ticketverkauf für die Wissenschaftsnacht bereits begonnen.

WEITERE INFORMATIONEN
Alle wichtigen Infos und einen guten Überblick über die Veranstaltung bietet auch das Lange-Nacht-Infoheft. Es liegt in allen beteiligten Wissenschaftseinrichtungen, vielen Museen, öffentlichen Einrichtungen, der Urania, den Kinos der Yorck-Gruppe sowie bei BVG und S-Bahn kostenlos bereit.\n

Foto: Spazieren Sie durch das menschliche Gehirn. MDC-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen Ihnen den Weg. (Foto: Peter Himsel, Campus Berlin-Buch)

leben / 29.05.2017
Am Tag der Städtebauförderung auf den Spuren der Geschichte

Trotz Neubau, Sanierung und Umnutzung – Berlin ist noch immer auch eine Stadt mit verborgenen Seiten und verwunschenen Orten. Prof. Dr. Kant, ehemaliger ärztlicher Direktor und Zeitzeuge bei der Führung durch das Gebäude des ehemaligen Regierungskrankenhauses der DDR, kann sich die Aufregung um den Ort nicht ganz erklären, schließlich wurde das Krankenhaus nach der Wende für alle geöffnet und bis 2008 vom Helios-Krankenhauskonzern genutzt. Dennoch waren die Führungen zum Tag der Städtebauförderung völlig überbucht. 133 Interessierte, darunter viele ehemalige Mitarbeiter und Bucher Bewohner, erkundeten mit Taschenlampen bewaffnet das Haus und wollten wissen, was aus dem Gelände wird. Dies erfuhren sie gleich zu Beginn von Christoph Speckmann, Fachbereichsleiter Stadterneuerung im Stadtentwicklungsamt Pankow.

Zurzeit werden die Abrisskosten für das Gebäude ermittelt, außerdem wird geprüft, ob hier Wohnungsbau möglich ist. Doch dies braucht seine Zeit. Nach dem Auszug der Helios-Klinik fand sich jahrelang kein Interessent und so wuchert üppiges Grün die ehemals gepflegten Außenanlagen zu. Die Bausubstanz ist noch gut erhalten, versichert der zweite Zeitzeuge, der damalige Bauleiter Herr Scholz.

Davon können sich die Gäste überzeugen, auch wenn im Inneren wenig erhalten blieb. Kunstwerke sind verschwunden, doch das Tor des bekannten Metallkünstlers Achim Kühn ist zum Glück noch erhalten. Neben dem für Erich Honecker reservierten Zimmer, reicht die Besichtigungstour vom Foyer über den Speisesaal, den OP-Trakt bis zur Schwimmhalle, wo eine kleine Ausstellung zum Stadtumbau in Buch aufgebaut ist. Die Hallenwand ziert ein Kunstwerk von Frank Glaser (Foto). Im trockenen Becken prangt ein riesiger Blutfleck, hier ist der Nervenkitzel plötzlich greifbar. Es ist Filmblut eines Krimi-Drehs für das Fernsehen. Für Herrn Wieck, den Gebäudebetreuer, ist das Alltag, er betreut mehrmals im Monat Filmteams, die diesen Ort lieben.\n

Text und Foto: Anka Stahl

leben, heilen / 29.05.2017
„Schwere(s)los“ – einzigartige Foto-Ausstellung zum Thema Adipositas

Auf Initiative von Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Ordemann, Leiter des Zentrums für Adipositas und Metabolische Medizin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, wird eine Ausstellung zum Thema Adipositas im Eingangsbereich des Klinikums gezeigt. Betroffene fühlen sich meist stigmatisiert. Fotos von ihnen in einer Ausstellung zu zeigen, ist bisher in Deutschland einzigartig.\n

Adipöse (fettleibige) Menschen leiden häufig nicht nur unter zu viel Gewicht, sondern auch unter Folgeerkrankungen wie z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Unfruchtbarkeit oder Tumorerkrankungen. Doch auch die Psyche hat es schwer: Viele Betroffene fühlen sich ausgegrenzt, minderwertig, mutlos. Eine Umfrage ergab, dass 71 Prozent der Deutschen stark Übergewichtige unästhetisch finden.
Umso ungewöhnlicher das Thema der Wanderausstellung „Schwere(s)los“, die ab dem 30. Mai 2017 im HELIOS Klinikum Berlin-Buch zu sehen ist: Adipositas! Dr. Ordemann: „Eine anspruchsvolle künstlerische Aufgabe, die von den Fotografen großartig gelöst wurde.“

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Die Ausstellung ist aus einem deutschlandweiten Fotowettbewerb entstanden, 26 beeindruckende, teils großformatige Bilder werden gezeigt. Zur Jury gehörten u.a. Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, und Esther Haase, international erfolgreiche Star-Fotografin.

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Dr. Ordemann: „Die Ausstellung soll auf die komplexe und chronische Erkrankung Adipositas aufmerksam machen. Und darauf, dass sie in Deutschland häufig nicht ausreichend und umfassend behandelt wird. Viele Betroffene fühlen sich hilf- und machtlos. Dabei kann die Erkrankung gut therapiert werden.“

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Das Bucher Klinikum beteiligte sich mit einem Fachsymposium und nun mit der Ausstellung „Schwere(s)los“ am nationalen „Save a Life“-Aktionsmonat Mai für eine bessere Adipositas-Therapie. Die Ziele sind: Mehr Information zu Adipositas und ihrer gesundheitlichen Gefahr und Informationen zur leitliniengerechten Stufentherapie.

Laufzeit: 30. Mai bis 8. Juni 2017, Eröffnung 29. Mai 2017, 17 Uhr.
Der Eintritt ist kostenfrei.

Information für Betroffene: Um Patienten bei der Therapie, beim Erfahrungsaustausch und bei der Nachsorge zu unterstützen, bietet das HELIOS Klinikum Berlin-Buch die kostenlose Teilnahme an der Patientenvorlesung zum Thema Adipositas (jeder 4. Montag im Monat, 16:00 Uhr) und die kostenlose Teilnahme in der Selbsthilfegruppe (jeder 3. Montag im Monat, 18:00 Uhr). Mehr Infos unter www.gesund-statt-rund.de).

forschen, produzieren, leben, heilen, bilden / 26.05.2017
Für eine Nacht ins Innere der Zelle: Lange Nacht der Wissenschaften auf dem Campus Buch

leben, heilen / 25.05.2017
Pflege steckt die Blumenzwiebel

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Blumenzwiebel-Aktion der Evangelischen Lungenklinik

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Wer sich jetzt im Frühjahr auf dem Klinikcampus dem Gelände der Evangelischen Lungenklinik Berlin nähert, entdeckt dort einen ganzen Teppich blühender Krokusse, Tulpen und Narzissen. Pflegende, Stationsassistentinnen und Servicemitarbeiter, Auszubildende und FSJler hatten bereits im Herbst 2015 erste Blumenzwiebeln gesteckt, um sich einige Monate später an der Blumenpracht zu erfreuen. Passanten, die Klinikbeschäftigten und Patienten nahmen die Farbenvielfalt wohlwollend wahr.

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Im November 2016 wurde das Ereignis, die Zwiebeln in die Erde zu bringen, wiederholt und sogar mit Kindern und Enkeln zelebriert. Nebenbei wurden Cakepops, Muffins und Schokoküsse verzehrt, und am Ende gab es eine Einladung, am Gründonnerstag 2017 dort zwischen den Blumen Osternester zu suchen. Dieser folgten 19 Kinder, die nicht nur rasch alle Osterhasen und gefärbten Eier fanden, sondern auch erkannten, welche Blumen aus "ihren" Zwiebeln entstanden waren.

"Nahezu täglich kommen Patienten, Kollegen und Besucher vorbei und bedanken sich für die schöne Farbwelt auf unserem Hof zwischen den Häusern 205 und 207. Aufgrund des Artikels im Bucher Boten von der Steckaktion im Herbst besuchten auch Kindergartengruppen das Gelände und schauten sich an, was wohl hier geschehen ist", erzählt Pflegedienstleiterin Bianka Grau. "Im letzten Jahr blühte es bis in den späten Mai herein, und auch in diesem Jahr wollen wir das Rasenmähen so lange wie möglich hinauszögern."

investieren, produzieren / 24.05.2017
Chemie im großen Maßstab

Alle Zeichen stehen auf Wachstum: Derzeit errichtet emp Biotech auf 350 Quadratmetern eine neue Produktionsstätte im Haus 72. Dort werden künftig im Technikumsmaßstab Chromatografie-Matrizen für pharmazeutische Zwecke hergestellt. Das Unternehmen hat sich, neben den Produkten für die Biochromatografie, auf die Herstellung und Entwicklung von Feinchemikalien für viele Bereiche in den Life Sciences spezialisiert.

Die Anfänge von emp Biotech sind mit den USA verknüpft: Im Labor seines Doktorvaters am Hunter College in New York lernte der Chemiker Derek Levison seine zukünftige Frau aus Deutschland kennen. Frisch promoviert, folgte er ihr 1995 nach Berlin. Hier gründete Dr. Levison die emp Biotech GmbH, um US-Produkte zur DNA-Aufreinigung in Europa zu vertreiben. Weiterhin interessiert an wissenschaftlichen Herausforderungen in der Biochemie, nahm Derek Levison eine Postdoc-Stelle an der Humboldt-Universität an. Ab 1995 arbeitete er parallel in der Arbeitsgruppe von Prof. Dieter Cech am Thema „Nichtradioaktive Markierung von DNA“. Gemeinsam mit Dr. Uwe Möller forschte Levison an der Detektion von DNA mittels fluoreszenter und chemilumineszenter Methoden. Die Projektarbeit endete 1997, und es wurde rasch entschieden, das universitäre Know-how in emp Biotech einfließen zu lassen; als Ausgangspunkt für den Aufbau eines Unternehmens, das nachhaltig chemische Werkzeuge für den Molekularbiologie-Markt entwickelt und produziert.

„Ende der 90er Jahre war die übliche Vorstellung, dass man eine Biotech-Firma gründet, diese in fünf Jahren an die Börse bringt und sich dann zur Ruhe setzt. Aber das entsprach nicht unseren langfristigen Plänen“, so Dr. Uwe Möller. Levison und Möller beschlossen, die an der Universität entwickelten Technologien im Rahmen von emp Biotech zur Produktreife zu führen und bewarben sich für das BMBF-Förderprogramm Futur I.

Schwieriger Start

Durch fehlende regulatorische Voraussetzungen konnte das Förderprogramm des BMBF jedoch nicht genutzt werden. Das Zweierteam startete daraufhin ohne staatliche Unterstützung auf dem Campus Buch und erzielte sein Einkommen zunächst mit
Vertrieb und Auftragsforschung. „Nach und nach haben wir unsere eigenen Produkte entwickelt, die nichtradioaktive Markierung von DNA mit Fluoreszenzfarbstoffen verfolgt und auch etliche Ansätze unternommen, die Chemilumineszenz-Diagnostik in unterschiedlichen Applikationen zu etablieren. Mit Fluoreszenzfarbstoffen, Nukleinsäure-Reagenzien und Auftragssynthesen wuchsen wir bis 2008 auf acht Beschäftigte. Auf dem Campus entwickelten sich vielfältige Kooperationen. Doch dann traf uns die Wirtschaftskrise in den USA: Ein langfristiger Forschungsvertrag mit einer US-Firma brach von heute auf morgen ab, große US-Kunden fielen weg. Als Folge dessen mussten wir sehr kurzfristig nahezu alle F&E-Aktivitäten einstellen und sehr eng zusammenrücken“, so Dr. Möller. „Gerettet haben uns unsere Entwicklungen auf dem Gebiet der Biochromatografie.“

Erfolgreich in der Nische

Seit 2006 entwickelte emp Biotech ein eigenes Verfahren zur Synthese von Dextran-Polymeren, die in der Größenausschluss-Chromatografie (Gelfiltration) von Proteinen und Nukleinsäuren eine breite Anwendung finden. „Wir haben das Produkt nicht erfunden, können nun aber als weltweit zweiter Produzent neben GE Healthcare Gelfiltrationsprodukte in sehr hoher Qualität synthetisieren“, so Levison. Verbunden mit moderaten Preisen, etablierte sich die Firma schrittweise in diesem
Marktsegment. „Startpunkt war eine Gelfiltrationssäule zur Aufreinigung von Oligonukleotiden nach der automatischen DNA-Synthese. Durch eine sehr sorgfältige Herstellung und eine strenge Qualitätskontrolle nach ISO 9001 gewährleisten wir höchste Qualität. Seit der ersten Auslieferung im Jahr 2009 ist noch keine einzige Säule reklamiert worden. Mit deren Verkaufsstart Anfang 2009 und der kontinuierlichen Erweiterung der Produktpalette konnten wir die Krise abwenden.“

Als weiteres Ergebnis benennt Dr. Levison, dass emp Biotech dadurch in die Lage versetzt wurde, seine F&E-Aktivitäten wieder zu verstärken und die Produktionskapazitäten langfristig auszubauen. „An unserem Standort in Buch planen wir Reaktoren für die industrielle Synthese und bauen dafür in einem ersten Schritt ein modernes chemisches Technikum.“ In Buch sollen GMP-konform Chromatografie-Gele für medizinische Anwendung hergestellt werden, etwa, um Blutplasma zu fraktionieren oder Blut zu typisieren. Geplant ist eine Zertifizierung nach ISO 13485 für medizinische Produkte. „Wir haben heute 33 Beschäftigte und werden für die neue Produktion noch weitere Mitarbeiter einstellen“, so Dr. Möller.

Text: Christine Minkewitz/BBB

Foto: Seit 1997 ein Geschäftsführer-Team: Dr. Derek Levison und Dr. Uwe Möller (Foto: Peter Himsel/BBB Management GmbH)

leben, heilen / 24.05.2017
So nehmen Sie Medikamente richtig ein – Bucher Chefarzt zum Thema Arzneimittelsicherheit

Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie, ist Vorstandsvorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und hat sich u.a. auf Fragen der Therapiesicherheit von Arzneimitteln spezialisiert. Neben seinem Vortrag gibt er Tipps, welche Fragen Patienten Ihrem Arzt stellen sollten, wenn es um die Verschreibung von (neuen) Arzneimitteln geht.

Arzneimittel gehören – richtig angewendet – zu den wirksamsten Instrumenten ärztlicher Behandlung und tragen wesentlich zum Erfolg moderner Medizin bei. Bei der Einnahme von Arzneimitteln können aber auch Fehler gemacht werden, die die Wirksamkeit verringern, ganz verhindern oder die sogar zu Komplikationen führen können.  

Fehler können sein: das falsche Einnehmen, Dosieren oder das Verwechseln von Arzneimitteln. Gefährlich für den Patienten kann es auch werden, wenn Faktoren nicht beachtet werden, die gegen ein bestimmtes Medikament sprechen, z.B. eine Schwangerschaft, bestimmte Vorerkrankungen oder Verletzungen („Kontraindikation“). Auch mögliche Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Arzneimitteln oder Arzneimittel-Allergien sollten immer beachtet werden.

 „Wir wissen heute, dass nicht einzelne Maßnahmen, sondern nur die Kombination verschiedener Interventionen die Arzneimitteltherapiesicherheit entscheidend verbessern und dadurch Schäden bei Patienten verhindert werden“, sagt der Internist Prof. Ludwig.

Als Vorstandsvorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft – einem wissenschaftlichen Fachausschuss der Bundesärztekammer – gibt er einen Überblick über die verschiedenen Stufen der Arzneimitteltherapie und Tipps, wie u.a. durch Führen eines Medikationsplans und bessere Verständigung zwischen Ärzten, Apothekern und Patienten Medikationsfehler verhindert werden können. Außerdem geht Prof. Ludwig darauf ein, welche Fragen Patienten ihrem Arzt bei der Verordnung neuer Medikamente stellen sollen und welche unabhängigen Informationsquellen zu Fragen der Arzneimitteltherapie es gibt.

Das im März 2017 weltweit initiierte Projekt der Weltgesundheitsorganisation „Medication Without Harm“ zur Medikationssicherheit ist ebenso Thema.
Nach dem Vortrag beantwortet Prof. Ludwig gerne Fragen.

Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltungszeit: Dienstag, 30. Mai 2017, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr

Veranstaltungsort: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Konferenzraum Cafeteria,
Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin

Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Hämatologie, Onkologie, Tumorimmunologie und Palliativmedizin
Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01- 52100
Telefax: (030) 94 01- 52109
wolf-dieter.ludwig@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/klinik/berlin-buch


Foto: Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie am HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS Kliniken)

forschen, produzieren / 23.05.2017
OMEICOS startet klinische Prüfung

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Interview mit Geschäftsführer Dr. med. Robert Fischer und Managerin Dr. Karen Uhlmann

Dr. Fischer, Ihr neuer Wirkstoff OMT-28 könnte erstmals eine effektive und dabei nebenwirkungsarme Behandlung von Vorhofflimmern ermöglichen. Anfang März hat die klinische Studie der Phase 1 begonnen. Welchen Stellenwert hat dies?

Seit der Idee für den Wirkstoff sind etwa acht Jahre vergangen. Unser Unternehmen ist 2013 gegründet worden, und in nur drei Jahren ist es uns gelungen, vom ersten Konzept bis in die Klinik zu kommen. Damit sind wir in der Liga der pharmazeutischen Unternehmen eine Klasse aufgestiegen, das ist ein Riesenschritt. Viele Unternehmen scheitern schon auf diesem Weg – entweder an unzureichenden Daten oder an mangelnden Ressourcen. Unsere Ergebnisse der Präklinik sind vielversprechend, und wir konnten die erste Runde unserer Serie-B-Finanzierung erfolgreich mit 8,3 Millionen Euro abschließen.

Wie haben Sie das Interesse der Investoren erlebt, weiter zu finanzieren?

Dr. Uhlmann: Das Interesse an einer weiteren Finanzierung war hoch, da die Präklinik erfolgreich verlief und keine Hürden für die Phase 1 erkennen ließ. Außerdem sind wir im Meilensteinplan in der Zeit geblieben, so, wie wir es mit den Investoren vor dreieinhalb Jahren vereinbart haben. Derzeit investiert das bisherige Syndikat, angeführt durch die Vesalius Biocapital II S.A., SICAR und die SMS Company Group. Des Weiteren gehören dazu die KfW-Gruppe, der VC Fonds Technologie Berlin, die High-Tech Gründerfonds II GmbH & Co. KG, der Falck Revocable Trust, die Ascenion GmbH und unser Management.

Wie nutzen Sie die Finanzierung?

Dr. Uhlmann: Im Wesentlichen nutzen wir das Kapital, um OMEICOS Therapeutics während der gesamten Dauer der klinischen Phase-1-Studie vollständig zu finanzieren. Parallel müssen wir aber noch begleitende präklinische Studien durchführen, um die nächste klinische Phase, in der die Wirksamkeit des Medikaments erstmals nachgewiesen werden soll, gut vorzubereiten.
Dr. Fischer: Eine Phase-2-Studie schließt meist zwischen 100 und 300 Patienten ein. Wenn man bei so einer relativ geringen Zahl die Wirksamkeit ableiten möchte, muss man sich das Design der Studie und die Auswahl der Population sehr genau überlegen. Zu Kriterien wie Alter oder Geschlecht kommt bei Patienten mit Vorhofflimmern hinzu, dass sie häufig Nebenerkrankungen haben. Im Vorfeld müssen zum Beispiel auch schon Aussagen zur Dosierung getroffen werden. Im Augenblick können wir die Wirksamkeit nur an Herzmuskelzellen oder im Tiermodell testen. Diese Daten nutzen wir, um eine wahrscheinlich wirksame Dosis im Patienten für die Phase 2 vorherzusagen.

Im Februar erhielt erstmals ein Mensch den Wirkstoff. Wie war das für Sie?

Dr. Fischer: Wir haben natürlich gespannt auf die ersten Informationen vom Studiencenter gewartet. Die Probanden der Phase 1 sind gesunde Menschen, und wir sind natürlich davon ausgegangen, dass nichts passiert – aber man weiß es einfach nicht. Als wir gehört haben, dass alles gut gegangen ist, waren wir erleichtert. Jetzt werden wir innerhalb der klinischen Phase 1 Erkenntnisse darüber sammeln, wie das Molekül insgesamt vom menschlichen Organismus vertragen wird, wie es vom Körper aufgenommen wird und diesen durchläuft.

Wie ist die Phase-1-Studie aufgebaut?

Dr. Fischer: Es ist eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie, bei der die Patienten per Zufallslos in Behandlungs- oder Kontrollgruppen eingeteilt werden. Sie erfahren nicht, in welcher Gruppe sie sind. Die Studie läuft etwa ein Jahr, und es sollen bis zu 100 Probanden eingeschlossen werden.

Wenn alle Studien erfolgreich verlaufen: Wann könnten die ersten Patienten vom  zugelassenen Medikament profitieren?

Dr. Fischer: Speziell für die Indikation Vorhofflimmern sind die Hürden in der Entwicklung relativ hoch, da die Patienten, die zumeist älter sind, oft an mehreren Erkrankungen leiden. Um zeigen zu können, dass das Medikament sicher ist, über einen langen Zeitraum vertragen wird und mit welchen Nebenwirkungen es verbunden ist, bedarf es größerer Studien. Dafür benötigt man viele Ressourcen und einen eher längeren Entwicklungsweg. Wir rechnen damit, dass es mindestens noch fünf Jahre dauert, bis das Medikament auf dem Markt ist.

Interview: Christine Minkewitz/BBB

Foto: OMEICOS Therapeutics ist ein Spin-off des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft. (Foto: OMEICOS Therapeutics GmbH)


leben / 23.05.2017
Bucher Bürgerverein erhält den Ella-Kay-Preis

Bei ihrem Jahresempfang am Freitag hat die SPD Pankow den Bucher Bürgerverein mit dem Ella-Kay-Preis ausgezeichnet. Die Begründung lautet: "Seit 1990 engagiert sich der Verein dafür, dass das Leben in Buch lebenswert ist und dass es dies auch bleibt. Dafür braucht es nicht nur politisches Engagement, sondern auch das der Bürgerinnen und Bürger." Der Ella-Kay-Preis ist mit 300 Euro dotiert.

Der Vorsitzende des Bucher Bürgervereins, Steffen Lochow, nahm den Preis entgegen und bedankte sich im Namen der Mitglieder für diese Auszeichnung: "Sie würdigt das jahrelange, gesellschaftliche Engagement des Bürgervereins. Er ist aber auch Ansporn, sich weiterhin für die positive Entwicklung von Buch, zusammen mit den vielen anderen Bucher Akteuren, tatkräftig einzusetzen. So manche Ergebnisse wären nicht ohne die Unterstützung der vielen  freiwilligen Helfer, Kooperationspartner und der Unterstützung aus den Bezirksämtern möglich. Das Ehrenamt ist kein Selbstzweck, daher gilt unser Dank allen Ehrenamtlichen und engagierten Mitbürgern die tagtäglich anderen helfen, sich engagieren, um unsere Stadt lebenswerter zu machen. Wir setzen uns weiter für einen lebenswerten und grünen Ortsteil ein und  werden  auch in Zukunft nicht immer ein bequemer Partner sein, wenn es um den Ortsteil Buch geht."

Über den Ella-Kay-Preis
Die SPD Pankow lobt jährlich den Ella-Kay-Bürgerpreis aus und setzt damit ein Zeichen für das Ehrenamt in Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee. Der Preis ehrt Personen oder gesellschaftliche Gruppen, die:\n
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  •     sich für die Menschen und die Interessen des Bezirks Pankow und seiner Stadtteile engagieren,
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  •     gegen Rechtsextremismus eintreten und für Demokratie werben,
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  •     sich für ein tolerantes Miteinander, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit einsetzen.
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Auch in Zukunft wird der Bucher Bürgerverein für diese Ziele stehen: Wer sich die Aufgaben des Vereins für 2017 ansieht, wird sich schnell überzeugen können, dass die Mitglieder auch weiterhin für diese Werte eintreten.

forschen, leben, bilden / 18.05.2017
Stammzellen verstehen: Schüler schlüpfen in die Rolle von Wissenschaftlern

Die Stammzellforschung entwickelt sich schnell – Biologielehrbücher können mit dem Tempo kaum mithalten. Diese Lücke schließen die Schering Stiftung und das German Stem Cell Network nun nachhaltig mit ihrem neu entwickelten Unterrichtsmaterial „Stammzellen verstehen – Die Konferenz für die Schule“, das seit dem 10. Mai 2017 kostenfrei im Internet unter www.stammzellen-verstehen.de zur Verfügung steht.

Mit dieser vierteiligen Unterrichtsreihe erhalten Lehrkräfte faktengeprüftes Wissen über Stammzellen an die Hand. Das frei verwendbare Material erlaubt es Schülerinnen und Schülern der Oberstufe, aktiv in die aktuelle Stammzellforschung einzutauchen. Das mit Elementen einer wissenschaftlichen Konferenz didaktisch aufbereitete Unterrichtsmaterial widmet sich den vier Themen „Grundlagen, Ethik, Therapie und Genetik“ und eignet sich für den sofortigen Einsatz im Biologieunterricht und in anderen Fächern wie Ethik. Angeboten werden Erklärtexte, Artikel, Grafiken, Aufgabenblätter und Unterrichtsabläufe. Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich den aktuellen Wissensstand über Stammzellen, formulieren aktuelle Forschungsansätze und denken über ethische Aspekte nach. Mit Elementen einer wissenschaftlichen Konferenz präsentieren sie sich gegenseitig ihr neues Wissen.

Das Unterrichtsmaterial ist zum direkten Einsatz auf Tablet oder PC auf der Webseite www.stammzellen-verstehen.de kostenfrei verfügbar. Dort wird es zusätzlich im PDF-Format thematisch aufgeteilt oder als ein Komplettdokument zum Herunterladen angeboten. Zudem können Lehrerinnen und Lehrer das Material selbst ergänzen und bearbeiten.

Das Gläserne Labor beteiligte sich an der didaktischen Aufbereitung des Lehrmaterials.

Über das German Stem Cell Network
Das German Stem Cell Network sichert mit seinen wissenschaftlichen Experten die fachliche Qualität des Materials. Die Schering Stiftung nutzt ihre Erfahrung in der wissenschaftlichen Bildung, um junge Erwachsene mit neuen Methoden an aktuelle Forschungsthemen heranzuführen und in ihrem Interesse an Naturwissenschaften zu bestärken. http://www.gscn.org/

Quelle: Schering Stiftung www.scheringstiftung.de

Foto: Peter Himsel

investieren, produzieren / 12.05.2017
Eckert & Ziegler investiert in Kapazitätsausbau ihrer GalliaPharm® Produktlinie

Die Eckert & Ziegler Radiopharma GmbH, ein Tochterunternehmen der Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE 0005659700), hat mit der heutigen Unterzeichnung eines Liefervertrages für Komponenten einer Herstellanlage einen wichtigen Grundstein für die Schaffung weiterer Kapazitäten ihres zugelassenen Germanium-68/Gallium-68-Generators GalliaPharm® gelegt. Mit der Zulassung der Tumordiagnostika NETSPOT® in den USA und SOMAKIT TOC® innerhalb der EU hat sich der Bedarf an pharmazeutischen Generatoren erheblich ausgeweitet.
 
"Der Kapazitätsausbau ist Teil eines größer angelegten Investitionsprogramms. Wir sorgen nicht nur für mehr Produktionskapazität, sondern kümmern uns vor allem auch um die Absicherung des derzeit nur begrenzt verfügbaren Wirkstoffes. Dadurch stellen wir die Versorgung von Patienten und der zunehmenden Anzahl klinischer Studien mit neuen Tracern im Bereich Gallium-68 sicher. Ferner stocken wir unsere Möglichkeiten auf, ausgediente Generatoren zur ordnungsgemäßen Entsorgung zurückzunehmen“, erklärte
Dr. André Heß, Mitglied des Vorstands der Eckert & Ziegler AG und verantwortlich für das Segment Radiopharma.
 
Die Investition steht im Zusammenhang mit einer strategischen Fokussierung auf sogenannte Theranostika. Die vorwiegend auf Gallium-68, Yttrium-90 und Lutetium-177 basierten Präparate werden gleichzeitig zur Diagnose als auch für lokal am Krankheitsherd wirkende Therapiemaßnahmen genutzt. Zum anderen soll der Bereich Formulierungsentwicklung und Prüfchargenproduktion für Radiopharmazeutika sowie Kooperationen mit jungen Pharmaunternehmen verstärkt werden.
 
Über Eckert & Ziegler
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 610 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

forschen / 11.05.2017
Forschung zugänglicher machen

Dass Wissenschaft sich der Gesellschaft öffnen soll, wird seit langem gefordert. Einen wirklichen Dialog zu initiieren, ist jedoch nicht trivial. Das EU-Gemeinschaftsprojekt ORION will bestehende Hürden identifizieren und einen Wandel in den Institutionen herbeiführen. Das Ziel: wissenschaftliche Prozesse – von der Forschungsförderung, -organisation bis zur Durchführung von Projekten – für die Allgemeinheit zugänglicher machen. Zu den neun Partnern des Projekts, das in dieser Woche in Barcelona startet, zählt auch das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin.

Wissenschaft soll der ganzen Gesellschaft offenstehen, erfahrenen Forscherinnen und Forschern ebenso wie Laien. Diese Idee der „offenen Wissenschaft“ oder „Open Science“ möchte die Europäische Kommission mit Hilfe ihrer Agenda der verantwortungsvollen Forschung und Innovation (Responsible Research and Innovation/RRI) in die Tat umsetzen. RRI unterstützt Organisationen darin, ihre Strategie, Praktiken und Prozesse an Grundsätzen der Ethik, Gendergerechtigkeit, Good Governance, Open Access, öffentlicher Teilhabe und Wissenschaftsbildung auszurichten.

Open Science fordert eine stärkere Beteiligung der Öffentlichkeit an Forschungsprozessen und Teilhabe an den Ergebnissen der Forschung. Die Vorteile der offenen Wissenschaft werden zwar von allen Mitgliedern der EU anerkannt, jedoch ist der Übergang von der traditionellen Forschungslandschaft hin zur „Offenheit“ nicht immer leicht.    

Neue Wege der Zusammenarbeit von Gesellschaft und Wissenschaft

Das EU-geförderte ORION-Projekt wird nun in den nächsten vier Jahren  Forschungseinrichtungen und Förderorganisationen dabei helfen, bestehende Hürden auf dem Weg zur offenen Wissenschaft zu erkennen und bei der Organisation und Durchführung von Forschungsprojekten einen entsprechenden Wandel auf institutioneller, kultureller und Verhaltensebene einzuleiten.

„Neue Arbeitsmodelle erfordern auch neuartige Ansätze an die Zusammenarbeit. Hierbei sind eine Reihe unterschiedlicher Akteure beteiligt, von Wissenschaftlern und Geldgebern über Verlage bis hin zu Patientenorganisationen, Bürgern, Studierenden und Lehrenden sowie Unternehmen“, sagt Michela Bertero, Koordinatorin des ORION-Projekts und verantwortlich für internationale und wissenschaftliche Beziehungen am Centre for Genomic Regulation im spanischen Barcelona.

Trainingskurse zu Open Science

Die meisten Forscherinnen und Forscher kennen das Konzept von Open Science bereits, haben aber Schwierigkeiten, es in den Laboralltag zu integrieren. Ein Ziel von ORION ist daher, Trainingsprogramme für das wissenschaftliche Personal zu entwickeln, um es so bei der Umstellung auf Open-Science-Prinzipien zu unterstützen. Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) ist federführend bei der Entwicklung dieser Trainingseinheiten. Diese Programme sollen Menschen in den Fördereinrichtungen genauso erreichen wie junge Wissenschaftler oder etablierte Gruppenleiter, und so die Voraussetzungen für flächendeckendes Open Science schaffen. Dies ist besonders wichtig bei kontrovers diskutierten Themen wie Tierversuchen, Genomeditierung oder der Forschungsförderung.

Co-Creation in der Wissenschaft

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts werden offene „Co-Creation-Experimente“ mit unterschiedlichen Beteiligten bilden. Mit ihnen werden Möglichkeiten erforscht, um wissenschaftliche Forschung partizipativer und integrativer zu gestalten. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie diese: Wie können Forschungseinrichtungen mit vielen unterschiedliche Interessensvertretern ins Gespräch kommen? Wie lässt sich Forschungsförderung integrativer gestalten? Wie kann der öffentliche Diskurs in strategische und inhaltliche Forschungsentscheidungen einfließen? Wie lassen sich Bürger in Projekte der Grundlagenforschung einbeziehen?

Öffentliche Diskussionen werden verschiedenen Akteure zu kontroversen Forschungsthemen an einen Tisch holen. Außerdem wird es Projekte aus der Grundlagenforschung geben, an denen sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch unterschiedliche Expertinnen und Experten beteiligt sein werden.

Wie die Ergebnisse des Projektes in die Tat umgesetzt werden
Anhand der Erfahrungen mit diesen experimentellen Formaten werden die ORION-Partner maßgeschneiderte Handlungspläne entwickeln, die sie intern umsetzen können und sich auch auf andere Organisationen übertragen lassen. Im Rahmen des Projekts wird ein breites Spektrum an Materialien, Bildungsunterlagen, Good Practices, Berichten und Publikationen entstehen, die möglichst weit und frei zugänglich in ganz Europa verbreitet werden.

Das vierjährige Projekt ORION wird mit 3,2 Millionen Euro aus dem EU-Rahmenprogramm Horizont 2020 finanziert. Zu den Partnern des Konsortiums zählen Vertreter aus der Grundlagenforschung in den Biowissenschaften, den Sozialwissenschaften, Förderorganisationen, Wissenschaftskommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Zivilgesellschaft. Das Projekt wird eng mit EU-LIFE zusammenarbeiten, eine Allianz von Forschungseinrichtungen in den Lebenswissenschaften aus dreizehn europäischen Ländern.


