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heilen / 28.12.2021
Allergie oder Intoleranz?
Interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine neue Technologie ermöglichen, die genauen Ursachen für Beschwerden durch Nahrungsmittel zu finden
Immer häufiger kommt es durch Nahrungsmittel zu Allergien und Intoleranzen bis hinzu entzündlichen Vorgängen, die sich beim Betroffenen im Magen-Darm-Trakt äußern. Die Ursache der Beschwerden wird oft nur schwer oder nicht gefunden, weil unter anderem einseitig fokussiert diagnostiziert wird. Ein neuer fachübergreifender Ansatz mit allergologischer und gastroenterologischer Diagnostik kann helfen.
In einem standardisierten Verfahren werden Typ-I-Allergien, Zöliakie und Intoleranzen abgeklärt und organische Erkrankungen ausgeschlossen. Dann folgt die innovative, bislang wenig verbreitete Austestung von Nahrungsmitteln auf der Dünndarmschleimhaut mit gleichzeitiger Untersuchung mittels confokaler Laser-Endomikroskopie (CLE): Nahrungsmittel werden direkt auf der Dünndarmschleimhaut auf Verträglichkeit getestet. In der Zusammenschau aller Befunde werden die Patient:innen abschließend beraten, ob und welche Nahrungsmittel strikt oder vorübergehend zu meiden sind und welche individuellen Therapiemöglichkeiten es gibt.
Das neue fachübergreifende Rund-um-Diagnostikverfahren zwischen den Experten der Dermatologie/Allergologie und Innerer Medizin/Gastroenterologie richtet sich an Menschen mit unklaren Bauchbeschwerden, fraglichen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien.
Auskunft geben Dr. med. Kerstin Lommel, Chefärztin Dermatologie/Allergologie, und Prof. Dr. med. Frank Kolligs, Chefarzt Innere Medizin/Gastroenterologie, Helios Klinikum Berlin-Buch:
Dr. Lommel:
„Beschwerden in zeitlichem Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme können sich viele Betroffene nicht eindeutig erklären – es gibt Menschen, die gleichzeitig verschiedene Symptome unterschiedlicher Ursachen haben. Typische Beispiele sind Kribbeln im Mund, Hautreaktionen wie Quaddelbildung oder Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, eventuell bereits als Reizdarmsyndrom diagnostiziert. Aufgrund von vermuteten Unverträglichkeiten oder Allergien befinden sich die Betroffenen in einer Art Dauerschleife aus Untersuchungen und selbstgewählten Karenzdiäten. Ob eine bestimmte Körperreaktion allergisch bedingt ist oder eine andere Ursache hat – zum Beispiel eine Intoleranz, weil Enzyme fehlen oder eine Empfindlichkeitsreaktion auf Nahrungsmittel vorliegt – ist zunächst differenziert abzuklären und damit fester Diagnostikbaustein des neuen Angebotes. Diese intensive„Detektivarbeit“ umfasst eine gründliche Befragung sowie eine erweiterte allergologische Diagnostik.“
Prof. Kolligs:
„Nach der allergologischen Abklärung folgt eine umfassende Diagnostik des Magen-Darm-Traktes, um organische Störungen auszuschließen, bevor die neue Untersuchungsmethode in der Gastroenterologie zum Einsatz kommt. Die confokale Laser-Endomikroskopie (CLE) wird in Deutschland erst in wenigen Kliniken angeboten. Sie ist das erste endoskopische Bildgebungsverfahren, welches in Echtzeit mikroskopische Einblicke in die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes ermöglicht. Die vorher durch die Dermatologie/Allergologie bestimmten, möglichen beschwerdeauslösenden Nahrungsmittel werden während einer Endoskopie direkt auf dieDünndarmschleimhaut aufgebracht. Ohne eine Gewebeprobe zu entnehmen, wird über ein gut verträgliches Kontrastmittel während der Untersuchung direkt sichtbar, ob die Schleimhaut empfindlich reagiert. Wenn alle Befunde vorliegen, werden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und mit dem Betroffenen individuelle Therapiemöglichkeiten besprochen.
Text: Susanne Hansch/Helios Klinikum Berlin-Buch
www.helios-gesundheit.de/berlin-buch Quelle: Pressemitteilung Helios Klinikum Berlin-BuchAlle News im Überblick
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