Über ORION

ORION (Open Responsible Research and Innovation to further Outstanding Knowledge/Offene, verantwortungsvolle Forschung und Innovation für herausragenden Wissensgewinn) ist ein vierjähriges Projekt, das vom EU-Rahmenprogramm Horizont 2020 für Forschung und Innovation finanziert wird (Zuschussvereinbarung Nr. 741527). Das Projekt widmet sich dem Forschungsthema „SwafS-04-2016“ im Arbeitsprogramm für das Einzelziel „Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft“ (Science with and for Society). Website: www.orion-openscience.eu (derzeit im Aufbau), Twitter: @ORION_OpenScien

Partner:

1.    Fundació Centre de Regulació Genòmica (CRG), Spanien
2.    Masarykova  Univerzita (MU), Tschechische Republik
3.    The Babraham Institute (BI), UK
4.    Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), Deutschland
5.    Instituto de Salud Carlos III (ISCIII), Spanien
6.    Vetenskap & Allmänhet (VA), Schweden
7.    Universitat Autònoma de Brcelona (UAB), Spanien
8.    Jihomoravske Centrum Pro Mezinarodni Mobilitu, Zajmove Sdruzeni Pravnickych Osob (JCMM), Tschechische Republik
9.    Fondazione ANT Italia Onlus (ANT), Italien

Associated partners:

1.    Building and Promoting Excellence in Life Science in Europe (EU-LIFE), Europaweit
2.    Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschland
3.    Biotechnology and Biological Science Research Council (BBSRC), UK
4.    Neuron Fund for Support of Science (NEURON),Tschechische Republik
5.    eLIFE (eLIFE), weltweit
6.    European Citizen Science Association (ECSA), Europaweit
7.    BIOCAT (BIOCAT), Katalonien
8.    Foster Platform (FOSTER), Europaweit

investieren, produzieren / 09.05.2017
Eckert & Ziegler: Umsatzwachstum und Ertragssprung im ersten Quartal

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat im ersten Quartal des Jahres 2017 gegenüber dem Vorjahresquartal den Umsatz um 5% auf 37,6 Mio. EUR gesteigert. Der Gewinn pro Aktie stieg auf 0,69 EUR pro Aktie und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresquartal damit um 0,22 EUR pro Aktie oder 47%. Der Wert liegt deutlich über den Planungen. Ursache für die verbesserte Ertragslage sind niedrigere Kosten und gestiegene Umsätze mit ertragsstarken Produkten. Die Rohmarge stieg entsprechend dem Umsatzzuwachs um 0,4 Mio. EUR.

Im Segment Isotope Products stiegen die Verkäufe im ersten Quartal  2017 gegenüber dem Vorjahr währungsbedingt um 2%. Im Vorjahr wurde der Absatz allerdings durch eine einmalige Nachfragespitze im Energiesektor gestützt. Dieser Sondereffekt blieb im ersten Quartal 2017 aus, umso erfreulicher ist die weiterhin stabile Umsatz- und Ertragslage.

Der Umsatz im Segment Strahlentherapie ging dagegen leicht um 0,5 Mio. EUR oder 6% auf 6,0 Mio. EUR zurück. Vorübergehende Lieferschwierigkeiten bei radioaktiven Prostataimplantaten, zu Anfang des Jahres, bedingt durch Rohmaterialengpässe, konnten im Quartalsverlauf aufgeholt werden, so dass zurzeit die Umsätze sogar über den Planungen liegen.

Im Segment Radiopharma setzte sich das starke Wachstum fort. Die Umsätze steigen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,6 Mio. EUR oder 17% auf 11,3 Mio. EUR. Insbesondere in den USA konnten erhebliche Umsatzzuwächse registriert werden.

Der operative Kapitalfluss stieg um 4,0 Mio. Euro oder  513% auf 4,7 Mio. Euro. Ausschlaggebend ist das um 1,2 Mio. Euro höhere Periodenergebnis.

Für das Jahr 2017 wird unter der Annahme konstanter Wechselkurse und ohne Akquisitionen und Spartenverkäufe mit einem steigenden Ergebnis gerechnet, das 2,00 Euro / Aktie übersteigen kann. Es wird ein Umsatz von knapp 150 Mio. Euro erwartet.

Den vollständigen Quartalsbericht finden Sie hier:
http://www.ezag.com/fileadmin/user_upload/ezag/investors-financial-reports/deutsch/euz117d.pdf\n


Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 610 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

forschen, investieren / 09.05.2017
„Vernetzt Euch! Dann können aus Ideen Innovationen werden.“

Beim zehnten Charité BIH Entrepreneurship Summit am 8.+9. Mai 2017 diskutieren rund 400 internationale Gäste über Herausforderungen und Erfolge für medizinische Innovationen.

Netzwerke, neue Fördermodelle und Innovationskultur sind die Schlüsselwörter des Charité BIH Entrepreneurship Summit in Berlin. Mit 400 Teilnehmenden diskutieren erfolgreiche Expertinnen und Experten aus den Life-Sciences, Wirtschaft, Medizin und Politik Instrumente und Optionen für innovative Trends und Ökosysteme in der Medizin sowie Lizenzierungen und Ausgründungen. Der Summit bietet biomedizinschen „Entrepreneuren“ neue Inspirationen und ist zugleich Plattform für den Austauschen zwischen Gründungswilligen, Gründerinnen und Gründern sowie Investoren.
 
Die Stiftung Charité und das Berlin Institute of Health setzen sich dafür ein, die Innovationskraft und Wertschöpfung der biomedizinischen Forschung zu erhöhen und eine Kommerzialisierung zu ermöglichen. Am Ende sollen wertsteigernde Produkte für Patientinnen und Patienten stehen. Der Weg dahin ist anspruchsvoll und brauche vor allem ein gutes Netzwerk an Beraterinnen und Beratern und neue Wege zur Finanzierung, so die einstimmige Meinung der Beteiligten des Summit.
 
Zu den Referentinnen und Referenten zählten unter anderem Emmanuelle M. Charpentier (Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Berlin), Anya Eldan (Start-Up Division Israel Innovation Authority, Tel Aviv, Israel), Johannes Fruehauf (LabCentral, Cambridge, USA), Kathleen D. Kennedy, MIT, The Engine, USA), Arie Orenstein (Advanced Technology Center, The Chaim Sheba Medical Center, Tel Aviv, Isarel),) sowie Igor M. Sauer von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der zeigte, welche medizinischen Innovationen mit Mixed-Reality-Anwendungen heute in der Chirugie möglich sind. Auch medizinische Innovationen und ihr Potenzial für das gesellschaftsrelevante Thema „Gesundes Altern“ wurden in Paneldiskussionen intensiv diskutiert.
 
John Hallinan, Chief Business Officer vom Massachusetts Biotechnology Council in Cambridge/USA, berichtete darüber, wie Boston und Cambridge zu der Life-Science-Region in USA wurde. Avraham Nir-Feldklein, Gesandter der Botschaft des Staates Israel in Deutschland, repräsentierte das diesjährige Partnerland des Summits. In seinem Grußwort würdigte er den unermüdlichen Ehrgeiz von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Medizinerinnen und Medizinern, deren Erfolge dazu beitragen, dass sich die Gesundheitsversorgung in vielen Ländern verbessert habe. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Israel als eines der effizientesten Gesundheitssysteme der Welt klassifiziert. Rund 1.200 Unternehmen der Life-Science-Branche sind in Israel angesiedelt.
 
Über den großartigen Erfolg des zehnten Charité BIH Entrepreneurship Summit freut sich Professorin Duska Dragun, Vorsitzende des Advisory Boards des Summit, Geschäftsführende Oberärztin der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und Internistische Intensivmedizin an der Charité und kommissarische Leiterin der BIH Biomedical Innovation Academy: „Wir sind begeistert, dass wir zum zehnten Summit wieder so viele internationale Gäste begrüßen durften. Unser diesjähriges Partnerland Israel und deren Referentinnen und Referenten haben zudem dazu beigetragen, ein einzigartiges Programm mit einmaligem Mehrwert für die Gäste zu bieten. Israel gilt als Start-Up-Nation mit einer positiven Grundhaltung zum Unternehmertum und wir sind froh über den intensiven inhaltlichen Austausch. Besonders das ausgiebige Netzwerken in inspirierender Atmosphäre wird geschätzt. Das macht den Summit aus.“
 
Der nächste Charité BIH Entrepreneurship Summit findet Anfang Mai 2018 statt.
 
Über das Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Prognosen und neuartigen Therapien bei fortschreitenden Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.
 
Über die Stiftung Charité
Die Stiftung Charité versteht sich als Schrittmacher und kreativer Impulsgeber für die Charité – Universitätsmedizin Berlin und deren Partner, insbesondere das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH). Bei ihren Aktivitäten stellt sie Menschen mit ihren Talenten in den Mittelpunkt und fördert Vorhaben, die letztendlich der Gesellschaft zu Gute kommen. Mit ihrer Struktur und Arbeitsweise will die Stiftung Charité ein Modell für die konstruktive Partnerschaft zwischen einer akademischen Einrichtung und einer unabhängigen Stiftung sein.

heilen / 05.05.2017
Zum Welttag der Handhygiene: HyHelp – Die richtige „Nase“ im Kampf gegen Keime

Evangelische Lungenklinik setzt als erstes Berliner Krankenhaus auf technisches Management-System für Händehygiene

Das Gerät ist klein, einfach in der Handhabung und hocheffektiv: HyHelp unterstützt Ärzte und Pflegepersonal dabei, auch im stressigen Stationsalltag auf regelmäßige Händehygiene zu achten. In der Evangelischen Lungenklinik in Berlin-Buch wurden jetzt für eine Testphase zunächst zwei Stationen damit ausgestattet. Geschäftsführer Bert Zeckser: „Einfache Händehygiene kann die Übertragung multiresistenter Keime um bis zu 40 Prozent reduzieren. Mit dieser technischen Innovation bleibt das regelmäßige Desinfizieren der Hände dauerhaft präsent – zum Schutz der Patienten und der Mitarbeiter.“
 
Bei HyHelp, entwickelt von einem Frankfurter Startup-Unternehmen, tragen die Mitarbeiter ein mobiles Gerät an der Brusttasche des Kittels, ähnlich einem Piepser. Über einen Sensor werden bei jeder Händedesinfektion die nach oben steigenden Alkoholdämpfe gemessen und registriert. Nach 30 Sekunden gibt es für den Träger des Gerätes über ein LED-Signal „grünes Licht“. Jeweils rund 30 Geräte werden in einer Docking-Station gelagert, bei Dienstbeginn nimmt jeder Mitarbeiter ein beliebiges an sich. Die Daten werden stationsweise anonym erhoben und so zählen Erfolg und Einsatz der gesamten Abteilung. Ein Kontroll-System, das sich auch im Team bewährt hat, sagt Krankenschwester Madlen Lippeck, inzwischen hauptsächlich für die Interne Prozessbegleitung verantwortlich: „Die Resonanz unserer Patienten ist durchweg positiv. Wertschätzung, Sicherheit und Interesse der Klinikmitarbeiter an den Nöten der Patienten stehen dabei im Mittelpunkt. Und auch der kleine interne Wettbewerb mit der zweiten Station macht Spaß. Wir können ja täglich sehen, wie viel Desinfektionsmittel jede Abteilung wann verbraucht hat.“

Die ersten Auswertungen nach knapp sechs Wochen sind durchweg positiv, bestätigt Geschäftsführer Bert Zeckser: „Natürlich steht Händehygiene ohnehin im strengen Fokus der Krankenhaushygiene und wird intensiv betrieben. Aber durch HyHelp ist es gelungen, den Rhythmus zu verdoppeln!“ Ein zusätzlicher Service: Das Gerät verfügt über einen Schrittmesser und eine Uhr. Einen Gang von einem zum nächsten Patienten registriert der Schrittmesser und schaltet die LED auf rot, sofern nicht erneut die vorgeschriebene Desinfektion erfolgt. Beim Patienten leuchtet die LED stets grün, denn vor Patientenkontakt werden immer die Hände desinfiziert.

Bert Zeckser: „Im Rahmen unserer Qualitätsstrategie ist uns die Händehygiene besonders wichtig, so dass wir alle Möglichkeiten zur Unterstützung und Motivation unserer Mitarbeiter nutzen. Zu überlegen ist sogar, ob wir für die Station mit den eifrigsten Benutzern einen kleinen Preis ausloben. Und für Patienten gibt es eine zusätzliche Sicherheit, da das ‚grüne Licht‘ zeigt, dass sich die Mitarbeiter wirklich die Hände desinfiziert haben.“

Sollte sich HyHelp weiterhin bewähren, wird das System zeitnah auf alle Stationen der Evangelischen Lungenklinik ausgeweitet. \n


Foto:
HyHelp im Einsatz (Foto: Manuel Tennert/ELK)



Über die Evangelische Lungenklinik Berlin:

Die Evangelische Lungenklinik Berlin, ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie, ist seit ihrer Gründung im Jahr 1952 eine weithin anerkannte Spezialklinik für akute und chronische Erkrankungen der Lunge sowie des Brustkorbs. Die Evangelische Lungenklinik in Berlin-Buch behandelt rund 6.400 stationäre und etwa 12.200 ambulante Patienten jährlich und ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Über die Paul Gerhardt Diakonie:
Zur Paul Gerhardt Diakonie gehören acht Krankenhäuser, sieben Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen, ein Hospiz und mehrere ambulante Rehabilitationszentren sowie medizinische Versorgungszentren in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus werden Einrichtungen anderer Träger im Management geführt.
Jährlich werden in den etwa 1.800 Betten der Krankenhäuser rund 83.000 Patienten stationär und 145.000 Patienten ambulant versorgt. Außerdem werden etwa 700 Pflegeplätze angeboten. Die Paul Gerhardt Diakonie ist damit eines der größten konfessionellen Gesundheitsunternehmen in der Region. Mit mehr als 5.000 Mitarbeitern werden rund 384 Mio. EUR pro Jahr erwirtschaftet.


Weitere Informationen siehe Webseite:

forschen / 03.05.2017
Neue Inhibitoren hemmen Influenzaviren

Influenzaviren können für den Menschen gefährlich werden. Darum suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, die Virusinfektion zu stoppen. Multivalente Inhibitoren, die mit Hilfe zahlreicher Liganden an die Virusoberfläche binden, scheinen dabei besonders vielversprechend zu sein. Wissenschaftler vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), der Charité, dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ) und der Freien Universität Berlin (FU) haben jetzt erstmals den multivalenten Ansatz mit Peptiden aus Antikörpern kombiniert. Das Vorgehen hatte Erfolg: In vitro und in vivo Experimente zeigten, dass sich Influenza A Viren zuverlässig mit dem neuen Wirkstoff hemmen lassen. Das neue Inhibitoren-Design legt die Grundlagen für die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente, und zwar nicht nur gegen Influenza, sondern auch gegen andere Virusinfektionen. Die Ergebnisse der Studie sind soeben im hochrenommierten Fachmagazin „Angewandte Chemie“ erschienen.
 
Influenzaviren sind tückisch. Beim Einatmen gelangen sie in unsere Lunge und greifen dort die Lungenepithelzellen an, der erste und entscheidende Schritt bei einer Infektion durch diese Viren. Der Angriff ist möglich, weil die Viren an bestimmte Wirtszellen in der Lunge binden. Genau diesen Schritt wollen Wissenschaftler vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und der Humboldt-Universität (HU) unterbinden. Gemeinsam mit Kollegen von der Charité, dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ) und der Freien Universität Berlin (FU) haben sich die Forscher deshalb auf die Suche nach einem Wirkstoff gemacht, der Influenzaviren hemmt, selbst wenn die Infektion schon ausgebrochen ist. Bislang gibt es keine antivirale Therapie, die dazu in der Lage wäre. Doch nach mehr als zweieinhalb Jahren institutsübergreifender Forschung scheint das Eis in der Grundlagenforschung gebrochen zu sein.
 
„Wir haben den Proof-of-principle erbracht, dass sich mit unserem Ansatz Influenzaviren hervorragend hemmen lassen“, sagt Prof. Dr. Christian Hackenberger, Bereichsleiter am FMP und Professor für Chemische Biologie an der Humboldt Universität. „Damit haben wir ganz neue Türen für klinische Experimente aufgestoßen.“
 
Bindungsstellen der Natur abgekupfert
Bei der Wirkstoffentwicklung haben die Forscher auf sogenannte multivalente Inhibitoren zurückgegriffen. In diesem Fall handelte es sich um Nanopartikel, die auf ihrer Oberfläche zahlreiche Liganden tragen, die ganz spezifisch an das Grippevirus binden. Durch die Vielzahl an Bindungen ist die Chance wesentlich größer, dass das Virus erkannt und Schachmatt gesetzt werden kann. Der multivalente Ansatz mit Zuckerliganden ist in der Literatur gut beschrieben. “Durch eine neue Strategie, in der wir Peptide als Liganden verwenden, konnten wir neue Inhibitoren herstellen, die für die chemische Synthese viel Spielraum bieten“, sagt Maria Glanz, Chemikerin am FMP.
 
Bei Grippe bildet das Immunsystem Antikörper gegen das Virus, ein Vorgang der auch jährlich bei einer Grippeschutzimpfung ausgenutzt wird. In Vorarbeiten hatten die Forscher die Regionen der Antikörper identifiziert, die das Virus erkennen. Die entscheidenden Stellen wurden anschließend herausgeschnitten und am FMP von Maria Glanz synthetisiert. Die der Natur nachempfundenen Peptidsequenzen wurden dann als Liganden auf den Inhibitor gesetzt, und zwar in enormer Stückzahl. „Dadurch ist die Affinität zum Virus wesentlich größer, also bindungsstärker“, betont Prof. Dr. Andreas Herrmann, Leiter des Bereichs Molekulare Biophysik an der HU. Dies habe sich auch in den Experimenten bestätigt: „In-vitro haben unsere multivalenten Peptid-Nanopartikel-Konjugate richtig gut gegriffen.“
 
Proof-of-principle an humanen Zellkulturen erbracht
Die Experimente mit dem neuen Inhibitor wurden an Modellmembranen sowie an humanen Zellkulturen erfolgreich durchgeführt. Auch im Mausmodell funktionierte die Inhibition der Influenzaviren, was sich unter anderem am Verlust bzw. Halten des Körpergewichts messen ließ. Allerdings ging die antivirale Wirkung hier nach vier Tagen zurück, da die Tiere den Wirkstoff nur einziges Mal einmal verabreicht bekamen. „Wir haben die Tiere nur einmal behandelt, um ihnen Stress zu ersparen“, erläutert Daniel Lauster, Biologe am HU-Institut für Molekulare Biophysik. „Eine mehrmalige Gabe des Wirkstoffs, so wie es bei anderen Medikamenten üblich ist, hätte garantiert länger anhaltende Effekte gehabt.“ Im nächsten Schritt wollen die Forscher das Konzept für weitere Anwendungen optimieren. Der Forschung steht aber jetzt schon ein völlig neues Inhibitoren-Design zur Verfügung, das künftig für die Entwicklung neuer Bindungsinhibitoren verwendet werden kann.
 
Neue Klasse von Molekülen enorm anpassungsfähig
Nach Auskunft der Forscher kann sich die neue Klasse von Molekülen viel leichter an die natürlichen Varianten des Virus anpassen, da sie auf unterschiedlichen Designs beruhen. Das ist wichtig, weil sich Virusproteine strukturell verändern können. Vorherige Systeme waren dagegen immer nur gegen eine Bindestelle am Virus gerichtet. „Wir haben jetzt wesentlich mehr Möglichkeiten und können unser System viel leichter adaptieren, etwa wenn Resistenzen und Mutanten entstehen“, erklärt Daniel Lauster. Weitere Vorteile seien, dass sich das neue Inhibitoren-Design auch für andere Peptidsysteme eigne und es sehr einfach zu synthetisieren sei.
 
„Das wirklich Neue an dem Konzept ist die Kombination aus multivalentem Inhibitor und sehr kurzen Antikörperfragmenten“, fasst Christian Hackenberger die Ergebnisse zusammen. Der Beweis sei zwar an Influenza A Viren erbracht worden, lasse sich aber auch auf andere Virusinfektionen übertragen. Biophysiker Andreas Herrmann, der auch Sprecher des erfolgreichen IRI Life Sciences an der HU ist, ergänzt: „Das Projekt zeigt einmal mehr, wie gut wir in Berlin in der Grundlagenforschung aufgestellt sind und welche Früchte eine Zusammenarbeit von universitären und außeruniversitären Einrichtungen tragen kann.“
 
An dem Forschungsprojekt waren fünf große Berliner Forschungseinrichtungen aus dem Bereich Life Science beteiligt: Das Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP), das Institut für Biologie, Molekulare Biophysik, IRI Life Sciences der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die Charité – Universitätsmedizin, das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ) sowie das Institut für Chemie und Biochemie – Organische Chemie an der Freien Universität Berlin (FU). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das Projekt im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 765 „Multivalenzen als chemisches Organisations- und Wirkprinzip: Neue Architekturen, Funktionen und Anwendungen“ gefördert.
 
Publikation:
https://doi.org/10.1002/anie.201702005
https://doi.org/10.1002/ange.201702005
(deutsche Ausgabe)
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Filmportrait zu Prof. Dr. Christian Hackenberger:
http://www.leibniz-fmp.de/de/press-media/filmportraits-2017/filmportraits-2017-christian-hackenberger.html

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Abbildung: Elektronenmikroskopie-Aufnahmen zeigen die Bindung der neuen Inhibitoren an Influenza-Viren (Bildautoren: Kai Ludwig/Maria Glanz)
 
 

leben / 03.05.2017
Zuwendungen für Freie Träger der Frauen- und Migrantenarbeit

Freie Träger der Frauenarbeit sowie Migrant*innenorganisationen im Bezirk Pankow können für das Haushaltsjahr 2018 Anträge auf Zuwendungen des Bezirksamt stellen. Antragsschluss ist der 2. Juni 2017. Gefördert werden Integrationsprojekte der Migrant*innenorganisationen, demokratiefördernde Projekte sowie Frauenprojekte. Zudem ist ein Projekt für die Fachberatung der Migrant*innenorganisationen ausgeschrieben. Neben der Projektbeschreibung müssen ein Finanzierungs- und Haushaltsplan, ein Stellenplan, ein aktueller Freistellungsbescheid des Finanzamtes, die Vereinssatzung sowie ein Auszug aus dem Vereinsregister bzw. der Gesellschaftervertrag und der Handelsregisterauszug eingereicht werden.\n

Projekte der Frauenarbeit wenden sich mit ihren Bewerbungen bitte an die Pankower Gleichstellungsbeauftragte, E-Mail: heike.gerstenberger@ba-pankow.berlin.de.

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Alle anderen Projektanträge (Demokratieprojekte, Integrationsprojekte, Projekt der Fachberatung Migrant*innenorganisationen) nimmt die bezirkliche Integrationsbeauftragte entgegen, E-Mail: katarina.niewiedzial@ba-pankow.berlin.de. Die Antragsformulare, Förderkriterien sowie weitere Informationen gibt es im Internet auf der Seite www.berlin.de/pankow unter „Aktuelle Hinweise“.

forschen / 03.05.2017
Ehrendoktorwürde für Thomas J. Jentsch

Der Berliner Neurowissenschaftler wurde am 2. Mai 2017 zum Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ernannt.\n

Prof. Thomas J. Jentsch, der am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), am Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und an der Charité tätig ist, erhielt diese Auszeichnung gleichzeitig mit dem Neurowissenschaftler Prof. Mark Hallett, M.D. vom National Institute of Neurological Disorders and Stroke in Bethesda (USA). Beide haben „signifikant zum Fortschritt in den Neurowissenschaften“ beigetragen, sagt Uwe Koch-Gromus, der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Hamburg.

Jentsch leitet die Forschungsgruppe „Physiologie und Pathologie des Ionentransportes“ am FMP und MDC. Er gilt als ein weltweit führender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Ionenkanäle und erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine Forschung im Bereich Nephrologie, Neurologie und Physiologie. Erst kürzlich – im März 2017 – hatte der Wissenschaftler einen zweiten ERC Advanced Grant erhalten, um die Erforschung des von seiner Gruppe identifizierten VRAC-Kanals fortzuführen und um den molekularen Aufbau weiterer wichtiger Kanäle zu bestimmen.

Mit dem UKE verbindet den Wissenschaftler eine langjährige Schaffensphase: So war Thomas J. Jentsch von 1988 bis 2006 im Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) des UKE tätig und leitete das Zentrum zeitweise auch. Die Verleihung der Ehrendoktorwürde fand während des Symposiums „Hamburg Neuroscience“ statt.

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Foto: Prof. Dr. Dr. Thomas Jentsch (Foto: David Ausserhofer)

Weitere Informationen:
www.fmp-berlin.de/jentsch.html

investieren, leben / 03.05.2017
Jetzt Mittel für ehrenamtliche Arbeit beantragen

Die Verteilung dieser Mittel für die einzelnen Bereiche der öffentlichen Infrastruktur (Grünflächen, Jugendclubs, Schulen etc.) hat das Bezirksamt jetzt beschlossen. Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) ruft die ehrenamtlich engagierten Pankowerinnen und Pankower dazu auf, ihre Ideen und Vorhaben schnellstmöglich einzureichen: „Gefördert werden die Aufwertung und Verbesserung von Schulen, Sportflächen, Kitas, Jugendclubs, öffentlichen Spielplätzen, Senioren- und Stadtteilzentren, Nachbarschaftstreffs, Selbsthilfekontaktstellen, öffentlichen Straßen und Plätzen sowie Grünflächen.“ Anträge können bis spätestens Mittwoch, dem 31. Mai 2017 im Büro des Bezirksbürgermeisters im Rathaus Pankow, Breite Straße 24A-26, 13187 Berlin oder per Post eingereicht werden. Gefördert werden vorrangig Renovierungen, Reparaturen, Pflanzungen und ähnliche Arbeiten, für die notwendige Sachmittel bereitgestellt werden müssen. Die Mittel müssen unter Angabe von Zweck, Art, Umfang, Zeitrahmen und Kosten beantragt werden. Zur zügigen Bearbeitung sind unbedingt die IBAN und BIC der Mittelempfänger sowie die Telefonnummer, unter der diese tagsüber zu erreichen sind, mitzuteilen. Weitere Informationen im Internet unter www.berlin.de/pankow bei „Aktuelle Hinweise“.

forschen, produzieren, leben, heilen / 28.04.2017
„Eat Smarter“ mit CampusVital

forschen / 27.04.2017
Immuntherapie gegen Krebs: Botenstoff lässt Adern schrumpfen

Die Immuntherapie mit T-Zellen weckt bei an Krebs Erkrankten große Hoffnungen. Beim Blutkrebs gibt es erste Erfolge, doch solide Tumoren stellen Forschende vor große Probleme. Eine wichtige Rolle bei der Therapie hat der Botenstoff Interferon-Gamma, den die T-Zellen abgeben. Er schneidet dem Krebs die Blutversorgung ab, wie eine Studie im Fachjournal Nature zeigt.

Das Immunsystem ist die mächtigste Waffe des Körpers gegen Krankheiten. Wie wäre es, wenn man sie gegen den Krebs einsetzen könnte? Forscherinnen und Forscher versuchen das seit langem und nutzen dafür etwa T-Zellen, einen speziellen Typ von Immunzellen. Wie ein mobiles Einsatzkommando patrouillieren sie nach einem Training durch den Körper, erkennen Krebszellen und töten sie ab. In ersten klinischen Versuchen ist diese Strategie bereits relativ erfolgreich – jedoch meist nur gegen Krebserkrankungen ohne Geschwulste, etwa Blutkrebs.

Bei Blutkrebs erfolgreich, bei soliden Tumoren weniger
Große, solide Tumoren stellen T-Zellen dagegen mitunter vor große Probleme. Anders als im Blut schwimmende Krebszellen können sie kompakte Geschwulste schlecht angreifen. Der Tumor schwächt die Angreifer mit hemmenden Signalen.
Die Wissenschaftler um Dr. Thomas Kammertöns, Prof. Thomas Blankenstein, Prof. Hans Schreiber und Christian Friese suchen nun zusammen mit ihrem Forschungsteam an der Charité - Universitätsmedizin Berlin, dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), dem Berlin Institute of Health (BIH) und der Einstein-Stiftung nach Auswegen. Sie untersuchten in einer Studie im Fachjournal Nature, wie die Botenstoffe von T-Zellen die direkte Umgebung des Tumors beeinflussen. Dazu zählen etwa das Bindegewebe oder die Adern, die den Tumor versorgen.
T-Zellen geben neben dem Tumor-Nekrose-Faktor das Molekül Interferon-Gamma (IFN-Gamma) ab, über dessen genaue Wirkungsweise bisher wenig bekannt war. „Wir wussten, dass IFN-Gamma maßgeblich über die Tumormikroumgebung gegen den Krebs wirkt,“ sagt Kammertöns. „Wir wollten nun herausfinden, welche Zellen genau das Ziel der Botenmoleküle sind.“

Blutgefäße ziehen sich zurück
Die Forscherinnen und Forscher züchteten genetisch veränderte Mäuse, die die Krebserkrankung nachbildeten. Darunter waren Tiere, bei denen nur die Zellen der Blutgefäße für das Botenmolekül empfänglich waren.
In diesen Mäusen drängte das IFN-Gamma die Adern aus den Tumoren zurück. Die Versorgung mit Sauerstoff und Nahrung brach zusammen und die Geschwulste starben ab. Diesen Prozess konnte das Forschungsteam mikroskopisch an lebenden Mäusen detailliert beobachten. Doch nur die Zellen der Blutgefäße reagierten auf den Botenstoff. Als die Forscher den Wirkstoff gezielt auf andere Zelltypen richteten, wuchsen die Tumoren unverändert weiter.
Diese Befunde erklären die bereits bekannte Kraft des Moleküls. „IFN-Gamma ist eine der wichtigsten Waffen, die den T-Zellen zur Verfügung stehen“, sagt Thomas Kammertöns.
Studienleiter Thomas Blankenstein sagt: „Zusammen mit dem Tumor-Nekrose-Faktor bildet IFN-Gamma ein starkes Team. TNF bringt die Tumorgefäße zum Platzen und öffnet dadurch das Gewebe. IFN-Gamma schneidet die Blutversorgung ab und hält den Tumor längerfristig in Schach.“

Die Therapie optimieren
Die Forscher gewannen so Anhaltspunkte für eine verbesserte T-Zell-Therapie gegen solide Krebstumoren. Thomas Blankenstein kommentiert: „Wir wollen genau verstehen, wie T-Zellen Tumoren angreifen. Die Zerstörung der Infrastruktur eines Tumors ist vermutlich wirkungsvoller als das Abtöten jeder einzelnen Krebszelle.“
„Unsere Erkenntnisse haben eine Bedeutung über die Tumortherapie hinaus“, sagt Thomas Kammertöns. „Interessanterweise ähnelt der Mechanismus, wie IFN-Gamma solide Tumoren eliminiert, der physiologischen Rückbildung von Gefäßen während der Entwicklung. Er stört die schnelle Wundheilung. Möglicherweise beeinflusst IFN-Gamma auch die Bildung von neuen Adern nach Schlaganfällen oder Herzinfarkten. Daher würden wir gern herausfinden, welche molekularen Abläufe dahinterstecken.“

Thomas Kammertoens et al. (2017): „Tumour ischaemia by interferon-γ resembles physiological blood vessel regression.“ Nature. doi:10.1038/nature22311

Abstract: The relative contribution of the effector molecules produced by T cells to tumour rejection is unclear, but interferon-γ (IFNγ) is critical in most of the analysed models. Although IFNγ can impede tumour growth by acting directly on cancer cells, it must also act on the tumour stroma for effective rejection of large, established tumours. However, which stroma cells respond to IFNγ and by which mechanism IFNγ contributes to tumour rejection through stromal targeting have remained unknown. Here we use a model of IFNγ induction and an IFNγ–GFP fusion protein in large, vascularized tumours growing in mice that express the IFNγ receptor exclusively in defined cell types. Responsiveness to IFNγ by myeloid cells and other haematopoietic cells, including T cells or fibroblasts, was not sufficient for IFNγ-induced tumour regression, whereas responsiveness of endothelial cells to IFNγ was necessary and sufficient. Intravital microscopy revealed IFNγ- induced regression of the tumour vasculature, resulting in arrest of blood flow and subsequent collapse of tumours, similar to non- haemorrhagic necrosis in ischaemia and unlike haemorrhagic necrosis induced by tumour necrosis factor. The early events of IFNγ-induced tumour ischaemia resemble non-apoptotic blood vessel regression during development, wound healing or IFNγ- mediated, pregnancy-induced remodelling of uterine arteries. A better mechanistic understanding of how solid tumours are rejected may aid the design of more effective protocols for adoptive T-cell therapy.

Eine interaktive Abbildung finden Sie hier:\n

https://insights.mdc-berlin.de/de/2017/04/immuntherapie-gegen-krebs-botenstoff-laesst-adern-schrumpfen/

forschen, bilden / 26.04.2017
Teachers + Scientists: Berliner Kooperation zwischen Lehrkräften und Wissenschaftlern macht Schule

Aktuelle Forschungsthemen dürfen auf dem Lehrplan für naturwissenschaftliche Fächer nicht fehlen. Das finden auch Thomas Lundschien, Helga Fenz, Sven Kusserow sowie Stefanie Liebelt, Katrin Bertram und Dr. Svenia Podlowski. Die sechs Lehrkräfte kommen vom Andreas-Gymnasium (AG), dem Robert-Havemann-Gymnasium (RHG), dem OSZ Gesundheit I und dem Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) in Berlin. Zusammen mit Dr. Astrid Steinbrecher, Dr. Katharina Nimptsch, und Prof. Tobias Pischon von der Forschungsgruppe Molekulare Epidemiologie und unter Koordination von Dr. Luiza Bengtsson vom Lehrerfortbildungsprogramm „Labor trifft Lehrer“ des Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) haben sie sich an dem bundesweit einmaligen Pilotmodell Teachers + Scientists beteiligt.  Das 2014 von Science on Stage in Kooperation mit der Stiftung Jugend forscht e. V. initiierte Projekt fördert langfristige Kooperationen von Lehrkräften und Wissenschaftlern. Das Ziel: Lehrkräfte werden an Forschungsprozessen beteiligt und bringen damit die Wissenschaft ins Klassenzimmer. Die Ergebnisse werden nun in Form einer Publikation am 05. Mai in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert.

Ernährung, Bewegung, Gesundheit: Studiendesign im Biologieunterricht
Um Schülern einen direkten Anwendungsbezug für Fachwissen zu bieten, ist es für Lehrkräfte wichtig, zu aktuellen Forschungsfragen auf dem Laufenden zu bleiben. Über die Mitwirkung am Projekt Teachers + Scientists setzen die Berliner Lehrkräfte auf diesem Feld neue Maßstäbe: Zusammen mit den Wissenschaftlern des MDC haben sie zum Einfluss von Lebensstil- und Umweltfaktoren auf die Gesundheit geforscht. Dabei wurden die Lehrkräfte auch in das Design epidemiologischer Studien eingeführt. An den vier beteiligten Berliner Schulen wurde im vergangenen Frühjahr dann die DEDIPAC Studie (Determinants of Diet and Physical Activity) umgesetzt an deren Vorbereitung, Umsetzung und Analyse die Lehrkräfte direkt beteiligt waren. Untersucht wurde dabei, wie Daten zu sitzendem Verhalten und dessen Einflussfaktoren erfasst werden können. Eine Woche lang trugen Schüler dazu Bewegungsmessgeräte am Körper und gaben auf Fragebögen Auskunft zu ihrem Sitzverhalten.

Kooperationsmodell soll Schule machen: Projektpräsentation in Berlin
Mit Teachers + Scientists möchten Science on Stage und die Stiftung Jugend forscht e. V. Lehrkräften und Wissenschaftlern neue Wege der Kooperation aufzeigen. Während Lehrkräfte bei dem langfristig angelegten Projekt Forschungsarbeit nachvollziehen und dadurch ihr Fachwissen erweitern, erhalten Forscher neue Anregungen zur Wissenschaftskommunikation. Davon profitieren die Schüler, denen für die Lehrinhalte praktische wie spannende Bezüge gezeigt werden können. Neben Berlin haben sich mit Aachen, Bielefeld, Heidelberg und Osnabrück vier weitere Städte an dem Projekt beteiligt. Um auch andere Lehrkräfte und Wissenschaftsinstitutionen bei dem Aufbau und der Durchführung von gleichartigen Kooperationen zu unterstützen, haben die Teilnehmer einen Leitfaden erarbeitet. Am 05. Mai wird die Publikation im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin präsentiert. Vorgestellt werden darin neben didaktischem Material zur Epidemiologie auch Unterrichtskonzepte zu den Themen Humangenetik, Elementarteilchenphysik,  Krebsforschung, Experimentelle Ökologie, Mechanik und Objektorientierte Programmierung.

Projektpräsentation „Teachers + Scientists: Für Wissenschaft begeistern“\n

Termin: 05. Mai 2017, 14 Uhr

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Ort: Langenbeck-Virchow-Haus, Luisenstraße 58, 10117 Berlin

Für Medienvertreter: Um Anmeldung wird gebeten unter presse@science-on-stage.de oder telefonisch unter 030-400067-42.
 
Über Science on Stage Deutschland e.V.
Science on Stage bietet mit Europas größten Lehrerfestivals, Workshops und Fortbildungen Lehrkräften naturwissenschaftlicher Unterrichtsfächer eine Bühne, ihre besten Unterrichts-projekte gemeinsam zu präsentieren und voneinander zu lernen. Die Initiative besteht seit 2003 und erreicht von der Grundschule bis zur Oberstufe 100.000 Lehrer in 30 Ländern. Science on Stage Deutschland e.V. wird im besonderen Maße gefördert von think ING., der Initiative für Ingenieurnachwuchs des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.

Kontakt:
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Verena Wagner
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Internet: www.science-on-stage.de

forschen, investieren, produzieren, heilen / 25.04.2017
Wirtschaftsdelegation von Alabama besuchte Campus Berlin-Buch

Unter Leitung des Wirtschaftsministers Greg Canfield besuchte heute eine Delegation des US-Bundesstaates Alabama den Wissenschafts- und Technologie-Campus in Berlin-Buch. Die Delegation setzte sich aus Vertreterinnen und Vertreter des US-Wirtschaftsministeriums, von Einrichtungen der Wirtschaftsförderung sowie Life Science-Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammen. Mit dabei waren unter anderem das Center für Clinical and Translational Science (CCTS) der Universität von Alabama sowie Unternehmen aus den Bereichen Molekulare Diagnostik und Therapie, Genomsequenzierung und -analyse und Softwarelösungen für die Interpretation molekulargenetischer Daten.

Ziel der Reise ist es, durch Gespräche mit Entscheidern von Unternehmen, wissenschaftlichen Institutionen sowie Clustern neue Geschäftschancen und Kooperationsfelder zu erschließen
und bestehende Geschäftskontakte und Kooperation zu vertiefen.

Die Delegation informierte sich über die Unternehmen des BiotechParks und die Forschungseinrichtungen des Campus: Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), das Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von Charité und MDC sowie das Berlin Institute of Health (BIH).

Mehr dazu unter: www.madeinalabama.com

forschen / 21.04.2017
Volker Haucke wird mit Avanti Award für Lipidforschung ausgezeichnet

Die American Society for Biochemistry and Molecular Biology (ASBMB) ehrt Volker Haucke für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen in der Membranbiologie.

Volker Haucke erhält den Avanti Award in Lipids für seine Forschung zur Rolle der Membran-Lipid-Homöostase während des Zelltransports von der American Society for Biochemistry and Molecular Biology (ASBMB) „Hauckes Erkenntnisse sind für die Zellphysiologie und Pathophysiologie von zentraler Bedeutung", so Britta Brügger und Thomas Söllner vom Biochemiezentrum der Heidelberger Universität, die Haucke für die Auszeichnung nominierten.

Der Biochemiker Haucke hat mit seinem Labor in Berlin-Buch bedeutende Beiträge zur Aufklärung von Lipidfunktionen erarbeitet. Ein Großteil seiner Forschung konzentrierte sich auf die Rolle der Lipide im exozytotischen und endozytotischen Membrantransport, u.a. bei der Neurotransmission. Die Haucke-Gruppe hat spezifische lipidbindende, endozytotische Adaptoren charakterisiert, die Membranproteine von synaptischen Vesikeln während ihres endozytotischen Recyclings in neuronalen Synapsen erkennen.

Darüber hinaus klärte Haucke die Rolle Lipid metabolisierender Enzyme und lipidbindender Proteine in den stark regulierten, koordinierten Prozessen der Endozytose und der synaptischen Vesikelregeneration auf.

Außerdem erforschte das Team spezifische Phospholipide, sogenannte Phosphoinositide, und beschrieb die zelluläre Funktion des Phosphoinositids Phosphatidylinositol (3,4)-bisphosphat, welches als Hauptakteur bei der Clathrin-vermittelten Endozytose agiert. Damit zeigte die Gruppe erstmalig die Funktion eines solchen Lipids in zellulären Prozessen auf. „Die Ergebnisse waren so überraschend, dass Lipidforscher weltweit ihre bisherigen Erkenntnisse neu überdenken mussten,“ so Brügger und Söllner.

Hauckes jüngste Arbeit konzentriert sich auf den Phosphoinositidstoffwechsel während des endozytotischen und exozytotischen Transports. Mit diesen Studien lieferte er einen konzeptionellen Rahmen für die Umwandlung der Membranidentität und deckte die mechanische Ursache einer erblichen menschlichen Muskelerkrankung auf.

Zusammenfassend konnten Hauckes Studien ein neues Modell des intrazellulären Membrantransports aufzeigen, bei dem Phosphoinositide eine Schlüsselrolle bei der Bestimmung der Organellenidentität spielen. Relevant sind die neuen Erkenntnisse wegen ihres therapeutischen Potenzials: „Eine pharmakologische Ausrichtung auf Phosphoinositid-metabolisierende Enzyme könnte neue therapeutische Wege für die Behandlung von Krankheiten wie Krebs sowie anderer Krankheiten eröffnen", ergänzen Brügger und Söllner.

Volker Haucke freut sich über den Avanti Award: „Ich fühle mich wirklich geehrt, den Avanti Award in Lipids von der ASBMB zu empfangen; das ist auch eine Ehre für die Mitglieder und Alumni meines Labors. Ich bin sehr dankbar, dass ich von einer großartigen Gruppe von Menschen umgeben bin, mit denen ich das Privileg hatte und habe zu arbeiten."

Volker Haucke erhält seine Auszeichnung während der ASBMB-Jahrestagung am 25. April 2017 in Chicago. Mit dem Avanti Award in Lipids werden hervorragende Forschungsbeiträge im Bereich der Lipidforschung geehrt.

Weitere Informationen: www.leibniz-fmp.de/haucke\n

Über das FMP
Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

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Foto: Prof. Dr. Volker Haucke (Foto: Silke Oßwald/FMP)

forschen / 21.04.2017
Wie Nacktmulle Sauerstoffmangel trotzen

Wenn Nacktmullen in ihren Höhlen die Luft zum Atmen fehlt, haben sie eine unter Säugetieren einzigartige Überlebensstrategie. Sie können empfindliche Organe wie Herz und Gehirn zeitweise unabhängig von Sauerstoff mit Energie versorgen und stellen dafür ihren Stoffwechsel von Glukose auf Fruktose um. Das beschreibt ein Team um Gary Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) nun im Fachjournal Science.

Während die Artgenossen bereits auf dem Weg zu ihren Posten sind, bleiben einige der Nacktmulle kurz auf dem Rücken liegen und rühren sich nicht. Die eusozialen Tiere sind nicht etwa zu faul, um ihre Aufgabe im Staat zu erfüllen. Vielmehr hatten sie in einem Berg von etwa 100 ruhenden Nacktmullen einen ungünstigen Schlafplatz erwischt. „In diesen unterirdischen Kammern ist es ohnehin stickig“, sagt Professor Gary Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft. Im Gedränge kann der Sauerstoffgehalt der Luft auf kritische Werte fallen.

Menschen benötigen mindestens zehn Prozent Sauerstoff in der Atemluft. Sonst würde ihr Körper nicht genug Energie für lebenswichtige Zellfunktionen erzeugen. Ostafrikanischen Nacktmullen dagegen macht es nichts aus, stundenlang fünf Prozent Sauerstoff und einen hohen Anteil Kohlendioxid einzuatmen. 18 Minuten überleben sie ganz ohne Sauerstoff. Dann fallen die Nacktmulle in einen winterschlafähnlichen Zustand. Ihr Puls zum Beispiel verringert sich von 200 auf 50 Herzschläge pro Minute. Sobald wieder Luft an ihre Nase dringt, wirkt es, als sei nie etwas gewesen. Es bleiben keine Schäden zurück.

Ungewöhnliche Zucker im Blut der ruhenden Nacktmulle
Wie die Tiere der dicken Luft in ihren Tunnelsystemen trotzen, war bisher ein Rätsel. Nun berichtet ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Gary Lewin und Thomas Park von der University of Illinois in Chicago im Fachmagazin Science von einem einzigartigen Stoffwechselweg, der die Nacktmulle mit einem Ersatztreibstoff versorgt. Wenn der Sauerstoff nicht mehr ausreicht, um Glukose aus der Nahrung zu verstoffwechseln, schalten die Tiere auf Fruktose um. Damit können sie die Energieversorgung lebenswichtiger Organe aufrechterhalten, deren Zellen besonders sensibel auf Sauerstoffmangel reagieren.

Das Team analysierte zunächst in der Metabolomics Unit von MDC-Forscher Dr. Stefan Kempa 86 Stoffwechselprodukte (Metabolite) in Blut und Gewebeproben, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Bedingungen gewonnen wurden. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Nacktmulle trotz des Sauerstoffmangels weiter Zucker in ihr Blut freisetzen: Fruktose und besonders Saccharose“, sagt die Wissenschaftlerin und Erstautorin Dr. Jane Reznick aus Lewins Team. „Diese Zuckerarten spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Metabolischen Syndroms, und Saccharose ist bisher nur aus Pflanzen bekannt.“

Nacktmulle nutzen Fruktose als Energielieferanten
Viele Säuger können Fruktose verwerten – allerdings nur in ganz bestimmten Geweben. Zum einen ist ein Transportmolekül namens GLUT5 nötig, das den Fruchtzucker aus dem Blut an die  deren Abbau sie verfolgte.

Die Vermutung, dass Nacktmulle ihren Stoffwechsel unbeschadet auf Fruktose umschalten können, prüften die Forscherinnen und Forscher an Herz und Gehirn von Mullen und Mäusen. Sie versorgten die Organe mit einer Nährlösung, die außer Fruktose keine anderen Zucker enthielt. In einer Reihe von Tests waren die Organe der Nacktmulle deutlich leistungsfähiger als die der Mäuse. Synapsen zum Beispiel leiteten auch nach einer Stunde Signale weiter. MDC-Herzspezialist Professor Michael Gotthardt zeigte, dass es für das Herz eines Nacktmulls gleichgültig war, welchen Zucker es bekam. Es schlug und schlug und schlug.

Rettung für Herz- und Hirnzellen?
„Unsere Arbeit ist der erste Nachweis, dass ein Säugetier von Glukose auf Fruktose als Energieträger umschalten kann“, kommentiert Gary Lewin. Er hofft, dass Forscher diese Veränderungen in der Zukunft gezielt in menschlichen Zellen auslösen können. „Wir würden Patienten gern vor den Folgen von Sauerstoffmangel bewahren, den Herzinfarkt oder Schlaganfall binnen Minuten anrichten. “Denkbar wäre das, sagt er. Schließlich seien Maus und Mull auf der genetischen Ebene zu 94 Prozent identisch: „Theoretisch sind also nur kleine Veränderungen nötig, um den Körper auf diesen ungewöhnlichen Stoffwechsel umzustellen.“

In der Natur jedenfalls habe sich das Prinzip bewährt. Die Höhlensysteme der Nacktmulle sind weitläufig, die Tunnelgräber arbeiten sich bis zu 20 Kilometer durch den Boden der ostafrikanischen Halbwüste, um irgendwann zu den Wurzeln und Knollen von Wüstenpflanzen zu kommen. Gut möglich, dass den Mullen dabei mal der Sauerstoff ausgehe, meint Lewin. Wenn sie das überwinden, können die Mulle ihre Ernte trotzdem zurück in die Vorratskammern des Baus bringen – zum Nutzen der ganzen Kolonie.

Der MDC-Forscher Gary Lewin ist Mitglied im Exzellenzcluster NeuroCure.

Thomas J. Park, Jane Reznick, et al. (2017): „Fructose driven glycolysis supports anoxia resistance in the naked mole-rat." Science. doi:10.1126/science.aab3896

Abstract: The African naked mole-rat’s (Heterocephalus glaber) social and subterranean lifestyle generates a hypoxic niche. Under experimental conditions, naked mole-rats tolerate hours of extreme hypoxia and survive 18 minutes of total oxygen deprivation (anoxia) without apparent injury. During anoxia, the naked mole-rat switches to anaerobic metabolism fueled by fructose, which is actively accumulated and metabolized to lactate in the brain. Global expression of the GLUT5 fructose transporter and high levels of ketohexokinase were identified as molecular signatures of fructose metabolism. Fructose-driven glycolytic respiration in naked mole-rat tissues avoids feedback inhibition of glycolysis via phosphofructokinase, supporting viability. The metabolic rewiring of glycolysis can circumvent the normally lethal effects of oxygen-deprivation, a mechanism that could be harnessed to minimize hypoxic damage in human disease.

https://insights.mdc-berlin.de/de/2017/04/wie-nacktmulle-sauerstoffmangel-trotzen/\n

Foto: Prof. Gary Lewin will den Nacktmullen ihre Stoffwechsel-Geheimnisse entlocken. (Foto: Roland Gockel/MDC)

leben, heilen / 21.04.2017
Bucher Chefarzt zum Thema Prostata – eine neue Therapie wirkt mit Wasserdampf

Etwa 20 Prozent aller deutschen Männer zwischen 50 und 60 Jahren kennen die Beschwerden: häufige nächtliche Gänge zur Toilette und das Gefühl, dass die Blase nie ganz leer wird. Mit zunehmendem Alter hat fast jeder Mann mit der gutartigen Prostatavergrößerung zu tun. Prof. Dr. Mark Schrader erklärt Betroffenen, Interessierten und Angehörigen die Ursachen und Behandlungsmethoden.\n

Die meisten betroffenen Männer leiden nicht nur unter den Symptomen der Prostatavergrößerung selbst – sondern auch unter ihren Folgen. „Durch das häufige nächtliche Wasserlassen sind die Patienten tagsüber erschöpft, haben Stimmungsschwankungen. Das kann auch zu Problemen in der Partnerschaft führen“, so Prof. Schrader.

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Der Chefarzt der Urologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch erklärt, wie sich eine vergrößerte Prostata auswirkt: „Die Prostata drückt auf den Harnblase bzw. auf die Harnleiter. Nur noch kleine Mengen Urin können die Engstelle passieren, der Strahl wird immer schwächer.“ Ein Urinstau kann sich sogar bis zu den Nieren ausbreiten. Dabei ist die Prostatavergrößerung selbst häufig gutartig – und kann gut behandelt werden!

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Die Methoden: Durch eine Operation mit Laser oder Elektroschlinge wird das  Gewebe der vergrößerten Prostata zerstört. Allerdings müssen Patienten daraufhin lebenslang Medikamente einnehmen, die zu Nebenwirkungen (z.B. Blutdruckabfall, Depressionen) führen können. Prof. Schrader setzt als einer der wenigen Mediziner in Deutschland auch das „Rezum“-Verfahren ein: Hier wird durch heißen Wasserdampf die Prostata von innen aufgeheizt. Das zerstörte Gewebe vernarbt und wird vom Körper selbst abgebaut. „Das ‚Rezum‘-Verfahren ist sehr schonend. Meist können die Patienten schon am Tag der Behandlung wieder nach Hause“, sagt der Chefarzt der Urologie. Medikamente müssen nicht mehr eingenommen werden.

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Mehr Informationen zu den Symptomen und Behandlungsmethoden erfahren die Gäste des Vortrags. Im Anschluss beantwortet Prof. Schrader gerne Fragen.

HELIOS Chefarztvortrag
Dienstag, 25. April 2017
Beginn 18 Uhr

Veranstaltungsort
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Konferenzraum Cafeteria
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin

Eintritt frei
Ende gegen 19.30 Uhr
Anmeldung nicht erforderlich

Parkplätze vorhanden
Buslinie 893: Direkte Anbindung des Klinikums zur S-Bahn Berlin-Buch


Kontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Urologie, Prostatazentrum
Chefarzt: Prof. Dr. med. Mark Schrader
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-52500
Telefax: (030) 94 01-52509
E-Mail: mark.schrader@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/berlin-buch

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Foto: Prof. Dr. med. Mark Schrader (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS Kliniken)


Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 52.000 stationäre und über 113.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

HELIOS ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr  als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die HELIOS Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien.

In Deutschland hat HELIOS 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 78 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 18 Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. HELIOS versorgt in Deutschland jährlich mehr als 5,2 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über 35.000 Betten, beschäftigt mehr als 72.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. HELIOS ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Quirónsalud betreibt 43 Kliniken, 39 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Gruppe ist in allen wirtschaftlich wichtigen Ballungsräumen Spaniens vertreten. Quirónsalud beschäftigt 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

HELIOS gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius. Sitz der HELIOS Unternehmenszentrale ist Berlin.

leben, erkunden / 18.04.2017
Neue Kunstausstellung im Bucher Klinikum

Die emeritierte Kunstprofessorin Barbara Müller-Kageler gehört zu den bedeutenden Künstlerinnen Berlins. In der HELIOS Galerie zeigt sie beeindruckende Ölgemälde mit ihrem Lieblingssujet: dem Meer.
Barbara Müller-Kageler, geboren 1938 in Berlin, widmet sich seit den 80er Jahren vor allem einem Thema: dem Meer und seiner Umgebung – also dem Strand, den Farben des Wassers und des Himmels, und sehr intensiv den Figuren, die sich am Strand aufhalten. Dabei herrscht meist kein typisches Strandwetter: Die Figuren sind in dicke Mäntel gepackt, tragen Hüte und Mützen, scheinen sich gebückt gegen den Wind zu stemmen. Die Gemälde sind streng komponiert, haben eine fast geometrische Anmutung mit vielen vertikalen und horizontalen Linien. Die vorherrschende Farbe: grau in allen Nuancierungen. \n

Ab 1957 studierte Barbara Müller-Kageler an der Humboldt-Universität zu Berlin Kunstpädagogik und absolvierte nach ihrem Abschluss ein Malerei-Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Heute – nach ihrer Laufbahn als Hochschullehrerin an der Humboldt-Universität und an der Kunsthochschule Weißensee (ab 1982) – lebt sie als freischaffende Künstlerin in Berlin. Inspirieren ließ sich Barbara Müller-Kageler von ihren Studienreisen, die sie z.B. nach Zypern, an die französische Atlantikküste, nach Rügen oder auf die Liparischen Inseln führten. Die Arbeiten der emeritierten Professorin wurden bereits in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt und befinden sich in öffentlichen sowie in privaten Sammlungen.

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Etwa 50 teils großformatige Werke aus den vergangenen Jahren zeigt Barbara Müller-Kageler vom 20. April bis 18. Juni in der HELIOS Galerie. Die Galerie im dritten Obergeschoss des Klinik-Hauptgebäudes kooperiert seit mehr als zwölf Jahren mit Kunsthändler Dr. Wilfried Karger.

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Zur Eröffnung von „Strandgestalten“ am 19. April um 17 Uhr spricht Professor Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig, Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, der Mitinitiator und engagierter Förderer der Ausstellungsreihe ist.

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Die HELIOS Galerie ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet.

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Der Eintritt ist frei!


Bild: „Strandwanderer mit Hund“ von Barbara Müller-Kageler aus dem Jahr 2012
Foto: Kunsthandel Dr. Wilfried Karger

forschen / 18.04.2017
Eine Prise Salz gegen den Durst

Von salzigem Essen muss man mehr trinken? – diese Binsenweisheit ist nun widerlegt. Zwei neue Studien zeigen genau das Gegenteil. Als „Kosmonauten“ auf einer simulierten Mission zum Mars mehr Salz zu essen bekamen, erzeugten sie daraufhin mehr Wasser im Körper, tranken sie weniger und benötigten mehr Energie.

Wie Salz im Essen das Trinkverhalten beeinflusst, wurde nie in einer Langzeitstudie überprüft. Bekannt war bisher lediglich, dass mehr Salz in der Nahrung die Produktion von Urin stimuliert. Diese zusätzliche Flüssigkeit stammt aus Getränken – so die These.

Weit gefehlt! sagt nun ein Forschungsteam vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), der Vanderbilt University und weiteren internationalen Kolleginnen und Kollegen. Sie überprüften die alte Weisheit während einer simulierten Marsmission, und stellen ihre Ergebnisse nun in der aktuellen Ausgabe des Journal of Clinical Investigation vor.

Perfekte experimentelle Bedingungen
Salz hat natürlich nichts direkt mit dem Mars zu tun. Wollten Menschen zum Roten Planeten reisen, wäre zwar jeder Tropfen Trinkwasser kostbar und eine Prise Salz im Essen dürfte die Mission nicht gefährden. Wirklich interessant war die Simulation aber für die Forscherinnen und Forscher, weil sie so Ernährung, Wasser- und Salzaufnahme streng kontrollieren und messen konnten.

Dr. Natalia Rakova und ihr Team von der Charité und dem MDC führte zwei unabhängige Studien an zehn männliche Freiwilligen durch. Die Probanden waren über einen Zeitraum von entweder 105 oder 205 Tagen in einer Raumschiff-Attrappe eingeschlossen. Alle Teilnehmer hatten absolut identische Speisepläne. Im Laufe der Wochen veränderte das Forschungsteam dann stufenweise den Salzgehalt in der Nahrung.

Salziges Essen, weniger Flüssigkeitsaufnahme, höherer Energiebedarf
Das Experiment bestätigt: Kurzfristig verstärkt Salz den Durst. Mehr Salz im Essen führt auch zu einer höheren Salzkonzentration im Harn und einer höheren Gesamtmenge Urin – das war nicht überraschend. Doch die größere Menge Flüssigkeit stammte nicht aus Getränken. Die Probanden tranken sogar insgesamt weniger, wenn sie mehr Salz zu sich nahmen. Das Salz löste in den Nieren einen Wasserspar-Mechanismus aus.

Bisher galt, dass die Natrium- und Chlorid-Ionen, aus denen Salz besteht, an Wassermoleküle binden und diese in den Harn ziehen. Stattdessen zeigten die neuen Ergebnisse, dass das Salz im Harn bleibt, während das Wasser in die Niere und Körper zurücktransportiert wird. Das überraschte das Team um Jens Titze, Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg und am Vanderbilt University Medical Center. „Was könnte die Kraft sein, die das Wasser zurück in den Körper treibt“, fragte er sich.

Versuche an Mäusen zeigten dann, dass die Substanz Harnstoff (Urea) daran beteiligt sein könnte. Mit Hilfe von Harnstoff entsorgen Muskeln und Leber Stickstoff. In der Niere der Mäuse sammelte sich Harnstoff, dort wirkte es der Wasser-bindenden Kraft von Natrium und Chlorid entgegen. Doch die Synthese von Harnstoff kostet viel Energie. Mäuse, denen salzigere Nahrung verabreicht wurde, hatten größeren Hunger, tranken aber nicht mehr. Auch die menschlichen „Kosmonauten“, die salziges Essen bekamen, klagten über Hunger.

Mehr als bloßer Abfall
Die neuen Erkenntnisse lassen die Rolle des Harnstoffs in neuem Licht erscheinen. „Harnstoff ist nicht nur ein Abfallprodukt, wie wir bisher angenommen hatten", sagt Prof. Friedrich C. Luft, von der Charité und dem MDC. „Stattdessen erweist er sich als ein sehr wichtiger Osmolyt – das ist eine Verbindung, die Wasser an sich bindet und so hilft, es zu transportieren. Harnstoff hält das Wasser im Körper, wenn wir Salz ausscheiden. So wird das Wasser zurückgehalten, das sonst durch das Salz in den Urin hineingetragen würde. "

Die Wasserhomöostase, also das Gleichgewicht von Wasser im Körper, ist für eine Reise zum Mars mindestens so wichtig wie das Leben hier auf der Erde. „Wir müssen diesen Vorgang als eine gemeinsame Anstrengung der Leber, der Muskeln und der Nieren sehen“, sagt Jens Titze. „In der Studie haben wir den Einfluss auf den Blutdruck und andere Aspekte des Herz-Kreislauf-Systems nicht direkt untersucht. Ihre Funktionen sind aber eng mit der Wasserhomöostase und dem Energiestoffwechsel verbunden.“

Dieses Projekt wurde vor allem durch die Anstrengungen der DLR-Forschung unter Weltraumbedingungen getragen. Natalia Rakova, Dominik N. Müller und Friedrich C. Luft sind Forscherinnen und Forscher des MDC. Korrespondenzautor und Studienleiter ist Jens Titze vom Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg und der Vanderbilt University, an der Friedrich C. Luft eine außerordentliche Professur hält.

forschen / 12.04.2017
Neue Rolle der Autophagosomen bei Neurodegeneration entschlüsselt

Durch den Nobelpreis für Medizin 2016 sind sie richtig bekannt geworden: Autophagosomen, jene Membranbläschen, die in Zellen für die Müllentsorgung zuständig sind und gleichzeitig Nährstoffe liefern. Auch Forscher des Leibniz-Instituts für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin und des Forschungszentrums CECAD in Köln beschäftigen sich mit den Abbau- und Recyclingprozesssen und sind ihnen jetzt auf verblüffende Weise nahe gekommen: Es sind nämlich Autophagosomen, die Wachstumssignale wie BDNF aus als Axone bezeichneten Nervenzell-Fortsätzen rückwärts zum Zellkörper transportieren und so die Bildung neuer verzweigter Nervenfortsätze anregen und für das Überleben der Nervenzellen sorgen. Fehlen diese Taxis, kommt es zum Untergang von Nervenzellen im Gehirn. Die neue Entdeckung wirft zum einen ein völlig neues Licht auf die Rolle der Autophagosomen, und zum anderen weckt sie Hoffnung auf neue Behandlungsmöglichkeiten für Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen. Die Ergebnisse der Arbeit wurden soeben in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“* publiziert.

Dass Autophagosomen eine wichtige Bedeutung für unseren Körper haben, dürfte vielen Menschen seit der letzten Nobelpreisverleihung klar geworden sein. Dabei handelt es sich um eine Art Müllabfuhr, die zelleigene Abfälle in der Zelle transportiert und gleichzeitig die darin befindlichen Grundstoffe für die Zelle wieder verwertbar macht. Der japanische Zellforscher Yohinori Ohsumi erforschte als erster diesen Prozess der Autophagie und konnte in den 1990er Jahren die Gene dieses Abbau- und Recyclingprozessses in menschlichen Zellen bestimmen. Im Herbst 2016 hat er schließlich den Medizin-Nobelpreis für seine bahnbrechenden Arbeiten erhalten.

Im Zusammenhang mit Alzheimer wird bislang vermutet, dass Autophagosomen für den Abbau verklumpter Proteine zuständig sind. Doch wie die Zusammenarbeit der Forscher vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin und des Forschungszentrums CECAD an der Universität zu Köln nun zeigen konnte, ist das nicht ihre einzige Funktion: Eine bis dato unbekannte, aber möglicherweise ebenso bedeutsame Rolle kommt ihnen als „Taxi“ für die Übermittlung positiver Wachstumssignale wie des sogenannten „Brain Derived Neurotrophic Factor“ (BDNF) zu. Nimmt die Zahl der Taxis ab oder ist ihr Motor defekt, können auch weniger Wachstumssignale vermittelt werden und es kommt zum Untergang von Nervenzellen. An Gehirnen von Mäusen, denen ein Adapter für die Kopplung des Taxis an seinen Motor fehlt, konnten die Forscher deutliche morphologische Veränderungen beobachten, also neurodegenerative Veränderungen aller denkbaren Schweregrade, die letztlich zum Tod führen. Die Ergebnisse der Arbeit wurden in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“* veröffentlicht.

Identität des Taxis aufgeklärt
„Wir wussten zwar, dass es diese Taxis gibt und sie die BNDF-Signale rückwärts in die Nervenzelle fahren, aber nicht dass es sich dabei um Autophagosomen handelt“, erläutert FMP-Direktor Prof. Dr. Volker Haucke, der die Zusammenhänge zwischen Entwicklung des Nervensystems und Neurodegeneration schon seit längerem erforscht. „Somit spielen diese Recyclinghelfer bei neurodegenerativen Prozessen eine noch ganz andere Rolle als bislang vermutet", ergänzt Dr. Natalia Kononenko, die Erstautorin der Studie, die seit 2015 die Forschungsgruppe „Molekulare und zelluläre Ursachen neurodegenerativer Erkrankungen“ an der Universität Köln leitet.

Neu ist auch die Erkenntnis, dass die signalabhängige Bildung von Autophagosomen in den Nervenzellfortsätzen (Axonen) und ihr Transport zum Zellkörper (Soma) Teil eines sich selbst verstärkenden Kreislaufs ist. Denn eines der Ziel-Gene, die im Zellkörper der Nervenzelle durch das eintreffende BDNF-Signal angeschaltet werden, ist wiederum das BDNF-Gen selbst. Werden die Signale jedoch schwächer oder bleiben ganz aus, zum Beispiel weil die Produktion von Autophagosomen altersbedingt nachlässt, hat das verheerende Folgen. „Wenn dieser Kreislauf an einer Stelle unterbrochen wird, sei es dadurch, dass der Motor des Taxis defekt ist oder weniger Autophagosomen gebildet werden, kann das BDNF-Signal nicht mehr rückwärts laufen und es kommt praktisch kein positives Signal mehr im Zellkern an“, erklärt Haucke. „Dann bekommen wir kein ordentliches Auswachsen der Neuriten mehr und sehen zum Teil massive Neurodegeneration.“

Ohne Autophagosomen kein Wachstumssignal
Wozu aber fahren Autophagosomen die BDNF-Signale überhaupt rückwärts in den neuronalen Zellkörper hinein? Diese Fahrt dient laut den Forschern der Kontrolle der Umgebung. Die Nervenfortsätze liegen nämlich vom Entscheidungszentrum der Nervenzelle relativ weit weg. Um zu prüfen, ob es sich lohnt, Nervenfortsätze in die Umgebung auswachsen zu lassen, sendet der Zellkern die Signale auf die Reise. Die Forscher spekulieren, dass die Autophagosomen bei dieser Kontrollfahrt eine Art Schutzfunktion übernehmen, indem sie den Rezeptor, an den BDNF bindet, aufnehmen und aktiv halten. Unter so viel Geleitschutz kann das Wachstumssignal sicher im Zellkern ankommen, was wiederum wichtig ist, um neue Nervenfortsätze oder Verzweigungen zu bilden.

Mit der Entdeckung der Identität des Taxis und des Adapters, der den Motor ans Taxi bringt, haben die Teams um Haucke und Kononenko eine große Wissenslücke geschlossen. Doch viel wichtiger ist das, was sich daraus ableiten lässt. Die Forscher vermuten, dass wenn man die Autophagosomen-Synthese anfährt und es schafft, mehr Taxen zu generieren, positiv gegen Nervenzelldegeneration ankämpfen kann. Kurzum: Es besteht Hoffnung, völlig neue Behandlungsmöglichkeiten für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Chorea Huntington oder Parkinson zu finden.

Dem Untergang von Nervenzellen mit Polyaminen entgegenwirken
In einem - von dieser Arbeit unabhängigem - Forschungsprojekt wird diese Vermutung unter FMP-Beteiligung augenblicklich überprüft. Bei Mäusen, aber auch bei Alzheimer-Patienten versuchen Ärzte gemeinsam mit Grundlagenforschern, die Konzentration der Autophagosomen im Körper zu erhöhen, und zwar durch die Zufuhr von Polyaminen. Dieser Naturstoff kommt auch in Lebensmitteln wie der japanischen Sojabohnenpaste Natto reichlich vor und eignet sich darum hervorragend für die Untersuchung. Ob man die Autophagie durch die Gabe von Bohnenpaste ankurbeln kann, wird man erst in ein einigen Jahren wissen. Aber der Weg liegt für die Forscher klar auf der Hand: „Wir haben gesehen, welche fatalen Konsequenzen eine nachlassende Produktion oder ein defekter Transport von Autophagosomen auf die Nervenzellen hat“, sagen Natalia Kononenko und Volker Haucke, „deswegen liegt es nahe, nach Substanzen zu suchen, die diesen Prozess wieder ankurbeln können.“\n


Abbildung: Neurodegenerative Veränderungen im Gehirn von Mäusen, denen der Adapter zur Bindung des Autophagosomenmotors zum Transport von BDNF fehlt. Links: Schnitt durch den Kortex einer Wildtypmaus (WT) und einer Knockoutmaus (KO). Rechts: Vergrößerte Darstellung der Bilder links, die klar erkennbare Neurodegeneration (Pfeile) im Gehirn der Knockoutmaus zeigt.

* Kononenko, N.L., Claßen, G.A., Kuijpers, M., Puchkov, D., Maritzen, T., Tempes, A., Malik, A.R., Skalecka, A., Bera,S., Jaworski, J., Haucke, V. (2017) Retrograde transport of TrkB containing autophagosomes via the endocytic adaptor AP-2 mediates neuronal complexity and prevents neurodegeneration. Nature Communications, DOI: 10.1038/ncomms14819 |

Prof. Dr. Volker Haucke
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie(FMP)
E-Mail: HAUCKE@fmp-berlin.de

leben, heilen / 10.04.2017
Schmerz, Freude und der erste Schrei – neue Ausstellung zur Geburtshilfe im Bucher Klinikum

Die zum Teil großformatigen Fotografien von Thomas Oberländer, langjähriger HELIOS Fotograf, sind ab sofort im Eingangsbereich des Bucher Klinikums zu sehen. Sie zeigen die vielen Facetten der Geburtshilfe – interessante und ergreifende Szenen aus dem Kreißsaal, dem  OP und den verschiedenen Stationen.
Vor zehn Jahren zogen fast alle Fachabteilungen in den Neubau des HELIOS Klinikums Berlin-Buch, auch die Geburtshilfe. Die Leitende Hebamme Yvonne Schildai erinnert sich:  „Wir haben an diesem Tag im Altbau eine Schwangere aufgenommen, sind kurze Zeit darauf mit ihr und vielen weiteren Patientinnen in den Neubau umgezogen. Wenige Stunden später brachte sie in den neuen Räumen einen gesunden Jungen zur Welt.“ Für alle eine besondere, aufregende Situation!
Aus diesem Anlass zeigt das HELIOS Klinikum Berlin-Buch eine Fotoausstellung mit Bildern aus der Geburtshilfe. Sie stammen von Thomas Oberländer, seit 2001 Fotograf bei HELIOS, der das Leben im Klinikum seitdem mit viel Kompetenz und Engagement begleitet.
Thomas Oberländer: „Als Fotograf eines Klinikums bilde ich regelmäßig neue OP-Methoden und Hightech-Medizin ab, porträtiere Ärzte und Patienten, begleite Baumaßnahmen. Ich war bei unzähligen leichten Eingriffen, aber auch bei schweren Operationen dabei. Doch auch für mich ist es immer wieder etwas Besonderes, in der Geburtshilfe zu fotografieren.“
Gezeigt werden 15 ergreifende, aufwühlende und auch romantische Eindrücke aus dem Kreiß- und OP-Saal, aus der Säuglings- bzw. Frühgeborenstation – also  „frisch gebackene“ Mütter und Väter, stolze Hebammen und Ärzte, aber auch OP-Bilder oder der erste Fußabdruck.
Die Ausstellung ist täglich im Eingangsbereich bis Ende August 2017 zu sehen.

Foto: Nach der Aufregung rund um die Geburt: Ausruhen und Kuscheln (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS Kliniken)\n

Kontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-0
Telefax: (030) 94 01- 57509


leben, heilen / 10.04.2017
HELIOS Klinikum Berlin-Buch begrüßt neuen Chefarzt Prof. Dr. med. Bertram Glaß

Seit 3. April leitet Prof. Dr. med. Bertram Glaß gemeinsam mit Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie des HELIOS Klinikums Berlin Buch.
„Mit Prof. Dr. med. Bertram Glaß konnten wir einen herausragenden und erfahrenen Experten auf dem Gebiet der Stammzell- und Knochenmarktransplantation gewinnen“, sagt Klinikgeschäftsführer Dr. Sebastian Heumüller. „Für seine neue Aufgabe wünsche ich ihm alles Gute und viel Erfolg!“
Seit 2007 arbeitete Prof. Glaß, 56, als Stellvertreter des Chefarztes bzw. zuletzt als kommissarischer Chefarzt und Sektionsleiter Stammzelltransplantation der Abteilung Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation in der Asklepios Klinik St. Georg in Hamburg. \n

Von 2002 bis 2007 war der Internist und Facharzt für Hämatologie/Onkologie als leitender Oberarzt tätig, verantwortlich für den Bereich Stammzelltransplantation an der Klinik für Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Göttingen. Die Berufung zum Professor erfolgte 2003 am Universitätsklinikum Göttingen, die Habilitation und Erteilung der Lehrtätigkeit für das Fach Innere Medizin 1999 in Kiel. Medizin studierte Prof. Glaß an der Christian-Albrechts-Universität Kiel von 1982 bis 1989, seine Promotion erfolgte 1991.

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„Ich freue mich auf die spannende, vielseitige Herausforderung in der Klinik und auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Prof. Ludwig“, sagt Prof. Bertram Glaß.

Besondere Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Stammzell- bzw. Knochenmarktransplantation und die Behandlung von malignen Lymphomen (Lymphdrüsenkrebs). Hierzu leitete er bedeutsame multizentrische Therapiestudien.
Prof. Wolf-Dieter Ludwig: „Die ärztlichen und wissenschaftlichen Schwerpunkte von Prof. Glaß auf den Gebieten der Hämatologie und Stammzelltransplantation bedeuten für unsere Klinik eine wichtige Verstärkung. Auch ich freue mich auf die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit Prof. Glaß in den kommenden Monaten und die Übergabe der Leitung der Klinik an ihn im August 2017.“
Die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie verfügt über 51 Betten im akutmedizinischen Bereich, 24 Betten auf der Palliativstation und sechs Betten auf der Tagesstation. Etwa 2500 Patientinnen und Patienten werden hier stationär und etwa 9000 ambulant behandelt. Schwerpunkte der Klinik sind die fachübergreifende Diagnostik und Therapie von gut- und bösartigen Krebserkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems sowie die autologe und allogene Stammzelltransplantation.

Kontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie
Chefärzte Prof. Dr. med. Bertram Glaß, Prof. Dr. med. Wolf-Dieter Ludwig
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin
Telefon: (030) 94 01-52100
Telefax: (030) 94 01-52109
www.helios-kliniken.de/berlin-buch

Foto: Prof. Dr. med. Bertram Glaß, Chefarzt Klinik für Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie des HELIOS Klinikums Berlin Buch (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch)

Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 52.000 stationäre und über 113.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

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Über die HELIOS Kliniken-Gruppe
HELIOS ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit mehr  als 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören die HELIOS Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien.

In Deutschland hat HELIOS 112 Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 78 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), vier Rehazentren, 18 Präventionszentren und 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. HELIOS versorgt in Deutschland jährlich mehr als 5,2 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über 35.000 Betten, beschäftigt mehr als 72.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete in Deutschland im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 5,8 Milliarden Euro. HELIOS ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Quirónsalud betreibt 43 Kliniken, 39 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Gruppe ist in allen wirtschaftlich wichtigen Ballungsräumen Spaniens vertreten. Quirónsalud beschäftigt 35.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro.

HELIOS gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius. Sitz der HELIOS Unternehmenszentrale ist Berlin.


forschen / 07.04.2017
Forschungsalltag 4.0: Berlin Institute of Health stellt auf elektronisches Laborbuch um

Im April 2017 führt das QUEST – Center for Transforming Biomedical Research des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) das elektronisches Laborbuch für sein Forschungsdatenmanagement ein. Alle BIH-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler in der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) können mit der neuen Software vom Übergang von Papierlaborbüchern in ein elektronisches Dokumentationssystem profitieren. Das neue elektronische Laborbuch ermöglicht auch die Dokumentation innerhalb gemeinsamer Projekte, über einzelne Forschergruppe hinaus – unter Einhaltung international anerkannter und geforderter Qualitäts- und Sicherheitskriterien sowie Datenschutzbestimmungen. Die Implementierung soll innerhalb dieses Jahres abgeschlossen sein.

Dringende Voraussetzung allen wissenschaftlichen Arbeitens ist es, Versuchsergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren. Ob Laborbuch, Protokoll- oder Notizbuch – sie alle dienen diesen Dokumentationen. Datensammlungen sind zentrale Werkzeuge in der täglichen Forschungspraxis. Gleichzeitig müssen die Forschungsarbeiten hohen Standards genügen: Sie müssen in allen Details nachvollziehbar und exakt wiederholbar sein. Jeder einzelne Schritt muss protokolliert, jedes Ergebnis genau dokumentiert werden. Durch die fortschreitende Digitalisierung der Laborumgebung und die wachsenden Datenmengen ist die Implementierung eines elektronischen Laborbuchs auch ein wichtiger Schritt für die translationale Medizin.

Mit einem elektronischen Laborbuch werden Ablese- und Schreibfehler vermieden und die Datenerfassung erleichtert. Workflows und Templates helfen Prozesse zu standardisieren, sie verbessern die Datenqualität und vermeiden Redundanzen. Eine Suchfunktion ermöglicht das schnelle Auffinden von Experimenten, Ergebnissen, Versuchsparametern, Messdaten und vielem mehr. Insgesamt kann die Qualität der Forschungsdaten entscheidend verbessert werden. Interdisziplinäre Arbeitsgruppen können einfacher und effizienter zusammenarbeiten, indem sie Forschungsschritte gemeinsam dokumentieren und nach individuellen Kriterien filtern. Zusätzliche Funktionen, wie beispielsweise eine gemeinsame Aufgabenverwaltung, sind ebenfalls individuell nutzbar.

Elektronische Laborbücher erhöhen die Dokumentationsqualität und -sicherheit und sind damit essentiell für eine robustere und effiziente Forschung. Anders als in Papierlaborbüchern können die erzeugten Forschungsdaten zusammen mit den dazugehörigen Aufzeichnungen gespeichert werden, so dass es zu keinem Medienbruch kommt. Ein weiterer Ausbau der Software sowie Schnittstellen zu bestehenden und neuen Systemen, wie einem Labor-Informations- und Management-System, sind vorgesehen.

„Die nahtlose Zusammenarbeit zwischen Standorten und Disziplinen am BIH ist entscheidend für unsere translationale Forschung. Daher sind elektronische Laborbücher wegweisend”, sagt Professor Erwin Böttinger, Vorstandsvorsitzender des BIH. Sie erleichtern Kollaborationen innerhalb bzw. zwischen Forschergruppen und unterstützen gleichzeitig die notwendige Digitalisierung von wissenschaftlichen Arbeitsprozessen.

„Die Forschung am BIH soll hochwertig und effizient sein. Elektronische Laborbücher sind unsere erste wichtige Maßnahme zur Erhöhung der Forschungsqualität. Sie erhöhen vor allem die Dokumentationsqualität und -sicherheit und damit Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen“, sagt Professor Ulrich Dirnagl, Leiter der Experimentellen Neurologie der Charité und Gründungsdirektor von QUEST, dem Center for Transforming Biomedical Research des BIH. Das neue elektronische Laborbuch erfüllt alle Kriterien der Guten Laborpraxis (GLP), der entsprechenden DIN EN ISO Regularien sowie des 21CFR11 der FDA. Dazu gehören beispielsweise ein klares Nutzer- und Rollenmanagement, die Nachvollziehbarkeit von Änderungen und die Einhaltung von gesetzlich vorgeschriebenen Archivierungspflichten. Dirnagl hatte das System zuvor mit verschiedenen Arbeitsgruppen ausführlich getestet und insgesamt ein hohes Interesse an elektronischer Laborführung festgestellt. „Inzwischen bekomme ich nahezu wöchentlich Anfragen“, sagt Dirnagl.

Das Center for Transforming Biomedical Research hat sich für labfolder, die browserbasierte, elektronische Laborbuchsoftware der labfolder GmbH entschieden. Mit dem Vertrag kann die Nutzung von labfolder grundsätzlich allen Charité- und MDC-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern ermöglicht werden.

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Über QUEST – Center for Transforming Biomedical Research
Quest – Center for Transforming Biomedical Research ist eine neue Einheit des Berlin Institute of Health (BIH), die auf Qualitätssicherung, Generalisierbarkeit sowie Zugang zu Forschung, Forschungsmethodik, -ergebnissen und -daten zielt. Die BIH-Forschung soll offen und verlässlich sein. Das Center wird seit März von Professor Ulrich Dirnagl, Neurologe und Schlaganfallforscher an der Charité geleitet. Qualitätsstandards und Reproduzierbarkeit biomedizinischer Forschung sind seit Jahren Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit.www.bihealth.org/de/quest

 
Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften

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Kontakt:
Alexandra Hensel
Leiterin Kommunikation & Marketing
Berliner Institut für Gesundheitsforschung/ Berlin Institute of Health (BIH)
Tel. +49 (0)30 450 543019
alexandra.hensel@bihealth.de

forschen, investieren, produzieren / 07.04.2017
Wirtschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses besucht Campus Buch

Am 03. April 2017 informierte sich der Wirtschaftsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses bei einem Vor-Ort-Termin über die weitere Entwicklung des Wissenschafts- und Technologiestandortes Berlin-Buch und über die Pläne des Landes Berlin, Gesellschafter der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch zu werden.

Der Senat befasste sich bereits im Februar 2017 mit einer entsprechenden Vorlage der Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Ramona Pop. Die Senatsverwaltung für Finanzen sowie die weiteren fachlich zuständigen Senatsverwaltungen werden nun prüfen, wie sich das Land Berlin unmittelbar an der BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch als Gesellschafter beteiligen kann.\n

„Berlin wird sich als Gesellschafter der GmbH unmittelbar an der künftigen Strategie- und Standortentwicklung von Buch beteiligen“ , sagte Ramona Pop. „Buch soll ein international wettbewerbsfähiger Zukunftsort für die Gesundheitswirtschaft und Biotechnologie bleiben. Deshalb wollen wir dort mit Landeshilfe ein Zentrum für Gründerinnen und Gründer bauen.“ Der Gesundheitsstandort werde außerdem durch den Bau von Wohnungen und eine bessere Anbindung eine höhere Attraktivität erhalten.

Die Beteiligung an der BBB Management GmbH ist Teil des 100-Tage-Programms des Berliner Senats.

Foto: Peter Himsel/MDC

Quelle: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
www.berlin.de/sen/web/news/artikel.579342.php

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forschen, heilen / 28.03.2017
Charité trauert um Prof. Dr. Dr. Ingeborg Rapoport

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin trauert um Prof. Dr. Dr. Ingeborg Rapoport, die am Donnerstag, den 23. März im Alter von 104 Jahren in Berlin verstorben ist. Die renommierte Kinderärztin gilt als Begründerin der Neonatologie in der DDR und hatte ab 1969 an der Charité den deutschlandweit ersten Lehrstuhl für dieses Fachgebiet inne.

Prof. Rapoport war als leidenschaftliche Forscherin, engagierte Kinderärztin und Lehrerin hoch geschätzt. Dabei war sie auch immer eine streitbare Reformerin und überzeugte Sozialistin. Ein großer Erfolg für sie und ihr Team war beispielsweise die beachtliche Senkung der Säuglingssterblichkeit in den siebziger Jahren, für den sie 1984 den Nationalpreis der DDR im Kollektiv erhielt. Anlässlich ihres 100. Geburtstages ehrte die Charité sie 2012 mit einem akademischen Festakt.

Die Klinik für Neonatologie ist an der Charité auch heute noch eine eigenständige Einrichtung. Die Vernetzung von Krankenversorgung mit Forschung und Lehre zum Wohle von Frühgeborenen und kranken Säuglingen ist immer noch aktuell. Prof. Dr. Christof Dame, Stellvertretender Klinikdirektor, sagt über sie: „Als erste Professorin für Neonatologie an der Charité hat Prof. Rapoport das Fachgebiet in der DDR maßgeblich geprägt. Es wird noch heute erzählt, dass sie als fürsorgliche Ärztin auch junge Krankenschwestern für die Neugeborenenintensivpflege begeistert hat.“

Die Charité wird ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Über Ingeborg Rapoport
Prof. Rapoport wurde 1912 als Ingeborg Sylm in der deutschen Kolonie Kamerun geboren und wuchs in Hamburg auf. Hier studierte sie auch Medizin, legte 1937 ihr Staatsexamen ab und schrieb ihre Dissertation, eine experimentelle Arbeit über Diphtherie. Allerdings wurde ihr der Dr. med. aus rassischen Gründen verweigert. 1938 emigrierte sie in die USA, arbeitete dort in verschiedenen Krankenhäusern, erwarb auch dank eines Stipendiums den Medical Doctor (MD) und spezialisierte sich auf das Fachgebiet der Pädiatrie. 1946 heiratete sie den österreichischen Biochemiker und Kinderarzt Samuel Mitja Rapoport, mit dem sie vier Kinder bekam. Als Mitglieder der Communist Party USA (Kommunistische Partei) bekam das Ehepaar in der McCarthy-Ära massive Probleme und kehrte 1950 aufgrund der politischen Verfolgung nach Europa zurück.

Ab 1952 fand die Familie in der Hauptstadt der DDR Arbeit und eine neue Heimat. Ingeborg Rapoport arbeitete zunächst als Ärztin, später wissenschaftlich als Aspirantin und konnte sich 1959 auf der Grundlage ihrer Forschungen habilitieren. Ab 1958 war sie an der Charité-Kinderklinik tätig und leitete dort die Säuglings- und Frühgeborenenstation, aus der sie allmählich eine Abteilung für Neugeborenenheilkunde entwickelte. Ab 1964 war sie zunächst Professorin für Pädiatrie und erhielt dann 1969 den Lehrstuhl für Neonatologie. Mit der Umstrukturierung der Charité-Frauenklinik 1970 zu einer Art Perinatalzentrum wurde der Lehrstuhl und die neugegründete Abteilung Neonatologie integriert. Bis zu ihrer Emeritierung 1973 entwickelte Ingeborg Rapoport ihre Abteilung inhaltlich und strukturell mit dem Neuaufbau einer Station für Neugeborenen-Intensivtherapie und einer Forschungsabteilung (Schwerpunkte Hypoxie, Bilirubin, Surfactant) weiter. Damit gehörten auch die Forschungen in der Neonatologie und der Pädiatrie zu ihren Verdiensten. Nach ihrer Emeritierung war Prof. Rapoport noch bis in die achtziger Jahre hinein wissenschaftlich tätig und engagierte sich in der Nachwuchsförderung. Im Alter von 85 Jahren veröffentlichte sie ihr Buch „Meine ersten drei Leben“.

Im Mai 2015 verteidigte sie erfolgreich ihre Doktorarbeit von 1938 vor drei Professoren der Universität Hamburg und bekam 77 Jahre nach dem Verbot durch die Nazis in einer feierlichen Zeremonie ihre Promotionsurkunde überreicht. Mit ihren damals 102 Jahren ist sie bislang der älteste Mensch, der jemals ein Promotionsverfahren abgeschlossen hat.

investieren, produzieren / 23.03.2017
Eckert & Ziegler Jahresabschluss 2016

Die Berliner Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), ein Spezialist für isotopentechnische Anwendungen in Medizin, Wissenschaft und Industrie, hat im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 138,0 Mio. Euro (Vorjahr: 140,0 Mio. Euro) erzielt. Der leichte Rückgang des Geschäftsvolumens beruht im Wesentlichen auf dem Verkauf von unprofitablen Geschäftsbereichen im Dezember 2015. Bei fast gleichem Umsatz sanken dadurch die Materialkosten des Konzerns um 6% oder 3,9 Mio. EUR. Die Vertriebskosten verringerten sich um 11% oder 2,9 Mio. Euro auf 22,6 Mio. Euro.

Trotz der deutlich geringeren Kostenbasis sank der Konzerngewinn nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen erwartungsgemäß von 10,7 Mio. Euro um 11% auf 9,5 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte ein Sonderertrag aus dem Verkauf eines Beteiligungsunternehmens das Ergebnis gestützt. Ohne diesen Effekt erreichte das Ergebnis pro Aktie 2016 nur die prognostizierten 1,81 EUR/Aktie. 
Im Jahresabschluss werden aufgegebene Geschäftsbereiche nicht berücksichtigt, deshalb beträgt der dort aufgeführte Umsatz nur 137,9 Mio. Euro. Ohne fortgeführte und aufgegebene Geschäftsbereiche betrug das Ergebnis sogar 1,97 EUR/Aktie.

Das größte Segment, Isotope Products, verzeichnete einen leichten Rückgang des Umsatzes um 1,3 Mio. Euro auf 76,2 Mio. Euro. Insbesondere die Umsätze im Energiesektor lagen aufgrund des niedrigen Ölpreises hinter den Erwartungen.

Der Umsatz im Segment Strahlentherapie ging unter anderem durch den Verkauf der US-Seed-Sparte um 6,2 Mio. Euro oder um 20,0% auf 24,9 Mio. Euro zurück. Ein weiterer Grund ist der Rückgang beim Afterloader-Geschäft. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation in den Zielmärkten in Südamerika und Russland blieb der Umsatz mit SagiNova® hinter den Erwartungen zurück. Das Geschäft mit Implantaten konnte indes stabilisiert werden und lag sogar über den Erwartungen.

Im Segment Radiopharma wuchsen die Umsätze von 34,2 Mio. Euro auf 39,8 Mio. Euro. Mit Ausnahme der Gerätesparte trugen alle Hauptproduktgruppen zu dem Umsatzanstieg bei. Auch die Umsätze mit zyklotronbasierten Radiodiagnostika konnten im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden, da diese Produkte auch im Rahmen von klinischen Tests in der Neurologie zur Diagnose von Alzheimererkrankungen eingesetzt wurden. Leichte Volumenrückgänge bei klassischen FDG-Produkten wurden damit mehr als wettgemacht. Die Preise der klassischen FDG-Produkte haben sich im Geschäftsjahr 2016 auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Der Mittelzufluss aus betrieblicher Tätigkeit erhöhte sich um 3,6 Mio. Euro auf 19,8 Mio. Euro. In 2016 gibt es einen Kapitalabfluss aus der Investitionstätigkeit von insgesamt 5,5 Mio. Euro. Neben den Investitionen in neue Maschinen und Anlagen, welche gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Mio. Euro angestiegen sind, enthält der Kapitalfluss aus Investitionstätigkeit im Jahr 2016 Auszahlungen für Akquisitionen sowie den Erwerb von Beteiligungen in Höhe von 0,5 Mio. Euro. Der Kapitalabfluss aus der Finanzierungstätigkeit stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Mio. Euro. Die Nettoliquidität, also die Differenz aus Schulden und Bargeldbeständen, stieg um 9,0 Mio. Euro auf 24,9 Mio. Euro.

Zum Bilanzstichtag konnten die liquiden Mittel um 5,1 Mio. Euro auf 36,6 Mio. Euro erhöht werden. Die Eigenkapitalquote hat sich von 53,2% auf 55,2% verbessert.

Für das Geschäftsjahr 2017 wird ein steigender Umsatz auf etwa 150 Mio. Euro und ein EBIT von rund 16 Mio. Euro erwartet. Daraus sollte sich ein Konzerngewinn von etwa 10,6 Mio. Euro oder 2,00 Euro je Aktie ergeben. Die Prognosen stehen unter dem Vorbehalt eines Wechselkurses von höchstens 1,15 USD pro EUR.

Der Mehrheitsaktionär der Eckert & Ziegler AG, die Eckert Wagniskapital und Frühphasenfinanzierung GmbH schlägt der Hauptversammlung am 31.5.2017 vor, das frühere Vorstandsmitglied, Dr. Edgar Löffler, Medizinphysiker, in den Aufsichtsrat zu wählen.

Den vollständigen Jahresabschluss finden Sie hier:
http://www.ezag.com/fileadmin/user_upload/ezag/investors-financial-reports/deutsch/euzj16d.pdf

Über Eckert & Ziegler.
Die Eckert & Ziegler Strahlen- und Medizintechnik AG (ISIN DE0005659700), gehört mit rund 700 Mitarbeitern zu den weltweit größten Anbietern von isotopentechnischen Komponenten für Strahlentherapie und Nuklearmedizin.
Wir helfen zu heilen.

forschen, investieren / 22.03.2017
Millionenförderung vom Europäischen Forschungsrat für zwei MDC-Forscher

Die medizinische Bildgebung hat einen unvermeidlichen Nebeneffekt: Magnetresonanz- tomographen erzeugen Wärme. Thoralf Niendorf will sie nutzen und bekommt dafür einen ERC Advanced Grant. Ein zweiter ERC Advanced Grant geht an Thomas Jentsch. Er erforscht die Bedeutung von Ionenkanälen für Gesundheit und Krankheit.

Mit der Wärme ist das so eine Sache. Nur bei Fieber oder einer Entzündung erträgt der Körper kurzzeitig eine höhere Temperatur, schließlich gilt es, Keimen den Garaus zu machen. Ansonsten gibt es bei Warmblütern, wie dem Menschen, kaum einen Aspekt des Lebens, der so strikt reguliert ist - und so wenig erforscht.

Bisher gab es keine geeignete Technik, um Gewebe mit einer genau dosierten Energiemenge gezielt zu erwärmen und so die Funktionen der Temperatur in biologischen Prozessen zu analysieren. Der Physiker Prof. Thoralf Niendorf vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist überzeugt, dass er das im Projekt „ThermalMR“ ändern kann. Mithilfe eines ERC Advanced Grants möchte er den unerwünschten Nebeneffekt in der medizinischen Bildgebung – die Wärme – in ein Werkzeug für Forscher und Ärzte verwandeln.

Prof. Niendorfs Gruppe wird dafür die Instrumente der Ultrahochfeld-Magnetresonanztomographie mit selbst entwickelten Hochfrequenz-Antennen kombinieren und zunächst ermitteln, ob gesunde und kranke Gewebe ein spezifisches Wärmeprofil haben. Ein solches Profil könnte zum Beispiel die Diagnostik unterstützen. In einem zweiten Schritt will er zum Beispiel Tumoren bei Tieren gezielt erhitzen und gleichzeitig die Auswirkungen auf den Krebs und die umliegenden Gewebe beobachten. Die Wärme innerhalb des Körpers zu manipulieren, könnte zudem die Auslieferung von Medikamenten an die richtige Adresse erleichtern. Verpackt in wärmeempfindliche Nanovehikel würden sie ihre Fracht erst dann abladen, wenn sie am Ziel mit einer bestimmten Temperatur angekommen sind.

Zweiter ERC Advanced Grant für Thomas J. Jentsch\n

Prof. Thomas J. Jentsch vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und dem MDC ist einer der wenigen Wissenschaftler, der einen zweiten der sehr begehrten ERC Advanced Grants bekommen hat. Jentsch gilt als ein weltweit führender Forscher auf dem Gebiet der Ionenkanäle. Diese Kanäle befinden sich in der Membran von Zellen und erlauben es etwa Kalium- oder Chlorid-Ionen selektiv in die Zelle einzudringen oder sie zu verlassen. Jentsch arbeitet nicht nur daran, die Gene und die Bausteine solcher Kanäle zu identifizieren. Er charakterisiert sie auch biophysikalisch und strukturell und analysiert ihre Rolle im gesunden Organismus, sowie bei einer Reihe von auch Menschen betreffenden Krankheiten.

Im nun geförderten ERC-Projekt wird Jentsch die Bedeutung des VRAC-Kanals für den Körper genauer untersuchen. Er und sein Forschungsteam hatte den Ionenkanal erst vor wenigen Jahren molekular identifiziert. Dass VRAC nicht nur das Volumen der Zelle reguliert, sondern auch einige Signalmoleküle und Medikamente transportiert, hatte die Gruppe bereits ermittelt. Doch die Aufgaben des Kanals in gesunden und kranken Geweben sind vermutlich deutlich vielfältiger. Jentsch und seine Kollegen wollen daher die durch VRAC vermittelten Signalübertragungsprozesse und den Transport von Molekülen über verschiedene Epithelschichten im Detail analysieren und bisher unbekannte Funktionen des Kanals aufklären.

Des weiteren will Jentsch die Gene und Zusammensetzung zweier weiterer Chlorid-Ionen-Kanäle identifizieren, die wichtige Funktionen im Körper übernehmen. Wissenschaftler kennen diese Kanäle seit mehr als zehn Jahren aus Messungen an Zellen und Geweben. Niemand weiß jedoch, aus welchen Proteinen sie aufgebaut sind. Jentsch möchte diese Proteine nun identifizieren, indem er etwa 20.000 menschliche Gene einzeln im Hochdurchsatzverfahren untersucht – ein risikoreiches, aber potenziell höchst lohnendes Unterfangen. „Sobald die Proteine identifiziert sind, können wir ihre biologischen Aufgaben definieren“, sagt Jentsch. „Das könnte zu vielen unerwarteten Entdeckungen führen.“


ERC Advanced Grants werden an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen vergeben; sie können mit bis zu 2,5 Millionen Euro ein Projekt fünf Jahre lang vorantreiben. Das Förderprogramm gehört zu den bedeutendsten in Europa. MDC-Forscherinnen und Forscher warben seit 2009 19 ERC-Grants ein, sieben davon waren Advanced Grants.


 Weiterführende Informationen

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•    Website der AG Thoralf Niendorf
•    Website der AG Thomas Jentsch
•    Liste der ERC-Preisträger am MDC
•    10 Jahre ERC

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Bild: Mit dem ERC Advanced Grant gefördert: Professor Thoralf Niendorf (links) und Professor Thomas J. Jentsch (Montage aus Fotos von David Ausserhofer/MDC)

heilen / 21.03.2017
Charité schreibt weiter schwarze Zahlen - Positives Jahresergebnis 2016

Mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 3,8 Millionen Euro ist die Charité – Universitätsmedizin Berlin im Jahr 2016 weiterhin auf wirtschaftlichem Erfolgskurs: Zum sechsten Mal in Folge ist ihr ein positives Ergebnis gelungen. Der Aufsichtsrat der Charité hat den Jahresabschluss in seiner gestrigen Sitzung behandelt.

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und seit 2016 auch Aufsichtsratsvorsitzender der Charité: „Die Charité hat im vergangenen Jahr ihre herausragende Bedeutung für unsere Stadt wieder eindrucksvoll belegt. Sie steht für eine erstklassige medizinische Versorgung, exzellente Forschung und Lehre, erfolgreichen Technologietransfer und Innovationen, und nicht zuletzt für soziales Engagement. Dafür gebührt unser großer Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit ihnen gemeinsam wollen wir die Charité auch künftig als Impulsgeber für Gesundheit, Wissenschaft und Wirtschaft stark machen.“

„Mit dem Jahresabschluss 2016 haben wir die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt und unseren Wirtschaftsplan unter schwierigen Rahmenbedingungen und gegen den allgemeinen Trend überzeugend erfüllt“, erklärte Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité. Er betonte: „Ohne das unermüdliche Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre dies nicht möglich gewesen. Ihnen gilt unser Dank.“ Wobei das positive wirtschaftliche Ergebnis keinen Selbstzweck erfülle, sondern Basis für die universitäre Spitzenmedizin der Charité sei. Einhäupl: „Wir wollen auch langfristig für die Menschen dieser Stadt in ganzer Breite die medizinische Versorgung in herausragender Qualität sicherstellen.“

Prof. Einhäupl dankte darüber hinaus dem Land Berlin für die finanzielle Unterstützung, insbesondere im Rahmen des Masterplans. Dadurch habe 2016 das große Bauprojekt, die Sanierung des Charité Bettenhaus Mitte und der Neubau des Charité Notfallzentrum Mitte – Rudolf-Nissen-Haus, erfolgreich abgeschlossen werden können.

Astrid Lurati, die Direktorin des Klinikums, blickte zufrieden auf ihr erstes Jahr im Amt zurück: „Der Jahresüberschuss in Höhe von 3,8 Millionen Euro ist geprägt durch eine stationäre Leistungssteigerung von 2,7 Prozent. In einem wettbewerbsintensiven Krankenversorgungsumfeld ist es uns gelungen, die Zahl der ambulanten Fälle von 663.442 auf 694.531 und der vollstationären Fälle von 135.198 auf 139.443 zu steigern. Dies drückt einmal mehr den Bedarf an Hochleistungsmedizin aus, den die Charité in der Lage ist, ihren Patienten zu bieten“. Lurati fügte hinzu: „Weiterhin freuen wir uns sehr, dass wir in 2016, insbesondere im Bereich der Pflege, neue Kolleginnen und Kollegen in 2016 gewinnen konnten und zum Jahresende konzernweit rund 17.100 Menschen beschäftigt haben.“

Auch für Forschung und Lehre verlief das Jahr 2016 erfolgreich. Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan der Charité, führte die Erhöhung der eingeworbenen Drittmittel auf 153,4 Millionen Euro an, die die Positionierung der Charité als herausragende wissenschaftliche Einrichtung deutlich mache. Die Dynamik der Fakultät zeige sich unter anderem in Berufungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, beispielsweise in der Mikrobiologie und Virologie, der Etablierung des neuen Masterstudiengangs Public Health, der Eröffnung einer deutschlandweit einzigartigen Biobank und der Weiterentwicklung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung gemeinsam mit dem Max-Delbrück-Centrum. Pries: „Unsere Kooperation mit dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung ist nicht nur ein Beispiel für die Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit in der Hauptstadt; sie demonstriert auch die aktive Verbreiterung des Fundaments für exzellente biomedizinische Forschung am Wissenschaftsstandort Berlin.“

Der Ärztlicher Direktor der Charité, Prof. Dr. Ulrich Frei, unterstrich das Engagement aller Beschäftigten: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten Tag für Tag großartige Arbeit. Der Einzug in das Charité Notfallzentrum Mitte – Rudolf-Nissen-Haus war ein Meilenstein, der von allen Beteiligten mit Bravour gemeistert wurde. Auch mit dem Wiederbezug des Charité Bettenhaus Mitte während des laufenden Betriebs befinden wir uns planmäßig auf der Zielgeraden.“ Er fügte hinzu: „Für unsere Beschäftigten verbessern sich die Arbeitsbedingungen deutlich. Neben neuen Pflegestützpunkten sind alle Stationen mit modernster Technik ausgestattet. Und unseren Patientinnen und Patienten können wir Zimmer nach dem neuesten Standard anbieten.“

leben, bilden / 21.03.2017
Ehrenamtliche Lernpaten für Willkommensklassen gesucht

Für die Willkommensklassen in den Pankower Schulen werden jetzt Lernpaten zur Unterstützung der Integration geflüchteter Kinder gesucht. Die Interessenten werden dann über die Freiwilligenagentur im Stadtteilzentrum Pankow umfassend beraten und an die Schulen vermittelt. In Willkommensklassen werden zugewanderte Schüler*innen, die noch kein Deutsch sprechen, unterrichtet, bis sie die Sprache genügend beherrschen, um in eine Regelklasse zu wechseln. Sowohl das Alter als auch die schulischen Vorkenntnisse sind dabei oft sehr unterschiedlich, so dass die Lernpaten eine Unterstützung für die Arbeit in den Lerngruppen darstellen können. Sie üben mit den Kindern lesen oder sprechen, sowohl im Unterricht oder auch in separaten Gruppen während der Unterrichtszeit. Die ehrenamtliche Tätigkeit nimmt etwa drei Stunden in der Woche in Anspruch.\n

Interessenten sowie interessierte Schulen werden gebeten, sich bei Juliane Erler in der Freiwilligenagentur im Stadtteilzentrum Pankow, Schönholzer Str. 10, 13187 Berlin, Tel: 030 499 87 0920, E-Mail: freiwillig@stz-pankow.de zu melden.

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Ergänzender Hinweis für Berlin-Buch:

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Kinder im Refugium bei den Hausaufgaben unterstützen

Die schulische Bildung der geflüchteten Kinder kann auch durch Hausaufgabenhilfe unterstützt werden. Im AWO Refugium Buch findet täglich von 16:00 bis 17:30 Uhr eine Hausaufgabenbetreuung statt. Es werden noch Ehrenamtliche gesucht, die einmal in der Woche bei den Hausaufgaben vor allem in Deutsch, aber auch anderen Fächern helfen können.

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Wer daran Interesse hat, kann sich bei Herrn McCabe, Koordinator des Ehrenamts im AWO Refugium Buch unter McCabe@awo-mitte.de oder per Tel.: 94 87 985 52 melden.

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forschen, bilden / 16.03.2017
Schüler begeistern sich für Stammzellforschung in Berlin

Am 17. März 2017 steht in Berlin ein besonderes Thema auf dem Stundenplan Biologie interessierter Schülerinnen und Schüler: Stammzellen. Über 230 Oberstufen-Schüler von 14 Berliner Schulen werden den bundesweiten „UniStem Day“ am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Buch besuchen. Wissenschaftler wollen über aktuelle Stammzellforschung Fakten vermitteln, Fragen vertiefen und Neugierde fördern. In Deutschland werden über 1000 Jugendliche in zehn Städten an Vorträgen, ethischen Debatten, Laborführungen, Spielen, Diskussionsrunden und Expertentreffen rund um Stammzellen teilnehmen.\n

In Berlin gibt es ein vielfältiges Programm zu verschiedenen Aspekten der Stammzellforschung. Grundlagenforschung ist ein großes Thema ebenso wie die angewandte Forschung in der Medizin: Prof. Dr. Christof Stamm vom Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Medizin BCRT berichtet über den Einsatz von Zelltherapien bei Herzerkrankungen. Die Frage nach Genscheren kommt am UniStem Day ebenso zur Sprache wie die ethischen Aspekte der Stammzellforschung, beispielsweise bei ungeprüften Therapien. Bei Mikroskopie-Bau oder Wirkstoff-Screening erleben die Schüler technische Anwendungen und können selbst Hand anlegen. Außerdem machen sich Schüler auf zu Führungen in Biotech-Firmen auf dem Campus des MDC. Einblick in die berufliche Realität und die Vielfalt der Forschung gewähren mehrere Stammzell-Wissenschaftler, die sich den direkten Fragen der Schülerinnen und Schüler stellen. Im Mittelpunkt stehen neueste Entwicklungen der Stammzellforschung sowie ihre potenziellen Anwendungen an Patientinnen und Patienten.

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Der UniStem Day ist eine europäische Idee und findet 2017 bereits zum 10. Mal statt. Über 27.000 Schüler werden sich am 17. März 2017 am UniStem Day in Italien, Spanien, Großbritannien, Schweden, Ungarn, Serbien, Dänemark und Deutschland über Stammzellen informieren. In Deutschland sind über 1.000 Oberstufen- Schüler in zehn deutschen Städten an 20 Instituten und Universitäten angemeldet und gehen dort auf die Suche nach Stammzellen in Forschung und Medizin. 2016 fand der erste UniStem Day in Deutschland statt und war ein so großer Erfolg, dass sich dieses Jahr weitere Städte, Universitäten und Schulkassen beteiligen.

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Das Anliegen des UniStem Day ist es, Wissen über den aktuellen Stand und das Potenzial der Stammzellforschung Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern näherzubringen. Der Hintergrund: Die Stammzellforschung entwickelt sich derzeit so rasant, dass sie sich kaum im aktuellen schulischen Lehrplan abbilden lässt.

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Das German Stem Cell Network GSCN ist Initiator und zentrale Koordinierungsstelle der Aktivitäten in Berlin und in Deutschland. Zahlreiche Partner unterstützen das Ziel, Schülerinnen und Schülern die Welt und damit auch Berufsmöglichkeiten in der Stammzellforschung im interaktiven Austausch erlebbar zu machen.

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Den Berliner UniStem Day 2017 organisieren:

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German Stem Cell Network GSCN | Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin (MDC) | Berlin Institute of Health (BIH)| Berlin-Brandenburg Centrum für Regenerative Therapie (BCRT) | Labor trifft Lehrer | Gläsernes Labor

forschen, investieren / 14.03.2017
Ein europäischer Erfolg

In dieser Woche feiert der Europäische Forschungsrat (ERC) zehnten Geburtstag. 14 Forscherinnen und Forscher am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin haben bisher von seiner Förderung profitiert – teils mehrfach.

Als die EU-Kommission im Jahr 2007 den Europäischen Forschungsrat (ERC) gründete, versprach sie nicht einfach eine Millionenförderung für Grundlagenforscher. Sie verpflichtete sich auf ein einziges Kriterium für die Auswahl: wissenschaftliche Exzellenz. Der ERC hielt Wort. Keine inhaltlichen, keine strategischen Vorgaben engen die Forscherinnen und Forscher ein, die einen ERC Grant bekommen. Als Pioniere identifizieren sie selbst lohnende Felder und bekommen genügend Geld, um eine Idee über Jahre zu verfolgen. Selbst wenn die Idee zunächst riskant erscheint.

„Die ERC Grants sind ein Quantensprung in der Forschungsförderung in Europa. Hier geht es nicht um Konsortien, sondern um gute Ideen und ihre Umsetzung“, sagt Thomas Willnow. Er erhielt 2013 einen ERC Advanced Grant und ist einer von 14 Forscherinnen und Forschern am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin, die bislang im Wettbewerb um die begehrte Förderung erfolgreich waren. Das MDC belegt damit Platz 17 von 128 deutschen Forschungsinstitutionen.

Das Alter der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist für den ERC unerheblich. Die ERC Starting Grants geben aufstrebenden Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern die nötigen Mittel, zum ersten Mal ein eigenes Labor aufzubauen und unabhängig zu arbeiten. Klaus Rajewsky hatte 2010 dank ERC-Grant die Möglichkeit, trotz seines fortgeschrittenen Alters von der Universität Harvard nach Deutschland zurückzukehren und am Max-Delbrück-Centrum weiter zu forschen.

In den letzten zehn Jahren hat der ERC mehr als 7000 Forscherinnen und Forscher in ganz Europa unterstützt. Trotzdem wäre er 2015 beinahe Sparzwängen zum Opfer gefallen. 2,7 Milliarden Euro sollten aus dem Horizon-2020-Programm gestrichen werden, davon 221 Millionen Euro beim ERC. Der Protest war einhellig, die Gefahr wurde abgewendet. Vorerst. „Wir bitten Politiker aller EU-Mitgliedsländer und EU-Institutionen dringend, den ERC ohne Wenn und Aber zu unterstützen“, fordert EU-LIFE (Link auf EU-LIFE Statement), eine Allianz 13 biomedizinischer Forschungsinstitute in ganz Europa, zu der auch das MDC gehört. „Dazu gehört, das Budget im nächsten Rahmenprogramm FP9 zu erhöhen und wissenschaftliche Leistung und Unabhängigkeit als Prinzipien des ERC zu bekräftigen.“


Statements von MDC-Forschern:


Thomas Jentsch, ERC Advanced Grant 2011:
„Die ERC-Förderung hat es uns erlaubt, ein sehr komplexes und innovatives Projekt durchzuführen: die molekulare Identifizierung eines wichtigen Ionenkanals, an der sich seit mehr als 20 Jahren schon viele Gruppen die Zähne ausgebissen hatten.  Dies war ein langwieriges und teures Unterfangen mit ungewissem Ausgang, mit dem inhärenten Risiko, dass auch wir daran scheitern oder andere Gruppen uns zuvorkommen.  Die großzügige finanzielle Unterstützung durch den ERC und die relativ lange Förderperiode von fünf Jahren waren für unseren Erfolg essenziell.  Vor allem aber die ‚Philosophie‘ des ERC, wirklich innovative und dabei riskante ‚high risk – high-gain‘-Projekte zu unterstützen, was bei vielen anderen wissenschaftlichen Förderorganisationen schwierig ist.“

Klaus Rajewsky, ERC Advanced Grant 2010:
„Der ERC Advanced Grant lieferte eine Perspektive langfristiger Produktivität und damit die Basis, noch in meinem Alter von Harvard an das MDC in Berlin wechseln – eine wahrlich einzigartige Chance!“

Gaetano Gargiulo, ERC Starting Grant 2016:
„Durch den ERC Grant haben wir alle Ressourcen zur Verfügung, die wir für unser Forschungsprojekts brauchen, sodass ich den Großteil meiner Zeit der wissenschaftlichen Arbeit widmen kann. Zeit ist ein entscheidender Faktor, wenn man ein Labor aufbaut. Zu den wichtigsten Aspekten zählt es, dass ich die Ressourcen dafür einsetzen kann, in einer führenden biomedizinischen Forschungseinrichtung mit den denkbar höchsten wissenschaftlichen Maßstäben Nachwuchswissenschaftler auszubilden. Damit schaffen wir einen Wert, der über die Grenzen dieses Projekts hinaus besteht. Eine klare Win-Win-Situation.“

Zsuzsanna Izsvák, ERC Advanced Grant 2011:
„Dank dem ERC Advanced Grant hatte ich die großartige Gelegenheit, am MDC meine eigene Forschungsgruppe aufzubauen. Der Grant fördert ganz einfach herausragende wissenschaftliche Leistungen und half mir so, hierarchische Hürden zu überwinden. Außerdem machte er meine Arbeit sichtbarer. Wissenschaftler aus der ganzen Welt begannen auf meine Forschung aufmerksam zu werden, sodass ich mein Netzwerk erweitern konnte und herausragende Kooperationspartner fand. Ich wurde in zahlreiche Konsortien aufgenommen und hatte das Vergnügen, viele Studierende zu betreuen. In diesen sehr produktiven und intensiven Jahren konnte ich mehrere Patente anmelden. Unser System „Sleeping Beauty“ befindet sich gegenwärtig in der klinischen Testphase. So schnell ist bisher kein Projekt in der Geschichte der Gentherapie-Vektoren so weit gekommen. Der ERC Grant bot mir auch die Möglichkeit, ungewöhnliche Ideen zu entwickeln und zu verfolgen. Natürlich braucht jedes Forschungsprojekt eine solide Grundlage, aber ich hatte dabei doch auch viel Freiheit.“

Gary Lewin, ERC Advanced Grant 2011 und ERC Proof-Of-Concept Grant 2016:
„Mein ERC Grant versetzte mich in die Lage, Experimente durchzuführen, die anders nicht finanzierbar gewesen wären. Ich wollte in Afrika viele interessante und ungewöhnliche Tierarten erforschen und Experimente machen, die manche vielleicht für verrückt halten. Der ERC Grant ermöglicht es uns, Forschungsschwerpunkte zu setzen, die viele nicht als biomedizinisch relevant betrachten, weil der Zusammenhang zwischen der Physiologie von Nacktmullen und menschlichen Erkrankungen nicht so offensichtlich auf der Hand liegt. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir grundlegende Erkenntnisse zur Physiologie gewinnen können, die zu unserem Verständnis menschlicher Krankheiten beitragen können. Das ist allerdings etwas um die Ecke gedacht, mehr ins Blaue als normalerweise üblich.“

Weiterführende Informationen

Francesca Spagnoli: Der ERC fördert Ideen, nicht Konsortien (Kurzinterview)
Thomas Willnow: Der ERC hat den Mut, riskante Projekte zu unterstützen (Kurzinterview)
EU-LIFE Statement
Liste der MDC-Forscher mit ERC Grants
Die ERC-Woche


leben / 14.03.2017
Historischer Mehrteiler im Ersten: „Charité“ geht in Serie

Ende des 19. Jahrhunderts schreibt die Charité Medizingeschichte: Drei spätere Nobelpreisträger – Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich arbeiten zusammen an der Charité. Es ist eine Epoche großartiger wissenschaftlicher Leistungen, aber auch eine Zeit mit politischen und gesellschaftlichen Problemen. Am Dienstag, den 21. März läuft „Charité“ in der ARD an.

Es ist ein großer Moment für die Charité – Universitätsmedizin Berlin: Zum ersten Mal zeigt das deutsche Fernsehen eine historische Krankenhausserie. Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité, über das Resultat: „Wir sind begeistert von der großartigen Zusammenarbeit und dem überzeugenden Ergebnis dieses außergewöhnlichen Filmprojekts.“ Der Sechsteiler spielt in den Jahren um 1888, einer Zeit der bahnbrechenden medizinischen Forschung an der Charité und enormen gesellschaftlichen Umwälzungen. Wie haben Robert Koch, Emil von Behring und Paul Ehrlich geforscht, was hat sie angetrieben oder zurückgeworfen? „Wir freuen uns, dass diese medizinhistorisch bedeutenden Ereignisse nun filmisch aufgearbeitet und einem breiten Publikum nähergebracht werden“, sagt Einhäupl.

Regisseur Sönke Wortmann hat die Drehbücher von Dorothee Schön und Dr. Sabine Thor-Wiedemann verfilmt. In den Hauptrollen spielen Alicia von Rittberg, Maximilian Meyer-Bretschneider, Justus von Dohnányi, Matthias Koeberlin, Christoph Bach, Ernst Stötzner, Emilia Schüle u.v.m. Das Erste zeigt „Charité" (UFA FICTION in Koproduktion mit MIA Film im Auftrag der ARD Gemeinschaftsredaktion Serien im Hauptabendprogramm und der ARD Degeto, unterstützt vom Tschechischen Staatsfonds der Kinematographie) in sechs Folgen jeden Dienstag ab dem 21. März 2017.

Foto: Darsteller und Regisseur: Maximilian Meyer-Bretschneider, Alicia von Rittberg, Sönke Wortmann und Matthias Koeberlin (v.l.n.r.) Copyright: ARD/Nik Konietzny

investieren, leben / 14.03.2017
Fortsetzung der Bauarbeiten in der Bucher Wiltbergstraße

Nach Abschluss des ersten Bauabschnittes beginnen voraussichtlich ab 20. März 2017 die Bauarbeiten im zweiten Bauabschnitt der Wiltbergstraße. Dieser umfasst den Bereich zwischen Zufahrt zum P & R Parkplatz und Karower Chaussee/Lindenberger Weg/Karower Straße. \n

Umleitung für Durchgangsverkehr 
In den ersten Wochen werden Provisorien geschaffen, um die Bauarbeiten unter Aufrechterhaltung des Anwohner-, Rettungs- und Lieferverkehrs als Einbahnstraße stadteinwärts zu ermöglichen. Der Durchgangsverkehr der Wiltbergstraße wird in beiden Richtungen über die bereits bekannte Umleitung Hobrechtsfelder Chaussee, den Pölnitzweg und die Straße Alt-Buch geführt. Fahrzeuge mit einer Gesamthöhe von über 3,90 m können die Umleitungstrecke wegen der Eisenbahnbrücke im Pölnitzweg nicht nutzen.
Zusätzlich erfolgt eine Umleitung des stadtauswärts führenden Verkehrs über die Karower Straße. Wegen Staugefahr wird gebeten, die Baustelle möglichst weiträumig zu umfahren und Mitteilungen in Presse und Rundfunk zu beachten. Angestrebt wird, die Erreichbarkeit des P & R Parkplatzes während der gesamten Bauzeit aufrechtzuerhalten.

Geplanter Abschluss 2018
Mit der Zusammenlegung der ursprünglich geplanten Bauabschnitte 2 und 3 soll ein Teil der bis zum jetzigen Zeitpunkt eingetretenen bauzeitlichen Verzögerungen wieder aufgeholt werden, um die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt 2018 zu beenden.

Die Gesamtbaukosten gemäß Bauplanungsunterlage belaufen sich auf ca. 6.980.000 Euro. Finanziert wird das Bauvorhaben aus dem Programm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW).

Weitere Informationen finden Sie hier:
www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/planung/artikel.205748.php

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Foto: Schlosspark-Passage in der Wiltbergstraße (Foto: BBB Management GmbH)

leben / 13.03.2017
Richtfest in der landeseigenen Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Buch, Wolfgang-Heinz-Straße

Aller guten Dinge sind drei: Am 9. März wurde Richtfest für drei neue modulare Flüchtlingsunterkünfte (MUFs) gefeiert. Diese entstehen derzeit in Pankow (Wolfgang-Heinz-Straße) und Marzahn-Hellersdorf (Albert-Kuntz-Straße sowie Rudolf-Leonhard-Straße) und sollen ab Sommer 2017 bezugsfertig sein.

Zur Reduzierung der Bauzeit wurden modulare Strukturen vorgegeben, die den Einsatz von Fertigelementen erlauben. Senatsbaudirektorin Lüscher ist von dem Konzept überzeugt: "Die Vorfabrikation im Werk sichert eine hohe Präzision und Qualität in der Ausführung, die modulare Bauweise spart Zeit und ermöglicht eine flexible Anpassung an die Gegebenheiten des jeweiligen Grundstücks trotz engem Kostenrahmen. So entstehen unterschiedliche Ensemble von hoher gestalterischer und räumlicher Qualität."

Das Richtfest würdigt die Fertigstellung des Rohbaus dieser drei Bauvorhaben, die vertragsgemäß komplett bis Sommer 2017 fertiggestellt werden sollen. Nach Übergabe der Einrichtungen an das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten bieten die Unterkünfte jeweils rund 450 Geflüchteten ein temporäres Zuhause.

Menschenwürdig leben
Die große Zahl der Asylbegehrenden erfordert zusätzliche Gemeinschaftsunterkünfte. In kürzester Planungszeit wurde ein Typenentwurf für eine dauerhafte und nachnutzbare Flüchtlingsunterkunft entwickelt, der sich an künftigen landeseigenen Standorten einsetzen lässt. Insgesamt entstehen in Berlin in dieser modularen Bauweise zehn Flüchtlingsunterkünfte mit circa 4.500 Plätzen.

Die Fassade der modularen Unterkünfte besteht aus Sichtbetonfertigteilelementen, die mit linienförmigen Strukturen gestaltet sind. Auf den zur Verfügung stehenden Grundstücken wird ein Grundmodul angeordnet, sodass Gemeinschaftsunterkünfte für 450 Bewohner errichtet werden können. In einem quadratischen Regelgeschoss lassen sich je zwei Doppelzimmer in den äußeren Ecken anordnen (in einer Ecke ein Doppelzimmer und ein Einzelzimmer). Sie werden durch den Gemeinschaftsbereich (Küche und Aufenthaltsraum), den Erschließungskern (Treppenraum und Aufzug) sowie den gemeinschaftlich genutzten Sanitärbereichen für 15 Bewohnerinnen und Bewohner getrennt. Das gleich große Erdgeschoss verfügt über vier wohnungsähnliche Einheiten mit jeweils zwei Doppelzimmern, Küche und Bad, wobei eine Einheit barrierefrei ist.


Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen baut derzeit für das Land Berlin auf insgesamt zehn Grundstücken Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge.
 
Weitere Informationen:
www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/hochbau/de/modulare_unterkuenfte.shtml\n

Details zu den Bucher MUF-Standorten Wolfgang-Heinz-Straße und Lindengerger Weg finden Sie hier:
www.berlin.de/ba-pankow/politik-und-verwaltung/beauftragte/integration/themen/artikel.495771.php

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Foto:
Fassade mit den Fertigelementen der modularen Bauweise (Foto: Hans Martin Fleischer)

leben / 10.03.2017
10 Jahre Equal Pay Day in Deutschland: „Reicht nicht einmal für n´Appel und n´Ei!“

10 Jahre Equal Pay Day in Deutschland – 10 Jahre mit Demonstrationen, Diskussionen, Analysen und Appellen. Und noch immer gibt es einen Lohnunterschied von 21 Prozent.
Anlässlich des diesjährigen Equal Pay Days laden die Gleichstellungs- und Frauenbeauftragten der Berliner Bezirke gemeinsam mit vielen Frauenprojekten und Kooperationspartner/innen am Freitag, dem 17. März 2017, von 15.00 bis 18.00 Uhr, zum Red Dinner in die Mall of Berlin, Eingang Voß-/ Ecke Wilhelmstraße, im Indoor Bereich (EASTSIDE MALL), ein. Ein umfangreiches Programm bietet vielfältige Informationen, eine Ausstellung zum Thema Minijob, kompetente Beratung und abwechslungsreiche Unterhaltung u.a. mit dem Improvisationstheater und dem Centre Talma mit der Tanzperformance „One Billion Rising“.\n

Unter dem Motto „Geld und Geltung“ veranstaltet das Frauenzentrum Paula Panke, Schulstraße 25, 13187 Berlin, am Samstag, dem 18. März 2017, von 10.00 – 17.00 Uhr, einen Praxistag für Frauen. Weitere Infos unter www.paula-panke.de.

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Der Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) wird am Montag, dem 13. März 2017 um 12.00 Uhr mit der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirks die Equal Pay Day-Fahne am Pankower Rathaus hissen.

forschen / 10.03.2017
Eine 3D-Karte des Genoms

Meterlang ist der Erbgutfaden, der in jeder Zelle des Körpers steckt. Die Zellen müssen ihn sauber und ordentlich in einem Kern von nur fünf Mikrometern Durchmesser verstauen. Das funktioniert dank einer kunstvollen Falttechnik, durch die ein räumliches Zusammenspiel zwischen Genen und ihren Schaltern entsteht – mit Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Ein internationales Team stellt nun in der Fachzeitschrift Nature eine neue Methode vor, mit der sich die dreidimensionale Topographie des gesamten Genoms kartieren lässt.

Wenn Gene aktiviert werden, werden sie zunächst in RNA und dann in Proteine übersetzt. Sobald diese Moleküle nicht mehr benötigt werden, wird das Gen wieder abgeschaltet. Dabei können sowohl die Gene als auch die dazugehörigen Schalter auf dem linearen Genom nah beieinander oder auch weit voneinander entfernt liegen. Die Zelle muss die beiden DNA-Abschnitte in Kontakt bringen, damit das Gen aktiviert werden kann.

Wer verstehen will, wie und wann Zellen ihre Gene an- und ausknipsen, muss also zu jedem Gen die jeweiligen Genschalter finden. Mit dem Mikroskop ist das nicht möglich, denn die DNA-Stränge sind zu fein, um ihre Bewegungen nachzuverfolgen. Zudem wäre die DNA-Menge im Zellkern zu groß. Man stelle sich ein riesiges Knäuel verhedderter Fäden vor, in dem man genau den Ort finden muss, an der sich zwei bestimmte Fäden treffen.

Kontakte finden – mit der Macht der Statistik und hauchfeinen Zellkernscheiben
Das „Genome Architecture Mapping“ (GAM) ist eine neue Methode, mit deren Hilfe Forscherinnen und Forscher diese Kontaktpunkte jetzt besser bestimmen können. Dabei gefrieren sie Gewebe oder Zellen zuerst und schneiden sie in hauchdünne Scheiben. Dann können sie die winzige DNA-Menge in den Schnitten einzelner Zellkerne sequenzieren. Dank eines Algorithmus namens SLICE können sie dann jene Regionen auf der DNA identifizieren, die bevorzugt miteinander interagieren. SLICE bestimmt die Häufigkeit, mit der verschiedene DNA-Abschnitte in einer Zellkernscheibe auftreten und schließt so auf die relative Position von Genen und den Regionen, die diese aktivieren.

„Wir wollen Beziehungen und Interaktionen verstehen. Eine Analogie wären Freundschaften zwischen Schülern einer Schule. Um dieses Rätsel zu lösen, könnten wir die Kinder zufällig im Speisesaal und auf dem Schulhof fotografieren“, erklärt Professor Ana Pombo, Leiterin der Studie. Sie begann mit der Arbeit an dem Forschungsprojekt am MRC London Institute of Medical Sciences (LMS) und arbeitet heute am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH). „Wenn wir über einen Monat hinweg viele solcher Fotos machen, würden wir irgendwann Muster erkennen: Welche Schüler sitzen häufig zusammen oder spielen gemeinsam? So verraten scheinbar willkürliche Schnappschüsse in ihrer Gesamtheit viel über die sozialen Interaktionen.“

Ähnlich funktioniert der SLICE-Algorithmus: „Mit mathematischen Methoden können wir Zufallsbegegnungen herausrechnen und sie von echten Interaktionen unterscheiden“, beschreibt der Professor Mario Nicodemi von der Universität Neapel, einer der leitenden Autoren, das Vorgehen. Nicodemi konzipierte die nötigen mathematischen Modelle und entwickelte sie gemeinsam mit seinem Doktoranden Antonio Scialdone.

Die grundlegende Idee zu dem Verfahren hatten Pombo und Dr. Paul Edwards vom Hutchison/MRC Research Centre and Department of Pathology der Universität Cambridge schon, bevor es die nötigen experimentellen Methoden überhaupt gab. „Mein Forschungsteam hat den Ansatz immer weiter verfeinert und neue technische Entwicklungen in die Methode integriert“, sagt Pombo.

Die Suche nach Genen mit Bedeutung für Krankheiten
In der heute in Nature veröffentlichten Studie wenden die Forscherinnen und Forscher die Methode bei embryonalen Stammzellen von Mäusen an. Sie wollen so die Gene untersuchen, deren Aktivität bei einigen schweren Krankheiten gestört ist und interessieren sich insbesondere dafür, welche Rolle weit entfernte Gen-Schalter dabei spielen. Die neue Studie liefert eine lange Liste neuer Kandidaten, die Wissenschaftler nun genauer untersuchen können.

Kontakte zwischen zwei Erbgutfäden konnten in früheren Arbeiten bereits identifiziert werden. Wie häufig und damit wichtig sie sind, blieb aber unklar, sagt Pombo: „Sie erkennen zwar, dass wir beide befreundet sind, aber nicht, wie eng die Freundschaft im Vergleich zu allen anderen ist.“

„Messungen zu Kontakten zwischen zwei DNA-Strängen gibt es schon lange“, bestätigt Dr. Robert Beagrie, einer der Erstautoren der Studie. Er erhob als Doktorand bei Pombo am LMS die Daten für die Studie und arbeitet nun an der Universität Oxford. „Diese Studien zeigen häufig, dass es Gruppen von DNA-Elementen gibt, die paarweise miteinander interagieren. Unser neuer Ansatz geht darüber hinaus. Er liefert einen genomweiten Katalog der Bereiche, die sogar gruppenweise interagieren.“ Damit kann das Forschungsteam auch Kontakte zwischen drei Erbgutsträngen verlässlich erkennen und quantifizieren. In diesen Abschnitten sind Gene besonders aktiv.

Großes Potenzial für die Untersuchung seltener Zelltypen
Die GAM-Methode arbeitet mit einzelnen Zellen und kann deren Position im Gewebe genau bestimmen. Sie kann auch solche Typen von Zellen untersuchen, die selten in einem Gewebe vorkommen – ein bedeutender wissenschaftlicher Fortschritt gegenüber früheren Methoden, die zahlreiche gleichartige Zellen brauchen und damit die Untersuchung solcher Zelltypen erschweren.

„Die Methode hat ungeheures Potenzial. Mit ihr können wir menschliche Gewebeproben untersuchen und die Kontakte zwischen den regulatorischen Bereichen und ihren entsprechenden Zielgenen katalogisieren. Diese Erkenntnisse lassen sich nutzen, um die genetische Variation und ihren Einfluss auf die Biologie des Zellkerns zu verstehen“, sagt Pombo.

Andere Forscherinnen und Forscher möchten mit der Methode nun untersuchen, was geschieht, wenn Retroviren ihre DNA in das Erbgut der Wirtszelle einschleusen. Auch für die Krebsforschung ist es interessant, die DNA von unterschiedlichen Bereichen eines Tumors zu kartieren. „Aus den GAM-Daten und mit Hilfe der mathematischen Modelle können wir diese Informationen verlässlich ableiten“, sagt Nicodemi. „So lassen sich jene Wechselwirkungen in Gruppen identifizieren, die eine Schlüsselrolle bei der Steuerung von Genen spielen.“

Beagrie fügt hinzu: „Wir stellen uns nun die Frage, ob ein Gen mit allen Genschaltern gleichzeitig in Kontakt kommt oder nur von jeweils einem zu einem gegebenen Zeitpunkt. Viele Gene, die für die frühe Entwicklung wichtig sind, besitzen mehrere dieser Schalter. Aber wie und warum diese zur Genregulierung aktiv werden, ist noch unklar.“

Veröffentlichung
Robert A. Beagrie, Antonio Scialdone et al. (2017): „Complex multi-enhancer contacts captured by Genome Architecture Mapping.” Nature. doi:10.1038/nature21411

Abbildung: Kolonie embryonaler Stammzellen von einer Maus unter dem Mikroskop, die Zellkerne sind blau gefärbt. Die DNA der Zellkerne wird sequenziert, um die Positionen von Genen und Genschaltern zu bestimmen. (Bild: C. Ferrai, MDC)


leben / 06.03.2017
Traditioneller Pankower Umweltpreis 2017 ausgelobt

Unter dem Motto „Lebendiger Garten? – Natürlich!“ lobt die Bezirksverordnetenversammlung Pankow von Berlin gemeinsam mit dem Bezirksamt den diesjährigen Pankower Umweltpreis aus. Ab sofort werden ideenreiche Aktivitäten für die Gestaltung von natürlichen Gärten mit alten Sorten und einheimischen Pflanzen, ohne synthetische Düngung und dem Erhalt der Biodiversität gesucht.
Jeder kann sich mit seinem Projekt für den Umweltpreis 2017 bewerben. Gesucht werden Projekte, die bereits erfolgreich begonnen wurden und positive Effekte für die Umwelt haben, deren Langzeitwirkung, der sorgsame Umgang mit den natürlichen und nicht erneuerbaren Ressourcen vorbildhaft erkennbar ist. Das Projekt muss im Bezirk Pankow realisiert werden und zum Nachahmen anregen. Denn was der Umwelt gut tut, steigert auch die Lebensqualität in unserem Bezirk!\n

Der Pankower Umweltpreis wird seit 2004 verliehen und ist mit einem Preisgeld in Höhe von bis zu 3000,- Euro dotiert. Die Auszeichnung „Goldene Kröte“ wird als Wanderpreis verliehen.

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Die Vorschläge sind bis Montag, dem 15. Mai 2017 einzureichen im Büro der BVV, Fröbelstraße 17, 10405 Berlin, Haus 7, Räume 104 – 106 Tel.: 030 90295-5002, Mail: bvv-buero@ba-pankow.de.

forschen, investieren, heilen / 06.03.2017
Fünf neue Chairs für translationale Medizin am Berlin Institute of Health: Gemeinsame Berufungsverfahren mit der Charité gestartet

Das Berlin Institute of Health (BIH) sucht für seine zentralen wissenschaftlichen Schwerpunktthemen die ersten Chairs, die als Gründungsdirektorinnen und -direktoren neuer Zentren eine herausragende Rolle am BIH einnehmen sollen. Aktuell sind fünf W3-Professuren auf Lebenszeit ausgeschrieben: für Digitale Gesundheit, für Klinisch-Translationale Wissenschaften, für Krankheitsmodellierung, für Genomische Medizin sowie für Zell- und Gentherapie. Die Berufungen erfolgen gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin im Rahmen eines fast-track-Verfahrens. Professor Ulrich Dirnagl wurde zudem als erster Chair für das Center for Transforming Biomedical Research ernannt.
ulrich-dirnagel

Der Wandel des Gesundheitswesens hin zu einer nutzenorientierten Gesundheitsversorgung stellt die Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Die personalisierte Medizin nimmt in diesem Wandel eine Schlüsselposition ein. Im Rahmen seiner neuen wissenschaftlichen „BIH-Strategie 2026“ fokussiert das Berlin Institute of Health (BIH) auf neue und verbesserte Ansätze der personalisierten Medizin und baut gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin und dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) zwei zentrale Forschungsprogramme und vier wissenschaftlich-technologische Plattformen aus. Die neuen Chairs werden in den folgenden Bereichen forschen:\n

– Digitale Gesundheit
– Klinisch-Translationale Wissenschaften
– Krankheitsmodellierung
– Genomische Medizin
– Zell- und Gentherapie

Die Chairs übernehmen nicht nur eine wissenschaftliche Spitzenposition, sondern als Gründungsdirektorinnen und -direktoren auch die Leitung eigener BIH-Zentren innerhalb der wissenschaftlichen Plattformen. In den vier Plattformen werden Einzelaktivitäten verknüpft, neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht und innovative interdisziplinäre Spitzenforschung gebündelt. Dies betrifft beispielsweise zentrale Einrichtungen für die klinische Forschung von Charité und BIH in der Plattform Klinisch-Translationale Wissenschaften, Forschungsinitiativen zur Implementierung der Digitalisierung in den Lebenswissenschaften und Medizin in der Plattform Digitale Medizin und im BIH-Zentrum Digitale Gesundheit oder die Bündelung von Forschungsaktivitäten auf den Gebieten Stammzellbiologie, Genome Editing und Krankheitsmodellierung im BIH-Zentrum für Stammzellen und Krankheitsmodellierung.

Die einzelnen Forschungsthemen der Professuren sind zukunftsweisend. Geforscht werden soll unter anderem in den Bereichen Gesundheitsinformatik, Gesundheitsapps, künstliche Intelligenz, moderne Bildgebung und Big Data, Genome Editing-Technologien in Zell-basierten Modellen und /oder humanisierten Tiermodellen, iPS-Zellen, individualisierten 2D- und 3D-Zellkulturen und Organoidmodellen. Auch der Aufbau klinischer Kohorten und klinischer Forschungsmethoden, der Ausbau der Biobank-Aktivitäten sowie die Etablierung einer modernen Genomsequenzierungspipeline, die Nutzung von Genomsequenzen, Omics- und geschützten Patientendaten für Diagnose und Behandlung, experimentelle Genomik und die Entwicklung und Anwendung neuartiger und regenerativer Therapien zur personalisierten Behandlung fortschreitender Krankheiten spielen eine große Rolle.

„Das BIH soll ein Ort sein, an dem wissenschaftliche Innovationen für die Medizin der Zukunft auf den Weg gebracht werden“, sagt Professor Erwin Böttinger, Vorsitzender des Vorstands. „Fortschritt entsteht durch Austausch und neue Allianzen. Wir wollen uns heute gemeinsam mit den exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an MDC und Charité und den neuen Chairs darauf fokussieren, was in zehn Jahren für die Gesundheit in unserer Gesellschaft relevant ist, und damit das Gesundheitswesen zu einem nutzenorientierten System mitgestalten.“

Die Rekrutierungsaktivitäten sind Teil der neuen „BIH-Strategie 2026“, die der Vorstand 2016 entwickelt hat. Die BIH-Strategie 2026 definiert die wesentlichen Schwerpunkte, in denen sich das BIH weiterentwickeln will und sieht vor, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre zusammen mehr als 50 BIH Chairs, BIH-Professuren und Nachwuchsgruppenleiterpositionen eingerichtet und besetzt werden. Gemeinsam mit der Fakultät der Charité wurde ein fast-track-Verfahren etabliert, das den Anforderungen des internationalen Wettbewerbs hinsichtlich strafferer Zeiträume gerecht wird.

Professor Ulrich Dirnagl zum ersten Chair ernannt
Die Innovationen des BIH sollen nicht nur durch die Forschungsprogramme und -plattformen entstehen, sondern auch durch eine neue Technologietransfer-Strategie und das Center for Transforming Biomedical Research gestärkt werden. Das Center ist eine neue Einheit, die auf Qualitätssicherung, Generalisierbarkeit sowie Zugang zu Forschung, Forschungsmethodik, -ergebnissen und -daten zielt. Die BIH-Forschung soll offen und verlässlich sein. Das Center wird seit März von Professor Ulrich Dirnagl, Neurologe und Schlaganfallforscher an der Charité geleitet. Qualitätsstandards und Reproduzierbarkeit biomedizinischer Forschung sind seit Jahren Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit.

Dirnagl studierte Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und war dort wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Neurologie, bevor er in die Vereinigten Staaten an die Cornell University wechselte. 1993 kam er zur Charité und wurde 1999 Direktor der Abteilung Experimentelle Neurologie. Er ist zudem unter anderem Mitglied des Vorstands des Exzellenzclusters „NeuroCure“, Direktor des Centrums für Schlaganfallforschung (CSB) und klinischer Koordinator des Berliner Standortes des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen.

Die Chair-Ausschreibungstexte und die BIH-Strategie 2026 finden Sie auf der Webseite www.bihealth.org

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Über die Rekrutierungsstrategie

Die BIH-Strategie 2026 sieht vor, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre zusammen mehr als 50 BIH Chairs, BIH-Professuren und Nachwuchsgruppenleiterpositionen eingerichtet und besetzt werden. BIH Chairs sind ausgewiesene Führungspersönlichkeiten mit herausragender, wissenschaftlicher Leistungsbilanz, die die Forschungsprogramme und -plattformen weiterentwickeln werden. BIH-Professuren zeichnen sich durch wissenschaftliche Exzellenz in den Forschungsfeldern der BIH-Strategie aus und verstärken den Impact von BIH, MDC und Charité. BIH-Nachwuchsgruppenleiterinnen und -leiter sind in einer frühen Karrierephase erfolgreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Forschungsfeldern der BIH-Strategie.

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften.

24.02.2017
Verbessertes Schulangebot im Nordosten von Berlin

Heute Vormittag fand im Ludwig Hoffmann Quartier (LHQ) in Berlin-Buch ein Empfang anlässlich der vollständigen Fertigstellung des Schul- und Kita-Campus, bestehend aus einer Evangelischen Grundschule, einer Montessori Gemeinschaftsschule und zwei Kitas, statt. In Anwesenheit von Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, sowie zahlreichen Gästen aus der Berliner Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, insbesondere aus Pankow, wurde nun auch das letzte von insgesamt vier Schulgebäuden den Nutzern offiziell übergeben. Mit fast 1.600 Quadratmetern bietet das dritte Gebäude der Montessori Gemeinschaftsschule Berlin-Buch Raum für weitere Klassenräume, eine Schulmensa samt Küche sowie eine weitere Kita für 82 Kinder.
In den beiden Schulen, die sich in denkmalgeschützten Gebäuden befinden, können rund 500 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Die beiden Kitas auf dem Areal bieten Platz für etwa 180 Kinder, wovon zwei Drittel bereits belegt sind.\n

Eigeninitiative
Der Bau des Campus ist allein der Initiative von Andreas Dahlke, Bauherr und Alleingesellschafter der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG, zu verdanken. Zu seinen Motiven sagt er: „Mir kam es von Anfang an darauf an, das Ludwig Hoffmann Quartier nicht als reine Wohnanlage, sondern als Stadtquartier mit einer vollständigen Sozial- und Bildungsinfrastruktur zu errichten. Das Stadtquartier ist Teil von Buch. Wir wollen, dass die Wohnungen und alle Einrichtungen des Areals auch von der Bewohnern des Bezirks genutzt werden und sich dadurch die Lebensqualität im Ortsteil Buch verbessert.“
Senatorin Scheeres zeigte sich von dem Schulkomplex beeindruckt. „Über 500 Kinder und Jugendliche können im Quartier beschult werden. Der Bauherr hat damit einen wichtigen Beitrag für das neue Stadtquartier in Eigeninitiative geleistet und das Schulplatzangebot nicht nur für Berlin-Buch, sondern für den ganzen Nordosten unserer Stadt erweitert. Der Campus im Ludwig Hoffmann Quartier ist ein herausragendes Beispiel für eine denkmalgerechte Sanierung.“
Der Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Schulstiftung in der EKBO, Frank Olie erklärt: „Wir möchten uns als Schulträger bei Herrn Dahlke für die gute Zusammenarbeit ausdrücklich bedanken. Ohne sein Engagement wäre die Schulgründung in Buch für die Evangelische Schulstiftung nicht möglich gewesen.“
Und Jörg Richert von KARUNA, Träger der Montessori Gemeinschaftsschule, betont: „Das Ludwig Hoffmann Quartier hat uns Möglichkeiten eröffnet, um unser Potenzial zum Wohl von Kindern, Jugendlichen und Familien zu entfalten. Gemeinschaftsschule, Kinderhaus, Schulgarten, wildnispädagogischer Kindergarten, die Jugendinitiative MOMO, die außerschulische Bildungsarbeit zum Thema Flucht und Migration und das Büro zur Steuerung der Bildungsarbeit für ganz Berlin-Buch – das alles konnte sich hier etablieren. Die Initiativen von KARUNA als Träger dieser Initiativen und Einrichtungen brauchen Raum und Fläche und jemanden, der mitdenkt. Andreas Dahlke und sein Team sind für uns ein großartiger Partner.“

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Stadtquartier
Das Ludwig Hoffmann Quartier ist aktuell eines der großen Wohnungsbauprojekte in der Hauptstadt. Das Vorhaben hat ein Investitionsvolumen von rund 280 Millionen Euro. Bis 2019 werden auf einem ca. 280.000 Quadratmeter großen Grundstück insgesamt ca. 800 Wohnungen und eine breit- gefächerte soziale Infrastruktur entstehen. Dazu gehören außer dem bereits fertiggestellten Campus dann zum Beispiel weiterhin eine 3-Feld-Sporthalle und eine Senioren-Wohnanlage. Bisher sind ca. 450 Wohnungen fertiggestellt und auch schon fast komplett bezogen.

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Wandel
Das Areal, auf dem sich das Ludwig Hoffmann Quartier befindet, war fast 100 Jahre ein Medizin- standort. Die Umnutzung zum Stadtquartier wurde möglich, da sich die vorhandene Bausubstanz ausgezeichnet für den Wohnungsbau eignete und außerdem auch Möglichkeiten für Neubauten bestanden. Die 33 denkmalgeschützten Bestandsgebäude des historischen Teils werden originalgetreu saniert. Dabei sorgt die Umsetzung eines eigens entwickelten denkmalpflegerischen Leitkonzepts dafür, dass der neoklassizistische Stil der Gebäude und der Charakter der Anlage als Gartenstadt erhalten bleiben. Das Konzept für den Neubaubereich des Ludwig Hoffmann Quartiers ist wesentlich auf die Einbeziehung von Innovationen für das Wohnen in der Zukunft ausgerichtet. Dies gilt beispielsweise für die Energieversorgung, die durch den geplanten Einsatz modernster Technik Modellcharakter annehmen kann.

Foto: Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und Andreas Dahlke, Bauherr und Alleingesellschafter der Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG, beim Rundgang. (Foto: Ludwig Hoffmann Quartier Objektgesellschaft mbH & Co. KG)

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Mehr dazu:

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rbb-AbendschauDer rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete über das Ereignis in der Abendschau vom 24. 2. 2017: www.rbb-online.de/abendschau/

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Berliner Morgenpost: "Bildungscampus Buch bietet Platz für 500 Schüler" www.morgenpost.de/berlin/article209728093/Sanierte-Schulen-in-Buch-bieten-Platz-fuer-500-Schueler.html

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leben, heilen / 22.02.2017
Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs: Expertenvortrag zu aktuellen Möglichkeiten

Anlässlich des deutschlandweiten Darmkrebsmonats März lädt das HELIOS Klinikum Berlin-Buch am Dienstag, 28. Februar 2017, 18.00 Uhr zum Chefarztvortag mit Prof. Dr. med. Frank Kolligs ein. Bereits zum 16. Mal steht der März in ganz Deutschland im Zeichen der Darmkrebsvorsorge.

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen, an der etwa sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens erkranken. Als Darmkrebs werden im engeren Sinne bösartige Tumore des Dick- und Mastdarms bezeichnet. Dünndarmkrebs ist dagegen sehr selten. Dickdarmkrebs gehört immer noch zu den führenden krebsbedingten Erkrankungs- und Todesursachen in Deutschland. Meistens verursacht Darmkrebs erst im fortgeschritten Stadium Beschwerden. Deshalb sind Vorsorge und Früherkennung besonders wichtig: Im Rahmen einer Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung) können Polypen, eine Vorstufe von Darmkrebs, entdeckt und entfernt werden. Außerdem ermöglicht diese Untersuchung die Diagnose von Darmkrebs in frühen Stadien.

Prof. Kolligs, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie,  wird in seinem Vortrag folgende Fragen beantworten: Welche Risikofaktoren für Darmkrebs und seine Vorstufen gibt es und wie kann ich sie beeinflussen? Für wen und in welchem Alter ist Darmkrebsvorsorge sinnvoll? Gibt es gute Alternativen zur Vorsorgekoloskopie? Außerdem stellt Prof. Kolligs dar, wie und warum Polypen entstehen, die sich zum Dickdarmkrebs entwickeln, wie sie erkannt, entfernt und dadurch Darmkrebs vermieden werden kann.

„Mit Wissen um Vorsorgemöglichkeiten – und hier sei insbesondere die Darmspiegelung genannt – sowie einem gesunden Lebensstil können wir gemeinsam den heute häufigen Darmkrebs zu einer seltenen Erkrankung machen“, sagt der Medizinexperte Prof. Kolligs. Im Anschluss an den Vortrag beantwortet er gerne Fragen zum Thema.

Die Chefarztvortragsreihe im HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist eine monatliche medizinische Veranstaltungsreihe, die sich an alle Interessierten richtet. Ziel ist es, medizinische Themen für jeden verständlich darzustellen. Sie findet immer am letzten Dienstag im Monat um 18 Uhr im Konferenzraum der Cafeteria des Klinikums statt.\n

Eintritt kostenfrei; Anmeldung nicht erforderlich.


Klinikkontakt:

HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie,
Interdisziplinäre Endoskopie und Lebertumorzentrum Berlin-Buch
Chefarzt: Prof. Dr. med. Frank Kolligs
Telefon: (030) 94 01-526 00
E-Mail: gastroenterologie.berlin-buch@helios-kliniken.de
www.helios.kliniken.de/berlin-buch

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 52.000 stationäre und über 113.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

Foto: Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie, Leiter Lebertumorzentrum Berlin-Buch (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

leben / 22.02.2017
Kunst- und Kulturförderung für das 2. Halbjahr 2017

Im Rahmen der Projektförderung unterstützt das Bezirksamt Pankow künstlerische und kulturelle Projekte, die auf besondere Weise zur Vielfalt und Lebendigkeit des kulturellen Lebens im Bezirk beitragen. Die Möglichkeit der Förderung besteht für Vorhaben aus allen künstlerischen Sparten sowie für spartenübergreifende, interdisziplinäre und themenorientierte Projekte.\n

Für Projekte, die im zweiten Halbjahr 2017 realisiert werden sollen, können Künstlerinnen und Künstler, Initiativen und Vereine wie auch Einzelpersonen bis zum 18. April 2017 einen Antrag auf Förderung stellen.

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Ausführliche Förderkriterien, Antragsunterlagen sowie weitere Informationen dazu im Internet unter www.berlin.de/pankow bei „Aktuelle Hinweise“ und direkt beim Fachbereich Kunst und Kultur, Danziger Str. 101, 10405 Berlin, Tel. 030 90295-3803.

leben / 21.02.2017
Veranstaltung zum Frauentag - streitbar & vernetzt – Politik und Verwaltung im Austausch mit Pankower Frauennetz

Fachgespräch über Gleichstellung und Ziele der kommunalpolitischen Arbeit\n

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März laden der Bezirksbürgermeister, Sören Benn, und der BVV-Vorsteher, Michael van der Meer, am Dienstag, dem 7. März 2017, um 19.00 Uhr, das Pankower Frauennetz und die frauen- und gleichstellungspolitischen Sprecherinnen der Fraktionen der BVV zu einem ersten Gespräch über die gleichstellungspolitischen Vorhaben und Ziele der kommunalpolitischen Arbeit in den großen Ratssaal des Rathaus Pankow ein.

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Darüber hinaus finden in Pankow noch zahlreiche andere Veranstaltungen im Rahmen des Internationalen Frauentages 2017 statt. Weitere Informationen unter www.frauennetz-pankow.de

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Rathaus Pankow
Großer Ratssaal
Breite Str. 24a-26
13187 Berlin

leben, bilden / 16.02.2017
MINT400 – Das Hauptstadtforum mit dem Motto: Entdecke den Kosmos! Das Gläserne Labor ist dabei!

Es ist wieder soweit: Am 23. und 24. Februar 2017 lädt der MINT-EC 400 Schülerinnen und Schüler sowie 100 Lehrkräfte nach Berlin zur MINT400 - Das Hauptstadtforum des MINT-EC ein. Wie in den vergangenen Jahren habt  MINT-EC wieder ein umfassendes Programm zusammengestellt, mit vielen interessanten Workshops, Fachvorträgen und dem einen oder anderen Überraschungsgast!

Das vorläufige Programm im Überblick:

Donnerstag, 23. Februar 2017
Ab 12 Uhr Registrierung, MINT400-Bildungsmarkt, Mittagsimbiss am Ort der Veranstaltung (Kosmos)
Auftakt der Saalveranstaltung und Begrüßung
MINT400-Bildungsmarkt
MINT400-Fachvorträge

Freitag, 24. Februar 2017
ca. 9.00 -16.00 Uhr Teilnahme an Workshops bei Institutionen in und um Berlin
ab 17.00 Uhr Eintreffen der MINT400-Teilnehmenden im Kosmos und Nachmittags-Snack
Abendveranstaltung moderiret von Ralph Caspers und mit musikalischer Begleitung (Band: DigiEnsemble Berlin)
Keynote Speech: Special Guest
Preisverleihung zum Internationalen Chemiewettbewerb 2016 des Royal Australian Chemistry Institute (RACI)
Präsentation der drei besten Beiträge: MINT-EC SchoolSlam & British Council, anschließend Abstimmung durch Plenum und Preisverleihung
anschließend Abendessen / Come together

Das Gläserne Labor wird sich am 23. Februar auf dem Bildungsmarkt im Kosmos Berlin präsentieren und lädt am 24. Februar zum Workshop "Energiewende in Schülerhände" auf den Forschungscampus Berlin-Buch ein.

Veranstaltungsort für den Bildungsmarkt am 23. Februar:
Auftakt- und Abschluss-Veranstaltung finden im Kosmos Berlin statt:
Kosmos
Karl-Marx-Allee 131a
10243 Berlin

Weitere Informationen und Anmeldung: www.mint-ec.de/veranstaltungen/mint4002017-das-hauptstadtforum/\n

Foto: Workshop "Energiewende in Schülerhände" im Gläsernen Labor, Campus Berlin-Buch (Foto: Peter Himsel)

forschen / 13.02.2017
Leberzellen in der Identitätskrise könnten Diabetikern helfen

Leberzellen lassen sich durch die Aktivierung eines einzigen Gens zu Vorläuferzellen der Bauchspeicheldrüse umprogrammieren. Dies konnte jetzt ein Forschungsteam vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) an Mäusen zeigen und in Nature Communications veröffentlichen. Eine wirksame und breit anwendbare Zelltherapie für Diabetes-Patienten rückt damit näher.

Bei Menschen, die unter Diabetes Typ I leiden, gehen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse aufgrund einer unheilbaren Autoimmunreaktion zugrunde. Ohne Inselzellen produziert der Körper das Hormon Insulin nicht mehr, der Blutzuckerspiegel steigt und es kommt zum Diabetes. Die Erkrankten müssen sich lebenslang Insulin spritzen. 

Diesen Menschen könnten eines Tages neue Bauchspeicheldrüsen-Zellen aus der Retorte helfen. Daran arbeitet MDC-Gruppenleiterin und Stammzellforscherin Dr. Francesca Spagnoli, die Leberzellen von Patienten zu Zellen der Bauchspeicheldrüse umprogrammieren will.

Spagnolis Forschungsteam ist nun erstmals gelungen, Leberzellen zuerst in ein weniger spezialisiertes Entwicklungsstadium zu verwandeln, sie also in eine Art „Identitätskrise“ zu stürzen. Danach konnten die Forschenden diese Zellen schrittweise zu Zellen mit Eigenschaften der Bauchspeicheldrüse umerziehen – und zwar mit Hilfe eines einzelnen Gens.

Vielversprechende Erfolge im Tierversuch

Dieses Gen namens TGIF2 ist im Gewebe der Bauchspeicheldrüsengewebe aktiv, nicht aber in der Leber. Für die aktuelle Studie testete Dr. Nuria Cerdá-Esteban aus Spagnolis Arbeitsgruppe, wie sich Zellen aus der Leber der Maus verhalten, wenn man ihnen zusätzliche Kopien des TGIF2-Gens verpasst.

Die Zellen verloren unter dem Einfluss von TGIF2 zuerst ihre Leber-typischen Eigenschaften und gewannen dann Eigenschaften der Bauchspeicheldrüse hinzu. Nachdem die Forschenden die modifizierten Zellen in Mäuse mit Diabetes transplantierten, verbesserte sich der Blutzuckerspiegel der Mäuse dauerhaft. Die umprogrammierten Leberzellen dienten also als Ersatz für Inselzellen, was die Zelltherapie von Diabetes ein Stück näherbringt.

Spagnoli möchte diese Ergebnisse nun auf den Menschen übertragen. Die Forscherin erhielt 2015 Fördergelder vom Europäischen Forschungsrat, um die Therapie an menschlichen Leberzellen zu erproben. „Es gibt Unterschiede zwischen Maus und Mensch, die wir noch überwinden müssen. Wir sind aber auf einem guten Weg, um eine gute Grundlage für die Entwicklung einer Therapie, einen 'proof of concept', zu entwickeln“, sagt die Forscherin.

Referenz

Nuria Cerdá-Esteban et al. (2017): „Stepwise reprogramming of liver cells to a pancreas progenitor state by the transcriptional regulator Tgif2.“ Nature Communications. doi:10.1038/ncomms14127

Abstract: The development of a successful lineage reprogramming strategy of liver to pancreas holds promises for the treatment and potential cure of diabetes. The liver is an ideal tissue source for generating pancreatic cells, because of its close developmental origin with the pancreas and its regenerative ability. Yet, the molecular bases of hepatic and pancreatic cellular plasticity are still poorly understood. Here, we report that the TALE homeoprotein TGIF2 acts as a developmental regulator of the pancreas versus liver fate decision and is sufficient to elicit liver-to-pancreas fate conversion both ex vivo and in vivo. Hepatocytes expressing Tgif2 undergo extensive transcriptional remodelling, which represses the original hepatic identity and, over time, induces a pancreatic progenitor-like phenotype. Consistently, in vivo forced expression of Tgif2 activates pancreatic progenitor genes in adult mouse hepatocytes. This study uncovers the reprogramming activity of TGIF2 and suggests a stepwise reprogramming paradigm, whereby a ‘lineage-restricted’ dedifferentiation step precedes the identity switch.\n

Bilder

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Eine 3D-Rekonstruktion der embryonalen Anlagen für Leber und Pankreas von der Maus. Zellen der Bauchspeicheldrüse sind rot und grün markiert, Leberzellen erscheinen blau. Bild: Francesca Spagnoli, MDC: https://insights.mdc-berlin.de/wp-content/uploads/2017/02/Cover-Art_Spagnoli.jpg

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Ein Pankreas-Organoid, der mit Hilfe von umprogrammierten Leberzellen erzeugt wurde. Image: Francesca Spagnoli, MDC: https://insights.mdc-berlin.de/wp-content/uploads/2017/02/organoid.jpg

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forschen, produzieren / 10.02.2017
Der Resistenz auf der Spur – Neue Modelle sagen Ansprechen auf Krebsmedikamente bei Dickdarmkrebs voraus

Berliner Forscher finden gemeinsam mit internationalen Kollegen neue genetische Muster, die helfen können, Dickdarmkrebs besser zu behandeln.

Dickdarmkrebs umfasst eine ganze Gruppe von Tumorerkrankungen mit unterschiedlichen genetischen Ursachen. Nur ein Bruchteil der Tumoren reagiert auf heute verfügbare Therapien. Im Rahmen des IMI geförderten Projekts „OncoTrack“ [1] haben Forscher nun erstmals ein molekulares Profil gefunden, dass die Wirksamkeit von Cetuximab [2], einem zur Behandlung von Dickdarmkrebs mit nicht-mutiertem Ras-Gen zugelassenen Medikament, vorhersagt. Wie die Forscher im Journal Nature Communications (DOI 10.1038/NCOMMS14262) berichten, galt bisher das nicht-mutierte Ras-Gen als bester Prediktor für das Ansprechen des Medikaments. Darüber hinaus konnten mit Hilfe von Zellkultur- und Tiermodellen nun erstmals eine neue, klinisch relevante Mutation, eine sogenannte ALK-Fusion beim Dickdarmkrebs identifiziert werden, die bisher nur für das Bronchialkarzinom bekannt war und dort bereits erfolgreich mit Crizotinib [3] behandelt werden.

Ermöglicht wurden diese wichtigen Erkenntnisse durch Zellkultur- und Mausmodelle, die im Rahmen von Oncotrack von den Gründern der cpo GmbH [4], einer Ausgründung aus dem Projekt und der EPO GmbH [5] gemeinsam mit Kollegen aus der Charité [6] und der Medizinischen Universität Graz [7] etabliert wurden und unter anderem bei Eli Lilly & Company in Madrid, Spanien analysiert wurden. Im Gegensatz zu bisher in der Krebsforschung verwendeten Modellen, stammen die für diese Studie generierten mehr als 100 Tumormodelle aus frischem, chirurgisch gewonnenem Tumormaterial von 106 Krebspatienten, die in Berlin und Graz wegen einer Darmkrebserkrankung behandelt wurden. Insbesondere die Zellkulturmodelle, aus denen sogenannte Organoide gezüchtet wurden, bieten neue Einblicke in die Biologie des Darmkrebses. Gemeinsam mit Kollegen vom Berliner Max-Planck-Institut für molekulare Genetik [8] und Partnern aus der Pharmaindustrie wurden sowohl die Tumorgewebe, als auch die Modelle sequenziert, ausgiebig molekular charakterisiert und anschließend miteinander verglichen. Zur Überraschung der Forscher zeigten wiesen diese Modelle eine bisher nicht erreichte Nähe zu den Ursprungstumoren auf, was letztendlich die Identifikation neuer Biomarker erst ermöglicht hat.

„Nie zuvor wurde eine Gruppe von Tumoren so intensiv von allen Seiten charakterisiert – die Modelle und dazugehörigen Daten sind eine Fundgrube für weitere Forschung am Dickdarmkrebs“, sagt Dr. Jens Hoffmann, Geschäftsführer der EPO GmbH in Berlin-Buch und Professor Haybäck, Direktor des Instituts für Pathologie am Uniklinikum Magdeburg [9] ergänzt „Von diesen Ergebnissen werden zukünftige Patienten mit Dickdarmkrebs enorm profitieren“.

Die Forschungsarbeiten, die zu den hier veröffentlichen Ergebnissen geführt haben, wurden im Rahmen der Innovative Medicines Initiative Joint Undertaking unter dem Förderkennzeichen 115234 (OncoTrack) unterstützt. Dabei handelte es sich um finanzielle Beiträge aus dem 7. Rahmenprogram der Europäischen Union (FP7/2007-2013) sowie Sachleistungen der beteiligten EFPIA Partner [10].

[1] www.oncotrack.eu

[2] de.wikipedia.org/wiki/Cetuximab

[3] de.wikipedia.org/wiki/Crizotinib\n

[4] www.cellphenomics.com

[5] www.epo-berlin.com

[6] cccc.charite.de

[7] pathologie.medunigraz.at/forschung/forschungslabor-fuer-translationale-medizinische-forschung/

[8] www.molgen.mpg.de

[9] www.ipa.ovgu.de/Das+Institut.html

[10] www.imi.europa.eu

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Zur Publikation: www.nature.com/articles/ncomms14262

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Kontakt:

Prof. Dr. Dr. Johannes Haybäck, johannes.haybaeck@med.ovgu.de

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Dr. Christian Regenbrecht, christian.regenbrecht@cellphenomics.com

Dr. Jens Hoffmann, jens.hoffmann@epo-berlin.com

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Foto: cpo - cellular phenomics & oncology Berlin-Buch GmbH

leben, heilen / 09.02.2017
Kindergesundheit: Spaß an Bewegung hilft!

Bewegungsmangel und Übergewicht betreffen inzwischen deutschlandweit zwei Drittel aller Schulkinder. Das hat fatale Folgen sowohl für die körperliche als auch seelische Gesundheit der Betroffenen. Um Eltern bei der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, hat das Team vom Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) des HELIOS Klinikums Berlin-Buch ab März 2017 ein neues Angebot. \n

„Manche Eltern sind mit dem Problem Übergewicht und den daraus resultierenden Folgen für die Gesundheit ihres Kindes vertraut, brauchen aber Hilfe bei der Organisation, um den Kreislauf  zu durchbrechen“, sagt Dr. med. Antje Hoffmann, Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums (SPZ) im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. „Für andere ist das Problem und auch der Knackpunkt Bewegungsmangel neu, wenn sie zum Beispiel von Familienmitgliedern, aus dem Freundeskreis oder von Lehrern direkt angesprochen werden. Sie sehen die Ursachen woanders, wenn das Kind öfter kränkelt, zunehmend schulische Probleme hat, von Gleichaltrigen gehänselt  wird oder sich zum Stubenhocker entwickelt hat.“

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Das SPZ kooperiert mit dem Bezirksamt Pankow und Trainingsexperten für Sporttherapie. Ab Frühjahr 2017 beginnt ein zehnwöchiger Kurs, bei dem vor allem Freude an Bewegung entdeckt werden soll. In einer Gruppe sind maximal 15 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Geleitet wird der Kurs in Berlin-Buch von erfahrenen Trainern, die seit vielen Jahren mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
In den 60- bis 70-minütigen Kurseinheiten erwartet die Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm. Dabei stehen spielerische Bewegungs-, Koordinations-, Ausdauer- und Kräftigungsübungen im Mittelpunkt.

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„Unser Ziel ist es, den Kindern ein Gefühl für die Fähigkeiten des eigenen Körpers zu geben, um Selbstvertrauen zu gewinnen“, berichtet Dr. Hoffmann. Das Trainingsangebot ist vor allem für übergewichtige Kinder geeignet, insofern sie nicht maßgeblich gesundheitlich eingeschränkt sind. „Wir beraten die Eltern oder auch Großeltern gerne. Natürlich können sich auch Kinder direkt an uns wenden. Wir freuen uns, wenn das Angebot großes Interesse findet“, sagt Dr. Hoffmann.

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Kursbeginn ist am 6. März 2017. Einmal wöchentlich immer montags um 16.30 Uhr wird trainiert – je nach Wetterlage „Outdoor oder Indoor“. Der Kurs dauert zehn Wochen und geht bis zum 22. Mai 2017. Treffpunkt ist im Bucher Bürgerhaus, Franz-Schmidt-Straße 8-10, 13125 Berlin.

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Die Infoveranstaltung zum Kurs ist am 24. Februar 2017 um 17.00 Uhr im Bucher Bürgerhaus.

Der Kurs ist als Präventionskurs anerkannt. 75 Prozent der Kursgebühren von 100 EUR pro Kind erstattet die jeweilige Krankenkasse. Voraussetzung ist, dass das teilnehmende Kind bei mindestens acht Kursterminen dabei war. Ein Überweisungsschein für das SPZ ist nicht erforderlich.

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Sie haben Interesse und möchten ein Kind anmelden? Dann nehmen Sie gerne Kontakt zum SPZ auf unter Telefon: (030) 94 01-544 33 oder per E-Mail spz-anmeldung.berlin-buch@helios-kliniken.de

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 52.000 stationäre und über 113.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.


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Das neue Kursprogramm des SPZ beinhaltet auch Ballspiele: Sie fördern Bewegungsdrang und Teamgeist. (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

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Klinikkontakt:

HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Kinder und Jugendmedizin
Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)
Ärztliche Leiterin:
Dr. med. Antje Hoffmann, Oberärztin
Telefon: (030) 94 01-54433
E-Mail: spz-anmeldung.berlin-buch@helios-kliniken.de
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin

forschen / 06.02.2017
Nahrung stets im Blick: Forscher zeigen an neuronalem Schaltkreis, warum unsere Gedanken immerzu ums Essen kreisen

Die Suche nach Nahrung ist ein Urinstinkt von Mensch und Tier. Aber was sich dabei genau im Gehirn abspielt, war bislang unbekannt. Wissenschaftler vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin und dem Exzellenzcluster NeuroCure konnten nun die Wissenslücke schließen: Sie haben einen neuronalen Schaltkreis entdeckt, der den Hypothalamus von Mäusen beeinflusst und die Nahrungssuche aktiviert. Spektakulär daran ist, dass Gamma Oszillationen die Signale organisieren, und dass die Aktivierung des Signalwegs unabhängig vom Hunger ist. Der Fund wurde per Optogenetik ans Licht gebracht und erlaubt ein völlig neues Verständnis von biologischen als auch krankhaften Prozessen. Beispielsweise könnten neue Therapien gegen Essstörungen entwickelt werden. Die Forschungsergebnisse wurden soeben im Fachmagazin „Nature“ publiziert.

Wenn die eigenen Gedanken ums Essen kreisen, obwohl man eigentlich satt ist, ist das ganz normal. Denn Nahrungssuche ist ein angeborener Instinkt. Während das Jagen und Sammeln für unsere Vorfahren überlebenswichtig war, führt uns das evolutionäre Erbe im 21. Jahrhundert an den Kühlschrank oder in den nächsten Supermarkt. Aus Sicht von Neurowissenschaftlern ist dieser Vorgang hochinteressant, nicht zuletzt weil Störungen in diesem Bereich möglicherweise Essstörungen wie Magersucht erklären können. Doch dafür muss man erst einmal die neuronalen Mechanismen kennen, die der Nahrungssuche zugrunde liegen.

Kommunikation im Hypothalamus erfolgt auch über blitzschnelle Wellen
Dass rasend schnelle Wellen mit 30 bis 100 Schwingungen pro Sekunde im Gehirn wesentliche kognitive Funktionen wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit und geistige Flexibilität unterstützen, war bekannt; nicht aber, ob und wie sie auch an überlebenswichtigem Verhalten wie der Nahrungssuche beteiligt sind. Dr. Tatiana Korotkova and Dr. Alexey Ponomarenko vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin und dem Exzellenzcluster Neurocure konnten jetzt genau diesen Nachweis erbringen. Das von ihnen geleitete Forschungsteam hat jenen neuronalen Schaltkreis entdeckt, der die Nahrungssuche aktiviert, und dabei zeigen können, dass sogenannte Gamma Oszillationen diesen Mechanismus im lateralen Hypothalamus über Eingänge vom lateralen Septum organisieren. Die blitzschnellen Wellen helfen demnach, Informationen direkt an den Hypothalamus, wo unter anderem das Essverhalten reguliert wird, weiterzuleiten. Den Code, den die Gamma Oszillationen dabei für ihre Kommunikation benutzen, konnten die Forscher ebenfalls knacken.
„Zusammen mit Kollegen aus den USA und Großbritannien konnten wir den Schaltkreis auf verschiedenen Ebenen präzise charakterisieren – von anatomischen Verbindungen bis hin zur Erregung einzelner Zellen“, beschreiben Tatiana Korotkova und Alexey Ponomarenko die Forschungsergebnisse, die nun im angesehenen Fachmagazin „Nature“ erschienen sind.

Optogenetik bringt neuronales Geschehen ans Licht
Dem neuronalen Schaltkreis waren die Forscher mit Hilfe der Optogenetik auf die Spur gekommen, ein Verfahren, das durch Lichteinwirkung die Steuerung spezieller Signalwege im Gehirn erlaubt. In diesem Fall regte das Licht Mäuse an, nach Futterquellen zu suchen, selbst dann, wenn sie gar nicht hungrig waren. „Es war beeindruckend zu sehen, dass Gamma Oszillationen im lateralen Hypothalamus so einen starken Effekt auslösten, wo diese Hirnregion doch bisher hauptsächlich für ihr Ansprechen auf chemische und hormonelle Signale bekannt war“, berichtet die Doktorandin Marta Carus.

Nahrungssuche ist unabhängig vom Hunger
Bemerkenswert auch: Das Auffinden von Futter führte nicht dazu, dass die kleinen Nager mehr fraßen. Das spricht dafür, dass Nahrungssuche und Essverhalten teilweise unabhängige Mechanismen haben, was später in den Experimenten auch bestätigt werden konnte. „Geeignetes Futter zu finden, ist in der freien Natur ein zeitraubendes Unterfangen“, erklärt Korotkova, „deshalb beginnen Tiere schon damit, bevor sie hungrig werden und es vielleicht zu spät sein könnte.“
Auf den Menschen übertragen bedeutet das: „Wahrscheinlich ist es dieser Schaltkreis, der uns veranlasst, die Restaurants in einer fremden Stadt abzuchecken oder immer wieder einen Blick in den Kühlschrank zu werfen“, sagt die Biologin. „Wir wissen jetzt auch, dass der präfrontale Kortex, das ist eine Hirnregion, die zielgerichtetes Verhalten koordiniert, dabei eine wichtige Rolle spielt.“
Die Trennung zwischen Nahrungssuche und Nahrungsaufnahme konnten die Forscher unterdessen auf Zellebene belegen. Während der Gamma-Oszillationen wurden nahrungsassoziierte Zellen getrennt von nicht-nahrungsassoziierten Zellen aktiviert, und zwar mit einem hoch präzisen Timing. „Dass durch die rhythmischen Einwirkungen auf den Hypothalamus nahrungsassoziierte Zellen selektiv beeinflusst wurden, gibt uns einen wunderbaren Einblick, wie Struktur und Funktion im Gehirn interagieren“, betont Grundlagenforscher Alexey Ponomarenko. Er fügt hinzu: „Wir haben gesehen, dass die Gamma Oszillationen durch Informationsübermittlung zwischen Hirnregionen und Zelltypen ein überlebenswichtiges Verhalten steuern.“

Grundlage für neue Therapien gegen Essstörungen gelegt
Besonders interessant für Neurowissenschaftler ist die Erkenntnis, dass die Nahrungssuche von dem physiologischen Bedürfnis nach Nahrung entkoppelt ist. Bei Essstörungen scheint dieser Mechanismus jedoch nicht richtig zu funktionieren. Während die einen über den Hunger hinaus essen, meiden andere jeden Kontakt zur Nahrung. Nach Ansicht der Wissenschaftler wäre es besonders wünschenswert, mit den Forschungsergebnissen Magersüchtigen helfen zu können, da diese Erkrankung die psychische Störung mit der höchsten Sterblichkeitsrate ist.
Das Verständnis der dahinterliegenden neuronalen Mechanismen führt vielleicht nicht zu einem Wundermedikament, kann jedoch laut Tatiana Korotkova und Alexey Ponomarenko den Weg zu innovativen Therapien gegen Essstörungen ebnen.\n

Grafik: Claudia Knorr, FMP

Quelle:
Carus-Cadavieco M*, Gorbati M*, Ye L, Bender F, van der Veldt S, Kosse C, Börgers C, Lee SY, Ramakrishnan C, Hu Y, Denisova N, Ramm F, Volitaki E, Burdakov D, Deisseroth K, Ponomarenko A*§, Korotkova T*§ (2017). Gamma oscillations organize top-down signaling to hypothalamus and enable food seeking. Nature, doi: 10.1038/nature21066.

*equally contributed authors, §-corresponding authors
This work was supported by The Human Frontier Science Program (HFSP; RGY0076/2012, TK, DB), Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG; Exc 257 NeuroCure, TK and AP; SPP1665, AP), NIH (the Collaborative Research in Computational Neuroscience, CRCNS; 1R01 NS067199, CB), The German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development (GIF; I-1326-421.13/2015, TK).

Contact:
Dr. Tatiana Korotkova, Dr. Alexey Ponomarenko
AG Behavioural Neurodynamics
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)/
NeuroCure Exzellenzcluster
Charité Campus Mitte
Dorotheenstrasse 94
10117 Berlin

Tel. +49 (0) 30 450539764
Fax. +49 (0) 30 450539964
Public Relations
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP),
Robert-Rössle-Straße 10
13125 Berlin

Silke Oßwald
Phone: +49 (0)30 94793 104
Email: osswald(at)fmp-berlin.de

Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

forschen, bilden / 06.02.2017
Systembiologie: Schülerinnen und Schüler entdecken neues Forschungsfeld

Für 20 Schülerinnen und Schüler von Schulen des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC beginnt heute in Berlin-Buch die MINT-Excellence-Akademie zum Thema Systembiologie am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und im Gläsernen Labor. Gefördert wird die MINT-Excellence-Akademie von der Hamburger Joachim Herz Stiftung, die das Konzept der Projektwoche gemeinsam mit verschiedenen Schülerlaboren bundesweit entwickelt hat.

Während der MINT-Excellence-Akademie schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Biologen und Mathematikern: Mit den quantitativen Methoden der Mathematik und Informatik modellieren sie biologische Vorgänge. In eigenen Experimenten im Gläsernen Labor können sie die Katabolitrepression der ß Galactosodase messen. Mit der freien Software CellDesigner werden die Schüler das Lac Operon (die Expression der ß Galactosidase) modellieren.

Darüber hinaus lernen die Teilnehmenden den Alltag in einem der weltweit führenden Forschungsinstitute kennen, wenn sie Bioinformatiker und Biologen bei ihrer Arbeit begleiten.

Am Ende der Forschungswoche präsentieren die Jugendlichen ihre Arbeitsergebnisse im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums. Dafür bereiten sie ihre Ergebnisse auf, die sie dann Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen vorstellen und mit ihnen diskutieren.

Die Systembiologie ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das quantitativen Methoden der Mathematik und Informatik anwendet, um komplexe biologische Vorgänge zu untersuchen. Für ein integriertes Bild werden biologische Systeme in ihrer Gesamtheit analysiert. Ziel ist es, alle regulatorischen Prozesse über alle Ebenen hinweg einzubeziehen. Vom Genom über das Proteom zu den Organellen bis hin zum Verhalten und zur Biomechanik des Gesamtorganismus. Anwendung findet das noch junge Forschungsfeld bereits in der Medizin: Ärzte können mit Hilfe mathematischer Modelle geeignete Therapien entwickeln und Nebenwirkungen vorausberechnen.

Quelle: https://mint-ec.de/home.html\n

 

forschen / 27.01.2017
Personalisierte Wirkstoffsuche ermöglicht Bekämpfung seltener Krankheiten

Für bestimmte seltene Krankheiten gibt es keine Heilung, denn der Forschung mangelt es an geeigneten Modellsystemen für Wirkstoff-Tests. Das gilt auch für Erkrankungen, die durch defekte Mitochondrien entstehen, den „Kraftwerken“ der Zelle. Eine personalisierte Screening-Strategie von Forschenden des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) könnte nun Abhilfe schaffen. Sie verwenden umprogrammierte Zellen von Erkrankten und identifizierten bereits eine Substanz, die zukünftig als Medikament eingesetzt werden könnte.

Die Mitochondrien versorgen die Zelle mit Energie. Sie besitzen auch ihre eigene DNA, die stets und nur von der Mutter an die Nachkommen vererbt wird. Das mitochondriale Erbgut kann auch defekte Gene tragen. Solche Mutationen in Mitochondrien-Genen verursachen häufig Erkrankungen des Nervensystems, weil Nervenzellen besonders viel Energie benötigen.

Seit kurzem kann man den Ausbruch von mitochondrialen Erkrankungen schon vor der Geburt des Kindes verhindern. Dafür werden die defekten Mitochondrien der mütterlichen Eizelle gegen solche von gesunden Spendern ausgetauscht. So entstehen Kinder mit drei genetischen Eltern: die DNA im Zellkern stammt von Mutter und Vater, die der Mitochondrien vom Spender.

In Deutschland ist dieser Eingriff in die Keimbahn jedoch verboten. Diese nur präventiv wirksame Strategie hilft außerdem nicht jenen Menschen, die bereits defekte Gene in ihren Mitochondrien tragen. An der Lösung dieses Problems arbeitet MDC-Forscher Dr. Alessandro Prigione.

Warum die Forschung an mitochondrialen Erkrankungen so schwierig ist
„Es gibt keine guten Modellsysteme für mitochondriale Krankheiten, weil wir das Genom der Mitochondrien nicht gezielt verändern können. Auch die heute verbreiteten Zellkultur-Systeme bilden die Bedingungen in menschlichen Nervenzellen nicht gut genug nach“, sagt der Wissenschaftler. Das mangelnde Verständnis darüber, wie die Krankheit menschliche Neuronen beeinflusst, ist ein bedeutender Hinderungsgrund bei der Erforschung mitochondrialer Erkrankungen. 

Auch die Suche nach neuen Arzneistoffen leidet unter dieser Forschungslücke. Bevor man Patienten potenzielle Medikamente verabreicht, muss ihre Wirkung auf Zellen getestet werden. Hierbei sind insbesondere die von der Krankheit betroffenen Zellen interessant, denn Wirksubstanzen und genetische Defekte können abhängig vom Zelltyp sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. 

Ein neuartiges Testsystem für die Wirkstoffsuche
Diese Probleme könnten Prigione und sein Team nun auf einen Schlag gelöst haben, wie sie in einer Veröffentlichung in Cell Stem Cell darlegen. Mit seiner Doktorandin Carmen Lorenz vom MDC und dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung (BIH) entwickelte er zusammen mit weiteren Forschungsgruppen vom MDC und aus Frankreich eine zellbasierte Teststrategie für die Wirkstoffsuche.

Die Forscher gewinnen dafür Hautzellen von Erkrankten, die sie in einen ursprünglicheren Zustand zurückversetzen – es entstehen induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen). Diese Zellen werden im nächsten Schritt zum Beispiel in Nervenzellen umgewandelt.

„Das zelluläre Testsystem sollte dem Zustand der Nervenzellen in den Erkrankten sehr nahekommen. Das war eine grundlegende Anforderung“, sagt Prigione. „In unseren Untersuchungen entdeckten wir, dass ein bestimmtes Vorläuferstadium von Nervenzellen genau die erwünschten Eigenschaften aufweist und gleichzeitig hervorragend für großangelegte Wirkstoff-Screenings geeignet ist.“

Diese künstlich erzeugten Zellen ähnelten den Nervenzellen der Betroffenen: Auch jene Zellen wiesen ein Ungleichgewicht in ihrem Kalzium-Haushalt auf und stellten zu wenig Energie bereit.

Vielversprechende Vorversuche
Als nächstes testeten die Forschenden 130 Substanzen an den neuronalen Vorläuferzellen, die bereits als Arzneimittel gegen andere Krankheiten zugelassen waren. Sie identifizierten das Medikament Avanafil, das die Kalzium-Balance in den Zellen teilweise wiederherstellen konnte.

Laut Prigione sind diese Ergebnisse äußerst vielversprechend: „Avanafil ist bereits zugelassen. Wir können es also direkt für klinische Studien im Menschen benutzen, daran arbeiten wir derzeit. Außerdem können wir mit dem neuen Modellsystem nun mehrere Tausend zugelassene Medikamente testen. Daraus ergibt sich ein großes Potenzial für die personalisierte Therapie – und zwar auch sehr seltener Krankheiten.“


Referenz: Carmen Lorenz et al. (2017): „Human iPSC-derived neuronal progenitors are an effective drug discovery model for neurological mitochondrial DNA disorders.“ Cell Stem Cell. doi:10.1016/j.stem.2016.12.013 (Manuskript auf Anfrage oder bei press@cell.com)

Anmerkungen

Mitochondrien sind spezialisierte Bestandteile der Zelle. Eine Zelle kann mehrere tausend Mitochondrien enthalten, jedes besitzt eigenes Erbgut mit 37 Genen. Die mitochondriale DNA wird stets und nur von der Mutter an die Nachkommen vererbt. Als „Kraftwerke“ der Zelle verbrennen Mitochondrien Zucker und Fette und stellen so Energie für den Stoffwechsel bereit. Etwa einer von 5000 Menschen besitzt Defekte in seiner Mitochondrien-DNA.

Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) kann man künstlich herstellen, indem gewöhnliche Körperzellen mit genetischen Faktoren umprogrammiert bzw. „induziert“ werden. Diese Stammzellen lassen sich in jeden beliebigen Zelltyp umwandeln, können jedoch keinen ganzen Organismus neu bilden.

forschen, leben, heilen / 26.01.2017
Studienzentrum in Berlin-Buch begrüßt 5000. Teilnehmerin der NAKO-Gesundheitsstudie

Das NAKO-Studienzentrum Berlin-Nord begrüßte die 5.000. Teilnehmerin der NAKO-Gesundheitsstudie: Claudia Piedel aus Hohen Neuendorf. Prof. Tobias Pischon, Leiter und Sprecher des Studienzentrums, bedankte sich stellvertretend für alle Teilnehmenden für ihre Bereitschaft, zur Studie beizutragen. Wie alle Teilnehmenden hatte Frau Piedel eine mehrstündige Untersuchung absolviert, deren Ergebnisse in die größte Bevölkerungsstudie Deutschlands einfließen werden. Ziel der NAKO-Gesundheitsstudie ist die Verbesserung der Prävention, Früherkennung und Therapie von Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes und Demenz.

Die Studienzentren in Berlin
Das Studienzentrum Berlin-Nord auf dem Campus Berlin-Buch wird vom Max-Delbrück-Centrum in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) betrieben und hat 2014 seine Arbeit aufgenommen. Es ist eines von bundesweit 18 Studienzentren, die in die Studie eingebunden sind. Das Studienzentrum soll bis etwa 2018/2019 insgesamt 10.000 Studienteilnehmer untersuchen. Neben dem Studienzentrum Berlin-Nord gibt es in Berlin noch zwei weitere Studienzentren in Berlin-Mitte und Berlin-Steglitz, die insgesamt 30.000 Teilnehmer rekrutieren.

Die NAKO-Gesundheitsstudie
Bundesweit werden für die Studie insgesamt 200.000 Teilnehmende im Alter von 20 bis 69 Jahren untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt. Zusätzlich zur Untersuchung werden verschiedene biologische Proben gewonnen und für Forschungsprojekte getrennt von den Personendaten unter einer Kennnummer aufbewahrt. Die Teilnehmenden werden dann für 20 bis 30 Jahre nachbeobachtet, um so Risikofaktoren auf die Spur zu kommen.

Zur Teilnahme an der Studie
An der Studie kann nur teilnehmen, wer ein Einladungsschreiben von einem der 18 NAKO-Studienzentren erhält. Die Auswahl der Angeschriebenen erfolgt nach dem Zufallsprinzip aus den Einwohnermelderegistern. Die Teilnahme an der Studie ist freiwillig. Untersuchungen können nur mit Einwilligung der Studienteilnehmer erfolgen, die ihre Teilnahme jederzeit wieder zurückziehen können. Die Studie wird in den ersten zehn Jahren mit 210 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums, der Länder und der Helmholtz-Gemeinschaft finanziert. Initiiert haben die NAKO die Helmholtz-Gemeinschaft, Universitäten, die Leibniz-Gemeinschaft sowie Einrichtungen der Ressortforschung.\n

Foto: Prof. Tobias Pischon (links), Sprecher und Leiter des Studienzentrums Berlin-Nord der NAKO Gesundheitsstudie, sowie Studienärztin Dr. Sabine Mall (rechts) gratulieren Claudia Piedel (4. v. r.), 5000. Studienteilnehmerin, im Kreis der NAKO-Mitarbeiter. (Foto: MDC)

forschen, produzieren / 24.01.2017
Am MDC entwickelte Tumor-Antikörper gegen Knochenmarkkrebs gehen in die Anwendung

Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) haben Antikörper gegen das Oberflächenprotein BCMA entwickelt, die versprechen, das Multiple Myelom kurieren zu können, einen zurzeit unheilbaren Knochenmarkkrebs. Das Biotechnologie-Unternehmen Heidelberg Pharma will einen der Antikörper nun zu einem Antikörper-Toxin-Wirkstoff weiterentwickeln und diesen Ende 2018 klinisch erproben. Der zugrundeliegende Lizenzvertrag zwischen dem MDC und Heidelberg Pharma wurde im Januar 2017 unterzeichnet.

Das Multiple Myelom ist die häufigste Tumorerkrankung des Knochenmarks. Die schnell fortschreitende Krankheit ist unheilbar und entsteht durch die Entartung einer einzigen Plasmazelle, deren Klone sich im Knochenmark ausbreiten.

Ein Ansatzpunkt für mögliche Therapien dieser Krankheit ist das Oberflächenprotein BCMA, das auf allen Plasmazellen und den entarteten Zellen des Multiplen Myeloms in hoher Dichte zu finden ist, auf anderen Körperzellen aber nicht vorkommt. Es ist deshalb eine attraktive Zielstruktur für die Entwicklung neuer, hochspezifischer Medikamente gegen das Multiple Myelom. Nach Angabe des National Institutes of Health (USA) ist das Multiple Myelom jährlich für 2,1 Prozent aller Krebstodesfälle in den Vereinigten Staaten von Amerika verantwortlich.

Die Wissenschaftlerin Uta Höpken sowie die Wissenschaftler Stephen Marino, Gerd Müller, Felix Oden und Daniel Olal aus den MDC-Arbeitsgruppen von Oliver Daumke und Martin Lipp haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von Antikörpern entwickelt und deren Wirksamkeit an einem Mausmodell des Multiplen Myeloms zeigen können.

Im Rahmen eines Pilotprojekts kooperierte das MDC mit Heidelberg Pharma: Das Unternehmen koppelte die MDC-Antikörper mit dem Gift des grünen Knollenblätterpilzes Amanitin. Der Antikörper schleust das Toxin zielgerichtet in Krebszellen, die so abgetötet werden. Diese neu entwickelten Antikörper-Wirkstoff-Konjugate verbinden die Spezifität der MDC-Antikörper mit der Wirksamkeit von Amanitin. Das Toxin besitzt einen einzigartigen Wirkmechanismus, der Resistenzen von Krebszellen überwindet und dadurch wachsende sowie ruhende Krebszellen vernichten kann.

Die Konjugate wurden in vitro und in vivo getestet, und das vielversprechendste (HDP-101) wurde für die weitere Entwicklung ausgewählt. Im Mausmodell gelang es bereits mit niedrigen HDP-101-Dosen, den Tumor vollständig zurückzudrängen.

„Es erfüllt mich mit Freude und Stolz, dass aus am MDC entwickelten Antikörpern nun ein sehr vielversprechendes Therapeutikum für das Multiple Myelom realisiert wird. Solche Transfers von der Wissenschaft in die Anwendung, die die Medizin voranbringen, sind eine Kernaufgabe des MDC und liegen mir persönlich besonders am Herzen“, sagt Prof. Dr. Martin Lohse, Wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des MDC.

HDP-101 wird bereits präklinisch erprobt, der Einsatz in ersten klinischen Tests ist für 2018 vorgesehen.

https://insights.mdc-berlin.de/de/2017/01/am-mdc-entwickelter-antikoerper-gegen-knochenmarkkrebs-wird-klinisch-getestet/

leben, erkunden, heilen, bilden / 23.01.2017
Neue Ausstellung im HELIOS Klinikum Berlin-Buch: "Bedenk:Zeit"

Die neue Ausstellung im Foyer des HELIOS Klinikums Berlin-Buch zeigt Arbeiten von Abiturienten des Robert-Havemann-Gymnasiums Berlin-Karow. Der Schwerpunkt des Leistungskurses Kunst liegt in den Bereichen Malerei und Fotogafie. Die hier gezeigten Motive sind zu den Themen  „Bedenk:Zeit“ und „Vergänglichkeit“ innerhalb eines Monats entstanden.

Großes Interesse zeigten Patienten und Besucher schon beim Ausstellungsaufbau. Thomas Josiger, Direktor des Robert-Havemann-Gymnasiums Berlin-Karow, freut sich über die Möglichkeit, die Werke der Abiturienten im Bucher Klinikum auszustellen. Er sagt: „So machen die Schüler eine wichtige Erfahrung außerhalb des Schule und werden motiviert, weiter an sich und ihrem Können zu arbeiten.“
Martina Edeler, Fachbereichsleiterin Kunst, ist seit neun Jahren am Karower Gymnasium tätig. Sie hat die Ausstellung mit vorbereitet und meint: „Diese Bilder passen sehr gut in das Foyer eines Krankenhauses. Geht es doch um Werden und Vergehen, um das Besondere und die zeitliche Begrenztheit des menschlichen Lebens. Darüber nachzudenken und das zu verstehen ist für Jugendliche sehr wichtig.“
Franz Borgwald verstärkt seit drei Jahren das Lehrerteam. Er hat die Aufgabe genutzt, um mit den Schülern über das Medium Fotografie ins Gespräch zu kommen und sagt: „Es geht um die Dokumentation von Ereignissen, Augenblicken und Momenten, die man sich gerne in Erinnerung ruft.“
Die 17jährige Jessica Hein möchte nach dem Abitur Kunst studieren. Sie fand die gestellte Aufgabe zum Ausstellungsthema am Anfang schwierig: „Wie kann man Vergänglichkeit in der Zeit, im Alltag darstellen? Erst beim intensiven Nachdenken haben wir gemerkt, wie auch wir diese ständig erleben.“ 
Bei der Vernissage im Foyer war die Lehrerband „Querbeat“ mit einem musikalischen Blumenstrauß dabei.
Die Bilder sind im Foyer des HELIOS Klinikums Berlin-Buch täglich bis Anfang März zu sehen.


Foto: Auftakt zur Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend, 20. Januar, mit Schülern, Lehrern und der Lehrerband „Querbeat“ im HELIOS Klinikum Berlin-Buch (Foyer). (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

leben, erkunden, bilden / 19.01.2017
Draußen sein auf der „Moorwiese“

Der Bucher Archäologie- und Abenteuerspielpatz bietet Stadtkindern mehr als Natur\n

Im Gräser-Dschungel auf Forschungsreise gehen, in Sträuchern Höhlen bauen, Baumkronen erklimmen und Käfer um die Wette laufen lassen. Die „Moorwiese“ bietet Kindern viele Möglichkeiten, die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Hier wird ein Grundstein für Umweltbewusstsein gelegt und ganz nebenbei eine Menge gelernt.
Auf dem Gelände des Archäologie- und Abenteuerspielplatzes spielen tagsüber die Kinder des Waldkindergartens, und am Nachmittag bestimmen Kinder von 6 – 16 Jahren das Geschehen. Schulklassen können hier für ein paar Stunden in die Jungstein- oder Bronzezeit und das frühe Mittelalter eintauchen. 

Pädagogisch betreut, können sich die Kinder am Nachmittag auf der Moorwiese Hütten bauen, mit den Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft spielen, Tiere wie Ziegen oder Ponys pflegen und alte Handwerke erproben. Diese Angebote sind kostenfrei. Samstags sind Familien eingeladen, die Erfahrungen mit ihren Kindern zu teilen oder einfach einen Kindergeburtstag zu feiern.

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Bogenschießen und Schmieden

Buch ist seit etwa 100 Jahren Schauplatz zum Teil europaweit bedeutsamer archäologischer Grabungen, insbesondere in Nähe der 12.000 Jahre alten Moorlinse, an deren Ufer schon früh Menschen siedelten. Aus der Altsteinzeit sind in Buch Pfeilspitzen von der Treibjagd an den Panke-Mäandern gefunden worden. Die erste bronzezeitliche Siedlung wurde 1910 nahe der Wiltbergstraße ausgegraben, eine eisenzeitliche Siedlung ab 1979 an der Eiszeitrinne an der Straße am Sandhaus. Dies greift die Moorwiese auf und bietet den Kindern Möglichkeiten, sich spielerisch mit den Epochen von der Steinzeit bis zum Mittelalter auseinander zu setzen. „Wir rekonstruieren kleine Gebäude aus den jeweiligen Zeitaltern, bauen Pfeile, lernen Bogenschießen oder Speere schleudern oder Zinn gießen“, so Martyn Sorge, der die Moorwiese leitet.

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Kreativität und Bewegung

Seit 2012 gibt es den Waldkindergarten auf der Moorwiese. Ein Birkenwäldchen, ein großer Bauwagen und die umliegenden Wälder des Bucher Forstes geben den Kindern von 3 bis 6 Jahren Raum zum Forschen und Entdecken. Der Wald hält als „heimlicher Lehrer“ ausgesprochen günstige Bedingungen für die körperliche, geistige und seelische Entwicklung der Kinder bereit: Ihr natürlicher Bewegungsdrang kann ausgelebt werden, und er regt die Kreativität und Phantasie der Kinder an.

Über das Jahr finden drei große Familienfeste  auf der Moorwiese statt: dasWalpurgisfest am 30. April, das jährliche Gauklerfest am Wochenende vor den Sommerferien und die Lange Nacht der Familien im Herbst.

Im September 2016 wurde die Moorwiese im Rahmen eines Forschungsprojekts um eine zusätzliche Fläche erweitert, die noch stärker naturbelassen ist als die bisherige Anlage. Der Ansatz ist es, die Kinder dort weniger zu betreuen – aber in der Nähe zu sein.


Text: Martyn Sorge, Christine Minkewitz

Foto:
Spielkultur Berlin-Buch e.V.

leben, heilen / 19.01.2017
Medizinexperten informieren jeden Monat über Neues aus Medizin und Wissenschaft

Regelmäßig laden Chefärzte aus dem HELIOS Klinikum Berlin-Buch  Interessierte zu Vorträgen ein, in der sie über Vorsorge, Diagnostik und Therapie verschiedenster Krankheitsbilder laienverständlich informieren.

Die mit jährlich mehr als 1.000 Interessierten sehr gut besuchte Chefarztvortragsreihe über Aktuelles zu Themen rund um Gesundheit und Medizin im HELIOS Klinikum Berlin-Buch wird 2017 fortgeführt. Dabei stehen auch im neuen Jahr Vorsorge-, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten in den Kliniken, Instituten und medizinischen Zentren im Mittelpunkt. „Wir möchten für unsere Patienten und ihre Angehörigen aus Berlin und Brandenburg Partner für Gesundheit sein“, sagt Prof. Dr. med. Henning Baberg, Ärztlicher Direktor im HELIOS Klinikum Berlin-Buch, und weiter: „In den Vorträgen spielen neue Erkenntnisse zur gesunden Lebensweise und zur Vorsorge verschiedenster Erkrankungen eine wichtige Rolle, genauso wie die moderne Diagnostik und optimale, individuelle Therapien.“ 
Schwerpunkt nach den etwa 45-minütigen Vorträgen ist die Diskussion mit den interessierten Gästen. Außerdem stehen die Medizinexperten gerne für Fragen zur Verfügung.

„An der Entwicklung von modernen Diagnostik- und Therapiemethoden sowie in der Auswertung und Anwendung neuer wissenschaftlicher Ergebnisse sind auch Bucher Chefärzte mit ihren Teams beteiligt“, berichtet Prof. Baberg. \n


Vorschau: Expertenvorträge von Januar bis April 2017

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Den Auftakt für das erste Halbjahr bildet am 31. Januar ein wichtiges interdisziplinäres Gefäßthema: „Aortenaneurysma – die tickende Zeitbombe“. Organisiert wird er durch unser neues Gefäßzentrum Berlin-Brandenburg unter der Leitung des neuen Bucher Chefarztes, Dr. med. Andreas Gussmann, und Dr. med. Peter Klein-Weigel, Chefarzt der Klinik für Angiologie.

Am 28. Februar referiert Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie zum Thema „Keine bösen Überraschungen – aktuelle Möglichkeiten der Vorsorge und Früherkennung von Darmkrebs“ anlässlich des im Folgemonat stattfindenden Darmkrebsmonats.

Wie Betroffene von neuer Medizintechnik profitieren können, erfahren sie am 28. März von Priv.-Doz. Dr. med. Jörn Kuchenbecker, Chefarzt der Klinik für Augenheilkunde. Er informiert über „Sicherheit, Präzision und Effizienz – der Femtosekundenlaser beim Grauen Star”.

Am 25. April spricht Prof. Dr. med. Mark Schrader, Chefarzt der Klinik für Urologie und Leiter des Prostatazentrums, über neue Möglichkeiten der Prostatabehandlung.

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Eintritt frei

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Der Eintritt ist kostenfrei und eine Anmeldung nicht erforderlich; Beginn jeweils um 18 Uhr. Weitere Informationen unter www.helios-kliniken.de/berlin-buch/aktuelles

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Foto: Prof. Dr. med. Daniel Kendoff, Chefarzt des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie, im Gespräch mit Interessierten zum Thema Hüftendprothetik. (Foto: Thomas Oberländer/HELIOS Klinikum Berlin-Buch)

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Über das HELIOS Klinikum Berlin-Buch

Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

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Über die HELIOS Kliniken Gruppe

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Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

leben / 16.01.2017
Gedenkbuch für die Opfer der NS-Krankenmorde der III. Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Buch im 2. Weltkrieg

Einladung zur feierlichen Übergabe des Gedenkbuchs\n

Zeit: 16. Feb. 2017 um 17 Uhr
Ort: Akademie der Gesundheit
Schwanebecker Chaussee 4 E-H; 13125 Berlin
Intern: Vortragssaal; Haus 206 (Hufelandcampus)

Mit 2.700 Plätzen war die Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Buch bis Ende 1940 die größte der vier Berliner Einrichtungen zur Pflege und Versorgung psychisch kranker und geistig behinderter Menschen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anstalt aufgelöst und die Gebäude für andere medizinische Zwecke genutzt. Zahlreiche Patienten und Pfleglinge fielen den der NS-Krankenmord-Aktionen zum Opfer. Entweder starben sie in den Gaskammernder „Aktion T4“ oder wurden im Rahmen dezentraler „Euthanasie“-Maßnahmen durch Hunger und/oder Medikamente getötet. Durch die Veröffentlichung ihrer Namen in einem Gedenkbuch sollen die Ermordeten ihre Identität zurückerlangen.
Damit kann einerseits das öffentliche Gedenken an diese Opfergruppe unterstützt werden, andererseits wird auch individuelles Gedenken möglich, indem die Nachkommen gesicherte Auskünfte über das Schicksal ihres Angehörigen erhalten.

Um Anmeldung wird gebeten bis 13. Feb. 2017 unter:

Mail: thomas.beddies@charite.de
Tel.: 030 450 529 241
Fax: 030 450 529 901


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P R O G R A M M

Musikalischer Auftakt „The Healing Touch of Sound“
Sonny Thet, Saskia Baumgart & NafTali

Begrüßung
Jens Reinwardt; Geschäftsführer und Leiter der Akademie der Gesundheit; Berlin

Moderation
Prof. Dr. Thomas Beddies; Institut für Geschichte der Medizin; Charité Berlin

Grußwort
Dr. Torsten Kühne; Stadtrat für Schule, Sport, Facility Management und Gesundheit; Bezirksamt Pankow von Berlin

Thematische Einführung
Dr. Hannelore Dege; Ärztin i.R.; Berlin-Buch
Ein Projekt zur Erinnerung an die Opfer der NS-Krankenmorde

Musikalisches Zwischenspiel

Vortrag
Dr. Dietmar Schulze; Institut für Geschichte der Medizin; Charité Berlin
Das „Gedenkbuch der ehem. III. Heil- undPflegeanstalt Berlin-Buch“

Übergabe des Gedenkbuchs an Stadtrat Dr. Kühne

Musikalischer Ausklang

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Lichtinstallation am 27. Januar

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Am Freitag 27. 1. 2017 wird von 16 - 18 Uhr an der Wand der Stadtbibliothek Buch, Wiltbergstrasse durch eine Lichtinstallation der Veranstaltungshinweis für den 16. Februar zur Vorstellung des Gedenkbuches für die in der NS-Zeit ermordeten Patienten der ehemaligen Heil-und Pflegeanstalt Buch öffentlich gezeigt.

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Den Flyer den Verantstaltung finden Sie hier zum Download.

leben / 13.01.2017
Lichterkette in Pankow zum Holocaust-Gedenktag

Am internationalen Tag des Gedenkens der Opfer des Holocaust wird es in Pankow eine Lichterkette von Pankowerinnen und Pankowern zum stillen Gedenken geben. Treffpunkt ist das ehemalige jüdische Waisenhaus in der Berliner Straße 120/121. Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) ruft zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung auf. Bürgermeister Benn wird die Auftaktveranstaltung um 18 Uhr am Waisenhaus eröffnen. Die Lichterkette wird anschließend zur alten Pfarrkirche auf dem Pankower Anger in der Breiten Straße führen um der Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken. Organisiert wird die Lichterkette von einem Bündnis der Pankower Kommission für Bürgerarbeit, der Evangelischen Kirchengemeinde Pankow und dem Bund der Antifaschisten.
„Bereits zum 19. Mal versammeln sich Pankowerinnen und Pankower am 27. Januar, um an die Befreiung von Auschwitz zu erinnern. Eine gute und wichtige Tradition nicht nur für Pankow und Berlin. Ich rufe die Pankowerinnen und Pankower auf, sich an der Lichterkette zu beteiligen und so ein Zeichen der Erinnerung und Ermutigung zu setzen im Einsatz für eine demokratische und offene Gesellschaft“, so Bezirksbürgermeister Benn.

Der 27. Januar ist seit 1996 offizieller Gedenktag in der Bundesrepublik Deutschland. Seit 1998 gestalten engagierte Pankowerinnen und Pankower eine Lichterkette in ihrem Bezirk, um an die Befreiung von Auschwitz durch die sowjetischen Soldaten zu erinnern. Informationen bei Jutta Kayser, Tel.: 030 4754064, info@lichterkette-pankow.de.

forschen, produzieren, heilen / 12.01.2017
Eine völlig neue Wirkstoffklasse

Proteo-Mimetika erlauben erstmals, in Protein-Protein-Wechselwirkungen innerhalb der Zellen
einzugreifen. Diese Technologie soll in einem Spin-off des FMP entwickelt werden.

Eine Innovation, die am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) entwickelt wurde, könnte zu neuen Ansätzen in der Krebstherapie führen: Erstmals ist es gelungen, Wirkstoffe zu entwickeln, die Wechselwirkungen von spezialisierten Proteindomänen mit Prolin-reichen Sequenzen anderer Proteine innerhalb von Zellen unterbinden. Derartige Wechselwirkungen sind an vielen krankheitsrelevanten Prozessen wie beispielweise an der Tumormetastasierung beteiligt und galten bisher als „undrugable“, also nicht als therapeutisches Ziel nutzbar. Möglich wird der vielversprechende Schritt durch eine ganz neue Klasse von Wirkstoffen, den so genannten Proteo-Mimetika (ProM). Sie wurden von der FMP-Arbeitsgruppe von Dr. Ronald Kühne, „Computational Chemistry / Drug Design“, in Kooperation mit dem Institut für Organische Chemie der Universität Köln entwickelt und eröffnen völlig neue Möglichkeiten für Therapien.

Die meisten der gegenwärtig eingesetzten Medikamente binden an leicht erreichbare Strukturen, zum Beispiel an Proteine, die sich an der Zelloberfläche befinden. In der Folge können dann Signalwege in der Zelle blockiert oder aktiviert werden. Da diese Signalwege häufig in vielfältiger Weise miteinander vernetzt sind, besteht die Möglichkeit, die Blockade zu überwinden und Resistenzen zu entwickeln. „Es gibt Arzneimittel zur Therapie von Krebserkrankungen, deren Ziel es ist, Rezeptoren, die chemotaktische Signale an der Oberfläche der Zellen empfangen, auszuschalten. Obwohl dies zunächst gelingt, schaffen es einige Krebszellen, die Wirkung der Therapie durch biochemische Veränderung, z.B. die Aktivierung von anderen Signalwegen, aufzuheben. Das Problem besteht darin, dass die Medikamente am Beginn einer vernetzten Signalkette ansetzen“, erklärt Dr. Ronald Kühne. „Die neuen Proteo-Mimetika hingegen ahmen bestimmte räumliche Strukturmotive von Eiweißmolekülen nach und entfalten ihre Wirkung im Inneren der Krebszelle, indem sie gezielt die Wechselwirkung von bestimmten Proteinen am Ende von vernetzten Signalwegen blockieren. Hier sind die Möglichkeiten der Krebszelle, durch Aktivierung anderer biochemischer Prozesse Therapieresistenz zu erreichen, in starkem Maße eingeschränkt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Wirkstoffe den Wirkort im Inneren der Zelle überhaupt erreichen können.“ Dies konnte im Falle der neuen Wirkstoffklasse von Dr. Kühnes Team nachgewiesen werden.

Der erfolgreichen Entwicklung der ProM-Bausteine ging eine jahrelange Suche nach einer neuen, prinzipiellen Lösung voraus, die sich erst durch radikales Umdenken fand: „Warum ausgerechnet eine sehr seltene Sekundärstruktur eine so bedeutsame Rolle bei der Invasion von Krebszellen spielt, haben wir zunächst nicht verstanden. Hinzu kam die Erkenntnis, dass selbst kleine, auf den ersten Blick harmlose Veränderungen in der für diese Sekundärstruktur wichtige Peptidsequenz zum totalen Funktionsverlust führten. Wir haben alles Mögliche chemisch probiert und sind immer gescheitert. Bis wir auf die Idee kamen, diese Sekundärstruktur durch neuartige organische Moleküle möglichst perfekt nachzubilden. Eine große Hilfe war dabei das computergestützte Design, auf dessen Basis unsere Partner an der Universität zu Köln die ersten ProM-Bausteine synthetisieren konnten“, so Dr. Kühne.

Zellwanderung unterbunden

In einem ersten Schritt gelang es den Forschenden, auf Basis ihrer neuen Bausteine einen Wirkstoff zu entwickeln, der die Zellwanderung hemmt und damit die Ausbreitung aggressiver Brustkrebszellen verhindert. Dieser Wirkstoff bindet an die Proteine der Ena / VASP-Familie und verhindert, dass sich Zellfasern ausbilden, die eine ähnliche Funktion wie Muskeln und Knochen des menschlichen Bewegungsapparates haben. Die invasiven Krebszellen werden in Form, Beweglichkeit und Orientierung so stark eingeschränkt, dass sie nicht mehr wandern können. In Verbindung mit Chemotherapeutika könnte diese Behandlung die Überlebensrate deutlich steigern, wie die Wissenschaftler hoffen.
„Bei der Metastasierung entwickeln sich einige wenige Krebszellen des Tumors in stammzellähnliche, entdifferenzierte Zellen zurück. Diese unterscheiden sich bereits vom Primärtumor, da sie eine an-
dere biochemische Charakteristik haben und sich nicht mehr so stark teilen. Eine Chemotherapie zielt jedoch auf die sich schnell teilenden Tumorzellen. Die stammzellähnlichen Zellen sind unempfindlich
dagegen“, so Dr. Kühne, „Normalerweise überleben einzeln wandernde Zellen im Blutkreislauf gar nicht, da es viele mechanische Hindernisse gibt. Von einer MillionZellen kommt vielleicht eine ans Ziel. Gleichzeitig pausieren viele Zellen unterwegs – und das ist das eigentlich Gefährliche. Weil sie stammzellähnlich sind, können sie im Prinzip alle Plätze im Gewebe nutzen, an denen üblicherweise Stammzellen sitzen – und jederzeit wieder loswandern. Haben sie ihr Ziel erreicht, entwickeln sie sich wieder zu epithelialen Krebszellen, die sich vom Ursprungstumor unterscheiden und in der Lage sind, Metastasen zu bilden. Dies erklärt auch, warum MRT-Bilder nach einer Chemotherapie oftmals eine Heilung suggerieren und Monate später wieder massiv Metastasen zu verzeichnen sind.“

Wirkungsvolle Therapie

Proteo-Mimetika – so die Hoffnung der Wissenschaftler – könnten in jedem Stadium der Krebserkrankung angewandt werden. Ein ständiger Spiegel des Wirkstoffs, kombiniert mit Chemotherapien könnte die Metastasierung wirkungsvoll eindämmen. „Wir werden den Krebs damit nicht heilen“, so Dr. Kühne, „aber es ist möglicherweise ein Weg, um die Lebenserwartung von Krebspatienten deutlich zu erhöhen.“ Dass die stammzellähnlichen Zellen nicht liquidiert, sondern zum Verharren gebracht werden, ist nicht unbedingt ein Nachteil, wie der Forschungsgruppenleiter erklärt: „In dem Augenblick, wo die Zelle ernsthaft bedroht wird, versucht sie ganz intensiv biochemische Nebenwege einzugehen, die ihr das Überleben doch noch gestatten.“

Ob Proteo-Mimetika tatsächlich erfolgreich bei Krebspatienten eingesetzt werden können, gilt es allerdings noch mit klinischen Daten zu belegen. Eine Hürde könnte zudem darstellen, dass die Ena / VSAP-Proteine auch wichtig für Immunzellen sind, die ebenfalls beweglich sein müssen. Die Gabe von Proteo-Mimetika könnte also bedeuten, dass das Immunsystem dauerhaft unterdrückt sein würde – ähnlich wie bei Patienten, die mit einem transplantierten Organ leben.

Technologie als Plattform

„Wir haben gezeigt, dass der Ansatz funktioniert und verfügen über einen chemischen Baukasten, mit dessen Elementen wir verschiedenste krankheitsrelevante Protein-Protein-Wechselwirkungen beeinflussen können“, so Dr. Ronald Kühne. Um diese Technologie zu etablieren und einsetzen zu können, soll im ersten Schritt der „Proof of Concept“, also der Nachweis der Wirksamkeit, in einem Pilotprojekt erbracht werden. „Dies ist ein wichtiger Schritt, um unsere ‚Prinziplösung‘ als Plattformtechnologie zu etablieren und einen ersten Metastaseinhibitor präklinisch umfassend zu validieren“, so Dr. Kühne. Gleichzeitig sind die neuen chemischen Verbindungen, wenn sie nicht als spezifische, selektive Arzneimittel zusammengebaut werden, als potenzielle Wirkstoffmoleküle interessant. „Da sie, wie ein Naturstoff, direkt von biologisch aktiven Verbindungen abgeleitet sind, haben sie an sich ein Marktpotenzial. Wir planen, daraus Screening-Bibliotheken für Wirkstoffuntersuchungen zu erstellen.“
Die Gründungsförderung im Rahmen des „EXIST-Forschungstransfers“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erscheint hier als eine sehr interessante Möglichkeit, die nötigen Finanzmittel für die Proof of Concept-Studien bereit zu stellen und damit die Basis für eine wirtschaftliche Verwertung der Innovation zu legen.

Text: Christine Minkewitz/BBB\n

Foto: Dr. Ronald Kühne, Leiter der Arbeitsgruppe „Computational Chemistry/Drug Design“ am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) (Foto: Silke Oßwald/FMP)


leben, heilen / 12.01.2017
Dreimal Sonnenschein

Mama Ines Haase (31) freut sich mit Papa Eric Brien (30) und dem großen Bruder Pepe (zweieinhalb), dass nun beide Schwestern und der kleine Bruder zu Hause in Lichtenberg sind. Vor sechs Wochen am 30. November 2016 um 12.55 Uhr erblickten Mathea mit 1.690 Gramm und 44 Zentimetern, Tessa mit 1.490 Gramm und 43 Zentimetern und eine Minute später um 12.56 Uhr Vince mit 1.900 Gramm und 45 Zentimetern per Kaiserschnitt gesund das Licht der Welt.
Strahlender Sonnenschein begleitete die Familie gestern auf dem Nachhauseweg. „Schwangerschaft und Geburt verliefen ohne Komplikationen“, sagt Dr. med. Annette Isbruch, Leitende Oberärztin der Geburtshilfe. Bei Mehrlingen und besonders bei Drillingen ist das schon etwas Besonderes. Alle drei wurden von Geburt an auf der Frühchenstation (Neonatologie) im Bucher Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe betreut. Dr. med. Andreas Höck, Oberarzt der Frühchenstation (Neonatologie), sagt: „Alle gedeihen prächtig und trinken jetzt alleine. Wir wünschen den Eltern und Kindern alles Gute.“
Mit dem neuen Drillingskinderwagen hat die ganze Familie einschließlich beider Großeltern schon fleißig das Fahren geübt. Für Februar ist der große Umzug nach Ahrensfelde (Barnim) geplant, den beide Omas und Opas nach Kräften unterstützen werden.

„Sicher und individuell“ ist das Motto der geburtshilflichen Abteilung im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Neben einer modernen Geburtshilfe bietet das Klinikum auch eine umfassende Versorgung von Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten und Frühgeborenen. Im zertifizierten Perinatalzentrum Level 1, der höchsten Versorgungsstufe, können auch Frühgeborene unter 1.500 Gramm Geburtsgewicht versorgt werden.
Die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und der Klinik für Kinderchirurgie garantiert eine optimale Versorgung von Mutter und Kind rund um die Uhr und sorgt dafür, dass es auch den Kleinsten an nichts fehlt.

Jeden 1., 2. und 3. Dienstag im Monat (außer an Feiertagen) um 17.30 Uhr finden Informationsabende der Geburtshilfe statt.

Klinikkontakt:
HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Chefarzt und Leiter Brustzentrum: Prof. Dr. med. Michael Untch
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Chefarzt und Leiter Perinatalzentrum: Prof. Dr. med. Lothar Schweigerer
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin\n

Geburtsanmeldung:
Tel. (030) 94 01-533 45

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Foto: Ines Haase mit Vince (M.), Dr. Sandra Horsch mit Tessa (li.) und Kinderkrankenschwester Mirjam mit Mathea (re.) auf der Frühchenstation im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. (Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch, Thomas Oberländer)

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Das HELIOS Klinikum Berlin-Buch ist ein modernes Krankenhaus der Maximalversorgung mit über 1.000 Betten in 24 Kliniken, sechs Instituten und einem Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Jährlich werden hier mehr als 51.000 stationäre und über 110.000 ambulante Patienten mit hohem medizinischem und pflegerischem Standard in Diagnostik und Therapie von Spezialisten fachübergreifend behandelt, insbesondere in interdisziplinären Zentren wie z.B. im Brustzentrum, Darmzentrum, Perinatalzentrum, der Stroke Unit und in der Chest Pain Unit. Die Klinik ist von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum und von der Deutschen Diabetes Gesellschaft als „Klinik für Diabetiker geeignet DGG“ zertifiziert.
Hohe fachliche Qualifikation in Medizin und Pflege sowie modernste Medizintechnik sichern die bestmögliche Patientenbetreuung. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen auf dem Campus Berlin-Buch profitieren unsere Patienten direkt von den Ergebnissen hochkarätiger medizinischer Grundlagenforschung.
Gelegen mitten in Berlin-Brandenburg, im grünen Nordosten Berlins in Pankow und in unmittelbarer Nähe zum Barnim, ist das Klinikum mit der S-Bahn (S 2) und Buslinie 893 oder per Auto (ca. 20 km vom Brandenburger Tor entfernt) direkt zu erreichen.

Zur HELIOS Kliniken Gruppe gehören 112 eigene Akut- und Rehabilitationskliniken inklusive sieben Maximalversorger in Berlin-Buch, Duisburg, Erfurt, Krefeld, Schwerin, Wuppertal und Wiesbaden, 72 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Rehazentren, 18 Präventionszentren und 14 Pflegeeinrichtungen. HELIOS ist damit einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung in Deutschland und bietet Qualitätsmedizin innerhalb des gesamten Versorgungsspektrums. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

HELIOS versorgt jährlich mehr als 4,7 Millionen Patienten, davon rund 1,3 Millionen stationär. Die Klinikgruppe verfügt insgesamt über rund 35.000 Betten und beschäftigt rund 71.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2015 erwirtschaftete HELIOS einen Umsatz von rund 5,6 Milliarden Euro. Die HELIOS Kliniken gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius und sind Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“.

forschen / 05.01.2017
Erinnerung auf molekularer Ebene erklären: Reinhart-Koselleck-Projekt für Volker Haucke

Der Molekulare Pharmakologe und Biochemiker Volker Haucke erhält eine Förderung von 900.000 EURO im Koselleck-Programm der DFG für hochinnovative Forschungen an Mechanismen der neuronalen Kommunikation.

Unsere Fähigkeit, den ersten Kuss oder den letzten Tag in der Schule im Alter zu erinnern, beruht - wie die meisten anderen Funktionen unseres Gehirns - auf der Kommunikation zwischen Nervenzellen an speziellen Kontaktstellen, den Synapsen. Dort werden Signale weitergeleitet, von einer Nervenzelle zur nächsten. Und es sind dieselben Nervenzellen, die das Erlebte auch Jahrzehnte später noch wiedergeben.\n

Denn, im Unterschied zu den meisten anderen Zellen im menschlichen Körper, bleiben Nervenzellen und ihre Kontakte über Jahrzehnte stabil. Gelingt dies nicht, so führen synaptische und schließlich neuronale Dysfunktionen zu Krankheiten wie Neurodegeneration und Demenz. Bisher ist es ein Rätsel, wie Synapsen über Jahrzehnte funktionieren und damit die neuronale Kommunikation über die gesamte Lebensdauer erhalten. Volker Haucke und sein Team vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) wollen ergründen, wie die neuronale Kommunikationsmaschinerie mit dem Qualitätskontrollsystem verknüpft ist, um die Funktion der Nervenzellen zu sichern. Dazu verwenden die Forscher Methoden der optischen Bildgebung an lebenden Nervenzellen in vitro und in vivo, zusammen mit elaborierten genetischen und lichtbasierten (optogenetischen) sowie biochemischen Werkzeugen. Das Team hat bereits die überraschende Beobachtung gemacht, dass Elemente der Maschinerie für synaptische Kommunikation auch Teil des Motors der "Taxis" sind, die positive (sogenannte neurotrophische) Signale zum Kern der Nervenzelle transportieren.

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"Bisher kennen wir nur die Spitze des Eisbergs", sagt Volker Haucke und ergänzt, „das Verständnis der Qualitätskontrollmechanismen, die die Funktion der Nervenzellen und der Synapsen erhalten, ist von grundlegender Bedeutung und könnte zudem die Entwicklung völlig neuer Ansätze ermöglichen, um neurologische und neurodegenerative Krankheiten zu therapieren."

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Das Projekt wurde Ende 2016 bewilligt und ist damit das zweite Reinhart-Koselleck-Projekt für einen FMP-Forscher im letzten Jahr (Volker Haucke und Leif Schröder), ebenso auch das zweite Projekt innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft, einer Forschungsorganisation von 91 außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland, zu denen das FMP gehört. Die Forschungsgruppe erhält für die Dauer von fünf Jahren von der DFG 0,9 Millionen Euro. Jedes Jahr werden bis zu 10 Koselleck-Projekte ausgezeichnet.

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Bezeichnung des Reinhart-Koselleck-Projekts:
 Molekulare Mechanismen des Recyclings, Umsatzes und Transports präsynaptischer Membranen

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Foto:
Prof. Dr. Volker Haucke (Foto: FMP)

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Kontakt:

Prof. Dr. Volker Haucke

Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)

Phone +49-30-94793101

E-Mail: HAUCKE@fmp-berlin.de

Öffentlichkeitsarbeit

Silke Oßwald

Phone +49-30-94793104

E-Mail: osswald@fmp-berlin.de

Das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) gehört zum Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB), einem Zusammenschluss von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Instituten in Berlin. In ihnen arbeiten mehr als 1.900 Mitarbeiter. Die vielfach ausgezeichneten Einrichtungen sind Mitglieder der Leibniz-Gemeinschaft. Entstanden ist der Forschungsverbund 1992 in einer einzigartigen historischen Situation aus der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR.

forschen, investieren, produzieren, leben, heilen, bilden / 05.01.2017
Interview mit Jens-Holger Kirchner: "In Buch entsteht etwas Eigenes"

Interview mit Jens-Holger Kirchner, neuer Staatssekretär für Verkehr, der als Pankower Baustadtrat in Buch viel bewegt hat.

Herr Kirchner, in Ihrer Eigenschaft als Baustadtrat waren Sie sehr häufig in Buch anzutreffen. Wie ist Ihr Eindruck von Buch?

Buch ist mittlerweile so vielfältig wie dieser Bezirk: Von der Platte bis zum hochwertigen Wohnen im Baudenkmal, von der Reihenhaus- bis zur Einfamilienhaussiedlung gibt es hier vielfältigste Formen von Wohnen. Das Stigma der unsanierten Hochhaussiedlungen, das vor einigen Jahren noch den Ton angegeben hat, trifft nicht mehr zu. Buch ist einer der größten Arbeitsstandorte in Berlin in den Bereichen Medizin, Gesundheitsforschung und Biotechnologie. Diese haben sich hier in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Buch ist grün, es hat noch unfertige Ecken mit morbidem Charme wie das Waldhaus oder die Regierungskrankenhäuser, das ist in anderen Stadtteilen nicht mehr so. Buch ist auf dem besten Weg, etwas ganz Eigenes zu werden. Die Innenstadt ist mit der S- Bahn gut erreichbar, gleichzeitig kann man aus der Tür gehen und ist im Wald. Wo gibt es das in Pankow? Buch hat ausgesprochen aktive Bürgerinnen und Bürger, weshalb das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) hier in einer Art konstruktivem Meinungsaustausch, in einem „Wettbewerb“ der guten Ideen entstanden ist. Das war in anderen Stadtteilen mit wesentlich mehr Streit verbunden. Eine Herausforderung war dagegen für alle, dass hier quasi über Nacht die erste große Flüchtlingsunterkunft entstanden ist. Nicht nur was Kommunikation betrifft, sondern auch das Umgehen mit neuen Verhältnissen. Heute gibt es ein etabliertes Willkommensnetzwerk, in dem sich viele Bucherinnen und Bucher engagieren, darüber bin ich froh.

Welche städtebaulichen Entwicklungen haben den Standort in den vergangenen Jahren geprägt?

In den letzten Jahren sind hier sichtbar viele Millionen Euro in die Infrastruktur geflossen. Eine beachtliche Zahl öffentlicher Gebäude wurde saniert oder neu gebaut. Vieles konnte mit Hilfe des Förderprogramms Stadtumbau Ost oder öffentlichen Mitteln realisiert werden, aber auch privates Engagement spielt in Buch eine wichtige Rolle. Ein gutes Beispiel ist das Stadtgut mit Restaurant und Feste-Scheune, durch das schon eine Art Zentrum entstanden ist, wo man sich treffen und gut essen gehen kann. Die ehemaligen Klinikareale, in denen Wohnungen entstanden sind, haben wesentlichen Anteil daran, dass Buch attraktiver geworden ist. Dabei werden die neuen Schulen und Kitas in privater Trägerschaft, die im Ludwig Hoffmann Quartier entstanden sind, schon fast als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Neben der städtischen Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE haben in den letzten Jahren auch die Wohnungsbaugenossen- schaften ihre Häuser saniert und wesentlich zu einem schöneren Stadtbild beigetragen. Mit Stadtumbau-Mitteln wurden das Bürgerhaus, Jugendfreizeiteinrichtungen und Kitas saniert und ein Ersatzbau für die Hufelandschule ermöglicht. Diese sichtbare Veränderung erhält jetzt noch einmal eine neue Dynamik durch den aktualisierten Maßnahmeplan des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK): Wir werden hier zwei neue Stadtviertel bauen, den öffentlichen Raum attraktiver gestalten und ein großes Integrations- und Bildungszentrum für 13,4 Millionen Euro errichten. Dort werden die Musik- und Volkshochschule, die Bibliothek und ein Teil des Gläsernen Labors einziehen. Also hier wird noch Etliches passieren und Stadtumbau Ost wird sicherlich einen wesentlichen Anteil daran haben – wenn auch nicht so schnell, wie wir es uns immer wünschen.

Welches sind momentan die dringlichsten Handlungsfelder, um Buch als integrierten Wirtschafts- und Wohnstandort weiterzuentwickeln?

Dringlich ist die Verkehrssituation. Um die Anbindung mit dem Auto an die Innenstadt zu verbessern, ist der Vollanschluss an die A 114 geplant. In diesem Zusammenhang soll die Hobrechtsfelder Chaussee als künftige Verbindungsachse ausgebaut werden. Auch der geforderte Regionalbahnhof für Buch ist ein dringliches Thema. Mit der Bahn könnte man innerhalb von ein paar Minuten am Gesundbrunnen oder wesentlich schneller am Flughafen sein. Und ich denke, dass der Abstand zwischen Regionalbahnhöfen in Bernau, Buch und Gesundbrunnen ideal wäre.
Im Ort wollen wir die Rad- und Gehwege barrierefrei ausbauen, Abstellanlagen für Fahrräder und sichere Querungen schaffen. Insgesamt gilt es, die innerörtlichen Verkehre – per Fuß, per Rad oder Auto optimal zu sortieren. Besonderen Wert legen wir auch auf die Verbindung zwischen S-Bahnhof und Forschungs- bzw. Klinikcampus. Das sind die nächsten Punkte, wo wir viel Geld investieren müssen und wollen. Mit der Entwicklung der neuen Wohngebiete „Am Sandhaus“ und „Buch IV“ haben wir die Möglichkeit, noch bestehende Defizite in der Infrastruktur abzubauen. Durch die Verdichtung wird der gesamte Ortsteil gewinnen. Langfristig sollen in Buch neue, umweltfreundliche Formen der Mobilität Einzug halten: Hol- und Bringedienste, Ruftaxis, Car- und Bikesharing-Systeme könnten in Verbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr das eigene Auto ersetzen.

Welchen Charakter sollen die neuen Quartiere von Buch haben?

Auf dem neu zu bebauenden Waldstück zwischen den Straßen „Am Sandhaus“ und „Wiltbergstraße“ schwebt uns eine Art „Waldstadt“ mit 1.500 Wohnungen vor. Sie soll von vornherein Einzelhandel und Dienstleistungen integrieren, auch eine Schulerweiterung ist geplant. Im Gegenzug werden die früheren, vom S-Bahnhof weiter entfernten Regierungskrankenhäuser abgerissen und die Grundstücke renaturiert. Dort entsteht dann wieder Wald, die Flächen werden also getauscht.
Meine Vorstellung wäre, in dieser Waldstadt die Qualität des Ludwig-Hoffmann-Quartiers zu spiegeln: Großzügig, aber durchaus dicht hochattraktive Wohnungen zu bauen, in bester Lage, mit viel Freiraum und S-Bahn-Anschluss. Im Grunde wäre es möglich, die Zentrumsachse zu verlängern – von der nördlichen Brunnengalerie bis zum Sandhaus.

Wie verkraftet Buch den Zuwachs von weit über 1.000 Wohnungen, die der Senat hier plant, im Hinblick auf Verkehr, Flächenverfügbarkeit und seinen Charakter als Wirtschafts- und Gesundheitsstandort?

Nicht wenige Gemeinden im weiteren Umland haben erhebliche Probleme, weil die Leute wegziehen wollen. Oft fährt dort nicht einmal mehr ein Bus. In Buch ist die Entwicklung umgekehrt. Glücklicherweise besteht in Buch ein Bedarf an attraktiven Wohnungen für Leute, die hier auch arbeiten. Je größer Buch wird, umso stärker wächst auch die Infrastruktur, desto mehr Chancen haben Kultur und Gastronomie. Buch wird etwas ganz Eigenes, das ist eine große Entwicklungschance. Und in dieses Wachstum investieren wir.
Der Wirtschaft räumen wir mit der Brunnengalerie eine Expansionsfläche ein, die an den Campus grenzt und die wir ausschließlich für die Ansiedlung von forschungsnahen Unternehmen freihalten. Diese Entscheidung ist nicht am Reißbrett gefallen. Wir sind in der glücklichen Lage, eng mit den Bucher Wirtschaftsakteuren zusammenzuarbeiten, die sich mit ihren Ressourcen einbringen und Verantwortung übernehmen. Dazu gehört, dass wir uns im ressortübergreifenden Steuerungskreis regelmäßig gegenseitig vor Ort über Vorhaben informieren und uns abstimmen. Ein Beispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit ist das gemeinsame energetische Quartierskonzept, das wir in zwei Workshops erarbeitet haben. Für dessen Umsetzung beantragen wir gerade die Mittel. Buch kann durchaus eine „Green Health City“ werden, davon bin ich überzeugt.

Was fehlt Buch noch?

Ein attraktiver Schlosspark mit holländischem Garten und Schloss, um historische Zusammenhänge wiederherzustellen. Und noch etwas mehr Kultur und Veranstaltungen.

Interview: Christine Minkewitz/BBB
Foto: Jens-Holger Kirchner, Staatssekretär für Verkehr (Foto: privat)

leben, heilen / 04.01.2017
Positiver Geburtentrend: Babyboom im HELIOS Klinikum Berlin-Buch hält an

Im Jahr 2016 gab es 2.988 Geburten im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Das sind 220 mehr als im Vorjahr. 3.087 Babys erblickten in der Geburtsklinik im Nordosten Berlins das Licht der Welt. Der geburtenstärkste Monat war der Juli mit 273 Kindern.\n

In diesem Jahr hatten Jungen die Nase vorn: Die Mütter gebaren 1.574 Jungen. Damit waren es 61 mehr als die 1.513 Mädchen, die 2016 in Berlin-Buch zur Welt kamen. Das Geburtshilfeteam konnte darunter 93 Zwillingspärchen und dreimal Drillinge begrüßen.

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71 Babys der auf der Frühchenstation betreuten Kinder wogen unter 1.500 Gramm, vier sogar unter 500 Gramm. 331 Kinder hatten ein Geburtsgewicht über 4.000 Gramm. Geburtenstärkster Monat war auch 2016 wieder der Sommermonat Juli mit 273 Geburten. Am Dienstag, den 19. Juli, wurden sogar 17 Kinder geboren. Hebamme Susann Knöfel berichtet: „2016 kamen bei uns allerdings an Donnerstagen die meisten Kinder auf die Welt. Mit 15,6 Prozent ist es im Jahresdurchschnitt der geburtenstärkste Wochentag.“
Das Bucher Klinikum stand somit auch im Jahr 2016 bei werdenden Eltern aus Berlin und Brandenburg hoch im Kurs. „Wir  verzeichnen jedes Jahr eine Zunahme der Geburtenzahlen, darauf sind wir sehr stolz“, freut sich Professor Dr. med. Michael Untch, Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie, über diesen Trend und ergänzt: „Die kompetente Betreuung durch unser Team aus Ärzten, Hebammen und Pflegekräften, die familienfreundliche und moderne Atmosphäre in der Geburtshilfe mit vier Kreißsälen wird geschätzt.“ Professor Dr. med. Lothar Schweigerer, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Leiter des Bucher Perinatalzentrums (Level 1), ergänzt: „Neben der umfassenden Versorgung der Kleinsten auf der Frühchenstation im Perinatalzentrum mit der höchsten Versorgungsstufe stehen wir den Eltern in der für sie oft schwierigen Zeit auch emotional zur Seite.“

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„Sicher und individuell“ ist das Motto der geburtshilflichen Abteilung im HELIOS Klinikum Berlin-Buch. Neben einer modernen Geburtshilfe bietet das Klinikum auch eine umfassende Versorgung von Risikoschwangerschaften, Mehrlingsgeburten und Frühgeborenen. So arbeiten im Bucher Perinatalzentrum mit der höchsten Versorgungsstufe für Frühgeborene (Level 1), die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und die Klinik für Kinderchirurgie eng mit der Geburtshilfe zusammen. Diese intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit garantiert eine optimale Versorgung von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt und das rund um die Uhr.

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Informationsabende
Jeden 1., 2. und 3. Dienstag im Monat findet um 17.30 Uhr ein Informationsabend statt (außer an Feiertagen). Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt: Konferenzraum Cafeteria
Wegen der großen Nachfrage hat das Geburtshilfeteam für 2017 folgende Zusatztermine organisiert: 24. Januar, 23. Mai, 22. August.

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Klinikkontakt:

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HELIOS Klinikum Berlin-Buch
Schwanebecker Chaussee 50
13125 Berlin

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Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Chefarzt: Prof. Dr. med. Michael Untch
Geburtsanmeldung: Tel. (030) 94 01-53345

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Foto: Das Neujahrsbaby Isabella kam um 2.27 Uhr im HELIOS Klinikum Berlin-Buch gesund zur Welt. Die Eltern Marta und Lukasz aus Oranienburg freuen sich über ihre kleine Tochter mit 3.120 Gramm und 51 Zentimetern. Hebamme Susanne Czihak wünscht der Kleinen alles Gute!
(Foto: HELIOS Klinikum Berlin-Buch/Thomas Oberländer)